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Serbien und MontenegroSerbien und Montenegro (Staatenunion seit 4.2.2003; zuvor Bundesrepublik Jugoslawien) Basisdaten Chronik
![]() Geografie Das Land Die Bundesrepublik Jugoslawien liegt im Südosten Europas auf der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden an Ungarn, im Nordosten an Rumänien, im Osten an Bulgarien, im Süden an Makedonien und Albanien, im Westen an das Adriatische Meer, an Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Seitdem Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Makedonien 1991/92 das 1918 gegründete Jugoslawien verlassen haben, besteht das Land nur noch aus den Republiken Serbien und Montenegro. Mit einer Fläche von 102.173 qkm ist Jugoslawien in etwa so groß wie die beiden deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg zusammen. 87% der Landesfläche werden von der Republik Serbien eingenommen. Im Norden des Landes findet sich ein Tiefland, das den südlichen Teil des Pannonischen Beckens darstellt (Vojvodina, 60-100 m über dem Meeresspiegel). Dieses Tiefland wird von den Flüssen Donau und Theiß entwässert. Südlich von Belgrad, der Hauptstadt Jugoslawiens, schließt sich Hügel- und Bergland an, das im Westen in das Dinarische Gebirge übergeht und im Osten einen Teil des Karpaten-Balkan-Bogens bildet bzw. die Ausläufer der Rhodopen darstellt. Weiter im Süden befinden sich die Beckenlandschaften des Kosovo Polje und des Metohija. Montenegro im Südwesten des Landes ist geprägt durch das verkarstete Hochland des Dinarischen Gebirges, das steil zum nur wenige Kilometer breiten Küstenstreifen an der Adriaküste abfällt. Der Name stammt von dem basalthaltigen und damit dunklen (schwarzen) Berg Lovcen (1748 m) südöstlich der Bucht von Kotor. Höchster Berg Jugoslawiens ist der Daravica mit 2656 m. Längster Fluß ist die Donau, die Jugoslawien auf einer Länge von rund 600 km durchfließt. Zu ihren Nebenflüssen gehören Morava, Theiß und Save. Im Grenzgebiet zu Albanien liegt einer der größten Binnneseen auf dem Balkan, der Skutarisee (391 qkm), an dem beide Länder Anteil haben. Klima Im Küstenbereich im Süden des Landes ist das Klima überwiegend mediterran mit trockenen, heißen Sommern (mittlere Julitemperatur: 27°C) und milden, feuchten Wintern (mittlere Temperaturen im Januar: 8°C). Im Binnenland überwiegen kontinentale Einflüsse: im Sommer werden Durchschnittswerte von 22°C erreicht, während diese im Winter im Durchschnitt um den Gefrierpunkt liegen, in Höhenlagen entsprechend darunter. An der Küste fallen die meisten Niederschläge im Winterhalbjahr (ca. 500 mm), während im Binnenland der Großteil der Niederschläge im Sommerhalbjahr fällt (800-1600 mm). Die größten Niederschlagsmengen werden in Teilen des Dinarischen Gebirges erreicht (bis 5000 mm). Flora und Fauna Entsprechend den klimatischen Einflüssen finden sich in der Küstenregion überwiegend mediterrane Vegetationsformen mit Macchie und Olivenbäumen. Etwa ein Drittel der Landesfläche ist bewaldet, im südlichen Teil des Landes finden sich überwiegend Hartlaubwälder, die in Richtung Süden in Mischlaubwälder übergehen (u.a. Buchen, Eichen, Fichten). Im Pannonischen Becken wachsen auch Flaumeichen, Edelkastanien und Hainbuchen. In einigen Schutzgebieten ist die Vegetation besonders vielfältig (Fruška Gora: Lindenwälder, seltene Heilpflanzen; Lovcen: Urwaldgebiet mit Buchen, Bergahorn, Schwarzkiefer, Eschen u.a.). Die Wälder Jugoslawiens bieten zahlreichen selten gewordenen Tieren einen geeigneten Lebensraum: hier finden sich noch Braunbären, Wildkatzen, Wölfe und Luchse. Zahlreich vertreten sind Füchse, Wildschweine, Marder, Dachse und Rotwild. In den höheren Lagen der Gebirge finden sich Gemsen und Bergziegen. Zur Vogelwelt gehören u.a. Steinadler, Zwergohreule, Birk- und Auerhuhn, Weißkopf- und Gänsegeier. Kultur und Gesellschaft Bevölkerung Nach letzten Angaben lebten rund 10,7 Millionen Menschen in Jugoslawien. Rund 70% von ihnen sind Serben, die überwiegend in ihrer Republik leben. Zweitgrößte Bevölkerungsgruppe sind Albaner (rund 15% der Gesamtbevölkerung), die sich auf die Region Kosovo im Süden konzentrieren und dort knapp 90% der Bevölkerung bilden. Weitere Bevölkerungsgruppen in Jugoslawien sind Montenegriner (6%), Bosnier (4%) und Ungarn (3%). Die Amtssprache Serbisch ist wie auch das nahezu identische Montenegrinische ein südslawischer Dialekt, bei dem das kyrillische Alphabet in der Schriftsprache verwendet wird. Zwei Drittel der Gesamtbevölkerung gehören der serbisch-orthodoxen Kirche an. Rund 19% sind Moslems (vor allem im Kosovo und in Montenegro). Katholiken, Protestanten und Juden sind kleinere Minderheiten. Knapp 60% der Bevölkerung Jugoslawiens leben in Städten, mit rund 1,2 Millionen Einwohnern ist die Hauptstadt Belgrad mit Abstand die größte Stadt im Land. Es folgen Novi Sad mit rund 180.000 und Niš mit etwa 175.000 Einwohnern. Seit der Zersplitterung der ehemaligen Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien Anfang der 90er Jahre ist der Lebensstandard der Bevölkerung stark gesunken. Die Lebenserwartung für Frauen liegt bei 71, für Männer bei 70 Jahren. Das Bevölkerungswachstum wird mit 0,1% pro Jahr angegeben. Die Analphabetenquote liegt bei ca. 8%, Serbien und Montenegro haben getrennte Schulssysteme. Geschichte Auf jugoslawischem Gebiet finden sich Besiedlungsspuren aus dem Neolithikum ab 7000 v.Chr. Ab 1200 v.Chr. wurde fast der gesamte Balkan von illyrischen Volksstämmen besiedelt, die sich ab 400 v.Chr. mit aus Mitteleuropa einwandernden keltischen Volksgruppen vermischten. Ab dem 2. Jahrhundert v.Chr. gehörte das Gebiet des heutigen Jugoslawien zur römischen Provinz „Illyricum“, die beinahe das gesamte Gebiet des Balkans umfaßt. Nach der Teilung des Römischen Reiches 395 n.Chr. gehörte das Gebiet zum Oströmischen (Byzantinischen) Reich. Römisches Recht und Verwaltung, die griechische Kultur und Sprache und das Christentum waren die Grundlagen des Oströmischen Reiches. Der Fluß Drina markierte damals die Grenze zwischen West- und Oströmischem Reich. Im 6. Jahrhundert wanderten slawische Völker aus dem Norden in das Gebiet des heutigen Jugoslawiens ein. Die Serben, ein südslawisches Volk, vereinten im 12. Jahrhundert unter dem Großfürst Stephan Nemanja ihre Fürstentümer zu einem einheitlichen Serbien und lösten sich von Byzanz. Eine eigene serbische Kirche entstand. Im 14. Jahrhundert erlebte Serbien eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit, das Zentrum des Reiches lag im heutigen Kosovo. König Stephan IX. Dušan vergrößerte sein Reich um Makedonien und Thessalien und nahm 1346 den Zarentitel an. Das großserbische Reich zerfiel 1389 nach der Niederlage der Serben gegen die islamischen Osmanen (Türken) in der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo polje). 1459 wurde Serbien Provinz des Osmanischen Reiches, dessen Hauptstadt das ehemalige Byzanz war, das in Istanbul umbenannt wurde. Viele Angehörige des serbischen Adels wurden hingerichtet oder wurden islamisiert. 1499 geriet das seit 1355 unabhängige Königreich Montenegro ebenfalls unter osmanische Herrschaft. Mitte des 16. Jahrhunderts war der gesamte Balkan bis hinein nach Mittelungarn in der Hand der Osmanen. Im 17. und 18. Jahrhundert konnten österreichisch-habsburgische Truppen die Osmanen wiederholte Male zurückdrängen und die Stadt Beograd (Belgrad) befreien. Anfang des 19. Jahrhunderts führten mehrere Aufstände der Serben (unter Fürst Karadjordje und mit Unterstützung Rußlands) gegen die osmanische Herrschaft dazu, daß Sultan Mahmud II. 1812 den Serben die Teil-Autonomie zugestand. Die endgültige Trennung erfolgte nur wenig später, als Serbien unter Fürst Miloš Obrenovic die Selbstverwaltung erhielt (1830). 1877/78 erhielten Serbien und Montenegro die volle Unabhängigkeit, nachdem die Osmanen erneut eine militärische Niederlage hinnehmen mußten. Grundlage für die Souveränität war der sog. Berliner Vertrag zwischen den europäischen Großmächten und dem Osmanischen Reich, in dem die Gebietsverteilung auf dem Balkan neu geordnet wurde. 1882 erklärte Fürst Miloš Obrenovic Serbien zum Königreich. Ende des 19. Jahrhunderts lehnte sich der serbische König (ab 1882 Alexander I. Obrenovic) an Österreich-Ungarn an, der Nachfolger Peter I. Karajordjevic (ab 1903) vertrat eher eine rußlandfreundliche Linie, die gegen Österreich-Ungarn gerichtet war. Die serbische Unterstützung des bosnischen Attentäters, der im Juni 1914 den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand tötete, veranlaßte Österreich-Ungarn, Serbien den Krieg zu erklären: der vier Jahre dauernde Erste Weltkrieg begann. Nachdem der Zusammenbruch der Donaumonarchie 1917 absehbar wurde, kristallisierten sich bei Verhandlungen um einen Zusammenschluß der Südslawen zwei gegensätzliche Richtungen heraus: auf der einen Seite wurde die Errichtung eines bundesstaatlichen Jugoslawiens (Jugo=Süd) gefordert („Jugoslawisches Komitee“ unter dem Kroaten Ante Trumbic), auf der anderen Seite forderte der Regierungschef des Königreichs Serbien, Nikola Pasic, ein zentralistisch regiertes Groß-Serbien unter serbischer Vorherrschaft. 1918 entstand ein „Vereinigtes Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ unter Führung der serbischen Dynastie, in dem die Konflikte zwischen Serben und Kroaten und zwischen den unterschiedlichen Konfessionen vorprogrammiert waren. Zum Reich gehörten auch Bosnien-Herzegowina und Makedonien. Zu den Konflikten im Inneren kamen außenpolitische Streitigkeiten mit Rumänien, Ungarn, Italien, Albanien, Griechenland und Bulgarien wegen unklarer Grenzgebiete. 1921 bestieg der serbische König Alexander I. den Thron und errichtete mit Hilfe des Militärs eine „Königsdiktatur“: die Verfassung wurde aufgrund schwerer Unruhen im Reich außer Kraft gesetzt, Parteien wurden verboten, das Parlament aufgelöst. 1929 wurde das Land ohne Berücksichtigung ethnographischer Gegebenheiten in neue Verwaltungsregionen aufgeteilt und in „Königreich Jugoslawien“ umbenannt. 1941 wurde Jugoslawien von deutschen Wehrmachtsverbänden besetzt. Während das mit Deutschland kooperierende Kroatien unabhängig wurde, führten in Serbien zwei große Widerstandsbewegungen einen erbitterten Partisanenkrieg gegen die Besatzer: auf der einen Seite der kommunistisch orientierte Antifaschistische Rat zur Befreiung Jugoslawiens (AVNOJ) unter der Führung von Josip Broz, genannt „Tito“, auf der anderen Seite eine groß-serbisch orientierte, nationalistische Bewegung. 1945 wurde in Belgrad die „Föderative Volksrepublik Jugoslawien“ ausgerufen, die aus Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Makedonien und Serbien bestand. Regierungschef wurde Tito als Führer der Kommunistischen Partei. Nach sowjetischem Vorbild gestaltete er Jugoslawien nach sozialistischen Grundsätzen um (Verstaatlichung von Industrie und Handel, Einheitspartei). Nach wie vor waren die Serben in dem Vielvölkerstaat dominant, doch zu einem offenen Ausbruch des Nationalitätenkonflikts kam es erst wieder nach dem Tode Titos 1980. 1948 brach Tito mit der Sowjetunion und schloß in Folge eine Reihe von Freundschafts- und Kooperationsverträgen ab (u.a. mit Griechenland, Türkei). Jugoslawien verfolgte einen eigenen Weg des Sozialismus, z.B. wurde die Landwirtschaft nicht komplett kollektiviert, sondern auch in kleinen Privatbetrieben geführt. In den 60er Jahren schloß sich Jugoslawien der Blockfreien-Bewegung an. 1963 wurde Tito im Rahmen einer neuen Verfassung zum Präsidenten auf Lebenszeit ernannt, Jugoslawien hieß nun „Sozialistische Föderative Republik“. In den 70er Jahren wurde den jugoslawischen Provinzen und Republiken die Selbstverwaltung zugestanden, was zu einem erneuten Aufflackern von separatistischen Bewegungen führte. Als Tito 1980 verstarb und sich die Wirtschaftslage im Land rapide verschlechterte, brachen die Konflikte erneut offen aus: Die aufgrund des Fremdenverkehrs wohlhabenderen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien forderten mehr Unabhängigkeit und die Abkehr vom Kommunismus, in der serbischen Provinz Kosovo kam es zu schweren Unruhen (90% der Bevölkerung dort waren und sind auch heute noch Albaner). 1988 wurde der bis dahin zugestandene Autonomiestatus des Kosovo eingeschränkt. In Kroatien und Slowenien bildeten sich nichtkommunistische Parteien, die bei Parlamentswahlen 1990 als deutliche Sieger hervorgingen. 1989 wurde der Serbe Slobodan Miloševic, seit 1987 Vorsitzender der serbischen Kommunistischen Partei, Staatspräsident Jugoslawiens. 1990 eskalierte die Situation im Kosovo, als Miloševic den Autonomiestatus vollkommen aufhob. Nach der blutigen Niederschlagung der von Albanern getragenen Demonstrationen wurde in der Folgezeit die albanische Bevölkerung von der serbischen Regierung gezielt aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zurückgedrängt (Verlust des Arbeitsplatzes, Schließung der albanischen Universitäten und Schulen, Verbot albanischer Medien). Als im Juni 1991 die jugoslawischen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit verkündeten, intervenierte die jugoslawische Armee auf Seite der Serben im Land. Im September 1991 erklärte Makedonien seine Unabhängigkeit, im März 1992 folgte Bosnien-Herzegowina. Wie auch schon bei Slowenien und Kroatien erkannten die Staaten der Europäischen Gemeinschaft die neu entstandenen Länder an. Während die jugoslawische Führung die Unabhängigkeit Sloweniens relativ rasch anerkannte und seine Truppen zurückzog, kam es in Kroatien und Bosnien-Herzegowina zum Bürgerkrieg zwischen Kroaten bzw. Bosniern auf der einen Seite und Anhängern eines Groß-Serbiens auf der anderen Seite. Im April 1992 schloßen sich Serbien und Montenegro zur „Föderativen Republik Jugoslawien“ (FRJ) zusammen, die aber aufgrund ihrer Unterstützung der serbischen Bürgerkriegsparteien in Kroatien und Bosnien-Herzegowina nicht völkerrechtlich anerkannt wurden. Die UNO verhängte noch im gleichen Jahr ein Wirtschafts- und Handelsembargo über Rest-Jugoslawien, das die ohnehin durch die hohen Militärausgaben geschwächte Wirtschaft des Landes stark belastete. 1995 wurde der militärische Konflikt in Bosnien-Herzegowina beendet (Friedensabkommen von Dayton), nach Aufnahme von Verhandlungen durch die serbische Führung der FRJ mit den ehemaligen Teilrepubliken wurde auch das Wirtschaftsembargo ausgesetzt. Mitte der 90er Jahre mehrten sich auch in Jugoslawien selbst die Stimmen derjenigen, die eine Ablösung des Staatspräsidenten Miloševic fordern, es kam wiederholt zu Massendemonstrationen. Bei Kommunalwahlen im November 1996 errang das Oppositionsbündnis „Zajedno“ in mehren Städten den Sieg über die Sozialistische Partei, aber die Wahlen wurden annuliert. 1998 eskalierte die Situation im Kosovo erneut: die UÇK (die albanische Befreiungsarme des Kosovo) proklamierte den „offenen Kampf gegen die serbische Herrschaft“ und forderte von der Regierung in Belgrad die volle Unabhängigkeit des Kosovo. Die Maßnahmen der jugoslawischen Einheiten, die ganze Dörfer der Albaner in Schutt und Asche legten (1998 waren rund zwei Drittel aller Dörfer im Kosovo verwüstet), führten zur Flucht vieler Kosovo-Albaner nach Albanien und Makedonien. In den Konflikt griffen 1999 Truppen der NATO ein, seit 1999 sind im Kosovo bewaffnete Friedenstruppen (KFOR) stationiert, um die Kosover-Albaner vor Übergriffen jugoslawischer Truppen zu schützen. Im Oktober 2000 trat der Oppositionschef Vojislav Koštunica die Nachfolge Miloševics als Staatspräsident an. Bei Parlamentswahlen im Dezember 2000 errang das demokratische Wahlbündnis DOS (Demokratische Opposition Serbiens) des Staatspräsidenten Vojislav Koštunica 64,2% der abgegebenen Stimmen (176 von insgesamt 250 Sitzen). Zweitstärkste politische Kraft war die Sozialistische Partei des Ex-Präsidenten Slobodan Miloševic mit 13,6 Prozent. Im Januar 2001 wählte das serbische Parlament (Skupština) den bisherigen Oppositionsführer Zoran Djindjic (DOS, Demokratische Opposition Serbiens) zum neuen Regierungschef. Nach dem politischen Wechsel hob die Europäische Union den Großteil der gegen Jugoslawien verhängten Sanktionen auf und versprach umfangreiche Wirtschaftshilfe. Im Kosovo errang die LDK (Demokratische Liga) des gemäßigten Albanerführers Ibrahim Rugova bei Kommunalwahlen die absolute Mehrheit der Stimmen. Immer wieder kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen albanischen Extremisten und Serben. Auch in der Teilrepublik Montenegro drängen immer mehr Bürger und Politiker nach einer größeren Unabhängigkeit von Serbien, daran hat auch der Machtwechsel in Belgrad nichts geändert. für aktuelle Angaben siehe Basisdaten Chronik
Politisches System Gemäß der Verfassung vom April 1992 ist die „Föderative Republik Jugoslawien“ eine Bundesrepublik mit den zwei gleichberechtigten Teilrepubliken Serbien und Montenegro. In beiden Republiken bestehen eigene Parlamente, Regierungen und Präsidenten. Staatsoberhaupt ist der serbische Präsident Vojislav Koštunica (seit Oktober 2000), Präsident in Montenegro seit Januar 1998 Milo Djukanovic. Ministerpräsident Serbiens ist seit Januar 2001 Zoran Djindjic, Ministerpräsident Montenegros ist Vukanovic. Die Legislative bundesweit liegt beim Zwei-Kammern-Parlament (Savezna Skupština), das aus dem Republikenrat (Vece Republika) mit 40 Sitzen und der Bürgerkammer (Vece Gradjana) mit 138 Sitzen besteht. Die wichtigsten Parteien in Serbien sind das Wahlbündnis DOS (Demokratische Opposition Serbiens), das bei den Parlamentswahlen in Serbien im Dezember 2000 64,2% der Stimmen erhielt, die Sozialiste Partei (SPS) des Ex-Präsidenten Slobodan Miloševic (13,6%) und die Jugoslawische Linke (JUL). In Montenegro regiert eine Koalition aus DPS und SDP (Sozialistische Partei Montenegros). Wirtschaft Der Zerfall des altes Bundesstaates, die hohen Ausgaben für das Militär zur Führung des jahrelangen Bürgerkrieges und die Folgen der von der EU verhängten Sanktionen (seit 2000 aufgehoben) führten dazu, daß die Wirtschaft Jugoslawiens am Boden liegt und das Land eines der ärmsten Länder Europa ist. Die Arbeitslosenquote wurde 1999 auf ca. 30% geschätzt, 1996 lag die Auslandsverschuldung bei rund 12 Millarden US-Dollar. Seit dem politischen Wandel hin zur Demokratie zu Beginn des neuen Jahrtausends läuft die Wirtschafts- und Wiederaufbauhilfe der Europäischen Union und der übrigen Industrieländer an. Die Landwirtschaft ist mit rund 18% am Bruttoinlandsprodukt beteiligt und beschäftigt etwa ein Viertel der Erwerbstätigen. 60% der Landesfläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Angebaut werden Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Obst. In der Viehzucht werden Schweine, Rinder und Schafe gehalten. 1995 trug die Industrie knappe 40% zum Bruttoinlandsprodukt bei, die wichtigsten Bereiche sind die Zementproduktion, Stahl- und Eisenindustrie, Maschinenbau und Bergbau. An Bodenschätzen verfügt das Land über große Kupfervorkommen, weiter über Bauxit, Blei, Braunkohle, Eisen, Mangan, Marmor, Zink, Erdöl und Ergas. Zu den bedeutendsten Exportgütern gehören Maschinen, industrielle Vorprodukte und Textilien, importiert werden vor allem Maschinen, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Brennstoffe und Chemikalien. Wichtigste Handelspartner sind beim Import Deutschland, Italien und Rußland, beim Export Bosnien-Herzegowina, Italien und Makedonien. Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |