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Königreich Swasiland

Chronik

 Überblick    Basisdaten


Um 6000 v. Chr.
In Südafriaka leben kleine Gruppen der Steinzeit-(Khoi)san, kleinwüchsige „Buschmänner“ (Pygmäen), ausschließlich als Sammler und Kleintierjäger.

Ab 300 v. Chr.
Im südlichen Afrika lassen sich, nach einer jahrhundertelangen Wanderung von Nord nach Süd, die Khoikhoi (Hottentotten) nieder. In den Trockengebieten leben sie fast ausschließlich als Jäger und Sammler, während sie in den fruchtbaren Gegenden zur nomadisierenden Rinderzucht übergehen.

Ab 1400
In das südliche Afrika wandern verschiedene Bantu sprechende Völker (Zulu, Sotho, Tswana, Xhosa usw.) ein. Sie betreiben Rinderzucht und in fruchtbaren Gegenden auch Feldwirtschaft.

Um 1600
Bantu sprechende Stämme der Amangwane wandern aus dem Gebiet des heutigen Mosambik etwas weiter nach Süden ab und vereinen sich unter König Mswati I. (auch Mswazi). Neben der traditionellen Rinderzucht beginnen sie auf dem dank zahlreicher Wasserläufe fruchtbaren Boden mit dem Anbau von Getreide (Mais, Hirse) und Gemüse (Süßkartoffeln, Bohnen).

Ab 1815
Die (M)Swazi werden von König Sobhuza I. regiert, der um 1820 von dem mächtigen Kriegsheer des Zulu-Herrschers Shaka, dem „Napoleon Afrikas“, unterworfen wird.

Ab 1840
König Mswati II. muß sich nicht nur ständiger Überfälle der Zulu erwehren, sondern sieht sein Land auch durch die auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten von Süden vordringenden weißen Buren (Nachkommen niederländischer, deutscher und französischer Einwanderer, die sich ab Mitte des 17. Jahrhunderts am Kap niedergelassen haben) bedroht. Nachdem er bereits einen Teil seines Reichs an sie verloren hat, stellt er sich unter den Schutz der Briten.

1879
Im britischen Protektorat „Swaziland“ wird Gold gefunden, und zahlreiche Europäer wandern ein. Die Herrschaft von König Mbandzeni (einheimischer Titel: Ngwenyama) ist geprägt von der Jagd nach Konzessionen für Eigentums- und Landnutzungsrechte.

1910
Nach dem Friedensschluß zwischen Buren und Briten und der Gründung der „Südafrikanischen Union“ wird das Protektorat Swaziland der Oberaufsicht des in Kapstadt residierenden britischen Generalgouverneurs unterstellt.

1921
Sobhuza II. wird König in Swaziland, wo die weiße Minderheit vom „European Advisory Council“ vertreten ist.

1960
John Nguku gründet die „Swaziland Progressive Party“ (SPP), die für das Königreich Swaziland nicht nur die Unabhängigkeit von Großbritannien, sondern auch eine demokratische Verfassung fordert.

1962
Von der SPP der westlich gebildeten Mittelschicht spaltet sich unter Ambrose Zwane der „Ngwane National Liberatory Congress“ (NNLC) für das „einfachere“ Volk ab.

1963
Nachdem mehrere Verfassungskonferenzen zu keinem Ergebnis geführt haben, ruft die NNLC zum Generalstreik auf, der jedoch von britischen Truppen verhindert wird.

Januar 1964
Großbritannien zwingt Swaziland eine Verfassung auf. König Sobhuza II. organisiert daraufhin eine Protest-Volksabstimmung und gründet im Juni die Hofpartei „Imbokodvo National Movement“ (INM), die in Allianz mit der kurz zuvor von den weißen Siedlern gegründeten „United Swaziland Association“ die Wahlen mit absoluter Mehrheit gewinnt.

1967
Nach einem weiteren Wahlsieg der INM erhält Swaziland als „Protected Kingdom“ die volle innere Autonomie; erster Premier wird Makhosini Dlamini, der älteste Sohn von König Sobhuza II.

6. September 1968
Das Königreich Swaziland (Umbuso wakaNgwane) wird als letztes Land auf dem afrikanischen Kontinent (außer Rhodesien) als parlamentarische Monarchie in die Unabhängigkeit entlassen, bleibt aber Mitglied des Commonwealth. König Sobhuza II. bemüht sich um eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Republik Südafrika.

1973
Nach dem Erstarken der oppositionellen NNLC hebt König Sobhuza II. die Verfassung auf und verbietet alle politischen Parteien. Das Parlament ersetzt er durch ein Netz von traditionellen Stammesausschüssen (Tinkundla).

1978
Swaziland erhält eine neue Verfassung, derzufolge das Volk durch einen vom König ernannten Senat und eine Nationalversammlung vertreten wird, die jedoch nur beratende Funktionen ausüben. Tatsächlicher Machthaber ist der König, der in seinen Regierungsgeschäften vom Obersten Staatsrat, gebildet aus engsten Verwandten der Königs-Familie (Dlamini-Prinzen), unterstützt wird.

1. April 1980
In Lusaka, der Haupstadt Sambias, gründen Angola, Botswana, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia, Simbabwe, Swaziland und Tansania die „Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika“ (Southern African Development Community, SADC). Hauptziele der Gemeinschaft mit künftigem Sitz in Gaborone (Botswana) sind eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit und die Förderung und Erhaltung des Friedens zwischen den Staaten im südlichen Afrika.

Januar 1981
Im Alter von 81 Jahren kann König Sobhuza II. sein 60. Regierungsjubiläum feiern und ist damit einer der dienstältesten Monarchen der Welt.

21. August 1982
Nach dem Tod von König Sobhuza II. kommt es zwischen seinen beiden Hauptfrauen Dzeliwe und Ntombi zu Machtkämpfen, aus denen letztendlich Ntombi als Siegerin hervorgeht und bis zur Volljährigkeit des Thronfolgers, des 1968 geborenen Prinzen Makhosetives Dlamini (er ist eines der insgesamt rund 600 Kinder des Köngis), die Regentschaft in Swaziland übernimmt.

April 1986
Prinz Makhosetives Dlamini besteigt als König Mswati III. den Thron von Swaziland. Auch er hält strikt an dem Parteienverbot fest und unterdrückt rigoros jegliches Aufkeimen politischer Reformen.

1989
König Mswati III. ernennt Prinz Obed Mfanyana Dlamini zum Ministerpräsidenten.

1991
Eine verheerende Dürre macht Swaziland, das im Normalfall kaum Lebensmittel einführen muß, von Nahrungsmittelhilfslieferungen aus dem Ausland abhängig.

Anfang 1993
Südafrika, Lesotho, Swaziland, Malawi und die Komoren gründen den „Regionalen Fremdenverkehrsausschuß des Südlichen Afrikas“ (SARTOC), dessen Ziel es ist, den Tourismus in diesen Ländern zu fördern und aufeinander abzustimmen.

November 1993
König Mswati III. genehmigt aufgrund von Protesten der Bevölkerung öffentliche Wahlen zur Bildung der Nationalversammlung, wobei allerdings nur von ihm ausgesuchte Kandidaten zugelassen werden. So wird z.B. der bisherige Regierungschef Prinz Obed Mfanyana Dlamini, der für mehr Demokratie eintritt, nicht wieder aufgestellt, und Prinz Jameson Mbilini Dlamini übernimmt sein Amt.

Januar 1994
König Mswati III. will die durch die Dürrejahre 1991/92 herbeigeführte Wirtschaftsflaute in Swaziland durch die Förderung des Exports (wichtigste Ausfuhrprodukte sind Holz, Zellulose, Zucker, Baumwolle, Zitrusfrüchte, Obstkonserven sowie in abnehmendem Maße Diamanten, Kohle und Asbest) und den Ausbau der Tourismusbranche innerhalb von zwei Jahren beenden. Darüber hinaus strebt er die Unabhängigkeit des Landes von ausländischen Lebensmittelimporten an. Zur Erreichung seiner hochgesteckten Ziele will er u.a. die Infrastruktur verbessern (von den rund 3.000 Kilometern Straßen sind bisher nur etwa 800 Kilometer asphaltiert), neue Fabriken bauen und ein verzweigtes Bewässerungssystem für eine bessere Nutzung der Agrarflächen aufbauen. Zudem sollen das Bildungswesen, das Sozialversicherungssystem und die medizinische Versorgung der Bevölkerung verbessert werden.

22. Januar 1996
Ein Generalstreik von Beamten und Arbeitnehmern – die Gewerkschaft „Swaziland Federation of Trade Unions“ fordert u.a. die Aufhebung des seit 1973 bestehenden Parteienverbots – legt fast eine Woche das öffentliche Leben in der Hauptstadt Mbabane sowie in der Industriestadt Manzini lahm, und es kommt zu blutigen Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Der Streik wird erst beendet, nachdem König Mswati III. verkündet, über politische Reformen „nachzudenken“. (In ganz Afrika sind Swaziland und Lesotho die einzigen noch bestehenden Königreiche.)

Juli 1996
Mit Genehmigung von König Mswati III. beginnt eine Kommission mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung.

25. August 1996
Die Mitglieder des SADC (Southern African Development Community/Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika), dem seit 1994 auch die Republik Südafrika angehört (das südafrikanische Staatsoberhaupt, Nelson Mandela, wurde inzwischen sogar zum Präsidenten der Vereinigung gewählt), unterzeichnen in der lesothischen Hauptstadt Maseru einen Vertrag über die Errichtung einer Freihandelszone. Bis zum Jahre 2006 sollen alle Zollschranken zwischen den Mitgliedstaaten abgebaut und darüber hinaus die Industrialisierung gefördert werden.

31. Dezember 1998
Abgesehen davon, daß seit 1996 eine Kommission an der Ausarbeitung einer neuen Verfassung arbeitet, hat König Mswati III. an dem autokratischen System in Swaziland bis jetzt nichts geändert. Seine 1994 gegebenen Versprechungen in puncto Wirtschaftsaufschwung und Beseitigung von Mißständen im Gesundheits- und Schulwesen hat er allerdings weitgehend eingehalten, und das kleine Swaziland (etwas größer als das deutsche Bundesland Thüringen; nach Gambia der zweitkleinste Staat des afrikanischen Kontinents) ist mit einem derzeitigen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwa 1.200 US-Dollar im Vergleich mit anderen afrikanischen Ländern relativ wohlhabend.

31. Dezember 1999
Die Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organization) schätzt, daß trotz der bereits vor Jahren begonnenen umfangreichen Aufklärungskampagnen inzwischen über 20 Prozent der Gesamtbevölkerung von Swaziland HIV-positiv sind.

8. August 2000
Die Staats- und Regierungschefs der elf Mitgliedsstaaten der SADC (Southern African Development Community/Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika) Botswana, Lesotho, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swaziland und Tansania unterzeichnen in der namibischen Hauptstadt Windhuk einen Vertrag über die (bereits vor vier Jahren beschlossene) Bildung einer Zollunion zwischen ihren Ländern, der am 1. September in Kraft tritt. Mit dem Ziel, den Handel im südlichen Afrika zu beschleunigen und die SADC-Mitgliedsstaaten auch international konkurrenzfähiger zu machen, sollen bis zum Jahr 2008 schrittweise etwa 90 Prozent der Zölle aufgehoben und 2012 eine Freihandelszone gebildet werden. Sambia, ebenfalls SADC-Mitglied, will das Vertragswerk im kommenden Jahr unterzeichnen. Die beiden SADC-Mitglieder Demokratische Republik Kongo (Zaïre) und Angola waren wegen der herrschenden Bürgerkriege in ihren Ländern auf dem Gipfeltreffen in Windhuk nicht vertreten.

31. Dezember 2000
Wie in ganz Schwarzafrika nimmt auch in Swaziland die Zahl der HIV-Infizierten ständig zu. Laut Angaben von UNAIDS (The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) sind der Krankheit seit Ausbruch der Epidemie weltweit bereits 18,8 Millionen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aids-Waisen wird auf 13,2 Millionen geschätzt. Von den derzeit weltweit rund 34,3 Millionen HIV-Infizierten leben 24,5 Millionen in Schwarzafrika.

17. September 2001
Zum Ende der Feierlichkeiten zu seinem 33. Geburtstag setzt König Mswati III. ein fünfjähriges Sexverbot für junge Mädchen in Kraft, um die weitere Verbreitung von Aids zu bekämpfen. Während dieses Zeitraums ist es weiblichen Jugendlichen untersagt, die Hände von Männern zu schütteln und Hosen zu tragen. Stattdessen müssen sie nach einem längst in Vergessenheit geratenen traditionellen Brauch („Umcwasho“) künftig verschiedenfarbige Woll- Quasten um den Hals tragen, um ihren Status als Jungfrauen bzw. ihr Alter zu bekunden.

29. November 2001
Nach Angaben des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS) sind derzeit weltweit rund 40 Millionen Menschen HIV-infiziert, vier Millionen mehr als im Jahr 2000. Davon ist etwa ein Drittel zwischen 15 und 24 Jahre alt. Fünf Millionen Menschen haben sich seit Jahresanfang neu mit dem Virus angesteckt, etwa drei Millionen sind an den Folgen der Immunschwäche gestorben. Am schlimmsten ist die Situation nach wie vor in Afrika. 28 Millionen der mit dem HI-Virus infizierten Menschen leben in den Staaten südlich der Sahara. Während in Ländern wie Uganda, Sambia, Kenia oder Tansania dank umfangreicher Aufklärungsmaßnahmen eine leichte Besserung in Sicht ist, verschlechtert sich die Lage weiterhin in Botswana, Swasiland und Südafrika, wo bis zu 40 Prozent der Bevölkerung infiziert sind und die durchschnittliche Lebenserwartung auf 47 Jahre gesunken ist. Doch auch in Wohlstandsländern wie Nordamerika, Australien und Osteuropa steigt die Rate der Neuinfektionen. Die weltweit höchsten Zuwachswachsraten verzeichnet die Ukraine, wo derzeit ein Prozent der Bevölkerung mit Aids infiziert ist. Mehr als drei Viertel von ihnen haben sich nach Ansicht von UNAIDS durch verunreinigte Rauschgiftspritzen angesteckt. Kaum besser ist die Lage in Rußland. Auch in bevölkerungsreichen Ländern wie China oder Indien droht ein drastischer Anstieg der Infizierten. In ganz Amerika sind etwa 2,5 Millionen Menschen infiziert (ca. 0,5%), davon über 400.000 in der Karibik. Am stärksten zu kämpfen mit der Immunschwäche haben die Karibik-Staaten Haiti und die Bahamas, wo über vier Prozent der Erwachsenen infiziert sind.

1. April 2002
Nach Mitteilung des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) sind Swasiland und andere Länder im südlichen Afrika (Malawi, Mosambik, Simbabwe, Sambia, Lesotho, Swasiland), wo Dürre oder wochenlange Regenfälle große Teile der Ernte vernichtet haben, von einer Hungersnot bedroht. Eine weitere Ursache für den Nahrungsmittelnotstand ist Aids. Viele Felder veröden, da die Kranken nicht mehr die Kraft haben, sie zu bestellen.

1. Juni 2002
Der wegen seines despotischen Regierungsstils scharf kritisierte König Mswati III. – einige Wochen zuvor hatte die Vereinigung der Anwälte für Menschenrechte in Swasiland offiziell Beschwerde gegen seine Politik bei der Organisation für Afrikanische Einheit eingereicht – legt dem Parlament ein neues Gesetz vor, das jegliche politische Betätigung bei Androhung einer bis zu 20jährigen Gefängnisstrafe verbietet. Darunter fallen neben Demonstrationen auch das Tragen von Parteifarben und die Beteiligung an Streiks sowie der Aufruf zu Arbeitsniederlegungen.

 Quelle: Areion Weltalamanach


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 Quelle: Areion Weltalamanach



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