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Republik Jemen

Chronik

 Überblick    Basisdaten


Um 1100 v. Chr.
Im Gebiet des heutigen Jemen im äußersten Süden der Arabischen Halbinsel (mit 536.968 Quadratkilometern – einschließlich der Inseln Perim und Kamaran im Roten Meer und der Insel Sokotra im Arabischen Meer – rund 1,5 mal so groß wie Deutschland), das wegen seiner fruchtbaren Gebirgstäler, in denen u.a. die zur Gewinnung der kostbaren Harze Weihrauch und Myrrhe nötigen Baumarten gedeihen, von den Römern später als „Arabia felix“ (Glückliches Arabien) bezeichnet wird, entstehen die Königreiche Hadramaut, Kataban, Aussan, Ma’in, Himjar und Saba.
(Im Altertum wurden Weihrauch und Myrrhe - schon von den alten Ägyptern zum Einbalsamieren der Pharaonen und als wohlriechende Räucherstoffe zur Religionsausübung verwendet - mit Gold aufgewogen.)

Ab 1000 v. Chr.
Das Königreich Saba mit der an der bis ans Mittelmeer führenden „Weihrauchstraße“ gelegenen Hauptstadt Marib übernimmt allmählich die Oberherrschaft über die übrigen im Gebiet des heutigen Jemen existierenden Königreiche.

950 v. Chr.
Die Königin von Saba besucht König Salomo in Jerusalem.

Ab 5. Jahrhundert v. Chr.
Das Königreich Saba erstreckt sich vom Indischen Ozean bis zum Roten Meer und im Norden weit in das heutige Saudi-Arabien hinein. Zudem besitzt es Kolonien in Ostafrika und betreibt regen Seehandel mit Indien.

24 v. Chr.
Der Südarabienfeldzug der Römer unter dem Feldherrn Aelius Gallus endet ergebnislos vor den Toren der sabäischen Hauptstadt Marib.

260 n. Chr.
Die Himjaren erobern Saba und steigen zur führenden Macht im Gebiet des heutigen Jemen auf.

Ab 70
Nachdem die Römer fast ganz Palästina erobert haben, lassen sich zahlreiche jüdische Flüchtlinge im Gebiet des heutigen Jemen nieder.

517
Himjarenkönig Dhu Nuwas nimmt den jüdischen Glauben an.

521 n. Chr.
Die christlichen Äthiopier (Aksum-Dynastie) besetzen (über die nur rund 30 Kilometer Meerenge zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel kommend) das Gebiet des heutigen Jemen wegen Verfolgung der dort lebenden Christen duch König Dhu Nuwas. Heerführer Abraha übernimmt die Macht. In den folgenden Jahren tritt ein Großteil der jemenitischen Bevölkerung zum Christentum über. In den Städten Aden, Thafar, Natschraan und Sana‘a, der heutigen Hauptstadt von Jemen, läßt Abraha christliche Kirchen errichten.

571
Ein Feldzug Abrahas gegen Mekka, um dort dem heidnischen Götterglauben ein Ende zu bereiten, scheitert, nachdem kurz vor den Toren der Stadt ein Großteil seiner Soldaten an Cholera sterben.

575
Himjaritenkönig Saif bin Dhi Yazan gelingt mit Hilfe der Sassaniden (Perser) die Vertreibung der Äthiopier. Damit gelangt das Gebiet des heutigen Jemen, obwohl den Sassaniden tributpflichtig, noch einmal unter himjaritische Kontrolle.

597
Das Gebiet des heutigen Jemen wird von den Sassaniden zur Provinz des Perserreiches erklärt.

Ab 628
Badhan, der persische Statthalter im Jemen, und mit ihm der größte Teil der Bevölkerung Südarabiens, tritt zum Islam über.

Ab 632
Nach dem Tode des Propheten Mohammed wird das Gebiet des heutigen Jemen unter seinem Nachfolger, dem Kalifen Abu Bakr, Teil eines einheitlichen Staates, der nahezu die gesamte Arabische Halbinsel umfaßt und dessen religiöses Zentrum Mekka ist (mit der bereits aus vorislamischer Zeit stammenden Kaaba, dem mit schwarzem Stoff verhängten würfelförmigen Zentralheiligtum im Hof der Großen Moschee mit dem Hadjar, dem eingemauerten heiligen Schwarzen Stein, in der Südostecke), während das weiter nördlich gelegene Medina als politische Hauptstadt gilt (ab 661 Damaskas und ab 762 Bagdad).

Ab 897
Aufgrund religiöser Differenzen (und politischer Machtkämpfe) zerfällt das Kalifenreich der Abbasiden-Dynastie nach und nach in mehrere Teilstaaten, und der Norden des heutigen Jemen wird als Rückzugsgebiet der schiitischen Zaiditen-Sekte unabhängig. Geistiger und weltlicher Herrscher ist der gewählte Imam.

Ab 1050
Das Gebiet des heutigen Jemen gerät bis auf die zaiditische Nordprovinz unter die Oberhoheit der in Ägypten und Syrien herrschenden Fatamiden, denen 1171 die Dynastie der Aijubiden folgt.

Ab 1228
Die Rassuliden lösen die Aijubiden als führende Macht im Jemen ab.

1381
Die Zaiditen gewinnen die Oberherrschaft über das gesamte Gebiet des heutigen Jemen und erklären Sana‘a, einst Garnisonsstadt der Sabäer, zur Hauptstadt.

1454
Die sunnitisch-islamische Familie Banu Tahier kommt im Jemen, der seit Jahrhunderten als wichtiger Handelsweg zwischen dem indischen Subkontinent, Ostafrika und dem Mittelmeerraum fungiert und somit zu großem Reichtum gelangte, an die Macht.

1497
Mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung durch den Portugiesen Vasco de Gama verliert der Jemen seine Bedeutung als Handelspassage zwischen dem indischen Subkontinent und dem Mittelmeerraum.

1513
Portugal versucht vergeblich, die jementische Hafenstadt Aden zu erobern.

Ab 1517
Die sunnitisch-islamischen Osmanen (Türken), inzwischen Herren über ganz Klein- und Vorderasien sowie Ägypten, setzen sich allmählich auch an der Küste des Jemen fest.

1526
Mit dem Niedergang der Banu Tahier-Dynastie geht im Jemen die Macht wieder auf die in den unzugänglichen Bergregionen angesiedelten Familien der Zaiditen über.

1548
Die Osmanen, nach erbitterten Kämpfen inzwischen Herren über nahezu ganz Jemen, beginnen in den westlichen Randgebirgen mit dem Anbau von Kaffee. Mocha am Roten Meer wird durch den Kaffee-Export zu einer der bedeutendsten Hafenstädte der Welt.

1635
Die Zaiditen vertreiben unter der Führung des Imam Mu’ayyad die Osmanen aus dem Jemen und übernehmen wieder die Oberherrschaft über ganz Jemen.

18. Jahrhundert
Die Zaiditen verlieren den Süd-Jemen an die dortigen Stämme.

1839
Zur Kontrolle der Schiffahrt im Roten Meer und auf der Indienroute erobern die Briten die jemenitische Hafenstadt Aden.

1849
Die Osmanen übernehmen erneut die Macht im Nord-Jemen.

1890
Der zaiditische Imam Muhammad al-Mansur organisiert den Widerstand gegen die Osmanen.

1904
Nach dem Tode des zaiditischen Imam Muhammad al-Mansur setzt sein Sohn Yahya Muhammad als neuer Imam den Widerstandskampf gegen die Osmanen fort.

1905
Osmanen und Briten teilen den Jemen vertraglich unter sich auf. (Der von ihnen festgelegte Grenzverlauf gilt von 1918 bis 1990 als Grenze zwischen Nord- und Südjemen.)

1911
Die Osmanen erkennen nach jahrelangen zermürbenden Kämpfen den zaiditischen Imam Yahya Muhammad als Oberhaupt des nördlichen Teils des Nordjemen an. (Unterzeichnung des Friedensvertrags am 22. September.)

30. Oktober 1918
Nach dem Niedergang des osmanischen Reiches wird der Nordjemen souveränes Königreich unter Imam Yahya Muhammad, während der von verschiedenen, untereinander verfeindeten Stämmen besiedelte Südjemen, weiterhin mehr oder weniger von Aden aus von den Briten beherrscht wird.

1934
Nach erfolglosen Feldzügen gegen die Briten erkennt Imam Yahya Muhammad die auf den osmanisch-britischen Vertrag von 1905 basierende Grenzziehung an. Im selben Jahr verliert er im Norden große Gebiete an Saudi-Arabien.

1937
Großbritannien löst Aden und sein Hinterland aus der Verwaltung von Britisch-Indien und erklärt es zur eigenständigen Kronkolonie.

22. März 1945
Mit dem Ziel weitgehender wirtschaftlicher, politischer und militärischer Zusammarbeit gründen Ägypten, Irak, (Süd-)Jemen, (Trans)Jordanien, Libanon, Saudi-Arabien und Syrien die „Arabische Liga“. Leitendes Organ ist der Rat der Liga mit ständigem Sitz in Kairo, dessen Beschlüsse für die Mitglieder jedoch nicht verbindlich sind. (Bis 1993 schließen sich noch Libyen [1953], Sudan [1956], Marokko [1958], Tunesien [1958], Kuwait [1961], Algerien [1962], Nordjemen [1967], die Vereinigten Arabischen Emirate [1971], Oman [1971], Bahrain [1971], Katar [1971], Mauretanien [1973], Somalia [1974], Palästina [seit 1976 durch die PLO vertretenes Vollmitglied], Dschibuti [1977]; Ägypten wird von 1979-89 wegen seines Friedensvertrages mit Israel suspendiert, und der Sitz der Liga wird bis 1990 nach Tunis verlegt).

Anfang 1948
Der von den Bestrebungen islamischer Erneuerer in Ägypten beeinflußte Mohammed az-Zubairi gründet im Nordjemen die „Vereinigung der Freien Jemeniten“.

Februar 1948
Im Nordjemen wird der despotische Imam Jahya Muhammad von den „Freien Jemeniten“ ermordet und der reformfreudige Abdulla al-Wazir zum neuen Imam ernannt. Im Gegenzug ruft Seif al-Islam Ahmed, der Sohn des ermordeten Jahya, in Taiz sein eigenes Imamat aus und mobilisiert die Bergstämme gegen Abdulla al-Wazir; innerhalb kürzester Zeit erobert er mit etwa 20.000 Mann Sana‘a und zerschlägt die Herrschaft Abdulla al-Wazirs.

Ab Mitte 1948
Nach Gründung des Staates Israel verlassen nahezu alle Juden sowohl den Süd- als auch den Nordjemen. (Bis 1950 rund 60.000)

1958
Nordjemen unterzeichnet einen Föderationsvertrag mit der Vereinigten Arabischen Republik (Ägypten und Syrien).

Ab 1959
Im noch immer von Großbritannien kontrollierten Südjemen schließen sich unter dem Druck der Briten bis 1962 insgesamt 22 Scheichtümer zur „Federation of Emirates of the South“ zusammen.

19. September 1962
Nach dem Tode Seif al-Islam Ahmeds wird Muhammad al-Badr neuer Imam des Nordjemen; wenige Tage später nimmt ein Teil der Streitkräfte unter der Führung von Oberst Abdallah as-Salal den Palast unter Beschuß und leitet damit die Revolution im Nordjemen ein. Der Imam flieht nach Saudi Arabien, und Abdallah as-Salal ruft am 26. September die Republik aus. Dies führt zum Ausbruch des bis 1970 andauernden Bürgerkriegs zwischen den weiterhin dem Imam ergebenen Bergstämmen und den Republikanern, wobei die Royalisten von Saudi-Arabien und die Republikaner von Ägypten unterstützt werden.

1963
Die weiterhin von den Briten kontrollierte „Federation of Emirates of the South“ wird in „Federation of South Arabia“ umbenannt und Aden, von den Briten inzwischen zum Staat erklärt, schließt sich der Föderation an.

1964
Großbritannien sichert dem Südjemen den Abzug seiner Truppen und die endgültige Unabhängigkeit bis 1968 zu. Trotzdem gelingt es den Briten nicht, den ständig wachsenden, vom Nordjemen und Ägypten unterstützten Widerstandsgruppen im Lande Herr zu werden: Während die FLOSY (Front zur Befreiung des besetzten Südjemen) zur Zusammenarbeit mit Großbritannien bereit ist und die Unabhängigkeit auf friedlichem Wege erreichen will, lehnt die NLF (Nationale Befreiungsfront) jegliche Zusammenarbeit ab und beginnt mit dem bewaffneten Aufstand.

30. November 1967
Nachdem sich die NLF (Nationale Befreiungsfront) in ganz Südjemen durchgesetzt und einen vorzeitigen Abzug der britischen Truppen erzwungen hat, übernimmt sie die Macht und ruft in Aden unter der Führung von Qahtan ash-Shabi die „Volksrepublik Südjemen“ (ab 1970 „Demokratische Volksrepublik Jemen“) mit einer marxistisch-leninistischen Verfassung aus. Er wandelt das Land in einen kommunistischen Einheitsstaat um und unterstützt die palästinensischen Organisationen sowie die Rebellen im benachbarten Oman und in Eritrea (Äthiopien).

Ende 1967
Im Nordjemen wird der Bürgerkrieg zwischen den Anhängern des Imam, der in Saudi-Arabien inzwischen eine Exil-Regierung gegründet hat, und den Republikanern trotz eines unter der Schirmherrschaft Saudi-Arabiens und Ägyptens getroffenen Friedensabkommens fortgesetzt.

Juni 1969
Der Präsident des Südjemen, Qahtan ash-Shabi, wird gestürzt. Neuer Staatschef wird Salim Rubai Ali.

25. Mai 1970
Im Nordjemen einigen sich die Republikaner und die Royalisten auf eine gemeinsame Regierung. Die Verfassung der Arabischen Republik Jemen wird verabschiedet. Abdarrahman al-Iriani wird Staatspräsident. Imam Muhammad al-Badr geht ins Exil nach Großbritannien. Die innenpolitische Lage bleibt jedoch weiterhin äußerst gespannt, und es kommt außerdem immer wieder zu Grenzkämpfen mit der Volksrepublik Jemen (Südjemen).

Ende 1970
In der nordjementischen Hauptstadt Sana’a wird eine Universität gegründet.

1972
Es kommt zu ernsten Grenzkonflikten zwischen Nord- und Südjemen, die Ende des Jahres durch ein Waffenstillstandsabkommen (zunächst) beendet werden.

1974
In Nordjemen übernimmt eine Militärjunta unter General Ibrahim al-Hamdi die Herrschaft.

1975
In der südjementischen Hauptstadt Aden wird eine Universität gegründet.

1976
Nordjemen und Saudi-Arabien unterzeichnen nach wiederholten Grenzkonflikten (1969, 1973) einen Friedensvertrag.

11. Oktober 1977
Der nordjemenitische Staatschefs Ibrahim al-Hamdi wird ermordet. Neuer Präsident wird Hussein al-Ghashmi.

24. Juni 1978
Der nordjemenitische Staatschefs Hussein al-Ghashmi wird ermordet. Ali Abdallah al-Saleh wird neuer Präsident.

27. Juni 1978
Der südjementische Staatschef Salim Rubai Ali wird in Aden wegen Volksverrats hingerichtet. Abd al-Fatah Ismail übernimmt das Amt.

Ende 1978
Nach Wahlen zum „Obersten Volksrat“, zu denen auch Frauen zugelassen waren, wird Ali Nasir Muhammad neuer Präsident des Südjemen.

März 1979
Die Feindseligkeiten zwischen den beiden Jemen nehmen nach einigen Jahren der Entspannung wieder zu.

1984
Die UNESCO erklärt die sagenumwobene Altstadt von Sana’a zum Weltkulturerbe.

Februar 1986
Nach einem blutigen Staatsstreich – tagelange heftige Kämpfe forderten in Aden Zehntausende von Menschenleben – wird Haidar Abu Bakr al-Attas neuer Präsident im Südjemen.

1988
Es kommt – u.a. wegen einer politischen Umorientierung im kurz vor dem Staatsbankrott stehenden sozialistischen Südjemen – zu einer Annäherung zwischen Nord- und Südjemen, und beide Staaten schließen nicht nur ein Abkommen über eine gemeinsame Nutzung der erst 1983 im Grenzgebiet entdeckten Ölvorkommen, sondern beginnen mit ernsthaften Verhandlungen über eine Wiedervereinigung.

22. Mai 1990
Nord- und Südjemen vereinigen sich nach Ausarbeitung einer gemeinsamen Verfassung zur Republik Jemen mit Sana‘a als Hauptstadt. Ali Abdallah al-Saleh, seit 1978 Staatschef von Nordjemen (1983 und 1988 vom Parlament wiedergewählt) wird Präsident des geeinten Jemen. Vizepräsident wird der bisherige Führer der südjemenitischen Einheitspartei Ali Salem al-Baidh, und der bisherige Präsident des Südjemen, Haidar Abu Bakr al-Attas, wird Regierungschef.

1992
Seit Kuwait und Saudi-Arabien ihre Wirtschaftshilfe wegen der proirakischen Haltung des Jemen im Golfkrieg eingestellt haben und zudem die monatlichen Überweisungen der Gastarbeiter wegfallen (fast eine Million Jemeniten mußten während und nach dem Golfkrieg aus den arabischen Erdölförderländern nach Jemen zurückkehren und sind nun ohne Arbeit), zählt die Republik Jemen zu den ärmsten und am höchstverschuldeten Ländern der Erde. Der noch geringe Ölexport ist derzeit die einzige Devisenquelle.

Anfang 1993
Die Regierung der Republik Jemen verspricht sich durch die Erschließung neuer, äußerst ergiebiger Ölfelder im Süden des Landes einen erheblichen Wirtschaftsaufschwung.

April 1993
Die Durchführung der ersten freien Parlamentswahlen im geeinten Jemen bringen für den Allgemeinen Volkskongreß (AVK) von Präsident Ali Abdallah al-Saleh 122 der 301 Sitze. Die frühere südjemenitische Einheitspartei (JSP) von Vizepräsident Ali Salem al-Baidh erhält nur 58 Mandate. Trotz Bildung einer Koalitionsregierung kommt es immer häufiger zu innenpolitischen Auseinandersetzungen.

Mai 1994
Der Machtkampf zwischen Präsident Ali Abdallah al-Saleh und seinem Stellvertreter Ali Salem al-Baidh führt in der jungen Republik Jemen schließlich zum Bürgerkrieg, in dem sich die noch nicht wieder vereinten Truppen des Nordens und die Streitkräfte des Südens gegenüberstehen. Ali Salem al-Baidh macht die Vereinigung der beiden Jemen von 1990 rückgängig und ruft in Aden erneut die „Demokratische Republik Jemen“ aus. Dies wird von Ali Abdallah al-Saleh jedoch nicht anerkannnt. Der Bürgerkrieg geht trotz zahlreicher Vermittlungsversuche der UNO weiter.

Juli 1994
Der Bürgerkrieg im Jemen, der nach offiziellen Angaben bisher rund 7.000 Menschen das Leben gekostet hat, endet mit der Eroberung Adens und Mukallas (im Südosten) durch die nordjemenitischen Streitkräfte. Ali Salem al-Baidh und seine Anhänger fliehen ins Exil nach Saudi-Arabien bzw. Oman.

September 1994
Das jemenitische Parlament in Sana‘a billigt einstimmig eine neue, auf dem Islam und der Scharia (islamisches Recht) basierende Verfassung.

Oktober 1994
Ali Abdallah al-Saleh wird vom Parlament für weitere fünf Jahre im Amt des jemenitischen Staatspräsidenten bestätigt. Er ernennt Abdul Aziz Abdelghani zum Regierungschef und beginnt mit der Beseitigung der Kriegsschäden, die auf über sieben Milliarden US-Dollar geschätzt werden.

Dezember 1994
Der seit Jahrzehnten schwelende Grenzkonflikt zwischen Jemen und Saudi-Arabien flackert erneut auf.

1. Januar 1995
Die Arabische Republik Jemen erhält zum Aufbau seiner Wirtschaft einen Weltbank-Soforthilfekredit von 35 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus gewährt eine kuwaitische Entwicklungsorganisation Kredite von insgesamt 54 Millionen US-Dollar.

Nachdem es in letzter Zeit immer häufiger zu ernsten Grenzzwischenfällen zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen gekommen war (bis auf einen kleinen Abschnitt im Westen ist der genaue Grenzverlauf in der erdölreichen Region noch immer nicht genau markiert), einigt man sich auf die Einsetzung einer Kommission, die die Streitigkeiten nun umgehend beenden soll.

5. März 1995
Nach Vermittlung von Ägypten und Syrien unterzeichnen Saudi-Arabien und die Republik Jemen einen neuen Friedensvertrag.

Dezember 1995
Zwischen der Republik Jemen und dem afrikanischen Eritrea kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen um die strategisch wichtigen Hanish-Inseln im Roten Meer, die von beiden Staaten beansprucht werden.

Anfang 1996
Während sich die jemenitische Regierung bemüht, den noch wenig entwickelten Fremdenverkehr vor allem entlang der Küsten zu einer erdölunabhängigen Einnahmequelle auszubauen, werden im gebirgigen Hinterland immer wieder (Einzel-)Touristen von rebellischen Bergstämmen entführt und erst nach hohen Lösegeldzahlungen wieder freigelassen.

13. Mai 1996
Die Republik Jemen und Eritrea beenden den bewaffneten Konflikt um die Hanish-Inseln im Roten Meer. Man einigt sich bis zur endgültigen Entscheidung durch ein internationales Schiedgericht auf eine gemeinsame Nutzung.

27. April 1997
Bei den Parlamentswahlen in der einzigen Demokratie auf der Arabischen Halbinsel erringt der Allgemeine Volkskongreß (AVK) von Präsident Ali Abdallah al-Saleh, der mit der islamischen Partei al-Islah (YAR) von Scheich Abdallah Islah ein Wahlbündnis einging, die absolute Mehrheit. Der parteilose Faraj Said bin Ghanem wird neuer jemenitischer Ministerpräsident einer Koalitionsregierung aus AVK und YAR.

13. August 1997
Rund 100 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sana‘a wird eine vierköpfige italienische Reisegruppe gekidnappt. Gleichzeitig werden im äußersten Süden des Jemen weitere sechs Italiener entführt.

15. September 1997
Nach der Entführung von 13 Ausländern innerhalb eines Monats (die Gekidnappten wurden nach Zahlung von Lösegeldern inzwischen wieder freigelassen), gibt die jemenitische Regierung bekannt, daß sie in Zukunft noch härter gegen Kidnapper vorgehen und Touristenbussen bei Fahrten ins Landesinnere u.a. militärischen Geleitschutz gewähren will.

12. Mai 1998
Regierungschef Faraj Said bin Ghanem, der sich im Jemen seit einem Jahr vergeblich um die Durchsetzung von Wirtschafts- und Verwaltungsreformen bemüht hat (u.a. forderte er in seinem Kampf gegen Mißwirtschaft und die überhandnehmende Korruption von Staatspräsident Ali Abdallah al-Saleh seit langem die Entlassung mehrerer Minister), reicht seinen Rücktritt ein. Neuer Regierungschef wird der Chef des Allgemeinen Volkskongresses (AVK) Abdul Karim al-Eryani. Er bildet ein Kabinett, das fast völlig aus AVK-Mitgliedern besteht.

1. Juni 1998
IWF (Internationale Währungsfonds) und Weltbank machen weitere Kreditvergaben für Jemen, das mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 370 US-Dollar und einer Arbeitslosenquote von weit über 30 Prozent zu den ärmsten Ländern der Erde gehört, von der Durchführung eines rigorosen Sparkurses der Regierung in Sana’a abhängig. Diese sieht sich u.a. gezwungen, die Subventionierung von Konsumgütern aufzugeben. Sozusagen über Nacht schnellen die Preise für Grundnahrungsmittel und Treibstoff um bis über 40 Prozent in die Höhe. Dies führt vor allem in der Hauptstadt Sana‘a zu wochenlangen schweren Unruhen, die insgesamt rund 70 Todesopfer fordern.

Juli 1998
Der seit den 30iger Jahren schwelende Grenzkonflikt zwischen Jemen und Saudi-Arabien flackert erneut auf, nachdem Geologen in dem umstrittenen Gebiet weitere reiche Erdöllager vermuten.

1. August 1998
In Jemen wird die Todesstrafe für Geiselnehmer eingeführt.

24. November 1998
Bei der Explosion einer Autobombe vor der deutschen Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sana‘a werden zwei jemenitische Sicherheitsbeamte und ein einheimischer Junge getötet und das Botschaftsgebäude beschädigt. Botschaftsangehörige werden nicht verletzt. Die Ermittlungen ergeben, daß der Anschlag offenbar einem einflußreichen Scheich gegolten habe, dessen Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zur deutschen Botschaft liegt.

6. Dezember 1998
Im Jemen werden erneut westliche Touristen, vier Deutsche (drei Männer und eine Frau), gekidnappt. Die Entführer vom Stamm Bani Dabian fordern für ihre Freilassung von der Regierung in Sana‘a u.a. ein hohes Lösegeld und Regierungsjobs für ihre Stammesmitglieder.

28. Dezember 1998
Eine radikale Islamistengruppe mit dem Namen „Islamische Armee Abiyan“ kidnappt im Jemen 16 westliche Ausländer und fordert für ihre Freilassung u.a. das sofortige Ende der amerikanischen Angriffe gegen den Irak sowie die Freilassung eines inhaftierten Islamistenführers. Die jemenitische Regierung reagiert darauf am nächsten Tag mit einer gewaltsamen Befreiungsaktion. Bei dem dilettantisch durchgeführten Kommando kommen vier Geiseln (drei Briten und ein Australier), ein Polizist und zwei der Kidnapper ums Leben. Die übrigen zwölf Geiseln – Briten, US-Amerikaner und Australier – werden z.T. verletzt gerettet. Es ist das erste Mal, daß im Jemen entführte Reisende ums Leben gekommen sind.

30. Dezember 1998
Die vier Deutschen, die sich seit drei Wochen in der Gewalt jemenitischer Entführer befinden, werden in einem Bergdorf von ihren Kidnappern freigelassen. Damit endet die bisher längste Geiselnahme von Touristen im Jemen.

23. Januar 1999
In Jemen werden erneut acht Personen, darunter drei Deutsche, offenbar von Angehörigen eines Stammes im Norden des Landes als Geiseln genommen. Ein Sprecher des verantwortlichen Stammes informiert die jemenitische Regierung kurz nach der Entführung, daß die Geiseln in die Region Al Dschauf gebracht werden, wo schon ein entführtes britisches Paar und ein niederländisches Ehepaar mit zwei Kindern festgehalten werden, die am 17. Januar vom Stamm Bakil dorthin verschleppt wurden. Über Forderungen der Geiselnehmer ist noch nichts bekannt, doch wird angenommen, daß es sich um einen für Jemen „typischen Entführungsfall“ handelt, also um die Tat eines Stammes, der sich von der Freilassung soziale Vergünstigungen erhofft, und nicht um die Tat von Fundamentalisten, die politische Ziele verfolgen.

24. Januar 1999
Bereits einen Tag nach ihrer Entführung werden im nördlichen Jemen fünf Geiseln wieder auf freien Fuß gesetzt.

6. Februar 1999
Auch die letzten seit dem 23. Januar in Nordjemen festgehaltenen Geiseln werden freigelassen. Inwieweit die Regierung in Sana‘a auf Forderungen der Entführer eingegangen ist, wird nicht bekanntgegeben.

5. Mai 1999
Drei der an der Entführung vom 28. Dezember Beteiligten werden in der jemenitischen Hauptstadt Sana‘a zum Tode verurteilt. Es ist das erste Urteil dieser Art seit Einführung der Todesstrafe für Geiselnahmen im vergangenen Jahr.

30. Juni 1999
Nachdem innerhalb weniger Tage bei Schießereien mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen sind, startet die jemenitische Regierung eine neue Kampagne zur Entwaffnung der Zivilbevölkerung und droht: „Wer in der Öffentlichkeit mit einem Gewehr erwischt wird, ist seine Manneszierde los.“ (In Jemen existiert zwar seit 1992 ein Gesetz, das für den Besitz einer Waffe eine Lizenz vorschreibt, doch das interessiert die Jemeniten, für die ein Dolch und ein Gewehr Statussymbole sind, kaum. Nach Angaben der Regierung hat die Zivilbevölkerung etwa 50 Millionen Maschinengewehre gehortet; statistisch gesehen besitzt jeder Einwohner drei Kalaschnikows, die er leider auch bereits bei kleinsten Zwistigkeiten benutzt. Der Waffenbesitz der Bürger macht es den Sicherheitskräften nahezu unmöglich, Verbrechen zu ahnden, und alle bisherigen Entwaffnungskampagnen der Regierung schlugen fehl, trotz des Angebots, jedes freiwillig abgelieferte Schießeisen mit barer Münze zu bezahlen.)

15. August 1999
Die Regierung in Sana‘a gibt bekannt, daß beim Absturz einer jemenitischen Militärmaschine während eines Patrouillenfluges nahe der Grenze zu Saudi-Arabien 17 Soldaten ums Leben gekommen sind.

23. September 1999
Bei den ersten direkten Präsidentschaftswahlen in Jemen wird Staatschef Ali Abdallah al-Saleh mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt.

17. Dezember 1999
Der Internationale Gerichtshof in Den Haag spricht das endgültige Urteil im Streit zwischen Eritra und Jemen über die Grenzziehung im Roten Meer: Die umstrittenen Hanish-Inseln werden zwischen beiden Staaten aufgeteilt. Sowohl Eritrea als auch Jemen akzeptieren das Urteil.

1. März 2000
In Sana‘a wird der polnische Botschafter entführt und in die Berge verschleppt. Die Kidnapper, Mitglieder des Jamanejatein-Stammes, verlangen die Freilassung eines kürzlich verhafteten Stammesmitglieds sowie Lösegeld.

5. März 2000
Der polnische Botschafter wird von seinen Entführern wieder auf freien Fuß gesetzt. Die jemenitische Regierung hatte auf jegliche miltiärische Aktionen verzichtet. Ob sie auf die Forderungen der Kidnapper eingegangen ist, wird nicht bekannt.

22. Mai 2000
Anläßlich der Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung von Nord- und Südjemen trifft auch der saudische Kronprinz Abdallah in Sana’a ein, was als Geste der Versöhnung zwischen Jemen und Saudi-Arabien gewertet wird.

15. Juni 2000
Nach monatelangen Verhandlungen beenden Saudi-Arabien und Jemen ihren (im Grunde seit den 30er Jahren) bestehenden Territorialkonflikt und schließen ein Abkommen, in dem der rund 2.000 Kilometer lange Grenzverlauf neu festgelegt wird. Darüber hinaus einigt man sich auf die Einrichtung eines 20 Kilometer breiten demilitarisierten Streifen beiderseits der Grenze, um weitere Zwischenfälle zu vermeiden. Den in diesem Gebiet lebenden Nomaden wird freies Nutzungs- und Weiderecht sowie Zollfreiheit eingeräumt.

Kuwait und Jemen nehmen ihre 1992 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen wieder auf.

30. September 2000
Das erstmals in Jemen ausgebrochene Rifftal-Fieber – die Virus-Infektion wird durch Stechmücken übertragen – hat nach amtlichen Angaben bisher knapp 70 Todesopfer gefordert und greift trotz aller Sofortmaßnahmen weiter um sich.

9. Oktober 2000
Bei einem Sprengstoffanschlag auf das US-Kriegsschiff „USS Cole“, das zum Auftanken im Hafen von Aden (Jemen) vor Anker lag und in den Persischen Golf unterwegs war, um dort mit einer großen Einheit der US-Marine das Embargo gegen Irak zu überwachen, kommen 17 der 350 Mann Besatzung ums Leben. Weitere drei Dutzend werden z.T. schwer verletzt. Das Schiff wird schwer beschädigt, als ein mit Sprengstoff beladenes und von Selbstmord-Attentätern gesteuertes Boot den Zerstörer rammt. Die USA verdächtigen den mutmaßlichen Terroristen-Führer Osama bin Laden als Drahtzieher.

20. Februar 2001
Per Referendum sprechen sich über 80 Prozent der stimmberechtigten Jemeniten für eine Verfassungsreform aus, wodurch u.a. die Amtszeit des Staatsoberhaupts von fünf auf sieben Jahre erhöht und die Wahlperiode des Parlaments von vier auf sechs Jahre verlängert wird. Staatspräsident Ali Abdallah al-Saleh, im September 1999 wiedergewählt, kann somit bei einer weiteren Wiederwahl bis Ende 2013 im Amt bleiben.
Bei den gleichzeitig abgehaltenen Kommunalwahlen, den ersten seit der Wiedervereinigung Nord- und Südjemens im Jahre 1990, erzielt die Regierungspartei GPC (Allgemeiner Volkskongreß) landesweit eine deutliche Mehrheit.

1. April 2001
Ex-Außenminister Abdel Kader Bajamal wird neuer Regierungschef Jemens. In seinem ausschließlich aus GPC-Mitgliedern bestehenden Kabinett ist zum ersten Mal auch eine Frau.

15. Juni 2001
Die jemenitischen Behörden verhaften neun Männer, die offenbar einen Anschlag auf die US-amerikanische Botschaft in Sana‘a geplant hatten. Sie haben Handgranaten und andere Waffen sowie einen Gebäudeplan der Botschaft bei sich und gehören einer Organisation an, die Verbindung zum mutmaßlichen Terroristen-Führer Osama bin Laden hat.

15. Juli 2001
Die Regierung in Sana’a kündigt an, im Zuge einer Reform im Erziehungswesen die rund 1.400 religiösen, bislang vom Staat finanzierten Schulen zu schließen und mit den staatlichen Bildungseinrichtungen zusammenzulegen. Die Islamisten im Lande, vor allem die Oppositionspartei „Islah“, sehen hinter diesem Vorhaben der Staatsführung nur einen Grund: Man will ihnen damit das wichtigste Instrument ihres Einflusses auf die Gesellschaft nehmen.

7. September 2001
Jemens Staatspräsident Ali Abdallah al-Saleh kündigt die baldige Freilassung des am 27. Juli in Sana’a entführten deutschen Diplomaten Reiner Berns an.

24. September 2001
Der am 27. Juli in der jemenitischen Hauptstadt Sana’a entführte deutsche Diplomat Reiner Berns wird freigelassen. Die Geiselnehmer, die Verbindungen zu islamischen Fundamentalistengruppen haben sollen, hatten anfangs ein Lösegeld von einer Million US-Dollar für ihn gefordert, den Betrag jedoch später reduziert und schließlich (angeblich) auf jegliches Lösegeld verzichtet. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer dankt der jemenitischen Regierung von Präsident Ali Abdallah al-Saleh für ihre „intensiven und umsichtigen“ Bemühungen um die Freilassung des 55jährigen Handelsattachés.

8. Dezember 2001
Jemenitische Sicherheitskräfte befreien in einem Überraschungsangriff den deutschen Maschinenbauingenieur Karl Lehnert unverletzt aus den Händen seiner Entführer. Der 46jährige, der bei einer Mercedes-Vertretung in Sana’a gearbeitet hatte, war am 29. November von Mitgliedern eines Wüstenstammes direkt vor seinem Haus in der Haupstadt Sana’a gekidnappt und in die rund 160 Kilometer weiter östlich gelegene Provinz Marib verschleppt worden. Einige Tage vor seiner Befreiung waren bei einer Schießerei zwischen dem Clan der Entführer und Sicherheitskräften nach Angaben der Regierung sechs Menschen ums Leben gekommen.
(Am 29. Dezember verurteilt ein Sondergericht in Sana’a die Entführer – vier Brüder vom Clan der Zaijdi – zu Haftstrafen zwischen 20 und 25 Jahren.)

18. Dezember 2001
Bei einem Überraschungsangriff von Spezialeinheiten der Armee mit Kampfhubschraubern und Panzern auf ein Versteck mutmaßlicher Mitglieder der Terroristenorganisation „El-Kaida“ von Osama bin Laden werden in Ost-Jemen mindestens ein Dutzend Menschen getötet und rund 20 weitere verletzt.
Jemens Staatspräsident Ali Abdallah al-Saleh und US-Präsident George W. Bush hatten am 27. November in Washington ein Abkommen unterzeichnet, in dem sich das südarabische Land verpflichtet, militärisch gegen islamistische Extremisten vorzugehen. Im Gegenzug wurde dem Jemen von den USA Wirtschaftshilfe in Höhe von rund 400 Millionen Dollar zugesagt.

3. März 2002
Die USA werden nach Angaben der Regierung in Sana’a dem Jemen 15 Küstenschutzboote liefern und rund 100 Angehörige einer Spezialeinheit zur Ausbildung von etwa 2.000 jemenitischen Soldaten im Küstenschutz in das südarabische Land schicken, das als Zufluchtsort für geflüchtete Mitglieder der Terrororganisation „El-Kaida“ aus Afghanistan gilt. Das Ausbildungszentrum wird in der Hafenstadt Aden liegen wo im Oktober 2000 bei einem Sprengstoffanschlag auf das US-amerikanische Kriegsschiff „Cole“ 17 Soldaten getötet worden waren. An den Kosten für die Boote und die Ausbildung werden sich auch Kanada, Frankreich und Deutschland beteiligen.

21. Mai 2002
Das US-Außenministerium veröffentlicht einen Bericht unter dem Titel „Paten des Terrors“, in dem neben 33 nichtstaatlichen Terrororganisationen sieben Staaten als aktive Unterstützer des Terrorismus angeprangert werden: Iran, Irak, Kuba, Libyen, Nordkorea, Syrien und Sudan. Als „aktivster“ Förderer wird Iran wegen der fortgesetzten Unterstützung exremistischer Palästinensergruppen hervorgehoben, obwohl das Land mit den Anschlägen vom 11. September in den USA nicht in Verbindung gebracht werden konnte und bei der politischen Neugestaltung in Afghanistan kooperierte. Als „Herbergsländer“ des Terrorismus werden in dem Bericht neben Syrien, Sudan und Libyen auch Jemen und Somalia aufgeführt.

6. Oktober 2002
Vor der Küste Jemens rammt ein mit Sprengstoff beladenes Boot den französischen Öltanker „Limburg“. Die Explosion reißt ein Loch in den Schiffsrumpf und löst einen Großbrand aus. Ein bulgarischer Matrose kommt ums Leben. Fast 100.000 Barrel Öl fließen in den Golf von Aden. Zu dem Anschlag bekennt sich einige Wochen später die Terrororganisation „El-Kaida“ von Osama bin Laden.

3. November 2002
Der US-Geheimdienst CIA liquidiert (in Absprache mit der jemenitischen Regierung) im jemenitischen Marib (östlich von Sana’a) sechs mutmaßliche El-Kaida-Terroristen gezielt mit einer ferngesteuerten Rakete. Unter ihnen ist auch der seit langem gesuchte Top-Terrorist El Harithi, einer der Weggefährten von El-Kaida-Anführer Osama bin Laden, den die USA für den Drahtzieher des Anschlags auf das US-Kriegsschiff „USS Cole“ im Oktober 2000 im Hafen von Aden halten.

10. Dezember 2002
Ein im November aus einem nordkoreanischen Hafen ausgelaufener, jedoch ohne Handelsflagge fahrender Frachter wird auf Wunsch der USA von zwei spanischen Fregatten des internationalen Flottenverbandes am Horn von Afrika gestoppt und vom US-Militär durchsucht. Dabei werden unter Zementsäcken 15 Scud-Raketen sowie mehrere Dutzend Fässer mit Chemikalien entdeckt. Die USA geben die zunächst beschlagnahmte Schiffsladung jedoch frei, nachdem die jemenitische Regierung in Sanaa protestiert und erklärt hatte, es handele sich um einen legalen Kauf, und die Raketen dienten der Modernisierung der Armee. Tatsächlich gibt es keine internationalen Gesetze, die ein solches Geschäft zwischen Jemen und Nordkorea verbieten würden. Die US-Regierung erklärt, der Vorfall sei ein neuerlicher Beweis dafür, daß Nordkorea der „Hauptlieferant der Welt“ für ballistische Raketen sei.
Die Führung in Pjöngjang bezichtigt die USA der „mutwilligen Piraterie“ und fordert von Washington eine Entschuldigung sowie Schadenersatz.

30. Dezember 2002
Ein Moslem-Extremist erschießt in der südjemenitischen Stadt Jibla in einem Krankenhaus der Baptisten drei US-amerikanische Ärzte (einen Mann und zwei Frauen) und verletzt einen weiteren Amerikaner schwer, bevor er überwältigt und festgenommen wird. Der 32jährige Täter, offenbar ein Mitglied der militanten Gruppe „Islamischer Dschihad“, wollte gegen die Präsenz der Amerikaner im Jemen protestieren. Nach Angaben der Behörden steht die Tat zudem im Zusammenhang mit der Erschießung des 62jährigen Vizechefs der oppositionellen Sozialistischen Partei in Sanaa’a durch einen Studenten am Tag zuvor.

29. Januar 2003
Zwei als Stammeskämpfer verkleidete Soldaten erschießen in der jemenitischen Provinz Marib den mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen Mohammed Ali el Zajida, der im September 2001 zusammen mit Komplizen in der Hauptstadt Sana’a den deutschen Diplomaten Reiner Berns entführt, ihn aber nach zwei Wochen wieder freigelassen hatte.

25. Juni 2004
Innerhalb weniger Tage sind in Nordjemen bei Gefechten zwischen Regierungstruppen und Anhängern eines aufständigen Schiitenführers minestens fünf Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Innenminesteriums in Sana‘a begannen die Kämpfe, nachdem Sicherheitskräfte die Häuser von Anhängern des Geistlichen durchsuchten.

22. Juli 2004
Bei der Explosion eines Sprengstofflagers in Hababa (ca. 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Sana’a) kommen 16 Menschen ums Leben. Nach Behördenangaben handelt es sich um einen Unfall und nicht um einen Terroranschlag.

 Quelle: Areion Weltalamanach


 Literatur zu Jemen...



Ali Abdallah al-Saleh
Politiker, Staatspräsident von Jemen (seit 1990)
geboren: 1942 (Bait Ahmar)
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 Quelle: Areion Weltalamanach



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