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Republik KoreaChronik Überblick Basisdaten
Um 2500 v. Chr. Das Gebiet des heutigen Korea (Nord- und Südkorea) ist von Völkern besiedelt, die ursprünglich (wahrscheinlich) aus dem nordöstlichen Asien stammen. Um 2300 v. Chr. Der legendäre koreanische Staat Choson („Land der Morgenfrische“) wird gegründet. Um 1100 v. Chr. König Kija gründet die Kija-Dynastie. 194 v. Chr. Das heutige Nordkorea wird ein Vasallenstaat Chinas, während im Süden die Kija-Dynastie von den Drei Han-Reichen (Sam-Han) abgelöst wird. Ab 57 v. Chr. Auf der koreanischen Halbinsel werden bis 18 v. Chr. drei unabhängige Königreiche geschaffen: Koguryo im Norden und Paekche sowie Silla im Süden. Man übernimmt die chinesische Zeichenschrift. Damit setzt die schriftliche Überlieferung Koreas ein. Ab 370 n. Chr. In Korea setzt sich allmählich der Buddhismus durch. 668 n. Chr. Die Königreiche Koguryo, Paekche und Silla vereinen sich zum Groß-Silla-Reich, das seine Blütezeit im 8. und 9. Jahrhundert erreicht und um 900 wieder in vier Teilstaaten zerfällt. 918 General Wang Kon vereint die Teilstaaten zum Koryo-Reich und begründet in Kaesong (liegt heute in Nord-Korea, nördlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul) die bis 1392 existierende Wang-Dynastie. 1231 Koryo wird von den Mongolen, die wenig später ganz Nordchina und ab 1279 auch Südchina beherrschen und die bis 1368 Yüan-Dynastie existierende begründen, erobert und wird dadurch Teil des mongolischen Weltreichs. Der Konfuzianismus wird eingeführt und der Buddhismus verboten. 1369 Koryo gelangt unter die Oberhoheit der chinesischen Ming-Dynastie. 1392 General Yi Sungye stürzt die seit 935 bestehende Wang-Dynastie und begründet die bis 1910 auf der koreanischen Halbinsel herrschende Joseon-Dynastie ([Choseon-], Yi-Dynastie; Herrschername T'ajeo). Das 1096 gegründete Hanyang (Seoul) wird neue Hauptstadt. 15. Jahrhundert Unter König Sejong wird die koreanische Buchstabenschrift Hangul eingeführt. Ab 1592 Mehrere Versuche der Japaner, sich auf der koreanischen Halbinsel längerfristig festzusetzen bzw. von hier aus nach China vorzudringen, können abgewehrt werden, u.a. dank der Flotte gepanzerter Kriegsschiffe („Schildkrötenschiffe“) von Admiral Yi Sun-sin. Ab 1600 Die westliche Wissenschaft und der Katholizismus fassen trotz Verbots der Regierung langsam in Korea Fuß. 1637 Die koreanische Choseon-Dynastie (Yi-Dynastie) wird den eindringenden Mandschu, die 1644 auch in China die Macht übernehmen, tributpflichtig. Angesichts der häufigen Interventionen ausländischer Mächte beschließt der Herrscherhof die vollständige Abschließung Koreas nach außen. 1876 Die jahrhundertelange Abschottung Koreas gegen Fremde muß aufgegeben werden: Im „Kanghwado“-Vertrag zwingt Japan Korea zur Öffnung der Häfen Tschemulpo (Intschon), Wönsan und Pusan für japanische Schiffe. Weitere ähnliche Verträge werden mit den USA (1882), Großbritannien (1883) und dem Deutschen Reich (1884) abgeschlossen. Zwischen Königin Min und den japanfreundlichen Reformern beginnen erbitterte Kämpfe. April 1895 Der im August 1894 begonnene japanisch-chinesische Krieg um die Oberhoheit auf der koreanischen Halbinsel endet mit der Niederlage der Chinesen. Im Frieden von Schimonoseki muß China u.a. die Unabhängigkeit Koreas anerkennen, das damit jedoch faktisch japanisches Protektorat wird. 1896 Nach der Ermordung der japanfeindlichen Königin Min fliehen der König und der Kronprinz in die russische Gesandtschaft in Seoul. 1897 Der in den Palast in Seoul zurückgekehrte König proklamiert Korea zum Kaiserreich Tae Han. 1904 Rußland versucht, die koreanische Halbinsel unter seine Kontrolle zu bringen. Dies führt zum japanisch-russischen Krieg, der 1905 mit der Niederlage Rußlands endet. Rußland muß u.a. Korea als japanisches (Wirtschafts-)Interessensgebiet anerkennen. 19. Juli 1907 König Kojong verzichtet unter japanischem Druck auf den Thron. 22. August 1910 Japan erklärt das de facto seit Jahren von ihm beherrschte Korea unter dem Namen Chôsen zum japanischen Generalgouvernement. Als Vorwand dient die Ermordung des japanischen Generalresidenten, Fürst Hirobumi Ito, in Korea (Oktober 1909). Damit beginnt für Korea eine Zeit brutalster Unterdrückung (u.a. Verbot der koreanischen Sprache) und wirtschaftlicher Ausbeutung, wobei der bodenschatzreiche Norden (Kohle, Erze, Gold) als Energielieferant und der fruchtbare Süden als Nahrungsmittellieferant dient. 1. März 1919 Nach einem mißglückten Aufstand gegen die japanische Besetzung, der rund 7.000 Rebellen das Leben kostet, flüchten etwa 23.000 Koreaner nach China oder in die Sowjetunion. Syngman Rhee stellt in Shanghai eine Exilregierung auf („Shanghai-Gruppe“), und ab 1934 versuchen kommunistische Partisanengruppen („Irkutsk-Gruppe“) unter der Führung von Kim Il Sung vergeblich, die verhaßten Japaner aus Korea zu vertreiben. 1939 Japan erklärt Korea zur japanischen Provinz. August 1945 Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzen sowjetische Truppen in Absprache mit den USA das koreanische Gebiet nördlich des 38. Breitengrades, um die Kapitulation der Japaner entgegenzunehmen. 2. September 1945 US- Truppen landen im Süden der koreanischen Halbinsel und rücken bis zum 38. Breitengrad vor, um ihrerseits die Kapitulation der Japaner entgegenzunehmen. November 1947 Die UNO beschließt Wahlen für ganz Korea, was vom Norden jedoch ignoriert wird. August 1948 Unter Aufsicht der UNO werden im von US-Truppen besetzten Süden Koreas Wahlen zur Nationalversammlung abgehalten, an denen jedoch der Norden nicht teilnimmt und die auch von kommunistischen Gruppierungen im Süden boykottiert werden. 100 der insgesamt 298 Sitze der Nationalversammlung werden für Nordkoreaner reserviert, die übrigen werden von Antikommunisten belegt. Syngman Rhee wird zum Präsidenten gewählt und ruft am 15. August die Republik Korea aus. Anfang September verlassen die US-Truppen bis auf wenige Militärberater Korea. September 1948 Trotz Protesten der UN, die Korea wieder vereinen will, hält der Norden Koreas eigene Wahlen ab und ruft am 9. September in Pjöngjang die Demokratische Volksrepublik Korea mit einer sozialistischen Verfassung aus. Staatsoberhaupt wird Kim Tu Bong, der 1946 zusammen mit Kim Il Sung die „Kommunistische Partei der Arbeit Koreas“ (PdAK) gegründet hat. Regierungschef und eigentlicher Machthaber wird der 36jährige „Kriegsheld“ und Parteivorsitzende, Kim Il Sung, der (offiziellen Angaben zufolge) seit 1934 am Partisanenkampf gegen die Japaner teilgenommen hat und 1945 als Major der sowjetischen Armee 1945 in seine Heimat Korea zurückgekehrt ist. Er setzt die schon vor der Staatsgründung eingeleitete politische und wirtschaftliche Umgestaltung nach sowjetischem Vorbild fort. 9. September 1949 Das Gros der sowjetischen Truppen zieht aus Nordkorea ab. 25. Juni 1950 Beginn des Koreakrieges: Nordkorea dringt, um eine Wiedervereinigung militärisch zu erzwingen, bis Ende Juli in den gesamten Süden ein und zerschlägt die völlig unvorbereitete Armee Südkoreas, wird jedoch mit Hilfe von UN-Truppen (überwiegend US-Amerikaner) unter General Douglas MacArthur bis Mitte September bis zur Demarkationslinie zurückgedrängt. 7. Oktober 1950 Trotz Warnung und Kriegsandrohung der VR China überschreiten die UN-Truppen den 38. Breitengrad. 19. Oktober 1950 UN-Truppen erobern Pjöngjang und dringen weiter bis an die koreanisch-chinesische Grenze vor. China fühlt sich bedroht und greift in die Kämpfe ein. Bis Anfang 1951 werden die UN-Truppen bis südlich des zerstörten Seoul zurückgedrängt. Anfang Juni 1951 Die UN-Truppen starten eine erneute Großoffensive und stoßen wieder bis zum 38. Breitengrad vor. 23. Juni 1951 In P'anmunjom am 38. Breitengrad beginnen die schwierigen Verhandlungen über einen Waffenstillstand, die sich zwei Jahre hinziehen sollen. 9. Januar 1953 Während eines Wirbelsturms kentert vor der südkoreanischen Hafenstadt Pusan ein Passagierschiff mit 256 Menschen an Bord. Lediglich sieben überleben das Unglück. 27. Juli 1953 In P'anmunjom unterzeichnen der nordkoreanische Regierungschef Nam Il Sung und der Führer der UN-Truppen, der US-amerikanische General William Harrison, ein Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea, wobei eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone am 38. Breitengrad als De-Facto-Staatsgrenze festgelegt wird. Damit ist der Koreakrieg, der ein verwüstetes Land und eine hungernde Bevölkerung zurückläßt, beendet. Opfer: Rund eine Million nordkoreanische und chinesische, 245.000 südkoreanische und 40.000 US-amerikanische Soldaten sowie etwa eine Million Zivilisten. Mindestens zwei Millionen Menschen sind nach Japan oder China geflohen. (1998 leben in Nordkorea [121.638 Quadratkilometer] rund 22,4 Millionen Menschen, in Südkorea [99.270 Quadratkilometer] etwa 45,6 Millionen.] Ab August 1953 Der im Waffenstillstandsabkommen zwischen Nord- und Südkorea festgelegte Kriegsgefangenenaustausch wird durchgeführt. 1954 Südkorea schließt mit den USA für den Fall eines Angriffs ein Verteidigungsabkommen, nachdem in Genf die Bemühungen um eine verbindliche Friedensregelung zwischen Nord- und Südkorea kurz zuvor ergebnislos abgebrochen worden waren. 1955 Die USA unterstützen Südkorea finanziell beim Wiederaufbau des verwüsteten Landes. Präsident Syngman Rhee hat mit inneren Unruhen zu kämpfen; er versucht mit allen Mitteln, die Opposition niederzuhalten (sie will das präsidiale System durch ein parlamentarisches ablösen). April 1960 Syngmann Rhee wird erneut zum Präsidenten Südkoreas gewählt, muß aber nach schweren Studentenunruhen am 27. April zurücktreten und geht ins Exil. Nach Einführung eines parlamentarischen Systems und der Ausrufung der Zweiten Republik unter Präsident Yun Puson wird Chang Myon Regierungschef. Mai 1961 Nach nur zehn Monaten zerbricht in Südkorea das parlamentarische System am Parteienstreit und wird durch einen Militärputsch beendet. Die Verfassung wird aufgehoben und General Park Chung Hee übernimmt im Juni an der Spitze des Obersten Rats für den nationalen Wiederaufbau die Macht. 17. Dezember 1963 In Südkorea wird die Dritte Republik ausgerufen. General Park Chung Hee übernimmt mit Unterstützung der USA das Amt des Staatspräsidenten. Mit harter Hand (häufige Verhängung des Kriegsrechts) ist er um die innere Stabilisierung des Landes bemüht. Mit Nordkorea werden erste geheime Verhandlungen über eine mögliche Wiedervereinigung geführt. 1972 Südkoreas Präsident Park Chung Hee setzt eine Verfassungsänderung durch, die ihm die Möglichkeit zur unbegrenzten Wiederwahl gibt, d.h., es ihm erlaubt, sein Amt auf Lebenszeit auszuüben. August 1973 Wiedervereinigungs-Verhandlungen mit Nordkorea werden ergebnislos abgebrochen. 26. Oktober 1979 Südkoreas Präsident Park Chung Hee wird im Auftrag des (südkoreanischen) Geheimdienstchefs in Seoul ermordet. Choi Kyu Ha wird Staatspräsident. Er versucht, die Opposition durch gewaltsames Vorgehen ruhigzustellen. Mai 1980 Schwere Studentenunruhen werden durch das Militär blutig beendet. General Chun Doo Hwan reißt die Macht an sich und wird Staatspräsident Südkoreas. 1982 Der von Südkorea vorgelegte Stufenplan zur Wiedervereinigung wird von Nordkorea abgelehnt. 1. September 1983 Eine südkoreanische Verkehrsmaschine gerät versehentlich in sowjetischen Luftraum und wird bei Sachalin über dem Japanischen Meer abgeschossen. Alle 269 Insassen kommen ums Leben. 9. Oktober 1983 Ein Bombenattentat des nordkoreanischen Geheimdienstes auf eine südkoreanische Regierungsdelegation in der burmesischen Hauptstadt Rangun fordert 21 Todesopfer. Birma (ab 1989 Myanmar) bricht daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea ab. September 1984 Chon Doo Hwan besucht als erstes südkoreanisches Staatsoberhaupt Japan. 1985 Nach schwierigen Verhandlungen findet ein erster Besucheraustausch mit Nordkorea statt. Februar 1988 Aufgrund schwerer Unruhen muß die südkoreanische Regierung die Direktwahl des Präsidenten zugestehen. Da sich die Oppositionsparteien jedoch auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen können, ist ihre Niederlage bei den ersten freien Präsidentschaftswahlen seit 26 Jahren vorprogrammiert. Neuer Staatspräsident wird der Führer der Regierungspartei (DJP) Roh Tae-Woo, der kurz nach seinem Amtsantritt im Februar 1988 eine Amnestie für Strafgefangene verkündet. 17. September 1988 In Seoul werden die bis zum 2. Oktober dauernden XXI. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit eröffnet. Erstmals seit langem wieder Spiele, die durch keinen Boykott beeinträchtigt sind. 9.581 Sportler (2.476 Frauen) aus 160 Ländern nehmen an insgesamt 237 Wettbewerben in 23 Sportarten teil. September 1990 Die Regierungschefs von Nord- und Südkorea treffen sich erstmals zu Gesprächen in Seoul, die jedoch keine Erfolge in Bezug auf die Wiedervereinigung bringen. Die diplomatische Anerkennung Südkoreas wird von Nordkorea weiterhin abgelehnt. 1991 In Seoul kommt es wiederholt zu blutigen Studentenunruhen. Mit Nordkorea wird ein gegenseitiger Nichtangriffspakt unterzeichnet. Sowohl Süd- als auch Nordkorea werden in die UNO aufgenommen. 1992 Die Regierung suspendiert jede wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Nordkorea, nachdem ein aus 400 Personen bestehender nordkoreanischer Spionagering aufgedeckt wird. Ein Grundlagenvertrag über freundschaftliche Zusammenarbeit mit Rußland wird unterzeichnet. Die diplomatischen Beziehungen zur Volksrepublik China werden nach 43 Jahren wieder aufgenommen. (Bisher hatte Südkorea als einziger asiatischer Staat die Regierung von Taiwan, die den Alleinvertretungsanspruch für China erhebt, als rechtmäßigen Vertreter Gesamt-Chinas anerkannt.) 25. Februar 1993 Der frühere Dissident Kim Young Sam wird als Vorsitzender der „Demokratischen Freiheitspartei“ (Democratic Liberal Party/DLP) erstes ziviles Staatsoberhaupt der Republik Korea seit 1961. Er kündigt massives Vorgehen gegen die überhandnehmende Korruption, Wirtschaftsreformen und weitere Bemühungen um die Wiedervereinigung mit Nordkorea an. Zudem will er die Macht des Militärs einschränken. März 1993 Der südkoreanische Präsident Kim Young Sam amnestiert über 40.000 Häftlinge. 7. August 1993 In Taejôn südlich von Seoul wird die bis November dauernde „Taejôn Expo 93“ eröffnet. Die Weltausstellung steht unter dem Motto „Herausforderung der Menschheit: Neue Entwicklungswege“. November 1993 Japans Ministerpräsident Morihiro Hosokawa entschuldigt sich während seines Besuches in Seoul für das dem koreanischen Volke zugefügte Leid während der japanischen Besatzungszeit. Mai 1995 Südkorea liefert rund 150.000 Tonnen Reis kostenlos nach Nordkorea, nachdem dieses erstmals Nahrungsmittelknappheit zugibt und südkoreanische Hilfe akzeptiert. 8. April 1996 Nach Zunahme der Spannungen entlang der gemeinsamen Sicherheitszone zwischen Nord- und Südkorea fordern China und Japan Nordkorea zur Einhaltung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 auf. Nordkorea will Washington zur Aufnahme von Friedensverhandlungen zwingen. Dies lehnen sowohl Südkorea als auch die USA ab; Nordkorea habe nur mit Südkorea zu verhandeln. August 1996 In Seoul liefern sich demonstrierende linksradikale Studenten (sie fordern eine Vereinigung Südkoreas mit dem kommunistischen Norden) blutige Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften, wobei über 1.000 Personen verletzt werden. 26. August 1996 Ex-Präsident Chun Doo Hwan wird nach sechsmonatigem Prozeß in Seoul zum Tode verurteilt, sein Nachfolger Roh Tae Woo zu einer Haftstrafe von 22,5 Jahren. Beide wurden für schuldig befunden, für den Militärputsch von 1979 und die blutige Niederschlagung eines Aufstandes 1980 verantwortlich zu sein (nach offiziellen Angaben waren damals über 200 Menschen ermordet worden – inoffziell ist sogar von 2.000 Opfern die Rede). Außerdem haben die beiden wegen Bestechlichkeit zusammen umgerechnet rund eine Milliarde Mark an Geldstrafen zu entrichten. Weitere 13 Mitangeklagte, zumeist Offiziere, erhalten Haftstrafen zwischen vier und zehn Jahren. Der Prozeß gilt als Versuch der Vergangenheitsbewältigung in Südkorea, wo man die langen Jahre der Militärherrschaft noch nicht vergessen hat. Eine Begnadigung Chuns ist jedoch sehr wahrscheinlich. 19. September 1996 Der Versuch eines nordkoreanischen U-Bootes, sich der südkoreanischen Küste zu nähern und Spione an Land zu bringen, scheitert. Das U-Boot läuft auf ein Riff auf. Elf Mann der Besatzung werden tot am Strand gefunden, wovon zehn offenbar vom elften erschossen wurden, bevor dieser Selbstmord beging, einer wird lebend gefaßt. Nach „intensiver Befragung“ (angeblich kann er erst nach Einflößen von vier Flaschen Schnaps zum Reden gebracht werden) spricht er von insgesamt 27 Besatzungsmitgliedern. Fieberhaft eingeleitete Suchkommandos entdecken weitere sieben, die vom südkoreanischen Militär exekutiert werden. Ein Schreiben der UN-Truppen an die Regierung in Nordkorea, weitere Infiltrationsversuche im Süden zu unterlassen, wird ignoriert. Der Vorfall gibt erneut Anlaß zu Zweifeln über eine Verteidigungsfähigkeit Südkoreas im Falle eines nordkoreanischen Überraschungsangriffs. Oktober 1996 Südkorea und die USA stoppen die Nahrungsmittellieferungen nach Nordkorea. Nach Aufdeckung verschiedener Korruptionsaffären treten mehrere hohe südkoreanische Politiker zurück bzw. werden entlassen oder verhaftet. 5. November 1996 Zwei der immer noch flüchtigen nordkoreanischen Spione werden in den grenznahen Bergen zu Nordkorea entdeckt und von südkoreanischen Soldaten erschossen. 27. Dezember 1996 An dem größten Streik in der Geschichte Südkoreas beteiligen sich etwa 370.000 Menschen und bringen so die Produktion in mehreren hundert Fabriken zum Erliegen. Die Arbeiter fordern den Rücktritt von Präsident Kim Young Sam, dessen Regierung ein Betriebsverfassungsgesetz verabschiedet hat, das die Rechte der Gewerkschaften erheblich einschränkt und den Arbeitgebern Entlassungen erleichtert. 29. Dezember 1996 Die Regierung in Pjöngjang entschuldigt sich offiziell bei Südkorea für den U-Boot-Zwischenfall. Damit wird der Weg freigemacht für die Wiederaufnahme der Nahrungs- und Wirtschaftshilfe durch die USA und Südkorea für die notleidende nordkoreanische Bevölkerung. Anfang Januar 1997 Bei Straßenschlachten zwischen tausenden Studenten und demonstrierenden Arbeitern mit der Polizei in Seoul werden zahlreiche Demonstranten, die gegen das neue Arbeitsgesetz protestieren, verletzt. Regierungschef Lee Soo Sung ordnet die Verhaftung von zwanzig Gewerkschaftsführern an und fordert die Streikenden zur sofortigen Wiederaufnahme der Arbeit auf. Anfang Februar 1997 Die derzeit weltweite Rezession hat auch in Südkorea zahlreiche Betriebe in die roten Zahlen gebracht, und mehrere der größten Industriekonzerne des Landes (z.B. Kia, Sammai, Hanbo) müssen Konkurs anmelden. 13. Februar 1997 Der 74jährige Hwang Jang Yop, ein hoher nordkoreanischer Parteifunktionär und rechte Hand des nordkoreanischen Staatschefs, und sein Sekretär ersuchen nach einem zweiwöchigen Aufenthalt in Japan während eines Zwischenstops in Peking in der südkoreanische Botschaft um Asyl, das ihnen von Südkorea gewährt wird. Daraufhin wirft Nordkorea der südkoreanischen Regierung eine „Entführung“ vor und droht mit „hundert- und tausendfacher Vergeltung“. Mitte Februar 1997 Nach dem Zusammenbruch des Hanbo-Großkonzerns kommt es zur Aufdeckung eines Korruptionsskandales, in den auch mehrere führende Politiker verwickelt sind; so tritt z.B. Innenminister Kim Woo Suk unter dem Verdacht der Bestechung zurück und wird kurz darauf zusammen mit anderen Politikern und zahlreichen Geschäftsleuten verhaftet. 16. Februar 1997 In der Nähe von Seoul wird der 36jährige Lee Han Young, ein Neffe des nordkoreanischen Staatschefs, der 1982 nach Südkorea übergelaufen war, aller Wahrscheinlichkeit nach von nordkoreanischen Agenten niedergeschossen und schwer verletzt. 20. April 1997 Hwang Jang Yop, der bisher ranghöchste nordkoreanische Überläufer, der bisher in der südkoreanischen Botschaft in Peking ausgeharrt hatte, darf China verlassen und trifft per Flugzeug in Seoul ein. Seinen Angaben zufolge plant Nordkorea, wo in den letzten drei Jahren rund 2,5 Millionen verhungert seien, eine großangelegte Militäroffensive gegen Südkorea. Anfang Mai 1997 Die südkoreanische Regierung in Seoul bereitet sich auf einen möglichen Gaskrieg mit Nordkorea vor, das infolge von Mißwirtschaft und mehrerer Flutkatastrophen von der größten Hungersnot seiner Geschichte bedroht ist, gleichzeitig aber jährlich rund 5.000 Tonnen Chemiewaffen produzieren soll, und eine durch einen Krieg erzwungene Wiedervereinigung mit dem Süden als einzigen Ausweg aus der Misere sieht. 16. Mai 1997 Der südkoreanische Vize-Premier Kwon O Kie appelliert an die Regierung in Nordkorea, wenigstens einen Teil seiner Militärausgaben für den Kauf dringend benötigter Lebensmittel zu verwenden und sich nicht nur auf ausländische Hilfe zu verlassen. (Nordkorea, dessen Bevölkerung vom Hungertod bedroht ist und sich teilweise nur von Wurzeln ernährt, soll jedes Jahr etwa sechs Milliarden US-Dollar für Waffen und weitere 900 Millionen für politische Propaganda ausgeben.) Juni 1997 Die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea nehmen erneut zu: Das nordkoreanische Verteidigungsministerium, das Südkorea und den USA vorwirft, heimlich einen Krieg gegen Nordkorea vorzubereiten, droht mit einer „Entscheidungsschlacht“ gegen Südkorea. Im Gegenzug beschuldigt die südkoreanische Regierung Nordkorea, trotz der katastrophalen Wirtschaftslage und der herrschenden Hungersnot laufend militärische Übungen abzuhalten und seine Truppen nahe der demilitarisierten Zone in Stellung zu bringen. Ein Sohn von Staatspräsident Kim Young Sam wird wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sowie Steuerhinterziehung verhaftet. 1. Juli 1997 Die Führung im nordkoreanischen Pjöngjang erklärt sich zu Vorgesprächen über einen Friedensvertrag mit Süd-Korea bereit, die am 5. August in New York unter Beteiligung von Vertretern aus der VR China stattfinden sollen. 16. Juli 1997 An der innerkoreanischen Grenze kommt es zu einem schweren Feuergefecht zwischen süd- und nordkoreanischen Grenzsoldaten. Ende Juli 1997 Südkorea wirft der nordkoreanischen Führung vor, obwohl die Zivilbevölkerung nichts zu essen habe und immer mehr Kinder an Unterernährung sterben, für einen geplanten Krieg gegen den Süden mindestens 1,3 Tonnen Reis zurückzuhalten. Pjöngjang bezeichnet diese Anschuldigung als Lüge. (Beobachter internationaler Hilfsorganisationen sprechen von über 800.000 unterernährten Kindern in Nordkorea, wovon wiederum rund 80.000 bereits mehr tot als lebendig seien. Die Regierung in Pjöngjang hat inzwischen die tägliche Reisration für die Zivilbevölkerung auf 110 Gramm pro Tag und Person reduziert.) 30. November 1997 Nach zahlreichen Firmenpleiten und Kursverlusten der Landeswährung ist Südkorea (wie auch Thailand, Indonesien und die Philippinen) nun auf die Hilfe des IWF (Internationaler Währungsfonds) angewiesen: Die Regierung in Seoul ersucht den IWF um mindestens 20 Milliarden US-Dollar Unterstützung. 1. Dezember 1997 Das vor dem Staatsbankrott stehende Südkorea erhält die Zusage für einen internationalen Rekordkredit von insgesamt 55 Milliarden US-Dollar, wobei der IWF mit 21 Milliarden US-Dollar der Hauptgeldgeber sein wird. Die Weltbank will zehn Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen, die Asiatische Entwicklungsbank vier Milliarden US-Dollar, und das selbst angeschlagene Japan sagt zehn Milliarden US-Dollar zu. Auch die USA, Australien, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Schweden haben Unterstützung von zunächst zehn Milliarden US-Dollar zugesagt (bei Bedarf bis zu 20 Milliarden). Im Gegenzug muß Südkorea die Staatsausgaben drastisch senken, Inflation und Leistungsdefizit eingrenzen sowie den Finanzsektor öffnen und gleichzeitig besser kontrollieren. Für die südkoreanische Bevölkerung wird dies zunächst vor allem höhere Steuern und auch eine Zunahme der Arbeitslosigkeit bedeuten. 8. Dezember 1997 Nach monatelangen Vorgesprächen beginnen in Genf mit der „Vierer-Konferenz“, bestehend aus ranghohen Vertretern der USA, der VR China und der beiden Koreas, die eigentlichen Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden zwischen Süd- und Nordkorea. Obwohl bereits das Zustandekommen der Gespräche als Erfolg gewertet wird (Nordkorea hatte erst vor kurzem eingewilligt, daran teilzunehmen), werden laut Expertenaussagen bis zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages für die geteilte koreanische Halbinsel wahrscheinlich noch Jahre vergehen. 16. Dezember 1996 Das Todesurteil gegen Ex-Staatspräsident Chun Doo Hwan wird in lebenslange Haft umgewandelt. 18. Dezember 1997 Der Führer der Oppositionspartei „Nationalkongreß für Neue Politik“ (National Congress for New Politics/NCNP), Kim Dae Jung, erhält bei den Präsidentschaftswahlen 40,3 Prozent der Stimmen (rund 80% der etwa 32 Millionen Wahlberechtigten waren zu den Urnen gegangen), sein stärkster Kontrahent von der regierenden „Großen Nationalpartei“ (Great National Party/GNP), Lee Hoi Chan, nur 38,7 Prozent. Dies ist der erste Wahlsieg eines Oppositionspolitikers in der Geschichte Südkoreas. Kim Dae Jung, der jahrzehntelang als „gefährlicher Radikaler und Staatsfeind“ galt und insgesamt 15 Jahre im Gefängnis, im Exil oder unter Hausarrest zubrachte und sich bereits zum vierten Mal zur Wahl gestellt hatte, wird im Februar 1998 Staatspräsident Kim Young Sam (laut Verfassung konnte er nicht wieder kandidieren) im Amt ablösen. 20. Dezember 1997 Als Geste der nationalen Aussöhnung einigen sich der noch bis Februar 1998 amtierende Staatspräsident Kim Young Sam und sein erst vor zwei Tagen gewählter Nachfolger Kim Dae Jung auf die Begnadigung der beiden wegen Hochverrats, Rebellion und Korruption inhaftierten Ex-Staatschefs Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo. (Kim Dae Jung war unter der Militärherrschaft von Chun und Roh als Drahtzieher eines angeblichen Putschplans zum Tode verurteilt worden. Aufgrund internationaler Proteste hatte man das Urteil in lebenslange Haft umgewandelt, und wiederum zwei Jahre später durfte Kim das Land verlassen.) 22. Dezember 1997 Die inhaftierten Ex-Staatspräsidenten Chun Doo Hwan und Roh Tae Woo werden freigelassen und erhalten ihre Bürgerrechte zurück. Beide bitten kurz darauf das koreanische Volk um Vergebung ihrer Taten. Nahezu gleichzeitig protestieren in Seoul mehrere Hundert Studenten gegen die Amnestie von Chun und Roh und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei. 1. Januar 1998 Der südkoreanische Fernsehsender KBS appelliert an die Bürger angesichts der schweren Währungs- und Finanzkrise, in der Südkorea derzeit steckt, Gold zu spenden und damit ihrem Land zu helfen, die immensen Auslandsschulden zurückzuzahlen. Zahlreiche Bürgerorganisationen und Religionsgruppen sagen daraufhin ihre Teilnahme an der von der Korea Housing Bank mitgetragenen Aktion zu. (Wirtschaftsexperten schätzen den privaten Goldbesitz in Südkorea auf einen Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar.) Auch der neugewählte Präsident Kim Dae Jung ruft die Bevölkerung in einer Neujahrsansprache auf, zur Überwindung der Krise beizutragen. 25. Februar 1998 Kim Dae Jung tritt sein Amt als Staatspräsident der Republik Korea an. Er will vor allem eine „Ära der Versöhnung und Kooperation“ mit Nordkorea einleiten. März 1998 Kim Jong-pil wird Ministerpräsident eines neuen 16köpfigen Kabinetts. 18. April 1998 Die am 11. April in Peking aufgenommenen direkten Gespräche zwischen Regierungsvertretern von Nord- und Südkorea werden ohne konkretes Ergebnis beendet. 23. April 1998 Nachdem die Führung in Pjöngjang erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg mehreren internationalen Fluggesellschaften die Genehmigung zum Überfliegen des nordkoreanischen Staatsgebiets erteilt hat, nehmen Flüge aus Kanada, Hongkong, Südkorea, Singapur, Rußland und den USA erstmals regulär die Flugroute über Nordkorea. Da Flüge von und nach Seoul ab sofort Nordkorea nicht mehr umfliegen müssen, rechnet die internationale Luftfahrtbehörde IATA mit jährlichen Treibstoffkosten-Einsparungen von rund 125 Millionen US-Dollar. Mitte Juni 1998 Der 82jährige südkoreanische Industrielle Chung Ju Yung, Gründer des Hyundai-Konzerns, läßt zur Versorgung der hungernden Bevölkerung 500 Rinder nach Nordkorea transportieren. Als „Gegenleistung“ Nordkoreas darf der aus dem Norden stammende Chung, der als 17jähriger seiner Familie eine Kuh stahl, sie verkaufte und mit dem Geld in den Süden ging, eine Woche lang seine alte Heimat besuchen. Nach seiner Rückkehr will er weitere 500 Rinder und 50.000 Tonnen Getreide „nachliefern“. 22. Juni 1998 In den südkoreanischen Hoheitsgewässern verfängt sich ein nordkoreanisches Spionage-U-Boot im Netz eines südkoreanischen Fischkutters. An Bord befinden sich neun erschossene Nordkoreaner. Dies ist der zweite U-Boot-Zwischenfall seit 1996. Anfang August 1998 Schwere, durch tagelange sintflutartige Regenfälle herbeigeführte Überschwemmungen kosten in Südkorea mindestens 120 Menschen das Leben. Anfang Oktober 1998 Der Taifun „Yanni“ fegt über den Süden der Republik Korea hinweg und hinterläßt eine Spur der Verwüstung. Gleichzeitige wolkenbruchartige Regenfälle führen zu einer Hochwasserkatastrophe, die nun die Reisernte bedroht. In den Fluten ertrinken mindestens 54 Menschen. 8. Oktober 1998 Während des zweitägigen Staatsbesuches des südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung in Japan unterzeichnen er und der japanische Regierungschef Keizo Obuchi in Tokio ein Papier, in dem sich Japan erstmals schriftlich für seine 35jährige Besatzung Koreas (1910 bis 1945) entschuldigt. 2. November 1998 Der 82jährige südkoreanische Industrielle Chung Ju Yung kehrt von einer zweiten, fünftägigen Nordkorea-Reise nach Südkorea zurück. Nachdem er den Nordkoreanern als „Gastgeschenk“ weitere 500 Rinder, 50.000 Tonnen Getreide und 20 Hyundai-Luxuswagen geliefert hatte, unterzeichnete er nach einem Treffen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Il mehrere Geschäftsverträge: U.a. erhielt der Hyundai-Konzern gegen eine bis 2004 gestaffelte Zahlung von rund 900 Millionen US-Dollar die Genehmigung für den Aufbau und die (auf sechs Jahre befristete) Nutzung eines Touristenzentrums am Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste, das Kreuzfahrt-Touristen aus Südkorea zur Verfügung stehen soll. 18. Dezember 1998 Nach einer mehrstündigen Verfolgungsjagd zu Wasser und aus der Luft versenkt die südkoreanische Armee ein nordkoreanisches Spionage-Boot, das zuvor in südkoreanische Gewässer eingedrungen war. 3. Februar 1999 Yong Koo Kwon, der Präsident des südkoreanischen Autokonzerns Daewoo in Südafrika, wird in Johannesburg von Unbekannten erschossen. 7. Februar 1999 Bei der bisher größten Massenhochzeit der Erde geben sich im Olympiastadion von Seoul 12.000 Paare aus aller Welt vor dem umstrittenen 79jährigen Sektenführer Sun Myung Moon das Ja-Wort. Die meisten der Jungvermählten waren von dem Führer der als „Vereinigungskirche“ bekannten Religionsgemeinschaft ausgewählt und erst zwei Tage vor der Trauung miteinander bekannt gemacht worden. Zugleich erneuern in einer zweistündigen Zeremonie rund 30.000 weitere Paare ihr Eheversprechen. 15. März 1999 Bei der Landung in Pohang im Osten Südkoreas schießt eine Maschine der Korean Air über die Landebahn hinaus und kommt erst nach fast 150 Metern in einer Schutzmauer zum Stehen. Dabei bricht der vordere Teil des Flugzeugs ab. Bei dem Unglück werden von den insgesamt 152 Insassen 60 z.T. schwer verletzt. 16. März 1999 Kurz nach dem Start im chinesischen Shanghai explodiert eine koreanische Frachtmaschine und stürzt ab. Bei dem Unglück kommen die drei Besatzungsmitglieder sowie sechs Menschen am Boden ums Leben, weitere knapp 40 Menschen werden durch herabfallende Flugzeugteile z.T. schwer verletzt. 31. März 1999 Nach der Kollision mit einem südkoreanischen Container-Schiff der Reederei Hyundai im Indischen Ozean sinkt der nordkoreanische Frachter „Manpoho“. Dabei kommen mehr als 30 nordkoreanische Seeleute ums Leben. 11. Juni 1999 Nachdem nordkoreanische Patrouillenboote als Geleitschutz von Fischerbooten seit dem 7. Juni mehrfach in von Südkorea beanspruchte Gewässer vorgedrungen sind, rammt ein südkoreanisches Kriegsschiff mehrere Schiffe der Nordkoreaner bei dem Versuch, diese nach Norden abzudrängen. 15. Juni 1999 Die seit dem 7. Juni andauernde Konfrontation nord- und südkoreanischer Kriegsschiffe in den zwischen den beiden Koreas umstrittenen fischreichen Gewässern der Pufferzone im Gelben Meer eskaliert in ein Seegefecht, bei dem nach Angaben der südkoreanischen Marine zwei nordkoreanische Torpedoboote „in Selbstverteidigung“ versenkt werden und mindestens 30 Nordkoreaner ums Leben kommen. Nordkorea hingegen erklärt, nur ein Schiff verloren zu haben. Die USA verstärken daraufhin ihre Seestreitkräfte vor der koreanischen Halbinsel. 19. Juni 1999 Die 109. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Seoul vergibt die XX. Olympischen Winterspiele im Jahre 2006 an Turin in Italien. 22. Juni 1999 Nach einer Unterbrechung von 14 Monaten und einen Tag später als ursprünglich vereinbart treffen sich in Peking die Vizeaußenminister von Nord- und Südkorea zu neuen Verhandlungen über eine Zusammenführung von Familien, die seit dem Koreakrieg 1950-53 getrennt sind. (Von der Teilung sind schätzungsweise zehn Millionen Menschen betroffen.). Zuvor hatte Südkorea die Bedingung Nordkoreas erfüllt, 200.000 Tonnen Kunstdünger kostenlos in den Norden zu liefern. Da das südkoreanische Schiff mit der letzten Hilfslieferung von 22.000 Tonnen Düngemitteln wegen Schlechtwetter noch nicht im nordkoreanischen Hafen Nampo eingelaufen war, hatte Nordkorea das für den Vortag anberaumte Treffen in Peking abgesagt, obwohl sich Südkorea für die Verzögerung entschuldigt hatte. 23. Juni 1999 Eine am Vortag festgenommene südkoreanische Touristin wird von der Führung in Pjöngjang beschuldigt, Teil eines gegen Nordkorea gerichteten Komplotts Südkoreas zu sein. Sie soll (im Auftrag Seouls) mit Nordkoreanern über das „herrliche“ Leben nordkoreanischer Überläufer im Süden gesprochen haben, um diese in den Süden zu locken. Südkorea weist die Beschuldigungen energisch zurück. Die nordkoreanische Regierung setzt bis auf weiteres die Kreuzfahrten des südkoreanischen Unternehmens Hyundai zum Kumgang-Gebirge an der Ostküste Nordkoreas aus, an denen seit Ende 1998 rund 80.000 südkoreanische Touristen teilgenommen haben. 2. Juli 1999 Die Verhandlungen zwischen Nord- und Südkorea werden ergebnislos abgebrochen. Trotzdem will Südkorea an seiner Zusage festhalten, sich am Bau von zwei Leichtwasser-Atomkraftwerken durch ein internationales Konsortium (wichtigste Geldgeber für das rund 4,6 US-Dollar Milliarden teure sogenannte „Kedo-Projekt“ sind die USA, die Europäische Union, Südkorea und Japan), die Nordkorea für seinen Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen erhalten soll, mit rund drei Milliarden US-Dollar zu beteiligen. Anfang August 1999 Eine durch den Taifun „Olga“ ausgelöste Hochwasser-Katastrophe fordert im Süden der Republik Korea fast 100 Menschenleben und zerstört zahlreiche Reisfelder. 4. Oktober 1999 Das Ministerium für Wissenschaft und Technologie in Seoul teilt mit, daß es am Tag zuvor in einem Atomkraftwerk rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt zu einem „kleinen Zwischenfall“ gekommen sei, bei dem 22 Arbeiter „leichter“ radioaktiver Strahlung ausgesetzt wurden. Bei Wartungsarbeiten in der Anlage sei durch ein Leck eine größere Menge radioaktiv verseuchtes Wasser ausgetreten. Dieses schwere Wasser sei jedoch nicht aus dem Gebäude in die Umwelt gelangt. 31. Oktober 1999 In der südkoreanischen Hafenstadt Inchon kommen bei einem Brand in einem vierstöckigen Geschäfts- und Vergnügungszentrum 55 Menschen ums Leben. Weitere 80 zumeist junge Leute werden verletzt, viele von ihnen schwer. 22. Dezember 1999 Eine Frachtmaschine vom Typ Boeing 747 der süd-koreanischen Fluggesellschaft Korean Airlines (KAL) stürzt kurz nach dem Start vom Londoner Flughafen Stanfed in der Nähe des Dorfes Great Hallingbury in ein Waldstück. Alle vier Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Der Jumbo hatte rund 65 Tonnen für Mailand bestimmte Fracht an Bord – Elektronikgeräte, Ersatzteile sowie „eine geringe Menge (angeblich) ungefährliche“ Chemikalien. 31. Dezember 1999 Südkoreas Staatspräsident Kim Dae Jung erläßt eine „Milleniums-Amnestie“, von der rund eine Million Gefängnisinsassen profitieren. 2. April 2000 Die Behörden in Seoul geben bekannt, daß in Südkorea die hochansteckende Maul- und Klauenseuche ausgebrochen sei und man in einem der großen Rinder- und Schweinezuchtgebieten bereits zahlreiche Tiere notgeschlachtet habe. Einzelne Betriebe wurden unter Quarantäne gestellt und Tiertransporte untersagt. 13. April 2000 Bei den Parlamentswahlen in Südkorea erringt die Grand National Party (GNP/früher: New Korea Party) 133 von insgesamt 273 Sitzen, gefolgt von der MDP (Millenium Democratic Party/bis Januar: National Congress for New Politics; 1996: 139 von 299) von Präsident Kim Dae Jung mit 115 (+36). 27. April 2000 Im südkoreanischen Pusan unterzeichnen Vertreter des französischen Autokonzerns Renault einen Vertrag zur Übernahme des südkoreanischen Autobauers Samsung. 13. Juni 2000 Die Staatschefs Nord- und Südkoreas wollen ein halbes Jahrhundert nach dem Korea-Krieg einen Versöhnungskurs einschlagen: Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung wird auf dem Flughafen der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang von seinem Amtskollegen Kim Jong Il persönlich per Handschlag begrüßt. Zum Auftakt des historischen Korea-Gipfels fordert Kim Dae Jung die Zusammenführung getrennter Familien sowie die Öffnung von Land-, See- und Luftwegen zwischen beiden Staaten und verspricht umfangreiche Wirtschaftshilfe, während Kim Jong Il versichert, er sei ohne Vorbehalte zu Gesprächen bereit. 15. Juni 2000 Nach seiner Rückkehr vom dreitägigen Gipfeltreffen mit seinem nordkoreanischen Amtskollegen in Pjöngjang spricht der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung von der „Möglichkeit der Wiedervereinigung“ Nord- und Südkoreas. Seine Reise sei jedoch erst „der Anfang eines langen Marsches in Richtung nationale Einheit“ gewesen. Kim Dae Jung war als erster Staatschef Südkoreas seit der Teilung Koreas vor 52 Jahren in das kommunistische Nachbarland gereist. 17. Juni 2000 Der südkoreanische Botschafter in Rom lädt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Johannes Paul II., offiziell im Namen der beiden Staatschefs nach Nord- und Südkorea ein. 26. Juni 2000 Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler erwirbt für 428 Millionen US-Dollar einen Anteil von zehn Prozent bei dem südkoreanischen Branchenführer Hyundai und gibt zusätzlich ein Angebot für den angeschlagenen zweitgrößten südkoreanischen Autohersteller Daewoo ab. 15. August 2000 Rund 100 Südkoreaner dürfen ihre Verwandten in Nordkorea, die sie seit der Teilung Koreas vor 55 Jahren nicht mehr gesehen haben, besuchen. Gleichzeitig dürfen etwa 100 Nordkoreaner für einige Tage zu ihren Angehörigen in den Süden reisen. Diese erste Familienzusammenführung hatten die Staatschefs von Nord- und Südkorea während ihres Treffens im Juni vereinbart. Weitere Familientreffen sind geplant. 3. September 2000 63 ehemalige nordkoreanische Spione, die im Durchschnitt mehr als drei Jahrzehnte in südkoreanischer Haft verbrachten, werden auf freien Fuß gesetzt und können in ihre Heimat zurückkehren. 15. September 2000 Bei der Eröffnung der XXVII. Olympischen Spiele im australischen Sydney ziehen die Mannschaften Nord- und Südkoreas unter dem frenetischen Beifall von 110.000 Zuschauern erstmals gemeinsam hinter einer Fahne, die Blau auf Weiß das geteilte Korea zeigt, ins Stadion ein. 18. September 2000 Nachdem bereits einem Monat zuvor die seit vier Jahren geschlossenen Verbindungsbüros beider Koreas an der innerkoreanischen Grenze in Panmunjon wiedereröffnet wurden, wird nun das Startsignal zum Bau einer grenzüberschreitenden Eisenbahnlinie sowie einer Autobahn gegeben. Zunächst müssen jedoch Minen geräumt werden. 25. September 2000 Die Verteidigungsminister Süd- und Nordkoreas, Cho Sung Tae und Kim Il Chol, erklären während ihrer ersten Gesprächsrunde auf der südkoreanischen Insel Cheju, den Annäherungsprozess zwischen beiden Staaten auch auf militärischem Gebiet vorantreiben zu wollen. Das Treffen ist das erste zwischen koreanischen Verteidigungschefs in der Geschichte beider Länder. 13. Oktober 2000 Für seine Bemühungen um die Einheit des geteilten Korea erhält Südkoreas Staatspräsident Kim Dae Jung den Friedensnobelpreis für das Jahr 2000. Das norwegische Nobelpreiskomitee lobt vor allem die Versuche des 74jährigen, „mehr als 50 Jahre des Krieges und der Feindschaft zwischen Nord- und Südkorea“ zu überwinden. Kim Dae Jung sagt, daß er es gern gesehen hätte, wenn die Ehrung auch seinem nordkoreanischen Amtskollegen Kim Jong Il zuteil geworden wäre. 20. Oktober 2000 Als Gastgeber des dritten Asien-Europa-Gipfeltreffens, an dem neben den ASEAN-Staaten auch Japan, die VR China und Südkorea sowie alle fünfzehn Mitgliedstaaten der Europäischen Union teilnehmen, erhält Präsident Kim Dae Jung außenpolitische Unterstützung für seinen Versuch, durch eine Aussöhnung mit Nordkorea („Sonnenscheinpolitik“) einen der großen Krisenherde für den Weltfrieden zu beseitigen. 26. November 2000 Am zweiten Tag des vierten, in Singapur stattfindenden informellen Gipfeltreffens des „Verbands Südostasiatischer Staaten“ (ASEAN), nehmen neben den Staats- und Regierungschefs der zehn Mitgliedsstaaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) auch die Regierungschefs der VR China, Japans und Südkoreas teil („Asean-+3-Forum“). Hauptthemen der Konferenz sind die Schaffung der Freihandelszone (AFTA) bis 2010 und die möglichst rasche Integration der vier ärmsten Mitgliedsstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam. Singapur will Ausbildungszentren für Informationstechnologie in den vier Ländern einrichten und Stipendien für Studenten aus diesen Staaten bereitstellen. Zur Beschleunigung des Fortschritts in der Region sollen die Städte Singapur, Kuala Lumpur, Bangkok, Shanghai, Tokyo und Seoul zu einem „Asiatischen E-Gürtel“ vernetzt werden. Zudem soll bis 2006 die transasiatische Eisenbahn von Singapur nach Kunming, die sieben ASEAN-Staaten mit Süd-China verbindet, gebaut werden. 30. November 2000 Beim zweiten organisierten Familientreffen treffen rund 200 Südkoreaner im nordkoreanischen Pjöngjang und die gleiche Zahl Nordkoreaner im südkoreanischen Seoul ein, wo sie ein mehrtägiges Wiedersehen mit Familienangehörigen feiern können, die sie seit fünf Jahrzehnten nicht mehr gesehen haben. 14. Dezember 2000 Das „Women’s International Crime Tribunal“ spricht in Tokyo Ex-Kaiser Hirohito und politische sowie militärische Führer Japans im Zweiten Weltkrieg postum als Kriegsverbrecher schuldig, da sie maßgeblich für die Zwangsprostitution von rund 200.000 Frauen in Korea, Taiwan und auf den Philippinen verantwortlich waren. Das von Frauen- und Menschenrechtsgruppen organisierte symbolische Kriegsverbrechertribunal unter dem Vorsitz der früheren Präsidentin des für das ehemalige Jugoslawien zuständigen internationalen Gerichtshofs (ITCY), Gabrielle Kirk McDonald, fordert die japanische Regierung auf, die Opfer der Zwangsprostitution zu entschädigen. Tokyo betrachtet deren Ansprüche jedoch durch die Vereinbarungen in bilateralen Friedensverträgen als abgegolten. 19. Februar 2001 Rund 4.000 Polizisten stürmen das Gelände des Autoherstellers Daewoo in Pupyong nahe der Küstenstadt Inchon im westlichen Südkorea, das seit knapp einer Woche von rund 500 entlassenen Beschäftigten, deren Familien sowie Gewerkschaftsfunktionären besetzt war. 28. Februar 2001 Während seines zweitägigen Staatsbesuchs in Südkorea erklärt sich der russische Staatspräsident Wladimir Putin bereit, den Entspannunsprozeß zwischen Nord- und Südkorea aktiv zu unterstützen. 7. März 2001 Vor dem Universitätsgelände in Bupyong etwa 40 Kilometer westlich der Hauptstadt Seoul liefern sich Hunderte von Gewerkschaftsmitgliedern und Studenten, die gegen die Entlassung von 1.700 Arbeitern der Daewoo-Autowerke demonstrieren wollten, eine Straßenschlacht mit etwa 1.000 Polizisten. Zahlreiche Protestler werden vorübergehend festgenommen. 8. März 2001 Während des Besuchs des südkoreanischen Staatspräsidenten Kim Dae Jung in Washington erklärt US-Präsident George W. Bush, daß er vorerst noch nicht zu einer Wiederaufnahme der Verhandlungen über Normalisierung und Rüstungskontrolle mit Nordkorea bereit sei, da er den Zusagen der Führung in Pjöngjang mißtraue. Daraufhin stellt Nordkorea alle Verhandlungen über Entspannung und Abrüstung mit Südkorea ein. 21. März 2001 Chung Ju Yung stirbt 85jährig in Seoul. Er war nicht nur der Begründer des Hyundai-Konzerns, sondern betätigte sich auch als „Privat-Diplomat“ zwischen Süd- und Nordkorea. 1998 lieferte er seiner alten nordkoreanischen Heimat 50.000 Tonnen Getreide und 1.000 Rinder für die hungernde Bevölkerung und durfte dafür als „Gegenleistung“ eine Woche lang nach Nordkorea, wo er in Pjöngjang mehrere Geschäftsverträge abschloß und sogar von Staatschef Kim Jong Il empfangen wurde, lange bevor dieser sich der Welt öffnete. 14. Juli 2001 Ein Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen fordert im Süden des Landes über 50 Menschenleben und richtet schwere Schäden an. 29. Juli 2001 Der von heftigen Regenfällen begleitete Taifun „Toraji“ fegt über Teile Südkoreas hinweg und setzt Tausende von Häusern unter Wasser. Auch in der Hauptstadt Seoul werden die Straßen bis zu 20 Zentimeter überflutet. 6. September 2001 Nordkorea erklärt sich zur Wiederaufnahme der vor Monaten abgebrochenen Gespräche mit Südkorea auf Ministerebene ab Mitte des Monats bereit, fordert jedoch zum wiederholten Male den Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte aus Südkorea. Die amerikanische Truppenpräsenz sei „ein großes Hindernis für die Verbesserung der innerkoreanischen und der nordkoreanisch-amerikanischen Beziehungen“, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Derzeit sind 37.000 US-amerikanische Soldaten in Südkorea stationiert. 16. September 2001 Nord- und Südkorea nehmen ihre vor Monaten abgebrochenen Gespräche zur Wiederbelebung des Friedensprozesses auf der geteilten Halbinsel wieder auf. In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sprechen sich Abgeordnete beider Seiten u.a. für weitere Familienzusammenführungen und den zügigen Wiederaufbau der Eisenbahnstrecke über die Grenze aus. 20. September 2001 Nach monatelangen Verhandlungen unterzeichnet der weltweit führende US-amerikanische Automobilkonzern General Motors (GM) ein Übernahme-Abkommen für den bankrotten südkoreanischen Autohersteller Daewoo. (Der Ford-Konzern hatte ein Jahr zuvor ein Übernahme-Angebot von etwa sieben Milliarden US-Dollar wieder zurückgezogen. Als weitere Bieter ebenfalls einen Rückzug machten, wurde Daewoo im November mit einer Überschuldung von etwa 18 Milliarden US-Dollar für bankrott erklärt.) Das Vertragswerk zwischen GM, Daewoo Motors und dessen Gläubigern sieht die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für die „wachstumsträchtigen Märkte Asiens“ vor. Für eine Zwei-Drittel-Beteiligung wollen GM und dessen Partner Fiat rund 400 Millionen US-Dollar bezahlen. Die Marke Daewoo soll (zumindest vorerst) beibehalten werden. 15. Oktober 2001 Japans Regierungschef Junichiro Koizumi entschuldigt sich in Seoul mit einer Kranzniederlegung zum Gedenken an die koreanischen Opfer der japanischen Kolonialherrschaft (1910-45) bei den Koreanern für die von seinen Landsleuten begangenen Greueltaten. 14. November 2001 Die jüngste Gesprächsrunde zwischen Süd- und Nordkorea ist nach fünf Tagen bereits wieder gescheitert, und die von Vereinigungsminister Hong Soon-yung angeführte südkoreanische Delegation verläßt Nordkorea unverricheteter Dinge. Selbst der zuvor prinzipiell vereinbarte Termin für eine weitere, vierte Familienbegegnung im Dezember wurde verworfen. Auch auf einen Ort und Termin für die nächsten Wirtschafts- und Ministergespräche konnte man sich nicht einigen. Entsprechend der bisherigen Rotationspraxis sollte das nächste Treffen in Südkorea stattfinden. Das lehnten die Nordkoreaner jedoch ab. Als Begründung wurden die nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA stark erhöhten Sicherheitsvorkehrungen in Südkorea angeführt, von denen die Nordkoreaner behaupten, sie seien gegen ihr Land gerichtet. Beide Seiten machen sich gegenseitig für das Scheitern der Gespräche verantwortlich. 8. März 2002 Das südkoreanische „Maria Infertility Hospital Medical Institute“ in Seoul teilt mit, daß es einen menschlichen Embryo zu therapeutischen Zwecken geklont habe. Bei dem Verfahren sei das Erbmaterial einer Körperzelle in entkernte Eizellen einer Kuh übertragen worden. Nach der Teilung der Zellen seien Embryonen in einem frühen Stadium entstanden. 15. April 2002 Eine aus Peking kommende Maschine der Air China mit 166 Menschen an Bord prallt beim Landeanflug auf den Flughafen der südkoreanischen Hafenstadt Busan bei Nebel und starkem Wind gegen einen Berg und zerschellt. 38 Menschen überleben das Unglück z.T. schwer verletzt, darunter auch der 32jährige chinesische Pilot, der sich an den Unfallhergang jedoch nicht mehr erinnern kann. Busan, nach Seoul die zweitgrößte Stadt des Landes, ist einer der Spielorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, die am 31. Mai beginnt. An Bord des abgestürzten Flugzeuges befanden sich überwiegend südkoreanische Touristen. 28. April 2002 Im abgelegenen nordkoreanischen Ferienort Kumgang sehen nach 50 Jahren der Trennung 99 Südkoreaner erstmals ihre Verwandten aus dem kommunistischen Norden wieder. Die beiden koreanischen Staaten nehmen damit die 2001 von Nordkorea ausgesetzten Familientreffen wieder auf. 31. Mai 2002 In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wird die 17. Fußballweltmeisterschaft feierlich eröffnet. Erstmals findet das Sportereignis in Asien statt und erstmals wird es von zwei Ländern ausgerichtet: Südkorea und Japan. Beide Länder erhoffen sich dadurch auch eine Verbesserung ihres historisch belasteten Verhältnisses. 32 Mannschaften haben sich für das Turnier qualifiziert, darunter vier Länder, die noch nie an einer WM-Endrunde teilgenommen haben: China, Senegal, Ecuador und Slowenien. Noch nie wurde eine Fußball-WM in 20 Stadien und an zehn verschiedenen Orten ausgetragen. Da die Mannschaften, Funktionäre und Fans zwischen dem asiatischen Festland und den japanischen Inseln pendeln müssen, wird es auch die bislang teuerste Weltmeisterschaft. Nach der Eröffnungsfeier trifft Titelverteidiger Frankreich auf Senegal – und verliert mit 0:1. Das Endspiel wird am 30. Juni in der japanischen Hafenstadt Yokohama stattfinden, wo das größte und teuerste Stadion der WM steht: Es bietet 70.564 Zuschauern Platz und kostete umgerechnet 538 Millionen Euro. (Das senegalesische Team schafft es bis ins Viertelfinale und scheidet erst nach dem Spiel gegen die Türkei aus, das es mit 0:1 verliert. Südkoreas Mannschaft dringt, umjubelt von Millionen Landsleuten, überraschend bis ins Halbfinale vor, scheitert dann aber an Deutschland. Aus dem Endspiel zwischen Brasilien und Deutschland geht Brasilien mit 2:0 als Sieger hervor und ist damit zum fünften Mal nach 1958, 1962, 1970 und 1994 Weltmeister.) 30. Juni 2002 Ein Seegefecht zwischen süd- und nordkoreanischen Kriegsschiffen im Gelben Meer hat die Spannungen auf der geteilten Halbinsel wieder erheblich verschärft und den Bemühungen des südkoreanischen Staatspräsidenten Kim Dae Jung um eine Wiederversöhnung mit dem kommunistischen Norden einen schweren Rückschlag versetzt. Bei dem schwersten militärischen Zusammenstoß beider Länder auf See seit 1999 kamen nach Angaben aus Seoul fünf südkoreanische Marinesoldaten ums Leben und wurden weitere 20 verwundet. Auf der gegnerischen Seite habe es mindestens drei Dutzend Tote oder Verletzte gegeben. Ein südkoreanisches Schnellboot wurde versenkt. Beide Koreas werfen sich gegenseitige militärische Provokation vor. 31. Juli 2002 Das südkoreanische Parlament lehnt die Kandidatin von Präsident Kim Dae-jung für das Ministerpräsidentenamt ab. Im Falle ihrer Wahl wäre die 62 Jahre alte Theologin und frühere Universitätsprofessorin Chang Sang die erste Frau in dieser Position gewesen. Die Ablehnung von Frau Chang aufgrund zweifelhafter Immobiliengeschäfte und eines schöngefärbten Lebenslaufs ist eine weitere Niederlage für den Staatschef, dessen Ansehen in den vergangenen Wochen unter Korruptionsskandalen in seiner Familie und in der Regierung gelitten hatte. (Am 9. August nominiert Dae-jung den Herausgeber der größten Wirtschaftszeitung, den 50jährigen Chang Dae-Whan, als neuen Ministerpräsidenten. Doch auch er scheitert letztlich Ende August am Veto der Parlamentarier, nachdem er wegen dubioser Kredite in die Kritik geraten war. Sein „Nachfolger“ wird am 10. September der 69jährige ehemalige Vorsitzende der Wahlkommission und frühere Richter am Obersten Gerichtshof, Kim Suk-Soo.) 7. August 2002 Bei einer Zeremonie zum Baubeginn eines Atomkraftwerks im nordkoreanischen Kumho ruft der US-amerikanische Sondergesandte Charles Pritchard die Führung in Pjöngjang zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) auf und verlangt die sofortige Zulassung neuer Inspektionen durch die IAEO. Der Erfolg des von einem internationalen Konsortium unter der Führung der USA, Südkoreas und Japans finanzierten Reaktorprojekts hänge von Nordkoreas Kooperation mit der Atomenergie-Organisation ab. Nach Ansicht der USA und Südkoreas hatte Nordkorea in seinen alten Kernkraftwerken sowjetischer Bauart ausreichend atomwaffentaugliches Material zum Bau von mindestens einer Atombombe hergestellt. 11. August 2002 Heftige Unwetter mit wolkenbruchartigen Regenfällen und Überschwemmungen haben in Südkorea mindestens drei Dutzend Tote gefordert. Die Mehrzahl der Opfer kam bei Erdrutschen ums Leben. 12. August 2002 Nach neunmonatiger Pause kommen nord- und südkoreanische Politiker erstmals wieder zu Gesprächen zusammen, um den Friedensprozeß zwischen den beiden Staaten voranzutreiben. Während des dreitägigen Treffens in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul soll vor allem die Umsetzung früher getroffener Vereinbarungen erörtert werden. 19. August 2002 Die Regierung in Seoul gibt bekannt, daß erstmals seit fünf Jahren Nordkoreanern eine Flucht nach Südkorea auf dem Seeweg gelungen ist. 21 Flüchtlinge, darunter zehn Kinder, sind im südkoreanischen Hafen Inchon eingetroffen, nachdem sie zuvor mit einem Fischerboot von der nordkoreanischen Westküste in internationale Gewässer und anschließend in südkoreanisches Hoheitsgebiet gesegelt waren. Eine Flucht von Nord- nach Südkorea über den Landweg ist wegen der verminten und scharf bewachten entmilitarisierten Zone der geteilten Halbinsel nahezu unmöglich. Derzeit suchen die meisten Flüchtlinge den indirekten Weg in die Freiheit über ausländische Vertretungen in China. 1. September 2002 Der schwerste Tropensturm seit 1959 fordert in Südkorea mindestens 140 Todesopfer und richtet riesige Sachschäden an. Der von sintflutartigen Regenfällen begleitete Taifun „Rusa“ schwemmt Ackerland weg, beschädigt zahlreiche Brücken, Straßen und Gebäude und bringt vorübergehend den Flug-, Schiffs- und Straßenverkehr z.T. völlig zum Erliegen. Die Regierung setzt tausende von Soldaten zur Beseitigung der Schäden ein. 1. November 2002 Der zweitälteste Sohn des südkoreanischen Staatspräsidenten Kim Dae Jung wird vom Bezirksgericht in Seoul zu dreieinhalb Jahren Haft wegen Korruption verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, daß der 52jährige Kim Hong-up Geld von Geschäftsleuten angenommen und sich als Gegenleistung für deren Interessen eingesetzt hat. Außerdem muß Kim wegen Steuerhinterziehung eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet rund 420.000 Euro bezahlen. Auch der jüngste Sohn des Präsidenten, der 39jährige Kim Hong-gul, muß sich seit Mitte des Jahres wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit vor Gericht verantworten. Der scheidende 77jährige Präsident – sein Nachfolger wird im Dezember gewählt –, dem die Opposition trotz aller Versuche keine Verwicklungen in das Fehlverhalten seiner Söhne nachweisen konnte, bezeichnet die Verhaftung seiner Söhne als das größte Unglück, das ihm je widerfahren sei. (Kim Hong-gul wird am 11. November der Korruption für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von umgerechnet 167.000 Euro verurteilt.) 18. Dezember 2002 Der Reformpolitiker Roh Moo Hyun gewinnt die Präsidentschaftwahl in Südkorea. Der 56jährige Kandidat der regierenden Demokratischen Milleniumspartei setzt sich mit 48,9 Prozent der Stimmen gegen Oppositionsführer Lee Hoi Chang durch, der 46,6 Prozent erhält. Roh kündigt an, daß er in Zusammenarbeit mit den USA versuchen wolle, an der Überwindung des Konflikts über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Einen Militärschlag gegen den Norden lehnt er strikt ab. „Für mich gibt es keine militärische Option“, sagt er. Und außerdem habe er kein Problem damit, „anders als die Amerikaner zu denken, wenn es hilft, Krieg in Korea zu verhindern. Bereits im Wahlkampf hatte er erklärt, daß er die „Sonnenscheinpolitik“ des bisherigen Staatschefs Kim Dae Jung, der verfassungsgemäß nicht mehr kandidieren konnte, fortsetzen und Nordkorea weiterhin wirtschaftlich unterstützen wolle. Sein 67jähriger konservativer Gegenkandidat hingegen hatte erklärt, daß er als Präsident sämtliche Wirtschaftshilfen für Nordkorea beenden werde. Kein Geld mehr für den „Atomschurken“ Kim Jong Il, forderte er. Für Lee Hoi Chang ist es die zweite Niederlage. Er war schon 1997 gegen Kim unterlegen. 28. Januar 2003 Der Südkoreaner Jong Wok Lee wird zum neuen Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gewählt. Er arbeitet seit fast 20 Jahren für die Organisation und leitete zuletzt das Programm zum Kampf gegen Tuberkulose. Der Posten an der Spitze der WHO wurde frei, weil die Ärztin und frühere norwegische Regierungschefin Gro Harlem Brundtland (1981; 1986-89; 1991-96) keine zweite Amtszeit anstrebte. 6. Februar 2003 Während ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums in einem Interview mit dem britischen Radiosender BBC erklärt, daß Nordkorea für den Fall einer weiteren Konzentration US-amerikanischer Truppen in der Pazifikregion einen militärischen Erstschlag gegen die rund 37.000 in Südkorea stationierten amerikanischen Soldaten nicht ausschließt, ist in der kommunistischen Parteizeitung „Rodong Sinmun“ zu lesen: „Sollten die USA einen Überraschungsangriff auf unsere friedlichen Nuklearanlagen starten, wird dies einen Krieg auslösen.“ Bereits einige Tage zuvor hatte Nordkorea den USA nach Berichten über eine mögliche Entsendung von Flugzeugträgern, Bombern und Truppen in die Region zum wiederholten Male die Vorbereitung eines Angriffs unterstellt. 14. Februar 2003 Ungeachtet des derzeitigen Konflikts um das nordkoreanische Atomprogramm eröffnen Süd- und Nordkorea die erste grenzüberschreitende Straßenverbindung seit 1953: Mit 22 Bussen fährt eine Gruppe von rund 500 Unternehmensvertretern und Regierungsbeamten aus Südkorea über einen Straßenkorridor durch die demilitarisierte Zone zwischen beiden Ländern. Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums dient die Fahrt einem zweitägigen Test des Landwegs zum grenznahen Kumgang-Gebirge an der nordkoreanischen Ostküste. Bereits Ende März sollen die ersten südkoreanischen Touristen mit organisierten Touren auf der bislang behelfsmäßigen Straße zu dem Erholungsgebiet fahren können, wohin der südkoreanische Hyundai-Konzern bereits seit Ende 1998 Kreuzfahrten organisiert. 20. Februar 2003 Ein nordkoreanischer Kampfjet dringt fast dreizehn Kilometer in den südkoreanischen Luftraum ein und dreht erst nach Annäherung von zwei südkoreanischen Kampfjets wieder ab. Nach Angaben aus Seoul handelt es sich um den ersten derartigen „provokativen“ Zwischenfall seit zwei Jahrzehnten. Drei Tage zuvor hatte Nordkorea mit einer Aufkündigung des Waffenstillstandsabkommens vom 27. Juli 1953 mit Südkorea gedroht, sollten die USA Sanktionen – etwa eine Seeblockade – gegen das Land verhängen, um es zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu zwingen. 25. Februar 2003 Roh Moon Hyun wird als neuer Staatspräsident Südkoreas vereidigt und erklärt zum wiederholten Male, daß er sich jedem Plan der USA, die umstrittenen Atomanlagen Nordkoreas anzugreifen, widersetzen werde. Die Möglichkeit, daß Nordkorea Atomwaffen entwickle, stelle zwar eine Bedrohung des Weltfriedens dar, doch sollte die seit Oktober 2002 wegen des nordkoreanischen Atomprogramms angespannte Lage durch Dialog mit dem isolierten Land und der Bildung gegenseitigen Vertrauens entschärft werden. 26. Februar 2003 Die Führung Nordkoreas fordert seine Streitkräfte und die Bevölkerung auf, sich für einen Krieg gegen die USA zu wappnen, da die Amerikaner jederzeit mit einem Angriff auf Nordkorea beginnen könnten. Hintergrund sind offenbar amerikanisch-südkoreanische Manöver im März, die man in Pjöngjang als Provokation empfindet. Das US-Militär in Südkorea hatte die jährlich stattfindenden Übungen mit südkoreanischen Truppen im Januar angekündigt und ihren defensiven Charakter betont. Zudem haben die USA wiederholt erklärt, daß sie keinen Präventivschlag auf Nordkorea planen und die Krise um das im Herbst 2002 bekanntgewordene nordkoreanische Atomprogramm diplomatisch lösen wollen. Allerdings lehnen die USA einen Nichtangriffspakt, wie ihn Nordkorea fordert ab, und man spricht auch in Washington von einer „weiteren Provokation“ von Seiten Pjöngjangs, da Nordkorea den Atomreaktor in Yongbyon reaktiviert hat. Nach Ansicht der Amerikaner ist Nordkorea damit in der Lage, aus 8.000 früher gelieferten Brennstäben innerhalb weniger Monate fünf oder sechs Plutonium-Bomben zu produzieren. Außerdem vermutet man in Washington, daß Nordkorea bereits über ein oder zwei Atombomben verfügt. 3. März 2003 Zwei Wochen nach dem verheerenden U-Bahnanschlag in der drittgrößten südkoreanischen Daegu ist die Zahl der Todesopfer auf 198 gestiegen. Über 115 Menschen liegen noch im Krankenhaus. Gegen den mutmaßlichen Attentäter, der mit Verletzungen überlebte, hat ein Gericht Haftbefehl wegen des Vorwurfs des Totschlags durch Brandstiftung erlassen. Der 56 Jahre alte, psychische kranke Mann soll die Katastrophe am 18. Februar ausgelöst haben, indem er einen mit Benzin gefüllten Karton anzündete. Ihm droht die Todesstrafe. Auch sechs U-Bahnbeschäftigte , darunter einer der Zugführer, wurden verhaftet. Sie sollen sich in Sicherheit gebracht haben, ohne vorher alle Waggontüren geöffnet zu haben. Ihnen droht eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung, da viele der Opfer in den verschlossenen Wagen erstickten. Nach dem Anschlag wurden vor allem große Sicherheitsmängel im U-Bahnsystem kritisiert. Es war bereits das zweite U-Bahn-Unglück in Daegu. Im April 1995 hatten 100 Menschen bei einer Explosion in einer U-Bahn-Baustelle ihr Leben verloren. (Am 6. August wird der 56jährige Kim Dae Han der Brandstiftung und des Mordes für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft verurteilt.) 4. März 2003 Die USA und Südkorea beginnen mit einem bis zum 2. April dauernden gemeinsamen Manöver, das von Nordkorea als Vorbereitung auf einen Krieg kritisiert wird. Die USA erklären erneut, die Übung sei allein auf Verteidigungsstrategien ausgelegt und stehe in keinem Zusammenhang mit dem derzeitigen Atomstreit mit Nordkorea. US-Präsident George W. Bush bekräftigt zum wiederholten Male, daß man die Differenzen gemeinsam mit China, Rußland, Japan und Südkorea friedlich beilegen wolle, schließt jedoch gleichzeitig die Anwendung militärischer Gewalt als letzten Mittel nicht aus, falls Nordkorea nicht auf andere Weise an der Entwicklung von Atomwaffen gehindert werden kann. Am Tag zuvor hat ein neuer Zwischenfall die Spannungen auf der koreanische Halbinsel weiter verschärft: Erstmals seit 1969 fingen nordkoreanische Jagdflugzeuge ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug ab. Die vier Maschinen verfolgten die US-Maschine 20 Minuten lang und näherten sich ihr bis auf eine Entfernung von rund 15 Metern, bevor sie wieder abdrehten. Der Vorfall, der sich rund 150 Kilometer vor der nordkoreanischen Küste über dem Japanischen Meer ereignete, wurde vom US-Verteidungsministerium als eine weitere Provokation bezeichnet, mit denen Nordkorea seit einiger Zeit Aufmerksamkeit erregen wolle. 10. März 2003 Nach einem ersten Raketentest am 25. Februar schießt Nordkorea eine weitere Rakete ins Japanische Meer ab. In Südkorea und Japan geht man davon aus, daß es sich wiederum um eine Schiffszielrakete kurzer Reichweite handelt. 1. April 2003 Südkoreas Militär dementiert zuvor gemachte japanische Angaben, wonach Nordkorea erneut eine Anti-Schiffsrakete über dem Gelben Meer abgefeuert habe. Wenig später erklärt auch die Regierung in Tokyo, man könne die Richtigkeit der Informationen nicht bestätigen. Japans Medien hatten unter Berufung auf Regierungsvertreter berichtet, Nordkorea habe eine Rakete mit einer Reichweite von 60 Kilometern von der Westküste aus gestartet. Die Berichte über den Test erfolgten nur wenige Tage nach dem Start zweier japanischer Spionagesatelliten, die zur Überwachung der Raketenabschußrampen in Nordkorea ins All befördert worden waren. Nordkorea hatte Japans Vorgehen als „feindlichen Akt“ verurteilt. Währenddessen haben die in Südkorea stationierten Streitkräfte der USA mitgeteilt, nach Beendigung eines Großmanövers einige dafür verlegte F-117-„Tarnkappenbomber“ und Einheiten als Abschreckung gegen Nordkorea vorerst im Süden der geteilten Halbinsel zu belassen. 4. August 2003 Chung Mong Hun, der 55jährige Sohn des am 21. März 2001 im Alter von 85 Jahren vestorbenen Hyundai-Firmengründers Chung Ju Yung begeht in Seoul Selbstmord, indem er aus dem Fenster seines Büros im zwölften Stock der Unternehmenszentrale springt. Die Tat steht offenbar im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen ihn wegen illegaler Zahlungen an Nordkorea vor dem innerkoreanischen Gipfeltreffen im Juni 2000. Nach dieser als historisch gewerteten Begegnung des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung und des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il hatte sich herausgestellt, daß Nordkorea mit Finanzleistungen an den Verhandlungstisch gelockt worden war. Gegen Chung Mong Hun lief im Zusammenhang mit dieser Affäre, die sich in Südkorea zum politischen Skandal ausweitete, ein Gerichtsverfahren. Der Anklage zufolge soll Hyundai heimlich 100 Millionen Dollar an Pjöngjang gezahlt haben. Dabei soll Chung die Bilanzbücher manipuliert haben, um diese Zahlungen zu verschleiern. Chung Mong Hun war zum Zeitpunkt seines Todes Vorsitzender von Hyundai-Asan, einer Tochterfirma des Gesamtkonzerns, die zahlreiche Joint Ventures mit dem kommunistischen Nordkorea betreibt. 29. August 2003 In Peking gehen dreitägige Gespräche zwischen Delegationen aus Nordkorea, den USA, China, Südkorea, Japan und Rußland über Nordkoreas Atomprogramm ohne jegliches Ergebnis zu Ende. Nordkorea erklärt weitere Verhandlungen für zwecklos, da diese nur das Ziel seiner Entwaffnung hätten, und wiederholt die Forderung nach einem Nichtangriffspakt mit den USA. „Der Atomkonflikt kann nur durch Schritte der US-Regierung zur Aufhebung ihrer feindlichen Politik gegen Nordkorea gelöst werden“, heißt es von Seiten der nordkoreanischen Regierung. Andernfalls sehe man sich zum Ausbau der „atomaren Abschreckung“ gezwungen. 13. September 2003 Der von sintflutartigen Regenfällen begleitete, mit bis zu 216 Stundenkilometern über Südkorea hinwegfegende Taifun „Maemi“ fordert über 100 Menschenleben und hinterläßt eine Spur der Verwüstung. Zahlreiche Dörfer werden überflutet. Zigtausende müssen wegen Erdrutschen und Überschwemmungen aus ihren Häusern evakuiert werden. 2. Oktober 2003 Der frühere neuseeländische Ministerpräsident David Lange (1984-89) wird „für seinen seit Jahren beharrlichen Kampf für eine Welt ohne Atomwaffen“ mit einem nicht dotierten Alternativen Nobelpreis geehrt. Die drei anderen Ehrenpreise, die am 8. Dezember 2003 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm übergeben werden, gehen an die philippinischen Menschenrechtsaktivisten Walden Bello und Nicanor Perlas, die „Bürgerkoalition für wirtschaftliche Gerechtigkeit“ in Südkorea und die ägyptische Agrar-Unternehmensvereinigung SEKEM. 12. Februar 2004 Südkoreanische Wissenschaftler haben offenbar erstmals einen menschlichen Embryo geklont und diesem Stammzellen entnommen. Das Experiment sei gelungen, weil das Team äußerst junge Eizellen von südkoreanischen Freiwilligen entnommen und das genetische Material mit größter Vorsicht behandelt habe, erklären die Forscher der Nationalen Universität in Seoul. 12. März 2004 Das südkoreanische Parlament in Seoul entmachtet den erst seit einem Jahr amtierenden Präsident Roh Moo Hyun. Für eine Amtsenthebung sprechen sich 193 von 273 Abgeordneten aus. Damit erreicht der Antrag der Opposition die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Zunächst werden die Funktionen des Staatschefs nur ausgesetzt. Erst das Verfassungsgericht wird – spätestens in sechs Monaten – endgültig entscheiden, ob Roh abgesetzt wird. Ihm werden Verstöße gegen das Wahlgesetz vorgeworfen. Er soll seinen Wahlkampf teilweise über illegale Spenden finanziert haben. Die Geschäfte übernimmt kommissarisch Ministerpräsident Goh Kun. Im Parlament kommt es nach der Abstimmung zu tumultartigen Szenen, da Rohs Anhänger heftig gegen die Entscheidung protestieren. Letztlich legen die 47 Abgeordneten der erst im November 2003 gegründeten Uri-Partei, die Roh unterstützt, ihre Mandate nieder. Es ist das erste Amtsenthebungsverfahren in der Geschichte Südkoreas. (Am 15. April erringt das Reformlager des entmachteten Präsidenten bei den Parlamentswahlen einen überwältigenden Sieg, d.h. die Uri-Partei wird künftig 151 von insgesamt 299 Sitzen der Nationalversammlung innehaben. Die oppositionelle Große Nationalpartei [GNP] bringt es auf 121 Sitze [bislang 137]. Weitere Verliererin ist die oppositionelle Große Milleniumspartei [MDP], die nach zuvor 61 nur noch auf neun Mandate kommt. Damit können die liberalen Kräfte erstmals nach vier Jahrzehnten die Vormachtstellung der Konservativen im Parlament brechen. Am 14. Mai erklärt das Verfassungsgericht die Absetzung Rohs für gesetzeswidrig und er kehrt triumphierend in sein Amt zurück.) 12. Mai 2004 Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler kündigt das gemeinschaftliche Nutzfahrzeug-Unternehmen mit dem südkoreanischen Automobilkonzern Hyundai auf und will zudem seinen eigenen Anteil von 10,44% an Hyundai Motors verkaufen. Drei Wochen zuvor hatte DaimlerChrysler, seit 2001 mit 37% größter Einzelgesellschafter von Mitsubishi Motors Corporation (MMC), auch dem mit über 5 Milliarden Euro verschuldeten japanischen Partner den Geldhahn zugedreht. 22. Juni 2004 In der Nähe von Bagdad wird die enthauptete Leiche eines 33jährigen südkoreanischen Dolmetschers gefunden, den Terrroristen einige Tage zuvor entführt hatten. Die Kidnapper hatten Südkorea aufgefordert, seine rund 600 im Irak stationierten Soldaten unverzüglich abzuziehen. Die Regierung in Seoul hatte sich geweigert und erklärt, man werde sich nicht erpressen lassen und außerdem im August weitere 3.000 Soldaten nach Nahost entsenden. 12. August 2004 Südkorea wird seine Hauptstadt vom überfüllten Seoul in die Provinz verlegen. 2007 sollen die Arbeiten zum Bau einer neuen Hauptstadt 160 Kilometer südlich von Seoul beginnen, teilt Ministerpräsident Lee Hai Chan mit. Bis 2014 sollen die meisten Ministerien und Behörden fertiggestellt sein. Die Kosten für den Bau schätzt die Regierung auf 45,6 Billionen Won (32 Milliarden Euro). Mit der Entscheidung erfüllt Präsident Roh Moo Hyun ein Wahlversprechen. 20. August 2004 In China ist eine tödlich Form der Geflügelpest, wie die besonders schwere Form der Vogelgrippe bezeichnet wird, bei Schweinen entdeckt worden. Forscher des Instituts für Tiermedizin in Harbin wiesen den Virenstrang namens H5N1 nach, wie ein Mitarbeiter des Labors in der nordchinesischen Stadt bestätigt. „Die große Sorge ist, daß das Virus auch auf Säugetiere überspirngt“, heißt es. Die Forscher sind besonders bei Schweinen alarmiert, da diese dem Menschen genetisch ähneln. Von Januar bis März 2004 sind in China, Vietnam, Thailand, Südkorea, Japan, Taiwan, Indonesien, Pakistan, Kambodscha und Laos rund 100 Millionen Hühner und anderes Geflügel an der Geflügelpest verendet oder mußten getötet werden, davon allein je 36 Millionen in Vietnam und Thailand. In Thailand starben acht Menschen, überwiegend Kinder und Jugendliche, an der Vogelgrippe, in Vietnam 15. In den anderen Ländern kam es nach offiziellen Angaben zu keiner Übertragung auf Menschen. Obwohl seit Mitte November 2003 bekannt war, daß es in Thailand Fälle der Vogelkrankheit gab und obwohl das tahiländische Gesundheitsministerium bereits im Dezember die Krankenhäuser angewiesen hatte, Menschen mit grippalen Erkrankungen auf die Vogelseuche zu testen, gab die Regierung aus „Angst vor einer Massenpanik“ erst Ende Januar 2004 offiziell den Ausbruch der Seuche zu. Eine ähnliche Verschleierungstaktik betrieb die Regierung Indonesiens. Huhn ist das beliebteste Fleisch in Südostasien. Überall in der Region, besonders in den weniger entwickelten Ländern, lebt Geflügel in engem Kontakt mit Menschen. Allein in Vietnam halten rund acht Millionen Haushalte durchschnittlich zwei Dutzend Hühner für den privaten Verzehr und wegen der Eier. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedroht die Geflügelpest die Menschheit weltweit, auch wenn sich bislang alle Erkrankten immer beim Geflügel ansteckten. Wenn Hühnergrippeviren auf die Erreger treffen, welche die menschliche Influenza hervorrufen, könnten sie zu einem neuen Virustyp mutieren. Dann wäre die Seuche von Mensch zu Mensch übertragbar. Eine weltweite Epidemie mit Millionen von Toten könnte dann die Folge sein. 11. November 2004 Nach Einschätzung der UN-Atombehörde IAEA in Wien hat Südkorea in seinen geheimen Nuklearversuchen atomwaffenfähiges Material hergestellt. In dem veröffentlichten Bericht heißt es weiter, es scheine sich aber um eine extrem kleine Menge von waffenfähigem Uran und Plutonium zu handeln. Das Dossier wurde nach Enthüllungen erstellt, daß Südkorea Versuche zur Anreicherung von Uran und Plutonium-Wiederaufarbeitung unternommen habe. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Korea-Süd...Chun Doo Hwan Militär, Staatspräsident von Südkorea (1980-88) geboren: 23.01.1931 (Naechonri) Literatur... Chung Ju Yung Industrieller geboren: 1915 gestorben: 21.03.2001 (Seoul) Literatur... Kim Dae Jung Politiker, Staatspräsident von Südkorea (1998-2003) geboren: 03.12.1925 (Haei-do) Nobelpreis für Frieden 2000 Literatur... Kim Young Sam Politiker, Staatspräsident von Südkorea (1994-98) geboren: 20.12.1927 (Insel Koje) Literatur... Sun Myung Moon Sektenführer geboren: 06.01.1920 (Jeonigiu) Literatur... Park Chung Hee Militär, Staatspräsident von Südkorea (1963-79) geboren: 30.09.1917 (Sonsan-gun) gestorben: 26.10.1979 (Seoul (ermordet)) Literatur... Syngman Rhee Politiker, Staatspräsident von Südkorea (1948-60) geboren: 26.04.1875 gestorben: 19.07.1965 (Honolulu (Hawaii)) Literatur... Roh Tae Woo Politiker, Staatspräsident von Südkorea (1988-92) geboren: 04.12.1932 (Taegu) Literatur... Isang Yun Komponist, Musikpädagoge geboren: 17.09.1917 (Tongyong) gestorben: 03.11.1995 (Berlin) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |