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Arabische Republik SyrienChronik Überblick Basisdaten
Ab 3500 v. Chr. In das bereits seit der Altsteinzeit dünn besiedelte Gebiet der heutigen Staaten Syrien und Libanon wandern, von der Arabischen Halbinsel bzw. aus Nordafrika (Ägypten) kommend, in aufeinanderfolgenden Wellen semitische Volksstämme ein (gemäß dem Alten Testament Nachfahren von Sem, dem ältesten Sohn Noahs). Ab 3000 v. Chr. Der Siedlungsraum der semitischen Kanaaniter, Amoriter, Hurriter und Aramäer wird als Landbrücke zwischen Afrika und Asien zum Streitobjekt zwischen den frühen Hochkulturen der Akkader von Mesopotamien (Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris; heute Irak) und der Ägypter, nicht zuletzt wegen der dichten Wälder im westlichen Libanon (bedeutet auf arabisch „Weißes Gebirge“) und im nördlichen Amanus, deren Holz Mesopotamien und Ägypten (beide waldlos) dringend benötigen. Trotzdem oder gerade deshalb können sich im Gebiet des heutigen Syrien rasch hochzivilisierte Stadtstaaten entwickeln, wie etwa Ugarit (in der Nähe der heutigen Hafenstadt Latakia in Nordwestsyrien), Aleppo (Nordsyrien), Mari am Euphrat (nahe des heutigen Abu Kamal an der Grenze zum Irak) oder die von arabischen Kaufleuten in einer Oase als Rastplatz für ihre Karawanen gegründete Wüstenstadt Tadmur (Zentralsyrien; später von den Römern „Palmyra“, „die Palmenreiche“, genannt). Ab 2000 v. Chr. Die Kaaniter (sie werden von den Griechen später aufgrund ihres Wissens zur Herstellung des hochbegehrten Farbstoffes „Purpurrot“ – griechisch „phoinos“ – aus dem Sekret einer Schnecke als Phönizier bezeichnet), inzwischen von den nachrückenden Völkern nach Westen abgedrängt, gründen entlang der vorderasiatischen Mittelmeerküste mehrere Stadtstaaten wie z.B. Byblos (heute Jubayl), Berytos (heute Beirut), Sidon (heute Sayda) oder Tyros (heute Sur) im heutigen Libanon. (In der Folgezeit entwickeln sich die Phönizier zu einem bedeutenden Seefahrervolk und errichten im gesamten Mittelmeerraum Handelskolonien [z.B. Karthago, Malaga, Palermo, Malta]. Ab 1500 v. Chr. Nach dem Niedergang des mesopotamischen Akkaderreiches beginnen die Ägypter und die aus Norden vordringenden Hethiter (Hauptstadt ihres Reiches ist Hattuša, etwa 150 Kilometer nordöstlich der heutigen türkischen Hauptstadt Ankara) ihren jahrhundertelangen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft in den Gebieten der heutigen Staaten Syrien, Libanon, Palästina, Jordanien und Irak. Dem Hethiterkönig Muwatallis gelingt 1285 im syrischen Kadesch (am Fluß Orontes) ein Sieg über den ägyptischen Pharao Ramses II., der sich letztendlich aber mit dessen Nachfolger, Hattušili III., auf eine Teilung der Region einigt. Bis etwa 1220 hält sich die Macht der Hethiter im Norden und der Ägypter im Süden in etwa die Waage. Danach setzt der Verfall der beiden Großreiche ein, und die mesopotamischen Assyrer steigen allmählich zur führenden Macht Vorderasiens auf. Um 840 v. Chr. Die Assyrer, nach jahrhundertelangen blutigen Kriegen inzwischen von Mesopotamien bis zum Mittelmeer vorgedrungen, unterwerfen das Königreich Israel in Palästina und verpflichten es zu hohen Tributzahlungen. 732 v. Chr. Die Assyrer erobern und verwüsten das um 2500 von den Aramäern gegründete Königreich Damaskus. 722 v. Chr. Das Königreich Israel wird von den Assyrern besetzt (König Hosea wollte den Tributzahlungen nicht mehr nachkommen und hatte Verhandlungen mit Ägypten aufgenommen), die ansässige Bevölkerung größtenteils nach Syrien und Mesopotamien verschleppt und durch Assyrer ersetzt. Der Versuch, Jerusalem, die Hauptstadt des südlichen Königreichs Judäa, einzunehmen, gelingt jedoch nicht. Um 669 v. Chr. Die Assyrer erobern Ägypten, werden jedoch von Psammetich I. schon 663 v. Chr. wieder vertrieben und bis in ihr ursprüngliches Machtzentrum in Mesopotamien zurückgedrängt, wo sie schließlich 612 v. Chr. von den verbündeten Medern und Babyloniern endgültig unterworfen werden. Damit geraten die Gebiete der heutigen Staaten Syrien, Libanon, Israel und Jordanien wieder unter ägyptischen Einfluß. Ab 605 v. Chr. Der Babylonier Nebukadnezar II. vertreibt die Ägypter aus Syrien und Palästina, erobert und verwüstet 587 Jerusalem und verschleppt die gesamte jüdische Oberschicht (rund 40.000) als Sklaven nach Babylon (Babylonische Gefangenschaft – bis 539). 573 v. Chr. Die Babylonier erobern und verwüsten das unabhängige Königreich Tyros an der Mittelmeerküste (das heutige libanesische Sur). 539 v. Chr. Der persische Achämenidenkönig Kyros II. – er hat inzwischen sowohl die Meder als auch die über Anatolien (Türkei) herrschenden Lyder unterworfen – erobert Babylonien, Syrien und Palästina, die fortan Satrapien (Provinzen) des Perserreiches sind. Die Juden entläßt er aus ihrer babylonischen Gefangenschaft, erlaubt ihnen die Rückkehr nach Palästina und gibt ihnen sogar einen Großteil der einst von Nebukadnezar II. aus dem Jerusalemer Tempel geraubten Gold- und Silberschätze zurück. Sein Ziel, die Unterwerfung Ägyptens, kann er vor seinem Tod im Jahre 528 allerdings nicht mehr verwirklichen. Dies gelingt erst seinem Nachfolger, Kambyses II., im Jahre 525 v. Chr. Ab 336 v. Chr. Nachdem der Makedonier Philipp II. inzwischen ganz Griechenland unter seine Kontrolle gebracht hat, erobert nun sein Sohn Alexander in raschem Siegeszug Anatolien und bis 323 fast das gesamte restliche Perserreich (Syrien, Palästina und Mesopotamien 331). Ab 323 v. Chr. Nach dem plötzlichen Tod Alexanders des Großen (er stirbt im Alter von erst 33 Jahren am 13. Juni in Babylon am Fleckfieber) werden die von ihm eroberten Gebiete zum Streitobjekt zwischen seinen Feldherren, den „Diadochen“ (griechisch „Nachfolger“). Die bedeutendsten von ihnen sind Ptolemaios und Seleukos, die sich (zeitweise) verbünden und so die übrigen „Kandidaten“ nach und nach ausschalten. Während Ptolemaios die Verwaltung Ägyptens, Palästinas und des südlichen Syrien übernimmt, sich im Jahre 305 als Ptolemaios I. Soter (griechisch „Retter“) zum König von Ägypten macht und sein Reich u.a. 294 um die Insel Zypern erweitert, übernimmt Seleukos die Macht in Mesopotamien, von wo aus er, zusammen mit seinem Sohn Antiochos, zunächst die persischen Ostgebiete und schließlich das restliche Vorderasien einschließlich Anatoliens und der Kaukasusregion unter seine Kontrolle bringt. Er gründet insgesamt über 70 Städte, u.a. im Jahre 301 in Nordwestsyrien als Seleukos I. Nikator (griechisch „Sieger“) die Stadt Antiochia (heute Antakya in der Türkei), die von seinen Nachfolgern zur Hauptstadt des mächtigen Seleukidenreiches gemacht wird. Ab 250 v. Chr. Das Seleukidenreich zerfällt aufgrund interner Dynastiekämpfe allmählich wieder in mehrere Einzelstaaten. Um 200 v. Chr. Nachdem der von einem iranischen Reitervolk (Skythen) abstammende Arsakes um 250 in Parthien (im Nordosten des heutigen Iran) die griechisch-orientierte Arsakidendynastie gegründet hat, können seine Nachfolger ihre Macht nun bis zum Indus im Osten bzw. zum Euphrat im Westen ausdehnen und übernehmen vor allem die Kontrolle über die wichtigen Ost-West-Handelsrouten (Seidenstraße). 198 v. Chr. Der Seleukidenkönig Antiochos III. – er kann das Seleukidenreich für kurze Zeit in fast dem Umfang wieder herstellen, den es unter Seleukos I. gehabt hat – unterwirft das bisher von den Ägyptern kontrollierte südliche Syrien und Palästina. 187 v. Chr. Der Seleukidenkönig Antiochos III. verliert die Nordprovinzen seines Reiches an die Römer. Ab 130 v. Chr. Die Parther liefern sich mit den von Anatolien vorrückenden Römern blutige Kriege um die Vorherrschaft in Vorderasien. 92 v. Chr. Parther und Römer einigen sich auf den Euphrat als Reichsgrenze. Doch bis Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. unternehmen die Parther immer wieder Eroberungszüge in die römischen Provinzen im Westen bzw. Nordwesten und dringen dabei sogar bis nach Palästina und West-Anatolien vor. 65. v. Chr. Nachdem die Römer, inzwischen Herren über ganz Anatolien und Armenien, bereits im Jahr zuvor Palästina (einschließlich Jerusalem) unterworfen haben, bringen sie nun auch ganz Syrien unter ihre Kontrolle und erklären es zur Provinz Syria, die in den folgenden Jahrhunderten nach Ägypten zur reichsten römischen Provinz aufsteigt und eine kulturelle Blüte erlebt, allerdings weiterhin Spielball zwischen Parthern und Römern bleibt. 64 n. Chr. Mit der Hinrichtung von Petrus und Paulus und zahlreichen weiteren Christen im Auftrag von Kaiser Nero in Rom beginnt die Christenverfolgung, die sich allerdings in den römischen Provinzen Vorderasiens (zunächst) in Grenzen hält. Ab 226 n. Chr. Der letzte Partherkönig Artaban IV. wird von Ardaschir, Abkömmling eines seit Anfang des Jahrhunderts aufstrebenden persischen Kleinfürstentums nahe Persepolis, besiegt und getötet. Ardaschir läßt sich in der Parther-Hauptstadt Ktesiphon (heute Ruinenstätte südwestlich von Bagdad) zum König der Sassanidendynastie krönen und errichtet innerhalb weniger Jahre, zusammen mit seinem Mitregenten und Nachfolger Schapur I., ein zweites persisches Großreich, das bald zur größten außenpolitischen Bedrohung für das Römische Reich wird. Nach zahlreichen Schlachten verlieren die Römer Armenien an die Sassaniden. Im südlichen Vorderasien können die Römer ihre Vorherrschaft jedoch auf West-Mesopotamien ausdehnen. 267 Odaenatus, Herrscher des autonomen Wüstenstaates Palmyra, der im Auftrag des römischen Kaisers die Perser aus Syrien vertrieben hatte, wird von einem Mitglied seiner Leibgarde ermordet. Seine Gemahlin Zenobia übernimmt die Regentschaft. Ihre Truppen verteidigen die Ostgrenzen gegen die Perser, erweitern die Grenzen der Provinz Arabia (heute Jordanien bzw. Saudi-Arabien), schlagen Aufstände in Ägypten nieder und dringen bis nach West-Anatolien vor, um dort die einfallenden Goten zurückzuschlagen. 272 begeht Zenobia allerdings den Fehler, die von ihren Soldaten beherrschten Gebiete als palmyrisches Staatsterritorium zu bezeichnen, ihrem Sohn Wahballat den Titel „Augustus“ (Kaiser) zu verleihen und sich selbst „Augusta“ zu nennen – ein Affront gegen den römischen Kaiser Aurelian, der nun gegen das zu mächtig werdende Palmyra vorrückt, es nach kurzer Belagerung einnimmt und verwüstet. Die überlebende Bevölkerung wird versklavt und Zenobia nach Rom deportiert (wo sie – will man den Überlieferungen Glauben schenken – einen Senator heiratet und als vornehme Patrizierin ihren Lebensabend verbringt.) Ab 17. Januar 395 Nach der Teilung des Römischen Reiches durch Kaiser Theodosius werden die römischen Provinzen Vorderasiens und Nordafrikas Teil des Oströmischen (Byzantinischen) Reiches und von Konstantinopel (Byzanz) aus verwaltet. Die Staatsgrundlagen sind römisches Recht und Verwaltung, griechische Kultur und Sprache sowie der christliche Glaube. 540 Die Perser dringen erneut nach Westen vor, nehmen u.a. das syrische Antiochia ein (und deportieren die Bevölkerung als Sklaven nach Persien. 532 Kaiser Justinian II. unterzeichnet mit dem Perserkönig Chosrau I. den „Ewigen Frieden“. 611 Der Perserkönig Chosrau II. besetzt Antiochia erneut und rückt mit seinen Truppen weiter nach Nordwesten bzw. Südwesten vor. 612/13 nimmt er die byzantinischen Provinzen Kappadokien und Kilikien ein und ein Jahr später auch einen Großteil Palästinas einschließlich Jerusalem. 622 Kaiser Heraklios vertreibt die Perser endgültig aus Anatolien und nach zahlreichen Schlachten bis 630 auch aus Syrien und Palästina. Ab 634 Nachdem die islamischen Araber unter Abu Bakr (nach dem Tode des Propheten Mohammed im Jahre 632 zu dessen Nachfolger [Chalifa] bestimmt) von Medina aus (heute Saudi-Arabien) bereits erste Feldzüge sowohl gegen die Perser als auch gegen das Byzantinische Reich unternommen haben, erobern sie nun unter dem zweiten Kalifen Omar I. (Umar ibn Abd al-Chattab) in ihrem „Jihad“ („Heiliger Krieg“/Dschihad) bis 637 ganz Syrien, Palästina und Mesopotamien, 642 Ägypten und bis zum Tod von Omar im Jahre 644 (er wird von einem Christen ermordet) nahezu das gesamte Perserreich. Politische Hauptstadt des Araberreiches ist zunächst Medina. Ab 661 Nach der Ermordung des dritten Kalifen Ali ibn Abi Talib durch einem fanatischen Charidjiten wird der bisherige Gouverneur von Syrien, Muawiya ibn Abi Sufyan, weltliches und geistliches Oberhaupt des Araberreiches. Er begründet die Omaijaden-Dynastie und macht das syrische Damaskus zur politischen Hauptstadt (bis 762). Zudem läßt er eine Flotte bauen und beginnt (nach erfolgloser Belagerung Konstantinopels) mit der Eroberung des westlichen Nordafrika. (Die Nachkommen Alis dringen bis Ende des 7. Jahrhunderts bis nach Marokko vor, das Anfang des 8. Jahrhunderts Ausgangsbasis für den islamischen Vorstoß nach Spanien ist.) (Der Islam ist aufgrund von Machtkämpfen innerhalb der großen arabischen Familien um das Kalifenamt inzwischen in drei Konfessionen gespalten; es gibt Charidjiten, Schiiten und Sunniten, die wiederum bald darauf in mehrere Sekten unterteilt werden. Der absolute Monotheismus – Verehrung eines einzigen Gottes [Allah] in bildlosem Kult auf der Grundlage des Koran [arabisch „Lesung“], dem in 114 Kapitel [Suren] unterteilten heiligen Buch, das die Offenbarungen des Propheten Mohammed enhält – ist jedoch allen Glaubensrichtungen des Islam gemein; Mekka, der Geburtsort des Propheten Mohammed, mit der siebentürmigen Großen Moschee und der bereits aus vorislamischer Zeit stammenden schwarzverhängten Kaaba mit dem in der Südostecke eingemeißelten Hadjar, dem heiligen Schwarzen Stein, ist für alle Moslems [= Unterwürfige] auch heute noch der Hauptwallfahrtsort bzw. das Hauptheiligtum; jeder Gläubige ist verpflichtet, wenigstens einmal im Leben eine Pilgerreise [Hadj] nach Mekka [und Medina] zu machen, sofern er körperlich und finanziell dazu in der Lage ist.) 750 Die sunnitisch-islamische Omaijaden-Dynastie wird von den ebenfalls sunnitischen Abbasiden gestürzt, die 762 das von ihnen gegründete Bagdad (heute Hauptstadt von Irak) zum Kalifensitz erheben. Die Christen in Syrien bilden ein eigenständiges Patriarchat, das sich „maronitisch“ nennt. Ab Ende 10. Jahrhundert Die in Ägypten herrschenden (schiitisch-)islamischen Fatimiden übernehmen die Macht in Syrien (und Palästina). Die Küsten- und Gebirgsregion des heutigen Libanon wird zum Rückzugsgebiet für verschiedene schiitisch-islamische Sekten (u.a. Karmaten, Ismailiten, Assassinen, Alauiten, Drusen) bzw. für die christlichen Maroniten. 1076 Die von Norden und Osten vorrückenden (sunnitisch-)islamischen türkischen Seldschuken erobern Syrien und Palästina. Ab 1098 Die im August 1096 (auf Wunsch von Papst Urban II.) aus Mitteleuropa aufgebrochenen christlichen Kreuzritterheere (Deutsche, Franzosen, Italiener) unterwerfen, nachdem sie (mit Hilfe der Byzantiner) unter größten Strapazen die Kleinasiatische Halbinsel durchquert haben, im Juni 1098 Antiochia und errichten dort ein Fürstentum. Ab Januar 1099 rücken sie mit dem Ziel, das „Heilige Land“ (Palästina) aus den Händen der islamischen (und jüdischen) „Ungläubigen“ zu befreien, nun in raschem Siegeszug entlang der Küste weiter nach Süden vor, wobei sie im Gebiet des heutigen Libanon Unterstützung bei den christlichen Maroniten finden. Bereits im Juli 1099 nehmen die Kreuzritter Jerusalem ein (ein Großteil der islamischen Bevölkerung wird niedergemetzelt) und errichten das christliche Königreich Jerusalem (erster „Beschützer des Heiligen Grabes“ ist Gottfried von Boullin). Innerhalb der nächsten Jahre können die wichtigsten Küstenstädte Palästinas und Syriens (mit Hilfe der italienischen Flotte) von den Christen erobert werden, wobei unzählige Juden und Moslems den Tod finden. Neben dem Fürstentum Antiochia entstehen noch die Grafschaften Edessa (1102; heute Urfa in der Südosttürkei) und Tripolis (1109; heute Libanon). Die Versuche, weiter nach Osten bzw. nach Ägypten vorzudringen, scheitern jedoch. Zum Schutz der Eroberungen bzw. als Stützpunkte für weitere Kriegszüge errichten die Ritterorden (Templer, Johanniter, Deutscher Orden) entlang der Küste bzw. entlang der Ostgrenzen eine Kette von gewaltigen Trutzburgen. Ab 1127 Imad al-Din Zangi, Emir von Mossul (heute Nord-Irak) und Aleppo (heute Nordwest-Syrien), beginnt seinen Kampf gegen die Kreuzfahrerstaaten. Ende 1144 gelingt ihm die Eroberung der Grafschaft Edessa. Anfang 1149 Der zweite, vom deutschen König Konrad III. und von König Ludwig VII. von Frankreich Mitte 1147 zur Rückeroberung von Edessa organisierte Kreuzzug scheitert. (Ein Großteil des Heeres wird bereits auf der Kleinasiatischen Halbinsel vernichtet, der Rest bei einem von Jerusalem aus gestarteten Feldzug gegen Damaskus.) Ab 1187 Sultan Salah ad-Din, der 1171 in Ägypten den fatimidischen Kalifen gestürzt und die (sunnitisch-)islamische Aijubiden-Dynastie gegründet hat, mobilisiert die arabische Welt zum Heiligen Krieg gegen die Kreuzfahrerstaaten. Seinen Truppen gelingt die Vertreibung der christlichen Kreuzritter sowohl aus Jerusalem als auch aus den meisten Städten entlang der palästinensischen und syrischen Mittelmeerküste. Lediglich das Fürstentum Antiochia sowie die Gebiete um Tripolis, Tyros und Tortosa bleiben christlich. Ab 1189 Während des dritten Kreuzzugs können die Kreuzfahrer sowohl die Insel Zypern als auch Akko(n) und weitere Küstenstädte zurückgewinnen. Da die Einnahme Jerusalems scheitert, wird Akko zur neuen Hauptstadt der Kreuzfahrer erklärt. 2. September 1192 Nach für beide Seiten verlustreichen Kämpfen schließen Richard Löwenherz von England und Sultan Salah ad-Din einen Waffenstillstand: Die „Franken“ behalten die Küste von Tyros bis Jaffa; Jerusalem sowie Bethlehem und Nazareth bleiben unter islamischer Herrschaft, die Christen haben jedoch Zugang zu den heiligen Stätten. 18. März 1229 Nach geschicktem Verhandeln mit dem Sultan von Ägypten, Malik al-Kamil, gelingt es dem exkommunizierten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Friedrich II., u.a. Jerusalem, Bethlehem und Nazareth für die Christen zurückzuerlangen. Er läßt sich in Jerusalem zum König ernennen, kehrt dem Land jedoch noch im selben Jahr den Rücken und läßt es in einem politischen Chaos zurück. 23. August 1244 Jerusalem geht endgültig an die Moslems verloren (und kann auch in den folgenden, zumeist von Ägypten aus gestarteten Kreuzzügen nicht mehr zurückerobert werden.) Ab 1258 Die Mongolen erobern unter Möngkä und Hülagü (Enkel Dschingis-Khans) bis 1260 nahezu ganz Vorderasien (u.a. Zerstörung von Damaskus), werden jedoch von den in Ägypten an die Macht gelangten (türkisch-stämmigen) Mamluken aus Palästina und Syrien vertrieben, die nun ihrerseits wieder die Oberherrschaft übernehmen und den Kampf gegen die christlichen Kreuzfahrerstaaten wieder aufnehmen. Ab 1268 Der Mamluken-Sultan Baybars I. erobert das christliche Fürstentum Antiochia sowie mehrere weitere Bollwerke der Kreuzfahrer (u.a. Jaffa) und nach zahlreichen Schlachten innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte auch fast alle übrigen Besitzungen der „Franken“. Nach der Einnahme von Akkon im Jahre 1291 geben sich die Kreuzfahrer endgültig geschlagen und räumen die noch verbliebenen Stützpunkte in Palästina und Syrien kampflos (und ziehen sich auf die Insel Zypern zurück). 1400 Unter der Führung von Timur-Leng fallen die Mongolen erneut in Vorderasien ein und richten verheerende Verwüstungen an, werden jedoch von den Mamluken bereits 1401 endgültig aus Syrien und Palästina verjagt. Ab 1516 Syrien und Palästina (und wenig später auch Ägpyten und weitere Staaten in Nordafrika sowie große Teile der Arabischen Halbinsel) werden von Sultan Selim I., der kurz zuvor die Perser aus Mesopotamien vertrieben hat, dem Osmanischen Großreich einverleibt, dessen Hauptstadt das inzwischen in Istanbul umbenannte Konstantinopel ist. Die nachfolgenden türkischen (osmanischen) Sultane beanspruchen auch den Kalifentitel, d.h. sie sind nicht nur weltliches, sondern auch geistliches Oberhaupt der (sunnitischen) Moslems (bis 1924). Zur Verwaltung der osmanischen Provinzen Vorderasiens und Nordafrikas werden (z.T. einheimische arabische) Statthalter eingesetzt, die weitgehend selbständig herrschen und ab dem 17. Jahrhundert immer wieder Aufstände gegen die Zentralregierung („Hohe Pforte“) in Istanbul anzetteln. 1614 Der Emir des bisher weitgehend autonomen Libanon, Fakhr al-Din, flüchtet im Krieg mit den Osmanen an den Hof der Medici in Florenz, wird jedoch 1633 von den Osmanen gefangengenommen und 1635 hingerichtet. Ab 1831 Der Statthalter der Osmanen in Ägypten, Ibrahim Pascha, besetzt (mit Hilfe Frankreichs) die Gebiete der heutigen Staaten Israel, Jordanien, Syrien und Libanon sowie einen Teil des heutigen Saudi-Arabien und rückt weiter nach Anatolien vor, muß sich allerdings auf Druck einer derzeit mit Istanbul verbündeten europäischen Allianz (Großbritannien, Rußland, Österreich, Preußen) im Jahre 1840 wieder nach Ägypten zurückziehen, nachdem ihn die zu diesem Zeitpunkt mit der Unterwerfung Algeriens beschäftigten Franzosen im Stich gelassen hatten. Weitere Unabhängigkeitsbewegungen der arabischen Nationalisten werden von den osmanischen Truppen sofort im Keim erstickt. 1841 Der 1840 begonnene Aufstand des Emir Bachir III. im weitgehend autonomen Fürstentum Libanon gegen die Oberhoheit der Türken wird von den osmanischen Truppen blutig niedergeschlagen. Ab 1858 Im Gebiet des heutigen Libanon kommt es zu schweren Zusammenstößen zwischen den überwiegend im Süden angesiedelten fanatischen islamischen Drusen und der (nach Süden vordringenden) z.T. mit Rom verbündeten christlichen Bevölkerung (Maroniten und Griechisch-Katholische, aber auch Griechisch-Orthodoxe), die 1860 in Massakern an Zigtausenden Christen gipfeln. Daraufhin greift Frankreich militärisch ein und erzwingt vom osmanischen Sultan Abd ül-Aziz für die Region westlich des Libanon-Gebirges (ohne die Küstenstädte Beirut, Saida und Tripolis) die Einrichtung des autonomen Regierungsbezirks (Sandjak) „Mont Liban“ unter einem vom Sultan ernannten (und von Frankreich genehmigten) christlichen Gouverneur, dem ein zwölfköpfiger Verwaltungsrat zur Seite steht. Dieser muß aus vier maronitischen, drei drusischen, zwei griechisch-orthodoxen, einem griechisch-katholischen, einem sunnitischen und einem schiitischen Mitglied bestehen. Somit stehen also sieben Christen fünf Moslems gegenüber. Im Laufe der Jahre entwickeln sich jedoch die Maroniten allmählich zur wirtschaftlich und politisch dominierenden Bevölkerungsgruppe in Libanon. Ab 1916 Die arabischen Nationalisten in Vorderasien kämpfen an der Seite der Alliierten gegen die mit Deutschland verbündeten Osmanen, nachdem ihnen Großbritannien für ihre Hilfe die Bildung eines souveränen arabischen „Großsyrien“ nach Kriegsende zugesagt hat. Dadurch gelingt den Briten bis Mitte 1918 schließlich der Sieg über die türkisch-deutschen Truppen in den Gebieten der heutigen Staaten Irak, (Nordwest-)Saudi-Arabien, Israel und Jordanien, während Frankreich die Kontrolle über Syrien und Libanon sowie über Südostanatolien übernimmt. Ende Oktober kapitulieren die Osmanen und verzichten mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags u.a. auf alle imperialen Gebiete in Vorderasien außerhalb der Kleinasiatischen Halbinsel, über deren Aufteilung sich Frankreich und Großbritannien längst hinter dem Rücken der Araber in geheimen mehr oder weniger geeinigt haben: u.a. ist für Palästina die Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Teil vorgesehen, das überwiegend von Christen besiedelte Libanon soll von Syrien abgespalten werden, und in Mesopotamien soll ein souveräner Staat errichtet werden. Januar 1919 Der Sohn des Haschemiten-Königs Hussein im Hejas (am Roten Meer; ab 1932 saudi-arabisches Staatsgebiet), Faisal Ibn Hussein (er hatte während des Krieges zusammen mit seinem Freund, dem britischen Archäologen und Agenten Lawrence, den Aufstand der Araber gegen die Türken angeführt und will nun König eines unabhängigen Araberreiches im Nahen Osten werden), unterzeichnet mit dem für die jüdischen Belange zuständigen Dr. Chaim Weizmann in Paris ein Friedensabkommen, das eine enge Zusammenarbeit bei der Gründung eines arabischen und eines jüdischen Staates vorsieht. 7. März 1920 Nachdem es in Syrien aufgrund der Teilungspläne der alliierten Siegermächte zu schweren Unruhen gekommen war, erklärt der im Juli 1919 in Damaskus gewählte „Syrische Kongreß“ die Unabhängigkeit ganz Syriens (einschließlich Libanon und Palästina, jedoch ohne den Hejas) und ernennt Faisal Ibn Hussein zum Oberhaupt des „Vereinigten Königreiches Syrien“. April 1920 Die alliierten Siegermächte einigen sich über die Aufteilung der arabischen Provinzen des Osmanischen Reiches: Frankreich erhält das Mandat über Syrien einschließlich Libanon und Großbritannien über Mesopotamien. Palästina wird Mandat des Völkerbundes, der es wiederum an Großbritannien weitergibt. Daraufhin verstärkt Frankreich seine Truppenpräsenz in Syrien um ein Vielfaches, setzt König Faisal Ibn Hussein kurz darauf mit Waffengewalt ab und verweist ihn des Landes. (Er wird im August 1921 von den Briten zum König des neugegründeten Staates Irak [Mesopotamien] ernannt). September 1920 Frankreich teilt sein Mandatsgebiet in Verwaltungsdistrikte auf: Syrien, den auf die heutige Größe erweiterten „Grand Liban“, Jabal Drus (Drusen-Staat) und Jabal Latakia (Alawiten-Staat). Ab 1921 Im gesamten Mandatsgebiet kommt es immer wieder zu Unruhen gegen die französische Mandatsherrschaft: Die Nationalisten Syriens fordern einen unabhängigen Staat unter Einschluß der Libanon zugeschlagenen Gebiete sowie der abgetrennten Distrikte Jabal Drus und Jabal Latakia, und in Libanon streben die Christen einen unabhängigen Staat an, während die Moslems den Anschluß an Syrien fordern. Ab 1925 Eine im Distrikt Jabal Drus begonnene Rebellion der Drusen gegen die französische Mandatsherrschaft greift allmählich auf ganz Syrien und Süd-Libanon über. Frankreich schlägt den Aufstand 1926 brutal nieder, erklärt sich jedoch bereit, mehr Selbstverwaltung zu gewähren. Libanon in seinen heutigen Staatsgrenzen erhält eine Verfassung und wird als eigenständige parlamentarische Republik von Syrien abgetrennt, bleibt jedoch weiterhin französisches Mandatsgebiet. Auch in Syrien wird 1928 eine Verfassung proklamiert, die jedoch von Frankreich 1932 ebenso außer Kraft gesetzt wird wie das Grundgesetz Libanons. September 1936 Nach jahrelangen zähen Verhandlungen wird im Französisch-Syrischen und im Französisch-Libanesischen Vertrag beiden Ländern die Unabhängigkeit innerhalb von drei Jahren zugesagt, wobei die Distrikte Jabal Drus und Jabal Latakia zum syrischen Staatsgebiet gehören sollen. Dezember 1938 Da die Entlassung Libanons und Syriens in die Unabhängigkeit mit dem Abzug der französischen Truppen aus der Region verbunden wäre, lehnt die französische Nationalversammlung in Paris aufgrund der ständig steigenden Wahrscheinlichkeit eines zweiten Weltkriegs die Ratifizierung der 1936 abgeschlossenen Verträge ab. Juni 1939 Frankreich beugt sich den Forderungen Ankaras, und tritt den bisher zu Syrien gehörenden Bezirk Alexandrette (heute Iskenderun) in Südostanatolien an die Türkei ab. Mit diesem „Geschenk“ will man die Türken davon abhalten, im gerade begonnenen Zweiten Weltkrieg ein Bündnis mit den Deutschen einzugehen. Dies führt in Syrien erneut zu Unruhen. 8. Juni 1941 Britische Truppen und Einheiten des „Freien Frankreich“ marschieren in Syrien und Libanon ein. General Catroux verspricht im Namen von Charles de Gaulles sowohl Syrien als auch Libanon die Unabhängigkeit. 27. September 1941 General Catroux proklamiert in Damaskus die Unabhängigkeit der Republik Syrien, die jedoch weiterhin unter französischer Verwaltung steht. August 1943 Nach Parlamentswahlen wird in Syrien eine nationale Regierung unter Shukri al-Quwatli als Staatspräsidenten gebildet, der nun auf die Herstellung der vollen Souveränität des Landes und den Abzug der französischen Truppen drängt. 1944 Auf Druck Großbritanniens und der USA verzichtet Frankreich auf eine Verlängerung des Mandats über Syrien und Libanon, zieht einen Teil seiner Truppen ab und übergibt Schritt für Schritt die Verwaltung seines ehemaligen Mandatsgebiets den jeweiligen nationalen Regierungen. 22. März 1945 Mit dem Ziel weitgehender wirtschaftlicher, politischer und militärischer Zusammarbeit gründen Ägypten, Irak, (Süd-)Jemen, (Trans)Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Syrien die „Arabische Liga“. Leitendes Organ ist der Rat der Liga mit ständigem Sitz in Kairo, dessen Beschlüsse für die Mitglieder jedoch nicht verbindlich sind. (Bis 1993 schließen sich noch Libyen [1953], Sudan [1956], Marokko [1958], Tunesien [1958], Kuwait [1961], Algerien [1962], Nordjemen [1967], die Vereinigten Arabischen Emirate [1971], Oman [1971], Bahrain [1971], Katar [1971], Mauretanien [1973], Somalia [1974], Palästina [seit 1976 durch die PLO vertretenes Vollmitglied], Dschibuti [1977]; Ägypten wird von 1979-89 wegen seines Friedensvertrages mit Israel suspendiert, und der Sitz der Liga wird bis 1990 nach Tunis verlegt). April 1946 Frankreich will den Abzug seiner restlichen Besatzungsarmee aus dem ehemaligen Mandatsgebiet von Verträgen, die ihm militärische und wirtschaftliche Sonderrechte einräumen, abhängig machen. Daraufhin kommt es in Syrien (und teilweise auch in Libanon) zu Unruhen. Erst die Intervention britischer Streitkräfte (von Palästina aus) bewegt Frankreich endgültig zum Abzug, womit Syrien und Libanon nach dem Rückzug der Briten am 17. April endgültig ihre volle Souveränität erlangen. 14. Mai 1948 Am Tag der Ausrufung des Staates Israel dringen Truppen Syriens, Libanons, Jordaniens, des Irak und Ägyptens in Israel ein, um den jungen Staat im Keim zu ersticken. Obwohl die Israeli nur über ein sehr kleines Waffenarsenal verfügen und hohe Verluste erleiden, können sie die Invasion abwehren und sogar zusätzliche Gebiete erobern (ganz Galiläa, einen Teil der Sinai-Halbinsel und West-Jerusalem). Die jordanischen Truppen hingegen besetzen den östlichen, nach dem Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 für einen arabischen Palästinenserstaat vorgesehenen Teil Palästinas („Westbank“) und die Altstadt von Jerusalem. Ägypten übernimmt die Kontrolle über den Gaza-Streifen an der Mittelmeerküste. Hunderttausende Juden fliehen aus den arabischen Ländern nach Israel. Gleichzeitig verlassen die meisten Araber Israel (nach unterschiedlichen Schätzungen bis 1952 zwischen 800.000 und 1.000.000) und fliehen in den von Ägypten verwalteten Gaza-Streifen, in die „Westbank“ bzw. in die arabischen Nachbarstaaten, wo man die meisten von ihnen allerdings nicht eingliedert, sondern in hastig errichtete Auffanglager steckt und fortan als politische Waffe gegen Israel benutzt. 30. März 1949 Nach einer schweren innenpolitischen Krise, u.a. ausgelöst durch unterschiedliche Interessen der zahlreichen ethnischen und religiösen Minderheiten sowie krasse soziale Gegensätze (wenige reiche Baumwollplantagen- und Textilfabriken-Besitzer sowie eine relativ wohlhabende städtische Bevölkerung stehen der armen Landbevölkerung gegenüber) sowie durch die Rivalität zwischen Anhängern der legalen Kommunistischen Partei und der zwar bereits 1943 gegründeten, jedoch noch nicht offiziell zugelassenen arabisch-sozialistischen Baath-(Wiedergeburts-)Partei, kommt es in Syrien zum Staatsstreich des Militärs. Oberst Husni Zaim löst das Parlament auf und errichtet eine Militärregierung. 13. August 1949 Nach einem weiteren Staatsstreich, bei dem Husni Zaim ums Leben kommt, übernimmt Oberst Sami Hinnawi die Macht in Syrien. Dezember 1951 Durch einen erneuten Putsch gelangt Oberst Adib Chichakly in Syrien an die Macht. April 1952 Oberst Adib Chichakly löst alle politischen Parteien auf. Mitte 1953 Syrien ist der erste arabische Staat, der Gesetze zur Polygamie erläßt: Ein moslemischer Ehemann muß, wenn er eine zusätzliche Hochzeit wünscht, bei Gericht eine Genehmigung einholen. Grundbedingung: der Nachweis für die finanziellen Mittel zum Unterhalt der Zweitfrau. Auch für eine Scheidung, bei der sich das traditionelle islamische Recht männlicherseits mit dem dreimaligen Aussprechen der Formel „Ich verstoße dich!“ begnügt, müssen sich Syrer eine behördliche Bewilligung besorgen. August 1953 Nach Ausrufung einer neuen Verfassung übernimmt Oberst Adib Chichakly offiziell das Amt des syrischen Staatspräsidenten. Obwohl er die politischen Parteien wieder zuläßt, regiert er das Land weiterhin in autokratischem Stil. Dezember 1953 Aufgrund der autokratischen Herrschaft von Präsident Adib Chichakly kommt es in ganz Syrien zu Demonstrationen und Unruhen, die letztendlich im Februar 1954 zum Sturz Chichaklys durch das Militär enden. (Chichakly gelingt die Flucht nach Brasilien, wo er 1964 einem Attentat zum Opfer fällt.) September 1954 Nach Parlamentswahlen werden in Syrien die Verfassung von 1950 und das parlamentarische System wieder eingeführt. August 1955 Ex-Präsident Shukri Al-Quwatli (1943-49), Verfechter einer pro-ägyptischen Politik, wird erneut zum syrischen Staatspräsidenten gewählt. 20. Oktober 1955 Syrien und Ägypten unterzeichnen ein Abkommen über die Schaffung eines gemeinsamen militärischen Oberkommandos für den Fall eines erneuten Krieges mit Israel. Oktober 1956 Obwohl Syrien unter den arabischen Staaten einen der erbittertsten Israel-Gegner darstellt, die entstehenden Guerillaorganisationen in den Araber-Flüchtlingslagern sowohl in Libanon als auch in Jordanien massiv unterstützt und auf syrischem Boden die Ausbildung der Fedaijin (gegen Israel operierende Selbstmordkommandos) übernimmt, beteiligt es sich, wohl aus Furcht vor dem Übergriff der Israeli auf syrisches Gebiet, nicht direkt am ägyptisch-israelischen Krieg um den Suezkanal bzw. die Sinaihalbinsel und den Gazastreifen. 1. Februar 1958 Ägypten und Syrien fusionieren zur „Vereinigten Arabischen Republik“ (VAR). 21. Februar 1958 Ägyptens Staatsoberhaupt Gamal Abd el-Nasser wird Präsident der VAR. 1. März 1958 Der Nordjemen schließt sich der VAR in lockerer Föderation an. Oktober 1958 In Kairo wird eine gemeinsame Regierung der VAR gebildet. Obwohl die Regionalregierungen weiterhin bestehen, werden die eigentlichen Entscheidungen von Gamal Abd el-Nasser getroffen. August 1961 Nach Auflösung der Regionalregierungen verliert Syrien immer mehr an Einfluß innerhalb der VAR. Nachdem sich Ägypten zunehmend auch in wirtschaftliche Belange einmischt und u.a. die Teil-Verstaatlichung von Großgrundbesitz und der Textilfabriken durchsetzt, kommt es in ganz Syrien zu Unruhen. 28. September 1961 Das Militär übernimmt (mit Unterstützung der von den Verstaatlichungen betroffenen Wirtschaftskreise) erneut die Macht in Syrien und erklärt die Union mit Ägypten für beendet. 30. September 1961 Die Abspaltung Syriens von der VAR wird mit der Ausrufung der „Arabischen Republik Syrien“ besiegelt. 1. Dezember 1961 Nach Verabschiedung einer provisorischen Verfassung finden in Syrien demokratische Parlamentswahlen statt, die wieder zur Errichtung einer zivilen Regierung führen. Neuer Staatspräsident wird Nazim al-Kudsi. März 1962 Das Militär putscht erneut, verzichtet jedoch wenig später auf eine Machtübernahme, nachdem der Großteil der Bevölkerung auf die Straße geht und für die Beibehaltung der 1961 gewählten Zivilregierung demonstriert. 8. März 1963 Die sozialistische Baath-Partei stürzt mit Hilfe von Offizieren die amtierende Regierung und bildet den „Nationalen Rat des Revolutionskommandos“. Al-Bitar wird als Ministerpräsident eingesetzt. Innerhalb der Partei kommt es jedoch nach dem Beschluß, eine neue Union mit Ägypten und Irak einzugehen, zu Zwistigkeiten zwischen pro-ägyptischen „Regionalisten“ und anti-ägyptischen „Nationalisten“ (überwiegend schiitische Alawiten und Drusen) und schließlich zur Spaltung der Partei in mehrere Flügel. Juli 1963 Nach einem fehlgeschlagenen Putsch pro-ägyptischer Kräfte gelangt der anti-ägyptische Flügel der Baath-Partei an die Macht in Syrien. General Amin Al-Hafiz (er ist Alawite) wird Vorsitzender des Nationalen Revolutionsrates. Er läßt die Streitkräfte von „nasseristischen Elementen“ säubern, alle Großgrundbesitzer und Textilfabrikanten enteignen und verstaatlicht auch die Banken. 25. April 1964 Eine provisorische Verfassung wird verabschiedet, die Syrien als eine demokratisch-sozialistische Republik ausweist. 14. Mai 1964 In Syrien wird ein Präsidentschaftsrat mit General Amin Al-Hafiz als Staatsoberhaupt gebildet. 23. Februar 1966 Die Gegensätze und Spannungen zwischen Regionalisten und Nationalisten führen zu einem erneuten Umsturz, bei dem der extrem radikale Flügel der Baath-Partei unter Führung von Nur Al-Din Al-Atassi die Macht in Syrien übernimmt. Er läßt fast alle Altbaathisten, denen nicht die Flucht ins Ausland gelang, liquidieren, treibt die sozialistische Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft weiter voran und arbeitet eng mit der UdSSR zusammen, mit deren Hilfe u.a. der Euphratstaudamm gebaut wird, wodurch es wiederum zu Zwistigkeiten mit Irak wegen der Nutzung des Euphratwassers kommt. Ende Mai 1967 Syrische (und jordanische) Streitkräfte unterstützen Ägypten bei der Besetzung der Sinai-Halbinsel. Bevor sie jedoch weiter gegen Israel vorrücken können, greifen die (vor allem von den USA unterstützten) Israeli am 5. Juni ihrerseits Ägypten, Jordanien und Syrien an und erobern in einem nur sechs Tage dauernden Blitzkrieg die syrischen Golanhöhen, den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel und das Westjordanland einschließlich der Altstadt von Jerusalem. November 1967 Aufgrund der anhaltenden Grenzkonflikte und Sabotageakte zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarstaaten fordert der UN-Sicherheitsrat eine Friedensregelung im Nahen Osten: Anerkennung aller Staaten in gesicherten Grenzen, Räumung von „besetzten Gebieten“. Ägypten, Jordanien und Israel akzeptieren, Syrien lehnt ab. Juli 1968 Nachdem es aufgrund der militärischen Niederlage gegen Israel in Syrien zu einer schweren innenpolitischen Krise gekommen war, arrangiert sich der radikale Baath-Flügel mit der Opposition und macht den Führer des gemäßigten Baath-Flügels, General Hafiz Al-Assad, zum Verteidigungsminister. März 1969 Der Führer der 1959 in Syrien ins Leben gerufenen Untergrundorganisation Al-Fatah (Bewegung zur Befreiung Palästinas), Yasir Arafat, wird zum Chef der 1964 im jordanischen Teil Jerusalems gegründeten PLO (Palestine Liberation Organization – Palästinensische Befreiungsorganisation) gewählt, die ihre Mitglieder vor allem aus den Araber-Flüchtlingslagern im Westjordanland rekrutiert und auf syrischem Boden ausbildet. Mitte September 1970 Der radikale Baath-Flügel entsendet Fedaijin-Verbände und Panzertruppen zur Unterstützung der unter Yasir Arafat gegen die Armee von König Hussein kämpfenden Palästinenser nach Jordanien (Hussein will die militärische Macht der PLO in Jordanien beenden). Die syrischen Streitkräfte werden jedoch auf Veranlassung der UdSSR kurz darauf wieder aus Jordanien abgezogen. 16. November 1970 General Hafiz Al-Assad – er hatte die Intervention in Jordanien nicht befürwortet – übernimmt nach einem unblutigen Staatsstreich die Macht in Syrien. Er läßt die radikalen Parteiführer verhaften bzw. des Landes verweisen. 12. März 1971 Per Referendum stimmt das Volk mit 99 Prozent der Wahl von General Hafiz Al-Assad (geboren 1928) zum syrischen Staatspräsidenten zu. In der Folgezeit bemüht sich dieser, die derzeitige Isolation Syriens in der arabischen Welt zu überwinden. Es gelingt ihm sowohl die Beziehungen zu Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und Jemen zu verbessern als auch die einseitige Anbindung an die UdSSR zu lockern, ohne auf deren Waffenlieferungen verzichten zu müssen. Auch im Lande leitet er eine gemäßigte Politik ein, die sich vor allem durch eine liberale Wirtschaftspolitik auszeichnet. Darüber hinaus ist Hafiz Al-Assad sehr um ein gutes Verhältinis zur islamischen Geistlichkeit bemüht. 17. April 1971 Die Staatsoberhäupter Libyens, Ägyptens und Syriens beschließen in Bengasi (Libyen) die „Föderation der Arabischen Republiken“, der sich später auch der Sudan anschließen soll. Praktische Auswirkungen auf die Politik der Mitgliedstaaten hat der Zusammenschluß jedoch kaum. (Aufgrund der Gegensätze zwischen dem libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi und dem ägyptischen Staatsoberhaupt Anwar As-Sadat scheitert die Föderation bereits Mitte 1973 wieder.) März 1972 Syrien und die UdSSR unterzeichnen ein neues Freundschaftsabkommen. Präsident Hafiz Al-Assad läßt neben der Baath-Partei auch andere Parteien offiziell zu und sorgt für die Bildung der „Progressiven Nationalen Front“ (PNF), der neben der Baath-Partei auch die „Syrische Arabische Sozialistische Union“, die „Organisation Sozialistischer Unionisten“, die „Bewegung der Arabischen Sozialisten“ sowie die „Kommunistische Syrische Partei“ angehören. 31. Januar 1973 Syrien erhält eine vom Volksrat ausgearbeitete und per Referendum angenommene (noch heute gültige) Verfassung: Syrien ist ein „demokratisch-sozialistischer Volksstaat“; der Islam ist nicht mehr Staatsreligion, jedoch „grundsätzliche Quelle der Gesetzgebung“; der für eine Amtszeit von sieben Jahren direkt gewählte Staatspräsident – er ist Inhaber der obersten Exekutivgewalt – muß Moslem sein. Die gesetzgebende Gewalt obliegt der sogenannten Volksversammlung, deren 250 Mitglieder (127 Sitze sind für Bauern und Arbeiter, 123 für Angehörige anderer Berufsgruppen reserviert) jeweils für vier Jahre gewählt werden. 6. Oktober 1973 Die arabischen Staaten greifen Israel am Jom-Kippur-Tag (jüdischer Versöhnungstag) erneut an (Ägypten überquert den Suezkanal, Syrien dringt auf die Golanhöhen vor), werden jedoch von den israelischen Truppen rasch wieder abgedrängt, die nun ihrerseits auf syrisches Gebiet und auf das West-Ufer des Suez-Kanals vorstoßen. Der für beide Seiten verlustreiche Krieg wird am 25. Oktober durch einen vom US-amerikanischen Außenminister Henry Kissinger organisierten Waffenstillstandsvertrag beendet. Syrien nimmt jedoch nicht an den Nahost-Friedenskonferenzen in Genf teil. März 1974 Syrien unterstützt nach dem Wiederaufflammen des Kurdenkrieges im Irak die Kurden, wodurch sich die ohnehin seit langem gespannten Beziehungen zwischen den beiden Staaten weiter verschlechtern. Mai 1974 Die inzwischen wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen Syrien und Israel werden eingestellt, und Israel zieht sich aus den im Oktober 1973 besetzten syrischen Gebieten zurück. 29. Oktober 1974 Die arabischen Staaten erkennen Yasir Arafat , den Führer der nun überwiegend aus Süd-Libanon operierenden PLO (Palästina-Befreiungsorganisation), als legitimen Vertreter der „palästinensischen Rechte“ an. Juni 1975 In einem Zwischenabkommen machen sowohl Israel als auch die arabischen Staaten (einschließlich Syrien) Zugeständnisse und verpflichten sich, den Waffenstillstand von 1973 einzuhalten. Juni 1976 Als Libanon im Bürgerkrieg zwischen Moslems und Christen im Chaos zu versinken droht, besetzen syrische Streitkräfte große Teile Libanons und verhindern zunächst eine Niederlage der Christen. Eine rund 30.000 Mann starke syrische Truppe verbleibt als „Ordnungsmacht“ der Arabischen Liga im Lande, die im weiteren Verlauf des Bürgerkriegs des öfteren die Fronten wechselt. Juli 1976 Aus Protest gegen die syrische Intervention in Libanon stoppt Irak den Ölfluß durch die Pipeline an die syrische Mittelmeerküste. Dadurch entsteht Syrien ein Schaden von mindestens 120 Millionen US-Dollar. Mitte 1977 Ägypten nimmt mit Israel Friedensverhandlungen auf. Dies führt zu erneuten Spannungen zwischen Ägypten und Syrien, das sich daraufhin wieder enger an die UdSSR anlehnt. November 1978 Abdallah Öcalan gründet in der Türkei die „Kommunistische Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK – Partiya Karkeren Kurdistan), die von der Regierung in Ankara jedoch sofort verboten wird. Daraufhin verlegt er sein Hauptquartier nach Syrien. (Das Ziel von Öcalan, der die PKK als Vertreterin aller Kurden ansieht und die übrigen Kurdenparteien mit Gewalt auszuschalten versucht, ist ein souveräner sozialistischer Kurdenstaat in der Südosttürkei, der auch Teile Syriens, des Irak und des Iran umfassen soll.) Ende 1978 Aufgrund der gemeinsamen Ablehnung des ägyptisch-israelischen Friedensabkommens kommt es zu einer Annäherung zwischen Syrien und Irak, und man beginnt mit Verhandlungen über eine mögliche Vereinigung beider Länder, die jedoch schon nach wenigen Monaten ergebnislos abgebrochen werden. 1980 Syrien ergreift nach Ausbruch des (bis 1988 dauernden) irakisch-iranischen Kriegs Partei für den nichtarabischen Iran gegen den arabischen Irak. Ein Freundschaftsvertrag mit der UdSSR bindet Syrien politisch und militärisch noch enger an die Sowjetunion. Dezember 1981 Israel erklärt die seit 1967 von ihm besetzten syrischen Golan-Höhen zu israelischem Staatsgebiet. Februar 1982 Ein Aufstand sunnitischer Moslems in der mittelsyrischen Stadt Hama gegen Präsident Hafiz Al-Assad wird vom Militär blutig niedergeschlagen (mindestens 30.000 Tote). 1983 Als Gegner des gemäßigten Palästinenser-Chefs Yasir Arafats betreibt Syrien die Spaltung des palästinensischen Dachverbandes der PLO. März 1984 Unter syrischem Druck annulliert die libanesische Regierung das israelisch-libanesische Normalisierungsabkommen. 1987 Nach dem Abzug der israelischen Truppen rücken syrische Truppen in der libanesischen Hauptstadt Beirut ein. Sie unterstützen die Schiiten-Organisation „Amal“, die sich monatelange Kämpfe mit der iranisch-orientierten „Hisbollah“ (Partei Gottes) liefert und zudem bereits seit 1985 eine Blockade gegen die Palästinenser-Flüchtlingslager in West-Beirut durchführt. Mahmud Zubi (Baath-Partei) wird syrischer Regierungschef. 1989 Syrien unterstützt in Libanon sowohl sunnitische als auch drusische Milizen in ihrem Kampf gegen den christlich-maronitischen General Michel Aoun. 1990 Durch die endgültige militärische Niederlage von General Michel Aoun wird Syrien die entscheidende Macht in Libanon. Dieser Tatbestand wird 1991 durch einen syrisch-libanesischen „Freundschafts- und Kooperationsvertrag“ untermauert. 17. Januar 1991 Syriens Staatspräsident Hafiz Al-Assad, inzwischen mit 99,98 Prozent ein weiteres Mal im Amt bestätigt, erkennt, daß er aus realpolitischen und ökönomischen Gründen nach dem Zerfall der Sowjetunion eine grundsätzlich neue außenpolitische Linie verfolgen muß, und beteiligt sich auf seiten einer multinationalen Streitmacht unter der Führung der USA bis 27. Februar 1991 an der Befreiung des Emirats Kuwait von der irakischen Besetzung. 1993 Obwohl die Ölförderung in Syrien gegenüber anderen arabischen Ländern nur gering ist, erbringt der Erdölexport 75 Prozent der gesamten Export-Einnahmen. Anfang 1994 Der syrische Staatspräsident Hafiz Al-Assad erklärt erstmals die Bereitschaft zum Frieden mit Israel, falls Israel die 1967 besetzten und 1981 annektierten Golan-Höhen zurückgibt. 21. Januar 1994 Hafiz Al-Assads ältester Sohn Basil, der jahrelang auf die Nachfolgeschaft im Präsidentenamt vorbereitet worden war, kommt bei einem Autonunfall ums Leben. Ende Oktober 1994 US-Präsident Bill Clinton hält sich zu einem offiziellen Staatsbesuch in Syrien auf. Die Gespräche mit Staatspräsident Hafiz Al-Assad bringen jedoch keine Fortschritte hinsichtlich einer Annäherung zwischen Syrien und Israel. (Von den einst rund 15.000 in Syrien lebenden Juden sind aufgrund von Diskriminierung inzwischen alle bis auf wenige hundert nach Israel übergesiedelt.) Januar 1995 Syriens Verteidigungsminister Mustafa Tlass und Israels Außenminister Shimon Peres treffen sich in Paris zu geheimen Friedensverhandlungen, die jedoch zu keinem konkreten Ergebnis führen. 3. August 1996 Der jordanische König Hussein II. trifft sich in Damaskus zu Gesprächen mit Staatspräsident Hafiz Al-Assad. Dies ist das erste Zusammentreffen der beiden Staatschefs seit dem Abschluß des (von Syrien heftig kritisierten) israelisch-jordanischen Friedensvertrags im Oktober 1994. 5. August 1996 Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigt bei einem Treffen im jordanischen Amman mit König Hussein II. den Friedenswillen Israels mit der gesamten arabischen Welt. Er wolle auch die Verhandlungen mit Syriens Präsident Hafiz Al-Assad wieder aufnehmen. 22. Februar 1997 Der syrische Präsident Hafiz Al-Assad erklärt bei einem Gespräch mit dem ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak in Damaskus, Syrien könne die im März 1996 beendeten Friedensgespräche mit Israel nicht wiederaufnehmen, da der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu zu keinerlei Zugeständnissen hinsichtlich des geplanten Siedlungsbaus im arabischen Ostjerusalem bereit sei und bisher kaum erkennen ließ, daß er wirklich Frieden wolle. Darüber hinaus verlange Syrien nach wie vor die Rückgabe der seit 1981 von Israel annektierten Golanhöhen, wo mittlerweile rund 10.000 Juden angesiedelt wurden. August 1997 Laut Angaben seriöser arabischer und israelischer Zeitungen wird Syriens Verteidigungsminister Mustafa Tlass im September in Moskau einen bereits ausgearbeiteten Kaufvertrag von russischen Waffen in Höhe von rund drei Milliarden US-Dollar unterzeichnen. Finanziert wird dieser Waffendeal zur Modernisierung der syrischen Streitkräfte vom Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten. (Obwohl mit über 23 Milliarden US-Dollar extrem hochverschuldet – mehr als ein Drittel der Exporterlöse müssen für die Rückzahlung von Krediten verwendet werden – gibt Syrien nach wie vor etwa die Hälfte seines jährlichen Staatsbudgets für sein Militär aus.) Der Irak und Syrien nehmen die 1980 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen wieder auf. 12. September 1997 US-Außenministerin Madeleine Albright wird in Damaskus von Staatspräsident Hafiz Al-Assad empfangen. Konkrete Ergebnisse hinsichtlich einer Wiederaufnahme der israelisch-syrischen Friedensverhandlungen werden jedoch nicht erzielt. (Auch die vorangegangenen Gespräche Albrights mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserchef Yasir Arafat endeten ohne konkrete Fortschritte im Nahost-Friedensprozeß.) 1998 Trotz starker Förderung der Industrie in den letzten Jahren ist der Agrarsektor nach wie vor die Basis der syrischen Wirtschaft. Überwiegend für den Eigenbedarf angebaut werden Getreide, Gemüse, Obst, Oliven und Zuckerrohr, während der größte Teil der Baumwolle für den Export bestimmt ist. In Zentral- und Ostsyrien, wo eine Kultivierung von Ackerland auch durch Bewässerung nicht zu erreichen ist, nimmt die Schafhaltung einen hohen Stellenwert ein. Wichtigste Zweige des industriellen Sektors sind Abbau und Förderung von Phosphat und Erdöl sowie deren Verarbeitung zu Düngemitteln bzw. Erdölproduken und die wachsende Zahl von Nahrungsmittel- und Textilfabriken. Auch der Fremdenverkehr hat sich mittlerweile mit jährlich etwa zwei Millionen ausländischen Gästen – die meisten kommen wegen der zahlreichen Zeugnisse einer mehrere tausend Jahre alten Geschichte – zu einer bedeutenden Deviseneinnahmequelle entwickelt. 17. Juli 1998 Irak und Syrien unterzeichnen einen Vertrag über die Wiedereröffnung einer Pipeline vom nordirakischen Erdölgebiet Kirkuk zum syrischen Hafen Banias sowie über den Bau einer neuen Erdölleitung. 22. Dezember 1998 Syriens Staatspräsident Hafiz Al-Assad äußert sich positiv über die tags zuvor vom israelischen Parlament getroffene Entscheidung, im Mai 1999 vorgezogene Neuwahlen durchzuführen, da er sich durch einen eventuellen Regierungswechsel in Israel die Wiederaufnahme der seit 1996 – zumindest offiziell – abgebrochenen syrisch-israelischen Friedensverhandlungen erhofft. 10. Februar 1999 Syriens Staatspräsident Hafiz Al-Assad wird, nachdem er im Parlament zum einzigen Kandidaten für das Referendum über das Amt des Staatsoberhauptes nominiert wurde, mit 99,9 Prozent für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. 8. Dezember 1999 Israel und Syrien einigen sich darauf, ihre Friedensgespräche nach fast vier Jahren Unterbrechung am 15. Dezember in Washington wieder aufzunehmen. Kernpunkt der Verhandlungen bleiben die von Israel 1967 besetzten und 1981 annektierten Golan-Höhen. Während Syrien auf der vollständigen Rückgabe besteht, will Israel zumindest einen Teil des bis zu 2.800 Meter hohen Bergmassivs Hermon im Norden des Gebiets behalten. Er ist nämlich nicht nur das einzige Skigebiet Israels, sondern wegen der dort aufgestellten Radaranlagen zur Überwachung der Region auch von enormer strategischer Bedeutung. 15. Dezember 1999 Wie geplant beginnen in Washington der israelische Regierungschef Ehud Barak und der syrische Außenminister Faruk el Scharaa nach fast vierjähriger Pause eine neue Runde von Friedensverhandlungen. 21. März 2000 In Anwesenheit des syrischen Vize-Präsidenten Muhammad Zuheir und Bernhard Servatius, dem Vorstandsvorsitzenden des Hermann-Gmeiner-Fonds Deutschland e.V. und Aufsichtsratsvorsitzenden des Axel Springer Verlags, wird außerhalb der nordsyrischen Stadt Aleppo ein SOS-Kinderdorf mit einem angegliederten Kindergarten eröffnet. Es handelt sich um die zweite dieser Einrichtungen in Syrien. 10. Juni 2000 Nach langer schwerer Krankheit stirbt Präsident Hafiz Al-Assad, der „Löwe von Damaskus“ im Alter von 69 Jahren in Damaskus an Herzversagen. Er wird am 13. Juni in seinem Heimatdorf Kardaha in Nordsyrien in einem Mausoleum beigesetzt, wo sein ältester Sohn Basil begraben ist, der 1994 bei einem Autounfall ums Leben kam. Bereits wenige Stunden nach dem Tod Assads wird sein 34jähriger Sohn Baschar offiziell als Nachfolger nominiert und zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte ernannt. Um dies zu ermöglichen, hat das Parlament die Verfassung geändert, und das Präsidenten-Mindestalter von 40 auf 34 Jahre gesenkt. 10. Juli 2000 Baschar el Assad wird durch ein Referendum mit 97,29 Prozent der Stimmen als neuer Präsident Syriens bestätigt und somit als 16. Präsident Syriens seit der Unabhängigkeit 1946 vereidigt. In seiner Antrittsrede verspricht er umfassende Wirtschafts- und Verwaltungsreformen sowie eine Verbesserung des Lebensstandards für die Bevölkerung. Eine Demokratie nach westlichem Vorbild lehnt Assad jedoch ebenso ab wie sein Vater. Er wünsche sich eine Verbesserung der Beziehungen mit den Nachbarstaaten Irak und Jordanien sowie einen dauerhaften Frieden mit Israel, werde jedoch wie sein Vater auf der vollständigen Rückgabe der 1967 von Israel besetzten Golanhöhen bestehen. 1. August 2000 Die Bahnverbindung zwischen dem syrischen Aleppo und dem irakischen Mossul wird nach fast zwei Jahrzehnten wieder eröffnet. Dies bedeutet einen ersten Schritt zur Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten. 28. September 2000 Syrien kritisiert die Entscheidung der Türkei, das nach Syrien fließende Wasser des Euphrat durch den Bau neuer Staudämme deutlich zu reduzieren, da die Türkei im Gegensatz zu Syrien sehr viel Wasser habe. Die Reduzierung habe Auswirkungen auf die Hälfte der syrischen Bevölkerunng, die das Euphrat-Wasser als Trinkwasser benutze. 15. November 2000 Auf Anordnung von Staatschef Baschar el Assad werden rund 600 politische Gefangene, darunter etwa 100 Libanesen, aus den syrischen Gefängnissen entlassen. 31. Dezember 2000 Syrien, das jährlich rund drei Milliarden US-Dollar für das Militär ausgibt, verfügt derzeit über 4.650 Panzer, 530 Raketenabschußrampen, 26 Kampf-Jets, 72 Kampfhubschrauber und 20 Kriegsschiffe sowie über 316.000 Soldaten (Heer: 215.000; Luftwaffe: 95.000; Marine 6.000), weitere 30.000 Soldaten in Libanon und etwa 500.000 Reservisten. 15. Januar 2001 Der syrische Schriftsteller Nabil Soleiman ruft den politischen Debattierclub „Gruppe für Demokratie und Einheit“ ins Leben. Von menschenrechtsverletzenden Repressionsmaßnahmen gegen die Gründung wird nichts bekannt. 1. Februar 2001 Mehrere unabhängige Parlamentarier, die wegen der extrem hohen Arbeitslosenquote (45% in städtischen Gegenden, 55% auf dem Land) seit längerem eine Teilprivatisierung der Wirtschaft und die Bekämpfung der Vetternwirtschaft in Syrien fordern, geben die Gründung eines „unabhängigen politischen Forums“ bekannt. 31. März 2001 Das Parlament in Damaskus verabschiedet einstimmig ein Gesetz über die teilweise Re-Privatisierung im Bankensektor, der 1963 verstaatlicht worden war. 16. April 2001 Israelische Kampfjets zerstören etwa 35 Kilometer östlich von Beirut eine syrische Radarstation in Libanon. Bei dem Überraschungsangriff der Israeli – der erste auf syrische Militäreinrichtungen in Libanon seit mehreren Jahren – kommen nach libanesischen Angaben drei syrische Soldaten ums Leben. Israel spricht von Vergeltung für einen Angriff der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz auf einen israelischen Panzer im Grenzgebiet zwei Tage zuvor, bei dem ein israelischer Soldat ums Leben kam. 6. Mai 2001 Zweite Station der 93. Auslandsreise von Papst Johannes Paul II. ist (nach Griechenland) Syrien, wo er in Damaskus von Staatspräsident Assad empfangen wird und als erstes Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche eine Moschee, die vor 1.300 Jahren von der Kalifendynastie der Omaijaden erbaute Große Moschee, besucht. Während einer Messe unter freiem Himmel in einem Fußballstadion von Damaskus ruft er rund 40.000 Gläubige zur Zusammenarbeit im Nahen Osten auf. (90 Prozent der syrischen Bevölkerung sind Moslems, nur etwa neun Prozent Christen, wovon wiederum die Hälfte der griechisch-orthodoxen Kirche angehören.) „In diesem heiligen Land sind Christen, Moslems und Juden aufgefordert, mit Vertrauen und Kühnheit zusammenzuarbeiten und ohne Verzögerung auf den Tag hinzuarbeiten, an dem die Rechte aller Völker respektiert werden und sie gemeinsam in Frieden leben können.“ 7. Mai 2001 Der seit 1992 inhaftierte Menschenrechtsaktivist Nisar Najuf wird auf freien Fuß gesetzt. 15. Juni 2001 Angesichts der zunehmenden Proteste in der libanesischen Bevölkerung gegen die Präsenz syrischer Truppen zieht Syrien rund 6.000 Soldaten aus der Hauptstadt Beirut ab und stationiert sie hinter der syrischen Grenze. 1. Juli 2001 In Damaskus wird eine unabhängige nationale Menschenrechtsorganisation gegründet. 3. Oktober 2001 Syrien, das die Terroranschläge in den USA vom 11. September verurteilt hatte, will sich an den internationalen Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus beteiligen. Wichtig sei es jedoch, sich mit den Wurzeln des Terrorismus auseinanderzusetzen, heißt es aus Damaskus. 3. März 2002 Zum Abschluß von Gesprächen zwischen der libanesischen Regierung und dem syrischen Präsidenten Baschar el Assad in Beirut – es war der erste Besuch eines syrischen Staatschefs in Libanon seit 27 Jahren – äußern sowohl Libanon als auch Syrien in einer gemeinsamen Erklärung Skepsis über einen kurz zuvor von Saudi-Arabien gemachten Vorschlag für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts und bestehen darauf, daß die in Libanon auf zwölf Lager verteilten rund 350.000 palästinensischen Flüchtlinge das Recht zur Rückkehr in ihre Heimat bekommen. 21. Mai 2002 Das US-Außenministerium veröffentlicht einen Bericht unter dem Titel „Paten des Terrors“, in dem neben 33 nichtstaatlichen Terrororganisationen sieben Staaten als aktive Unterstützer des Terrorismus angeprangert werden: Iran, Irak, Kuba, Libyen, Nordkorea, Syrien und Sudan. Als „aktivster“ Förderer wird Iran wegen der fortgesetzten Unterstützung exremistischer Palästinensergruppen hervorgehoben, obwohl das Land mit den Anschlägen vom 11. September in den USA nicht in Verbindung gebracht werden konnte und bei der politischen Neugestaltung in Afghanistan kooperierte. Als „Herbergsländer“ des Terrorismus werden in dem Bericht neben Syrien, Sudan und Libyen auch Jemen und Somalia aufgeführt. 4. Juni 2002 Nach einem Dammbruch am Orontes-Fluß im Norden Syriens sind mehrere Dörfer von einer mehrere Meter hohen Flutwelle überrollt worden. Nach offiziellen Angaben kamen in den Wassermassen zwei Dutzend Menschen ums Leben und Zigtausende wurden obdachlos. Die Bewohner werfen der Regierung Nachläßigkeit beim Bau und beim Unterhalt des 1996 errichteten Staudamms vor. Präsident Baschar el Assad sagt den Betroffenen eine Soforthilfe von 1.000 US-Dollar pro Person zu. 31. März 2003 Die syrische Führung weist neue Vorwürfe der USA energisch zurück, wonach Präsident Baschar el Assad angeblich den irakischen Präsidenten Saddam Hussein und mehrere Terrorgruppen aktiv unterstützt, auch wenn Syrien „dem irakischen Brudervolk“ den Sieg über die amerikanisch-britischen Streitkräfte wünscht, da es sich um einen „ungesetzlichen und unbegründeten Einmarsch“ handelt. Die USA hatten Syrien (und Iran) bereits zu Beginn des Irak-Feldzugs am 20. März nachdrücklich aufgefordert, sich nicht einzumischen, und hatten vor „weitreichenden Konsequenzen bei Zuwiderhandlung“ gewarnt. Inzwischen hat der Generalsekretär der Arabischen Liga, Imre Mussa, den Spieß jedoch umgedreht und die USA ineinem Interview mit dem britischen Sender BBC davor gewarnt, den Irak-Krieg in die Nachbarländer zu tragen. Dies würde im Nahen Osten zum Chaos führen, sagte er. 15. April 2003 Die USA verschärfen den Ton gegenüber Syrien und warnen Staatschef Baschar el Assad, den geflüchteten Führern des irakischen Regimes Unterschlupf zu gewähren. In Geheimdienstkreisen gilt Syrien als der wahrscheinlichste Zufluchtsort für Saddam Hussein, nachdem US-Truppen dessen Heimatstadt Tikrit eingenommen und dort keine Hinweise auf den Aufenthaltsort des entmachteten Diktators gefunden haben. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld schließt einen Militärschlag gegen Syrien, das seiner Meinung nach „jede Menge Giftgas besitzt“, nicht aus. In Washington werden derzeit Beweise dafür gesammelt, daß Syrien Terrorgruppen wie El-Kaida, Hamas, Hisbollah und Islamischer Dschihad unterstützt, und daß es Giftgas besitzt, darunter heimlich ins Land geschmuggelte C-Waffen aus Saddam Husseins Beständen, die US-Truppen bislang vergeblich im Irak suchten. Mit diesem Belastungsmaterial will Rumsfeld offenbar die amerikanische Öffentlichkeit auf einen weiteren Präventivschlag im Nahen Osten einstimmen. Der britische Premierminister Tony Blair, wichtigster Verbündeter von US-Präsident George W. Bush im Irak-Krieg, will derzeit zwar von einem Waffengang gegen Syrien nichts wissen, doch auch in London hat sich der Ton in den vergangenen Tagen verschäft. Blair versicherte dem Parlament, es sei kein Militäreinsatz geplant, fügte jedoch hinzu: „Es ist von entscheidender Bedeutung, daß Syrien weder Mitglieder von Saddams Regime beherbergt noch die Einfuhr irgendwelcher Materialien von Irak nach Syrien zuläßt.“ Syrien hatte sich trotz mehrmaliger Mahnung aus Washington geweigert, seine Grenze zum Nachbarn dicht zu machen und so den Fluchtweg für die Getreuen von Saddam Hussein zu versperren. Ungezügelt blieb auch der syrische Mufti, Scheich Achmed Kaftaru, der Anfang April zu Selbstmordanschlägen auf die amerikanischen und britischen Soldaten im Irak aufrief. 4. Oktober 2003 Eine 29 Jahre alte Palästinenserin sprengt sich in einem Strandlokal in Haifa in die Luft und reißt 19 Israeli mit in den Tod. Über 50 Menschen werden z.T. lebensgefährlich verletzt. Zu der Tat bekennt sich die radikal-islamische Palästinenserorganisation Dschihad. Als Vergeltung für den Anschlag fliegt die israelische Luftwaffe erstmals seit dem Jom-Kippur-Krieg von 1973 einen nächtlichen Angriff auf ein angebliches Ausbildungslager für Terroristen in Syrien zwischen Damaskus und der libanesisch-syrischen Grenze. Sowohl der Anschlag in Haifa als auch der Angriff auf das Lager in Syrien, den Israel mit dem Recht auf Selbstverteidigung rechtfertigt, werden international scharf verurteilt. Die arabischen Staaten stellen sich einhellig auf die Seite Syriens, das vom UN-Sicherheitsrat eine Resolution fordert, die Israel verurteilt und vor weiteren Angriffen warnt, und bekunden dem Land ihre Solidarität. Aber auch außerhalb der arabischen Welt wird der israelische Angriff scharf verurteilt, u.a. von China, Rußland, Deutschland, Großbritannien und Frankreich. US-Präsident George W. Bush hingegen bekräftigt das Recht Israels auf Selbstverteidigung. 12. Januar 2004 Eine erstmalige Einladung des israelischen Präsidenten Mosche Katzav an seinen syrischen Amtskollegen Baschar el-Assad, zu Gesprächen über eine Friedenslösung für die verfeindeten Staaten nach Jerusalem zu kommen, wird von diesem abgelehnt. Die israelische Regierung hatte zuvor zur Bedingung gemacht, daß Syrien die Unterstützung für anti-israelische Extremisten einstellen müsse. Im Dezember hatte Baschar el-Assad, der offenbar die Isolation aufbrechen will, in die Syrien im Zuge des Irak-Kriegs geraten ist, seine Bereitschaft angedeutet, den 1999 von seinem Vater abgebrochenen politischen Dialog mit Israel wieder aufnehmen zu wollen, und Anfang 2004 war er als erstes syrisches Staatsoberhaupt überhaupt nach Ankara gereist, um die Beziehungen zwischen Syrien und der Türkei zu verbessern. 8. März 2004 Am 41. Jahrestag des Putsches, mit dem die in Syrien regierende Baath-Partei an die Macht kam – seither gilt offiziell der Ausnahmezustand, wird in Damaskus eine Demonstration für politische Reformen von den Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst. 14. März 2004 In mehreren Städten Nordsyriens sind nach Behördenangaben bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und Sicherheitskräften innerhalb von zwei Tagen mindestens 19 Personen ums Leben gekommen und rund drei Dutzend verletzt worden. Die Gesellschaft für bedrohte Völker sowie kurdische Organisationen sprechen sogar von bis zu 70 Toten und über 100 Verletzten. Auslöser für die Ausschreitungen waren offenbar Zusammenstöße zwischen kurdischen und arabischen Fußballfans nach einem Spiel in Quamischli nahe der Grenze zur Türkei und zum Irak. Kurden stellen nach syrischen Angaben knapp zehn Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes. Sie haben politisch und kulturell keine Minderheitenrechte. 26. September 2004 Mit einem Autobombenanschlag liquidiert der israelische Geheimdienst erstmals ein führendes Mitglied der radikalen palästinensischen Hamas-Organisation in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Das Attentat ist zwar das erste auf syrischem Boden, allerdings hatten israelische Kampfflugzeuge bereits 2003 ein mutmaßliches Lager des Islamischen Dschihad in der Nähe von Damaskus angegriffen. Israel wirft Syrien vor, militanten palästinensischen Gruppen Unterschlußf zu gewähren. Nachdem sich am 31. August zwei palästinensische Attentäter in der Wüstenstadt Beerschewa in zwei Bussen indie Luft gesprengt und 16 Israeli mit in den Tod gerissen hatten, hatte Israel der syrischen Führung unter Präsident Baschar el Assad eine Mitschuld an der Tat gegeben und angekündigt, man werde künftig „überall gegen den Terror vorgehen – auch in Damaskus“. Auch auf politischer Ebene steht das syrische Regime erheblich unter Druck: Wenige Tage zuvor verabschiedete der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, in der ein Abzug aller ausländischen Truppen aus Libanon verlangt und vor einer Einmischung in innerlibanesischer Angelegenheiten gewarnt wird. Derzeit sind rund 20.000 syrische Soldaten in Libanon stationiert. Syrien hatte 1976 Truppen zur Beendigung des Bürgerkriegs nach Libanon entstandt. Seit Ende des Krieges 1990 übt es dort die Funktion einer Schutzmacht aus.Auch die Liste der US-Forderungen ist lang: El Assad soll das Eindringen militanter Extremisten in den Irak verhindern, jegliche Unterstützung für die pro-iranische Hisbollah-Miliz einstellen und die Aktivitäten radikaler Palästinensergruppen in Syrien unterbinden. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Syrien...Hafiz Al-Assad General, Staatsoberhaupt von Syrien (1970-2000) geboren: 06.10.1930 (Kardhaha) gestorben: 10.06.2000 (Damaskus) Literatur... Sultan Salah ad-Din von Ägypten und Syrien Sultan (1171-93) geboren: um 1138 (Tikrit) gestorben: 04.03.1193 (Damaskus) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |