![]() |
|
"Die Geschichte der Brandenstein-Orgel von 1729 beginnt mit dem Vertrag vom 22. Mai 1728, den Abt Maurus Bächel OSB mit dem Bürger und Orgelmacher zu Stadtamhof Johann Konrad Brandenstein (1695 - 1757) abschloß. Der Vertrag sah folgende Disposition vor:
Manual Principal (8' feines Zinn) Octav (4' Zinn) Quint (3' Zinn) Mixtur 3fach (Zinn) Waldflauten (2' Zinn) Copel (8' Holz (gedeckt) ) Flauten (4' Holz) Viol di Gamba (8' Zinn) Echo (8' Zinn) Pedal Nono Baß (Zinn) Octav ( (8' Holz) Sub Baß (16' Holz gedeckt) Brandenstein erweiterte die Manualdisposition um zwei Register; außerdem teilte er die Gamba in Baß und Diskant. Bei dem Register Echo handelt es sich um ein schwach konisches Salicional. Der "Nono Baß" sollte - wie aus einem Angebot Brandenstein von 1729 für Kloster Rott am Inn hervorgeht - ein 2' -Register sein. Ob dieses Register je eingebaut wurde, erscheint fraglich. Das Gehäuse wurde von Johann Caspar Mayr, Bürger und Schreinermeister zu Stadtamhof, gefertigt. Zusammen mit der hochgezogenen Emporenbrüstung trennt dieses Gehäuse den dahinterliegenden Psallierchor optisch vom Kirchenraum ab ... Die Spielanlage der Orgel befindet sich an der Rückseite. Da das Instrument eine Doppelfunktion zu erfüllen hat - es ist einerseits dem Kirchenraum, andererseits dem Psallierchor zugeordnet -, weist es auch zwei Schauseiten auf. Die Brandenstein-Orgel blieb im Laufe der Zeit nicht unangetastet. 1792 führte Ludwig Ehrlich aus Lauingen offenbar größere Arbeiten aus. Weitere Reparaturen fielen lt. Inschrift in die Jahre 1823, 1859 und 1896 ... In den Jahren 1992 - 1995 wurde die Orgel durch die Firma Georg Jann in Laberweinting-Allkofen restauriert. Der Restaurierung gingen in mehrjähriger Arbeit umfangreiche Untersuchungen des vorhandenen Bestands, Archivstudien sowie die Auswertung von Daten, die an den Resten von Brandenstein-Orgeln in anderen Orten gewonnen werden konnten, voraus. Im Laufe der Restaurierungsarbeit konnte schließlich auch das Register Waldflauten 2' mit Hilfe von zehn Pfeifen, die sich im Diskant der Copel erhalten hatten, durch Teilrekonstruktion zurückgewonnen werden. Quint 1 1/3', ein neueres, uneinheitlich zusammengesetztes Register, verschwand nun aus der Disposition. Gänzlich neu gefertigt wurden Gamba 8', Gemshorn 4' und die Mixtur ... Charakteristisch ist der helle, prinzipalische Klang des Plenums, der ergänzt wird durch die diversen farblichen Valeurs im 8' - und 4' - Bereich, wodurch die Orgel sich auch für die Wiedergabe von Kompositionen aus jüngerer Zeit gut eignet." (Leicht gekürzte Wiedergabe einer Beschreibung der Orgel von Professor Alfred Reichling, Würzburg). Disposition Manual Principal (8') Gamba-Basso (8') Gamba-Disk. (8') Echo (8') Copel (8') Flauten (4') Gembshorn (4') Qint (3') Waldflauten (2') Superoctav (2') Mixtur 3fach (1') Octav (4') Pedal Subbass (16') Octavbass (8') Manualumfang: C, D, E. F, G, A - c' Pedalumfang: C, D, E, F, G, A - a°. Über das Pedal erklingen auch die Manualregister, es ist also "angehängt" und hat zwei Pedalregister zusätzlich. Mechanische Trakturen, die in ihrem historischen Zustand belassen wurden. Die Windanlage arbeitet mit Ventilator und Magazinbalg oder nach Wahl mit drei rekonstruierten Keilbälgen, wie sie 1729 üblich waren; sie werden wahlweise wie früher mit den Händen oder durch Elektromotoren aufgezogen, so auch bei unserer Aufnahme. Zu hören ist die Orgel auf der CD Glocken und Orgeln der Bayerischen Benediktinerabteien Weltenburg - Metten - Niederaltaich Druckversion dieser Seite [«] [Home] [(Ein)Führung] [Einkehr und Bildung] [Informationen] [Archiv] [Impressum] [Kontakt] [Übersicht] [»] |