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NipponChronik Überblick Basisdaten
Ab 5. Jahrtausend v. Chr. Die Besiedelung der zum heutigen Staat Japan gehörenden Inseln im nördlichen Pazifischen Ozean beginnt während der sogenannten Jomon-Zeit (bis 300 v. Chr.) mit der Einwanderung ost- und zentralasiatischer Volksgruppen über die heute zu Rußland gehörende Insel Sachalin nach Nordjapan bzw. über die koreanische Halbinsel nach Südjapan, die sich allmählich zu den Ainu (wörtlich: Menschen) vermischen. (Heute leben auf der Nordinsel Hokkaido noch etwa 40.000 direkte Nachkommen dieser japanischen Urbevölkerung.) (Japan bzw. Nippon [„Land der aufgehenden Sonne“], mit knapp 378.000 Quadratkilometern Landfläche etwas größer als Gesamtdeutschland, ist ein über 2.000 Kilometer langer Inselbogen vor der Nordostküste des asiatischen Festlandes, bestehend aus den vier Hauptinseln Hokkaido [83.515 km²], Honshu bzw. Hondo [230.989 km²], Shikoku [18.800 km²] und Kyushu [42.130 km²] sowie weiteren rund 3.800 kleinen und kleinsten Inseln. Im äußersten Nordwesten ist Japan nur durch eine rund 50 Kilometer breite Meeresstraße von der russischen Insel Sachalin getrennt, der Abstand zur Festlandküste Koreas beträgt rund 190 Kilometer, und im Süden reichen die Riukiuinseln – die größte ist Okinawa – bis auf rund 120 Kilometer an Taiwan heran.) Ab 300 v. Chr. Während der sogenannten Yaoi-Zeit (300 v.Chr.-300 n.Chr.) dringen in mehreren Wellen über die koreanische Halbinsel weitere (wahrscheinlich) ursprünglich ebenfalls aus Zentralasien stammende Volksgruppen auf die japanischen Süd- und Zentralinseln vor und vermischen sich allmählich zum Volk der heutigen Japaner. Die Ainu werden immer weiter nach Norden abgedrängt. Anfang 4. Jahrhundert n. Chr. Dem Clan von Yamato (südlich des heutigen Kyoto auf der Hauptinsel Honshu) gelingt nach heftigen Kämpfen die Unterwerfung anderer Sippen und die Gründung eines ersten Staatenverbandes. Über die koreanische Halbinsel gelangen allmählich sowohl die chinesische Kultur und Schrift als auch der Buddhismus nach Japan. Ab 538 Der Übertritt eines Teils der Aristokratie zum Buddhismus führt zu heftigen Auseinandersetzungen mit jenen Adelsfamilien des japanischen Kaiserreiches, die weiterhin den „Weg der Götter“ (Shintoismus) beschreiten. 587 Die pro-buddhistischen Soga, zweitmächtigste Sippe nach den ebenfalls buddhistischen Yamato, siegt über den shintoistischen Kriegerclan der Mononobe. 604 Mit dem Erlaß einer aus 17 Artikeln bestehenden Verfassung will Prinz Shotoku – er übt seit 593 die Regentschaft für seine Tante, Kaiserin Suiko, aus – die Umgestaltung der altjapanischen Sippengesellschaft in einen monarchischen Vasallenstaat durchsetzen und beginnt mit dem Aufbau eines Beamtenapparats nach chinesischem Vorbild. Da er sich als direkten Nachkommen der Sonnengöttin Amaterasu betrachtet, nimmt er zur Unterstreichung seiner Macht den Kaisertitel „Tenno“ (Sohn des Himmels) an. 607 Shotuku, der den Buddhismus inzwischen zur Staatsreligion erklärt hat, läßt in der Nähe des heutigen Nara auf der Insel Honshu den ersten (noch heute erhaltenen) buddhistischen Tempel errichten. 708 Kaiserin Gemmei läßt die ersten japanischen Münzen prägen. Ab 710 Heijo (das heutige Nara) auf Honshu wird die erste feste Hauptstadt des japanischen Kaiserreiches. Während der bis 784 dauernden „Nara-Zeit“ erlebt Japan eine erste Blütezeit in Kunst und Literatur. U.a. wird mit der Aufzeichnung der japanischen Reichsgeschichte in chinesischen Schriftzeichen begonnen, die allerdings stark mythologisiert wird (z.B. Vorverlegung der Gründung des Yamato-Reiches in das Jahr 660 v. Chr. durch den legendären Kaiser Jimmu). 784 Um sich dem Einfluß der sechs mächtigen buddhistischen Klöster in Nara zu entziehen, verlegt Kaiser Kammu seine Residenz nach Nagaoka und beginnt mit dem Bau der neuen Hauptstadt Heian-kyo („Hauptstadt des Friedens und der Stille“, später zunächst umbenannt in Miyako [„kaiserliche Hauptstadt“] und dann in Kyoto [„Hauptstadt“] nach dem Vorbild der alten chinesischen Hauptstadt Chang'an (Xian), die 794 fertiggestellt wird. Während der bis 1185 dauernden „Heian-Zeit“ – sie gilt als Blütezeit der aristokratischen Kultur Japans – wird die japanische Silbenschrift entwickelt, und die territoriale Ausdehnung in den Norden schreitet voran. Der Adel, dem öffentliche Ämter als erblicher Besitz übertragen werden, gewinnt zunehmend an Einfluß. (Kyoto blieb bis 1868 Residenz der japanischen Kaiser und wurde während des Zweiten Weltkriegs von den Luftangriffen der Alliierten weitgehend verschont. Neben mehr als 1.500 Tempeln, etwa 220 Shinto-Schreinen und zahlreichen Gartenanlagen sind in Kyoto noch mehrere alte Wohnviertel in der traditionellen japanischen Holzbauweise erhalten. Der alte, im Laufe der Jahrhunderte mehrfach von Bränden verwüstete Kaiserpalast, wurde 1855 im kaiserlichen Park originalgetreu wiedererrichtet.) Ab 858 Nach dem Tod von Tenno Montuku beginnt die bis 1192 dauernde sogenannte „Fujiwara-Zeit“: Yoshifusa Fujiwara übernimmt die Regentschaft über den unmündigen Thronfolger. Die Familie Fujiwara steigt zur führenden (und regierenden) Sippe am Kaiserhof auf, und der Kaiser ist bald nur noch eine Zeremonialfigur. (Die Fujiwara bleiben bis 1945 eine der fünf bedeutendsten Familien Japans.) Ab 1192 Mit der bis 1333 dauernden sogenannte „Kamakura-Zeit“ beginnt in Japan die Zeit der Shogune (Militärdiktatoren), die von Kamakura aus das Land beherrschen. Der Kaiser in Heian/Kyoto, der zwar offiziell den jeweiligen „Seii Taishogun“ („Militärischer Oberkommandierender“) ernennt – der erste ist Minamoto Yoritimo, der den seit über Hundert Jahren tobenden Machtkampf zwischen den beiden bedeutendsten Kriegerfamilien Taira und Minamoto 1185 für seine Sippe entscheiden konnte und inzwischen auch die Familie Fujiwara weitgehend entmachtet hat –, verfügt nun über keinerlei Autorität mehr. Der „Hofadel“ (Kuge) verarmt zusehends, während sich der „Schwertadel“ (Buke) große Ländereien aneignet, die von den Daimyo (Feudalherren) und den ihnen treu ergebenen Kriegern (Samurai) beherrscht werden. 1199 Nach dem Tod von Shogun Minamoto Yoritimo reißt die Familie Hojo die Macht an sich. Sie bedient sich willfähriger Fujiwara-Shogune, um als deren Reichsverweser (Shikken) von Kamakura aus die eigentliche Politik zu machen. 1274 Japan kann sich erfolgreich gegen einen Einfall der Mongolen unter Kublai Khan, die inzwischen fast ganz China erobert haben, wehren. 1281 Auch ein zweiter Versuch der Mongolen – sie sind mittlerweile Herren über ganz China und haben in Peking die bis 1368 existierende Yüan-Dynastie gegründet –, Japan zu erobern, scheitert, da ihre Flotte durch einen Taifun („Wind der Götter“/jap.: „Kamikaze“) fast völlig zerstört wird. 1333 Kaiser Go-Daigo gelingt es mit Hilfe der Truppen des Feldherrn Takauji Ashikaga, die Macht wiederzuerlangen. 1338 Ashikaga-Zeit (bis 1573) oder Muromachi-Zeit: General Takauji Ashikaga läßt sich vom Gegenkaiser Komyo zum Shogun ernennen und errichtet seine Militärregierung (Bakufu) in Muromachi, einem Stadtteil Kyotos. Der gestürzte Kaiser Go-Daigo setzt sich mit seinem Hofstaat nach Yoshino in die Südprovinz Yamato ab. Dadurch wird das Reich in zwei Teile gespalten. Der wenig später beginnende Erbfolgekrieg zwischen der Nord- und der Süddynastie führt landesweit zu schweren Verwüstungen und kann erst von Yoshimitsu, dem dritten Ashikaga-Shogun, 1392 beendet werden. Ab Mitte 15. Jahrhundert Nach einer Zeit der kulturellen und wirtschaftlichen Blüte - Japan unterhält intensive Handelsbeziehungen zu China - kommt es zwischen den Daimyo der Außenprovinzen zu kriegerischen Zusammenstößen, die in einen über Hundert Jahre dauernden Bürgerkrieg münden und den eigentlichen Machtbereich der Ashikaga-Shogune auf Zentraljapan reduzieren. 1542 Portugiesische Seefahrer landen als erste Europäer an der Küste Japans und nehmen Handelsbeziehungen auf, wobei Japan vor allem an den europäischen Feuerwaffen interessiert ist. 1549 Der Jesuit Francisco de Xavier (Franz Xaver) gelangt auf einem portugiesischen Schiff nach Japan. Ihm und den nachfolgenden Missionaren gelingt innerhalb weniger Jahre die Christianisierung zahlreicher Japaner. (Um 1580 bekennen sich bereits schätzungsweise 150.000 Japaner zum Christentum.) 1573 Der christianisierte Daimyo Oda Nobunaga von Nagoya erobert Kyoto, setzt den fünfzehnten Ashikaga-Shogun Yoshiaki ab und beginnt mit der gewaltsamen Reichseinigung. In zahlreichen Schlachten unterwirft er innerhalb weniger Jahre einen Großteil der abtrünnigen, d.h. nicht mehr zu Tributzahlungen an die japanische Zentralregierung bereite Daimyo. Dabei läßt er zahlreiche buddhistische Klöster zerstören. 1582 Nach dem erzwungenen Selbstmord von Oda Nobunaga läßt sich sein Feldherr Hideyoshi Toyotomi vom japanischen Kaiser zum Regenten und Großkanzler ernennen und setzt von Osaka aus, wo er eine mächtige Burg errichten läßt, die Einigungsbestrebungen Nobunagas fort. Ab 1587 Nachdem spanische Missionare mit den portugiesischen in Streit geraten waren und außerdem den Japanern mit einer Invasion aus Europa gedroht hatten, läßt Hideyoshi Toyotomi das Christentum verbieten. Es kommt zu ersten Christenverfolgungen. Ab 1592 Mehrere Versuche von Hideyoshi Toyotomi, Korea zu erobern und gegen China vorzurücken, scheitern. Ab 1603 Beginn der bis 1868 dauernden Edo- oder Tokugawa-Zeit: Ieyasu Tokugawa, der Nachfolger des 1598 verstorbenen Hideyoshi Toyotomi, vollendet mit einem Sieg über die letzten aufständischen Daiymos die Einigung Japans. Er läßt sich vom Kaiser die erbliche Shogunwürde verleihen und verlegt nach dessen völliger Entmachtung den Sitz der Militärregierung nach Edo, dem späteren Tokyo, von wo aus er durch Einführung eines umfassenden Gesetzeswerkes, Reorganisation des Lehnssystems und Schaffung einer strikten Klassenhierarchie (Shogun - Daimyo - Samurai - Bauern - Handwerker - Kaufleute - Paria [Fleischer, Schinder, Gerber]) einen straff organisierten Zentralstaat aufbaut. Ab 1609 Ieyasu Tokugawa, der inzwischen die freundschaftlichen Beziehungen zu China wieder aufgenommen hat und seit dem Ausbau seiner Flotte auch Handel mit Südostasien betreibt, genehmigt zunächst der Holländisch-Ostindien-Kompanie, 1613 auch der British-Ostindien-Kompanie, die Gründung einer Niederlassung auf japanischen Boden. 1614 Aus Angst vor einer Intervention der Europäer verschärft der zweite Tokugawa-Shogun Hitedada die hinsichtlich der Ausländer erlassenen Gesetze. Die rund 500.000 Christen in Japan werden harten Repressalien ausgesetzt. Damit beginnt in Japan die eigentliche Periode der Christenverfolgung, die mit der Machtübernahme des dritten Tokugawa-Shoguns Iemitsu 1632 ihren Höhepunkt erreicht. 1638 Nach der blutigen Niederschlagung eines Christenaufstandes auf Kyushu werden in ganz Japan fast alle Christen hingerichtet und die Europäer des Landes verwiesen. Shogun Iemitsu Tokugawa ordnet nun eine strenge Abschottung (Sakoku) Japans nach außen an, die von seinen Nachfolgern noch verstärkt wird. Ausländische Schiffe dürfen die japanischen Häfen nun nicht mehr anlaufen. Lediglich einem geringem Kontingent Chinesen und Niederländern wird die Landung auf der künstlichen Insel Deshima im Hafen von Nagasaki erlaubt. Der Bau von hochseetüchtigen Schiffen wird eingestellt. Japaner dürfen das Land weder verlassen noch aus dem Ausland dorthin zurückkehren. Jegliche Zuwiderhandlung wird mit dem Tode bestraft. Das Verbot der Einfuhr ausländischer Schriften wird jedoch Anfang des 18. Jahrhunderts insofern gemildert, daß nur Bücher mit christlichem Inhalt als verboten gelten. Trotz der Isolation prosperiert Japan: Handel und Städte blühen auf, landesweit wird mit dem Bau von Straßen und der Erschließung von Bodenschätzen sowie der Gründung von Schulen begonnen. 1707 Beim Ausbruch des Vulkans Fuji-san - er ist mit 3.776 Metern der höchste Berg Japans und gilt den Japanern als heilig - wird auch die Region des heutigen Tokyo von Aschen- und Lavamassen eingedeckt. Ab 1830 In Japan, dessen Bevölkerung seit Mitte des 17. Jahrhunderts von 20 Millionen auf etwa 30 Millionen angewachsen ist, kommt es nach mehreren Hungersnöten zu massiven Aufständen der verarmten Reisbauern gegen die noch immer im Luxus lebenden Lehnsfürsten. (Ende des 20. Jahrhunderts: rund 126 Millionen) März 1854 Nachdem Rußland, Frankreich, Großbritannien und die USA bisher vergeblich versucht hatten, Japan zur Öffnung seiner Häfen und zur Aufnahme von Handelsbeziehungen zu bewegen, geht der US-amerikanische Admiral Mathew Perry mit zehn Kriegsschiffen in der Bucht von Edo in Stellung und zwingt so den Shogun zur Unterzeichnung eines Vertrags, dessen Konditionen bereits 1853 in einem Schreiben von US-Präsidenten Franklin Pierce an den Shogun ebenfalls nach Landung einer amerikanischen Flotte vor Edo übermittelt wurden. In dem Freundschafts- und Handelsvertrag verpflichtet sich Japan u.a. zur Öffnung der Häfen Shimoda und Hakodate für US-amerikanische Schiffe und deren Verbündete. In der Folgezeit erreichen auch Rußland, Großbritannien, die Niederlande, Frankreich und 1861 auch Preußen die Unterzeichnung ähnlicher Verträge. 1855 In Edo wird die erste japanische Universität gegründet. Juli 1858 In einem weiteren Vertrag verpflichtet sich Japan zur Öffnung sechs weiterer Häfen für den Handel mit den USA. Ab 1863 Nach fremdenfeindlichen Zwischenfällen kommt es mehrfach zur Beschießung japanischer Hafenanlagen durch Großbritannien, Frankreich und die Niederlande und schließlich 1865 zu einer gemeinsamen Flottendemonstration der Westmächte in der Bucht von Edo. Gleichzeitig nehmen in Japan die politischen Spannungen zu, da die Zahl der Lehnsfürsten, die eine völlige Öffnung des Landes und einen pro-westlichen Kurs fordern, ständig zunimmt. 1867 Der 15jährige Mutsuhito besteigt nach dem Tod seines Vaters als 122. Tenno den japanischen Thron. Unter dem Druck pro-westlich gesinnter Daimyo (u.a. Aritomo Yamagata) entschließt er sich, der Herrschaft der konservativen Tokugawa-Familie eine Ende zu setzen. Nach der Niederlage der Regierungstruppen gegen die kaiserliche Armee tritt der 15. Tokugawa-Shogun Yoshinobu zurück. 3. Januar 1868 Kaiser Mutsuhito übernimmt nach dem Rücktritt von ShogunYoshinobu Tokugawa in Edo selbst die Regierung. Damit sind 700 Jahre Militärdikatur vorüber. Tenno Mutsuhito erklärt im November Edo, das er in Tokyo umbenennt, offiziell zur neuen Hauptstadt, und beginnt unter der Devise „Meiji“ (erleuchtete Regierung) trotz heftigster Gegenwehr der Konservativen mit der Umwandlung Japans von einem halbmittelalterlichen Polizeistaat in einen modernen Rechtsstaat. Zu seinen ersten Reformen gehören die Zentralisierung von Regierung und Bürokratie, die Abschaffung des Feudalwesens, die Modernisierung der Landwirtschaft, die Einführung eines neuen Steuersystems, des Gregorianischen Kalenders und der allgemeinen Schulpflicht. Aus den westlichen Industrienationen werden zahlreiche Wirtschaftsfachleute und Ingenieure ins Land geholt bzw. viele Japaner in die westlichen Staaten entsandt, um neue Produktionstechniken zu studieren und zu kopieren. 1872 Japans erste, mit Hilfe britischer Ingenieure erbaute Eisenbahnlinie zwischen Tokyo und Yokohama wird eingeweiht. 25. Mai 1874 Japanische Truppen landen auf der zu China gehörenden Insel Formosa (Taiwan), rücken aber nach einer Einigung mit Peking wieder ab. 7. Mai 1875 Japan einigt sich mit Rußland auf einen Gebietstausch: Der südliche Teil von Sachalin geht in japanischen Besitz über. Im Gegenzug erhält Rußland 18 Kurilen-Inseln. Februar 1876 Im „Kanghwado“-Vertrag zwingt Japan Korea zur Öffnung der Häfen Tschemulpo (Intschon), Wönsan und Pusan für japanische Schiffe. Oktober 1877 Der seit Februar dauernde Aufstand der Samurai – sie haben durch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht Anfang des Jahres ihr Monopol als Kriegerkaste verloren – gegen die zunehmende Europäisierung Japans, kann von den kaiserlichen Truppen endlich niedergeschlagen werden. 11. Februar 1889 Japan, das sich in den letzten zwei Jahrzehnten vom reinen Argrar- zu einem modernen Industriestaat entwickelt hat, erhält eine Verfassung nach europäischem Vorbild (Zwei-Kammer-Parlament), die u.a. die Rede- und Religionsfreiheit sowie die Unantastbarkeit des persönlichen Eigentums garantiert. Regierungschef wird Generalstabschef Ymagata Aritomo. Das Rechtswesen wird ebenfalls nach westlichem Muster neu geordnet. Absolutes „heiliges und unverletzliches“ Staatsoberhaupt bleibt jedoch weiterhin Kaiser Mutsuhito. Juli 1890 Die ersten Parlamentswahlen in Japan bestätigen Ymagata Aritomo als Regierungschef. April 1895 Nach vernichtender Niederlage im japanisch-chinesischen Krieg, der im August 1894 wegen des Streits um die Oberhoheit auf der koreanischen Halbinsel ausgebrochen war, muß sich China im „Frieden von Shimonoseki“ zu einer hohen Reparationszahlung verpflichten, die Insel Formosa (Taiwan) mit den Pescadores-Inseln an Japan abtreten und die Unabhängigkeit Koreas anerkennen, das jedoch faktisch japanisches Protektorat wird. 15. Juni 1896 An der Nordostküste der japanischen Insel Hondo fordert ein schweres Erdbeben rund 27.000 Tote. 20. Juni 1900 Während des sogenannten Boxeraufstandes in China – Nationalisten richten ihren Haß gegen die Ausländer – wird der deutsche Gesandte Klemens von Ketteler ermordet. Daraufhin greift die Armee der „Vereinigten acht Staaten“ (USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Österreich und Rußland) China an und nimmt Peking ein. Rußland besetzt die Mandschurei. 1902 Japan schließt ein Militärbündnis mit Großbritannien. 9. Februar 1904 Mit dem japanischen Überraschungsangriff auf den Hafen Port Arthur in der südlichen Mandschurei, wo die russische Ostasienflotte liegt, beginnt der russisch-japanische Krieg um die Vormachtstellung in Ostasien, in dessen Verlauf die japanischen Truppen u.a. ganz Korea besetzen und in die Mandschurei einmarschieren. Im Friedensvertrag von Portsmouth (5.9.) muß das unterlegene Rußland u.a. die Rechte am Hafen Port Arthur und den südlichen Teil der Insel Sachalin an Japan abtreten sowie Korea und die südliche Mandschurei als japanisches Interessensgebiet anerkennen. Damit steigt Japan in den Kreis der imperialistischen Mächte auf. 12. August 1905 Japan und Großbritannien schließen einen Vertrag über ihre Einflußgebiete und den Erhalt ihrer gemeinsamen Interessen in Ostasien. Großbritannien erkennt die japanischen Rechte in Korea an. Im Gegenzug verpflichtet sich Japan, die Rechte Großbritanniens in Indien zu respektieren. 22. August 1910 Japan erklärt das de facto seit Jahren von ihm beherrschte Korea unter dem Namen Chôsen zum japanischen Generalgouvernement. Als Vorwand dient die Ermordung des japanischen Generalresidenten, Fürst Hirobumi Ito, in Korea (Oktober 1909). 10. April 1911 Das vermeintliche Sündenbabel Tokyos, das berühmte Vergnügungsviertel Joshiwara, wird bei einem Großbrand völlig zerstört. Rund 5.000 in der traditionellen japanischen Bauweise errichtete Häuser (leichtes Fachwerk, Holzrahmen, Papierwände und Strohdächer), das Zuhause der berühmten Geishas, mehrere Tempel und zwei Fabriken gehen in den Flammen auf. 30. Juli 1912 Kaiser Mutsuhito stirbt 70jährig in Tokyo. Seine Herrschafts-Devise „Meiji“ (erleuchtete Regierung) wird ihm nun nach seinem Tode als persönlicher Name verliehen. Sein 33jähriger Thronerbe Yoshihito besteigt als 123. Tenno den japanischen „Chrysanthementhron“. Der dritte Sohn des Meiji Tenno – er ist der erste japanische Herrscher mit westlichem Studium – stellt seine Regentschaft unter das Motto „Taisho“ (große Gerechtigkeit). 23. August 1914 Das mit Großbritannien verbündete Japan erklärt dem Deutschen Reich den Krieg und besetzt die deutschen Südsee-Kolonien auf den Marianen, Karolinen, Salomonen und Marshall-Inseln sowie – unter Verletzung der chinesischen Neutralität – am 7. November den deutschen Stützpunkt Tsingtau in China sowie die deutsche Kolonie Kiautschou in der chinesischen Provinz Shantung, entsendet aber keine Truppen nach Europa. Januar 1915 Japan besetzt die ganze chinesische Provinz Shantung und richtet die „21 Forderungen“ an China, um dieses zu seinem Vasallen zu machen. 28. Juni 1919 Im Friedensvertrag von Versailles werden Japan die ehemals deutschen Pazifikkolonien nördlich des Äquators (Marianen, Karolinen, Marshallinseln) als Mandatsgebiet zugesprochen. Zudem erhält Japan die vormals deutschen Rechte in China. Die von Japan geforderte Vorherrschaft über China wird jedoch nicht gewährt. 1921 Der 20jährige Kronprinz Hirohito übernimmt die Regentschaft für den körperlich und seelisch erkrankten Kaiser Yoshihito. 1922 Das britisch-japanische Bündnis wird durch ein Viermächteabkommen zwischen Frankreich, den USA, Großbritannien und Japan ersetzt. Auf der Washingtoner Konferenz wird Japan, dessen Expansionsbestrebungen mittlerweile vor allem von den USA mit Argwohn verfolgt werden, zu Rüstungsbeschränkungen und zur Anerkennung der Unabhängigkeit Chinas verpflichtet. In Japan wird per Gesetz die Krankenversicherung für Arbeitnehmer eingeführt. Dies ist das erste Sozialversicherungsgesetz in ganz Asien. 1. September 1923 Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,9 auf der nach oben offenen Richter-Skala kommen in der Region Tokyo rund 140.000 Menschen ums Leben. Die Hauptstadt und die nahe Hafenstadt Yokohama werden fast völlig zerstört. 20. Januar 1925 Japan erkennt die Sowjetunion an und erklärt sich zur Rückgabe der Insel Sachalin bereit. Im Gegenzug will Rußland Konzessionen für die Förderung von Kohle und Erdöl an Japan vergeben. 1925 In Japan wird das allgemeine gleiche Wahlrecht für Männer über 25 Jahre eingeführt. (Bisher durften nur die Männer wählen, die eine Mindeststeuer abführten. Dies war aber nur bei etwa 2% der Bevölkerung der Fall.) 25. Dezember 1926 Tenno Yoshihito stirbt im Alter von nur 47 Jahren. Sein Sohn Hirohito besteigt in einer Zeit schwerer innenpolitischer Spannungen als 123. Tenno den japanischen Thron und proklamiert die „Showa“-Ära (leuchtender Friede). Die eigentliche Macht in Japan üben jedoch seine überwiegend aus ultranationalistischen Militärkeisen stammenden Ratgeber aus. 7. März 1927 Ein Erdbeben kostet auf der japanischen Insel Tango rund 3.500 Menschenleben. Ab 1927 Die beginnende Weltwirtschaftskrise trifft das fast gänzlich vom Exporthandel abhängige Japan besonders schwer. Um 1930 Der Japaner Mikimoto „erfindet“ die Zuchtperle. September 1931 Nach einem Konflikt mit Peking (von radikalen japanischen Militärs inszenierter sogenannter „Mandschurischer Zwischenfall“) besetzt Japan die gesamte Mandschurei und proklamiert einige Monate später den Staat Mandschukuo mit dem Marionettenkaiser Pu Yi, dem letzten chinesischen Kaiser der Mandschu-Dynastie, an der Spitze. 8. Januar 1932 Kaiser Hirohito entgeht in Tokyo nur knapp einem Bombenanschlag. 15. November 1932 Ein Taifun an der japanischen Pazifikküste fordert rund 1.000 Menschenleben. Mindestens 10.000 Häuser werden zerstört. 1. März 1933 Japan tritt aus dem Völkerbund aus, nachdem dieser die Annexion der Mandschurei durch japanische Truppen und die Proklamation des Staates Mandschukuo verurteilt und die Japaner zum Abzug aufgerufen hat. 3. März 1933 Bei einem Erdbeben und einer nachfolgenden Springflut sterben südlich von Yokohama mindestens 3.000 Menschen. 26. Februar 1936 Nach dem Wahlsieg der Liberalen verüben junge Offiziere einen Militärputsch. Der Umsturzversuch scheitert zwar, doch das Militär steigt trotzdem endgültig zur politischen Haupt-Ordnungsmacht in Japan auf. 25. November 1936 Das Deutsche Reich und Japan unterzeichnen den Antikomintern-Pakt zur gemeinsamen Abwehr der Kommunistischen Internationale. (1941 treten Bulgarien, Dänemark, Finnland, Kroatien, Rumänien, die Slowakei und Nanking-China bei.) 7. Juli 1937 Es kommt zum zweiten, bis 1945 dauernden japanisch-chinesischen Krieg, in dessen Verlauf die mit äußerster Grausamkeit vorgehenden Japaner ganz Ost-China besetzen. 27. September 1940 Japan schließt einen Pakt mit Italien und Deutschland, dem sich bis Anfang 1941 auch Ungarn, Rumänien, die Slowakei, Bulgarien und Jugoslawien anschließen. 13. April 1941 Japan unterzeichnet einen Nichtangriffspakt mit der UdSSR. 16. Oktober 1941 Die japanische Regierung unter Fürst Fumimaro Konoe tritt nach dem Scheitern der Ausgleichsverhandlungen mit den USA, die Japan zum Abzug aus China aufgefordert und ihre Rüstungslieferungen an Japan eingestellt haben, zurück. Neuer Regierungschef wird General Hideki Tojo, der die Parteien auflöst und ein autoritär-totalitäres Regime errichtet und im Gegensatz zu seinem Vorgänger einen Krieg gegen die USA anstrebt. 7. Dezember 1941 Japanische Luftstreitkräfte greifen den Pazifik-Stützpunkt der USA, Pearl Harbor, auf der Hawaii-Insel Oahu an. Die Amerikaner verlieren fünf Kriegsschiffe, 120 Flugzeuge und 2.400 Soldaten. Die USA und Großbritannien erklären daraufhin Japan den Krieg, wodurch der gesamte Pazifikraum zum blutigen Kriegsschauplatz wird. Bis Ende des Jahres gelingt den Japanern u.a. die Besetzung der britischen Kronkolonie Hongkong sowie der unter US-amerikanischer Kontrolle stehenden Philippinen und von dort aus bis Mitte 1942 nahezu ganz Südostasiens. 15. Mai 1942 Ministerpräsident Ki Tsujoschi Inukai kommt in Tokyo bei einem Anschlag rechtsradikaler Armeeangehöriger ums Leben. 5. Juni 1942 Während der Seeschlacht nahe der pazifischen Midway-Inseln versenken die US-amerikanischen Seekreitsträfte die vier wichtigsten japanischen Flugzeugträger. 8. Februar 1943 Die monatelangen schweren Gefechte um die von Japan besetzte Salomonen-Insel Guadalcanal – sie ist einer der wichtigsten Stützpunkte der Japaner im Pazifik – enden mit der Niederlage der japanischen Streitkräfte. Die eigentliche Kehrtwende im für beide Seiten verlustreichen Pazifik-Krieg zu Ungunsten der Japaner beginnt jedoch erst Ende Juni mit der Großoffensive der Alliierten, die unter der Führung des US-amerikanischen Generals Douglas Mac Arthur im sogenannten „Insel-Springen“ bis Anfang 1945 eine Pazifikinsel nach der anderen zurückerobern. Ab Februar 1945 Nach monatelangen Gefechten nehmen die US-amerikanischen Streitkräfte die Philippinen ein, besetzen nach schweren Verlusten im April die japanischen Inseln Iwojima und Okinawa – der Kampf um die beiden Inseln kostete rund 70.000 Japanern und 12.000 Amerikanern das Leben –, und beginnen von dort aus ihren Großangriff auf das japanische Kernland. Mitte 1945 Nach schweren Luftangriffen sind die japanischen Großstädte Tokyo, Kobe, Osaka und Nagaoka schwer verwüstet. 26. Juli 1945 Trotz der hoffnungslagen Lage lehnt Japan die bedingungslose Kapitulation ab. 6. August 1945 Die USA werfen die erste Atombombe auf Hiroshima. 95.000 Menschen verlieren ihr Leben. 8. August 1945 In Absprache mit den USA erklärt die Sowjetunion dem japanischen Kaiserreich den Krieg. Die Rote Armee marschiert in die Mandschurei ein, erreicht dort nach schweren Kämpfen am 21. August die Kapitulation der japanischen Streitkräfte und besetzt wenig später die Kurilen-Inseln Kunaschir, Iturup und Sikotan sowie die Inseln Habomai und Shikotan im Nordosten von Japan. 9. August 1945 Die Amerikaner werfen die zweite Atombombe auf Nakasaki. Über 100.000 Menschen kommen ums Leben. 14. August 1945 Kaiser Hirohito erzwingt von den Militärs die Einwilligung zur bedingungslosen Kapitulation Japans. Daraufhin begehen rund 200.000 Japaner Selbstmord. Die Kapitulationsurkunde wird am 2. September an Bord des in der Bucht von Tokyo ankernden US-amerikanischen Kriegsschiffes „Missouri“ vom japanischen Außenminister Mamoru Shigemitus und General Yoshigiro Umezo unterzeichnet. In einer kurzen Rede begrüßt der US-amerikansiche General Douglas MacArthur den Frieden und verspricht Gerechtigkeit und Toleranz gegenüber den Besiegten. Mit der offiziellen Kapitulation der japanischen Besatzungsarmeee in China am 9. September ist der Zweite Weltkrieg, der weltweit rund 52 Millionen Menschen das Leben gekostet hat (etwa drei Millionen Japaner) auch in Ost-Asien beendet. Japan wird – ähnlich wie Deutschland – von Streitkräften der alliierten Siegermächte besetzt und von einer, überwiegend aus US-Amerikanern bestehenden Militärregierung verwaltet, die unter der Führung von General Douglas MacArthur damit beginnt, einen friedlichen, demokratischen Staat zu schaffen (Entmilitarisierung, Aburteilung von Kriegsverbrechern und Entfernung von „Personen, die an der japanischen Expansion beteiligt waren“ aus leitenden Positionen [rund 180.000], Umerziehung der Bevölkerung, Landreform, Entflechtung der Firmenimperien, Parteien- und Gewerkschaftsgründungen) 1. Januar 1946 Kaiser Hirohito entsagt in seiner Neujahrsansprüche dem Anspruch der „Göttlichkeit“ seiner Person. Damit ist der Weg frei für eine neue Verfassung, die am 3. Mai 1947 in Kraft tritt und Japan endgültig in eine parlamentarische Monarchie nach britischem Muster umwandelt, d.h. der Tenno wird politisch entmachtet. Seine politische Rolle ist nunmehr ausschließlich auf repräsentative Funktionen beschränkt. 10. April 1946 Bei der unter US-amerikanischer Oberaufsicht durchgeführten Parlamentswahl sind erstmals auch Frauen zugelassen. Darüber hinaus war das Wahlalter von 25 auf 20 Jahre gesenkt worden. Zwei Drittel der Japanerinnen machen von ihrem Wahlrecht Gebrauch. 12. August 1947 Die USA, Großbritannien, die UdSSR und China teilen per Losverfahren den Überrest der japanischen Kriegsflotte untereinander auf. 27. Januar 1948 235 Reisende kommen bei einem Schiffsunglück vor der japanischen Küste ums Leben, als eine Fähre auf eine aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Mine läuft. 28. April 1952 Mit dem Inkrafttreten des am 8. September 1951 in San Francisco zwischen Japan und den USA sowie 47 weiteren Staaten (ohne UdSSR und VR China) unterzeichneten Friedensvertrags erhält Japan, das auf alle seit 1868 eroberten Gebiete verzichten muß, seine Souveränität zurück. Es darf jedoch keine Armee aufstellen, und US-Truppen bleiben gemäß eines weiteren Vertrags zwischen Japan und den USA, die seit 1949 umfangreiche Unterstützung für den wirtschaftlichen Wiederaufbau leisten, weiterhin stationiert. Die Insel Okinawa bleibt zunächst unter US-amerikanischer Verwaltung. 19. Oktober 1956 Der Kriegszustand mit der UdSSR wird nach langwierigen Verhandlungen zwischen Tokyo und Moskau für beendet erklärt. In dem Abkommen erklärt sich die Sowjetunion bereit, die 1945 von ihr aus strategischen Gründen besetzten und von Japan beanspruchten südlichen Kurilen und die Inseln Habomai und Shikotan nach Zustandekommens eines Friedensvertrages zurückzugeben. 8. Dezember 1956 Japan wird als Vollmitglied in die UNO (United Nations Organization) aufgenommen. 1. Dezember 1959 Auf Initiative der USA unterzeichnen in Washington zwölf Staaten (Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Japan, Neuseeland, Norwegen, Südafrika, UdSSR, USA) einen Vertrag, der eine ausschließlich friedliche Nutzung der Antarktis vorsieht, wo alle Unterzeichnerstaaten bereits Forschungsstationen eingerichtet haben. Das am 23. Juni 1961 in Kraft tretende Abkommen hat eine Laufzeit von 30 Jahren und ist die erste internationale Vereinbarung zur Einschränkung von Kernwaffen-Tests. 21. Januar 1960 Die Unterzeichnung eines Sicherheitsvertrages mit den USA, der diesen weiterhin das Recht gibt, Streitkräfte in Japan zu stationieren und zudem die vorhandenen Luftstützpunkte auszubauen (allein auf dem für die USA im „Kalten Krieg“ gegen die UdSSR strategisch besonders wichtigen Okinawa sind rund 100.000 Soldaten stationiert), ruft in Japan heftige anti-amerikanische Reaktionen hervor. Nach einem Generalstreik und Massendemonstrationen muß ein für den Sommer vorgesehener Besuch von US-Präsident Eisenhower in Japan aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. November 1964 Eisaku Sato, Führer der 1955 aus der Liberalen und der Demokratischen Partei hervorgegangenen Liberal-Demokratischen Partei (LDP/Jiyu-Minshuto), wird neuer japanischer Regierungschef. Während seiner sechsjährigen, für japanische Verhältnisse extrem langen Amtszeit steigt Japan zur drittstärksten Industrienation der Welt auf. (Stahlproduktion, Schiff-, Auto- und Maschinenbau, feinmechanisch-optische Industrie, Chemie-, Textil- , Computer- und elektronische Industrie.) Japan wird Vollmitglied der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development/Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). 10. Oktober 1964 In Tokyo werden die bis 24. Oktober dauernden XVIII. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit von Kaiser Hirohito feierlich eröffnet. 5.140 Sportler (683 Frauen) aus 93 Ländern nehmen an insgesamt 163 Wettbewerben in 19 Sportarten teil. November 1969 Während eines dreitägigen Staatsbesuchs in Washington erreicht Regierungschef Eisaku Sato von US-Präsident Richard Nixon die Zusage, daß die USA innerhalb der nächsten drei Jahre etwa 50 Militärstützpunkte in Japan räumen und Okinawa unter Beibehaltung ihrer dortigen Stützpunktrechte 1972 wieder unter japanische Souveränität stellen werden. 14. März 1970 In Osaka – die Hafenstadt an der Südwestküste von Honshu ist nach Tokyo das wichtigste Industrie- und Handelszentrum Japans – wird die erste Weltausstellung auf dem asiatischen Kontinent eröffnet. Fast 80 Staaten und zahlreiche Organisationen eröffnen Einblicke in die Wunderwelt der Technik. Zu sehen sind u.a. Telefone, die auch Bilder des Gesprächspartners übermitteln oder ohne Kabel auskommen, weil sie Sprachsignale per Funk übertragen. 27. September 1971 Kaiser Hirohito trifft sich beim ersten Auslandsbesuch eines Monarchen in der Geschichte des japanischen Kaiserhauses in Alaska mit US-Präsident Richard Nixon. 3. Februar 1972 In Sapporo auf der japanischen Nordinsel Hokkaido werden die bis 13. Februar dauernden 11. Olympischen Winterspiele eröffnet. 1.232 Sportler (217 Frauen) aus 35 Ländern nehmen an insgesamt 35 Wettbewerben in sieben Sportarten teil. Die ersten Olympischen Winterspiele auf asiatischem Boden werden zum vollen Erfolg – für die Veranstalter wie auch für die Sportler. Mai 1972 Die USA geben die Insel Okinawa gemäß der Vereinbarung von 1969 an Japan zurück. 13. Mai 1972 In der Hafenstadt Osaka auf Honshu kommen bei einem Kaufhausbrand 119 Menschen ums Leben. Juli 1972 Nach dem Rücktritt von Eisaku Sato infolge innerparteilicher Differenzen wird Kakuei Tanaka neuer Führer der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) und traditionsgemäß vom Parlament (Kokkai), bestehend aus dem Unterhaus (Shigi-in) und dem Oberhaus (Sangi-in), zum japanischen Regierungschef gewählt. September 1972 Nach einem einwöchigen Aufenthalt von Regierungschef Kakuei Tanaka in der VR China, nimmt Japan, das bereits seit zehn Jahren „nichtstaatliche“ Handelsbeziehungen mit der VR China unterhält, offiziell diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf, annulliert den 1952 mit der Republik China (Taiwan) geschlossenen Friedensvertrag und erkennt diese nur noch als Bestandteil der VR China an. 6. November 1972 Im rund dreizehn Kilometer langen Eisenbahntunnel bei Fukui auf der Hauptinsel Honshu bricht im Speisewagen des Nachtexpreß ein Feuer aus. In dem Flammeninferno sterben 29 Menschen. November 1974 US-Präsident Gerald Ford stattet Japan als erster US-Präsident einen Besuch ab. Nach dem Rücktritt von Kukuei Tanaka wegen eines Korruptionsskandals wird Takeo Miki Vorsitzender der Liberaldemokraten und neuer japanischer Regierungschef. Dezember 1976 Takeo Fukada wird neuer Vorsitzender der LDP und daraufhin traditionsgemäß vom Parlament - die LDP hat seit ihrer Gründung 1955 die absolute Mehrheit im Parlament - zum neuen Regierungschef gewählt. Sein Kabinett erzielt Erfolge in der Bekämpfung der Inflation, kommt jedoch zu keiner Einigung mit der UdSSR über einen Friedensvertrag, da die Sowjetunion sich weigert, die von Japan geforderten Inseln zurückzugeben. 1977 Japan erklärt die Ausdehnung seiner Hoheitsgewässer von drei auf zwölf Seemeilen und der Fischereizone auf 200 Seemeilen. (Japan besitzt mit etwa 400.000 Schiffen die größte Fischfangflotte der Welt.) Japan und die VR China schließen einen auf zehn Jahre befristeten Wirtschafts- und Handelsvertrag ab, demzufolge Japan von China mit Erdöl und Kohle beliefert wird, während dieses wiederum japanische Industrieprodukte erhalten soll. 12. August 1978 Japan, das sich bisher um eine Politik des „gleichen Abstands“ zu Moskau und Peking bemüht hat, unterzeichnet einen Friedens- und Freundschaftsvertrag mit der VR China. Dies führt zu erheblichen Spannungen mit der UdSSR. Dezember 1978 Masayoshi Ohira wird nach dem Rücktritt von Takeo Fukada neuer Vorsitzender der LDP und japanischer Regierungschef. 12. Juli 1980 Japans Regierungschef Masayoshi Ohira stirbt. Zenko Suzuki übernimmt seine Ämter. November 1982 Nach dem Rücktritt Zenko Suzukis aufgrund innerparteilicher Querelen wird Yasuhiro Nakasone LDP-Vorsitzender und japanischer Regierungschef. 12. Oktober 1983 Wegen der Annahme von Bestechungsgeldern in Höhe von rund 2,5 Millionen US-Dollar des US-amerikanischen Rüstungs- und Flugzeugkonzerns Lockheed wird Ex-Regierungschef Kakuei Tanaka (1972-74) in Tokyo zu vier Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 2,5 Millionen US-Dollar verurteilt. September 1984 Chon Doo Hwan besucht als erstes südkoreanisches Staatsoberhaupt Japan. Januar 1985 Regierungschef Yasuhiro Nakasone gibt während seines Staatsbesuchs in Washington dem US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan die Zusage, den japanischen Markt künftig weniger gegen Importe abzuschotten. (Japan war wegen seiner einseitigen Außenhandelspolitik bereits mehrfach mit den USA bzw. mit der Europäischen Gemeinschaft in Konflikt geraten. 12. August 1985 Eine japanische Boeing 747 (Jumbo-Jet) fliegt wegen Ausfalls des Steuerungssystems nahe des Fuji-san gegen einen Bergkamm und stürzt ab. 520 Menschen kommen ums Leben, zwei Mädchen und zwei Frauen, die aus der Maschine geschleudert wurden, überleben das bislang schwerste Unglück der zivilen Luftfahrt. November 1987 Noboru Takeshita wird LDP-Vorsitzender und japanischer Regierungschef. 1987 Die staatliche japanische Eisenbahngesellschaft „Japanese National Railways“ mit ihrem über 40.000 Kilometer langen Streckennetz wird privatisiert. 13. März 1988 Nach 17jähriger Bauzeit wird der mit knapp 54 Kilometern bislang längste (und teuerste) Eisenbahntunnel der Welt, der die japanische Hauptinsel Honshu mit der Nordinsel Hokkaido verbindet, in Betrieb genommen. Damit sind die vier großen japanischen Inseln Hokkaido, Honshu, Shikoku und Kyushu durch Brücken bzw. Tunnel miteinander verbunden. 7. Januar 1989 Kaiser Hirohito stirbt in Tokyo im Alter von 88 Jahren. Sein ältester Sohn, Kronprinz Akihito (geb. 1933), der seit 1959 mit der Bürgerlichen Michiko Shoda verheiratet ist, besteigt den japanischen Thron. Mit ihm beginnt die Ära „Hesei“ (Erfüllung des Friedens). 2. Juni 1989 Sozuke Uno wird nach dem Rücktritt von Noboru Takeshita wegen eines Korruptionsskandals neuer LDP-Vorsitzender und japanischer Regierungschef. 9. August 1989 Toshiki Kaifu wird nach dem Rücktritt von Sozuke Uno (Geisha-Skandal) neuer LDP-Vorsitzender und japanischer Regierungschef. 12. November 1990 Feierliche Krönungszeremonie Akihitos zum 125. Tenno, dem „Symbol Japans und der Einheit des japanischen Volkes“. Mitte 1991 Die Regierung unter Kiichi Miyazawa beschließt, bis zum Jahr 2010 zu den bereits 40 bestehenden Kernkraftwerken weitere 40 zu bauen, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu vermindern und den Kohlendioxidaussstoß zu verringern. Gegner bezeichnen diese Entscheidung als äußerst gefährlich, da Japan immer wieder von schweren Erdbeben erschüttert wird. 5. November 1991 Kiichi Miyazawa wird neuer LDP-Vorsitzender und japanischer Regierungschef. Oktober 1992 Akihito besucht als erster japanischer Kaiser die VR China und erklärt sein Bedauern über die Opfer im Krieg Japans gegen China (1933-45). 9. Januar 1993 Der 23jährige Kronprinz Naruhito heiratet die um drei Jahre ältere Bürgerliche Masako Owada, Absolventin der Elite-Universitäten Oxford (England) und Harvard (USA/Massachussetts). Von ihr erhoffen sich die Japanerinnen, daß sie die uralten und überaus strengen Traditionen am Kaiserhof etwas lockern kann und darüber hinaus die Emanzipation der Frauen Japans – Japan ist noch immer eine reine „Männerwelt“ – endlich ins Rollen bringt. 6. August 1993 Morihiro Hosokawa wird LDP-Vorsitzender und japanischer Regierungschef. Er entschuldigt sich als erster japanischer Ministerpräsident bei den asiatischen Nachbarn für die von Japan begangenen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg. Oktober 1993 Der russische Präsident Boris Jelzin besucht Japan. 26. April 1994 Ein taiwanesisches Verkehrsflugzeug geht bei der Landung in Nagoya auf der japanischen Hauptinsel Honshu in Flammen auf. 264 Menschen finden den Tod, fünf überleben die Katastrophe. Juni 1994 Der Vorsitzende der 1945 gegründeten SDP (Sozialdemokratische Partei/Nippon Shakaito), Tomiichi Murayama, wird neuer japanischer Regierungschef. 10. Dezember 1994 Der japanische Schriftsteller Kenzaburo Oe erhält aufgrund seiner kritischen Analyse der japanischen Gesellschaft (u.a. bezeichnet er die Intellektuellen als Opportunisten und äußert sich kritisch über die politische Struktur Japans) den Nobelpreis für Literatur. 17. Januar 1995 Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 auf der nach oben offenen Richter-Skala kostet in der Industrieregion Osaka/Kobe fast 6.000 Menschen das Leben und zerstört mindestens 60.000 Gebäude. 20. März 1995 Nervengiftgasanschläge in der U-Bahn von Tokyo fordern zwölf Menschenleben, über 5.000 werden verletzt. Die Anschläge gehen auf das Konto der Aum-Sekte (rund 10.000 Anhänger). (Bereits im Juni 1994 waren bei einem Giftgasanschlag der von Shoko Asahara gegründeten Sekte im mitteljapanischen Matusmoto sieben Menschen getötet und 144 verletzt worden.) 11. Januar 1996 Nach dem Rücktritt von Tomiichi Murayama wird Ryutaro Hashimoto, Führer der Liberaldemokratischen Partei (LDP) und bisheriger Handelsminister, neuer japanischer Regierungschef. 10. Februar 1996 Bei einem Erdrutsch in der Nähe von Sapporo kommen 20 Menschen ums Leben, als ein Felsen die Decke eines Straßentunnels durchschlägt und die Gesteinsmassen einen Bus und ein Auto unter sich begraben. 15. Oktober 1996 Das Geldinstitut „Nichei Finance“ muß Konkurs anmelden. Dies ist mit rund 820 Milliarden Yen (ca. 13 Milliarden DM) die bis dato größte Firmenpleite in der Geschichte Japans. Ursache ist u.a. die anhaltende Wirtschaftsflaute, die zum Verfall der Aktienkurse und der Immobilienpreise geführt hat. 20. Oktober 1996 Bei vorgezogenen Parlamentswahlen geht die Liberal-Demokratische Partei (LDP) von Regierungschef Ryutaro Hashimoto als Siegerin hervor. 26. Oktober 1996 Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl besucht mit großer Wirtschaftsdelegation Japan und trifft sich u.a. zu Gesprächen mit Regierungschef Ryutaro Hashimoto. 7. November 1996 Japans Regierungschef Ryutaro Hashimoto wird bei Parlamentswahlen im Amt bestätigt. 2. Dezember 1996 Japans Verteidigungsminister Fumio Kyuma und sein US-amerikanischer Amtskollege William Perry unterzeichnen in Tokyo einen Vertrag über die Rückgabe von elf amerikanischen Militärstützpunkten auf der japanischen Pazifikinsel Okinawa. 5. Dezember 1996 Der „Atombombendom“ in Hiroshima (der Kuppelbau war nach dem Abwurf der ersten Atombombe der US-Amerikaner 1945 zerstört worden; seine Ruine ließ man zur Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse stehen) wird trotz des Einspruchs der USA von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 5. Januar 1997 In der Japanischen See vor der Küste der Hauptinsel Honshu zerbricht bei stürmischer See ein russischer Tanker in zwei Teile, rund 6.000 Tonnen Rohöl laufen aus. 3. März 1997 Bei einem Störfall in einem Kernkraftwerk nördlich von Tokyo werden mehrere Arbeiter leichter radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Anfang April 1997 Aufgrund der anhaltenden Bankenkrise müssen drei weitere große japanische Geldinstitute Konkurs anmelden. 7. April 1997 Der deutsche Bundespräsident Roman Herzog, der sich zu einem fünftägigen Staatsbesuch in Japan aufhält, wird von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko zu einem Bankett im Palast in Tokyo empfangen. 14. April 1997 Rund 350 Kilometer nordwestlich von Tokyo kommt es in einem Kernkraftwerk zu einem weiteren Störfall, und der Reaktor muß abgeschaltet werden. 17. April 1997 Bei einem erneuten Störfall in einem Kernkraftwerk im Westen Japans werden rund ein Dutzend Arbeiter erhöhter Radioaktivität ausgesetzt. Juni 1997 In Harare, der Hauptstadt Simbabwes, findet die zehnte Artenschutz-Konferenz der Vereinten Nationen (Cites) statt. Die Anträge Japans und Norwegens, wieder auf Walfang gehen zu dürfen, werden dabei abgelehnt. Auch der erneute Antrag Südafrikas, die strenge Kontrolle des Handels mit dem Horn des weißen Nashorns zu lockern, wird zurückgewiesen. Gleichzeitig erhalten Simbabwe, Botswana und Namibia die Genehmigung, rund 60 Tonnen gelagertes Elfenbein zu verkaufen (Hauptabnehmer ist Japan). 2. Juli 1997 In der Bucht von Tokyo läuft ein unter panamesischer Flagge fahrender, mit 257.000 Tonnen Öl beladener Tanker rund sechs Kilometer vor dem Hafen von Yokohama auf Grund. Bis das Leck abgedichtet werden kann, ergießen sich rund 1.500 Tonnen Rohöl ins Meer und bilden einen Ölteppich von fünf Kilometern Länge und vier Kilometern Breite. Mitte Juli 1997 Langanhaltende Regenfälle führen in Japan zu Überflutungen und Erdrutschen; mehrere Dutzend Menschen kommen dabei ums Leben. 15. Oktober 1997 Der seit Jahren schwelende Seehandelsstreit zwischen Japan und den USA eskaliert: Nachdem sich die japanischen Reedereien bisher geweigert haben, die von den USA verhängte Strafe von rund fünf Millionen Dollar zu bezahlen (Japan überschwemmt zwar Europa und Amerika mit seinen Waren, schottet das eigene Land aber durch hohe Importzölle und Hafengebühren sowie eine Fülle administrativer Bestimmungen weitgehend vor ausländischer Konkurrenz ab; da die seit langem von der Regierung in Tokyo versprochenen Erleichterungen bisher ausblieben, verhängten die US-Behörden im September 1997 eine Strafgebühr von 100.000 US-Dollar pro japanisches Schiff), drohen die USA nun mit einer Sperrung der Häfen für alle japanischen Frachter und lassen die bereits dort liegenden Schiffe nicht auslaufen. Sollten die inzwischen eingeleiteten Verhandlungen nicht rasch zu einer Einigung führen, könnte dies für die Wirtschaft beider Staaten schwerwiegende Folgen haben. 19. Oktober 1997 Japan lenkt im Handelsstreit um Hafengebühren für Schiffe aus den USA ein (US-Schiffen sollen in japanischen Häfen die gleichen Rechte eingeräumt werden wie umgekehrt), und das amerikanische Seefahrtsamt setzt die angedrohten Sanktionen für japanische Schiffe außer Kraft. 27. Oktober 1997 Die japanischen Reedereien einigen sich mit dem US-Seefahrtsamt auf eine Kompromißzahlung von 1,5 Millionen US-Dollar (ursprünglich forderte die US-Behörde rund 4 Millionen US-Dollar). Damit ist der Streit zwischen den USA und Japan um die gegenseitige Hafennutzung endgültig beigelegt. 1. November 1997 Japans Regierungschef Ryutaro Hashimoto und der russische Präsident Boris Jelzin vereinbaren auf ihrem zweitägigen Gipfeltreffen in Krasnojarsk/Sibirien, daß Rußland und Japan bis zum Jahr 2000 einen Friedensvertrag schließen und damit einen endgültigen Schlußstrich unter den Zweiten Weltkrieg ziehen wollen. Vorher muß jedoch noch der Streit um die südlichen Kurileninseln, die gegen Kriegsende von der Sowjetunion besetzt wurden, beigelegt werden. 24. November 1997 Das viertgrößte japanische Wertpapierhaus „Yamaichi Securities“ (über 7.500 Angestellte) muß Konkurs anmelden und löst dadurch einen Kurssturz an den Weltbörsen aus. Mit einer Gesamtschuldenlast von umgerechnet rund 41,7 Milliarden DM handelt es sich um den schlimmsten Zusammenbruch einer japanischen Firma seit dem Zweiten Weltkrieg. Wirtschaftsfachleute befürchten in den nächsten Wochen bzw. Monaten weitere Firmenzusammenbrüche in der japanischen Finanzbranche, da etwa ein Dutzend Institute nur noch „künstlich am Leben erhalten“ würden. 12. Dezember 1997 Obwohl sich alle Industriestaaten darin einig sind, daß eine weitere Erwärmung der Erdatmosphäre verhindert werden muß, kann der elftägige Weltklimagipfel in Kyoto, an dem Vertreter aus 152 Ländern teilnehmen, aufgrund der (von wirtschaftlichen Überlegenen geleiteteten) sehr unterschiedlichen Umweltschutz-Auffassungen nach zähesten Verhandlungen nur mit einem Kompromiß abgeschlossen werden: Die Industrieländer wollen bis 2012 den Ausstoß der sechs wichtigsten Treibhausgase (Kohlendioxid [CO²], Methan, Distickstoffoxid [Lachgas] und drei Arten von Fluorkohlenwasserstoffen) stufenweise durchschnittlich um etwas über 5 Prozent unter das Niveau des Jahres 1990 senken (z.B.: Japan 6%, die USA 7%, EU 8%). Während die Umweltschutzorganisationen dieses Ergebnis als viel zu niedrig und somit wirkungslos bezeichnen, sprechen die USA und Japan von „Wirtschaftsschädigung“. Obwohl die Beschlüsse von Kyoto im Gegensatz zu früheren Klimakonferenzen bindend sind, hängt die Umsetzung von den nationalen Parlamenten ab, und es ist z.B. sehr fraglich, ob der US-Senat die Vereinbarung ratifizieren wird. 16. Dezember 1997 Nach einem vom japanischen Fernsehen gesendeten Zeichentrickfilm mit grellen Lichteffekten (Streifen dieser Art sind in Japan überaus beliebt) müssen über 600 Kinder und Jugendliche mit Symptomen eines epileptischen Anfalls (Krämpfe, Sehstörungen, Schwindel, Übelkeit) ins Krankenhaus eingeliefert werden. Fachleute sprechen von einem in den meisten Fällen bereits nach etwa 30 Minuten abklingenden Schockzustand, ausgelöst durch einen optischen Reiz. Die japanischen Fernsehsender streichen den Film sofort aus dem Programm. 17. Dezember 1997 Ministerpräsident Ryutaro Hashimoto gibt bekannt, daß die Regierung zur Stabilisierung des japanischen Finanzsystems und zur Stärkung der Wirtschaft des Landes für das Haushaltsjahr 1998 (Beginn 1. April) die Senkung verschiedener Steuern vorgesehen hat (z.B. Körperschaft- und Einkommensteuer). Ende 1997 Der mit 9,5 Kilometern längste Unterwasser-Straßentunnel der Welt, der den Verkehr in Tokyo entlasten soll, wird eröffnet. 29. Januar 1998 Japan, Kanada, Rußland, die USA und elf Mitgliedstaaten der europäischen Raumfahrtagentur ESA (European Space Agency) schließen einen Vertrag über Bau und Betrieb der internationalen Raumstation (ISS), in der ab 2003 Astronauten und Forscher aller fünfzehn Unterzeichnerstaaten ihre Arbeit aufnehmen sollen. 7. Februar 1998 Kaiser Akihito eröffnet in Nagano (Hauptinsel Honshu) feierlich die bis zum 22. Februar dauernden XVIII. Olympischen Winterspiele. Für Japan sind dies die dritten Spiele nach Tokyo (Honshu) im Jahre 1964 und Sapporo (Nordinsel Hokkaido) im Jahre 1972. 14. Februar 1998 Infolge einer der schwersten Virus-Grippewellen seit Jahren müssen in Japan vorübergehend fast 16.000 Schulen geschlossen werden. 31. März 1998 In Japan, dessen Außenhandel von der Asienkrise besonders betroffen ist – ein Großteil der Exporte Japans gingen bisher nach Südkorea, Indonesien und Thailand, die nach dem Verfall ihrer Währungen nur durch Maxi-Kredite von IWF (Internationaler Währungsfonds) und Weltbank vom Staatsbankrott bewahrt werden konnten und nun zu rigorosen Sparmaßnahmen verurteilt sind –, erreicht die Arbeitslosenquote mit 3,9 Prozent den höchsten Stand seit fast fünf Jahrzehnten. 5. April 1998 Nach fast zehnjähriger Bauzeit kann in Japan die mit 3.911 Metern längste Hängebrücke der Welt - sie verbindet die Hafenstadt Kobe auf der Hauptinsel Honshu mit der kleinen Insel Awaji - eröffnet werden. 28. April 1998 Japan und die USA unterzeichnen eine neues Sicherheitsabkommen über eine engere militärische Kooperation im Krisenfall. 26. Mai 1998 Das Bezirksgericht befindet den früheren Arzt der Aum-Sekte, Ikuo Hayashi, für schuldig, 1995 das tödliche Nervengas Sarin in der Tokyoer U-Bahn freigesetzt zu haben und verurteilt ihn zu lebenslanger Haft. Der Todesstrafe entgeht der ehemalige Herzspezialist einer Uniklinik in Tokyo nur wegen seines frühen Geständnisses und seiner umfassenden Aussagen zu dem Anschlag. Hayashi ist der erste von insgesamt 15 Hauptangeklagten, der wegen des Anschlags verurteilt wird. 1. Juni 1998 Der japanische Yen erreicht den niedrigsten Stand seit acht Jahren gegenüber dem US-Dollar. 1. Juli 1998 Die japanische Regierung legt zur Sanierung des Bankensystems einen Plan vor, der u.a. die Einrichtung einer staatlichen Finanzüberwachungsbehörde vorsieht, der marode Bankhäuser unterstellt werden. 4. Juli 1998 Japan schickt seine erste Sonde zum rund 500 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Mars. „Nozomi“ (Hoffnung) soll ab Oktober 1999 den Roten Planeten umkreisen und feststellen, ob es dort Wasser gibt. 15. Juli 1998 Die japanische Raumfahrtbehörde NASDA gibt bekannt, daß man den für 2000 geplanten Start der unbemannten Raumfähre „Hope-X“ wegen Budgetkürzungen und technischer Probleme auf 2003 verschieben muß. 30. Juli 1998 Nach dem Rücktritt von Ryutaro Hashimoto wird der bisherige Außenminister Keizo Obuchi LDP-Vorsitzender und neuer japanischer Regierungschef. 31. August 1998 Nordkorea zündet zu Testzwecken eine zweistufige Langstreckenrakete vom Typ „Daepodong I“. Die erste Stufe schlägt im Meer zwischen Japan und Rußland rund 300 Kilometer südöstlich von Wladiwostock ein, die zweite überquert nach Angaben des japanischen Verteidigungsministeriums den Nordosten Japans und zerschellt nur wenige hundert Kilometer vor der japanischen Insel Honshu im Pazifik. Japan reagiert auf die Verletzung seines Luftraums mit der Einstellung jeglicher Wirtschaftshilfe für Nordkorea und zieht auch seine (noch nicht formell besiegelte) Zusage zurück, sich mit einer Milliarde US-Dollar am Bau von zwei Leichtwasser-Atomkraftwerken durch ein internationales Konsortium zu beteiligen, die Nordkorea für seinen Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen erhalten soll. 28. September 1998 Die Wirtschaftskrise in Japan führt zur größten Firmenpleite seit 43 Jahren: Verbindlichkeiten von 2,18 Billionen Yen (rund 14 Milliarden US-Dollar) zwingen die japanische Finanzfirma Japan Leasing Corporation, Konkurs anzumelden. Die zur ebenfalls angeschlagenen Long-Term Credit Bank (LTCB) gehörende Leasing-Firma ist Japans zweitgrößte Finanzgesellschaft außerhalb des Bankensektors. Am selben Tag geben die beiden japanischen Großbanken Tokai und Asahi ihren Zusammenschluß bekannt. Durch die Zusammenlegung ihrer Aktiva entsteht das zweitgrößte Bankeninstitut nach der Bank of Tokyo Mitsubishi. 8. Oktober 1998 Während des zweitägigen Staatsbesuches des südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung in Japan unterzeichnen er und der japanische Regierungschef Keizo Obuchi in Tokyo ein Papier, in dem sich Japan erstmals offiziell für seine 35jährige Besetzung Koreas (1910 bis 1945) entschuldigt. 23. Oktober 1998 In Japan wird erstmals ein Mitglied der Aum-Sekte zum Tode verurteilt: Das Gericht in Tokyo befindet den 38jährigen Kazuaki Okazaki für schuldig, 1989 einen Rechtsanwalt aus Yokohama, dessen Familie und ein Sektenmitglied ermordet zu haben. Der Anwalt hatte Eltern von jugendlichen Sektenmitgliedern geholfen, ihre Kinder aus den Fängen der Kultsekte zu befreien. Okazaki ist nur einer von insgesamt sechs im Fall der Ermordung der Anwaltsfamilie angeklagten Sektenmitgliedern, darunter der Guru der Sekte, Shoko Asahara, der außerdem als Drahtzieher des Giftgas-Anschlags auf die Tokioer U-Bahn 1995 gilt. Auch ihm droht nun die Todesstrafe. 24. Oktober 1998 Die an einem Schuldenberg von netto 340 Milliarden Yen (rund 2,4 Milliarden US-Dollar) gescheiterte japanische Long-Term Credit Bank (LTCB) wird als erstes Bankhaus seit 1945 unter staatliche Kontrolle gestellt. 30. Oktober 1998 Auf Drängen der USA nimmt Japan seine Finanzierungsabsage für den Bau von zwei Kernkraftwerken in Nordkorea durch ein internationales Konsortium (wichtigste Geldgeber für das rund 4,6 Milliarden US-Dollar teure sogenannte „Kedo-Projekts“ sind die USA, die EU, Südkorea und Japan) wieder zurück. 15. November 1998 Während eines zweitägigen Aufenthalts des japanischen Regierungschefs Keizo Obuchi in Moskau, wird die Absicht bekräftigt, bis zum Jahr 2000 einen Friedensvertrag zwischen Rußland und Japan zu unterzeichnen und damit einen endgültigen Schlußstrich unter den Zweiten Weltkrieg zu ziehen. Vorher muß jedoch noch der Streit um die vier ehemals japanischen südlichen Kurileninseln, die gegen Kriegsende von der Sowjetunion besetzt wurden, beigelegt werden. 29. November 1998 Während des ersten Besuchs eines chinesischen Staatschefs in Japan entschuldigt sich der japanische Regierungschef Keizo Obuchi bei Jiang Zemin zwar mündlich für die während der Invasion in China seit 1931 begangenen Kriegsgreuel, doch die von beiden Seiten geplante Unterzeichnung einer entsprechenden Erklärung findet nicht statt. 11. März 1999 Der Bug des am 4. Februar bei Coos Bay (US-Bundesstaat Oregon) auf Grund gelaufenen und auseinandergebrochenen japanischen Frachters „New Carissa“ wird mit rund 500.000 Litern Schweröl in den Tanks etwa 450 Kilometer weit in den Pazifik hinausgeschleppt und dort auf eine Tiefe von über 3.000 Metern versenkt. Da die Wassertemperaturen in dieser Meerestiefe knapp über dem Gefrierpunkt liegen, wird das Schweröl nach Angaben der Experten so zäh, daß es nicht mehr auslaufen könne. Alle bisherigen Bergungsaktionen waren gescheitert. Etwa ein Sechstel der 1,5 Millionen Liter Treibstoff des Schiffes war ausgelaufen und hatte die Küste Oregons verschmutzt. Mit einem an Bord des Havaristen gelegten Feuer konnten nur rund 750.000 Liter vernichtet werden. 12. März 1999 Finanzminister Kiichi Miyazawa gibt bekannt, daß die Regierung zur Sanierung des angeschlagenen japanischen Finanzsystems den 15 größten Banken Finanzspritzen von beinahe 7,5 Billionen Yen (rund 55 Milliarden US-Dollar) gewährt. 16. März 1999 Der französische Automobil-Konzern Renault steigt mit rund 500 Milliarden Yen (etwa 3,75 Milliarden Euro) in das angeschlagene japanische Unternehmen Nissan ein, was einer Beteiligung von knapp 40 Prozent an dem japanischen Autohersteller entspricht. 16. Juni 1999 Das japanische Gesundheitsministerium in Tokyo genehmigt neun Jahre nach Beantragung des Zulassungsverfahrens und vier Jahrzehnte nach Einführung im Westen den Vertrieb der „Antibaby-Pille“. Ab September können nun auch die japanischen Frauen mit dem verschreibungspflichtigen Hormonpräparat verhüten. 20. Juni 1999 Auf dem unter Vorsitz des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder stattfindenden 25. Weltwirtschaftsgipfel der G-7-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA) und Rußlands (G 8) in Köln verkündet der russische Präsident Boris Jelzin, daß die seit dem 16. Juni dauernden Verhandlungen in Helsinki zwischen dem russischen Verteidigungsminister Igor Sergejew und seinem US-amerikanischen Kollegen William Cohen hinsichtlich des künftigen Status der russischen Truppen im Kosovo am Vortag zu einer Einigung geführt haben: Rußland verzichtet auf einen eigenen Sektor. Statt dessen werden die rund 3.600 russischen Soldaten nun in den Sektoren der USA, Frankreichs und Deutschlands agieren. Außerdem soll ein kleines russisches Kontingent am Flughafen von Priština bleiben. Wie auch bei der internationalen SFOR-Friedenstruppe in Bosnien werden die russischen KFOR-Einheiten einem russischen Kommando unterstellt. An der Führungsspitze wird ein dem NATO-Hauptquartier in Priština zugeordneter russischer General stehen. In der Abschlußerklärung des Gipfels heißt es hinsichtlich des Balkan-Stabilitätspaktes: Staaten, die vom Stabilitätspakt profitieren wollten, müßten sich zu fortgesetzten demokratischen und wirtschaftlichen Reformen sowie zur bilateralen und regionalen Zusammenarbeit verpflichten. Dies gelte auch für die Bundesrepublik Jugoslawien. Serbien soll erst dann in den Genuß von Wirtschaftshilfe kommen, wenn es sich eindeutig zu Demokratie und Markwirtschaft verplichtet. Humanitäre Hilfe hingegen wird es erhalten, da man das serbische Volk nicht für die Verbrechen von Slobodan Miloševic bestrafen könne. Sowohl US-Präsident Bill Clinton als auch der japanische Regierungschef Keizo Obuchi versprechen umfangreiche Wiederaufbauhilfe im Kosovo. Desweiteren einigen sich die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten (G 7) auf einen Schuldenerlaß von rund 70 Milliarden US-Dollar für die ärmsten Länder der Erde. Mit Rußland will man ein erneutes Umschuldungs-Abkommen vereinbaren, doch dem Wunsch nach einem Schuldenerlaß wird nicht entsprochen. Gegen den Willen des deutschen Bundeskanzlers befürworten die anderen sechs Industriestaaten die Zusicherung westlicher Kredite für die Fertigstellung von zwei Atomkraftwerken in der Ukraine. (Schröder will während eines für Anfang Juli geplanten Besuchs in der Ukraine mit Präsident Leonid Kutschma nicht-nukleare Alternativen zu diesem Projekt erörtern.) Ende Juni 1999 Schwere Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen führen in Japan zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Mindestens 35 Menschen ertrinken in den Fluten oder werden unter Schlammlawinen begraben. 23. Juli 1999 Kurz nach dem Start vom Tokyoer Flughafen Haneda dringt einer der Passagiere eines mit über 500 Personen vollbesetzten Jumbo-Jets der japanischen Fluglinie All Nippon Airways in das Cockpit ein, ersticht den Chef-Piloten und setzt sich selbst an den Steuerknüppel, bis er von Crewmitgliedern überwältigt und nach der sicheren Rückkehr der Maschine nach Tokyo der Polizei übergeben wird. Bei seiner Vernehmung gibt der Hijacker, ein 28jähriger Arbeitsloser aus Tokyo, als Motiv an, daß er Flugsimulations-Spiele liebe und schon immer einmal ein richtiges Flugzeug steuern wollte. 20. August 1999 Die drei japanischen Großbanken Industrial Bank of Japan (IBJ), Dai-Ichi-Kangyo Bank (DKB) und Fuji Bank geben in Tokyo ihren Zusammenschluß bekannt. Mit einer Gesamt-Bilanzsumme von 140 Billionen Yen (rund 1,3 Billionen Euro) entsteht durch die Fusion das größte Finanzinstitut der Erde. 30. September 1999 Beim bislang schwersten Atomunfall in Japan werden in der Uran-Verarbeitungsanlage in Tokaimura rund 150 Kilometer nördlich von Tokyo mindestens 50 Menschen radioaktiv verstrahlt. Drei Strahlenopfer schweben in akuter Lebensgefahr. Ursache für den Unfall ist eine unkontrollierte, durch Fahrlässigkeit ausgelöste nukleare Kettenreaktion, die erst nach 15 Stunden gestoppt werden kann. 2. Oktober 1999 Zwei der Strahlenopfer des Atomunfalls von Tokaimura sterben. Neueste Untersuchungen haben ergeben, daß insgesamt fast 450 Menschen radioaktiv verstrahlt wurden. Der japanischen Nuklearfirma wird wegen Mißachtung von Sicherheitsauflagen die Betriebslizenz entzogen. 15. Oktober 1999 Die beiden japanischen Großbanken Sumitomo und Sakura geben bekannt, daß sie bis Anfang 2001 fusionieren. 1. Dezember 1999 Der frühere japanische Regierungschef Tomiichi Murayama bricht mit mehreren Politikern zu einem dreitägigen Besuch nach Nordkorea auf, dem ersten offiziellen seit 1990. Zuvor hatte die japanische Regierung beschlossen, die seit 1998 gegen Nordkorea praktizierte Sanktionspolitik zu lockern sowie die seitdem eingestellte Lebensmittelhilfe wiederaufzunehmen. 31. Januar 2000 Da es bislang unter Wissenschaftlern umstritten ist, ob geklonte Tiere genauso lange leben wie „normale“, haben japanische Forscher nun erstmals ein bereits geklontes Rind noch einmal geklont. 10. Februar 2000 Nachdem Japan erst im November einen Satelliten verloren hat – nach dem Start war der Antrieb ausgefallen und die Trägerrakete mußte zerstört werden –, verliert das Kontrollzentrum in Uchinoura (Südwest-Japan) kurz nach dem Abheben einer Rakete den Kontakt zu einem rund 100 Millionen US-Dollar teuren Forschungssatelliten, als dieser in eine falsche Erdumlaufbahn gerät. Der Verlust wirft das Raumfahrtprogramm der Japaner um mindestens ein Jahr zurück. 1. März 2000 Nachdem weltweit den Computern der Wechsel ins Jahr 2000 abgesehen von kleineren Pannen allen Pessimisten zum Trotz nahezu reibungslos gelungen war, melden nun Japan und Neuseeland „erhebliche“ Störfälle wegen des Schaltjahrs. 8. März 2000 Bei einem schweren U-Bahn-Unglück in Tokyo – einige Wagen eines Zuge entgleisen kurz nach einer Tunnelausfahrt und stoßen mit der entgegenkommenden Bahn zusammen – werden drei Menschen getötet und über 30 z.T. schwer verletzt. 25. März 2000 Der deutsch-amerikanische Konzern DaimlerChrysler übernimmt nach langen Verhandlungen für 4,1 Milliarden DM 33,4 Prozent des hochverschuldeten japanischen Autoherstellers Mitsubishi Motors Corporation (MMC), beteiligt sich allerdings nicht an dessen Schuldenberg. 31. März 2000 Der 732 Meter hohe Vulkan Usu rund 70 Kilometer südwestlich von Sapporo auf der nordjapanischen Insel Hokkaido bricht aus und schleudert Wolken aus Asche und giftigen Gasen bis in eine Höhe von über 3.000 Metern. Da die Seismologen einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch aufgrund zahlreicher kleinerer Erdbeben in dem Gebiet in den letzten Tagen vorhergesagt hatten, wurden aus der nahen Umgebung des Vulkans bisher bereits rund 10.000 Menschen evakuiert. Die Evakuierung von weiteren 15.000 Menschen ist angelaufen, da man mit noch größeren Eruptionen rechnen muß. 4. April 2000 Yoshiro Mori, neuer Vorsitzender der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) wird von beiden Kammern des japanischen Parlamentes zum Nachfolger von Regierungschef Keizo Obuchi gewählt, der zwei Tage zuvor einen schweren Schlaganfall erlitten hat und in akuter Lebensgefahr schwebt. 7. April 2000 Wegen eines Kühlwasserlecks muß erneut ein japanischer Atomreaktor heruntergefahren werden. Radioaktivität sei jedoch nicht freigesetzt worden, teilen die Behörden mit. 1. Mai 2000 Japan und Nordkorea nehmen offizielle Gespräche über eine Normalisierung der Beziehungen und den Austausch von Botschaftern auf. Die Führung in Pjöngjang fordert jedoch von Japan eine Entschuldigung sowie Entschädigung für seine Kolonialherrschaft von 1905 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 14. Mai 2000 Japans Ex-Regierungschef Keizo Obuchi stirbt 62jährig an den Folgen eines am 2. April erlittenen Schlaganfalls. 2. Juni 2000 Japans Regierungschef Yoshiro Mori löst das Parlament auf und setzt die ursprünglich erst für den Herbst vorgesehenen Neuwahlen für den 25. Juni an. 16. Juni 2000 Nagako, die Witwe des ehemaligen japanischen Kaisers Hirohito (gestorben am 7. Januar 1989) und Mutter des jetzigen Kaisers Akihito (und weiterer sechs Kinder), stirbt in ihrer Residenz in Tokyo im Alter von 97 Jahren. Sie hatte Hirohito 1924 geheiratet und war drei Jahre später Kaiserin geworden. Sie gilt als die älteste Kaiserin bzw. Kaiserwitwe Japans seit dem 8. Jahrhundert. 19. Juni 2000 Der ehemalige japanische Regierungschef Noboru Takeshita (1987-89) stirbt im Alter von 76 Jahren. Er trat wegen eines Finanzskandals zurück. 25. Juni 2000 Die Parlamentswahlen in Japan erbringen für die Regierungskoalition von Ministerpräsident Yoshiro Mori trotz Verlusten seiner LDP (Liberaldemokraten) eine ausreichende Mehrheit. Die Oppositionsparteien gewinnen 38 Sitze hinzu. 28. Juni 2000 Wegen eines befürchteten Ausbruchs des 813 Meter hohen Vulkans Oyama auf der rund 180 Kilometer südlich von Tokyo gelegenen japanischen Pazifik-Insel Miyakejima werden fast 3.000 Menschen evakuiert. 15. Juli 2000 Der 170 Jahre alte japanische Warenkonzern Sogo muß mit Gesamtschulden von zwei Billionen Yen (rund 20 Milliarden Euro) Konkurs anmelden. 29. August 2000 Der 813 Meter hohe Vulkan Oyama auf der kleinen Pazifikinsel Miyakejima bricht aus und stößt bis zu 8.000 Meter Rauch- und Aschewolken in den Himmel. Der üble Schwefelgestank zieht bis in die knapp 200 Kilometer entfernte japanische Haupstadt Tokyo. Wegen der Gefahr eines erneuten heftigeren Ausbruchs wird die Bevölkerung aufgefordert, die Insel innerhalb von drei Tagen zu verlassen. Nur noch rund 600 Beamte und Rettungskräfte sollen zunächst zurückbleiben. 5. September 2000 Auch am zweiten Tag des Staatsbesuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Japan wird keine Einigung im Streit um die Kurilen-Inseln erzielt. Putin und der japanische Regierungschef Yoshiro Mori bekräftigen jedoch in Tokyo ihren Willen, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag zwischen Rußland und Japan fortzusetzen. Putin lädt Mori zu einem Gegenbesuch in Moskau ein. 26. November 2000 Am zweiten Tag des vierten, in Singapur stattfindenden informellen Gipfeltreffens des „Verbands Südostasiatischer Staaten“ (ASEAN), nehmen neben den Staats- und Regierungschefs der zehn Mitgliedsstaaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) auch die Regierungschefs der VR China, Japans und Südkoreas teil („Asean-+3-Forum“). Hauptthemen der Konferenz sind die Schaffung der Freihandelszone (AFTA) bis 2010 und die möglichst rasche Integration der vier ärmsten Mitgliedsstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam. Singapur will Ausbildungszentren für Informationstechnologie in den vier Ländern einrichten und Stipendien für Studenten aus diesen Staaten bereitstellen. Zur Beschleunigung des Fortschritts in der Region sollen die Städte Singapur, Kuala Lumpur, Bangkok, Shanghai, Tokyo und Seoul zu einem „Asiatischen E-Gürtel“ vernetzt werden. Zudem soll bis 2006 die transasiatische Eisenbahn von Singapur nach Kunming, die sieben ASEAN-Staaten mit Süd-China verbindet, gebaut werden. 30. November 2000 Als erstes japanisches Unternehmen erklärt sich der Baukonzern Kajima Corporation außergerichtlich bereit, rund 1.000 ehemalige chinesische Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs bzw. deren Nachkommen über einen Fonds zu entschädigen, der mit rund 4,5 Millionen US-Dollar ausgestattet wurde. 10. Dezember 2000 Im schwedischen Oslo werden der Japaner Hideki Shirakawa sowie die beiden US-Amerikaner Alan Heeger und Alan MacDiarmid für die gemeinsame Entwicklung stromleitender Kunststoffe mit dem diesjährigen Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. 14. Dezember 2000 Das „Women’s International Crime Tribunal“ spricht in Tokyo Ex-Kaiser Hirohito und politische sowie militärische Führer Japans im Zweiten Weltkrieg postum als Kriegsverbrecher schuldig, da sie maßgeblich für die Zwangsprostitution von rund 200.000 Frauen in Korea, Taiwan und auf den Philippinen verantwortlich waren. Das von Frauen- und Menschenrechtsgruppen organisierte symbolische Kriegsverbrechertribunal unter dem Vorsitz der früheren Präsidentin des für das ehemalige Jugoslawien zuständigen internationalen Gerichtshofs (ITCY), Gabrielle Kirk McDonald, fordert die japanische Regierung auf, die Opfer der Zwangsprostitution zu entschädigen. Tokyo betrachtet deren Ansprüche jedoch durch die Vereinbarungen in bilateralen Friedensverträgen als abgegolten. 10. Februar 2001 Ein US-amerikanisches Atom-U-Boot rammt beim Übungs-Notauftauchen vor der Hawaii-Insel Oahu den als Schulungsschiff genutzten japanischen Fischkutter „Ehime Maru“, der innerhalb weniger Minuten sinkt. Vier 17jährige Schüler und fünf Erwachsene kommen ums Leben, 26 Fischer können gerettet werden. Das U-Boot hatte fünfzehn Zivilisten mit an Bord, die zum Zeitpunkt des Unglücks offenbar an wichtigen Kontrollgeräten standen. 24. März 2001 Ein 30 Sekunden dauerndes Erdbeben der Stärke 6,4 auf der nach oben offenen Richter-Skala fordert nahe der Millionenstadt Hiroshima im Südwesten Japans mindestens zwei Tote und fast 200 Verletzte. Die Erdstöße, die bis nach Süd-Korea zu spüren sind, zerstören mehrere tausend Häuser und richten schwere Schäden im Stromversorgungsnetz der Region an. 25. März 2001 Ein Treffen zwischen Japans Regierungschef Yoshiro Mori und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im sibirischen Irkutsk bringt bezüglich der vier ehemals japanischen südlichen Kurileninseln, um die sich Rußland und Japan seit Ende des Zweiten Weltkriegs streiten, keinerlei Verhandlungsfortschritt. Sowohl Mori als auch Putin stellen jedoch trotzdem eine „baldige“ Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen beiden Staaten in Aussicht. 26. April 2001 Nach der Rücktrittserklärung des unbeliebten Regierungschefs Yoshiro Mori, dessen knapp einjährige Amtszeit von Partei-Korruptionsskandalen und politischen Fehltritten gekennzeichnet war, wird Junichiro Koizumi zum neuen Vorsitzenden der regierenden Liberaldemokraten gewählt und wird damit traditionsgemäß neuer japanischer Ministerpräsident. Der 59-Jährige, der umfangreiche Wirtschaftsreformen und einen politischen Neuanfang in Japan verspricht, setzt sich mit 298 zu 155 Stimmen deutlich gegen seinen schärfsten Rivalen, den ehemaligen Regierungschef Ryutaro Hashimoto durch. In sein 17köpfiges Kabinett beruft er fünf Frauen. Unter ihnen ist als erste Außenministerin Makiko Tanaka. Die 57-Jährige ist die Tochter des früheren Regierungschefs Kakuei Tanaka (1972-74), der einst die diplomatischen Beziehungen zur VR China aufnahm, und zählt derzeit in Japan zu den populärsten Politikerinnen. 8. Juni 2001 Ein Amokläufer tötet in einer Grundschule der Kleinstadt Ikeda bei Osaka mit einem Küchenmesser acht Kinder und verletzt fünfzehn weitere. Der Attentäter kann von der Polizei überwältigt werden. Es handelt sich um einen 37-Jährigen, der bis zwei Jahre zuvor als Hausmeister in einer Schule in einer Nachbarstadt beschäftigt war und dort verdächtigt wurde, den Lehrern Beruhigungsmittel in den Tee geschüttet zu haben. Das Schulmassaker ist das schlimmste Verbrechen in Japan seit dem Giftgasanschlag auf die Tokyoter U-Bahn vor sechs Jahren, bei dem zwölf Menschen getötet und Tausende verletzt worden waren. 15. Juli 2001 Die japanische Regierung gibt erstmals zu, Mitgliedstaaten der Internationalen Walfangkommission (IWC) mit Entwicklungshilfe bestochen zu haben, damit diese gegen das Walfangverbot stimmen. Seit Jahren wird Japan von Walschützern vorgeworfen, arme Karibik- und Pazifik-Inselstaaten zu kaufen. 22. Juli 2001 Ein Massengedränge während eines Strand-Feuerwerks fordert auf einer Brücke nahe Kobe zehn Tote und fast 120 Verletzte. 25. Juli 2001 Shoko Asahara, der Gründer der inzwischen aufgelösten Aum-Sekte, wird in Tokyo zur Zahlung von 460 Millionen Yen (rund vier Millionen Euro) verurteilt. Das Geld geht an die Opfer bzw. die Hinterbliebenen des von der Weltuntergangssekte verübten Giftgasanschlags im Juni 1994 in der mitteljapanischen Stadt Matsumoto. Damals waren sieben Menschen getötet und 144 verletzt worden. 29. Juli 2001 Bei der Wahl zum Oberhaus erringt die Regierungskoalition des seit vier Monaten amtierenden Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi 78 der 121 zur Wahl stehenden Sitze. Die Wahl galt zugleich als „Stimmungsbarometer“ für Koizumis Wirtschaftspolitik, der Japan bei seinem Amtsantritt harte Sparmaßnahmen auferlegt hatte. 31. Juli 2001 Die Arbeitslosenquote hat mit 5,0 Prozent den höchsten Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs erreicht. Gleichzeitig ist die Zahl der Obdachlosen sowie die Selbstmordrate in Japan erschreckend in die Höhe geschnellt. Regierungschef Junichiro Koizumi bezeichnet den Anstieg der Erwerbslosigkeit angesichts seiner geplanten Strukturreformen zur Gesundung der angeschlagenen japanischen Volkswirtschaft als „unvermeidlich“. 29. August 2001 Nach drei Fehlschlägen seit 1998 kann die japanische Raumfahrtbehörde NASDA vom Raumfahrtbahnhof Tanegashima auf der gleichnamigen südjapanischen Insel eine eigene Trägerrakete vom Typ H-2A erfolgreich ins All starten. Während die Fracht der 54 Meter langen Testrakete zunächst nur aus Meßgeräten zur Überwachung von Start und Flug bestand, sollen künftige Raketen „schon bald“ bis zu vier Tonnen schwere Satelliten in die Erdumlaufbahn transportieren. Mit der neuen Raketengeneration erhofft sich Japan den Einstieg in das kommerzielle Geschäft der Satellitenbeförderung. 1. September 2001 In einem Vergnügungsviertel Tokyos kommen bei einem wahrscheinlich durch Brandstiftung ausgelösten Großfeuer in einem vierstöckigen Gebäude mit mehreren Nachtclubs 44 Menschen ums Leben. Nach Ansicht der Ermittler sind vor allem mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen – fehlende bzw. versprerrte Fluchtwege usw. – schuld an der hohen Zahl der Todesopfer. 20. September 2001 Während eines Treffens mit US-Präsident George W. Bush bietet der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi die Unterstützung Japans im Kampf gegen den internationalen Terror an. (In Japan sind rund 48.000 US-amerikanische Soldaten stationiert – der Großteil auf der südlichen Insel Okinawa.) 8. Oktober 2001 Japans Regierungschef Junichiro Koizumi spricht während eines Besuchs in Peking seine „aufrichtige Entschuldigung“ für die zwischen 1937 und 1945 begangenen japanischen Verbrechen in China aus. 10. Oktober 2001 Das Nobelkomitee in Stockholm gibt bekannt, daß der mit zehn Millionen Kronen (rund 1,1 Millionen Euro) dotierte Chemie-Nobelpreis 2001 „für die Entwicklung der katalytischen asymmetrischen Synthese“ zur einen Hälfte gemeinsam verliehen wird an den US-Amerikaner William S. Knowles und den Japaner Ryoji Noyori „für ihre Arbeiten über chiral katalysierende Hydrierungsreaktionen“ und zur anderen Hälfte an den US-Amerikaner K. Barry Sharpless „für seine Arbeiten über chiral katalysierende Oxidationsreaktionen“. 15. Oktober 2001 Japans Regierungschef Junichiro Koizumi entschuldigt sich in Seoul mit einer Kranzniederlegung zum Gedenken an die koreanischen Opfer der japanischen Kolonialherrschaft (1910-45) bei den Koreanern für die von seinen Landsleuten begangenen Greueltaten. 18. Oktober 2001 Mit Hinblick auf die internationale Terrorismusbekämpfung verabschiedet das Parlament in Tokyo ein Gesetz, das erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg den Einsatz japanischer Soldaten im Ausland erlaubt – allerdings nur zur logistischen Unterstützung außerhalb von Kampfzonen. 1. Dezember 2001 Japans 37jährige Kronprinzessin Masako bringt nach mehr als acht Ehejahren mit dem 41jährigen Kronprinzen Naruhito Töchterchen Aiko zur Welt. Die Nachricht vom langersehnten Nachwuchs im Kaiserhaus versetzt ganz Japan in einen Freudentaumel, auch wenn nach geltendem Recht die Kleine keinen Anspruch auf den Chrysanthemen-Thron hat, den bislang nur Männer besteigen dürfen. Die japanische Regierung steht – wie rund 85 Prozent der Bevölkerung – einer möglichen Verfassungsänderung zur Regelung der Thronfolge aber positiv gegenüber. Die letzte regierende Kaiserin in Japan, der ältesten noch existierenden Erbmonarchie der Welt, war Gosakuramachi, die 1762 den Thron bestieg. Der jüngste männliche Sproß der Kaiserfamilie, die der Mythologie zufolge direkt von der Sonnengöttin Amaterasu abstammt, ist der 1965 geborene Prinz Akishino, Naruhitos jüngerer Bruder. 17. Dezember 2001 Im japanischen Yokohama beginnt der zweite „Weltkongreß gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern“. Bis zum 20. Dezember werden rund 3.300 Vertreter von Regierungen und Organisationen aus 138 Ländern über Maßnahmen gegen Kinderhandel, Kinderprostitution und Kinderpornographie beraten. Erstmals nehmen auch Kinder und Jugendliche direkt an der Konferenz teil. Nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) wurden seit dem ersten Kongreß 1996 in der schwedischen Hauptstadt Stockholm zwar weltweit wichtige neue Gesetze zum Schutz von Kindern erlassen, doch werden nach wie vor jährlich noch etwa eine Million Kinder neu zur Prostitution gezwungen. Das 1996 vorgegebene Ziel, in jedem Land einen Aktionsplan gegen den kommerziellen sexuellen Mißbrauch von Kindern ins Leben zu rufen, ist bislang nicht erfüllt. Lediglich 34 Staaten, darunter Deutschland, haben die Idee verwirklicht. Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben zwei Dutzend Patrouillenschiffe der japanischen Küstenwacht gezielt auf ein fremdes Schiff geschossen, das weder auf Stoppsignale noch auf Warnschüsse reagiert hatte. Nach einer mehrstündigen Verfolgungsjagd, an der sich auch mehrere Flugzeuge beteiligten, kenterte das mutmaßliche Spionageschiff aus Nordkorea vor der Südküste Japans im Ostchinesischen Meer und sank. Die rund fünfzehn Mann Besatzung sind vermutlich alle ertrunken. Zwei Leichen wurden aus der rauhen See geborgen. Sie trugen (angeblich) Schwimmwesten mit koreanischen Schriftzeichen. Nach japanischer Darstellung hat das verdächtige Schiff das Feuer auf die japanischen Boote eröffnet. Drei Japaner wurden bei dem Schußwechsel verletzt. Nordkorea bestreitet, daß es sich um ein nordkoreanisches Spionage- oder Schmuggelschiff gehandelt habe und wirft Japan „brutale Piraterie“ vor. 29. Januar 2002 Japans Regierungschef Junichiro Koizumi entläßt nach Querelen im Außenministerium überraschend Außenministerin Makiko Tanaka und ersetzt sie durch die bisherige Umweltministerin Yoriko Kawaguchi. Die beim Volk überaus populäre Tanaka, Tochter des früheren Regierungschefs Kakuei Tanaka (1972-74), hatte sich mit der Untersuchung von Korruptionsaffären mit dem Beamtenapparat im eigenen Haus angelegt. 11. März 2002 Das japanische Elektronik-Unternehmen NEC nimmt den bislang schnellsten Supercomputer der Welt in Betrieb und überrundet damit erstmals den weltweit größten Computerhersteller IBM im Bau von Turbo-Computeranlagen. Die in einem über 3.000 Quadratmeter großen Gebäude am Yokohama Institute für Erdwissenschaften aufgebaute Anlage von NEC kann 40 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops) verarbeiten und soll einen „virtuellen Planeten Erde“ schaffen, der geophysikalische, klimatische und wetterbedingte Phänomene simuliert. Der „Erdsimulator“ soll u.a. von Satelliten gewonnene Datenmengen auswerten und damit helfen, globale Umweltprobleme zu lösen und Maßnahmen gegen Naturkatastrophen zu entwickeln. Der bisher schnellste Ultracomputer von IBM mit einer maximalen Leistung von 12,3 Teraflops ist seit August 2001 im US-Bundesstaat Kalifornien am Netz und wird für Simulationen von Atombombenexplosionen genutzt. 20. März 2002 Maud Farris-Luse, seit Juni 2001 im Guinness-Buch der Rekorde als ältester lebender Mensch geführt, stirbt in einem Seniorenheim in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan im Alter von 115 Jahren und 56 Tagen an den Folgen einer Lungenentzündung. Die Amerikanerin hatte sechs ihrer sieben Kinder überlebt. Nun ist die am 16. September 1887 geborene Japanerin Kamato Hongo der älteste Mensch der Welt, deren sieben Kinder bereits alle verstorben sind. Sie lebt in einem Pflegeheim auf der Insel Kyushu. Von dort stammt auch der ehemals älteste Mann der Welt: Shigechiyo Izumi starb 1986 im Alter von 120 Jahren. Auch der momentan älteste Mann wurde auf der Insel geboren: Yukichi Chiganji feiert am 23. März 2002 seinen 113. Geburtstag. 20. Mai 2002 Zum Auftakt der 54. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im japanischen Shimonoseki wird ein Vorschlag der Walfang-Befürworter abgelehnt, bei wichtigen Entscheidungen der IWC künftig geheim abstimmen zu lassen. Auch der Antrag Japans, die Quoten für den Fang von Zwergwalen in küstennahen Gewässern auszuweiten, wird abgewiesen. Zudem stimmt eine knappe Mehrheit der 48 Mitgliedsländer gegen die Wiederaufnahme Islands als stimmberechtigtes Vollmitglied. Island hat einen Beobachterstatus bei der IWC, seit seine Delegation 1992 eine der Kommissionssitzungen unter Protest verlassen hatte. Der Inselstaat tritt wie Japan und Norwegen für den kommerziellen Walfang ein, hat sich aber an das seit 1986 geltende Fangverbot gehalten. Ein Ende des Fangverbots ist nur mit der Mehrheit von drei Viertel der Mitgliedsstaaten möglich. 31. Mai 2002 In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul wird die 17. Fußballweltmeisterschaft feierlich eröffnet. Erstmals findet das Sportereignis in Asien statt und erstmals wird es von zwei Ländern ausgerichtet: Südkorea und Japan. Beide Länder erhoffen sich dadurch auch eine Verbesserung ihres historisch belasteten Verhältnisses. 32 Mannschaften haben sich für das Turnier qualifiziert, darunter vier Länder, die noch nie an einer WM-Endrunde teilgenommen haben: China, Senegal, Ecuador und Slowenien. Noch nie wurde eine Fußball-WM in 20 Stadien und an zehn verschiedenen Orten ausgetragen. Da die Mannschaften, Funktionäre und Fans zwischen dem asiatischen Festland und den japanischen Inseln pendeln müssen, wird es auch die bislang teuerste Weltmeisterschaft. Nach der Eröffnungsfeier trifft Titelverteidiger Frankreich auf Senegal – und verliert mit 0:1. Das Endspiel wird am 30. Juni in der japanischen Hafenstadt Yokohama stattfinden, wo das größte und teuerste Stadion der WM steht: Es bietet 70.564 Zuschauern Platz und kostete umgerechnet 538 Millionen Euro. (Das senegalesische Team schafft es bis ins Viertelfinale und scheidet erst nach dem Spiel gegen die Türkei aus, das es mit 0:1 verliert. Südkoreas Mannschaft dringt, umjubelt von Millionen Landsleuten, überraschend bis ins Halbfinale vor, scheitert dann aber an Deutschland. Aus dem Endspiel zwischen Brasilien und Deutschland geht Brasilien mit 2:0 als Sieger hervor und ist damit zum fünften Mal nach 1958, 1962, 1970 und 1994 Weltmeister.) 5. August 2002 Trotz heftiger Proteste führt die Regierung ein Registrierungssystem zur Computercodierung der Bevölkerung ein. Jeder Bürger erhält eine elfstellige Nummer, mit der Informationen zu seiner Person wie Name, Adresse und Geschlecht elektronisch erfaßt werden. Die Einspeisung der Einwohnermeldedaten in eine von der Zentralregierung in Tokyo gesteuerte Computerdatenbank soll die Arbeit der Behörden im Lande vereinfachen und höhere Effizienz schaffen. Mehrere Gemeinden weigern sich jedoch aus Angst vor Mißbrauch, sich an dem neuen Computernetzwerk zu beteiligen. Kritiker befürchten, daß durch das „Juki Net“ genannte System persönliche Informationen in unbefugte Hände geraten könnten. 14. Oktober 2002 Fünf Japaner, die 1978 aus ihrer Heimat nach Nordkorea veschleppt worden waren, dürfen nach Tokyo fliegen. Sie erhielten nach dem Gipfeltreffen zwischen dem japanischen Ministerpräsidenten Junchiro Koizumi und dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-Il (17. September) eine vorübergehende Ausreisegenehmigung. Zwei Wochen lang dürfen sie nun – allerdings ohne Kinder – ihre Angehörigen in Japan besuchen, die sie seit 24 Jahren nicht mehr gesehen haben. Die drei Frauen und zwei Männer waren von nordkoreanischen Agenten verschleppt worden, um Spionen japanischen Sprach- und Kulturunterricht zu erteilen. Außerdem nutzte man ihre Identität, um unbemerkt nach Südkorea oder Japan einreisen zu können. Sie sind die einzigen überlebenden Entführungsopfer, die Nordkorea bislang präsentiert hat. Acht weitere sollen bei Naturkatastrophen und Verkehrsunfällen, durch Krankheit oder Selbstmord ums Leben gekommen sein. 9. Mai 2003 Vom japanischen Raumfahrtzentrum Kagoshima auf der gleichnamigen Südinsel startet eine Trägerrakete des Typs M-5 mit einer Sonde ins All, die erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde bringen soll. 6. Juni 2003 Das japanische Oberhaus verabschiedet drei, am 15. Mai bereits vom Unterhaus gebilligte Notstandsgesetze, die die Verteidigungsbereitschaft Japans im Falle eines Angriffs erhöhen sollen. Den japanischen „Selbstverteidigungskräften“ wird durch die erste Notstandsgesetzgebung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs innerhalb des Landes eine größere Bewegungsfreiheit gewährt, und die Weisungsbefugnisse der nationalen Regierung gegenüber den Kommunen, die Positionen des Ministerpräsidenten und des nationalen Sicherheitsrates werden im Krisenfall gestärkt. 1. Oktober 2003 Nach amtlichen Angaben wurden bei den zwei gewaltigen Erdbeben im Norden Japans am 26. September und den rund zweit Dutzend starken Nachbeben knapp 600 Menschen verletzt, 45 davon schwer. 41.000 Menschen mußten wegen der Gefahr von Flutwellen aus der Küstenregion evakuiert werden. Obwohl das erste Beben die Stärke von 8,0 auf der Richterskala erreichte und damit eines der stärksten gemessenen Beben überhaupt war und auch das zweite Beben die Stärke 7,0 erreichte, kam Hokkaido – die nördlichste Hauptinsel umfaßt ein Fünftel der Fläche Japans, ist aber mit etwa 5,7 Millionen Einwohnern die am dünnsten besiedelte Provinz des Landes – relativ glimpflich davon. Zwar wurden einzelne Häuser und Straßen zerstört und ein durch die Erschütterungen ausgelöster Großbrand in einer Ölraffinerie der Stadt Tomakomai auf Hokkaido konnte erst nach Tagen unter Kontrolle gebracht werden, doch größere Schäden blieben aus. 31. Oktober 2003 Der älteste Mensch der Welt, die Japanerin Kamato Hongo, stirbt in der südjapanischen Stadt Kagoshima im Alter von 116 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Ende September hatte sie noch bei guter Gesundheit ihren 116. Geburtstag gefeiert. Im selben Monat war der älteste Mann der Welt, Yukichi Chuganij – ebenfalls ein Japaner – im Alter von 114 Jahren gestorben. In Japan leben derzeit erstmals mehr als 20.000 Hundertjährige. Die Inselbewohner erfreuen sich der weltweit höchsten Lebenserwartung – 85,23 Jahre bei Frauen und 78,32 Jahre bei Männern. Dies wird u.a. auf die sehr gesunde Ernährung zurückgeführt. Zugleich aber überaltert die Gesellschaft rapide. Experten führen als Hauptursache die rückläufige Zahl der Geburten an, während der Anteil der älteren Menschen an der Bevölkerung ansteigt, so daß schwere Auswirkungen auf Japans Sozialsysteme und Staatsfinanzen drohen. 9. Dezember 2003 Die japanische Regierung sagt nicht kämpfende Soldaten für den Irak zu. Bis zu 600 Mann sollen zum Wiederaufbau der Infrastruktur und zur humanitären Hilfe in den Irak entsandt werden. 27. Februar 2004 Neun Jahre nach dem Giftgas-Anschlag auf die U-Bahn in Tokyo mit zwölf Toten und über 5.500 Verletzten wird der Sekten-Guru Chizuo Matsumoto, der sich Shoko Asahara nennt, zum Tode verurteilt. Der 48-Jährige geht allerdings in Berufung, da er den Befehl für den Gift-Anschlag nicht gegeben habe. Seine „Jünger“ hätten eigenmächtig gehandelt. Der Gründer der Endzeit-Sekte AUM versprach seinen Anhängern Erleuchtung und ein besseres Leben. 12. Mai 2004 Der deutsch-amerikanische Autokonzern DaimlerChrysler kündigt das gemeinschaftliche Nutzfahrzeug-Unternehmen mit dem südkoreanischen Automobilkonzern Hyundai auf und will zudem seinen eigenen Anteil von 10,44% an Hyundai Motors verkaufen. Drei Wochen zuvor hatte DaimlerChrysler, seit 2001 mit 37% größter Einzelgesellschafter von Mitsubishi Motors Corporation (MMC), auch dem mit über 5 Milliarden Euro verschuldeten japanischen Partner den Geldhahn zugedreht. 20. August 2004 In China ist eine tödlich Form der Geflügelpest, wie die besonders schwere Form der Vogelgrippe bezeichnet wird, bei Schweinen entdeckt worden. Forscher des Instituts für Tiermedizin in Harbin wiesen den Virenstrang namens H5N1 nach, wie ein Mitarbeiter des Labors in der nordchinesischen Stadt bestätigt. „Die große Sorge ist, daß das Virus auch auf Säugetiere überspirngt“, heißt es. Die Forscher sind besonders bei Schweinen alarmiert, da diese dem Menschen genetisch ähneln. Von Januar bis März 2004 sind in China, Vietnam, Thailand, Südkorea, Japan, Taiwan, Indonesien, Pakistan, Kambodscha und Laos rund 100 Millionen Hühner und anderes Geflügel an der Geflügelpest verendet oder mußten getötet werden, davon allein je 36 Millionen in Vietnam und Thailand. In Thailand starben acht Menschen, überwiegend Kinder und Jugendliche, an der Vogelgrippe, in Vietnam 15. In den anderen Ländern kam es nach offiziellen Angaben zu keiner Übertragung auf Menschen. Obwohl seit Mitte November 2003 bekannt war, daß es in Thailand Fälle der Vogelkrankheit gab und obwohl das tahiländische Gesundheitsministerium bereits im Dezember die Krankenhäuser angewiesen hatte, Menschen mit grippalen Erkrankungen auf die Vogelseuche zu testen, gab die Regierung aus „Angst vor einer Massenpanik“ erst Ende Januar 2004 offiziell den Ausbruch der Seuche zu. Eine ähnliche Verschleierungstaktik betrieb die Regierung Indonesiens. Huhn ist das beliebteste Fleisch in Südostasien. Überall in der Region, besonders in den weniger entwickelten Ländern, lebt Geflügel in engem Kontakt mit Menschen. Allein in Vietnam halten rund acht Millionen Haushalte durchschnittlich zwei Dutzend Hühner für den privaten Verzehr und wegen der Eier. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedroht die Geflügelpest die Menschheit weltweit, auch wenn sich bislang alle Erkrankten immer beim Geflügel ansteckten. Wenn Hühnergrippeviren auf die Erreger treffen, welche die menschliche Influenza hervorrufen, könnten sie zu einem neuen Virustyp mutieren. Dann wäre die Seuche von Mensch zu Mensch übertragbar. Eine weltweite Epidemie mit Millionen von Toten könnte dann die Folge sein. 30. September 2004 Der Taifun „Meari“ reißt in Japan mindestens 19 Menschen in den Tod und richtet mit Überschwemmungen und Erdrutschen schwere Schäden von Norden bis Süden an. Es ist bereits der siebte Wirbelsturm innerhalb weniger Wochen, der die japanischen Inseln heimsucht. 20. Oktober 2004 Der verheerendste Taifun seit 25 Jahren reißt in Japan fast 100 Menschen in den Tod und hinterläßt eine breite Spur der Verwüstung. Über 330 Menschen werden z.T. schwer verletzt. „Tokage“ zerstört in weiten Gebieten des Landes Wohnhäuser und Kulturstätten, bringt Züge zum Entgleisen und löst Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Nahezu die gesamte Stadt Toyooka in der Provinz Hyogo versinkt unter schlammigen Wassermassen, als die Deiche brechen. Drei Tage später wird Japan von einem Erdbeben heimgesucht. Die Erdstöße der Stärke 6,8 auf der Richter-Skala richten in der Provinz Niigata rund 250 nordwestlich von Tokyo erhebliche Schäden an. Mehrere hundert Häuser stürzen ein, 31 Menschen kommen ums Leben und über 2.000 weitere werden verletzt. Hunderttausende haben tagelang keinen Strom, kein Wasser, kein Gas. 29. November 2004 Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,1 auf der Richter-Skala erschüttert die nördlichste japanische Hauptinsel Hokkaido. Die Erdstöße richten dank der erdbebensicheren Bauweise in der betroffenen Region jedoch keine größeren Sachschäden an. Auch Menschen kommen nicht ums Leben. Es gibt „nur“ rund zwei Dutzend Verletzte. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Japan...Kobo Abe Schriftsteller geboren: 07.03.1924 (Tokyo) gestorben: 21.01.1993 (Tokyo) Die Frau in den Dünen - Roman (1962 (deutsch: 1967)); Der Mann, der zum Stock wurde - Dramentrilogie (Uraufführung 1969 (deutsch: 1969)) Literatur... Tenno (Kaiser) Akihito von Japan Eigentlicher Name: Akihito Tsuyu No Mija Kaiser (seit 1989) geboren: 23.12.1933 (Tokyo) Literatur... Ryunosuke Akutagawa Schriftsteller geboren: 01.03.1892 (Tokyo) gestorben: 24.07.1927 (Tokyo (Selbstmord)) Rashomon - Roman (1915 (deutsch: 1964; verfilmt 1954)) Literatur... Tani Buncho Maler geboren: 1763 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 1840 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Yosa Buson Eigentlicher Name: Taniguchi Dichter, Maler geboren: 1716 (Settsu) gestorben: 1783 Literatur... Takako Doi Politikerin geboren: 10.11.1928 (Kobe) Literatur... Fumiko Enchi Schriftstellerin geboren: 02.10.1905 (Tokyo) gestorben: 14.10.1986 (Tokyo) Die Dichterin und die Masken - Roman (1958 (deutsch: 1984)) Literatur... Leo Esaki Physiker geboren: 12.03.1925 (Osaka) Nobelpreis für Physik 1973 Literatur... Tsuguharu Foujita Maler, Grafiker geboren: 27.11.1886 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 29.01.1968 (Zürich) Literatur... Takeo Fukada Politiker, Regierungschef von Japan (1976-78) geboren: 14.01.1905 gestorben: 05.07.1995 (Tokyo) Literatur... Kenichi Fukui Chemiker geboren: 04.10.1918 (Nara) gestorben: 09.01.1998 (Kyoto) Nobelpreis für Chemie 1981 Literatur... Shimei Futabei Schriftsteller geboren: 04.04.1864 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 10.05.1909 (Golf von Bengalen) Literatur... Matsumura Goshun Maler geboren: 1752 (Owari) gestorben: 1811 (Kyoto) Literatur... Suzuki Harunobu Maler, Zeichner geboren: um 1725 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 29.06.1770 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Ryutaro Hashimoto Politiker, Regierungschef von Japan (1996-98) geboren: 29.07.1937 (Tokyo) Literatur... Hayao Miyazaki Filmproduzent geboren: 1942 Nausicaä aus dem Tal der Winde - Zeichentrickfilm (1984); Mein Nachbar Totoro - Zeichentrickfilm (1988); Prinzessin Mononoke - Zeichentrickfilm (1997); Chihiros Reise - Zeichentrickfilm (2001); Spirited Away - Zeichentrickfilm (2002) Goldener Bär der 52. Berlinale 2002 Literatur... Tenno (Kaiser) Hirohito von JapanKaiser (124.; 1926-89) geboren: 29.04.1901 (Tokyo) gestorben: 07.01.1989 (Tokyo) Literatur... Andõ Hiroshige Maler, Grafiker geboren: 1797 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 12.10.1858 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Katsushika Hokusai Maler, Grafiker geboren: 21.10.1760 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 10.05.1849 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Soichiro Honda Industrieller geboren: 17.11.1906 (Iwata Gun) gestorben: 05.08.1991 (Tokyo) Literatur... Yasushi Inoue Schriftsteller geboren: 06.05.1907 (Asahikawa) gestorben: 29.01.1991 (Tokyo) Die Höhlen von Dunhuang - Roman (1986 (deutsch: 1989)) Literatur... Arata Isozaki Architekt geboren: 23.07.1931 (Oita) Literatur... Yasunari Kawabata Schriftsteller geboren: 11.06.1899 (Osaka) gestorben: 16.04.1972 (Zushi (Selbstmord)) Schneeland - Roman (1935-47 (deutsch: 1957)); Ein Kirschbaum im Winter - Roman (1954 (deutsch: 1969)); Schönheit und Trauer - Roman (1961 (deutsch: 1988)) Nobelpreis für Literatur 1968 Literatur... Kenzo Eigentlicher Name: Kenzo Takada Modeschöpfer geboren: 28.02.1940 (Himejii) Literatur... Shibasaburo Kitasato Bakteriologe geboren: 20.12.1852 (Oguni) gestorben: 13.06.1931 (Nakanojo) Literatur... Torrii Kiyonaga Maler, Grafiker geboren: 1752 (Yedo) gestorben: 28.06.1815 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Fumimaro Konoe Politiker, Regierungschef von Japan (1937-39) geboren: 12.10.1891 (Kyoto) gestorben: 16.12.1945 (Tokyo (Selbstmord)) Literatur... Ogata Korin Maler geboren: 1658 (Kyoto) gestorben: 1716 (Kyoto) Literatur... Isoda Koriyusai Maler, Zeichner geboren: 1764 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 1788 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Masatoshi Kosbhiba Physiker geboren: 1926 (Toyohashi) Nobelpreis für Physik 2002 Literatur... Utagawa Kuniyoshi Maler, Zeichner geboren: 1798 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 1861 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Yasuo Kuniyoshi Maler geboren: 1893 (Okayama) gestorben: 1953 (New York) Literatur... Akira Kurosawa Filmregisseur, Filmproduzent geboren: 23.03.1910 (Tokyo) gestorben: 06.09.1998 (Tokyo) Engel der Verlorenen - Kinofilm (1948); Hakuchi - Kinofilm (1951); Rashomon - Kinofilm (1951); Ikiru - Einmal wirklich leben - Kinofilm (1952); Die sieben Samurai - Kinofilm (1953); Die verborgene Festung - Kinofilm (1955); Nachtasyl - Kinofilm (1957); Das Schloß im Spinnwebwald - Kinofilm (1957); Yojimbo - der Leibwächter - Kinofilm (1961); Uzala, der Kirgise - Kinofilm (1973) Goldener Löwe von Venedig (für „Rashomon”) 1951, Oscar (für „Rashomon”) 1952, Goldener Bär von Berlin (für „Ikiru- Einmal wirklich leben”) 1952, Goldene Palme von Cannes (für „Kagemusha”) 1980, Ehren-Oscar (für sein Lebenswerk) 1990 Literatur... Konosuke Matsushita Industrieller geboren: 27.11.1894 (Wasa) gestorben: 27.04.1989 (Osaka) Literatur... Yukio Mishima Eigentlicher Name: Hiraoka Kimitake Schriftsteller geboren: 14.01.1925 (Tokyo) gestorben: 25.11.1975 (Tokyo (Selbstmord)) Meer der Fruchtbarkeit - Roman-Tetralogie (1965-71 (deutsch: 1985-88)) Literatur... Ogai Mori Eigentlicher Name: Mori Rintaro Schriftsteller geboren: 17.02.1862 (Shimane) gestorben: 09.07.1922 (Tokyo) Literatur... Akio Morita Industrieller geboren: 26.01.1921 (Nogoya) gestorben: 03.10.1999 (Tokyo) Literatur... Tenno (Kaiser) Mutsuhito von Japan Kaiser (122.; 1867-1912) geboren: 03.11.1852 (Kyoto) gestorben: 30.07.1912 (Tokyo) Literatur... Kau Nagai Eigentlicher Name: Sokichi Nagai Schriftsteller geboren: 03.12.1879 (Tokyo) gestorben: 30.04.1959 (Ichikawa) Die Romanze östlich des Sumidagawa - Roman (1937 (deutsch: 1990)) Literatur... Prinz Naruhito von Japan Kronprinz geboren: 23.02.1960 (Tokyo) Literatur... Ryoji Noyori Chemiker geboren: 03.09.1938 (Kobe) Nobelpreis für Chemie 2001 Literatur... Keizo Obuchi Politiker, Regierungschef von Japan (1998-2000) geboren: 25.06.1937 gestorben: 15.04.2000 (Tokyo) Literatur... Kenzaburo Oe Schriftsteller geboren: 31.01.1935 (Naikomachi) Eine persönliche Erfahrung - Roman (1964); Notizen aus Hiroshima - Roman (1965); Der stumme Schrei - Roman (1967) Nobelpreis für Literatur 1994 Literatur... Kiusako Ogino Frauenarzt geboren: im März 1882 (Tojohashi) gestorben: 01.01.1975 (Jorii) Literatur... Maruyama Masataka Okyo Maler geboren: 1733 (Anatamura) gestorben: 1795 (Kyoto) Literatur... Nagisa Oshima Filmregisseur geboren: 31.03.1932 (Kyoto) Literatur... Seiji Ozawa Dirigent geboren: 01.09.1935 (Hoten (Mandschurei)) Literatur... Eisaku Sato Politiker, Regierungschef von Japan (1964-71) geboren: 27.03.1901 (Tabuse) gestorben: 02.06.1975 (Tokyo) Nobelpreis für Frieden 1974 Literatur... Toshusai Sharaku Schauspieler, Maler, Holzschnitzer geboren: um 1770 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: um 1826 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Hideki Shirakawa Chemiker geboren: 20.08.1936 (Tokyo) Nobelpreis für Chemie 2000 Literatur... Kubo Shumman Holzschnitzer, Maler geboren: 1757 (Edo (heute: Tokyo)) gestorben: 1820 (Edo (heute: Tokyo)) Literatur... Katsukawa Shunsho Maler, Grafiker geboren: 1726 gestorben: 1792 Literatur... Kumi Sugai Maler geboren: 11.03.1919 (Kobe) gestorben: 14.05.1996 (Kobe) Literatur... Daisetsu Teitaro Suzuki Gelehrter geboren: 18.11.1870 (Kanasawa) gestorben: 12.07.1966 (Tokyo) Literatur... Ikeno Taiga Maler geboren: 1723 (Kyoto) gestorben: 1776 (Kyoto) |