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Zypern

Republik Zypern

 Basisdaten    Chronik


Geografie
Das Land
Die Insel Zypern liegt im östlichen Mittelmeer und ist etwa 50 km vom türkischen Festland im Norden und 100 km von Syrien im Osten entfernt. Mit einer Fläche von 9251 qkm ist Zypern die drittgrößte Mittelmeerinsel (nach Sizilien und Sardinien).
Seit 1974 ist der Nordteil Zyperns von türkischen Truppen besetzt, hier wurde 1983 die Türkische Republik Nordzypern ausgerufen, die aber nur von der Türkei als eigenständiger Staat anerkannt wird. Die griechisch-zypriotische Republik im Süden der Insel ist völkerrechtlich der offizielle Repräsentant der Insel Zypern. Zwischen den beiden Landesteilen liegt eine von UN-Truppen bewachte unbewohnte Pufferzone.
Die Insel ist durch zwei Gebirgszüge geprägt, zwischen denen eine weite Ebene (Messaria) liegt. Im Norden verläuft das Kyreniagebirge (auch Pentadaktylos genannt) von Westen in Richtung Osten annähernd parallel zur Küste. Die höchste Erhebung hier ist der Kyparisso mit 1024 m. Die Berge fallen zur Nordküste Zyperns hin steil ins Meer ab.
Im Südwesten der Insel liegt das Troodosgebirge, das vulkanischen Ursprungs ist. Der Olympos im Troodosgebirge ist mit 1951 m der höchste Berg Zyperns. Nach Westen und Süden geht das Gebirge in Hügelland über, dann folgt eine Küstenebene. Im Zentrum der Insel zwischen Kyrenia- und Troodosgebirge liegt die Ebene Messaria, das Hauptanbau- und siedlungsgebiet. Die meisten Flüsse auf der Insel trocknen in den Sommermonaten aus. Längster Fluß ist der Pedias. Neben einigen natürlichen Süßwasserseen gibt es künstlich angelegte Stauseen, die als Trinkwasserreservoire dienen.
Die Hauptstadt der Republik Zypern ist Nikosia (Lefkosia), die im Inneren der Insel liegt und durch deren Altstadt die Grenze zwischen dem türkischen Norden und dem griechischen Süden verläuft.

Klima
Auf Zypern herrscht mediterranes Klima mit langen heißen Sommern und milden Wintern. In Nikosia liegen die mittleren Januartemperaturen bei 10°C, im Juli bei 28°C. Die meisten Niederschläge fallen in den Wintermonaten Dezember und Januar. In Nikosia werden bis zu 400 mm jährlich gemessen, im Troodosgebirge bis zu 1000 mm.

Flora und Fauna
Auf Zypern überwiegt Macchie und Garigue. Teile des Troodosgebirges sind bewaldet, hier wachsen vor allem Aleppokiefern, Zypressen, Zedern und Pinien. Weniger häufig kommen auch Platanen, Eichen, Öl- und Johannisbrotbäume vor.
An Säugetieren leben auf Zypern u.a. Zypernmufflons, Rotfuchs, Marder, Kaninchen und Eichhörnchen. Neben zahlreichen Reptilien ist vor allem die Vogelwelt artenreich: Greifvögel wie Adler, Falke, Sperber und Geier kommen ebenso vor wie Hühner- und Singvögel. Zahlreiche Zugvogelarten rasten auf der Insel.


Kultur und Gesellschaft
Bevölkerung
Insgesamt leben auf Zypern etwa 790.000 Menschen. Etwa 80% von ihnen sind griechischsprachige Zyprioten, etwa 15% sind türkischer Abstammung. Die Griechen sind überwiegend Angehörige der zyprisch-orthodoxen Kirche und leben im südlichen Teil der Insel. Die Türken bewohnen den Norden, der 1974 von türkischen Truppen besetzt wurde, und sind Anhänger des Islam sunnitischer Ausprägung. In Nordzypern wurden seit der Besetzung mehrere tausend Türken angesiedelt. Sowohl Griechisch als auch Türkisch sind offizielle Amtssprachen.
Rund 57% der Menschen leben in Städten, die größte Stadt ist Nikosia (Lefkosia) mit etwa 200.000 Einwohnern. Die Grenze zwischen dem türkischen Norden und dem griechischen Süden verläuft mitten durch die Altstadt von Nikosia. Weitere Städte sind z.B. Limmasol mit etwa 151.000 Einwohnern, Larnaca (70.000) und Famagusta (21.000). Die durchschnittliche Besiedlungsdichte Zyperns liegt bei 83 Einwohnern pro Quadratkilometer, am dichtesten sind die Messaria-Ebene und die Küstenebenen im Süden und Westen besiedelt.
Jeder Landesteil hat seine eigenen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, auch das Bildungswesen ist getrennt. Für Kinder in beiden Teilen herrscht Schulpflicht, die Analphabetenquote liegt bei unter 2%. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei ca. 77 Jahren. Das Bevölkerungswachstum beträgt rund 0,9% in beiden Landesteilen.

Geschichte
Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung der Insel bereits ab dem 7. Jahrtausend v.Chr. hin. Vermutlich im 3. Jahrtausend wurden hier Kupfervorkommen entdeckt, vom griechischen Wort „Kypros“ für Kupfer leitete sich später der Name der Insel ab. Dieser Rohstoff sowie die strategisch günstige Lage machten Zypern zu einer wichtigen Insel im mediterranen Raum. Immer wieder wurde sie von neuen Herrschern erobert. Etwa um 1500 v.Chr. gehörte Zypern zum ägyptischen Pharaonenreich, etwa ab 1400 v.Chr. entwickelten sich entlang der Küsten achäische Handelskolonien, aus denen sich wohlhabende Stadtkönigreiche entwickelten.
Ab 800 v.Chr. herrschten die Phönizier über die Insel, im Verlauf des 8. Jahrhunderts kam sie unter den Einfluß der Assyrer. Anschließend herrschten erneut die Ägypter, ab etwa 525 v.Chr. gehörte die Insel zum persischen Großreich, das von dem Makedonier Alexander dem Großen erobert wurde. Nach dessen Tod 323 v.Chr. fiel die Insel an das ptolemäische Ägypten.
58 v.Chr. wurde Zypern von römischen Truppen erobert, rund 30 Jahre später wurde die Insel zur eigenständigen römischen Provinz. Ab dem ersten Jahrhundert n.Chr. verbreitete sich das Christentum. Nach der Teilung des Römischen Reiches 395 n.Chr. gehörte Zypern zum oströmischen (byzantinischen) Reich. Neben dem römischen Recht herrschte die griechische Kultur und Sprache vor sowie der christliche Glaube als Staatsreligion. Ab 431 erhielt die zyprisch-orthodoxe Kirche ihren selbständigen Status mit einem eigenen kirchlichen Oberhaupt.
Im 7. Jahrhundert überfielen islamische Araber die Insel, konnten sie aber nicht dauerhaft erobern. 965 wurden die Araber von byzantinischen Truppen sowohl von Zypern als auch vom kleinasiatischen Festland wieder vertrieben.
1191 wurde Zypern während des dritten Kreuzzuges vom englischen König Richard Löwenherz erobert, der es weiter an den Templerorden verkaufte. Der erbitterte Widerstand der zyprischen Bevölkerung gegen die neue Herrschaft führte dazu, daß die Insel knapp ein Jahr später erneut den Besitzer wechselte: das französische Haus Lusignan führte die Feudalherrschaft auf der Insel ein und etablierte die „Franken“ als Lehensherren, denen die Bevölkerung Abgaben zu leisten hatte.
Ab 1489 war Zypern in Besitz Venedigs, dann wurde die Insel 1570 von den Osmanen (Türken) erobert. Das Feudalsystem wurde abgeschafft, die zyprisch-orthodoxe Kirche anerkannt. Zahlreiche Osmanen ließen sich hier nieder und nahmen wichtige Ämter ein.
Durch die Entdeckung des Seewegs nach Indien hatte Zypern ab Beginn des 16. Jahrhunderts an strategischer Bedeutung verloren. Durch Ausbeutung und natürliche Ursachen wie Dürren und Heuschreckenplagen verarmte die zyprische Bevölkerung soweit, daß Tausende die Insel verließen. Um 1754 war die Zahl der auf Zypern lebenden Menschen auf schätzungsweise 10.000 gesunken. Der orthodoxe Erzbischof der Insel wurde vom Osmanischen Reich als Sprecher und Vertreter des griechisch-zypriotischen Volkes anerkannt. Während das Osmanische Reich etwa ab dem Ende des 18. Jahrhunderts allmählich an Macht verlor, gewannen die orthodoxen Bischöfe auf der Insel an Bedeutung und erweiterten ihren Einfluß. Immer wieder kam es zu Aufständen der griechisch-zypriotischen Bevölkerung gegen die Osmanen, die von diesen blutig niedergeschlagen wurden.
1878 überließ der Sultan des mittlerweile stark geschwächten Osmanischen Reiches gegen eine jährliche Pacht die Insel Zypern der Kolonialmacht Großbritannien, wobei die osmanische Oberhoheit offiziell gewahrt blieb. Für Großbritannien hatte die Insel weniger wirtschaftliche als strategische Bedeutung: hier wurden Marinestützpunkte errichtet, um den Seeweg zum 1869 eröffneten Suez-Kanal zu schützen.
Als das Osmanische Reich 1914 an der Seite Deutschlands und Österreich-Ungarns in den Ersten Weltkrieg eintrat, annektierten britische Truppen die Insel und erklärten das bis dahin gültige türkische Hoheitsrecht für aufgehoben.
Auf Zypern selbst hatte sich seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Unabhängigkeitsbewegung unter Führung der orthodoxen Kirche gebildet, die den Anschluß der Insel an Griechenland forderte. 1925 wurde die Insel zur britischen Kronkolonie erklärt. Sowohl die griechische als auch die türkische Bevölkerung der Insel waren gemäß ihrem Anteil in der Bevölkerung in Gremien vertreten. Aufstände gegen die britische Kolonialmacht wurden unterdrückt.
Zypern trat 1940 auf der Seite Großbritanniens in den Zweiten Weltkrieg ein. Nach dem Ende des Krieges gewann die Unabhängigkeitsbewegung an Bedeutung. Es bildeten sich politische Parteien: die linksgerichtete Fortschrittspartei AKEL und die gemäßigte sozialistische Partei PESP traten für die Unabhängigkeit Zyperns ein, während die rechtsorientierte Bauernpartei PEK und die klerusnahe, nationalistische Partei KEK den Anschluß (Enosis) an Griechenland forderten. An der Spitze der Enosis-Bewegung setzte sich das neue Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche auf Zypern, Erzbischof Makários III. Eine zweite Bewegung gegen die britische Oberhoheit bildete die „Nationale Organisation Zyprischer Kämpfer (EOKA) unter dem nationalistischen General Georgios Grívas, die einen bewaffneten Guerillakampf begann. Nachdem zunehmend auch die türkische Bevölkerung auf Zypern Ziele der Anschläge der EOKA wurden, verstärkten sich die ohnehin bestehenden Spannungen zwischen der griechischen und der türkischen Bevölkerung. Die Türkei, die sich als Schutzmacht der türkischen Minderheit auf Zypern sah, wollte einen Anschluß der Insel an den Erzfeind Griechenland auf jeden Fall verhindern. Die türkische Untergrundorganisation TMT nahm ihrerseits den Kampf auf und verübte Anschläge auf den griechischen Teil der Bevölkerung.
Ende der 50er Jahre einigten sich Großbritannien, die Türkei und Griechenland auf einen Kompromiß: Zypern sollte als eigener Staat in die Unabhängigkeit entlassen werden, wobei alle drei Mächte das Recht auf die Stationierung von Truppen zugesichert wurde. In Regierung, öffentlichem Dienst und Verwaltung sollten Griechen und Türken gemäß ihrem Anteil an der Bevölkerung vertreten sein. Der Präsident als Staatsoberhaupt sollte Grieche, dessen Vize ein Türke sein. Dabei war der Vizepräsident dem Präsidenten laut Verfassung annähernd gleichgestellt.
Am 16. August 1960 wurde die unabhängige Republik Zypern ausgerufen mit Nikosia (Lefkosia) als Hauptstadt. Staatspräsident wurde der orthodoxe Erzbischof Makários III., Fazil Küçük als türkischer Zyprer wurde Vizepräsident. 1961 wurde die Republik Zypern Mitglied im britschen Commonwealth of Nations.
Als der zyprische Präsident Makrários 1963 eine Verfassungsreform forderte, die die Rechte der türkischen Bevölkerung beschränkte, brachen bürgerkriegsähnliche Unruhen aus, die erst 1964 von einer UN-Friedenstruppe beendet werden konnten. Während des Bürgerkriegs zogen die meisten türkischstämmigen Bewohner der Insel in den Norden Zyperns.
Im Juli 1974 kam es zu einem von der Athener Militärjunta gestützten Putsch auf Zypern gegen den amtierenden Präsidenten Makários, der sich nach dem Umsturz in Griechenland 1967 für ein selbständiges und geeintes Zypern ausgesprochen hatte. Als Nachfolger von Makários wurde Nikos Samson eingesetzt, der den Anschluß der Insel an Griechenland forderte. Nur wenige Tage später landeten türkische Truppen im Norden Zyperns und brachten den ganzen Nordosten (knapp 40% der Insel) unter ihre Kontrolle. Damit war Zypern de facto zweigeteilt, wobei die Grenzlinie („Attila-Linie“) mitten durch die Hauptstadt Nikosia verlief. Während auf internationaler Ebene der Einmarsch der Türkei in Zypern verurteilt wurde, wanderten aus dem türkisch-besetzten Teil die Griechen in den Süden des Landes bzw. wurden vertrieben. Umgekehrt verhielt es sich mit den restlichen türkischstämmigen Bewohnern im Süden, die in den Norden des Landes abwanderten.
Im Dezember 1974, als in Griechenland die Militärjunta erneut gestürzt worden war, übernahm der Erzbischof Makários erneut das Präsidentenamt auf Zypern. Dennoch blieb die Teilung der Insel auch weiterhin bestehen und hat sich bis heute nicht verändert. Während die Griechen einen Einheitsstaat mit autonomen Provinzen fordern, besteht der türkische Teil der Bevölkerung auf eine lose Föderation zweier weitgehend selbständiger Staaten.
Im Februar 1975 erklärte sich der türkische Norden Zypern einseitig zum „Türkischen Föderationsstaat von Zypern“ (ab 1983 „Türkische Republik von Nordzypern“). Eine eigene gesetzgebende Versammlung wurde ins Leben gerufen und das Amt des Präsidenten übernahm im Juni 1976 Rauf Denktas. Zu diesem Zeitpunkt lebten schätzungsweise 105.000 türkischstämmige Zyprer und rund 40.000 neuangesiedelte Festlandstürken im Norden der Insel, darüber hinaus rund 40.000 türkische Soldaten. Nur die Türkei erkannte die Republik als rechtmäßigen Staat an.
Seit diesem Zeitpunkt bemühen sich Vertreter der UN um eine Lösung des Zypern-Konflikts, bisher ohne Erfolg. 1990 beantragte die völkerrechtlich anerkannte Republik Zypern die Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft, der 1997 offiziell zugestimmt wurde. Im März 1998 wurden die Beitrittsverhandlungen begonnen. Der griechische Teil der Insel hatte die Trennung, die mit erheblichen wirtschaftlichen Einbrüchen für den Südteil verbunden gewesen war, gut kompensiert.
Im Dezember 2001 trafen sich nach vierjähriger Pause zum ersten Mal die Präsidenten der beiden Inselteile wieder im UN-Hauptquartier in der Pufferzone, die entlang der Grenzlinie verläuft und die von UNO-Blauhelmsoldaten bewacht wird. Die Aufnahme offizieller Verhandlungen über die Zukunft Zyperns wurde für das Jahr 2002 beschlossen.

für aktuelle Angaben siehe  Basisdaten    Chronik


Politisches System
Zypern ist de facto zweigeteilt in einen türkischen Norden („Türkische Republik von Nordzypern“) und einen griechisch-zypriotischen Süden („Republik Zypern“). Völkerrechtlich anerkannt ist die Republik Zypern, die Türkische Republik wird nur von der Türkei als legitimer Staat anerkannt.
Die Republik Zypern ist gemäß der Verfassung von 1960 eine Präsidaldemokratie. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident, der gleichzeitig Chef der Regierung ist (seit Februar 1993 Glafkos Klerides) und vom Volk gewählt wird. Der Staatspräsident ernennt die Minister. Gemäß der Verfassung muß der Vizepräsidenten von einem türkischstämmigen Zyprioten besetzt werden (das Amt ist zur Zeit nicht besetzt). Die Legislative liegt beim Parlament, die Amtszeit der insgesamt 56 Abgeordneten beträgt fünf Jahre. 24 der Sitze sind für Vertreter der türkischen Zyprer vorgesehen und derzeit nicht besetzt.

Seit Mitte der 70er Jahren wird in Nordzypern in der Türkischen Republik eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament (50 Sitze) gewählt. Die Amtszeit des vom Volk gewählten Präsidenten (seit Juni 1976 Rauf Denktasch) beträgt fünf Jahre.

Zypern ist in sechs Distrikte gegliedert, von denen sich zwei im türkischen Norden, vier im griechischen Süden befinden.


Wirtschaft
Nach der Teilung der Insel 1974 kam ein Großteil der landwirtschaftlich wichtigen Regionen in der Messaria-Ebene unter türkische Herrschaft, ebenso die wichtigsten Industrieanlagen und der bedeutende Seehafen Famagusta. Doch die Wirtschaft der Republik Zypern konnte sich schnell stabilisieren und ist inzwischen dem Nordteil der Insel wirtschaftlich weit überlegen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung ist im Süden etwa dreimal so hoch wie das der Bevölkerung in der Türkischen Republik. Im Süden ist das Zypern-Pfund die gültige Währung, im Norden die türkische Lira.
Insgesamt sind rund 17% der Landesfläche landwirtschaftliche Nutzzone, diese muß weitgehend künstlich bewässert werden. Ein Großteil davon liegt in der Messaria-Ebene, die überwiegend zum türkischen Landesteil gehört. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Gerste, Oliven und Wein. Im Südteil der Insel sind rund 10% aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt, im Norden sind es um die 22%. Die Viehzucht ist bedeutend (Schafe, Ziegen, Schweine, Rinder, Esel).
An Bodenschätzen sind Vorkommen von Kupfer (die bereits in vorgeschichtlicher Zeit abgebaut wurden), Chrom, Pyrit, Asbest und Ton vorhanden. Die meisten der Lagerstätten sind inzwischen erschöpft, so daß dem Bergbau nur noch geringe Bedeutung zukommt. Die Industrie konzentriert sich auf die Verarbeitung von Lebensmitteln und Tabak und die Herstellung von Textilien, Bekleidung und pharmazeutischen Produkten.
Den größten Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) haben die Dienstleistungen mit etwa 65%. Allein der Tourismus erwirtschaftet über 20% des BIP. Der Fremdenverkehr erbrachte Ende der 90er Jahre jährliche Deviseneinnahmen in Höhe von rund 1,9 Milliarden US-Dollar. Der Süden Zyperns hat sich als bedeutendes Handelszentrum etabliert. Die Republik besitzt eine der größten Handelsflotten weltweit.
Die Republik Zypern exportiert vor allem Bekleidung, pharmazeutische Produkte, Kartoffeln und Zitrusfrüchte. Eingeführt werden vor allem Rohöl, Maschinen, Fahrzeuge und Nahrungs- und Genußmittel. Wichtigste Außenhandelspartner sind Großbritannien, Rußland, die USA und Griechenland.
Die Türkische Republik Nordzypern exportiert überwiegend Zitrusfrüchte, eingeführt werden vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Wichtigster Geldgeber und Handelspartner ist die Türkei.
Das Straßennetz umfaßt im südlichen Teil der Insel rund 10.600 km, davon sind etwa 6300 km befestigt. Die wichtigsten Häfen sind Larnaka und Limassol. Im nördlichen Landesteil stehen rund 2300 km Straße zur Verfügung, davon etwa 1400 km befestigt. Die bedeutendsten Häfen sind hier Famagusta und Kyrenia. Internationale Flughäfen gibt es in Larnaka und in Paphos.

 Quelle: Areion Weltalamanach

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