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Haschemitisches Königreich JordanienChronik Überblick Basisdaten
vor 1921 siehe unter Israel 1921 Das derzeit unter britischer Mandatsverwaltung stehende Gebiet östlich des Jordanflusses, das von jeher Durchgangsland für Handelskarawanen aus Südarabien bzw. in umgekehrter Richtung für islamische Pilger nach Mekka und bis 1918 Teil des Osmanischen Reiches war, wird aufgrund von schweren Unruhen zwischen der arabischen und der jüdischen Bevölkerung unter der Bezeichnung „Transjordanien“ von Palästina abgetrennt. Die Briten setzen Abd Allah ibn Hussein (ein Bruder von Faisal Ibn Hussein, der nach seiner Absetzung in Syrien durch die Franzosen von den Briten inzwischen zum König des neugegründeten Staates Irak erhoben wurde) als Verwalter ein. Juden ist von nun an eine Besiedelung in diesem Territorium untersagt. 25. März 1923 Transjordanien wird zum selbständigen Emirat unter britischer Mandatsverwaltung erklärt. Mai 1923 Die Briten erkennen Transjordanien mit der Hauptstadt Amman als Staat unter britischer Mandatsherrschaft an. Für die innere und äußere Sicherheit des spärlich besiedelten Gebietes ist eine unter britischem Kommando stehende Truppe verantwortlich. 1925 Transjordanien erwirbt den Hafen Aqaba am Roten Meer von Saudi-Arabien. 1928 Nach schweren Unruhen wird ein Bündnisvertrag mit Großbritannien unterzeichnet, der Transjordanien weitgehende Unabhängigkeit und das Recht auf eine eigene Verfassung einräumt. 1939 Der britische Major John Bagot Glubb, von den Beduinen Glubb Pascha genannt, gründet die „Arabische Legion“, die später als Schutzgarde des jordanischen Königshauses Berühmtheit erlangen sollte. 22. März 1945 Mit dem Ziel weitgehender wirtschaftlicher, politischer und militärischer Zusammarbeit gründen Ägypten, Irak, (Süd-)Jemen, (Trans)Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Syrien die „Arabische Liga“. Leitendes Organ ist der Rat der Liga mit ständigem Sitz in Kairo, dessen Beschlüsse für die Mitglieder jedoch nicht verbindlich sind. (Bis 1993 schließen sich noch Libyen [1953], Sudan [1956], Marokko [1958], Tunesien [1958], Kuwait [1961], Algerien [1962], Nordjemen [1967], die Vereinigten Arabischen Emirate [1971], Oman [1971], Bahrain [1971], Katar [1971], Mauretanien [1973], Somalia [1974], Palästina [seit 1976 durch die PLO vertretenes Vollmitglied], Dschibuti [1977]; Ägypten wird von 1979-89 wegen seines Friedensvertrages mit Israel suspendiert, und der Sitz der Liga wird bis 1990 nach Tunis verlegt). 22. März 1946 Transjordanien wird formell unabhängig. Emir Abd Allah Ibn Hussein nimmt den Königstitel an. Das Land bleibt jedoch weiterhin finanziell von Großbritannien abhängig, und auch über die Streitkräfte befehlen nach wie vor die Briten. 10. Mai 1948 Golda Meir, die spätere israelische Ministerpräsidentin (1969-74) begibt sich (als Beduine verkleidet) zu einem heimlichen Treffen mit König Abd Allah ibn Hussein nach Amman. Ihre Mission zur Verhinderung eines Angriffs Jordaniens auf Israel schlägt jedoch fehl. 14. Mai 1948 Am Tag der Ausrufung des Staates Israel dringen Truppen Syriens, des Libanon, Jordaniens, des Irak und Ägyptens in Israel ein, um den jungen Staat im Keim zu ersticken. Obwohl die Israeli nur über ein sehr kleines Waffenarsenal verfügen und hohe Verluste erleiden, können sie die Invasion abwehren und sogar zusätzliche Gebiete erobern (ganz Galiläa, einen Teil der Sinai-Halbinsel und West-Jerusalem). Die jordanischen Truppen hingegen besetzen den östlichen, nach dem Teilungsplan der Vereinten Nationen von 1947 für einen arabischen Palästinenserstaat vorgesehenen Teil Palästinas („Westbank“) und die Altstadt von Jerusalem. Ägypten übernimmt die Kontrolle über den Gaza-Streifen an der Mittelmeerküste. Juli 1949 Jordanien und andere arabische Staaten schließen mit Israel einen Waffenstillstandsvertrag. Darin wird den Israeli ganz Galiläa, die Küstenebene sowie die Negev-Wüste (ohne den Gaza-Streifen an der Mittelmeerküste) zugesagt. Jerusalem wird in einen israelischen und einen jordanischen Teil gespalten. Während Hunderttausende Juden aus den arabischen Ländern nach Israel fliehen, verlassen die meisten Araber Israel (nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 800.000 und 1.000.000) und fliehen in die Nachbarstaaten, wo man sie allerdings nicht eingliedert, sondern in hastig errichtete Auffanglager steckt und fortan als politische Waffe gegen Israel benutzt. Die in Israel verbleibenden Moslems (und Christen) werden offiziell israelische Staatsbürger. Ab 1950 Jordanische (und ägyptische) „Fedaijin“ (bewaffnete Selbstmordkommandos, meist in Syrien ausgebildet) dringen immer wieder in Israel ein. Zudem organisieren die Araber, nachdem Israel Jerusalem zur Hauptstadt erklärt hat (Januar), einen Handelsboykott gegen den jungen Staat und sperren sowohl den Suezkanal als auch den für die israelische Wirtschaft lebensnotwendigen Golf von Aqaba für israelische Schiffe. Jordanien erklärt das seit 1948 besetzte Westjordanland zum jordanischen Staatsgebiet. September 1950 Transjordanien wird nach Verabschiedung einer neuen Verfassung offiziell in „Haschemitisches Königreich Jordanien“ umbenannt. 20. Juli 1951 König Abd Allah Ibn Hussein, der eine Verständigung mit Israel suchte, wird in Ost-Jerusalem von einem palästinensischen Nationalisten ermordet. Sein 41jähriger Sohn Talal folgt ihm auf den Thron des „Haschemitischen Königreichs Jordanien“. Januar 1952 Gemäß einer neuen (bis auf wenige Änderungen noch heute gültigen) Verfassung ist Jordanien eine parlamentarische Monarchie mit erblicher Königswürde. 11. August 1952 Das jordanische Parlament setzt König Talal wegen (angeblicher) Geisteskrankheit ab (stirbt am 8. Juli 1972) und erklärt seinen erst 17jährigen Sohn Hussein zum neuen König. 2. Mai 1953 König Hussein II. wird volljährig und übernimmt nun offiziell die Herrschaft über Jordanien, das seit dem Tod seines Vaters Talal (8. Juli 1972) von einem Kronrat regiert worden war. Oktober 1956 Der pro-ägyptisch und somit sozialistisch orientierte Sulaiman Nabulsi wird zum Regierungschef von Jordanien gewählt. März 1956 Der britische Oberbefehlshaber über die jordanische Armee, Glubb Pascha, wird seines Amtes enthoben und Ali Abu Nuwar zu seinem Nachfolger ernannt. 10. April 1957 Regierungschef Sulaiman Nabulsi und der Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Ali Abu Nuwar, werden nach ihrem fehlgeschlagenen Versuch, die Monarchie zu stürzen, ihrer Ämter enthoben. König Hussein II. verhängt das Kriegsrecht über Jordanien, ordnet darüber hinaus die Auflösung aller Parteien und Gewerkschaften sowie die Schließung oppositioneller Verlagshäuser an und schließt zudem Angehörige der Streitkräfte künftig von Wahlen aus. Mitte 1957 Jordanien kündigt das Militärabkommen mit Großbritannien endgültig auf. Die Briten reagieren mit der Einstellung der Finanzhilfe, die jedoch schon kurz darauf von den USA übernommen wird. Februar 1958 Nach dem Zusammenschluß von Ägpyten und Syrien vereinigen sich Jordanien und der Irak zur „Arabischen Föderation“. August 1958 Die Arabische Föderation bricht mit Beginn der Revolution im Irak und der Ermordung des irakischen Königs Feisal II. auseinander. Um drohenden Unruhen in Jordanien vorzubeugen, werden auf Wunsch von König Hussein II. vorübergehend britische Einheiten in Jordanien stationiert. 1960 Jordanien nimmt die 1958 abgebrochenen Beziehungen zum Irak wieder auf. 1962 Jordanien unterzeichnet Bündnisverträge mit Saudi-Arabien und Marokko. Anfang 1964 Im jordanischen Teil Jerusalems wird unter der Führung des von Ägypten unterstützten Ahmed Shukairi die „Palästinensische Befreiungsorganisation“ (PLO; Palestine Liberation Organization) gegründet, die fortan ihre Mitglieder vor allem aus den Araber-Flüchtlingslagern der „Westbank“ rekrutiert. Ende 1964 In Jordanien nimmt der Einfluß der PLO zu. Nach und nach entwickelt sich die palästinensische Befreiungsorganisation zu einem Staat im Staate und versucht, die Autorität von König Hussein II. und seiner Streitkräfte zu untergraben. 1966 Es kommt zu schweren Grenzkonflikten zwischen Jordanien und Israel. Mai 1967 Der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd el-Nasser verbündet sich mit Jordanien und Syrien, zwingt die UNO-Friedenstruppen zum Abzug, blockiert den Golf von Aquaba zum zweiten Mal (23.5.) und konzentriert seine Truppen erneut im Sinai. 5. Juni 1967 Die (vor allem von den USA mit Waffen und finanziellen Mitteln unterstützten) Israeli greifen ihrerseits Ägypten, Jordanien und Syrien an und erobern in einem nur sechs Tage dauernden Blitzkrieg die syrischen Golanhöhen, den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel und das Westjordanland einschließlich der Altstadt von Jerusalem. Für Jordanien hat die Niederlage dramatische wirtschaftliche Folgen, da es mit der „Westbank“ und Ostjerusalem wichtige touristische Attraktionen und seine besten landwirtschaftlichen Gebiete verliert und darüber hinaus rund 350.000 Palästina-Flüchtlinge aufnehmen muß. 1970 Zwischen den jordanischen Regierungstruppen und der von Syrien unterstützten PLO kommt es, nachdem verschiedene PLO-Gruppierungen zum Sturz der Monarchie aufgerufen hatten und es wiederholt zu Bombenanschlägen in jordanischen Städten gekommen war, zum offenen Krieg, der Tausende Tote fordert und letztendlich 1971 mit der Zerschlagung der PLO und der Vertreibung ihrer Mitglieder aus Jordanien endet. Damit kann König Hussein II. zwar seine Macht im Inneren festigen, gerät aber in der arabischen Welt in eine isolierte Position. März 1972 König Hussein II. möchte das Palästinaproblem mit einem „Vereinigten Arabischen Königreich“, lösen. Mit diesem Vorschlag stößt er jedoch sowohl in der übrigen arabischen Welt als auch in Israel weitgehend auf Ablehnung. Oktober 1973 Jordanien beteiligt sich offiziell zwar nicht an dem erneuten Krieg der arabischen Staaten gegen Israel, unterstützt jedoch die syrischen Truppen. 29. Oktober 1974 Die PLO wird auf der Gipfelkonferenz der arabischen Staaten im marokkanischen Rabat als der einzig legitime Vertreter aller Palästinenser anerkannt. Auf Druck der Nachbarstaaten stimmt König Hussein II. – er kann es sich nicht leisten, die finanzielle Unterstützung Saudi-Arabiens zu verlieren – dem Beschluß zu und verzichtet auf Westjordanien zugunsten der PLO, reduziert jedoch die Zahl der palästinensischen Beamten und Politiker in Jordanien und verschiebt die fälligen Parlamentswahlen um ein Jahr. 1975 Jordanien schließt einen Zusammenarbeitsvertrag mit Syrien. Nach drei Jahren Bauzeit kann die mit bundesdeutscher Finanzhilfe verlegte 116 Kilometer lange Bahnstrecke, die von der früheren Hedschas-Bahnstation Bathn el-Ghul südlich von Maan (etwa 130 Kilometer nordwestlich des Roten Meeres) bis zum Golf von Aqaba führt, in Betrieb genommen werden. Damit ist die Verbindung von der insgesamt rund 1.300 Kilometer langen, Anfang des Jahrhunderts von türkischen Soldaten gebauten und überwiegend von gläubigen Moslems finanzierten, heute eher bedeutungslosen Bahnlinie Damaskus-Medina zum Roten Meer hergestellt. Im Gegensatz zur alten Linie, die überwiegend dem Personenverkehr diente, wird der neue Streckenabschnitt ausschließlich für den Transport des wichtigsten Exportguts Phosphat, das im Bergwerksgebiet von al-Hasa etwa 150 Kilometer südlich von Amman im Tagebau gefördert wird, genutzt. (Im Jahre 1900 begann Sultan Abdul Hamid II. in Damaskus mit dem Bau der Bahnlinie, offiziell zum Wohl des Pilgerstroms, der sich alljährlich per Kamel durch die Wüste nach Mekka quälte und nur zu oft von kriegerischen Beduinenstämmen überfallen wurde, inoffiziell wohl eher, um Waffen und Truppen schneller in die nur schwer unter Kontrolle zu haltenden Wüstengebiete transportieren zu können. 1903 war Amman erreicht, 1906 Maan und 1908 Medina. Das letzte geplante Teilstück nach Mekka wurde jedoch wegen des arabischen Aufstands (1916-18) und dem Niedergang des Osmanischen Reichs bzw. wegen des darauffolgenden Gerangels der Kolonialmächte um die Gebiete im Vorderen Orient nicht mehr realisiert.) 9. Februar 1977 Königin Alia kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Ab 1977 König Hussein II. distanziert sich von den ägyptischen Friedensverhandlungen mit Israel, was zu einer Wiederannäherung an die arabischen Nachbarstaaten und vor allem an die PLO führt. Ab 1980 Im bis 1988 dauernden Golfkrieg zwischen dem Iran und dem Irak unterstützt Jordanien den Irak. 31. Juli 1988 König Hussein II. bestätigt formell den Verzicht auf das Westjordanland („Westbank) zugunsten der PLO. Damit will er die Ausrufung eines geplanten souveränen Palästinenser-Staates vorantreiben. April 1989 Vom IWF (Internationaler Währungsfonds) verordnete rigorose Sparmaßnahmen (u.a. Aufhebung von Subventionen auf Grundnahrungsmittel) führen in ganz Jordanien, auch im traditionell konservativen und königstreuen Süden, zu Unruhen, bei denen auch Forderungen nach mehr Demokratie laut werden. König Hussein II. verspricht politische Reformen sowie Parlamentsneuwahlen für Ende des Jahres. November 1989 Bei (stark kontrollierten) Wahlen zum jordanischen Abgeordnetenhaus geht etwa die Hälfte der Sitze an die fundamentalistischen Islamisten und die andere Hälfte an die köngistreuen Konservativen, und König Hussein II. ernennt Mudar Badran zum Chef einer aus allen politischen Strömungen gebildeten Regierung. Anfang 1991 Die pro-irakische Haltung Jordaniens während des 2. Golfkriegs – eine von 24 arabischen und westlichen Staaten gebildete multinationale Streitmacht befreit unter der Führung der USA innerhalb weniger Wochen das vom Irak besetzte Emirat Kuwait; der jordanische König Hussein II. versucht zwar, neutral zu bleiben, doch fällt ihm das Parlament mit einer Erklärung zur Unterstützung des Irak in den Rücken – kann zwar eine innenpolitische Krise verhindern, da die Mehrheit der jordanischen Bevölkerung den Krieg als westliche Aggression gegen den arabischen Bruderstaat verurteilen, führt aber zu einer wesentlichen Verschlechterung der Beziehungen Jordaniens sowohl zu seinen arabischen Nachbarstaaten als auch zu den westlichen Industrienationen. Zudem hat sie verheerende Auswirkungen auf die ohnehin kritische Wirtschaftslage: Fast eine Million irakische Flüchtlinge strömen nach Jordanien, die Golfstaaten weisen etwa 300.000 jordanische Gastarbeiter aus und streichen, ebenso wie die USA, ihre Finanzhilfen für Jordanien. Gleichzeitig bricht auch der Handel mit dem Irak, bisher bedeutendster Außenhandelspartner Jordaniens, infolge des von den Vereinten Nationen gegen den Irak verhängten Embargos, fast völlig zusammen. 1992 Der jordanische König Hussein II. hebt den seit 1957 geltenden Ausnahmezustand endgültig auf, erläßt eine Generalamnestie für alle politischen Gefangenen und genehmigt offiziell die Gründung einer ersten politischen Partei. November 1993 Nach Zulassung weiterer acht politischer Parteien werden in Jordanien Neuwahlen abgehalten, aus denen die von König Hussein II. angeführten Befürworter einer arabisch-israelischen Versöhnung als Sieger hervorgehen. Abdal Salam Majali wird neuer Ministerpräsident. Er ist zugleich Außen- und Verteidigungsminister. März 1994 Jordanien nimmt offiziell diplomatische Beziehungen zum Vatikan auf. (Derzeit leben etwa 10.000 Christen in Jordanien.) 26. Oktober 1994 Nachdem König Hussein II. und der israelische Regierungschef Yitzhak Rabin bereits am 25. Juli in Gegenwart von US-Präsident Bill Clinton in Washington den seit 1948 bestehenden Kriegszustand zwischen Jordanien und Israel für beendet erklärt hatten, wird der Friedensvertrag nun in der Oase Ein Avrona südlich des Toten Meeres offiziell unterzeichnet. Jordanien ist somit nach Ägypten der zweite arabische Staat, der mit Israel Frieden schließt. Die Öffnung der Grenzen und die vereinbarte ökonomische Zusammenarbeit bedeuten für Jordanien einen erheblichen Wirtschaftsaufschwung, vor allem in der Tourismusbranche, die längst zum Hauptdevisenbringer des Landes aufgestiegen ist. Ende 1994 Die Hauptgläubigerstaaten Deutschland, Großbritannien und die USA erlassen Jordanien fast eine Milliarde US-Dollar an Außenständen. Die dadurch auf rund 5,2 Milliarden US-Dollar gesunkene Auslandsverschuldung beträgt jedoch noch immer etwa 100 Prozent des BIP (Bruttoinlandsprodukt). Schuld an dem chronischen Handelsbilanzdefizit Jordaniens (1993: 2,30 Milliarden US-Dollar) sind vor allem seine Abhängigkeit von Rohstoffimporten (außer Pottasche und Phosphat besitzt Jordanien, das zu fast 80 Prozent aus Wüste besteht, keinerlei Bodenschätze) und das seit 1991 bestehende UN-Embargo gegen seinen wichtigsten Handelspartner Irak. Anfang 1995 Die Beziehungen zwischen Jordanien und dem Irak verschlechtern sich, nachdem König Hussein II. die diktatorische Politik des irakischen Staatschefs Saddam Hussein kritisiert und dessen aus dem Irak geflüchteten Schwiegersohn Unterschlupf gewährt hatte. König Hussein II. ernennt nach dem Rücktritt von Abdal Salam Majali seinen Vertrauten Sharif Said Ibn Shakir zum neuen Regierungschef. Februar 1996 Abdul Karim al- Kabariti wird nach dem Rücktritt von Sharif Said Ibn Shakir neuer jordanischer Ministerpräsident. 3. August 1996 König Hussein II. trifft sich in Damaskus zu Gesprächen mit dem syrischen Staatspräsidenten Hafiz Al-Assad. Dies ist das erste Zusammentreffen der beiden Staatschefs seit dem Abschluß des (von Syrien heftig kritisierten) israelisch-jordanischen Friedensvertrags im Oktober 1994. 5. August 1996 Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekräftigt bei einem Treffen in Amman mit Jordaniens König Hussein II. den Friedenswillen Israels mit der gesamten arabischen Welt. 15. August 1996 Nach der Verdoppelung des Brotpreises kommt es in ganz Jordanien zu schweren Unruhen. 24. Oktober 1996 Der französische Staatspräsident Jacques Chirac trifft in Jordanien zu Gesprächen mit König Hussein II. ein; vor dem jordanischen Parlament in Amman fordert Chirac erneut die Gründung eines Palästinenserstaates, da dies die einzige Möglichkeit für einen dauerhaften Frieden in Nahost sei. Januar 1997 König Hussein II. von Jordanien versucht erneut zwischen Israeli und Palästinensern zu vermitteln. Zu diesem Zwecke trifft er sich zunächst in Gaza mit Palästinenserchef Yasir Arafat und kurz darauf in Tel Aviv mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu. 17. Februar 1997 König Hussein II. von Jordanien (er sitzt seit 1953 auf dem Thron, konnte durch eine geschickte Politik sämtliche Putschversuche abwehren, hat zahlreiche Mordanschläge überstanden und ist somit das dienstälteste Staatsoberhaupt der arabischen Welt) reist nach Deutschland und trifft in Bonn zu Gesprächen mit Bundeskanzler Helmut Kohl und anderen deutschen Politikern zusammen. Mitte März 1997 Ministerpräsident Abdul Karim al- Kabariti – ein Gegner der Friedenspolitik von König Hussein II. – tritt zurück. Der als königstreu geltende Abdal Salam Majali übernimmt erneut das Amt des jordanischen Regierungschefs. 7. September 1997 Auf ihrem Nahost-Gipfeltreffen in Kairo verurteilen der ägyptische Präsident Hosni Mubarak, der jordanische König Hussein II. und Palästinenser-Präsident Yasir Arafat die Gewalt auf beiden Seiten des arabisch-israelischen Konflikts und rufen zur Rettung des Friedensprozesses auf, da die momentane Situation „eine große Gefahr für alle Völker der Region“ darstelle. 15. September 1997 Zum Abschluß einer einwöchigen Nahostreise trifft US-Außenministerin Madeleine Albright (größere Fortschritte in Bezug auf die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen konnte sie nicht erzielen) zu Gesprächen mit König Hussein II. von Jordanien in Amman ein. Offiziellen Angaben zufolge ist eine stärkere (Wirtschafts)hilfe der USA für Jordanien Hauptthema der Konferenz. September 1997 Nach einem gescheiterten Mordversuch auf einen Hamas-Führer in Amman durch Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad (sie waren mit kanadischen Pässen eingereist und handelten angeblich „ohne Auftrag“ der israelischen Regierung) stellt Jordanien erstmals seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages von 1994 jegliche Zusammenarbeit im Polizei- und Geheimdienstbereich mit Israel ein. Man werde erst wieder mit Israel kooperieren, wenn dieses die für den Anschlag mitverantwortlichen Regierungsmitglieder ihrer Ämter enthebe. Im Oktober läßt Israel überraschend den seit 1990 inhaftierten Mitbegründer und geistlichen Führer der Hamas, Scheich Ahmed Yassin, frei, und Jordanien läßt die Agenten nach Israel ausreisen. 18. Oktober 1997 Schwere Unwetter mit wolkenbruchartigen Regenfällen und starkem Hagelschlag (mit Hagelkörnern so groß wie Hühnereier) verursachen in Israel und den Palästinsergebieten sowie in Ost-Ägypten und Jordanien sturzflutartige Überschwemmungen; in den Wassermassen kommen 21 Menschen ums Leben (15 in Israel, zwei in Jordanien, vier in Ägypten). 4. November 1997 Bei den Wahlen zum jordanischen Unterhaus erreichen die König Hussein II. ergebenen Stammesführer wegen eines Boykottaufrufs der Islamischen Aktionsfront IAF (Partei der Moslembruderschaft), die wegen der Siedlungspolitik Israels in den Palästinensergebieten einen sofortigen Stop der Beziehungen zwischen Jordanien und Israel fordert, 75 der insgesamt 80 Volksvertretungssitze; lediglich fünf Sitze gehen an Kandidaten politischer Parteien. 15. November 1997 König Hussein II. beruft die 40 Mitglieder des jordanischen Senats neu. 17. Januar 1998 Bei einem Attentat in der jordanischen Hauptstadt Amman werden der stellvertretende Chef der irakischen Botschaft, fünf weitere Iraker sowie zwei Ägypter erstochen. Der irakische Staatspräsident Saddam Hussein verlangt umgehende Aufklärung der „schändlichen Bluttat“. Mitte 1998 Knapp vier Jahre nach dem israelisch-jordanischen Friedensvertrag erreichen die Beziehungen beider Länder einen Tiefpunkt, nachdem sich König Hussein II. in mehreren Schreiben an den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und bei einem persönlichen Treffen mit ihm im April erfolglos gegen die Abkehr Israels vom arabisch-israelischen Friedensprozess ausgesprochen hat (u.a. Bau von Siedlungen für orthodox-konservative Juden in autonomen Palästinensergebieten bzw. Nichteinhaltung des vertraglich längst überfälligen Truppenabzugs aus dem Westjordanland). 19. August 1998 Vor dem Hintergrund eines Skandals um verschmutztes Trinkwasser tritt die jordanische Regierung unter Ministerpräsident Abdal Salam Majali zurück. Chef eines neuen Kabinetts wird der Präsident des Königlichen Gerichts, Fajez Tarauna. 23. Oktober 1998 Während des Nahost-Gipfels in den USA, an dem neben Palästinenserpräsident Yasir Arafat undIsraels Regierungschef Benjamin Netanjahu auch US-Präsident Bill Clinton und Jordaniens König Hussein II. – er hält sich derzeit zu einer Krebsbehandlung in den USA auf – maßgeblich beteiligt sind, einigen sich Israel und die Palästinenser nach neuntägigen Verhandlungen auf ein Zwischenabkommen. Die in Washington unterzeichnete Übereinkunft regelt zunächst einmal das wichtigste aktuelle Problem auf dem Weg zum Frieden: den seit 1996 fälligen Abzug der Israeli aus weiteren 13 Prozent des Westjordanlands. Außerdem will Israel innerhalb von drei Monaten 750 von insgesamt rund 3.000 palästinensischen Häftlingen freilassen. Yasir Arafat hingegen sagt zu, daß palästinensische Extremisten, die an Anschlägen gegen Israel beteiligt waren, unter US-Aufsicht festgenommen und vor palästinensische Gerichte gestellt werden. Darüber hinaus sollen die in der PLO-Charta von 1968 enthaltenen anti-israelischen Passagen annulliert werden, und die palästinensische Polizeitruppe soll verkleinert werden. Über einen weiteren Abzug der Israeli, die auch nach der vereinbarten Räumung noch immer etwa 60 Prozent des Westjordanlands unter ihrer alleinigen Militärkontrolle haben werden, soll in den kommenden Monaten entschieden werden. 31. Dezember 1998 Trotz einer inzwischen erreichten leichten Verbesserung der Wirtschaftslage Jordaniens lebt aufgrund der hohen Arbeitslosenquote (offiziell 15%, inoffiziell 30%) etwa ein Drittel der Bevölkerung noch immer in Armut. Das größte Problem des Wüstenstaates (mit knapp 90.000 Quadratkilometern ist Jordanien zwar etwas größer als Österreich, besteht jedoch zu fast 80% aus Wüste) ist jedoch die zunehmende Wasserknappheit. Obwohl mit dem israelisch-jordanischen Friedensvertrag im Jahre 1994 auch der jahrzehntelange Konflikt um das Wasser von Jordan und Yarmuk beigelegt wurde – beide Länder haben sich zur Zusammenarbei und gemeinsamen Nutzung der grenzüberschreitenden Wasserressourcen verpflichtet –, muß Jordanien, um den täglichen Bedarf für die rasch wachsende Bevölkerung halbwegs decken zu können, auf Grundwasser zurückgreifen, das Jahrhunderte zur Regeneration benötigt. Falls die Regierung nichts dagegen unternimmt (u.a. Umstellung der Landwirtschaft auf weniger „durstige“ Anbauprodukte, gezielte Förderung wassersparender Industriezweige, Erneuerung der größtenteils lecken Rohrleitungssysteme in den Städten, Bau neuer Staudämme) werden die Grundwasservorräte nach Meinung von Experten in spätestens drei Jahrzehnten bis zu einer Tiefe von 200 Metern aufgebraucht sein. 25. Januar 1999 Der 63jährige an Lymphdrüsenkrebs erkrankte jordanische König Hussein II. – er war erst wenige Tage zuvor nach sechsmonatiger Behandlung aus den USA nach Jordanien zurückgekehrt – erklärt seinen ältesten Sohn Abdullah, der am 30. Januar 37 Jahre alt wird, zum Thronfolger. Seinem 61jährigen Bruder, Prinz Hassan ibn Talal, der bisher als der offizielle Thronerbe galt, dankt König Hussein II. in einem Brief dafür, daß er 34 Jahre lang den Thron würdig vertreten habe. 26. Januar 1999 König Hussein II. von Jordanien wird nach einem Rückfall erneut in die Mayo-Klinik in die USA geflogen, wo er sich einer zweiten Knochenmark-Transplantation unterziehen wird. 5. Februar 1999 Nach einer gescheiterten Knochenmarksübertragung in den USA fällt König Hussein II. ins Koma und wird – inzwischen nach Jordanien zurückgebracht – nur noch durch medizinische Apparate am Leben erhalten. 7. Februar 1999 König Hussein II., der 46 Jahre lang die Geschicke Jordaniens gelenkt hat, stirbt nach dem Abschalten der medizinischen Apparate in Amman an Herzversagen. Bereits wenige Stunden später wird sein Sohn Abdullah vom jordanischen Parlament als neuer König vereidigt. In seiner ersten Amtshandlung ernennt der 37jährige seinen Halbbruder, den 19jährigen Prinzen Hamsa, zum neuen Thronfolger. In einer über Radio und Fernsehen landesweit übertragenen Traueransprache verspricht der neue Monarch, die Politik seines Vaters fortzusetzen. 8. Februar 1999 Hunderttausende Jordanier und Trauergäste aus aller Welt geleiten den verstorbenen König Hussein II. auf seinem letzten Weg. An den Begräbnisfeierlichkeiten in Amman nehmen u.a. auch eine große Delegation aus Israel sowie der syrische Präsident und bisherige Erzfeind Husseins II., Hafiz Al-Assad, teil. Auch Palästinenserpräsident Yasir Arafat salutiert am Sarg seines früheren Feindes Hussein. 4. März 1999 Abdul rauf al-Rawabdeh wird von König Abdullah II. zum Ministerpräsidenten einer neuen jordanischen Regierung vereidigt. Darüber hinaus versetzt König Abdullah II. vier einflußreiche Armeegeneräle in den Ruhestand. 15. März 1999 Der neue jordanische König Abdullah II. will seine 28jährige Ehefrau Rania zur Königin ernennen. Königin Noor, die Witwe seines Vaters, soll diesen Titel ebenfalls behalten, allerdings sollen ihre Privilegien eingeschränkt werden. 9. Juni 1999 Nach Ablauf der dreimonatigen Trauerzeit für König Hussein II. besteigt sein Sohn in einer feierlichen Zeremonie offiziell als Abdullah II. den jordanischen Thron. Im Raghadan-Palast in Amman findet anschließend zu Ehren des Königs und seiner Frau Rania ein Empfang statt. Gleichzeitig wird der 9. Juni zum gesetzlichen Feiertag erklärt. 25. November 1999 Während einer Tagung der Weltkonferenz für Religion und Frieden in Amman kritisiert König Abdullah II. von Jordanien Israels starre Haltung hinsichtlich Jerusalems und fordert eine Teilung in zwei Gebiete: West-Jerusalem für Israel und für die Palästinenser den Ostteil, den Israel 1967 erobert hat. „Jerusalem ist zu heilig und zu symbolisch, als daß es von einer Partei als alleiniges Eigentum angesehen werden könne. Es bietet Platz für zwei Hauptstädte und kann, wie es sein soll, der ganzen Welt auf einmal gehören“, sagt das jordanische Staatsoberhaupt. Israel aber trage mit seinem Alleinanspruch dazu bei, daß die Stadt eine Brutstätte der Gewalt bleibe. 5. Januar 2000 Für die Verwirklichung geplanter Wirtschaftsreformen billigt der Internationale Währungsfonds (IWF) Jordanien einen weiteren Dreijahres-Kredit von rund 200 Millionen US-Dollar. Auch die Europäische Union, Japan und Kuwait versprechen neue „Finanzspritzen“. 20. März 2000 Zum Auftakt einer knapp einwöchigen Pilgerreise im Heiligen Land mit verschiedenen Stationen in Israel, Jordanien und den Palästinensergebieten, wo er die heiligsten Stätten der Christenheit, aber auch die Heiligtümer des Judentums und des Islam besuchen will, wird Papst Johannes Paul II. in Amman von Jordaniens König Abdullah II. begrüßt. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche ruft Israeli und Araber zu mehr Toleranz und zum Frieden auf, spricht sich für das Recht der Palästinenser auf eine sichere Heimat aus, verurteilt jede Art von Antisemitismus und bedauert zudem den Haß, mit dem Christen einst sowohl Juden als auch Moslems verfolgt haben. 23. April 2000 König Abdullah II. von Jordanien, der in den letzten Monaten u.a. in die USA, nach Japan, Südkorea, in die VR China sowie nach Frankreich, Großbritannien und Spanien gereist war, stattet nun auch Israel einen ersten Besuch ab. 15. Juni 2000 Nachdem Teile des Parlaments bereits im April die Absetzung von Abdul rauf al-Rawabdeh wegen Unfähigkeit und zunehmender Korruption in Regierungskreisen beantragt haben, ernennt König Abdullah II. von Jordanien den Wirtschaftsfachmann Ali Abu al-Ragheb zum neuen Regierungschef. 31. Dezember 2000 Jordanien, das jährlich etwa eine halbe Milliarde US-Dollar für das Militär ausgibt, verfügt derzeit über 1.200 Panzer, 510 Raketenabschußrampen, 6 Kampf-Jetstaffeln und 7 Kriegsschiffe sowie über rund 104.000 Soldaten (Heer: 90.000; Luftwaffe: 13.500; Marine 500). 16. September 2001 Der jordanische Rat für Religionsangelegenheiten verurteilt die Terroranschläge in den USA vom 11. September als verabscheuungswürdiges, mit dem Islam unvereinbares Verbrechen, fordert die westliche Welt jedoch gleichzeitig in einem in Amman veröffentlichten Bericht auf, die Moslems nicht pauschal zu verurteilen. Darin heißt es, daß der Islam die Ermordung von Unschuldigen sowie Angriffe auf privates und öffentliches Eigentum untersage. Er schütze die Würde des Menschen und seiner Güter. Zugleich verurteilt der Rat „die von Israel verübten Aggressionen“ gegen das palästinensische Volk. 14. Dezember 2001 In Südjordanien kommt ein Bus von der Straße ab und geht in Flammen auf. Alle 52 Insassen kommen ums Leben. Bei den Opfern handelt es sich überwiegend um Ägypter, die sich auf der Heimfahrt von einer Pilgerreise nach Mekka befanden. 31. Dezember 2001 Jordanien ist zwar weiterhin um Vermittlung im festgefahrenen Nahost-Konflikt bemüht und geht hart gegen anti-israelische Aktivisten im eigenen Land vor, will jedoch vorerst keinen neuen Botschafter nach Israel entsenden. 11. Februar 2002 Das jordanische Staatssicherheitsgericht verurteilt einen 32jährigen Islamisten mit US-amerikanischem Paß zum Tode durch den Strang. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß er mit mehreren Komplizen Anschläge auf US-amerikanische Einrichtungen und israelische Touristen in Jordanien geplant hatte. 28. Juni 2002 Tujan al-Faisal, die erste Parlamentarierin in der Geschichte Jordaniens (1993-97), die im Mai vom Staatssicherheitsgericht zu einer eineinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden war, nachdem sie in einem offenen Brief an König Abdullah II. Korruptionsvorwürfe gegen die Regierung erhoben hatte, wird nach einmonatigem Hungerstreik begnadigt. 31. März 2003 Die jordanische Regierung gibt bekannt, daß man in Amman ein halbes Dutzend Iraker verhaftet und damit zwei Terroranschläge vereitelt habe. Offenbar wollten Angehörige der irakischen Botschaft in Amman das Trinkwasser im Osten Jordaniens vergiften, wo jordanische und amerikanische Truppen stationiert sind. Zudem soll ein Bombenanschlag auf ein Luxushotel in Amman geplant gewesen sein, in dem viele Amerikaner und Europäer wohnen. 4. Juni 2003 Die Explosion eines Tanklastwagens auf einer belebten Straße in der jordanischen Hauptstadt Amman fordert mindestens zehn Menschenleben. Offiziellen Angaben zufolge handelt es sich um einen Unfall und nicht um einen Anschlag. 18. Juni 2003 Bei den Parlamentswahlen in Jordanien gewinnen Gefolgsleute der Staatsführung erwartungsgemäß die Mehrheit der 110 Sitze, während die oppositionelle „Islamische Aktionsfront“, der politische Arm der Muslim-Bruderschaft und die stärkste und am besten organisierte Partei des Landes, 17 von insgesamt 30 Kandidaten in das neugewählte Unterhaus des Parlaments entsendet und sich zusätzlich auf mindestens fünf gleichgesinnte, sogenannte Unabhängige stützen kann. Insgesamt 765 Kandidaten standen zur Wahl,darunter 54 Frauen, von denen nur eine einzige gewählt wird. Allerdings ziehen weitere fünf Frauen aufgrund der ihnen vom König zugestandenen Quote ins Parlament ein. Gestützt auf eine Mehrheit von etwa zwei Dritteln der Abgeordneten muß die Regierung das Parlament nicht fürchten, dessen politische Vollmachten ohnehin beschränkt sind, während die Entscheidungen letzten Endes vom König getroffen werden. Dieser kann das Parlament auflösen, Gesetzesvorlagen durch ein Veto blockieren und per Dekret herrschen, wie dies in den vergangenen zwei Jahren nach der Auflösung des Parlaments praktiziert worden war. Im Unterschied zu Parlamenten anderer arabischer Länder kann das jordanische jedoch von der Regierung eingebrachte Gesetzesvorlagen blockieren und den Ministerpräsidenten und sein Kabinett durch ein Mißtrauensvotum zum Rücktritt zwingen. 7. August 2003 Bei der Explosion einer ferngezündeten Autobombe vor der jordanischen Botschaft in Bagdad kommen 19 Menschen – irakische Zivilisten und Polizisten sowie jordanische Diplomaten – ums Leben, fünf Dutzend weitere werden verletzt. Das Botschaftsgebäude wird bei dem ersten wirklich großen Terroranschlag im Irak völlig zerstört. Jordanien gilt unter Islamisten als zu amerikafreundlich. Es hatte den Krieg gegen sein Nachbarland Irak unterstützt, indem es den US-Truppen die Nutzung von Stützpunkten auf jordanischem Boden gewährte. 26. April 2004 Das Terrornetzwerk El-Kaida hatte in Jordanien, dem engsten Verbündeten der USA im Nahen Osten nach Israel, offenbar gigantische Selbstmordanschläge mit chemischen Bomben geplant, die in der Hauptstadt Amman zehntausenden Menschen das Leben kosten sollten. Ein bereits Mitte April vom jordanischen Geheimdienst Festgenommener sagt im staatlichen jordanischen Fernsehen, er habe im Auftrag von Abu Musab El Sarkawi entsprechende Pläne verfolgt und eine Chemiefarbrik an der syrischen Grenze aufgebaut. Dort sollten bis zu 20 Tonnen Sprengstoff in sechs Lastwagen eingebaut werden. Als Anschlagziele nennt er den Sitz des jordanischen Geheimdienstes und das Büro des Ministerpräsidenten. Die beiden Gebäudekomplexe befinden sich im dicht besiedelten Zentrum Ammans. Bei „erfolgreicher“ Ausführung der Terroranschläge wären dort „bis zu 80.000 Menschen durch giftige Dämpfe gestorben“, heißt es. Um welche Chemikalien es sich bei den vereitelten Anschlägen gehandelt hätte, wird nicht bekanntgegeben. Westliche Terror-Experten vermuten jedoch, daß die Attentäter eine Mischung aus Düngemitteln, TNT, Benzin und Phosphor zur Explosion bringen wollten. Ähnliche „Horror-Cocktails“ wurden schon im Irak gezündet. El Sarkawi gilt als enger Vertrauter von El-Kaida-Chef Osama bin Laden und soll sich im Irak versteckt halten. Er soll auch für die am 24. April gescheiterten Bombenanschläge auf irakische Erdölverladestationen im Persischen Golf verantwortlich sein. 29. November 2004 König Abdullah II. setzt seinen Halbbruder Prinz Hamsa als Thronfolger ab. Obwohl er noch keinen neuen Kronprinzen ernennt, wird angenommen, daß er mit diesem Schritt den Weg für seinen achtjährigen Sohn Hussein freimacht. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Jordanien...König Abdallah I. von Jordanien Eigentlicher Name: Abdallah Ibn Al-Hussein König (1923-51) geboren: 1882 (Mekka) gestorben: 20.07.1951 (Jerusalem (ermordet)) Literatur... König Abdallah II. von Jordanien Eigentlicher Name: Abdallah ibn al Hussein König (seit 1999) geboren: 30.01.1962 (Amman) Literatur... König Hussein II. von JordanienEigentlicher Name: Hussein ibn Talal König (1952-99) geboren: 14.11.1935 (Amman) gestorben: 07.02.1999 (Amman) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |