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Republik GambiaChronik Überblick Basisdaten
Um 6000 v. Chr. Im Regenwaldgebiet des heutigen Gambia (mit 11.295 Quadratkilometern der kleinste Festlandstaat Afrikas, an keiner Stelle breiter als 45 Kilometer) leben kleinwüchsige „Buschmänner“ (Pygmäen) ausschließlich als Jäger und Sammler. 5. Jahrhundert v. Chr. Der Seefahrer Hanno aus Karthago gelangt bei seinem Versuch, Afrika zu umschiffen, u.a. in das Mündungsgebiet des im Bergland der heutigen Republik Guinea entspringenden Flusses Gambia – 475 Kilometer des insgesamt 1.127 Kilometer langen Stroms sind heute die Lebensader der Republik Gambia. (Obwohl Hanno nur bis an die Küsten des heutigen Sierra Leone vordringen konnte, gilt seine Expedition wegen des nahezu vollständig erhaltenen Berichts als eine der bedeutendsten Entdeckungsfahrten der Antike.) 8. Jahrhundert n. Chr. Das inzwischen von verschiedenen, Viehzucht und Wanderackerbau betreibenden, negroiden Volksstämmen besiedelte Gebiet des heutigen Gambia wird Teil des westsudanesischen Reiches Gana, dessen wirtschaftliche Basis der Transsaharahandel mit Gold, Salz und Sklaven ist. Ab 11. Jahrhundert Im Zuge größerer Völkerwanderungen, ausgelöst durch den Zerfall des Ganareiches sowie durch ein immer weiteres Vordringen der Wüste nach Süden, lassen sich im Gebiet der heutigen Republik Gambia bereits islamisierte Volksgruppen nieder (u.a. Wolof, Mandingo, Fulbe) und gründen mehrere kleinere Königreiche. 13. Jahrhundert Das Gebiet des heutigen Gambia wird Bestandteil des westsudanesischen islamischen Maligroßreiches. Ab 1446 Der Portugiese Nuño Tristão, im Auftrag Heinrichs des Seefahrers unterwegs, sichtet als erster Europäer das Küstengebiet der heutigen Republik Gambia, segelt jedoch weiter nach Süden und geht an der Küste des heutigen Staates Guinea-Bissau an Land. Ab 1455 Der venezianische Seefahrer Alvise Ca da Mosto geht im Auftrag der Portugiesen im Mündungsdelta des Gambia-Flusses an Land und beginnt mit der Eroberung und Erforschung der heutigen gleichnamigen Republik. Mitte 16. Jahrhundert Nachdem die Suche nach Gold im Gebiet der heutigen Republik Gambia wenig erfolgreich war, beginnt Portugal mit dem „Export“ von Sklaven nach Südamerika (Brasilien) und auf die Karibischen Inseln. Als Transportweg für das „schwarze Elfenbein“ aus dem Hinterland dient der Gambia-Fluß. 1588 Portugal sieht sich gezwungen, sein Handelsmonopol entlang des Gambia-Flusses mit den Engländern zu teilen. Ab Mitte 17. Jahrhundert Im Kampf um die Handelsniederlassungen entlang der rund 600 Kilometer langen Küste der heutigen Staaten Senegal und Gambia bzw. entlang der gleichnamigen Flüsse zwischen Frankreich und Großbritannien – die Portugiesen mußten sich inzwischen gänzlich zurückziehen – gewinnen die Franzosen allmählich die Oberhand. Den Briten verbleiben letztendlich nur ihre Besitzungen am unteren Gambia-Fluß, u.a. die Sklaveninsel St. James im Mündungsdelta, von wo aus in den nächsten 150 Jahren unzählige Sklaven nach Amerika verschifft werden (auch Kunta Kinte aus der Romanerzählung „Roots“). 1765 Die britischen Niederlassungen im Gebiet der heutigen Republik Gambia sowie einige wieder zurückeroberte Besitzungen im heutigen Senegal, werden als „Senegambia“ zur ersten britischen Kolonie in Afrika erklärt. 1815 Die Briten gründen an der Gambia-Mündung Bathurst, die heutige gambische Hauptstadt Banjul, und beginnen von diesem Stützpunkt aus mit der Bekämpfung des zwar offiziell seit 1807 verbotenen, jedoch weiterhin vor allem von Frankreich betriebenen Sklavenhandels. 1821 Das bereits 1808 zur britischen Kronkolonie erklärte Freetown (heute Hauptstadt von Sierra Leone) wird Verwaltungssitz der britischen Kolonien Gambia und Goldküste (heute Ghana). Ab 1832 In Bathurst werden von den Briten befreite Sklaven angesiedelt. 1843 Bathurst erhält den Status einer eigenständigen britischen Kronkolonie. 1857 Frankreich tritt das Ende des 17. Jahrhunderts im Mündungsbereich des Gambia-Flusses gegründete Albreda, seine letzte Niederlassung im Gebiet der heutigen Republik Gambia, an die Briten ab. 1888 Das gesamte Gebiet der heutigen Republik Gambia wird als Protektorat der Kronkolonie Bathurst angegliedert, wobei die Verwaltung des wirtschaftlich unergiebigen Hinterlandes größtenteils den Stammeshäuptlingen überlassen bleibt. 1889 Ein britisch-französisches Abkommen legt die Grenzen der heutigen Republik Gambia fest, die sich vom Mündungsdelta des Gambia-Flusses etwa 350 Kilometer weit als Enklave in das Territorium der heutigen Republik Senegal hinein erstreckt. Anfang 20. Jahrhundert Aufgrund beginnender Unabhängigkeitsbestrebungen gegen die britische Kolonialherrschaft erhalten die Bewohner von Banjul politisches Mitspracherecht. Ab 1951 Großbritannien gewährt auch Vertretern des Protektoratsgebiets politisches Mitspracherecht. In der Folgezeit kommt es zur Gründung verschiedener Parteien, von denen jedoch nur die „United Party“ (UP) und die „People’s Progressive Party“ (PPP) Bestand haben. 1960 Großbritannien vereint Protektorat und Kronkolonie und läßt in Gambia erste allgemeine Wahlen durchführen, aus denen die PPP unter der Führung von Dawda Kaiwara Jawara als Sieger hervorgeht. 1961 Pierre N’Jie von der UP wird trotz des Wahlsiegs der PPP zum Chefminister von Gambia ernannt. 1962 Nach einem noch deutlicheren Wahlsieg der PPP wird der 38jährige Dawda Kaiwara Jawara neuer Regierungschef von Gambia. Er bemüht sich um engere wirtschaftliche und politische Beziehungen zur Nachbarrepublik Senegal. Oktober 1963 Großbritannien gewährt Gambia volle innere Autonomie. 18. Februar 1965 Gambia wird innerhalb des Commonwealth of Nations als parlamentarische Monarchie mit Elizabeth II. als Staatsoberhaupt in die Unabhängigkeit entlassen. 24. April 1970 Nach einem Volksentscheid wird Gambia zur Präsidialrepublik erklärt. Dawda Kaiwara Jawara ist somit Staatspräsident und Regierungschef in einer Person. 1975 Sheriff Dibba gründet in Gambia die „National Congress Party“ (NCP). 1977 Bei Wahlen gewinnt die PPP erneut die absolute Mehrheit. Die gambischen Oppositionsparteien UP und NCP erringen nur wenige Parlamentssitze. Ab 1980 Der Unmut der gambischen Bevölkerung gegen das mit diktatorischer Härte regierende Staatsoberhaupt Dawda Kaiwara Jawara nimmt zu, nachdem dieser zur Reduzierung der hohen Auslandsschulden trotz niedriger Löhne und hoher Arbeitslosigkeit u.a. drastische Steuererhöhungen festsetzt und gleichzeitig die versprochenen Reformen im vor allem auf dem Land ohnehin kaum vorhandenen Gesundheits- und Bildungssystem „vertagt“. Juli 1981 Ein Putschversuch der Sozialisten in Gambia unter Führung von Kukoi Samba Sanyang kann von Staatschef Dawda Kaiwara Jawara nur mit Hilfe senegalesischer Truppeneinheiten beendet werden. Bei den Kämpfen erleiden beide Seiten schwere Verluste (mindestens 2.000 Tote). 1. Februar 1982 Die Republik Gambia und die Republik Senegal vereinen sich zur Konföderation „Senegambia“. Das senegalesische Staatsoberhaupt, Abdou Diouf, wird Präsident der Union, das gambische Staatsoberhaupt, Dawda Kairaba Jawara, Vizepräsident. Mai 1982 Bei den unter Aufsicht senegalesischer Truppeneinheiten stattfindenen Wahlen in Gambia erreicht die PPP 27 von 35 Parlamentssitzen; die erstmals durchgeführte Präsidentschaftswahl gewinnt Dawda Kaiwara Jawara mit über 70 Prozent gegenüber seinem NCP-Gegenkandidaten Sheriff Dibba. Juni 1982 Präsident Dawda Kairaba Jawara stellt einen ehrgeizigen Fünf-Jahres-Entwicklungsplan für Gambia auf: Mit finanzieller und technischer Hilfe westlicher Industriestaaten (vor allem Großbritannien und USA) soll eine Modernisierung der Landwirtschaft und damit die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln erreicht werden. In den Städten will man durch den Bau von kleinen Textil- und Erdnuß- sowie Fisch-Konservenfabriken (nach Erdnüssen und Erdnußprodukten sind Fisch und Fischprodukte das Hauptexportgut Gambias, da sowohl der Gambia-Fluß als auch die Küste äußerst fischreich sind) neue Arbeitsplätze schaffen, und auch die katastrophale medizinische Versorgung soll verbessert werden (derzeit liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur 36 Jahren). Darüber hinaus will die Regierung in Banjul durch den Bau von Schulen die Analphabetenrate von rund 80 Prozent senken und, wie viele andere afrikanische Staaten auch, den am Atlantik mit seinen kilometerlangen Sandstränden bereits in ersten Ansätzen beginnenden Fremdenverkehr zu einer Hauptdevisenquelle ausbauen. November 1984 Gambia stellt eine eigene, etwa 900 Mann starke Armee auf. 23. August 1989 Senegals Staatsoberhaupt Abdou Diouf Diouf erklärt die Konföderation Senegambia für aufgelöst. 29. April 1992 Die regierende PPW gewinnt die Parlamentswahlen in Gambia erneut mit absoluter Mehrheit, und Dawda Kairaba Jawara wird bei den gleichzeitig abgehaltenen Präsidentschaftswahlen mit fast 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Zugunsten von Vizepräsident Saihou Saballay verzichtet er auf das Amt des Verteidigungsministers, amnestiert die seit 1981 inhaftierten Putschistenführer und kündigt darüber hinaus an, den Posten eines Premierministers zu schaffen. 23. Juli 1994 Der gambische Staatspräsident Dawda Kairaba Jawara wird von meuternden Soldaten – sie hatten seit langem keinen Sold mehr erhalten – gestürzt und flüchtet ins Exil nach Senegal. 26. Juli 1994 Der 32jährige Putschistenführer General Yayah Jammeh erklärt sich als Vorsitzender des „Provisorischen Regierungsrats der Streitkräfte“(Armed Forces Provisional Ruling Council) zum neuen Staatsoberhaupt Gambias. Die Verfassung wird außer Kraft gesetzt, und alle politischen Parteien werden verboten. August 1994 Die USA, Großbritannien und die Europäische Union kürzen die finanzielle Unterstützung für Gambia und fordern die unverzügliche Rückkehr zu einer zivilen Regierung. 11. November 1994 Die Militärjunta von Gambia schlägt einen Gegenputsch nieder und inhaftiert wegen angeblicher Beteiligung auch den bisherigen Vizepräsidenten Saihou Sabally. August 1995 Die Militärjunta von Gambia führt die 1993 abgeschaffte Todesstrafe wieder ein. 26. September 1996 Yayah Jammeh wird mit knapp 60 Prozent der Stimmen zum Staatspräsidenten von Gambia gewählt. 2. Januar 1997 Bei den Parlamentswahlen – das Parteienverbot von 1994 wurde inzwischen aufgehoben – gewinnt die Partei von Präsident Yayah Jammeh die Mehrheit der Sitze. Die Oppositionsparteien sprechen von massivem Wahlbetrug. 31. Dezember 1999 Trotz umfangreicher Entwicklungshilfe westlicher Industriestaaten gehört Gambia noch immer zu den ärmsten Ländern der Erde. Da der Ministaat über keinerlei Bodenschätze verfügt und sowohl der kommerzielle Fischfang als auch der Fremdenverkehr noch zu wenig entwickelt sind, stellt die Landwirtschaft weiterhin den größten Wirtschaftssektor dar, wobei die wichtigsten Erzeugnisse die für den Export bestimmten Erdnüsse und Baumwolle sind, die jedoch neben der Witterung (Gambia ist Sahelland und deshalb auf eine gute Regenzeit angewiesen) großen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt ausgesetzt sind. Obwohl man inzwischen vermehrt zur Selbstversorgung auch Mais, Hirse, Reis, Maniok und Zitrusfrüchte anbaut, muß Gambia wegen des rasanten Bevölkerungswachstums von jährlich drei Prozent einen Großteil der nötigen Nahrungsmittel importieren. Vor allem im Landesinneren kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen mit Lebensmitteln und Medikamenten sowie mit Trinkwasser. Deshalb liegt die Säuglingssterblichkeit weiterhin bei über 20 Prozent und die durchschnittliche Lebenserwartung bei nur knapp 50 Jahren. Auch im Erziehungswesen kann Gambia nur geringe Fortschritte vorweisen. Da keine Schulpflicht besteht, können noch immer fast 60 Prozent weder lesen noch schreiben. 10. April 2000 In der gambischen Haupstadt Banjul liefern sich demonstrierende Studenten Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften, in deren Verlauf zwölf Menschen, darunter auch ein Reporter, ums Leben kommen. Auslöser für die Unruhen war die Veröffentlichung eines Autopsieberichts über den Tod eines inhaftierten Studenten im Frühjahr. Der Bericht bescheinigt einen natürlichen Tod, während die Öffentlichkeit davon ausgeht, daß der junge Mann gefoltert und ermordet wurde. Staatschef Yayah Jammeh ordnet eine einwöchige Staatstrauer für die Toten und aus Angst, daß sich die Studentenproteste auf das ganze Land ausweiten könnten, die Schließung der Schulen bis Ende des Monats an. 31. Dezember 2000 Wie in ganz Schwarzafrika nimmt auch in Gambia die Zahl der HIV-Infizierten ständig zu. Laut Angaben von UNAIDS (The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) sind der Krankheit seit Ausbruch der Epidemie weltweit bereits 18,8 Millionen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aids-Waisen wird auf 13,2 Millionen geschätzt. Von den derzeit weltweit rund 34,3 Millionen HIV-Infizierten leben 24,5 Millionen in Schwarzafrika. 18. Oktober 2001 Bei den Präsidentschaftswahlen wird der im Juli 1994 durch einen Putsch an die Macht gelangte Staatschef Yayah Jammeh, der einige Monate zuvor in Gambia per Verfassungsänderung das islamische Recht (Scharia) eingeführt hat, mit 53 Prozent der Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Wie bereits im Vorfeld des Urnengangs, kommt es nach Bekanntgabe des Ergebnisses zu blutigen Zusammenstößen zwischen Anhängern von Jammehs Regierungspartei APRC (Alliance for Patriotic Re-Orientation and Construction) und der UDP (United Democratic Party) seines Hauptgegners Qusainou Darboe, der 33 Prozent der Stimmen erringt. 17. Januar 2002 Bei den Parlamentswahlen erobert die APRC (Alliance for Patriotic Re-Orientation and Construction) von Staats- und Regierungschef Yayah Jammeh 45 von 48 gewählten Sitzen (5 Abgeordnete werden vom Staatschef ernannt), da die Opposition zum Wahlboykott aufgerufen hatte. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Gambia...Dawda Kaiwara Jawara Politiker, Regierungschef von Gambia (1962-70), Staatspräsident von Gambia (1970-94) geboren: 16.05.1924 (Barajally) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |