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Honduras

Republik Honduras

 Basisdaten    Chronik


Geografie
Das Land
Die mittelamerikanische Republik Honduras (amtlich spanisch República de Honduras) hat eine Fläche von 112.188 qkm und grenzt im Norden an das Karibische Meer und im Südwesten an den Pazifik. Nachbarländer sind im Südosten Nicaragua, im Südwesten El Salvador und im Westen Guatemala. Zudem gehören die Inselgruppe „Islas de la Bahía“, die im Karibischen Meer liegt, zum Staatsterritorium. Größte Insel davon ist Roatán mit der gleichnamigen Stadt. Die Landschaft von Honduras ist überwiegend bergig. Sie weist zwischen 2000 und 2500 m hohe Gebirgszüge auf. Diese verlaufen von einem zentralen Hochland im Südwesten zum Karibischen Meer und sind von zahlreichen Becken getrennt. Eine Ausnahme bildet die Mosquitia, eine breite Küstenebene im Nordosten des Landes, sowie ein schmaler Tieflandstreifen am Golf von Fonseca. Zahlreiche Flüsse durchfließen das Land. Die wasserreichsten davon sind der Rio Ulúa im Nordwesten, der Rio Aquán im Norden, der Rio Patuca im Nordosten und der Rio Coca an der Grenze zu Nicaragua. Alle vier Flüsse münden im Karibischen Meer. Größter in den pazifischen Golf von Fonseca mündender Fluß ist der Rio Choluteca. Der höchste Berg des Landes ist der Cerro Las Minas mit 2865 m. Er befindet sich im Westen in den Montana de Celaque.

Klima
Honduras weist tropisches Klima auf. Beeinflußt wird die Großwetterlage ganzjährig vom Nordostpassat. Die jährlichen Niederschläge sind im Süden am niedrigsten. Hier betragen sie durchschnittlich rund 1000 mm. Nach Norden hin erhöhen sich die Durchschnittswerte bis über 2500 mm im Jahr. Im Tiefland herrschen feuchtheiße, im Hochland gemäßigte Temperaturen. Die Durchschnittstemperaturen liegen in der Hauptstadt Tegucigalpa im Januar bei 19°C, im Juli bei 24°C. Eine Besonderheit der Region bilden heftige und häufig auftretende Hurrikane, tropische Wirbelstürme, die über warmen Meeresgebieten durch Störungen der Passatströmungen entstehen. Sie können einen Durchmesser von mehreren hundert Kilometern haben und Windgeschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometer erreichen.

Flora und Fauna
Die Vegetation des Landes besteht in den niedrigeren Lagen aus tropischem Tieflandregenwald, der mit zunehmender Höhe in Berg- und Nebelwald übergeht. Insbesondere in den unteren feuchten Lagen der Berge im Norden befindet sich ein breiter Gürtel immergrüner Wälder, der besonders große Bäume, unter anderem Mahagonis, hervorbringt. In den regenärmeren Regionen, insbesondere im zentralen Hochland, wächst Trockenwald, darunter Eichen. Es sind aber auch Weideflächen und Grasland anzutreffen. In der küstennahen Ebene der Mosquitia sind Kiefern und Sumpfpalmen heimisch, Sandbuchten erstrecken sich entlang der Küstenlinie. In den nördlichen Landesteilen sind die teils sumpfigen Küsten mit Mangroven oder Palmen bewachsen.
Weite Bereiche der ehemaligen Regenwälder in den Tiefländern sind im Lauf der Jahre gerodet und zu Kulturland gemacht worden. Dadurch hat sich die einst hier lebende natürliche Fauna in die naturbelassenen Regionen zurückgezogen, wo immer noch ein großer Artenreichtum herrscht. Insekten, Reptilien und Vögel zählen die meisten Spezies. Aber auch eine Vielzahl von Schmetterlingen, Spinnen, Wespen, Bienen und Käfern sowie Nachtfaltern, Fliegen und Moskitos bewohnen die Regenwaldregionen. Auch Krokodile, Schlangen und Eidechsen – wie beispielsweise der Leguan – sind hier heimisch. Größere Säugetiere wie Hirsche, Tapire, Pumas, Jaguare und Ozelots leben vor allem in den bewaldeten Gebieten. In den Lagunen finden sich zahlreiche Fischarten, aber auch Weichtiere. An den Küsten kommen viele Arten von Wasservögel vor.


Kultur und Gesellschaft
Bevölkerung
89% der 6,5 Millionen Honduraner sind Mischlinge. Im Tiefland überwiegen Mulatten (negride und europäische Vorfahren) und Zambos (negride und indianische Vorfahren), in den Bergländern Mestizen (indianische und europäische Vorfahren). Indianer stellen 7% der Bevölkerung, der Großteil von ihnen sind Nachfahren der Maya. Schwarze und Weiße kommen auf einen Bevölkerungsanteil von jeweils 2%. Mehr als die Hälfte der Menschen leben in Städten. Größte Stadt des Landes ist die Hauptstadt Tegucigalpa mit rund 850.000 Einwohnern, die nächstgrößte Stadt ist San Pedro Sula in der Nähe der Grenze zu Guatemala mit rund 360.000 Einwohnern. Eine wichtige Rolle als Umschlagplatz für Waren spielt die Hafenstadt La Ceiba mit 71.000 Einwohnern. 95% der Honduraner bekennen sich zum Christentum, wobei der Glaube stark mit altindianischen Überlieferungen und Riten verbunden bleibt. Der Anteil an Protestanten nimmt zu (momentan etwa ein Zehntel der Bevölkerung). Landessprache ist Spanisch.

Geschichte
Bereits vor Beginn der christlichen Zeitrechnung war die Region des heutigen Honduras bewohnt. Insbesondere die Ruinen von Copán weisen darauf hin, daß das Land Zentrum der Maya-Zivilisation war, bevor diese auf die Halbinsel Yukatan auswanderte. 900 n.Chr. erstreckte sich der Einflußbereich der Maya von Südmexiko bis in den Westen von Honduras. Die noch heute erhaltene Ruinenstadt Copán mit Tempeln und Pyramiden, Stelen und Altären an der guatemaltekischen Grenze war eine bedeutende Siedlung in dieser Zeit. Die klassische Mayakultur hatte starke Auswirkungen auf das westhonduranische Gebiet. Im Süden des Landes überlagerten sich diese Einflüsse mit der zentralamerikanischen Groß-Nicoya-Kultur, die insbesondere durch ihre Jadebearbeitung und polychrome Keramik hervorzuheben ist.
1502 betrat Kolumbus als erster Europäer beim Cabo de Honduras Zentralamerika. Ab 1524 begann die spanische Besiedlung, der im Folgejahr die königliche Anerkennung als spanische Provinz folgte. Die dem Festland vorgelagerten Islas de la Bahía waren Mitte des 17. Jahrhunderts für kurze Zeit von niederländischen Piraten besetzt und wurden 1742-1859 von Großbritannien verwaltet. 1704 bestand eine Schutzherrschaft der Briten über der Mosquitia, die bis 1786 in Scharmützeln und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Spaniern und dem Indianerstamm der Misquitos, die von den Briten unterstützt wurden, begleitet war.
Im Jahr 1821 erklärte sich Honduras als Teil von Guatemala für selbständig. Das Land gehörte kurze Zeit Mexiko, dann der Zentralamerikanischen Föderation an. Doch bereits in den Jahren 1838/39 machte sich die Region als Republik unabhängig und blieb in den folgenden Jahrzehnten ein politisch und sozial instabiles Gebilde, das in Machtkämpfe zwischen Liberalen und Konservativen, sowie in Kriege mit dem nun ebenfalls als selbständiges Land agierenden El Salvador verwickelt war. Die Versuche einzelner Präsidenten, das Land wirtschaftlich und sozial zu reformieren, mißlangen und 1911 intervenierten die USA, als in Honduras die sozialen Unruhen in bürgerkriegsähnliche Zustände übergingen. Die Abhängigkeit vom der Besatzungsmacht wuchs und die Kaffee- und Bananenplantagen des Landes gehörten bald zum überwiegenden Teil US-amerikanischen Besitzern. Von 1923-1947 regierte Tiburcio Carias Andino mit diktatorischen Mitteln das Land. Er wurde von M. Galvez abgelöst, der soziale und wirtschaftliche Reformen auf den Weg brachte, die Ramón Villeda Morales 1957 als neuer Präsident durch überfällige Landreformen ergänzte. Doch auch die Reformen konnten Honduras keine bleibende Stabilität geben. Kriege wie der sogenannte Fußballkrieg mit El Salvador 1969/70 (Auslöser war die Niederlage El Salvadors in einem Spiel), weitere Grenzkonflikte 1976 und 1979 sowie drei Militärputsche in den 70er Jahren waren Ausdruck hiervon.
Nach Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung 1980 wurde Paz García 1981 zum Interimspräsidenten gewählt, der aber noch im gleichen Jahr nach einem deutlichen Wahlsieg von R. Suazo Cordova von diesem abgelöst wurde. 1982 hatte das Land wieder eine Zivilregierung, gleichzeitig verstärkten die USA ihre Militärpräsenz und bildeten auf honduranischem Staatsgebiet Guerillagruppen (Contras) gegen die sandinistische Regierung in Nicaragua aus. Diese Aktivitäten endeten 1985, als José Azcona del Hoya neuer Staats- und Regierungschef wurde. El Salvador, Nicaragua, Costa Rica, Guatemala und Honduras unterzeichneten einen Friedensplan für die Region und ab 1990 zogen die Contras aus Honduras ab.
Präsident Callejas Romero von der konservativen PN machte sich daran, die wirtschaftliche und soziale Lage des Staates zu verbessern. Doch trotz seiner Reformbemühungen verschlechterte sich die soziale Lage weiter Teile des Volkes noch mehr und 1994 wurde Carlos Roberto Reina Idiaquez von der Liberalen Partei neuer Staats- und Regierungschef. Auch ihm gelang es nicht, die Armut der ländlichen Bevölkerung zu mildern und 1998 übernahm der Liberale Carlos Roberto Flores Facussé das Amt mit dem erklärten Ziel, die im Land grassierende Korruption zu bekämpfen. 1998 war zusätzlich zu den bestehenden innen- und außenpolitischen Problemen ein Jahr der Naturkatastrophen. Ende Oktober war es der Hurrikan „Mitch“, der große Verwüstungen hinterließ, Anfang November führten starke Regenfälle zu Erdrutschen und Überschwemmungen in der gesamten mittelamerikanischen Region. Tausende von Menschen starben, die Wirtschaft erlitt schwere Schäden.
1999 erließen die Gläubigerstaaten Honduras einen Großteil seiner Schulden und ein internationales Hilfsprogramm sollte beim Wiederaufbau helfen. Einen großen Rückschlag bedeutete im Oktober 1999 erneute Stürme und starke Regenfälle, die zu weiteren Toten führten und ein Drittel der Felder zerstörten. Im März 2000 konnte durch ein Abkommen zwischen Honduras und Nicaragua, in dem bestehende Grenzkonflikte geregelt wurden, ein seit Jahrzehnten aktuelles außenpolitisches Problem gelöst werden. Aber auch Anfang des 21. Jahrhunderts ist das sozial und wirtschaftlich zerrüttete Land in einer sehr schwierigen Situation und wird nur mit Hilfe ausländischer Hilfe stabilere Verhältnisse aufbauen können.

für aktuelle Angaben siehe  Basisdaten    Chronik


Politisches System
Honduras besitzt eine Präsidialdemokratie. Der Präsident, der nur für eine Legislaturperiode gewählt werden kann, amtiert vier Jahre. Die Legislative liegt beim Nationalkongreß, der 128 Abgeordnete zählt, die ebenfalls für vier Jahre gewählt werden. Wichtigste Parteien im Land sind die Liberale Partei PLH (Partido Liberal de Honduras), die ein breites politisches Spektrum abdeckt, sowie die Nationale Partei PN (Partido Nacional), die konservativ ausgerichtet ist. Weitere Parteien sind die Partido de Inovación y Unidad (PINU), die Partido Demócrata Cristiano de Honduras (PDCH), und die Partido de Unidad Democrática.
Honduras hat zahlreiche einflußreiche Gewerkschaften und ist Mitglied in folgenden internationalen Organisationen: Vereinte Nationen (Gründungsmitglied); WTO; Organisation Amerikanischer Staaten OAS (spanisch: OEA); SICA; Interamerikanische Entwicklungsbank BID; Zentralamerikanische Entwicklungsbank BCIE mit Sitz in Tegucigalpa. Die Republik ist in 18 Departamentos und 296 Gemeinden (municipios) eingeteilt.


Wirtschaft
Honduras ist eines der ärmsten Länder Zentralamerikas. Nach Schuldennachlässen durch das Ausland und einem breit angelegten Hilfsplan stehen finanzielle Mittel zu einem Neuaufbau der teilweise durch Naturkatastrophen zerstörten Ressourcen zum Abruf bereit. Einst der größte Bananenexporteur der Welt spielt auch heute der Bananenanbau in der ehemals spanischen Kolonie eine zentrale Rolle in der Landwirtschaft. Daneben hat der Kaffeeanbau zunehmende Bedeutung gewonnen. In der Landwirtschaft arbeiten etwa 45% der Erwerbstätigen. In Honduras gibt es nur wenige Industriebetriebe. Dazu zählen insbesondere Betriebe des Konsumgüterbereichs, die jedoch primär für den inländischen Markt produzieren. Sowohl die Plantagen als auch die Bergwerke sind nach wie vor in ihrer Mehrzahl in US-amerikanischem Besitz.
Wichtigste Exportgüter sind Bananen, Kaffee, Schalentiere und Fleisch, eingeführt werden bevorzugt Industriegüter, Maschinen, Fahrzeuge, Brennstoffe und Nahrungsmittel.
Das Land bietet grundsätzlich gute Böden und klimatische Bedingungen zum Anbau von Nahrungsmitteln. Auch reiche Bodenschätze werden auf honduranischem Staatsgebiet vermutet. Gold, Silber, Zink, Antimon, Kupfer und Eisen sind nachgewiesen, werden aber nur mäßig abgebaut. Nicht alle Teile des Landes sind verkehrsmäßig gut erschlossen. Internationale Flughäfen befinden sich in Tegucigalpa, San Pedro Sula und La Ceiba. Die wichtigsten Häfen sind in Puerto Cortés an der Karibikküste und in San Lorenzo am Pazifik.

 Quelle: Areion Weltalamanach

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