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LaosDemokratische Volksrepublik Laos Basisdaten Chronik
![]() Geografie Das Land Die Demokratische Volksrepublik Laos liegt in Südostasien und ist mit einer Fläche von 236.800 qkm etwa zwei Drittel so groß wie Deutschland. Im Norden grenzt das Land an China, im Osten an Vietnam, im Süden an Kambodscha und im Westen an Thailand und Myanmar. Laos ist überwiegend gebirgig, nur etwa 10% der Landesfläche bestehen aus Tiefland oder Beckenlandschaften. Im Norden finden sich dicht bewaldete Gebirgsketten mit Höhen bis zu 2000 m, die durch tiefe Taleinschnitte und Schluchten sehr unwegsam sind. Zwischen den einzelnen Gipfeln finden sich Hochebenen wie z.B. das Tran-Ninh-Plateau, das rund 1200 m über dem Meeresspiegel liegt. Im Norden des Landes befindet sich auch die höchste Erhebung, der Phou Bia mit 2820 m. Der Osten von Laos ist durch die Annamitische Kordillere geprägt, deren Gipfel Höhen bis zu 2000 m erreichen und die Grenze zum Nachbarland Vietnam bilden. In Richtung Westen fällt das Land terassenförmig ab bis zu einer Höhe von ca. 500 m. Im Südwesten sind um den Fluß Mekong die fruchtbaren Tiefländer des Landes. Der Mekong ist einer der größten Flüsse Südostasiens (insgesamt 4500 km), entspringt im Hochland von Tibet und mündet in Vietnam ins Südchinesische Meer. Der Mekong und seine zahlreichen, oft schnellfließenden Nebenflüsse spielen für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Nutzflächen und für die Stromerzeugung eine sehr wichtige Rolle in Laos. Die Hauptstadt Vientiane (Viangchan) liegt im Nordwesten des Landes am Mekong. Klima In Laos herrscht tropisches Monsunklima mit ganzjährig hohen Temperaturen und einer ausgeprägten Regenzeit: Von Mai bis Oktober führt der Südwestmonsun feuchte Luftmassen heran, durchschnittlich werden zwischen 1000 mm und 2000 mm Niederschläge jährlich gemessen, in den Gebirgsregionen können es bis zu 4000 mm werden. Die Monate November bis Februar sind regenarm, der Nordostmonsun sorgt für etwas kühlere Temperaturen: Im Norden des Landes werden im Januar Durchschnittswerte um die 15°C gemessen, im Süden 23°C. Im Juli sind es im Norden durchschnittlich 28°C, im Süden 30°C. Heißester, aber noch regenarmer Monat ist der April. Flora und Fauna Etwa 50% der Landesfläche sind mit tropischen Wäldern bedeckt. Im Süden findet sich laubabwerfender Monsunwald, in den niederschlagsreichen Regionen im Norden immergrüner Regen- und Bergwald. Einige der Hochebenen in der nördlichen Gebirgslandschaft weisen Savannen auf. Artenreich wie die Flora des Landes ist auch die Tierwelt. Die dichten Wälder und die unzugänglichen Gebirgslandschaften bieten für viele Tiere, die in anderen Ländern bereits als ausgestorben gelten, einen geeigneten Lebensraum. Zu den seltenen Arten gehören z.B. das Javanashorn und der Siam-Leierhirsch. Weiter leben Tiger, Leoparden, verschiedenen Affenarten und Tapire im Land. Zahlreich sind Elefanten, die als heilige Tiere unter besonderem Schutz stehen. Kultur und Gesellschaft Bevölkerung Insgesamt leben rund 5,1 Millionen Menschen in Laos, die meisten von ihnen in den Tiefländern am Mekong, während viele Gebirgsregionen so gut wie unbewohnt sind. Rund 15% der Bevölkerung leben in Städten, die Hauptstadt Vientiane ist mit 530.000 Einwohnern mit Abstand die größte Stadt des Landes. In Laos gibt es rund 70 Völker, die in drei große Gruppen aufgeteilt werden: Den größten Anteil an der Gesamtbevölkerung haben die Lao-Lum (55%), die zu den Thaivölkern gehören und das staatstragende Volk bilden. Die zweitgrößte Gruppe bilden die Lao-Theung (27%), deren traditioneller Lebensraum die gebirgigen Regionen des Landes und die Nachkommen der Mon und Khmer sind. Dritte große Gruppe sind die Lao-Soung (15%), die Lao der Berggipfel, die in viele verschiedene Völker aufgegliedert sind und deren Vorfahren überwiegend aus China einwanderten. Chinesen, Vietnamesen und angehörige indischer Völker bilden nur kleine Minderheiten in Laos. Die Amtssprache ist Laotisch, das zu den Thaisprachen gehört. Rund 60% der Bevölkerung sind Anhänger des Buddhismus, über 30% praktizieren animistische Religionen. Christen und Moslems sind religiöse Minderheiten. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Die mittlere Lebenserwartung beträgt 51 Jahre, das Bevölkerungswachstum ist mit rund 2,8% hoch. Der Lebensstandard ist niedrig, es gibt kein staatliches Sozialversicherungssystem und keine umfassende medizinische Versorgung. Die Analphabetenrate liegt bei rund 40%. Geschichte Archäologische Funde belegen eine Besiedlung des Gebiets bereits ab dem 6. Jahrtausend v.Chr. Die Funde auf dem Tran-Ninh-Plateau (Plateau de Xiangkhoang, Ebene der Tonkrüge) im Norden des Landes lassen auf eine hochentwickelte Kultur zu Beginn der christlichen Zeitrechnung schließen. Vermutlich ab dem 8. Jahrhundert n.Chr. wanderten die zu den Thaivölkern gehörenden Laoten, die aus Südwestchina kamen, in das Gebiet des heutigen Laos ein. Jahrhundertelang standen die Bewohner unter der Oberherrschaft des mächtigen Khmer-Reiches von Angkor, bis die Khmer von den Herrschern des Sukhothai-Reiches vertrieben wurden. Das Sukhothai-Reich herrschte zeitweise über das heutige Thailand, Laos und Kambodscha, zerfiel aber im 14. Jahrhundert in kleinere Einzelreiche, bevor es als Reich von Ayutthaya wieder geeint wurde. 1353 konnten die Laoten sich unter der Führung ihres Herrschers Fa Ngum von dem Großreich loslösen und es kam zur Gründung des laotischen Königreichs Lan Chang (Land der Millionen Elefanten). Hauptstadt war Muong Swang (heute Luang Prabang). Der Buddhismus wurde Staatsreligion. 1563 wurde die Hauptstadt des Reiches nach Viang Chan (Vientiane) verlegt. Im 15. und 16. Jahrhundert kam es zu mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen mit den benachbarten Vietnamesen und Birmanen, vorübergehend wurde das Reichsgebiet besetzt. 1707 zerfiel das Reich Lan Chang in die zwei rivalisierenden Königreiche Vientiane und Luang Prabang, sechs Jahre später entstand ein drittes Reich im Süden des Landes, Champassak. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert kamen alle Kleinreiche unter die Oberherrschaft des Reiches von Siam (Thailand). Luang Prabang gelang es, durch Kooperation mit Siam gegen das aufständische Vientiane eine gewisse Eigenständig zu bewahren. Bis 1887 hatte die europäische Großmacht Frankreich die Gebiete des heutigen Vietnam und Kambodscha unter ihre Herrschaft gebracht, ab 1888 führte es mit Siam Kämpfe um die Gebiete von Laos. 1893 wurden die drei Reiche Vientiane, Luang Prabang und Champassak unter dem Namen Laos gemeinsames französisches Protektorat und an Französisch-Indochina angegliedert. Für Frankreich hatte Laos vor allem eine strategische Bedeutung (als Abgrenzung zum britischen Kolonialreich), wirtschaftlich bestanden kaum Interessen. Mehrere Widerstandsbewegungen wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert gegründet (z.B. 1944 die kommunistische Untergrundbewegung Pathet Lao unter der Führung von Prinz Suvanna Vong). Als Frankreich 1940 im Zweiten Weltkrieg von Deutschland besetzt wurde, erhob Japan Ansprüche auf die französischen Gebiete in Indochina. 1945 wurde die Unabhängigkeit des Landes ausgerufen, doch die sich bildende Regierung wurde 1946 von Frankreich wieder abgesetzt, das erneut die Oberhoheit über Laos übernahm. Dem Land wurde eine beschränkte innere Selbstverwaltung gewährt. 1947 erklärte eine neue Verfassung Laos zur konstitutionellen Monarchie mit König Sisavong Vong auf dem Thron (dieser war bereits seit 1904 König von Luang Prabang). 1949 wurde Laos unabhängiges Königreich innerhalb der Französischen Union. Frankreich konnte seine Vorherrschaft in Indochina nicht mehr auf Dauer halten: Im Rahmen des Indochina-Krieges (1946-54) gewannen die oppositionellen Kräfte in Laos immer mehr an Bedeutung. Bis 1954 hatte die kommunistische Bewegung des Pathet Lao, die sich mit den nordvietnamesischen Vietminh verbündet hatten, etwa die Hälfte von Laos eingenommen. Das Genfer Indochina-Abkommen 1954 brachte für Laos die endgültige Unabhängigkeit von Frankreich, gleichzeitig wurde ein Waffenstillstand zwischen den Regierungstruppen und den Partisanen des Pathet Lao ausgehandelt, der allerdings nicht von Dauer war. Ende 1958 brach ein offener Bürgerkrieg aus zwischen kommunistischen (Pathet Lao) und prowestlichen (Regierung) Kräften in Laos, wobei sowohl die Sowjetunion als auch die USA durch Waffenlieferungen versuchten, der ihnen jeweils genehmen Gruppierung zum Sieg zu verhelfen. Als dritte politische Kraft im Land agierte die Gruppe um den Prinzen Suvanna Phuma, die einen neutralistischen Kurs vertrat. Im Mai 1961 fand in Genf die Laos-Konferenz statt, auf der eine Koalitionsregierung zwischen Neutralisten (Prinz Suvanna Phuma), Kommunisten (Prinz Suvanna Vong) und Anhängern des Königs (Prinz Boun Oum) beschlossen wurde. Doch auch die neu gebildete Regierung der Nationalen Einheit verhinderte nicht ein erneutes Ausbrechen des Bürgerkriegs in Laos. Mitte der 60er Jahre wurde Laos in den Vietnam-Krieg mithineingezogen. Die USA bombardierten Gebiete im Osten von Laos, durch die der sog. Ho-Chi-Minh-Pfad führte, auf dem Nordvietnam die kommunistischen Vietcong in Südvietnam mit Nachschub versorgte. Nachdem die USA ihre Truppen 1973 aus Südvietnam abgezogen hatten, kam es in Laos erneut zu einem Waffenstillstand zwischen den verfeindeten Lagern und einer Regierung der Nationalen Einheit unter der Führung von Suvanna Phuma. Größte politische Kraft im Land war zu dieser Zeit die aus der Pathet-Lao-Bewegung abstammende Laotische Revolutionäre Volkspartei (LRVP). Als in Vietnam und in Kambodscha die kommunistischen Kräfte an die Macht kamen, vollzog sich auch in Laos ein Umsturz, bei dem den laotischen Kommunisten die Machtübernahme gelang. 1975 wurde die Monarchie abgeschafft und statt dessen die Demokratische Republik Laos ausgerufen, die unter starkem Einfluß des kommunistischen Vietnam stand. Erster Staatspräsident wurde Suvanna Vong, der die LRVP zur Einheitspartei machte und alle anderen politischen Parteien verbot. Die sozialistische Planwirtschaft führte zu einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage des Landes, das durch den langen Bürgerkrieg ohnehin geschwächt war. Unter den vielen Laoten, die vor den Umerziehungslagern der Kommunisten außer Landes flohen, waren viele Intellektuelle und Oppositionelle sowie hohe Würdenträger des Buddhismus. 1991 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die zwar nach wie vor den Führungsanspruch der Regierungspartei LRVP festschrieb, jedoch den Sozialismus nicht mehr als Staatsziel nannte und das Recht auf freie Religionsausübung zusicherte. Auch in der Wirtschaft zeigten sich Liberalisierungstendenzen in Form marktwirtschaftlicher Grundsätze. Im Verlauf der 90er Jahre führte die laotische Regierung den Kurs einer vorsichtigen Liberalisierung fort. 1996 kam es zu einem Kooperationsabkommen mit der Europäischen Union, 1997 wurde Laos in den südostasiatischen Staatenverbund ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) aufgenommen, der 1967 von Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und den Philippinen gegründet worden war. Nach der Wirtschafts- und Währungskrise im asiatischen Raum Ende der 90er Jahre, die zu schweren Verlusten in der laotischen Wirtschaft führten, häuften sich die Proteste im Land gegen die kommunistische Regierung. für aktuelle Angaben siehe Basisdaten Chronik
Politisches System Laos ist laut Verfassung vom August 1991 eine Demokratische Volksrepublik, wobei die kommunistische Regierungspartei LRVP (Laotische Revolutionäre Volkspartei) die einzige zugelassene politische Partei ist. Staatsoberhaupt ist der für fünf Jahre von der Nationalversammlung gewählte Staatspräsident (seit Februar 1998 Khamtay Siphandone). Der Ministerpräsident (seit März 2001 Bounnyang Vorachit) wird vom Staatspräsidenten nach Empfehlung durch die Nationalversammlung ernannt und steht dem Ministerrat vor (Amtszeit fünf Jahre). Die Nationalversammlung besteht aus einer Kammer mit 99 Sitzen, die Mitglieder werden vom Volk für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Laos ist in 16 Provinzen, die Präfektur Vientiane und die Sonderzone Saysomboun untergliedert. Wirtschaft Laos gehört zu den ärmsten Ländern in Asien. Der jahrzehntelange Bürgerkrieg und das kommunistische Herrschaftssystem verhinderten eine Entwicklung der Wirtschaft. Seit Mitte der 80er Jahre versuchte die laotische Regierung, die Wirtschaft zu liberalisieren, was zunächst zu Wachstumsraten von bis zu 7% führte (1988-97). Da die laotische Wirtschaft stark vom Handel mit dem Nachbarland Thailand abhängig ist, wurde sie durch die asiatische Wirtschaftskrise ab 1997 stark in Mitleidenschaft gezogen. Die laotische Währung (Kip) verlor binnen kurzer Zeit fast 90% ihres Wertes und erholt sich davon nur sehr langsam. Das Land ist in hohem Maße von ausländischen Hilfsgeldern abhängig. Der bedeutendste Wirtschaftszweig in Laos ist die Landwirtschaft. Rund 80% aller Erwerbstätigen sind hier beschäftigt, die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird hier erwirtschaftet. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Reis, Maniok, Süßkartoffeln, Gemüse, Kaffee, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Tee und Erdnüsse. Im Norden des Landes wird illegal Schlafmohn (als Grundlage für Opium und Heroin) angebaut und stellt für die Bevölkerung eine bedeutende Einnahmequelle dar. Große Bedeutung hat die Forstwirtschaft, über ein Viertel der Exporterlöse wird durch Holz bzw. Holzprodukte erzielt. Die Industrie ist in Laos nur sehr schwach entwickelt, es gibt vor allem nahrungsmittel- und holzverarbeitende Betriebe sowie Textilherstellung. Die vorhandenen Rohstoffvorkommen (Erze, Kohle, Edelsteine) wurden bisher bis auf den Abbau von Zinnerzen nicht erschlossen. Der Energiebedarf wird überwiegend durch Wasserkraft gedeckt, der hier erzeugt Strom wird auch nach Thailand exportiert. Wichtigster Handelspartner beim Export (Holzprodukte, Kaffee, Zinn, Elektrizität) als auch beim Import (Maschinen, Fahrzeuge, Industriegüter, Nahrungsmittel) ist Thailand, gefolgt von Vietnam. Die Infrastruktur in Laos ist nur schlecht ausgebaut: Das Straßennetz umfaßt insgesamt rund 13.000 km, nur rund die Hälfte davon ist befestigt. Nahe der Hauptstadt Vientiane gibt es einen internationalen Flughafen. Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |