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Iran

Islamische Republik Iran

 Basisdaten    Chronik


Geografie
Das Land
Der Iran grenzt mit seinem Staatsgebiet an zehn weitere Länder und ist einer der größten Staaten am Persischen Golf. Den Großteil der Landesfläche bildet ein halbtrockenes Hochland (Höhen bis rund 1220 m), das von Gebirgen umgeben ist. Im Norden verläuft parallel zum Tiefland an der Küste des Kaspischen Meeres das Elburs-Gebirge mit einigen noch aktiven Vulkanen, höchster Berg ist der Demawend mit ca. 5670 m. Im Westen und Südwesten liegt das Sagros-Gebirge. Nach Südosten setzt sich dieses Gebirge fort in den Bergländern von Mokran und Belutschistan. In der Landesmitte befinden sich zwei große Wüsten: die Wüste Lut und die Große Salzwüste. Beide sind extrem trocken, nur im Winterhalbjahr fließen wenige kleinere Flüsse in die Große Salzwüste. Als fruchtbares Land gilt nur das Flussbecken des Karun in der südwestlichen Provinz Khusistan, einem der wenigen sogenannten permanenten Flüsse des Landes, die ganzjährig Wasser führen. Größter See des Landes ist der Urmiasee im Nordwesten des Landes, ein flacher Salzsee.

Klima
Das Klima im Iran ist im wesentlichen kontinental mit jahreszeitlich bedingten großen Temperaturschwankungen. Im Norden und Westen machen sich mediterrane, im Süden monsunale Einflüsse bemerkbar. In den Bergregionen und Ebenen des Nordens gibt es das ganze Jahr über Niederschläge, während es im Westen und Nordwesten nur im Winterhalbjahr regnet. In den Wüstengebieten kommt es nur zu ca. 100 mm Niederschlag jährlich, während im Küstentiefland am Kaspischen Meer um die 1300 mm verzeichnet werden.

Flora und Fauna
In den Trockengebieten ist die Vegetation extrem spärlich, es herrschen Wüsten und Halbwüsten vor. An den Küsten des Kaspischen Meeres mit relativ hoher Niederschlagsmenge finden sich Feucht- und Laubwälder. Die Nordhänge des Elburs-Gebirges sind mit Eichen und Buchen bedeckt.
Der Iran hat eine vielfältige Tierwelt, Teile des Landes wurden als Naturschutzgebiete festgelegt. An die Wüstenregionen gut angepasst leben z.B. der Asiatische Wildesel, Dromedare und die Wüstenspringmaus. An den Küsten des Kaspischen Meeres findet sich eine Vielzahl von Wasservögeln. In den Bergwäldern leben neben Wölfen und Dachsen auch Braunbären.


Kultur und Gesellschaft
Bevölkerung
Das Land hat über Jahrtausende hinweg den Aufstieg und Fall vieler Kulturen und Völker erlebt. Es herrschten abwechselnd die Meder, die Perser, die Griechen, die Parther und andere Völker. Heute sind ungefähr die Hälfte der iranischen Bevölkerung Perser. Daneben gibt es Minderheiten wie die Aserbaidschaner, Gilaner, Masandaraner, Kurden, Araber, Luren, Belutschen und Turkmenen. Knappe 10% der Bevölkerung leben heute noch ganz oder zumindest teilweise nomadisch (Stämme wie die Bachtiaren, die Luren oder die Qashqa’i). Über die Häfte der Iraner wohnen in Städten. Die Hauptstadt Teheran mit über 6,5 Millionen Einwohnern ist die größte des Landes, weitere Großstädte sind Meshed, Täbris und Isfahan. Außerhalb der Städte ist das Tiefland entlang dem Kaspischen Meer am dichtesten besiedelt. Die beiden großen Wüsten (Lut und Große Salzwüste) sind praktisch unbewohnt.
Über 90% der iranischen Bevölkerung sind Anhänger des Islam schiitischer Richtung, der seit dem 16. Jahrhundert Staatsreligion ist: Im heutigen Iran leben die meisten schiitischen Muslime auf der Welt. Der Iran hat ein sehr hohes Bevölkerungswachstum: Für das Jahr 2000 wird die Bevölkerung auf rund 60 Millionen geschätzt. Seit der Revolution 1979 sind alle Verhütungsmittel unter Androhung schwerer Strafen strengstens verboten.
Für Kinder im Alter von 6-11 Jahren besteht Grundschulpflicht. In den Lehrplänen stehen religiöse Inhalte meist vor den weltlichen. 1995 lag der Alphabetisierungsgrad bei knapp 70%.

Geschichte
Die Geschichte des modernen Staates Iran beginnt in den 20er Jahren dieses Jahrhunderts, als der Armeeoffizier Resa Khan sich 1925 zum "Schah" (König) wählen ließ und den Namen Resa Schah Pahlevi annahm. Er benannte das Land von Persien in Iran um und versuchte, nach den Wirren des Ersten Weltkriegs das Land frei von Fremdbestimmung zu einem modernen Staat auszubauen. 1941 wurde er aufgrund seiner Annäherung an das nationalsozialistische Deutschland durch britische und sowjetische Besatzungstruppen zur Abdankung gezwungen. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Mohammed Resa Pahlevi. Zu Beginn der 50 Jahre musste der Schah das Land verlassen, in dem sich durch die Erdölfrage eine starke antiwestliche, vor allem antibritische Bewegung unter Premierminister Mossadegh gebildet hatte. Erst dessen Sturz ermöglichte dem Schah 1953 die Rückkehr. 1961 wurden eine Vielzahl am westlichen Vorbild orientierte soziale und wirtschaftliche Reformen durchgeführt (die sogenannte "Weiße Revolution“), die große Unruhen im Land auslösten. Die Maßnahmen umfassten eine Bodenreform, die Bildung landwirtschaftlicher Genossenschaften, den Ausbau des Gesundheitswesens, die Gewährung politischer Rechte für Frauen und andere mehr. Proteste und Massenkundgebungen, die vom Regime teilweise durch Waffengewalt unterdrückt wurden, häuften sich in den nächsten Jahren.
Auch außenpolitisch orientierte sich der Schah am Westen und schloß Abkommen (z.B. 1959 mit den USA) bzw. intensivierte seine wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Großbritannien und der Bundesrepublik Deutschland. Im Land wuchs die Opposition gegen die Verwestlichung und Modernisierung des Irans. Die schiitische Geistlichkeit prangerte die Vernachlässigung islamischer Werte an. Das Schah-Regime unterdrückte diese Bewegungen mit Hilfe des staatlichen Geheimdienstes SAVAK und zahlreichen Verhaftungen. (Amnesty International schätzte 1977 die Zahl der politischen Häftlinge im Iran auf ca. 25.000-100.000.) Zwischen August 1978 und Februar 1979 erreichten die Proteste und Streiks ihren Höhepunkt. Der Schah wurde zum Verlassen des Landes gezwungen und der Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini, der von seinem Exil in Paris aus die Aufstände geschürt hatte, verkündete die Islamische Republik Iran. Nach dem Schah-Regime wurde das Land nun nach den Prinzipien des islamischen Fundamentalismus neu gestaltet.
Die Beziehungen zu den westlichen Ländern, die ein Übergreifen der islamischen Revolution befürchteten, verschlechterten sich zunehmend. Als die USA dem Schah für eine medizinische Behandlung die Einreise gewährten, besetzten islamische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran und nahmen die Botschaftsmitglieder als Geiseln. Sie forderten die Auslieferung des Schahs im Austausch gegen die Geiseln. Die USA brachen daraufhin die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab und verhängten Wirtschaftssanktionen. Auch andere westliche Staaten rückten im Verlauf der 80er Jahre vom Iran ab. Auf Empörung im Westen traf die 1989 von Ayatollah Khomeini gegen den britischen Schriftsteller Salman Rushdie verhängte Todesstrafe, weil dieser mit einem Roman (Die satanischen Verse) angeblich den Islam beleidigt hätte.
Innenpolitisch versuchte das fundamentalistische Regime, jegliche Oppposition des radikalen Kurses zu unterdrücken. Dafür sprachen die zahlreichen Verhaftungen und Hinrichtungen. 1980 führte eine Grenzstreitigkeit im Bereich des Schatt Al Arab zum Krieg mit dem Nachbarn Irak. Der 8 Jahre dauernde Krieg führte auf beiden Seiten zu schweren Verlusten und zu einer enormen Schwächung der Wirtschaft. Nach dem Tod von Khomeini 1989 wurde der ehemalige Staatsprädisent Chamenei neuer Führer der Nation. Der neue Staatspräsidenten Rafsandjani versuchte eine vorsichtige Annäherung an den Westen. 1997 gewann Muhammad Chatami mit 70% der Stimmen die Präsidentschaftswahlen. Diese Wahl eines als Reformer geltenden Politikers war für die religiöse konservative Führungsschicht des Irans eine unangenehme Überraschung. Chatami tritt für eine gesellschaftliche Öffnung des Irans ein, was den Interessen der konservativen Kräfte zuwiderläuft. Dieser Konflikt hält weiter an, denn die Reformer um Chatami errangen bei den Wahlen im Februar 2000 einen deutlichen Sieg.

für aktuelle Angaben siehe  Basisdaten    Chronik


Politisches System
Laut Verfassung vom Dezember 1979 (ergänzt durch ein Referendum im Juli 1989) ist der Iran eine Islamische Republik: Alle sozialen, wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten müssen in der Ethik der Staatsreligion, des schiitischen Islams, begründet sein. Laut Verfassung ist der von einem Expertenrat gewählte religiöse Führer, der auch Revolutionsführer genannt wird, die höchste Autorität im Land (zur Zeit Ali Chamenei). Der Staatspräsident wird ebenso wie die 290 Mitglieder des Parlaments für jeweils 4 Jahre frei gewählt. Der Staatspräsident muss vom Parlament (Madschlis) bestätigt werden, ebenso die von ihm vorgeschlagenen Minister. Die Gesetzgebung liegt bei der Nationalversammlung, ist jedoch abhängig von der Zustimmung eines sogenannten Wächterrates, der aus 6 vom Revolutionsführer ernannten islamischen Rechtsgelehrten und aus 6 vom Parlament gewählten Juristen besteht. Alle Gesetze müssen mit dem islamischen Recht, der Scharia, konform sein. Bei den Wahlen für das Parlament im Februar 2000 bewarben sich über 6000 Iraner, davon 500 Frauen, um einen Sitz. Die Bewerber sind Einzelkandidaten, da Parteien in der Madschlis nicht zugelassen sind. Im Vorfeld der Bewerbung wird jeder der Bewerber einer Überprüfung unterzogen auf seine Rechtgläubigkeit und Zuverlässigkeit. Diesmal wurden 758 Aspiranten für unwürdig befunden, an den Wahlen teilzunehmen. Die Reformer im Umfeld von Staatspräsident Chatami (seit 1997 im Amt) errangen bei den Wahlen einen deutlichen Sieg (rund 60% der Stimmen). Neuer Chef des Parlaments wurde der Reformer Karrubi.


Wirtschaft
Die Grundlage der iranischen Wirtschaft sind die Erdöl- und Erdgas-Vorkommen des Landes. Ein Großteil der Erdölfelder liegen im Südwesten am Fuss des Sagros-Gebirges. Ein Teil des Rohöls wird im Land weiterverarbeitet, der Großteil wird exportiert. Der Iran verfügt über die zweitgrößten Ergasvorkommen der Welt (nach Russland). Die im irak-iranischen Krieg weitläufig zerstörten petrochemischen Anlagen und Zuleitungen wurden inzwischen weitgehend wieder in Betrieb genommen. An weiteren bedeutenden Bodenschätzen sind verschiedene Erze und Steinkohle zu nennen. Weiterer wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die Textilindustrie, die sich vor allem im Großraum Teheran angesiedelt hat.
Die Erträge aus der landwirtschaftlichen Nutzung sind zu gering, um die rasch anwachsende Bevölkerung zu ernähren. Trotz einer weit ausgebauten Bewässerung ist guter Boden knapp. Ackerbau ist fast nur im Nordwesten des Landes möglich. Angebaut werden Reis, Baumwolle, Zitrusfrüchte und Tee (Tiefland an der Küste des Kaspischen Meeres). In anderen Landesteilen werden vor allem Getreide und Tabak (Aserbaidschan) angebaut. Zusätzlich zu Nahrungsmitteln importiert der Iran u.a. Maschinen, Fahrzeuge und elektronische Artikel.
Ein wichtiger Exportartikel des Irans neben Erdöl und Erdgas sind die weltberühmten persischen Teppiche.

 Quelle: Areion Weltalamanach

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