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Republik IndonesienChronik Überblick Basisdaten
Ab 2500 v. Chr. Ursprünglich aus Hinterindien und Südchina stammende Völker (Proto-Malaien) dringen per Kanu auf die von dichten Regenwäldern bedeckte Inselwelt der heutigen Republik Indonesien im Indischen Ozean beiderseits des Äquators vor und vermischen sich allmählich mit den bereits vor Jahrtausenden über eine damals noch fast vollständig existierende Landbrücke zwischen Asien und Australien eingewanderten dunkelhäutigen Pygmäen bzw. drängen diese ins Innere der Inseln ab. (Die heutige Republik Indonesien ist mit 1,9 Quadratkilometern Landfläche [inkl. Hoheitsgewässer 5,1 Millionen Quadratkilometer] der größte Staat Südostasiens, der sich von Nord nach Süd über rund 1.900 Kilometer und von West nach Ost über rund 5.100 Kilometer erstreckt. Zum Staatsgebiet von insgesamt rund 18.000 Inseln gehören die Großen Sundainseln Kalimantan/Borneo [ohne den nördlichen Teil], Sumatra, Sulawesi/Célèbes und Java, die Kleinen Sundainseln [Bali, Lombok, Sumbawa, Sumba, Flores, Timor u.a.], die Molukken und der westliche Teil von Neuguinea.) Ab 3. Jahrhundert n. Chr. Kaufleute und Missionare aus Vorderindien bringen den Hinduismus bzw. ab Mitte des 6. Jahrhunderts den Buddhismus sowie indische Verwaltungs- und Bewässerungsmethoden auf die Inselwelt der heutigen Republik Indonesien. Ab 7. Jahrhundert Das ebenfalls von Indien beeinflußte buddhistische Königreich der Srivijaya auf der Insel Sumatra mit einer hochentwickelten Kultur gelangt dank des regen Handels mit Indien, China und Arabien - ihre Hauptstadt Palembang an der dem Festland zugewandten Küste der Insel ist lange Zeit ein bedeutender Umschlagplatz für Waren aller Art - zu immensem Reichtum und kann seine Macht allmählich auf weitere Inseln des heutigen Indonesien sowie auf die Malaiische Halbinsel ausdehnen. 13. Jahrhundert Prinz Raden Vijaya gründet im Osten der Insel Java die hinduistische Majapahit-Dynastie, die ihre Macht allmählich über nahezu die gesamte Inselwelt des heutigen Indonesien (und den Süden der Malaiischen Halbinsel) ausdehnen kann und 1377 auch das Königreich Srivijaya auf Sumatra einnimmt. Ab 14. Jahrhundert Der Islam, einst von arabischen Seefahrern nach Sumatra gebracht, findet auf den Inseln des heutigen Indonesien immer mehr Anhänger. Anfang 16. Jahrhundert Auf der Insel Java übernehmen islamische Sultane die Macht. Die hinduistischen Majapahiten müssen sich auf die Insel Bali zurückziehen. Ab 1511 Mit der Eroberung Malaccas (heute Melaka) auf der Malaiischen Halbinsel durch die Portugiesen beginnt die Kolonisationszeit der Europäer in „Ostindien“: Innerhalb weniger Jahre gründen portugiesische und spanische Kaufleute auf den indonesischen Inseln zahlreiche Handelsniederlassungen und beginnen mit dem äußerst lukrativen Export von Gewürzen, Edelhölzern, Palmöl, Kokosnüssen etc. nach Europa. 1602 Die neugegründete Holländisch-Ostindien-Kompanie (Vereenigde Oostindische Compagnie) eignet sich die Insel Java an und beginnt von hier aus, die übrigen Inseln der heutigen Republik Indonesien für die Niederlande zu kolonialisieren. 1619 Die Holländisch-Ostindien-Kompanie gründet auf Java die Stadt Batavia (heute Jakarta, die Hauptstadt der Republik Indonesien). Von hier aus gelingt es den Holländern innerhalb weniger Jahre anhand von Monopol- und Schutzverträgen mit den untereinander verfeindeten einheimischen Sultanen, die portugiesische, spanische und britische Konkurrenz auf dem gesamten indonesischen Archipel nahezu völlig auszuschalten. Ab 1800 Nach dem Zusammenbruch der Holländisch-Ostindien-Kompanie aufgrund von Korruption und Mißwirtschaft werden ihre Besitzungen auf den Inseln des heutigen Indonesien sowie auf der Malaiischen Halbinsel vom niederländischen Staat zur Kolonie „Niederländisch-Indien“ erklärt. Teile der Inselwelt der heutigen Republik Indonesien werden jedoch von Großbritannien besetzt. 1824 Die Niederlande verzichten auf ihre Niederlassungen auf der Malaiischen Halbinsel zugunsten der Briten; diese wiederum treten ihre Besitzungen auf den indonesischen Inseln an die Niederlande ab. 1825 Die Javanesen erheben sich unter der Führung von Fürst Dipo Negoro mit Waffengewalt gegen die niederländischen Kolonialherren. In den bis 1830 dauernden blutigen Kämpfen kommen rund 200.000 Javanesen und 8.000 Europäer ums Leben. Danach führen die Niederländer das „Cultuurstelsel“ (Kultursystem) ein: Jedes Dorf muß ein Fünftel seiner Agrarfläche mit für den Export geeigneten Nutzpflanzen bebauen (u.a. Kaffee, Zucker, Pfeffer, Tee, Tabak). 26. August 1883 Gewaltige Flutwellen, ausgelöst durch eine Vulkanexplosion auf der unbewohnten Insel Krakatau, fordern auf Java und Sumatra über 36.000 Menschenleben. (Von insgesamt etwa 200 Vulkanen auf den indonesischen Inseln sind heute noch mehr als ein Viertel aktiv.) 1888 Das islamische Sultanat Brunei auf der Insel Borneo wird britisches Protektorat. 1895 Die beiden Kolonialmächte Portugal und Niederlande einigen sich über eine Teilung der Insel Timor – im Malay-Archipel, auf halbem Wege zwischen den Sulawesi-Inseln und Australien im südwestlichen Teil des pazifischen Ozeans – in ein westliches Territorium, das in niederländischen Besitz übergeht, und ein östliches, das portugiesisch wird. Wie andere portugiesische Kolonien auch (z.B. die Inseln Madeira und die Azoren im Atlantik) wird Ost-Timor (bis 1975) als Strafkolonie genutzt. Ab 1900 Auf den Inseln der heutigen Republik Indonesien werden, obwohl die Niederlande beschränkte Selbstverwaltung gewähren, erste Unabhängigkeitsbestrebungen erkennbar. 1911 Auf den Inseln der heutigen Republik Indonesien schließen sich moslemische Händler zur Interessengemeinschaft „Sarekat Islam Indonesia“ zusammen. 1920 Die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI) wird gegründet. 1927 Achmed Sukarno, der jegliche Zusammenarbeit mit der niederländischen Kolonialverwaltung strikt ablehnt, gründet die Indonesische Nationalpartei (PNI). 1942 Die indonesische Inselwelt wird von Japan besetzt. Damit endet die Kolonialherrschaft der Niederlande. Während die Indonesische Nationalpartei von Achmed Sukarno - er war von 1929-31 und 1934-1942 von den Niederländern inhaftiert bzw. deportiert - mit den neuen Machthabern zusammenarbeitet, stellen sich die Kommunisten gegen die Japaner. 17. August 1945 Nach der Kapitulation Japans (15. August) proklamieren Achmed Sukarno und Mohamed Hatta im javanesischen Jakarta gegen den Willen der Niederländer die Unabhängigkeit Indonesiens. 2. November 1949 Nach vergeblichen (militärischen) Versuchen, Indonesien wieder unter Kontrolle zu bringen, erkennen die Niederlande auf internationalen Druck hin die aus 16 Unionsstaaten bestehende „Republik der Vereinigten Staaten von Indonesien“ als unabhängigen Staat unter niederländischem Protektorat an. Lediglich der Westen der Insel Neuguinea bleibt (bis 1963) im Besitz der Niederlande. 1950 Die föderative Republik Indonesien wird in eine zentralistische Präsidialrepublik mit Achmed Sukarno als Staatsoberhaupt umgewandelt. 1956 Die Union zwischen Indonesien und den Niederlanden wird endgültig aufgelöst. 1957 Die Zentralregierung in Jakarta verstaatlicht niederländische Besitztümer in Indonesien und führt die „gelenkte Demokratie“ ein. Ab 1959 Der indonesische Staatspräsident Achmed Sukarno etabliert mit Hilfe der Armee eine Diktatur; u.a. macht er sich zum Präsidenten auf Lebenszeit und verbietet sämtliche Oppositionsparteien. Außenpolitisch schlägt er einen antiwestlichen, sozialistisch orientierten Kurs ein und nimmt enge Beziehungen zur Volksrepublik China auf. 17. März 1963 Beim Ausbruch des Vulkans Agung auf der Insel Bali kommen über 1.300 Menschen ums Leben. 1. Mai 1963 Der bisher niederländische Westteil Neuguineas gerät als „Irian Bharat“ de facto vollständig unter die Kontrolle Indonesiens (endgültig nach „Volksentscheid“ der dortigen Bevölkerung am 16. August 1969; wird 1973 in „Irian Jaya“ umbenannt). 16. September 1963 Der Zusammenschluß von Malaya (1948 geschlossener Staatenbund aller Sultanate der Malaiischen Halbinsel), Singapurs (seit 1867 britische Kronkolonie) sowie den Ländern Sarawak und Sabah (seit 1946 eigenständige britische Kronkolonien auf Nordborneo) löst den indonesisch-malayischen Konflikt aus, da (neben den Philippinen) auch Indonesien Anspruch auf Sarawak und Sabah erhoben hatte. Die Philippinen verzichten zwar letztendlich, unterstützen jedoch Indonesien im Kampf um die Region, der schließlich 1964 mit dem Sieg der malayisch-britischen Truppen endet. (Mehr als zwei Drittel Borneos/Kalimantans, der mit fast 755.000 Quadratkilometern nach Grönland und Neuguinea drittgrößten Insel der Erde, die trotz rigoroser Abholzung noch immer von dichten Regenwäldern bedeckt ist, in denen u.a. die Orang-Utan-Affen leben, sind indonesisches Staatsgebiet.) Januar 1965 Indonesien tritt wegen der Aufnahme Malaysias in den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aus der UNO aus. Bei antikommunistischen Demonstrationen kommen in Indonesien fast 90.000 Menschen ums Leben. 30. September 1965 Ein Putschversuch der Kommunisten wird vom Militär unter General Hadji Mohamed Suharto niedergeschlagen. Die kommunistische Partei wird verboten. Bei den anschließenden Kommunistenverfolgungen werden in Indonesien mehrere Hunderttausend Menschen (die Schätzungen schwanken zwischen 500.000 und einer Million), vor allem Chinesen, ermordet. 11. März 1966 General Hadji Mohamed Suharto erzwingt von Präsident Achmed Sukarno eine Vollmacht zur Ausübung der Regierung über Indonesien. September 1966 Indonesien wird wieder Mitglied der UNO und schlägt nun einen prowestlichen Kurs ein, d.h. Regierungschef Hadji Mohamed Suharto will mit ausländischer Kapitalhilfe Armut und Rückständigkeit überwinden. 1967 Thailand, Malaysia, Singapur, Indonesien und die Philippinen gründen zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation in Bangkok (Thailand) den südostasiatischen Staatenverbund ASEAN (Association of Southeast Asian Nations). März 1967 Hadji Mohamed Suharto läßt sich vom Volkskongreß zum „geschäftsführenden Präsidenten“ Indonesiens wählen. Nominelles Staatsoberhaupt Indonesiens bleibt weiterhin Achmed Sukarno. 27. März 1968 Hadji Mohamed Suharto baut seine Machtposition weiter aus, indem er sich formell zum indonesischen Staatspräsidenten und zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte „wählen“ läßt. 21. Juni 1970 Der indonesische Ex-Staatschef Achmed Sukarto stirbt im Alter von 69 Jahren in Jakarta. Juli 1971 Hadji Mohamed Suharto läßt Wahlen zum indonesischen Repräsentantenhaus durchführen. Da jedoch ernstzunehmende Oppositionsparteien nicht kandidieren dürfen, erringt die vom Militär kontrollierte „GOLKAR“ (Golongan Karya/Zentralsekretariat der Funktionsgruppen) die Mehrheit der insgesamt 500 Sitze. 1973 Obwohl umfangreiche ausländische Investitionen mittlerweile zu einer beachtlichen Erhöhung der wirtschaftlichen Produktivität Indonesiens und zur Abschwächung der Inflation geführt haben – allein der Export von Erdöl bringt jährlich rund 3 Milliarden US-Dollar –, steigt der Lebensstandard der indonesischen Bevölkerung aufgrund von Mißwirtschaft bzw. der um sich greifenden Korruption nur unmerklich. Anfang 1975 Der für den Ölexport Indonesiens verantwortliche Konzern Pertamina, der auch bei den meisten großen industriellen Entwicklungsprojekten des Landes dominiert, wird zahlungsunfähig. Schuld an der Pleite ist die Erhöhung der Kreditzinsen aufgrund der weltweiten Rezession, vor allem aber jahrelange Mißwirtschaft und Korruption. Staatspräsident Hadji Mohamed Suharto verspricht den ausländischen Kreditgebern, die Begleichung der Pertima-Schulden. Obwohl Indonesien zur Schuldentilgung seine gesamten Devisenreserven einsetzt, verbleibt noch ein Minus von über sechs Milliarden US-Dollar. 7. Dezember 1975 Indonesien besetzt das bis dato portugiesische Ost-Timor, wo die sozialistisch-orientierte „FRETELIN“ (Frente Revolucionária do Timor Leste Independente/Revolutionäre Front für ein unabhängiges Ost-Timor) nach einem blutigen Bürgerkrieg die Macht an sich gebracht und die Unabhängigkeit ausgerufen hat, und erklärt es gegen das Veto des UN-Sicherheitsrates im Juli 1976 unter dem Namen „Loro Sae“ zur 27. indonesischem Provinz. Die „FRETELIN“ gibt jedoch nicht auf und kämpft weiter für die Unabhängigkeit des überwiegend von Christen besiedelten Landesteils. Ab Mitte 1977 Nach Bekanntwerden des Vorhabens von Präsident Hadji Mohamed Suharto, sich ein rund zehn Millionen US-Dollar teures Mausoleum errichten zu lassen, kommt es zu einer Welle von Studentendemonstrationen gegen Verschwendungssucht, Korruption und soziale Mißstände in Indonesien. Die Protestaktionen werden vom indonesischen Militär blutig unterdrückt. 1978 Hadji Mohamed Suharto läßt sich erneut im Amt des Präsidenten von Indonesien bestätigen, obwohl der Widerstand in der Bevölkerung gegen ihn zunimmt. November 1981 Die Forderung der Vereinten Nationen an Indonesien, dem einst portugiesischen, überwiegend von Christen bevölkerten, seit 1976 von Indonesien annektierten Ost-Timor, wo im Kampf um die Unabhängigkeit insgesamt rund 200.000 Menschen ihr Leben verloren haben, das Selbstbestimmungsrecht zu gewähren, wird ignoriert. 1982 Der Anteil von Erdöl- und Erdgas an den Exporteinnahmen Indonesiens beträgt inzwischen 82 Prozent. 1983 Hadji Mohamed Suharto wird vom ihm ergebenen Beratenden Volkskongreß zum dritten Mal im Amt des indonesischen Staats- und Regierungschefs bestätigt. Trotz Abschluß eines inzwischen unterzeichneten Waffenstillstandsabkommens zwischen Indonesien und der FRETELIN kommt es in Ost-Timor immer wieder zu Gefechten zwischen der indonesischen Armee und den Guerilleros. 1. Januar 1984 Das kleine Sultanat Brunei im Norden der Insel Borneo/Kalimantan wird von Großbritannien endgültig in die Unabhängigkeit entlassen. 1984 Wegen Überbevölkerung der Insel Java beschließt die Regierung Indonesiens, etwa 700.000 Menschen nach Irian Jaya (West-Neuguinea) umzusiedeln. 1987 IWF (Internationaler Währungsfonds) und Weltbank sagen dem hochverschuldeten Indonesien ein weiteres Kreditpaket von rund zwei Milliarden US-Dollar zu. 1988 Hadji Mohamed Suharto läßt sich zum vierten Mal im Amt des indonesischen Staats- und Regierungschefs bestätigen. Die Beteiligung des Militärs an der Regierung wird gesetzlich geregelt. Indonesien erhält weitere Auslandskredite von rund vier Milliarden US-Dollar. 1990 Indonesien nimmt nach 23jähriger Unterbrechung die diplomatischen Beziehungen zur VR China wieder auf. Darüber hinaus knüpft Staatspräsident Hadji Mohamed Suharto Wirtschaftsbeziehungen zu Rußland. Juni 1992 Bei den Parlamentwahlen in Indonesien gewinnt die Regierungspartei GOLKAR mit fast 70 Prozent der Stimmen ein weiteres Mal die absolute Mehrheit der Sitze. November 1992 Der Führer der ost-timorischen Unabhängigkeitsbewegung „FRETELIN“ (Frente Revolucionária do Timor Leste Independente), José Alexandre Xanana Gusmão, wird in Jakarta zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Dezember 1992 Ein Erdbeben mit einer Stärke von 7,5 auf der Richter-Skala und anschließende bis zu 25 Meter hohe Flutwellen richten vor allem auf der Insel Flores verheerende Verwüstungen an. Mindestens 2.000 Menschen kommen ums Leben, rund eine Million werden obdachlos. Ende 1992 Die Erdöl- und Erdgasförderung hat zwar seit den 70er Jahren abgenommen, ist aber mit einem Anteil von 15 Prozent an den Exporteinnahmen immer noch ein wichtiger Devisenbringer Indonesiens, dessen Auslandsverschuldung mittlerweile fast 85 Milliarden US-Dollar beträgt. März 1993 Hadji Mohamed Suharto wird vom Volkskongreß zum fünften Mal als Staats- und Regierungschef von Indonesien bestätigt. 1. Januar 1994 Amnesty International klagt Indonesien wegen schweren Menschenrechtsverletzungen an. Seit 1965 sollen bis zu einer Million Regierungsgegner gefoltert und getötet worden sein. Allein im seit 1976 annektierten Ost-Timor habe das indonesische Militär rund 200.000 Menschen ermordet. 14. Juli 1995 Gespräche zwischen dem indonesischen Außenminister Ali Alatas und seinem portugiesischen Amtskollegen Manuel Barroso bringen keine nennenswerten Ergebnisse im Konflikt um das seit 1976 von Indonesien annektierte, einst portugiesische Ost-Timor. 27. Juli 1996 Sicherheitskräfte der indonesischen Regierung überfallen wegen angeblicher Putschpläne das Hauptquartier der Demokratischen Partei (PDI) in Jakarta und nehmen zahlreiche Politiker fest. Wenig später kommt es auf Java zu schweren Unruhen, die vom Militär blutig niedergeschlagen werden. 5. August 1996 In Irian Jaya (West-Neuguinea) wird ein kleiner, bisher unbekannter hellhäutiger Volksstamm, entdeckt. 11. Oktober 1996 Der im Exil lebende Bürgerrechtler José Ramos-Horta und Bischof Carlos Felipe Ximénes Belo aus Ost-Timor erhalten den Friedensnobelpreis für ihre Bemühungen um eine friedliche Lösung des Ost-Timor-Problems. 25. Oktober 1996 Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl trifft mit großer Wirtschaftsdelegation in Jakarta ein und wird von Präsident Hadji Mohamed Suharto empfangen. Im Verlauf des Besuchs in Indonesien werden 25 Wirtschaftsverträge im Umfang von insgesamt über einer Milliarde Mark unterzeichnet. 28. April 1997 Gegen die seit Juli 1996 inhaftierten und seit Oktober 1996 wegen Putschplänen vor Gericht stehenden insgesamt 140 indonesischen Oppositions-Politiker von PDI (Demokratische Partei) und PRD (Demokratische Volkspartei) ergehen die ersten Urteile: So wird z.B. der Vorsitzende der PRD, Budman Sujatmiko, zu dreizehn Jahren Haft verurteilt. 30. Mai 1997 Bei Parlamentswahlen in Indonesien (der Wahlkampf wurde teilweise von schweren Unruhen, die mehreren Hundert Menschen das Leben gekostet haben, begleitet) geht die Regierungspartei „GOLKAR“ von Präsident Hadji Mohamed Suharto mit über 75 Prozent als klarer Sieger hervor (es waren ohnehin nur noch die PPP [Moslimische Vereinigte Entwicklungspartei) und die PDI [Christliche Demokratische Partei) zugelassen, deren Kandidaten von Suharto zuerst genehmigt werden mußten); das Ausland zweifelt jedoch die Korrektheit der Auszählung an. Hauptziel der Regierung ist nach wie vor die Umwandlung Indonesiens vom Entwicklungs- in ein Industrieland bis zum Jahr 2015. 1. Juni 1997 Die von Thailand ausgehende asiatische Währungskrise hat auch Indonesien erfaßt und sich innerhalb weniger Wochen zur schwersten Wirtschaftskrise seit der Unabhängigkeit ausgewachsen. Hauptursachen sind die extrem hohe Auslandsverschuldung (rund 107 Milliarden US-Dollar), ein hohes Leistungsbilanzdefizit und das wenig funktionstüchtige, überschuldete und zersplitterte Bankwesen. 8. Juni 1997 Beim Ausbruch des 1.200 Meter hohen Vulkans Karangetang auf der Insel Siau (etwa 2.300 Kilometer nordöstlich von Java) kommen mehrere Menschen ums Leben. 1. Juli 1997 Aus Verärgerung über die „völlig unbegründete“ Kritik der USA über den Zustand der Menschenrechte in Indonesien kauft Präsident Hadji Mohamed Suharto jetzt neue Flugzeuge (zwölf Kampfflugzeuge und acht Militärhubschrauber) für die indonesische Luftwaffe nicht wie ursprünglich vorgesehen bei den Amerikanern sondern bei den Russen, da diese das Geschäft nicht mit politischen Fragen verknüpfen. 1. August 1997 Aufgrund ausgedehnter Waldbrände (Brandrodungen für neue Palmöl-Plantagen sind wegen starker Winde außer Kontrolle geraten) im indonesischen Teil Borneos und in Süd-Sumatra müssen die Flughäfen wegen dichter Rauchschwaden geschlossen werden. Zahlreiche Menschen werden mit Rauchvergiftungen in die Krankenhäuser eingeliefert. In abgelegenen Dörfern der indonesischen Provinz Irian Jaya auf der von einer schweren Dürre heimgesuchten Insel Neuguinea verhungern immer mehr Menschen (innerhalb weniger Wochen über 260). Die Regierung in Jakarta hat zwar den Abwurf von Lebensmitteln geplant, doch werden die Hilfsflüge durch die starke Rauchentwicklung von Buschbränden behindert. 15. September 1997 Die durch die seit Wochen wütenden Waldbrände (rund 800.000 Hektar sind bereits vernichtet) auf den Inseln Kalimantan, Sulawesi und Sumatra verursachte Luftverschmutzung erreicht gesundheitsgefährdende Rekordwerte. Mancherorts beträgt die Sicht nur noch zehn Meter. Millionen Menschen leiden bereits unter Entzündungen der Atemwege; viele Schulen, Fabriken und Behörden müssen geschlossen werden. Ein Ende der Brandkatastrophe erwartet die Regierung in Jakarta erst mit Einsetzen der Regenzeit Anfang November. 26. September 1997 Ein indonesisches Verkehrsflugzeuges stürzt kurz vor der Landung in Medan (Insel Sumatra) ab; alle 222 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder kommen ums Leben. Ein Flughafensprecher bezeichnet die derzeit schlechte Sicht über der Insel als wahrscheinliche Ursache des Unglücks. Ebenfalls wegen des Smogs kollidieren fast zur gleichen Zeit in der Straße von Malakka zwei Schiffe: ein indischer Frachter stößt mit einem in der Karibik registrierten Supertanker zusammen und sinkt; dabei verlieren 29 Seeleute ihr Leben. 28. September 1997 Bei einem Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi kommen zwölf Menschen ums Leben; zahlreiche weitere werden z.T. schwer verletzt. 15. Oktober 1997 Die Dürrekatastrophe auf der Insel Neuguinea (die schlimmste seit 50 Jahren) kostet immer mehr Menschen das Leben. Allein in der indonesischen Provinz Irian Jaya sind inzwischen über 400 Menschen durch Hunger und Seuchen gestorben. Im benachbarten Papua-Neuguinea muß die Regierung den Notstand ausrufen, und auch in Malaysia, Singapur, Kambodscha, Vietnam und auf den Philippinen gehen – verursacht durch das Klimaphänomen „El Niño“ (die außergewöhnliche Erwärmung des Pazifik vor der Küste Südamerikas, die in Amerika für extrem starke Regenfälle sorgt und in Asien zu langanhaltender Dürre führt) – die Wasserreserven zu Ende und ist die Reisernte um ein vielfaches schlechter ausgefallen als in normalen Jahren. 20. Oktober 1997 Beim Zusammenstoß zweier Schiffe auf dem Fluß Barito auf der Insel Kalimantan (Borneo) kommen mindestens 25 Menschen ums Leben. Unglücksursache ist die schlechte Sicht von nur wenigen Metern, verursacht durch dichte Rauchschwaden der noch immer wütenden Waldbrände. 15. November 1997 Der alljährliche Monsunregen löscht die meisten der seit Monaten wütenden Waldbrände auf den Inseln Kalimantan (Borneo), Sulawesi, Sumatra und Neuguinea und sorgt damit für die Auflösung der dichten Smog-Wolke, die seit dem Sommer über dem gesamten südostasiatischen Raum hing. 26. November 1997 Ein Erdstoß der Stärke 6,8 erschüttert die indonesische Insel Sulawesi und sorgt für den Einsturz von mindestens 100 Gebäuden. 8. Dezember 1997 Bei einem wahrscheinlich durch einen elektrischen Kurzschluß ausgelösten Großbrand in den oberen Etagen des 25 Stockwerke hohen Neubaus der indonesischen Zentralbank in Jakarta kommen 15 Menschen ums Leben. 19. Dezember 1997 Beim Absturz einer erst zehn Monate alten Boeing 737 der singapurischen Fluggesellschaft Silk Air über der indonesischen Insel Sumatra in ein Sumpfgebiet kommen alle 104 Insassen (darunter vier Deutsche und ein Österreicher) ums Leben. 31. Dezember 1997 Unter dem Druck von IWF (Internationaler Währungsfonds) und Weltbank, die inzwischen ein Kreditpaktet von insgesamt 43 Milliarden US-Dollar für das vor dem Staatsbankrott stehende Indonesien geschnürt haben, verpflichtet sich die Regierung in Jakarta zu einer strengen Finanzpolitik und zu einer weiteren Öffnung der Märkte durch Abbau von Handelsschranken und Zulassung ausländischer Alleininvestoren in Industrie, Handel und Bankwesen. Durch Steigerung der Einnahmen und Senkung der Ausgaben soll das Leistungsbilanzdefizit gesenkt werden. 7. Januar 1998 Der Währungsverfall der Rupiah (80% seit Mitte 1997) sowie die drastischen Preiserhöhungen für Grundnahrungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs (bis zu 300%) lösen schwere Unruhen aus, die sich sowohl gegen Präsident Hadji Mohamed Suharto als auch gegen die chinesische Minderheit richten, die den Handel in Indonesien dominiert. Vor allem auf Java, aber auch auf den Nachbarinseln, kommt es zu Ausschreitungen und Plünderungen, auf die die Regierung mit Militäreinsätzen und Verhaftungen reagiert. Dies führt wiederum zu erheblichen Einbußen in der Tourismusbranche, die mit jährlich rund sechs Milliarden US-Dollar Einnahmen längst zu einer der Hauptdevisenquellen des Landes geworden ist. 10. März 1998 Hadji Mohamed Suharto wird vom ihm ergebenen Beratenden Volkskongreß zum sechsten Mal als Staats- und Regierungschef von Indonesien bestätigt. Da sich das neue Kabinett hauptsächlich aus engen Vertrauten Suhartos zusammensetzt, gehen in Jakarta zigtausende Studenten auf die Straßen und fordern die Absetzung Suhartos. Es kommt erneut zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und den Sicherheitskräften. 4. Mai 1998 Die indonesische Regierung erhöht die Energiepreise um bis zu 70 Prozent. Dies führt in Jakarta erneut zu schweren Unruhen mit mehreren Hundert Toten. Den Forderungen der Studenten nach Absetzung des Präsidenten schließen sich nun auch zahlreiche Mitglieder oppositioneller Parteien an. 18. Mai 1998 Mehrere tausend Demonstranten stürmen das Parlamentsgebäude in Jakarta, um eine Sondersitzung über die Absetzung von Präsident Hadji Mohamed Suharto zu erzwingen. Da das Militär dieses Mal überraschenderweise nicht eingreift, fordert der Vorsitzende der Regierungspartei GOLKAR das indonesische Staatsoberhaupt zum Rücktritt auf. 21. Mai 1998 Präsident Hadji Mohamed Suharto ist angesichts schwerer Unruhen – sein Versuch, die Lage mit neuen Reformversprechen und Ankündigung von Parlamentswahlen zu beruhigen, war am Tag zuvor fehlgeschlagen – gezwungen, seinen Rücktritt bekanntzugeben. Neuer Staats- und Regierungschef von Indonesien wird der bisherige 63jährige Vizepräsident Bacharuddin Jusuf Habibie, ein enger Vertrauter von Suharto, der mit 18 Jahren nach Deutschland gegangen war, um Flugzeugbau zu studieren und mit 37 als Vizepräsident der Hamburger Flugzeugschmiede MBB nach Indonesien zurückkehrte, wo er in den letzten zwei Jahrzehnten als Technologieminister teure und deshalb umstrittene strategische Industrien aufbaute, darunter auch die Entwicklung eigener Flugzeuge. Dieser kündigt politische Reformen (z.B. Zulassung neuer Parteien, Entlassung politischer Häftlinge), Bekämpfung von Mißwirtschaft und Korruption sowie Neuwahlen für 1999 an. Die Opposition bezweifelt allerdings, daß die neue Regierung die allgegenwärtige Korruption und vor allem die Vetternwirtschaft des Suharto-Clans (das Vermögen der Suharto-Familie, die praktisch an jedem großen Projekt in Indonesien finanziell beteiligt ist, wird von „Insidern“ auf mindestens 25 Milliarden US-Dollar geschätzt) tatsächlich wirksam bekämpfen wird (bzw. kann). 15. Juni 1998 Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie legt einen Friedensplan für das seit 1976 von Indonesien annektierte Ost-Timor vor, nachdem Studenten das Regionalparlament von Ost-Timor in Dili besetzt und eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Inselteils sowie die sofortige Freilassung des seit 1992 inhaftierten Führers der Unabhängigkeitsbewegung FRETELIN, José Alexandre Xanana Gusmão, gefordert haben. Vorgesehen ist u.a. der Abzug der indonesischen Truppen aus Ost-Timor, eine beschränkte Autonomie der Provinz, umfangreiche Finanzhilfen sowie die Freilassung von Gusmão. Das Angebot wird jedoch von der FRETELIN entschieden abgelehnt. Sie besteht weiterhin auf der Durchführung eines Referendums. 30. August 1998 Mit der Schließung von drei insolventen Banken und der Verstaatlichung von vier weiteren Geldinstituten macht Indonesien laut IWF-Direktor für Asien/Pazifik, Hubert Neiss, einen „bedeutenden Schritt zur Gesundung seines Bankensystems“. (Der Internationale Währungsfonds macht von den Reformen die ratenweise Auszahlung eines internationalen Kreditprogramms über 43 Milliarden US-Dollar abhängig. Anfang August hat Indonesien eine Rate von einer Milliarde US-Dollar ausgezahlt bekommen.) 14. November 1998 Nachdem sich der seit Anfang des Monats tagende indonesische Beratende Volkskongreß weder auf Termine für Präsidentschafts- und Parlamentswahlen noch auf konkrete politische Reformen einigt, kommt es in Jakarta erneut zu massiven Protestaktionen von Studenten und Oppositionellen gegen die Regierung, die in tagelange schwere Straßenschlachten zwischen Regimegegnern und dem Militär münden. Bei den Unruhen kommen mindestens 20 Menschen ums Leben. 1. Dezember 1998 Der indonesische Staats- und Regierungschef Bacharuddin Jusuf Habibie gibt den 7. Juni 1999 als Termin für die nächsten Parlamentswahlen bekannt. 28. Dezember 1998 Ein Erdbeben der Stärke 6,5 auf der nach oben offenen Richter-Skala fordert auf der ost-indonesischen Molukken-Insel Mangole mindestens 50 Tote und mehrere hundert Verletzte. Die von den Seismologen befürchtete Flutwelle bleibt jedoch aus. 31. Dezember 1998 Die innenpolitische Lage Indonesiens, wo aufgrund von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung mindestens ein Drittel der Gesamtbevölkerung in bitterster Armut lebt, ist weiterhin gespannt und von Unruhen infolge ethnischer oder religiöser Konflikte (z.B. Aufstände der Dayak auf Kalimantan) gekennzeichnet. 7. Januar 1999 Schwere Regenfälle führen auf mehreren Inseln Indonesiens zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Mindestens 100 Menschen kommen ums Leben. 19. Januar 1999 Bei Zusammenstößen zwischen Christen und Moslems kommen während des Fests zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan auf der ostindonesischen Insel Ambon mindestens 17 Menschen ums Leben, weitere rund 100 werden verletzt und zahlreiche Häuser, darunter auch sechs Gotteshäuser, gehen in Flammen auf. 6. Februar 1999 Beim Untergang einer Fähre vor der Insel Borneo kommen über 300 Menschen ums Leben. Nur 20 Passagiere können lebend geborgen werden. 17. Februar 1999 Der seit 1992 inhaftierte FRETELIN-Führer José Alexandre Xanana Gusmão wird von der indonesischen Regierung aus der Haft in Hausarrest überstellt und offiziell als Verhandlungspartner im Ost-Timor-Konflikt aktzeptiert. 31. März 1999 Die seit Januar anhaltenden Konflikte auf mehreren Inseln der Molukken (vor allem auf Ambon und in der gleichnamigen Provinzhauptstadt) zwischen der alteingesessenen christlichen Bevölkerung und moslemischen Zuwanderern (größtenteils von der Suharto-Regierung von den überbevölkerten Inseln Sumatra und Java zwangsumgesiedelt) haben bereits mehrere hundert Todesopfer gefordert. Zahlreiche Dörfer sind dem Erdboden gleichgemacht und die Hauptstadt Ambon ist weitgehend zerstört. Auch in den Provinzen Westkalimantan (Borneo) und Aceh (Nord-Sumatra) sind seit Anfang Januar bei ethnisch-religiösen Unruhen mindestens 500 Menschen ums Leben gekommen. 5. April 1999 Der unter Hausarrest stehende FRETELIN-Führer José Alexandre Xanana Gusmão ruft die Bevölkerung Osttimors zum Aufstand gegen Indonesien auf. Zuvor waren bei neuen Kämpfen zwischen Gegnern und Befürwortern der Unabhängigkeit Osttimors mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. (Das Militär spricht von zwei Toten – Anhänger der Unabhängigkeitserklärung behaupten, daß das Militär 17 Menschen erschossen habe.) 5. Mai 1999 In New York unterzeichnen die Verhandlungsparteien ein neues Waffenstillstandsabkommen für Ost-Timor und einigen sich darüber hinaus auf die Durchführung einer Volksabstimmung bezüglich des von der indonesischen Regierung vorgeschlagenen Autonomiestatuts. Falls das für August vorgesehene Referendum eindeutig die Autonomie-Lösung ablehnt, soll Ost-Timor in die Unabhängigkeit entlassen werden. 21. Mai 1999 Am ersten Jahrestag des Rücktritts von Präsident Suharto liefern sich in der indonesischen Hauptstadt Jakarta mehrere tausend Studenten – sie fordern die Verhaftung Suhartos, dem sie Korruption vorwerfen – stundenlange Straßenkämpfe mit der Polizei. Dabei werden mehrere Personen verletzt. 7. Juni 1999 Allen Befürchtungen zum Trotz verlaufen in Indonesien die ersten freien Wahlen seit über vier Jahrzehnten, zu denen 48 Parteien angetreten waren, friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Erste Hochrechungen ergeben einen klaren Sieg der oppositionellen PDI-P (Demokratische Partei des Kampfes) von Megawati Sukarnoputri, der Tochter des Staatsgründers Achmed Sukarno, während die Staatspartei GOLKAR mit einer vernichtenden Niederlage rechnen muß. Mit der offiziellen Bekanntgabe des Wahlergebnisses wird frühestens in drei bis vier Wochen gerechnet. 15. Juni 1999 Die Vereinten Nationen beginnen mit der Entsendung von Personal für die UN-Beobachtermission UNAMET (United Nations Mission in East Timor) zur Überwachung und Durchführung der für den 8. August angesetzten Volksabstimmung hinsichtlich der politischen Zukunft Ost-Timors. 30. Juni 1999 Wegen der anhaltenden Unruhen in Ost-Timor verschieben die Vereinten Nationen das für den 8. August angesetzte Referendum über die politische Zukunft des Gebietes auf den 30. August. 1. August 1999 Erneute großflächige Waldbrände auf Sumatra und Kalimantan (Borneo) führen zu einem dramatischen Anstieg der Luftverschmutzung in Nord- und West-Indonesien. Der Smog-Index liegt mancherorts derzeit bei über 900, normal sind Messungen von unter 50. Die Gesundheitsbehörden empfehlen der Bevölkerung, nur noch mit Atemmasken aus dem Haus zu gehen und Kinder nicht mehr im Freien spielen zu lassen. Wegen schlechter Sicht müssen einige Flughäfen gesperrt werden. Sichtweiten von teilweise nur noch 100 Metern führen zu zahlreichen Autounfällen sowie zu Schiffskollisionen auf den Flüssen und in der Straße von Malakka. 3. August 1999 Das offizielle Endergebnis der Wahlen vom 7. Juni wird bekanntgegeben: Die PDI-P von Megawati Sukarnoputri hat 33,7 Prozent erzielt und ist damit zur stärksten Partei Indonesiens aufgestiegen. Auf die Golkar-Partei entfallen nur 22,4 Prozent. Auf dem dritten Platz rangiert mit 12,6 Prozent die PKB (Partei des Nationalen Erwachens), gefolgt von der PPP (Moslemische Vereinigte Entwicklungspartei) mit 10,7 Prozent und der PAN (Nationale Mandatspartei) mit 7,1 Prozent. Somit ist sicher, daß Megawati Sukarnoputri bei der für Ende des Jahres geplanten Präsidentenwahl in der Beratenden Volksversammlung gegen den amtierenden Bacharuddin Jusuf Habibie antreten wird. 30. August 1999 Die unter UN-Aufsicht stattfindende Volksabstimmung über die politische Zukunft des seit 1975 von Indonesien besetzten Ost-Timor, an der sich rund 90 Prozent der 450.000 Wahlberechtigten beteiligen, verläuft nach Angaben von UN-Beobachtern weitgehend friedlich. Allerdings werden neue Unruhen befürchtet, wenn das Ergebnis des Referendums in etwa einer Woche bekanntgegeben wird. 4. September 1999 Nach Bekanntgabe des Ergebnisses des am 30. August durchgeführten Referendums bezüglich der politischen Zukunft Ost-Timors – 78,5 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung Ost-Timors entschieden sich gegen die von der indonesischen Zentralregierung in Jakarta angebotene Autonomielösung und damit für die Unabhängigkeit. – starten pro-indonesische Banden, u.a. die Miliz „Aitarak“, eine neue Terrorkampagne und massakrieren innerhalb weniger Tage tausende Anhänger der Unabhängigkeit. Die rund 15.000 indonesischen Soldaten und Polizisten sehen tatenlos zu bzw. unterstützen das Morden und Brandschatzen. 7. September 1999 Angesichts weltweiter Empörung über die in Ost-Timor um sich greifende Anarchie verhängt der indonesische Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie das Kriegsrecht über das Unruhegebiet und entsendet weitere 2.000 Soldaten, wodurch sich der Terror nur noch verschlimmert. Zigtausende von Menschen befinden sich auf der Flucht vor den mordenden und brandschatzenden Milizen, und Australien hat inzwischen mit Transportflugzeugen der Luftwaffe mehrere hundert UN-Angehörige aus der Provinzhauptstadt Dili evakuiert. Trotzdem lehnt die Regierung in Jakarta die Entsendung einer bewaffneten UN-Friedenstruppe nach Ost-Timor ab, wie sie vom inzwischen auf freien Fuß gesetzten Unabhängigkeitsführer José Alexandre Xanana Gusmão sowie von den beiden Friedensnobelpreisträgern José Ramos-Horta – er lebt seit Jahren im Exil – und Bischof Carlos Felipe Ximénes Belo – auch er mußte nach Australien fliehen, nachdem die Milizen sein Haus in Bacau in Brand gesteckt hatten – gefordert wird. 10. September 1999 Pro-indonesische Milizen stürmen das UN-Hauptquartier in Dili und bedrohen die 80 zurückgebliebenen Mitarbeiter der UN-Mission UNAMET sowie tausende von Flüchtlingen, die sich auf dem Gelände aufhalten. Sie zerschlagen Fensterscheiben, setzen Gebäude in Brand und stehlen mehrere UN-Fahrzeuge, in denen sie Flüchtlinge nach West-Timor deportieren. Daraufhin fordert US-Präsident Bill Clinton die Regierung in Jakarta unter der Androhung von Wirtschaftssanktionen ultimativ auf, entweder den Terror in Ost-Timor zu beenden oder der Stationierung einer internationalen Friedenstruppe zuzustimmen. Andernfalls werde er dafür sorgen, daß der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank ihre Zahlungen an Indonesien „auf Eis legen“. 15. September 1999 Nachdem die indonesische Regierung in Jakarta angesichts der völlig außer Kontrolle geratenen Situation in Ost-Timor – rund 7.000 Menschen wurden bisher getötet und etwa 100.000 nach West-Timor deportiert; mindestens 200.000 verstecken sich in den Bergen und sind vom Hungertod bedroht – endlich der Stationierung einer bewaffneten UN-Friedenstruppe zugestimmt hat, billigt der Weltsicherheitsrat einstimmig die Entsendung einer rund 7.500 Mann starken internationalen Truppe unter Führung Australiens. Das Kommando über die INTERFET (International Force East Timor), die für die Wiederherstellung des Friedens sorgen und humanitäre Hilfe für die hungernde Bevölkerung ermöglichen soll, erhält der australische Generalmajor und Vietnam-Veteran Peter Cosgrove. 20. September 1999 Nach der Landung der ersten 2.000 australischen, neuseeländischen und britischen Soldaten der INTERFET auf Ost-Timor ziehen sich die pro-indonesischen Milizen wider Erwarten in das gebirgige Landesinnere zurück. Somit bleibt der befürchtete massive Widerstand gegen die UN-Mission aus. Auch Jakarta beginnt mit dem Abzug seiner Streitkräfte aus Ost-Timor und überläßt die militärische Gewalt den UN-Friedenstruppen. 24. September 1999 In der indonesischen Hauptstadt Jakarta gehen über 10.000 Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen das von Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie geplante sogenannte „Sicherheitsgesetz“, weil es dem Militär zu große Macht einräumt. Die Protestkundgebungen arten in Straßenschlachten zwischen den Demonstranten und den bewaffneten Sicherheitskräften aus. Dabei kommen mindestens acht Menschen ums Leben. 18. Oktober 1999 Vor dem indonesischen Teil Neuguineas (Provinz Irian Jaya) sinkt bei einem Sturm ein Motor-Holzschiff. Von den 160 Menschen an Bord der Inselfähre überleben nur 38 das Unglück. 20. Oktober 1999 Die Beratende Volksversammlung wählt völlig überraschend nicht Oppositionsführerin Megawati Sukarnoputri, sondern den 59jährigen, halb blinden und nach einem Schlaganfall gesundheitlich angeschlagenen Moslemführer Abdurrahman Wahid zum neuen Staatspräsidenten Indonesiens. Abdurrahman Wahid erhält 373, Megawati Sukarnoputri 313 Stimmen. Der bisherige Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt, nachdem die Versammlung seinen Rechenschaftsbericht nicht gebilligt hatte. Wahid will eine Regierung der „Nationalen Einheit“ bilden, deren Hauptaufgabe die Überwindung der derzeitigen Wirtschaftskrise sein soll. Darüber hinaus muß sich Wahid mit den Autonomiebestrebungen der ölreichen Provinz Aceh im Norden Sumatras auseinandersetzen. Dort fordern Separatisten eine Volksabstimmung zur Loslösung von Indonesien nach dem Vorbild Ost-Timors. Kurz nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses liefern sich zehntausende enttäuschte Anhänger von Megawati Sukarnoputri und Jusuf Habibies in Jakarta Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften. Mindestens zwei Menschen kommen ums Leben und mehrere Dutzend werden verletzt. Am selben Tag ratifiziert die Beratende Volksversammlung das Ergebnis des Referendums über die Eigenstaatlichkeit Ost-Timors und entläßt die Inselhälfte damit in die Unabhängigkeit. Die offizielle Übergabe der Provinz an die Vereinten Nationen, unter deren Aufsicht eine Übergangsregierung für Ost-Timor gebildet werden soll, ist für Ende des Jahres geplant. 21. Oktober 1999 Die Beratende Volksversammlung in Jakarta wählt Megawati Sukarnoputri zur indonesischen Vize-Präsidentin. Sie setzt sich bei der Abstimmung klar mit 396 zu 284 Stimmen gegen ihren einzigen Gegenkandidaten Hamzah Haz von der PPP durch. 22. Oktober 1999 Unabhängigkeitsführer José Alexandre „Xanana“ Gusmão kehrt nach sieben Jahren Haft in Jakarta in das verwüstete Ost-Timor zurück und ruft die Bevölkerung zu Versöhnung und zum Neubeginn auf. Er wird zum Präsidenten des fünfzehnköpfigen „National Consultative Council“ (NCC) ernannt, der in Zusammenarbeit mit einer zivilen Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen (UNTAET/United Nations Transitional Authority for East Timor) den Wiederaufbau der Region lenken soll. 31. Oktober 1999 Die letzten rund 1.000 indonesischen Soldaten verlassen Ost-Timor, und das Gebiet wird offiziell bis 2001 unter das Mandat einer UN-Zivilverwaltung unter der Führung des Brasilianers Sergio Vieira de Mello gestellt. 9. November 1999 Nachdem in der rohstoffreichen Provinz Aceh rund eine halbe Million Menschen ein Referendum über die staatliche Unabhängigkeit nach dem Vorbild Ost-Timors gefordert haben, sagt Staatspräsident Abdurrahman Wahid Autonomierechte für die Provinz und ein Teilverfügungsrecht der lokalen Bevölkerung über die Gewinne aus dem Erdölexport zu. 31. Dezember 1999 Seit einem erneuten Ausbruch religiös motivierter Unruhen auf den ostindonesischen Molukken-Inseln am 26. Dezember sind nach Behördenangaben bei Kämpfen zwischen Christen und Moslems mindestens 500 Menschen ums Leben gekommen. Die Molukken-Hauptstadt Ambon sei weitgehend verwüstet. 1. Januar 2000 Präsident Abdurrahman Wahid entschuldigt sich bei der Bevölkerung der östlichsten indonesischen Provinz Irian Jaya (Insel Neuguinea) für von der Armee begangene Menschenrechtsverletzungen und räumt der nach Autonomie strebenden Provinz das Recht ein, ab sofort wieder den ursprünglichen Namen Papua zu tragen. 7. Januar 2000 Bei Massendemonstrationen in Jakarta drohen rund 100.000 Moslems mit einem „Heiligen Krieg“ (Dschihad) gegen die Christen auf den Molukken-Inseln, falls es der indonesischen Zentralregierung nicht gelingen sollte, die blutigen Unruhen auf dem Archipel unter Kontrolle zu bringen. 15. Januar 2000 Nach Ausbruch schwerer Unruhen zwischen Moslems und Christen auf der ost-indonesischen Touristeninsel Lombok mit bereits mehreren Toten und zahlreichen Verletzten – moslemische Randalierer gehen mit Gewalt gegen zumeist christliche Chinesen vor, plündern deren Häuser und Geschäfte und stecken sie in Brand – haben bereits Tausende Zuflucht in Kasernen gesucht bzw. sind mit Booten auf die nur 30 Kilometer entfernte Insel Bali geflohen. Die Regierung in Jakarta hat mittlerweile die Sicherheitskräfte auf Lombok und Bali um mehrere hundert Mann vestärkt und die Polizei angewiesen, auf Randalierer das Feuer zu eröffnen. Außerdem hat die Militärpolizei inzwischen damit begonnen, die ausländischen Urlauber von Lombok nach Bali zu evakuieren. Da ein Übergreifen der Krawalle auf Bali befürchtet werden muß, warnen viele Länder dringend vor Reisen in die Region, was einen schweren Schlag für die Tourismusbranche Indonesiens bedeutet. 23. Februar 2000 Nach fünfmonatigem Einsatz in Ost-Timor beendet die internationale Friedenstruppe INTERFET unter dem Kommando des australischen Generals Peter Cosgrove offiziell ihre Mission. Sie wird durch die UN-Blauhelmtruppe UNTAET (United Nations Transitional Administration in East Timor) unter dem philippinischen General Jaime de los Santos abgelöst, die bis Ende Januar 2001 beim Wiederaufbau der verwüsteten Inselhälfte helfen soll. Der Truppe gehören 9.000 Soldaten aus 27 Ländern sowie Beobachter an. Die meisten Soldaten entstammen der INTERFET-Truppe. 29. Februar 2000 Der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid entschuldigt sich vier Monate nach dem formellen Verzicht Indonesiens auf Ost-Timor bei seinem ersten Besuch in der weitgehend zerstörten Hauptstadt Dili bei der Bevölkerung für Gewaltakte, die ihr das indonesische Militär in den letzten 25 Jahren zugefügt hat und verspricht, die Verantwortlichen für die Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Anschließend legt er sowohl auf dem indonesischen Soldatenfriedhof als auch auf dem Friedhof Santa Cruz, wo indonesische Soldaten 1991 während einer Beerdigung bis zu 200 Menschen getötet hatten, Kränze nieder. 3. Juni 2000 Nachdem in der indonesischen Provinz Aceh in den letzten Monaten bei bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der GAM (Gerakan Aceh Merdeka/Bewegung Freies Aceh) und den Sicherheitskräften mindestens 400 Menschen getötet wurden, einigt man sich auf einen Waffenstillstand und die Aufnahme von Verhandlungen über eine langfristige politische Lösung für die erdölreiche Region im Norden der Insel Sumatra. 5. Juni 2000 Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,9 auf der nach oben offenen Richter-Skala erschüttert den Südwesten der indonesischen Insel Sumatra. Mehr als 100 Menschen kommen ums Leben, zahlreiche weitere werden verletzt. 20. Juni 2000 Bei einem erneuten Überfall von Islamisten auf ein überwiegend von Christen bewohntes Dorf der indonesischen Molukken-Insel Halmahera kommen fast 200 Menschen ums Leben. Damit erhöht sich die Zahl der seit dem Ausbruch der Unruhen 1991 Getöteten auf über 3.000. 26. Juni 2000 Aufgrund der seit Wochen tobenden blutigen Kämpfe zwischen Christen und Moslems auf den Molukken-Inseln mit mehreren Hundert Toten und zahllosen Verletzten ruft die indonesische Regierung in Jakarta den Notstand aus, wodurch das Militär zusätzliche Befugnisse erhält, u.a. zur Verhängung von Ausgangssperren und zur Inhaftierung Verdächtiger auf unbestimmte Zeit. 30. Juni 2000 Beim Untergang der indonesischen Fähre „Cahaya Bahara“ vor der Nordküste von Sulawesi kommen fast 500 Menschen ums Leben. 31. August 2000 In Jakarta beginnt unter größten Sicherheitsvorkehrungen der Prozeß gegen Indonesiens Ex-Präsident Hadji Mohamed Suharto, dem vorgeworfen wird, in den 32 Jahren seiner Herrschaft rund 570 Millionen US-Dollar öffentliche Mittel veruntreut zu haben. 13. September 2000 Bei der Explosion einer Autobombe in der Tiefgarage der indonesischen Aktienbörse in Jakarta kommen fünfzehn Menschen ums Leben und mehrere Dutzend weitere werden verletzt. Die Ermittler machen Anhänger des gestürzten Staatschefs Hadji Mohamed Suharto für das Attentat verantwortlich. 28. September 2000 In der venezolanischen Hauptstadt Caracas findet das zweite Gipfeltreffen der elf Staats- und Regierungschefs der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries/Organisation der Erdölexportierender Staaten) in der 40jährigen Geschichte des Kartells statt. Die Organisation wehrt sich angesichts des dramatisch gestiegenen Ölpreises gegen den Vorwurf der Preistreiberei. Gastgeber Hugo Chávez Frías sagt: „Wir sind Opfer, die Schuldigen sind andere.“ OPEC-Präsident Ali Rodríguez glaubt an ein mittelfristiges Sinken des Ölpreises von derzeit knapp 30 US-Dollar auf unter 28 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) aufgrund einer Erhöhung der Förderquote ab Oktober und den Verkauf von 30 Millionen Barrels der strategischen Ölreserve der USA ab November. Darüber hinaus verspricht Saudi-Arabien eine Stabilisierung des Ölpreises. (Gründungsstaaten waren 1960 in Bagdad: Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela; heute gehören der Organisation, die ihren Sitz in Wien hat, Algerien, Indonesien, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela an; Gabun war bis 1996, Ecuador von 1973-92 Mitglied;) Das Gerichtsverfahren gegen Ex-Präsident Hadji Mohamed Suharto, dem vorgeworfen wurde, in den 32 Jahren seiner Herrschaft rund 570 Millionen US-Dollar öffentliche Mittel veruntreut zu haben, wird aus Gesundheitsgründen eingestellt. Suhartos Sohn, „Tommy“ Mandala Putra, wurde zwar zwei Tage zuvor rechtskräftig verurteilt. Doch er konnte aus „unerklärlichen Gründen“ aus dem Polizeigewahrsam fliehen und untertauchen. 7. Oktober 2000 In der ostindonesischen Provinz Irian Jaya auf Neuguinea kommen bei neuen Kämpfen zwischen militanten Befürwortern der Unabhängigkeit und Regierungstruppen mindestens drei Dutzend Menschen ums Leben. Die Zentralregierung macht daraufhin ihre bereits gegebenen Autonomiezugeständnisse weitgehend rückgängig (u.a. das Recht auf eine eigene Flagge und auf den ursprünglichen Namen Papua) und verstärkt ihre Militärpräsenz um ein Vielfaches. 19. Oktober 2000 Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta wird in Dili als Außenminister der Übergangsregierung von Ost-Timor vereidigt. Er fordert von der indonesischen Regierung in Jakarta ein entschlosseneres Vorgehen gegen vermutliche Kriegsverbrecher, andernfalls werde man beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Einrichtung eines internationalen Kriegsverbrechertribunals beantragen. 11. November 2000 In der erdölreichen Provinz Aceh im Norden der Insel Sumatra kommen bei der gewaltsamen Unterdrückung einer friedlichen Demonstration für ein Unabhängigkeitsreferendum durch die Armee mehrere hundert Menschen ums Leben. Die Separatistenorganisation GAM (Gerakan Aceh Merdeka/Bewegung Freies Aceh) droht daraufhin mit der Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes und fordert alle aus Java eingewanderten Indonesier zum Verlassen Acehs auf. 15. November 2000 Tagelange sintflutartige Regenfälle führen in der indonesischen Provinz West-Sumatra zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen. In den Fluten bzw. unter Schlammlawinen kommen mindestens 80 Menschen ums Leben. 26. November 2000 Am zweiten Tag des vierten, in Singapur stattfindenden informellen Gipfeltreffens des „Verbands Südostasiatischer Staaten“ (ASEAN), nehmen neben den Staats- und Regierungschefs der zehn Mitgliedsstaaten (Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam) auch die Regierungschefs der VR China, Japans und Südkoreas teil („Asean-+3-Forum“). Hauptthemen der Konferenz sind die Schaffung der Freihandelszone (AFTA) bis 2010 und die möglichst rasche Integration der vier ärmsten Mitgliedsstaaten Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam. Singapur will Ausbildungszentren für Informationstechnologie in den vier Ländern einrichten und Stipendien für Studenten aus diesen Staaten bereitstellen. Zur Beschleunigung des Fortschritts in der Region sollen die Städte Singapur, Kuala Lumpur, Bangkok, Shanghai, Tokyo und Seoul zu einem „Asiatischen E-Gürtel“ vernetzt werden. Zudem soll bis 2006 die transasiatische Eisenbahn von Singapur nach Kunming, die sieben ASEAN-Staaten mit Süd-China verbindet, gebaut werden. 24. Dezember 2000 Bombenanschläge auf christliche Kirchen fordern in verschiedenen Landesteilen Indonesiens an Heiligabend mindestens fünfzehn Tote und über 100 Verletzte. 8. Januar 2001 Beim Absturz einer indonesischen Militärmaschine kurz nach dem Start in der Bergbaustadt Timika (Irian Jaya/Neuguinea) über dichtem Dschungel kommen alle zehn Flugzeuginsassen ums Leben – fünf Besatzungsmitglieder, drei Lokalpolitiker sowie der Militärkommandeur und der Polizeichef der indonesischen Provinz auf Neuguinea. Die Unglücksursache ist unklar. 10. Januar 2001 Die Zentralregierung in Jakarta und die Führung der Unabhängigkeitsbewegung GAM (Gerakan Aceh Merdeka/Bewegung Freies Aceh) einigen sich auf eine Verlängerung des im Vorjahr unterzeichneten Waffenstillstands. In den letzten sechs Monaten sind in der Unruheprovinz Aceh im Norden der Insel Sumatra bei bewaffneten Auseinandersetzugnen zwischen den Separatisten und der Armee mindestens 700 Menschen ums Leben gekommen. 17. Januar 2001 Die elf OPEC-Staaten (Algerien, Indonesien, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Venezuela) beschließen – wie bereits seit einigen Wochen angekündigt – in Wien einstimmig die Drosselung ihrer Ölförderung um fünf Prozent bzw. um 1,5 Millionen Barrel täglich ab 1. Februar, um so den Weltmarktpreis auf einem Niveau zwischen 22 und 28 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) zu halten. (Während ein Barrel Öl im November 2000 noch über 31 US-Dollar kostete, stürzte der Ölpreis im Dezember auf zeitweise unter 22 US-Dollar ab und lag am Vortag bei 24,59.) 1. Februar 2001 Tagelange sintflutartige Regenfälle führen vor allem im Westen der zentralindonesischen Insel Java zu schweren Überschwemmungen und Erdrutschen. In den Fluten bzw. unter Schlammlawinen kommen mindestens 100 Menschen ums Leben. 2. Februar 2001 Das indonesische Parlament in Jakarta erteilt Staatspräsident Abdurrahman Wahid wegen seiner Verwicklung in mehrere Finanzaffären eine formelle Rüge und macht damit gleichzeitig den Weg frei für ein eventuelles Amtsenthebungsverfahren. Wahid erklärt, daß er sich keinerlei Schuld bewußt sei und keinesfalls vor dem Ende seiner Amtszeit 2004 zurücktreten werde. 16. Februar 2001 In Jakarta und anderen Städten auf Java fordern insgesamt rund 15.000 Studenten den Rücktritt des unter Korruptionsverdacht stehenden Staatspräsident Abdurrahman Wahid. Die Polizei geht mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. 28. Februar 2001 Im indonesischen Teil der Insel Borneo (Kalimantan) wurden innerhalb einer Woche allein in der Stadt Sampit im Süden (Provinz Zentral-Kalimantan) mehrere hundert Einwanderer von der vor der nordöstlichen Küste Javas liegenden Insel Madura von Einheimischen (Dayak) massakriert. Zigtausende Menschen sind aus der Region geflohen und versuchen nun, per Schiff nach Java bzw. Madura zu gelangen. Staatspräsident Abdurrahman Wahid entsendet zur Beendigung der Massaker eine 3.000 Mann starke Armeeeinheit in die Unruheprovinz. 5. Juli 2001 Die UN-Übergangsregierung von Ost-Timor, das Anfang 2002 in die Unabhängigkeit entlassen werden soll, und Australien schließen nach langwierigen Verhandlungen ein vorläufiges Abkommen, das helfen soll, die Existenz des jungen Staates mit seinen rund 800.000 Einwohnern zu sichern: Die Einnahmen aus den in der Timor-See lagernden Erdöl- und Erdgasbeständen sollen zu 90 Prozent Ost-Timor zukommen. Für die ehemalige indonesische Provinz, deren Staatsetat im laufenden Jahr nur 60 Millionen Dollar beträgt und deren Kaffee-Export mit jährlich rund 20 Millionen Dollar bislang die einzige Einnahmequelle ist, bedeutet das Deviseneinnahmen von bis zu fünf Milliarden Dollar in den nächsten zwei Jahrzehnten. Die UN-Verwaltung hat Verhandlungen über einen genauen Grenzverlauf in der Timor-See zwischen Australien und Ost-Timor bewußt auf „später“ verschoben, um den Timoresen zu raschen Deviseneinnahmen zu verhelfen. Die Australier wiederum haben ihr ursprüngliches Angebot, eine Teilung der Ressourcen 85 zu 15, zugunsten von Ost-Timor verbessert, nachdem man ihnen den Bau einer Pipeline nach Darwin zugesichert hat. Zudem ist es auch für sie von Vorteil, wenn Ost-Timor finanziell auf eigenen Füßen steht und man nicht noch einen weiteren Almosenempfänger wie Papua-Neuguinea zum Nachbarn hat. 23. Juli 2001 Obwohl Präsident Abdurrahman Wahid am Vortag das Parlament für aufgelöst erklärt und die Streitkräfte angewiesen hatte, eine Abstimmung über seine eventuelle Absetzung zu verhindern, kommt die Beratende Volksversammlung (MPR/eine Art Oberhaus, bestehend aus den rund 500 Parlamentsmitgliedern sowie weiteren 200 gewählten oder ernannten Abgeordneten) in Jakarta zu einer Sondersitzung zusammen und erklärt ihn einstimmig wegen „Bestechlichkeit, Unfähigkeit und Bruch der Verfassung“ seines Amtes enthoben. Gleichzeitig wird die bisherige Vizepräsidentin Megawati Sukarnoputri zum neuen Staatsoberhaupt Indonesiens gewählt und vereidigt. Die 55jährige Tochter des Staatsgründers Achmed Sukarno soll bis zur Parlamentswahl im Jahr 2004 regieren. Zu ihrem Stellvertreter wird der 61 Jahre alte moslemische Politiker Hamzah Has gewählt. Der befürchtete Volksaufstand bleibt aus, zumal Wahid einige Tage später seinen Amtssitz räumt und in die USA ausreist. 31. Juli 2001 Heftige Regenfälle führen auf der westindonesischen Insel Nias zu Überflutungen und Erdrutschen. Mindestens 100 Menschen kommen ums Leben. 15. August 2001 Präsidentin Megawati Sukarnoputri überreicht in einer feierlichen Zeremonie in Jakarta Politikern der Provinz Aceh einen neuen Gesetzestext, wodurch der Provinz mehr Selbstverwaltungsrechte eingeräumt werden: Statt bislang fünf Prozent darf die rohstoffreiche Provinz künftig 70 Prozent der Einnahmen aus ihren Öl- und Gasreserven behalten. Zudem sollen die vier Millionen Bewohner ihren Gouverneur künftig selbst wählen. Die indonesische Zentralregierung in Jakarta hofft, mit diesen Zugeständnissen, den Konflikt zwischen der Armee und der separatistischen Organisation „Freies Aceh“ zu entschärfen, der allein in diesem Jahr mehr als 1.000 Menschenleben gefordert hatte. 30. August 2001 93 Prozent der stimmberechtigten Bevölkerung Ost-Timors (etwa 425.000) wählen zwei Jahre nach dem Unabhängigkeitsreferendum friedlich erstmals 88 Abgeordnete für ein eigenes Parlament, das in den nächsten Monaten eine Verfassung erarbeiten und damit den Weg in die Souveränität ebnen soll. Stärkste politische Gruppierung wird erwartungsgemäß die ehemalige Widerstandsbewegung FRETELIN. Nach der Wahl eines Staatspräsidenten im April 2002 durch das Parlament – als Favorit gilt der 55jährige ehemalige Rebellenführer José Alexandre „Xanana“ Gusmão – soll die 1999 eingesetzte UN-Übergangsregierung dann bis Mitte des Jahres endgültig ihre Arbeit einstellen. 19. September 2001 Präsidentin Megawati Sukarnoputri, die auf die Terroranschläge in den USA vom 11. September mit einer scharfen Verurteilung reagiert hatte, sichert US-Präsident George W. Bush während ihres Aufenthalts in Washington jedoch nur vage zu, den USA im „Kampf gegen den internationalen Terrorismus“ zur Seite zu stehen. Die Entsendung von US-Truppen nach Indonesien und eine direkte Unterstützung der USA zur Terrorismusbekämpfung lehnt sie mit der Begründung ab, Rücksicht auf die labile innenpolitische Lage im größtenteils moslemischen Indonesiens nehmen zu müssen. 19. Oktober 2001 Vor der Küste Javas sinkt ein unter indonesischer Flagge fahrendes Schiff mit über 400 Flüchtlingen aus Afghanistan, Algerien, Irak und Iran an Bord. Bei dem Unglück kommen 356 Menschen ums Leben. 10. Dezember 2001 Unter dem Druck der Zentralregierung in Jakarta unterzeichnen Vertreter verfeindeter christlicher und moslemischer Volksgruppen in Malino auf der Insel Sulawesi (Provinz Südsulawesi) ein Friedensabkommen, das die seit 1998 anhaltenden ethnisch-religiösen Unruhen in der Region Poso (Provinz Mittelsulawesi) mit zahlreichen Toten ein Ende setzen soll. 25. Dezember 2001 Beim Zusammenstoß zweier überfüllter Personenzüge kommen auf der zentralindonesischen Insel Java mindestens 55 Menschen ums Leben. 1. Januar 2002 Ein im Oktober von der Zentralregierung in Jakarta verabschiedetes Autonomiegesetz für den seit 1969 zu Indonesien gehörenden Westteil der Insel Neuguinea (1963 von den Niederlanden annektiert) tritt in Kraft: Die östlichste Provinz „Irian Jaya“ wird offiziell wieder in „Papua“ umbenannt und erhält eine eigene Flagge. Zudem soll die neue Provinzverwaltung in Jayapura über rund zwei Drittel der Einkünfte aus der Ausbeutung der bedeutenden Rohstoffvorkommen verfügen können. Die Separatistenbewegungen PDP (Papua Presidium Council) und OPM (Free Papua Movement) fordern jedoch weiterhin eine Volksabstimmung über die vollständige Unabhängigkeit von Indonesien. 16. Januar 2002 Ein Passagierflugzeug der nationalen „Garuda Indonesia“, das auf dem Weg von der Touristeninsel Lombok in die zentraljavanische Stadt Yogykara war, muß auf einem Fluß der Insel Java notlanden. Bei der Bruchlandung kommt eine Frau ums Leben und werden mehrere Menschen verletzt. 31. Januar 2002 In der erdölreichen Provinz Aceh im Norden der Insel Sumatra sind die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Kämpfern der Unabhängigkeitsbewegung GAM (Gerakan Aceh Merdeka/Bewegung Freies Aceh) wieder aufgeflammt. Seit Jahresbeginn sind weit über 100 Menschen ums Leben gekommen, darunter Abdullah Syafei, der militärische Anführer der Separatisten, die seit 1976 für einen unabhängigen islamischen Staat kämpfen. 12. Februar 2002 In Malino auf der Insel Sulawesi unterzeichnen Vertreter der christlichen und moslemischen Konfliktparteien einen unter Vermittlung der Zentralregierung in Jakarta zustande gekommenen Friedensvertrag, mit dem der seit 1999 wütende Bürgerkrieg auf den Molukken-Inseln (vor allem auf Ambon und in der gleichnamigen Provinzhauptstadt) mit rund 6.000 Toten ein Ende haben soll. Vorgesehen ist u.a. die Entwaffnung aller Zivilisten, die Rückkehr von Flüchtlingen und der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur. (Bereits am 3. April kommt es in der Stadt Ambon nach einem vermutlich von Anhängern der radikalen islamischen Extremistengruppe „Laskar Jihad“, die 1999 die Molukken zum Zentrum eines „Heiligen Krieges“ erklärt hatten, verübten Bombenattentat mit mehreren Todesopfern wieder zu blutigen Straßenschlachten, und am 28. April werden bei einem weiteren Anschlag auf einen von Christen bewohnten Stadtteil 14 Menschen getötet.) 8. März 2002 Der indonesische Parlamentspräsident und Vorsitzende der Partei GOLKAR, Akbar Tanjung, wird unter Korruptionsverdacht festgenommen. Er soll rund 4,6 Millionen US-Dollar veruntreut haben, mit denen 1999 Nahrungsmittel für ein Entwicklungshilfeprojekt finanziert werden sollten. Die GOLKAR, einst führende Regierungspartei unter Ex-Präsident Hadji Mohamed Suharto, protestiert gegen seine Verhaftung und droht mit einem Boykott der Volksvertretung und dem Verlassen der Regierung. Das Vorgehen gegen Tanjung und die Festnahme von Suhartos wegen Mordes angeklagtem, knapp 40jährigen Sohn, „Tommy“ Mandala Putra, zwei Tage zuvor – er wurde im September 2000 bereits wegen Korruption rechtskräftig zu einer Gefängnisstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, hatte aber aus „unerklärlichen Gründen“ aus dem Polizeigewahrsam fliehen können; er war untergetaucht und soll den Mord an einem Richter in Auftrag gegeben haben – werden als Zeichen dafür gewertet, daß Präsidentin Megawati Sukarnoputri mit ihrer Ankündigung ernst macht, die Korruption im Lande zu bekämpfen und das Rechtssystem zu reformieren. Das Gerichtsverfahren gegen Suharto senior soll allerdings nicht wieder aufgenommen werden. Er sei mit seinen 80 Jahren zu alt und zu krank, um den Prozeß durchzustehen, heißt es aus Jakarta. (Am 26. Juli wird Suhartos Sohn wegen Anstiftung zum Mord an einem Richter im Sommer 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilt.) 20. Mai 2002 Ost-Timor bzw. „Timor Loro Sa’e“ (in der Landessprache Tetum: „Land der aufgehenden Sonne“) wird nach rund vier Jahrhunderten portugiesischer Kolonialherrschaft und knapp 25 Jahren indonesischer Besatzung (1975-99) als jüngster Staat der Erde in die Unabhängigkeit entlassen. In der Hauptstadt Dili wird um Mitternacht die Landesflagge gehißt und die der Vereinten Nationen eingeholt, d.h. die politische Verantwortung für den kleinen Pazifikstaat geht von der UN-Übergangsverwaltung auf die neue Regierung in Dili über. Der ehemalige Freiheitskämpfer und Rebellenführer José Alexandre „Xanana“ Gusmão wird als erster Staatspräsident vereidigt. An der feierlichen Zeremonie der Staatsgründung nehmen u.a. UN-Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, Portugals Präsident Jorge Sampaio, Indonesiens Präsidentin Megawati Sukarnoputri und Australiens Premier John Howard teil. Mehrere hundert Zuschauer verfolgen zudem die Vereidigung des 23köpfigen Kabinetts von Regierungschef Mari Alkatiri sowie der 88 Abgeordneten des Ende August 2001 gewählten Parlaments. Dieses beschließt unmittelbar nach der Vereidigung den Beitritt zu den Vereinten Nationen. Timor Leste wie Ost-Timor auf portugiesisch heißt, wird das 190. UN-Mitglied sein. Zudem ratifiziert das Parlament auch die Allgemeine Menschenrechtserklärung der UN. Die UN-Friedenstruppen sollen schrittweise aus Ost-Timor abgezogen werden. Die Vereinten Nationen werden den Staat, der als das ärmste Land Südostasiens gilt und noch lange von internationaler Hilfe abhängig sein wird, aber weiterhin unterstützen. Für die kommenden drei Jahre hat die Staatengemeinschaft 440 Millionen US-Dollar Aufbauhilfe zugesagt. Eines der beherrschenden Themen im neuen Staat bleibt die Frage, wie die Verantwortlichen für die Verbechen zur Rechenschaft gezogen werden können. Kofi Annan hatte Indonesien im Februar 2000 unmißverständlich dazu aufgefordert, die Verantwortlichen für das Blutvergießen in Ost-Timor zu bestrafen. Doch die Hoffnungen der Menschen in Ost-Timor wurden enttäuscht. Eine indonesische Untersuchungskommission nannte zwar 33 Personen, gegen die wegen der Verbrechen in Ost-Timor ermittelt werden sollte. Der Staatsanwalt nahm jedoch nur 19 Verfahren auf – und nur sieben Männer wurden tatsächlich vor Gericht gestellt. 7. Juli 2002 Bei einem vermutlich durch einen Kurzschluß ausgelösten Großbrand in einem Nachtclub von Palembang, der Hauptstadt der Provinz Süd-Sumatra, kommen drei Dutzend Menschen ums Leben. Nach Angaben der Behörden verfügte das vierstöckige Gebäude mit Karaoke-Bars und Restaurants über keinerlei Notausgänge. 6. August 2002 In der indonesischen Hauptstadt Jakarta demonstrieren mehr als 4.000 Studenten für politische Reformen vor dem Parlamentsgebäude, wo derzeit die Beratende Volksversammlung Indonesiens (MPR) Verfassungsänderungen erörtert. Die Sicherheitskräfte gehen mit Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor, die offenbar befürchten, daß Abgeordnete kleinerer Parteien während der zehntägigen Sitzung wichtige Reformvorhaben blockieren, darunter die Direktwahl des Staatspräsidenten vom Jahr 2004 an. 10. August 2002 Die Beratende Volksversammlung Indonesiens (MPR) verabschiedet eine Verfassungsänderung, wonach ab 2004 die Ämter des Präsidenten und Vizepräsidenten in Direktwahl durch das Volk besetzt werden sollen. Darüber hinaus ist das Militär künftig aus der MPR ausgeschlossen. Forderungen von moslemischen Gruppierungen, das islamische Recht (Scharia) in der Verfassung zu verankern, lehnt der MPR jedoch ab. 12. Oktober 2002 Vor einer Diskothek des Badeortes Kuta auf der indonesischen Ferieninsel Bali explodiert ein mit Sprengstoff beladener Kleinlaster. 202 Menschen, darunter 92 Australier und sechs Deutsche, kommen ums Leben. (Als Drahtzieher des Anschlags wird am 20. November in West-Java der 35jährige Imam Samudra, festgenommen, der offensichtlich in Afghanistan im Bau von Bomben ausgebildet worden war. Samudra wurde bereits im Zusammenhang mit Sprengstoffanschlägen in Jakarta an Weihnachten 2000 als Terrorist gesucht und soll Mitglied der radikalen Islamistengruppe „Jemaah Islamiyah“ sein, der wiederum enge Verbindungen zur El-Kaida-Terrororganisation nachgesagt werden. Am 7. August 2003 spricht ein indonesisches Gericht auf Bali Amrozi bin Nurhasyim, der oft auch als „lächelnder Bomber“ bezeichnet wurde, schuldig, den Anschlag geplant zu haben und an der Ausführung beteiligt gewesen zu sein, und verurteilt ihn zum Tode. Der 41-Jährige ist einer von rund drei Dutzend Personen, die wegen des Anschlags angeklagt wurden.) 10. Dezember 2002 Nach rund 26 Jahren Bürgerkrieg unterzeichnen Vertreter der Zentralregierung und der separatistischen „Bewegung Freies Aceh“ (GAM) in Genf ein Friedensabkommen, das einen sofortigen Waffenstillstand, friedenssichernde Maßnahmen sowie Provinzwahlen für 2004 vorsieht. Der Konflikt hat bisher über 11.000 Opfer gefordert. Beide Parteien zeigen sich vorsichtig optimistisch, daß das Abkommen zu einem dauerhaften Frieden führen kann. In der Vereinbarung verzichten die Rebellen auf den Anspruch auf Unabhängigkeit und aktzeptieren eine weitreichende Autonomie. Im Gegenzug soll die Provinz über 70 Prozent der Einkünfte aus dem Öl- und Gasgeschäfte verfügen können. 13. Januar 2003 In Jakarta wird ein Niederländer wegen großangelegter Drogenproduktion zum Tode verurteilt. Er hatte in einer Ortschaft einige Kilometer außerhalb der indonesischen Hauptstadt über drei Jahre hinweg ein Labor zur Herstellung der Modedroge Ecstasy betrieben und täglich 15.000 Pillen produziert. 17. Februar 2003 Nach Angaben der indonesischen Zentralregierung in Jakarta umfaßt Indonesien insgesamt 18.108 Inseln, wovon rund ein Drittel unbewohnt sind. Bislang nannten offizielle Schätzungen etwa 17.500 Eilande. Die neue Zahl sei mit Hilfe von Satellitenaufnahmen ermittelt worden, heißt es. Seit Indonesien durch eine Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag im Jahr 2002 zwei kleine Inseln an Malaysia hatte abtreten müssen, sei das Interesse der Regierung an möglichst genauen geographischen Angaben gewachsen. 19. Mai 2003 Wenige Stunden nach dem Scheitern zweitägiger Gespräche in Tokyo über die Umsetzung des am 10. Dezember 2002 in Genf erzielten Friedensabkommen zwischen Vertretern der indonesischen Zentralregierung in Jakarta und Separatisten der Provinz Aceh im Norden der Insel Sumatra verhängt Präsidentin Megawati Sukarnoputri das Kriegsrecht über die Unruheregion und starten indonesische Streitkräfte mit Kampfflugzeugen ihre angedrohte Militäraktion gegen Hochburgen der Rebellen im äußersten Norden Sumatras. Das Friedensabkommen hätte einen seit 26 andauernden Konflikt beenden sollen, der schon mehr als 11.000 Menschen das Leben kostete. Der Vereinbarung zufolge war für das erdölreiche Aceh eine weitreichende Autonomie vorgesehen, keine Unabhängigkeit. Die Regierung warf den Rebellen jedoch später vor, den Waffenstillstand mißbraucht zu haben, um neue Waffen anzuschaffen und weitere Kämpfer zu rekrutieren. Die Separatisten wiederum erklärten, die Regierung habe niemals die Absicht gehabt, Kompromisse einzugehen, und kündigten die Fortsetzung des bewaffneten Kampfes für die Unabhängigkeit an. 5. August 2003 Ein Selbstmordattentäter zündet vor dem Eingang des 33stöckigen Luxushotels „Marriott“ in der indonesischen Hauptstadt Jakarta – einem bevorzugten Ort für Empfänge der US-Botschaft – eine Autobombe. Zwölf Menschen kommen ums Leben, 150 weitere werden verletzt. Nicht nur das Hotel, sondern auch zahlreiche Gebäude im Umkreis der Anlage werden von der Wucht der Explosion beschädigt. Die Polizei war vorgewarnt. „Ich möchte so bald wie möglich heiraten“, hatte es in einer verschlüsselten E-Mail geheißen, die rund sechs Wochen zuvor abgefangen wurde. Ein bekannter Code für einen bevorstehenden Anschlag der in Südostasien aktiven islamischen Terrororganisation „Jemaah Islamiyah“, die auch für den Anschlag auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002 mit 202 Toten verantwortlich ist. 14. August 2003 In Thailand wird der Indonesier Hambali, dessen Namen auch mit Encep Nurhaman oder Riduan bin Isamabudian angegeben wird, gefaßt und den USA übergeben. Der 39-Jährige gilt als Bindeglied zwischen dem Terronetzwerk „El-Kaida“ von Osama bin Laden und der in Südostasien aktiven radikalen Moslemorganisation „Jemaah Islamiyah“. Er soll u.a. Drahtzieher der Anschläge auf der indonesischen Insel Bali im Oktober 2002 mit 202 Toten und auf das Marriott-Hotel in der indonesischen Hauptstadt Jakarta am 5. August mit zwölf Toten gewesen sein und soll außerdem ein Attentat auf ein im Oktober im thailändischen Bangkong stattfindendes Treffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (APEC) geplant haben, zu der auch US-Präsident George W. Bush erwartet wird. Hambali kämpfte in den späten 80er Jahren in Afghanistan und gilt als einer der engsten Mitarbeiter des Anfang März in Pakistan festgenommenen El-Kaida-Spitzenfunktionärs Chalid Scheich Mohammed, der wiederum als Chefplaner der Anschläge in den USA vom 11. September 2001 gilt. 2. September 2003 In Jakarta wird der mutmaßliche Anführer der radikal-islamischen Organisation „Jemaah Islamiyah“, Abu Bakar Baasyir wegen Beteiligung am Hochverrat zu vier Jahren Haft verurteilt. Der 65 Jahre alte Prediger sei zwar an Umsturzplänen gegen die Regierung beteiligt gewesen, habe die Verschwörung jedoch nicht angeführt, urteilt das Gericht. Auch für eine Verstrickung in die Bombenanschläge auf Bali im Oktober 2002 mit 202 Toten gebe es keinerlei Beweise. 2. November 2003 Im Norden der Insel Sumatra fordert eine durch tagelange Regenfälle ausgelöste Sturzflut des Flusses Bahrok über 200 Menschenleben. Unter den Toten befinden sich auch ausländische Touristen, die von dem Dorf Bukit Lawang in der Nähe der Provinzhauptstadt Medan aus ein Orang-Utan-Schutzgebiet besuchen wollten. 6. Februar 2004 Mehrere Erdstöße der Stärke 6,9 bis 7,1 auf der nach oben offenen Richter-Skala zerstören im indonesischen Teil Neuguineas zahlreiche Gebäude, Straßen und Brücken und fordern mindestens drei Dutzend Menschenleben sowie hunderte Verletzte. 17. Februar 2004 Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Jakarta sind innerhalb weniger Tage fast 100 Menschen an der Tropenkrankheit Dengue-Fieber gestorben. Tausende Menschen in Jakarta und weiteren Teilen Ost-Javas haben sich mit dem Virus infiziert. 4.500 werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, doppelt soviele wie im Jahr zuvor. Die Behörden befürchten deshalb, daß es sich um eine neue Form des Dengue-Fiebers handeln könnte. Die Krankheit wird von Moskitos übertragen. Deshalb wurden großflächig Anti-Insekten-Mittel zur Bekämpfung von Stechmücken und deren Larven eingesetzt. 28. April 2004 Zwei Jahre nach Abschluß eines Friedensabkommens haben erneute schwere Kämpfe zwischen Christen und Moslems auf den indonesischen Molukken innerhalb von wenigen Tagen nach Behördenangaben mindestens drei Dutzend Tote und fast 200 Verletzte gefordert. 5. Mai 2004 Einen Monat nach der Parlamentswahl wird das amtliche Endergebnis vorgelegt: Die GOLKAR-Partei, die Ex-Präsident Hadji Mohamed Suharto (1968-98) unterstützt hatte, wurde demnach mit 21,6 Prozent stärkste Kraft. Auf Platz zwei kam mit 18,5 Prozent die PDI-P (Demokratische Partei des Kampfes) von Präsidentin Megawati Sukarnoputri, die 1999 noch über ein Drittel der Stimmen auf sich vereinen konnte. Die PKB (Partei des Nationalen Erwachens), geführt vom früheren Präsidenten Abdurrahman Wahid (1999-2001), landete mit 10,6 Prozent auf Platz drei, gefolgt von der PPP (Vereinigte Entwicklungspartei) von Vizepräsident Hamzah Haz mit 8,2 Prozent, der Demokratischen Partei mit 7,5 Prozent, der Wohlstands- und Gerechtigkeitspartei mit 7,3 Prozent und der Nationalen Mandatspartei mit 6,4 Prozent. 20. August 2004 In China ist eine tödlich Form der Geflügelpest, wie die besonders schwere Form der Vogelgrippe bezeichnet wird, bei Schweinen entdeckt worden. Forscher des Instituts für Tiermedizin in Harbin wiesen den Virenstrang namens H5N1 nach, wie ein Mitarbeiter des Labors in der nordchinesischen Stadt bestätigt. „Die große Sorge ist, daß das Virus auch auf Säugetiere überspirngt“, heißt es. Die Forscher sind besonders bei Schweinen alarmiert, da diese dem Menschen genetisch ähneln. Von Januar bis März 2004 sind in China, Vietnam, Thailand, Südkorea, Japan, Taiwan, Indonesien, Pakistan, Kambodscha und Laos rund 100 Millionen Hühner und anderes Geflügel an der Geflügelpest verendet oder mußten getötet werden, davon allein je 36 Millionen in Vietnam und Thailand. In Thailand starben acht Menschen, überwiegend Kinder und Jugendliche, an der Vogelgrippe, in Vietnam 15. In den anderen Ländern kam es nach offiziellen Angaben zu keiner Übertragung auf Menschen. Obwohl seit Mitte November 2003 bekannt war, daß es in Thailand Fälle der Vogelkrankheit gab und obwohl das tahiländische Gesundheitsministerium bereits im Dezember die Krankenhäuser angewiesen hatte, Menschen mit grippalen Erkrankungen auf die Vogelseuche zu testen, gab die Regierung aus „Angst vor einer Massenpanik“ erst Ende Januar 2004 offiziell den Ausbruch der Seuche zu. Eine ähnliche Verschleierungstaktik betrieb die Regierung Indonesiens. Huhn ist das beliebteste Fleisch in Südostasien. Überall in der Region, besonders in den weniger entwickelten Ländern, lebt Geflügel in engem Kontakt mit Menschen. Allein in Vietnam halten rund acht Millionen Haushalte durchschnittlich zwei Dutzend Hühner für den privaten Verzehr und wegen der Eier. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bedroht die Geflügelpest die Menschheit weltweit, auch wenn sich bislang alle Erkrankten immer beim Geflügel ansteckten. Wenn Hühnergrippeviren auf die Erreger treffen, welche die menschliche Influenza hervorrufen, könnten sie zu einem neuen Virustyp mutieren. Dann wäre die Seuche von Mensch zu Mensch übertragbar. Eine weltweite Epidemie mit Millionen von Toten könnte dann die Folge sein. 9. September 2004 Bei einem Autombombenanschlag mutmaßlicher islamischer Extremisten auf die australische Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta werden neun Menschen getötet und über 170 verletzt. Die Behörden vermuten die Gruppe „Jemaah Islamiyah“ als Drahtzieher der Bluttat, die auch hinter dem Selbstmordanschlag am 5. August 2003 auf ein Luxushotel in Jakarta stehen soll, bei dem ein Dutzend Menschen ums Leben kam. Zudem soll der verheerende Anschlag auf der indonesischen Ferieninsel Bali mit 202 Toten am 12. Oktober 2002 auf ihr Konto gehen. 20. September 2004 Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri und Susilo Bambang Yudhoyono erringt der pensionierte Vier-Sterne-General 60,6 Prozent der Stimmen. Bereits im ersten Wahlgang am 5. Juli hatte der 55-Jährige die meisten Stimmen erhalten, die absolute Mehrheit jedoch verfehlt, weshalb eine Stichwahl nötig war. Zum ersten Mal seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Suharto 1998 konnten die Indonesier ihr Staatsoberhaupt direkt wählen. Der neue Staatschef tritt sein Amt am 20. Oktober an. 1. Dezember 2004 Eine Maschine einer privaten indonesischen Fluggesellschaft mit 164 Passagieren an Bord kommt bei der Landung in der zentraljavanesischen Stadt Solo von der Bahn ab, prallt gegen eine Mauer und zerbricht in zwei Teile. Bei dem offenbar durch heftigen Regen und starke Windböen verursachten Unglück kommen 33 Menschen ums Leben. 26. Dezember 2004 Ein schweres Seebeben der Stärke 9,0 uf der Richter-Skala vor der Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra, wo zwei tektonische Platten aneinanderstoßen, und ein zweites Beben der Stärke 7,4 vor der Hafenstadt Chittagong im Golf von Bengalen lösen gigantische, bis zu zehn Meter hohe und bis zu 800 Stundenkilometer schnelle Flutwellen (Tsunamis) aus, die innerhalb weniger Stunden an den Küsten von Indonesien, Thailand, Myanmar, Bangladesh, Sri Lanka und Indien verheerende Verwüstungen anrichten und zudem auch die Malediven und sogar das rund 4.500 Kilometer entfernte Somalia in Ostafrika erreichen. Insgesamt werden in elf Ländern Südasiens bis zu 300.000 Menschen in den Tod gerissen und mehrere hunderttausend verletzt, und mehrere Millionen werden obdachlos. Am schlimmsten betroffen ist die Provinz Aceh im Norden der Insel Sumatra, wo seit fast 30 Jahren ein blutiger Bürgerkrieg tobt, mit über 160.000 Toten und 120.000 Vermißten, von denen die meisten ebenfalls tot sein dürften, gefolgt von Sri Lanka mit etwa 40.000 Opfern. In den Urlaubsorten der thailändischen Westküste ertrinken auch hunderte westliche Touristen, vor allem aus Skandinavien, Dänemark und Deutschland. Die vermutlich größte internationale Hilfsaktion aller Zeiten läuft an, und alle Hilfsorganisatonen arbeiten mit Hochdruck daran, die Überlebenden der Katastrophe vor allem mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und die Toten schnellstmöglich in Massengräbern zu bestatten, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern. Allerdings sind viele Gebiete wegen der großflächigen Überschwemmungen nicht oder nur schwer zugänglich. Zehn Tage nach der Katastrophe sagen Deutschland und Australien zusammen mehr als eine Milliarde Euro Hilfe zu und stellen sich damit an die Spitze der Geberländer. Australien kündigt umgerechnet 576 Millionen Euro Hilfe allein für Indonesien an. Mit 500 Millionen Euro für die gesamte Region steht Deutschland an zweiter Stelle. Rekordhöhe erreichen auch die privaten Spenden aus Deutschland: weit mehr als 330 Millionen Euro. Japan will 367 Millionen geben und die USA 257 Millionen Euro. Allein in Sri Lanka, wo rund zwei Drittel des Küstenstreifens verwüstet ist, wird der Wiederaufbau mehrere Jahre dauern. Außerdem will die internationale Staatengemeinschaft nun auch im Indischen Ozean ein umfassendes Tsunami-Warnsystem, wie es für den Pazifik bereits existiert, aufbauen (Kosten, rund 45 Millionen Euro). Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Indonesien...Carlos Felipe Ximénes Belo Theologe, Bischof, Bürgerrechtler geboren: 03.02.1948 (Bacau (Ost-Timor)) Nobelpreis für Frieden 1996 Literatur... Bacharuddin Jusuf Habibie Politiker, Staatspräsident von Indonesien (1998-99) geboren: 25.05.1936 (Insel Celebes) Literatur... Mohammed Hatta Politiker, Regierungschef von Indonesien (1948-50) geboren: 12.08.1902 (Insel Sumatra) gestorben: 14.03.1980 (Jakarta) Literatur... Hadji Mohamed Suharto Politiker, Staatspräsident von Indonesien (1968-98) geboren: 08.06.1921 (Kemusu (Insel Java)) Literatur... Achmed Sukarno Politiker, Staatspräsident von Indonesien (1945-67) geboren: 06.06.1901 (Surabaya (Insel Java)) gestorben: 20.06.1970 (Jakarta) Literatur... Abdurrahman Wahid Politiker, Staatspräsident von Indonesien (1999-2001) geboren: 1940 Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |