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State of GrenadaChronik Überblick Basisdaten
1498 Christoph Kolumbus sichtet auf seiner dritten „Westindien“-Reise eine weitere Karibik-Insel, die er „La Concepción“ nennt, geht jedoch wegen der feindseligen Haltung der Eingeborenen nicht an Land. (Bis zu seinem Tod im Jahre 1506 war der Entdecker Amerikas davon überzeugt, den westlichen Seeweg über den Atlantik nach Hinterindien gefunden zu haben; deshalb der Name „Westindien“ für die Inselwelt vor Zentralamerika und die Bezeichnung „Indios“ bzw. „Indians“ für die Ureinwohner Amerikas; die Bezeichnung „Karibik“ dagegen ist von dem Volksstamm der Kar(a)iben abgeleitet, die ab dem 13. Jahrhundert die auf den Mittelamerika vorgelagerten Inseln ansässigen friedlichen Arawak [auch Taino genannt]unterworfen bzw. vertrieben hatten und als äußerst kriegerisch galten sowie als Menschenfresser gefürchtet waren.) Ab 1625 Die Insel „Concepción“, inzwischen in „Grenada“ umbenannt, wird, wie auch die weiter nördlich gelegenen Inseln, zum Zankapfel zwischen England und Frankreich. 1650 Französische Siedler lassen sich auf Grenada nieder, gründen St. George’s, die heutige Hauptstadt von Grenada, und beginnen mit der systematischen Ausrottung der kriegerischen Kar(a)iben – die letzten 40 überlebenden Indianer sollen sich vom legendären Felsvorsprung „Morne des Sauteurs“ (heute „Carib’s Leap) ins Meer gestürzt haben – sowie mit der Anlage von Zuckerrohr-, Kakao-, Kaffee- und Baumwollplantagen, für deren Bestellung man schwarze Sklaven aus Westafrika „importiert“. 1779 Die Briten erobern Grenada, und britische Siedler beginnen mit dem gewinnbringenden Anbau von Gewürzen (u.a. Safran, Pfeffer, Muskat). 1783 Grenada und die Südlichen Grenadinen (u.a. Carriacou, Rhonde, Petit Martinique) fallen durch den Vertrag von Versailles endgültig an Großbritannien. 1833 Grenada und die Südlichen Grenadinen werden der britischen Kolonie der Windward-Inseln angegliedert und von Barbados aus verwaltet. 1834 Nach dem Verbot der Sklavenhaltung holen die Plantagenbesitzer asiatische Arbeiter, vor allem Inder, nach Grenada. 1867 St. George's, die Hauptstadt Grenadas, bereits im 18. Jahrhundert von mehreren verheerenden Bränden heimgesucht, wird durch ein Erdbeben schwer beschädigt. 1877 Grenada erhält den Status einer britischen Kronkolonie. 1885 St George's auf Grenada wird Sitz der Verwaltung der britischen Kolonie der Windward-Inseln (bis 1958). 1888 St. George's erleidet bei einem erneuten Erdbeben schwere Schäden. Ab 1940 Die Bevölkerung Grenadas erhält schrittweise politisches Mitspracherecht. 1951 Auf Grenada wird das allgemeine Wahlrecht eingeführt. 1955 Grenadas Hauptstadt St. George's wird durch einen Wirbelsturm nahezu vollständig zerstört. 1958 Nach Auflösung der Windward-Föderation tritt Grenada der (bis 1962 existierenden) Westindischen Föderation bei. 1962 Nach Auflösung der Westindischen Föderation steht Grenada wieder unter britischer Kolonialverwaltung. 1967 Grenada tritt in die autonome Assoziation Westindischer Staaten ein und erhält den Status eines mit Großbritannien assoziierten Staates. Eric M. Gairy (Grenada United Labour Party/GULP), Großgrundbesitzer und Inhaber einer über 1.000 Mann starken Privatarmee, wird Regierungschef. 7. Februar 1974 Grenada wird als parlamentarische Monarchie im Commonwealth unabhängig. Zum Staatsgebiet gehören neben der rund 300 Quadratkilometer großen Hauptinsel Grenada auch die nördlich gelegenen Inseln der Südlichen Grenadinen (u.a. Carriacou [34 km²], Ronde [3 km²] und Petit Martinique [2 km²]). Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II., vertreten durch einen einheimischen Generalgouverneur. Premierminister Eric M. Gairy wird in seinem Amt bestätigt. Dieser entwickelt sich jedoch immer mehr zu einem extravaganten Diktator: Er verwaltet die Insel wie einen Privatbesitz, und Grenadas Staatskasse ist zumeist leer. Die schlechte soziale Lage der Inselbevölkerung führt schließlich zu politischen Unruhen. 15. März 1979 Nach einem unblutigen Umsturz kommt der Sozialist Maurice Bishop (Führer der Oppositionspartei New Jewel) an die Macht. Da sich die USA gegenüber der „Revolutionären Regierung“ ablehnend verhalten, schließt Bishop ein Kooperationsabkommen mit Kuba und ein Militärabkommen mit der Sowjetunion und versucht, einen Mittelweg zwischen Kommunismus und Kapitalismus zu finden. 1980 Ein (angeblich von den USA angezettelter) Putschversuch auf Grenada scheitert. 25. Oktober 1983 Nach einem Militärputsch und der Ermordung von Maurice Bishop und einigen seiner Kabinettsmitglieder am 19. Oktober durch radikale Angehörige seines Revolutionsrates intervenieren US-amerikanische und karibische Truppen auf Grenada, um eine weitere Annäherung Grenadas an Kuba zu verhindern. (Offizielle Begründung: „Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse“) 3. Dezember 1984 Der US-freundliche Herbert Blaize gewinnt mit der NNP (New National Party) die Parlamentswahlen auf Grenada. Die letzten US-amerikanischen und karibischen Einheiten werden von Grenada abgezogen. 19. Dezember 1989 Nach dem Tod von Herbert Blaize wird Ben Jones Premierminister Grenadas. Trotz massiver internationaler Finanzhilfen gelingt auch ihm keine wesentliche Verbesserung der schlechten Wirtschaftslage. 16. März 1990 Nachdem keine der Parteien bei den Parlamentswahlen auf Grenada eine regierungsfähige Mehrheit erzielen konnte, wird der konservative Nicholas Brathwaite Chef einer brüchigen Koalitionsregierung. 6. August 1992 Sir Reginald Palmer wird Generalgouverneur von Grenada. Februar 1994 Grenada wird 116. Mitglied des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (WTO). 20. Juni 1995 Keith Mitchell wird nach dem Wahlsieg seiner konservativen „New National Party“ (NNP) Premier- und Außenminister Grenadas. 1996 Daniel Williams wird neuer Generalgouverneur von Grenada. 31. Dezember 1998 Wie alle anderen Karibikstaaten ist auch das „Spice Island“ genannte Grenada (die „Gewürzinsel“ exportiert neben Kakao, Bananen, Zuckerrohr, Fisch und Zitrusfrüchten fast ein Drittel der Weltproduktion an Muskatnüssen; darüber hinaus werden auch Gewürznelken, Vanille und Zimt ausgeführt) bemüht, die Infrastruktur und das Sozialnetz zu verbessern, die Arbeitslosenquote (über 20 Prozent) durch Ansiedlung neuer Industrien zu senken und den Tourismus als Devisenbringer weiter auszubauen. 18. Januar 1999 Bei den um eineinhalb Jahre vorgezogenenen Wahlen zum Repräsentantenhaus von Grenada erringt die NNP (New National Party) von Premier Keith Mitchell fast 63 Prozent der abgebenen Stimmen und damit alle 15 Mandate. Mai 1999 Die 40 Mitgliedstaaten der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) verhandeln in St. George‘s auf Grenada über die künftigen Walfangquoten. Während Japan und Norwegen beantragen, das seit dreizehn Jahren geltende Verbot der kommerziellen Waljagd wieder aufzuheben, möchten Staaten wie die USA, Großbriannien, Brasilien, Australien und Neuseeland neue Schutzgebiete ausweisen lassen. 31. Dezember 2000 Grenada verzeichnet in diesem Jahr fast 400.000 Auslandsgäste. Davon waren jedoch rund 380.000 Kreuzfahrtteilnehmer, also Touristen, die sich nur einen Tag oder gar nur wenige Stunden auf der Karibikinsel aufhielten. 20. April 2001 Im kanadischen Québec findet eine dreitägige Gipfelkonferenz aller 34 Staats- und Regierungschefs des amerikanischen Doppelkontinents mit Ausnahme Kubas statt. Hauptthema ist eine Konkretisierung des seit langem angestrebten Mammut-Projekts der panamerikanischen Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, die bis zum 1. Januar 2005 (unter Ausschluß Kubas) geschaffen werden soll. Eine „Demokratieklausel“ soll sicherstellen, daß nur demokratische Staaten der größten Freihandelszone der Welt beitreten können, die wegen der verschiedenen Sprachen vier offizielle Bezeichnungen haben wird (Englisch: Free Trade Area of the Americas/FTAA, Spanisch: Área de Libre Comercio de las Américas/ALCA, Portugiesisch: Área de Livre Comércio de las Américas/ALCA, Französisch: Zone de libre-échange des Amériques/ZLEA). Der „Summit of the Americas“ ist überschattet von gewalttätigen Demonstrationen von Globalisierungsgegnern. Fast 100 Menschen werden z.T. schwer verletzt, darunter drei Dutzend Sicherheitskräfte. 31. Dezember 2001 Grenada ist einer von fünfzehn Karibikstaaten, die als Umschlagplatz für Drogen aus Südamerika auf ihrem Weg in die USA gelten und denen der Geldwäscheausschuß der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development/Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mangelnde Kooperation im Kampf gegen die internationale Geldwäsche und/oder eine unlautere Steuerpolitik vorwirft. 13. September 2004 Der Hurrikan „Ivan“ hinterläßt auf Grenada, Kuba, Jamaika und anderen Karbibikinseln sowie an der US-Küste schwere Verwüstungen und fordert mindestens 65 Menschenleben, davon 35 alleinauf Grenada, wo rund 90 Prozent der Häuser in der Hauptstadt St. George’s zerstört oder beschädigt wurden. Etwa 1,3 Millionen Menschen brachten sich vor dem Wirbelsturm in Sicherheit, der sich mit über sieben Meter hohen Wellen und einer Geschwindigkeit von bis zu 260 Kilomemtern pro Stunde fortbewegte. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Grenada... 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