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KasachstanRepublik Kasachstan Basisdaten Chronik
![]() Geografie Das Land Das Staatsgebiet Kasachstans liegt zwischen Europa und Asien und erstreckt sich vom Kaspischen Meer im Westen bis zu den Altai-Gebirgen im Osten über zwei Zeitzonen und eine Länge von 3000 km. Im Norden grenzt das Land an das sibirische Tiefland von Rußland, im Süden an die Wüste Kyzylkum und den Gebirgszug Tienschan. Mit einer Fläche von knapp 2,8 Millionen qkm ist Kasachstan etwa fünfmal so groß wie Frankreich. Innerhalb der GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten), dessen Mitglied das Land ist, ist es das zweitgrößte. Insgesamt rund 12.000 km Grenze verbinden Kasachstan mit seinen fünf Nachbarländern: im Südosten mit China, im Süden mit Kirgisistan, mit Usbekistan und mit Turkmenistan. Im Norden schließlich liegt die 6846 km lange Grenze zu Rußland. Faktische Hauptstadt des Landes ist Almati mit rund 1,3 Millionen Einwohnern. Die Stadt an der Grenze zu Kirgisistan ist im Westen besser unter ihrem ehemaligen Namen bekannt: Alma-Ata. Offiziell ist seit 1995 Akmola im nördlichen Zentrum des Landes Hauptstadt. Weitere größere Städte sind Karagandy, Shymkent, Pavlodar, Jambyl und Ust-Kamenogorsk. Große Landesteile Kasachstans bestehen aus Ebenen, mehr als zwei Drittel der Landesfläche sind Wüsten und Halbwüsten. Der Norden ist Teil des Westsibirischen Tieflands, im Westen erstreckt sich die Kaspische Senke, die Kasachensteppe und das Mittelgebirge der Mugodscharberge, das über 700 m hoch ist. Dahinter befindet sich das Kaspische Meer, der größte abflußlose See der Erde. Sein Hauptzufluß ist die Wolga. Zahlreiche Flüsse fließen durch die Steppengebiete (insgesamt gibt es in Kasachstan rund 8500 größere und kleinere Flüsse). Sie münden entweder im Kaspischen Meer oder im Balchasch- oder Saissansee, den neben dem Aralsee wichtigsten Binnengewässern in Kasachstan. Die größten Flüsse sind der Ural und der Emba, die in das Kaspische Meer fließen, während der Syrdaria im Aralsee, die Flüsse Ishim und Tobol im Arktischen Ozean münden. Das Zentrum des Landes wird vom Tafelland von Turgai und von der weiten Kasachischen Schwelle eingenommen. Im Süden befinden sich Wüsten und das Tiefland von Turan, in dem der Aralsee liegt. Der Aralsee ist der bekannteste der ingesamt rund 48.000 Seen des Landes, von denen ein Teil salzhaltig ist. In der Region des Balchaschsees weiter östlich liegt die Hungersteppe (Betpak-Dala), Mujunkum und das Siebenstromland. Am Ost- und Südostrand dieser Regionen stehen Hochgebirge. Das südliche Altai- und das westliche Tarbagataigebirge und an der Grenze zu China, und das nördliche Tienschan mit dem 4973 m hohen Transili-Alatau, dem höchsten Berg Kasachstans. In den Gebirgen des Landes finden sich etwa 2700 Gletscher. Klima In Kasachstan herrscht ein trocken-kontinentales Klima vor, was durch die gebirgsbedingte Abgeschirmtheit des Landes von den großen Ozeanen und ihren Regenwolken begründet ist. Die geringen durchschnittlichen Regenfälle nehmen vom Süden mit 150 mm im Jahr in Richtung Norden mit 300 mm im Jahr nur wenig zu. Lediglich in bevorzugten Lagen der Hochgebirge regnen häufiger aufsteigende Wolken ab und steigern dadurch örtlich begrenzt den Niederschlagswert bis auf über 1000 mm im Jahr. Die Temperaturen sind jahreszeitlich extrem unterschiedlich: harte kalte Winter wechseln sich mit heißen Sommern ab. In Alma-Ata (Almati) betragen sie durchschnittlich –10°C im Januar, steigen aber im Juli auf 24°C. Die niedrigsten Wintertemperaturen können auch unter -40°C fallen, im Sommer dagegen bis über + 30°C ansteigen. Häufig treten Sandstürme auf. Flora und Fauna Die Pflanzenwelt Kasachstans ist im äußersten Norden und an der Grenze zu Sibirien von Waldsteppen geprägt, die weiter südlich in echte Steppenzonen übergehen. Diese nehmen etwa ein Viertel der Gesamtfläche des Staates ein. Weiter südlich geht das Land in Halbwüsten und schließlich in extrem trockene Wüstenzonen über, die zusammen mehr als die Hälfte der Staatsfläche Kasachstans einnehmen. Durch kontinuierlich wehende starke Winde in den Steppen und Wüsten entsteht starke Bodenerosion, was zu weiterer Verödung der betreffenden Gebiete führt. Die Region zwischen den Bergketten im Süden und dem Aralsee hat trotz der Unwirtlichkeit der Region einen großen Reichtum an Flora und Fauna. Die Pflanzenwelt hat sich auf die großen Temperaturunterschiede und den Mangel an Grundwasser eingestellt. So bilden etwa manche Pflanzen doppelte Wurzelsysteme aus, von denen das eine nahe an der Oberfläche liegt und hier den seltenen und spärlichen Frühlingsregen aufnimmt, das andere dagegen bis auf eine Tiefe von 70 m vordringt, um von dort die Pflanze in den Trockenzeiten mit Feuchtigkeit zu versorgen. Zwergwuchs und ein hoher Anteil an Holzgewebe sowie behaarte Blätter sind weitere Anpassungserscheinungen an die ungünstigen Naturbedingungen. Bei guter Wasserversorgung dagegen, wie sie zum Beispiel an Oasen oder ganzjährig Wasser führenden Flüssen anzutreffen ist, ergibt sich eine üppige Vegetation. Hier treten Gräser wie zum Beispiel Majoran, Süßklee und Beifuß auf. Weitere häufig auftretende Pflanzen in diesem Raum sind Schilfrohr, Weiden, Pappeln und Binsen. Zudem finden sich hier schätzungsweise 250 verschiedene medizinische Heilkräuter. Auch die Tierwelt in Kasachstan ist reichhaltiger, als die großen Wüstenflächen vermuten lassen. Rund 155 Säugetierarten, 480 Vogel- und 150 Fischarten leben im Land, vorrangig an den Seen und entlang der Flüße, aber auch in den Steppenwüsten. Die Tierwelt reicht von Wölfen, Bären, Füchsen, Luchsen, Gazellen und Kamelen bis hin zur Wüstenspringmaus und zahlreichen Eidechsen- und Schlangenarten. Auch Reptilien und Insekten kommen in verschiedenen Arten vor. Zahlreichen Zugvögeln dient insbesondere der Aralsee als Rastplatz. Ursprünglich lebten im Aralsee, der inzwischen durch die Umleitung der beiden Hauptzuflüsse zur Bewässerung der umliegenden Regionen auf ein Fünftel seiner Größe geschrumpft ist, 24 Süßwasserfischarten. Durch die starke Versalzung des Sees aufgrund der eingeschwemmten Schadstoffe sind es inzwischen nur noch etwa vier Fischarten. Kultur und Gesellschaft Bevölkerung Die Kasachen, die dem Land ihren Namen gaben, machen nur etwa 44% der Landesbevölkerung aus. Fast gleichstark ist die Bevölkerungsgruppe der seit den 50er Jahren zugewanderten Russen. Weitere nationale Minderheiten im Land sind Deutsche, Ukrainer, Usbeken und Tataren. In den zurückliegenden Jahrzehnten siedelte ein großer Teil der Deutschstämmigen als Spätaussiedler nach Deutschland um, was ihren Anteil in Kasachstan auf rund 650.000 Bewohner reduzierte. Ebenso nahm nach der Unabhängigkeitserklärung 1991 der russische Anteil an der Bevölkerung ab. Gleichzeitig kamen zahlreiche Kasachen aus der Mongolei und dem Iran ins Land. Die Kasachen, die den Turkvölkern entstammen, sind in ihrer Mehrzahl sunnitische Moslems. Die slawischen Russen und Ukrainer gehören dagegen meist dem orthodoxen Christentum an. Momentan leben etwa gleichviel Moslems wie orthodoxe Christen im Land. Kasachisch ist offizielle Landessprache, aufgrund des hohen Anteils an russischstämmigen Staatsbürgern wird in großen Teilen des Landes auch russisch als Umgangssprache gesprochen. Die Besiedlungsdichte ist je nach Region sehr unterschiedlich. Die meisten Bürger Kasachstans leben in den landwirtschaftlich nutzbaren Steppengebieten im Norden sowie im Gebiet in und um die Millionenstadt Almaty im Süden des Landes. Geschichte Seit der Altsteinzeit lassen sich Überreste menschlicher Besiedlung in den Weiten Kasachstans nachweisen. Die neuere Geschichte des Landes beginnt jedoch erst am Ende des 5. Jahrhunderts nach Christus, als die ansäßigen Nomaden unter die Herrschaft von Turkvölkern geraten. Im 10. Jahrhundert wurde Kasachstan Teil des Karachanidenreiches, einer türkischen Dynastie, die ab dem 9. Jahrhundert in der Region herrschte. Anfang des 13. Jahrhunderts eroberten Mongolen unter der Führung von Dschingis Khan das Land und errichteten das Reich der Goldenen Horde, das bis Anfang des 15. Jahrhunderts auch große Teile Sibiriens umfaßte. Als die Macht des mongolischen Reichs schwand, gelang es den Kasachen, sich aus dem usbekischen Khanat (dies bezeichnet muslimische Fürstentümer als Nachfolger des Mongolenreichs) zu lösen und ein eigenes Khanat aus drei Horden zu gründen: der kleinen Horde im Westen, der großen im Osten und der mittleren Horde im Zentrum Kasachstans. Kurz darauf erfolgte die erste Staatsbildung unter dem Khanat des Kasim Khan. Doch wiederholte Überfälle durch einfallende Mongolen führten schließlich dazu, daß einzelne kasachische Führer sich Mitte des 18. Jahrhunderts unter russischen Schutz begaben und dadurch mit den Jahren das ganze Land in den russischen Macht- und Herrschaftsbereich geriet. 1868 wurde Kasachstan dem russischen Zarenreich angeschlossen. Ein Aufstand im Jahr 1916 wurde blutig niedergeschlagen und ab 1917 begann die planmäßige Industrialisierung des Landes durch die Russen, die bald – von gut bezahlten Arbeitsplätzen angelockt – knapp die Hälfte der Bevölkerung stellten. 1920 wurde die Kirgisische ASSR gebildet und 1924 kamen die Gebiete Syrdarja und das Siebenstromland dazu. 1925 wurde das Land in Kasachische autonome Sowjetrepublik (ASSR) umbenannt. Umfassende Kollektivierungen in der Landwirtschaft erfolgten, die das nomadisierende kasachische Volk durch Zwangsmaßnahmen seßhaft machen sollten. Viele Kasachen flohen ins benachbarte China oder schlachteten ihr Vieh, was Anfang der 30er Jahre zu schweren Hungersnöten führte. Im Jahr 1936 wurde die Kasachische Sowjetrepublik als Unionsrepublik vollwertiges Mitglied der Sowjetunion. Während des großen vaterländischen Krieges, des Zweiten Weltkriegs, wurden durch Stalin Russlanddeutsche zwangsangesiedelt. 1954 begann unter dem sowjetischen Präsidenten Chruschtschow eine große Kampagne zur Neuerschließung landwirtschaftlich nutzbaren Landes. Im Rahmen dieser Maßnahmen kamen abermals zahlreiche russische, aber auch andere Immigranten meist als Zwangssiedler und machten die Ansässigen zur Minderheit im eigenen Land. Gleichzeitig wurde in Kasachstan ein Atomtestgelände der Sowjetunion gegründet, auf dem ab 1949 mehr als 500 oberirdische und unterirdische Atomwaffentests stattfanden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion erklärte Kasachstan im Dezember 1991 seine Unabhängigkeit und Nursultan Nasarbajew wurde der erste Präsident. Die im Land stehenden Atomwaffen wurden verschrottet und das Atomtestgelände bei Semipalatinsk geschlossen. Trotz der Unabhängigkeit blieben die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu Rußland. Ein Nichtangriffspakt mit Rußland, China, Kirgisistan und Tadschikistan wurde abgeschlossen und die Truppen an den Grenzen reduziert. Staatsoberhaupt Nasarbajew versuchte, durch Privatisierung der großen Staatsbetriebe das Land auch wirtschaftlich unabhängig zu machen. 1995 wurde er durch eine Volksabstimmung nochmals für fünf Jahre im Amt bestätigt. Nach vorgezogenen Parlamentswahlen im Oktober 1999 löste Kasimschomart Tokajew den erst kurz zuvor gewählten Nurlan Balgimbajew im Amt des Regierungschefs ab. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) kam in einem Bericht zu dem Schluß, daß die Wahl „durch weit verbreitete, durchgängige und widerrechtliche Einmischungen der Exekutivbehörden schwer beeinträchtigt“ worden sei. Bereits im Januar waren von der OSZE große Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Erdrutschsieges des Vorgängerpräsidenten Nasarbajew geäußert worden, da der aussichtsreichste Herausforderer wegen eines vermeintlichen Vergehens gegen das Wahlgesetz von der Kandidatur ausgeschlossen worden war. Von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International liegen Bericht über Folterungen in Polizeihaft und eine systematische Unterdrückung politischer Gegner in Kasachstan vor. für aktuelle Angaben siehe Basisdaten Chronik
Politisches System Kasachstan ist offiziell seit 1995 (mit Änderungen 1998) eine souveräne und demokratische Präsidialrepublik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt ist ein direkt gewählter Präsident (zur Zeit Nursultan A. Nasarbajew). Das Parlament mit zwei Kammern wird aus Unterhaus und Senat gebildet. Die Abgeordneten des Unterhauses (auch Madschlis) werden in direkten Wahlen alle vier Jahre bestimmt, zehn indirekt gewählte Abgeordnete ergänzen das Haus. Dem Senat gehören je zwei mittelbar gewählte Senatoren der 21 Oblysars (Regionen) sowie sieben vom Präsidenten ernannte Abgeordnete an. Der Regierungschef und Ministerpräsident (zur Zeit Kasimchomart K. Tokajew) hat den Vorsitz über die Exekutive. Die wichtigsten Parteien sind die kasachisch-nationalistische Bewegung „Dezember“, die Sozialistische Partei als Nachfolgerin der Kommunisten, die islamische Wiedergeburtspartei sowie die vorwiegend von Russen getragene Bewegung „Einheit“. Wirtschaft Reiche, oftmals noch nicht erschlossene Bodenschätze aus Kohle, Erdöl, Erdgas sowie Eisen- und Kupfererz verheißen dem Land gute Entwicklungschancen in der Zukunft. Die noch in der Sowjetzeit aufgebaute Schwerindustrie hat den Anteil der industriellen Produktion auf 58% des Bruttosozialprodukts anwachsen lassen und Kasachstan damit zum wichtigsten Industriestaat Zentralasiens gemacht. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde so aus einem primär nomadisch orientierten Agrarstaat ein Land, das an der Schwelle zum Industriestaat steht. Exportiert werden heute vor allem Erze, Metalle und Metallwaren, aber auch Kohle, Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Bauxit, Kupfer, Nickel, Blei, Gold, Uran und Chrom. Zu den wenigen landwirtschaftlichen Exportartikeln gehören Getreide und Baumwolle. Von einiger Bedeutung ist auch die Rinderhaltung und die Wollproduktion aus der Haltung von Karakulschafen. Hauptexportpartner ist Rußland. Die Loslösung von der Sowjetunion hat in Kasachstan zu einer wirtschaftlich instabilen Lage geführt. Bis etwa Mitte der 90er Jahre fiel die industrielle Produktion deutlich hinter die Ergebnisse vor der Unabhängigkeit zurück. Seitdem zeigt die Privatisierung erste wirtschaftliche Erfolge, zumal ein Anstieg der Erdölpreise im Jahr 2000 die deutlichen Anzeichen einer Rezession bremste und positive wirtschaftliche Impulse setzte. Im Jahr 1996 wurde ein Abkommen geschlossen, das den Bau einer Erdölleitung zum Schwarzen Meer durch ein internationales Konsortium regelt und so für größere und kontinuierliche Erdölexporte sorgen soll. Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |