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GabunRepublik Gabun Basisdaten Chronik
![]() Geografie Das Land Die Republik Gabun (amtl. République Gabonaise) liegt an der afrikanischen Westküste auf Höhe des Äquators. Das Land hat Grenzen zu Äquatorialguinea und Kamerun im Norden und der Republik Kongo im Osten und Süden, mit der Westküste grenzt es an den Südatlantischen Ozean. Die Landesfläche beträgt 267.667 qkm, das Land ist damit halb so groß wie Frankreich, dem größten Handelspartner Gabuns. Geografisch lassen sich ein Küstenstreifen und ein über 1000 m hohes Bergland unterscheiden. Der Küstenbereich ist durchschnittlich 200 km breit und durch Seen und Niederungen stark gegliedert. Im Norden befindet sich das weit ins Meer ragende Kap Lopez sowie eine Halbinsel namens Ästuar des Gabun (Ästuar: lateinisch für Flußmündung, die unter dem Einfluß von Gezeitenströmung schlauchförmig erweitert wurde). In diesem Bereich liegt die Hafen- und Hauptstadt des Landes, Libreville, die mit rund 440.000 Einwohnern zugleich die größte Stadt des Landes ist. Im südlichen Küstenbereich herrscht Nehrungsküste vor mit Meeresabschnitten, die nahezu völlig vom umgebenden Land umschlossen sind. Das Bergland im Landesinneren steigt bis zu einer Höhe von über 1000 m an und ist größtenteils mit Regenwald bewachsen. Wichtigster Fluß und Wasserweg Gabuns ist der 1200 Kilometer lange Ogowe, der mit seinen zahlreichen Nebenflüssen eine Art Mittelachse der Republik bildet. Er entspringt im Nachbarland Kongo und mündet in den Atlantik. Südlich des Flusses erhebt sich das Gebirge des „Massif du Chaillu“, in dem mit dem Mont Iboundji (1575 m) der höchste Berg des Landes steht. Klima Im gesamten Land herrscht das ganze Jahr über heißes tropisches Regenklima, das von hoher Luftfeuchtigkeit (durchschnittlich 83%) begleitet wird. Die Regenzeiten liegen zwischen den Monaten Oktober und Mai, von Mitte Mai bis Mitte September folgt eine Trockenzeit. Die mittleren Durchschnittstemperaturen betragen in der Hauptstadt Libreville im Januar 24°C und im Juli 28°C, die jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich auf durchschnittlich 2500 mm. Die Niederschläge nehmen nach Süden und Osten hin ab, im Nordwesten steigen die Durchschnittswerte bis 4000 mm an. Einen Sonderfall stellt der Nordosten mit ganzjährigen Niederschlägen dar. Flora und Fauna Ursprünglich wurden 75% des Landes von tropischen Wäldern bedeckt. Der Regenwald ist jedoch vor allem im dichter besiedelten und landwirtschaftlich stärker genutzten Westen gerodet worden, in diesen Regionen findet sich neben Plantagen und Ackerland Sekundärwald. Die Regionen, die weiterhin mit Regenwald bewachsen sind, weisen mit ca. 3000 Pflanzenarten eine große Vielfalt auf. Etwa 15% des Landes machen Feuchtsavannen aus, im Südosten gibt es Trockensavannen. Die Vegetationszone im Gezeitenbereich der flachen Küsten ist mit Ausnahme des zentralen Landesteils durch Mangrovenwälder geprägt Insbesondere jene Landesteile, die nach wie vor von Regenwald bedeckt sind, stellen den Lebensraum für zahlreiche freilebende Tiere dar. Dazu zählen verschiedene Affenarten und vor allem Gorillas, die als Pflanzenfresser in kleinen Gruppen in den Wäldern leben. In den Waldgebieten leben auch zahlreiche Tropenvögel, Insekten und Spinnen sowie kleinere Säugetiere. Die Savannen bieten einen geeigneten Lebensraum für Schakale, Hyänen, Büffel, Elefanten und Antilopen. Kultur und Gesellschaft Bevölkerung Auf dem Staatsgebiet von Gabun leben etwa 40 Stämme, die sprachlich wiederum in zehn Untergruppen unterteilt werden können. Die rund 1,4 Millionen Einwohner sprechen alle Bantu-Dialekte, die Amtssprache Französisch wird von gut einem Drittel der Bevölkerung gesprochen und von etwa einem Viertel gelesen. Eine Besonderheit stellen die wenige tausend Mitglieder zählenden Pygmäen dar, die in den tropischen Regenwäldern Gabuns leben und nur knapp 1% der Bevölkerung ausmachen. Die zahlenmäßig stärksten Gruppen im Land sind die Fang nördlich des Flusses Ogowe (35,5% der Bevölkerung), die Mpongwe an der Nordküste (15%) sowie die Mbete (14%) und die Punu (11,5%) südlich des Ogowe. Mit 96% ist der Christianisierungsgrad Gabuns sehr hoch, etwa dreiviertel der Christen gehören der römisch-katholischen Glaubensrichtung an. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz sind Anhänger der traditionellen Volksreligionen. Muslime, die aus anderen afrikanischen Ländern eingewandert sind, bilden nur eine kleine Minderheit. Geschichte Über das vorkoloniale Geschehen auf dem heutigen Territorium des Staates ist wenig bekannt, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß die ursprünglich in der Region lebenden Stämme keine kulturellen oder schriftlichen Zeugnisse hinterließen. Es wird vermutet, daß der südliche Teil des Landes lose mit der Provinz Loango, die wiederum Teil des Königreichs Kongo war, verknüpft war. Die Geschichte der europäischen Präsenz begann im Jahr 1492, als Portugiesen von der vorgelagerten und bereits kolonialisierten und mit Plantagen versehenen Inselgruppe São Tomé und Príncipe zur Küstenregion Gabuns vordrangen und mit den dort ansässigen Stämmen Handel trieben. Auch holländische, französische, spanische und englische Händler segelten in den folgenden Jahrhunderten die Küsten Gabuns an, um zumeist Kleidung, Eisenprodukte, Alkohol und Waffen gegen Holz, Elfenbein und – vorerst vereinzelt – Sklaven zu tauschen. Der Sklavenhandel intensivierte sich ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, da insbesondere für die Plantagen der Kolonien in Brasilien und Kuba Arbeitskräfte benötigt wurden. Gefangene oder aus ihren Stämmen Ausgestoßene wurden von afrikanischen Stämmen an die Küste gebracht und dort an die europäischen Seeleute verkauft. Einzig die Stämme der kriegerischen Fang weigerten sich, am Sklavenhandel zu partizipieren, zugleich sorgten auch sie durch ihr Vordringen zum Atlantik dafür, daß sich der Küstenabschnitt weitgehend entvölkerte. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Sklavenhandel beendet, die Französen gründeten 1849 Libreville (auf deutsch: freie Stadt) im Norden der gabunischen Atlantikküste. Schon 1843 hatten die Franzosen mit der Befestigung Fort d’Aumale einen Stützpunkt an diesem Ort gegründet und mit den dort ansässigen Stämmen Verträge abgeschlossen, die die französische Souveränität in der Region festschrieben. Weitere Gebiete wurden hinzugekauft und 1886 das vergrößerte Gabun zur Kolonie ernannt. 1910 wurde Gabun Teil von Französisch-Äquatorialafrika. Verträge mit der deutschen Kolonialmacht in Kamerun und Spanien in Spanisch-Guinea im Norden hatten den Verlauf der Grenzen geklärt und ließen in Folge weitere ungestörte Vorstöße, Erkundungen und Landgewinne im Landesinneren zu. Zugleich begannen die Franzosen im Land Ausbildungsmöglichkeiten für die afrikanische Bevölkerung einzurichten, so daß zwischen den Weltkriegen eine afrikanische Elite entstand, aus der sich in der Zeit der Vierten Republik Frankreichs die Gabunischen Politiker rekrutierten, die Gabun 1960 zur Unabhängigkeit führten. Umfangreiche französische Mittel floßen in Wirtschaft, Ausbildung und Gesundheitssystem des afrikanischen Landes, was u.a. dazu führte, daß auch das unabhängig gewordene Gabun weiterhin enge wirtschaftliche, kulturelle und militärische Beziehungen zu Frankreich unterhielt. Erster Präsident der Republik war Léon Mba, der seit 1960 – durch französische militärische Intervention im Jahr 1964 gestützt – bis zu seinem Tod 1967 im Amt blieb. Ihm folgte Omar Bongo als Staatspräsident. Er führte ein Einparteiensystem (Parti Démocratique Gabonais, PDG) ein und wurde mehrfach wiedergewählt. Versuche der Opposition Anfang der 80er Jahre, eine parlamentarische Mehrparteiendemokratie einzuführen, wurden unterdrückt. Erst im Jahr 1990 wurden oppositionelle Parteien zugelassen. Omar Bongo wurde bei den ersten Wahlen mit zugelassenen Oppositionskandidaten im Amt bestätigt. Im In- und Ausland wurde die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen angezweifelt, so daß 1994 in einem Abkommen die Regierungsbeteiligung der Opposition ausgehandelt sowie Neuwahlen für 1996 vereinbart wurden. Diese wurden von der amtierenden Regierungspartei PDG gewonnen. 1998 bestätigte das Volk Bongo für weitere sieben Jahre im Amt des Staatsoberhaupts und Präsidenten, Premierminister ist seit 1999 J. F. Ntoutoume Emane. Die nächsten Wahlen zur Nationalversammlung sind im Dezember 2001 vorgesehen. für aktuelle Angaben siehe Basisdaten Chronik
Politisches System Nach der seit 1961 mehrmals überarbeitenden Verfassung ist Gabun eine Republik mit Mehrparteiensystem. Staatsoberhaupt mit umfassenden Befugnissen ist der auf sieben Jahre direkt vom Volk gewählte Staatspräsident. Gemeinsam mit einem von ihm ernannten Premierminister und Kabinett übt er die Exekutivgewalt aus. Die Legislative ist zweigeteilt. Sie besteht aus einem Senat mit 91 Sitzen und einer Nationalversammlung, deren 120 Abgeordnete für fünf Jahre direkt gewählt werden. Seit der französischen Intervention für den langjährigen Amtsinhaber konzentriert sich die Macht auf den gewählten Präsidenten. Einflußreichste Partei sind die regierende Demokratische Partei Gabun (PDG) sowie die Bewegung der nationalen Wiederbelebung (MORENA) und die Gabunischen Fortschrittspartei (PGP). Der höchste Gerichtshof des Landes besteht aus drei Kammern, das Rechtssystem basiert auf dem Französischen Zivilrecht, die Administration unterteilt sich in neun Provinzen. Wirtschaft Die Wirtschaft Gabuns ist enger an Europa und die USA gebunden als an die umliegenden Nachbarstaaten, wobei die guten Wirtschaftsbindungen mit Kamerun eine Ausnahme bilden. Ein mit Hilfe der Franzosen gebautes Wasserkraftwerk versorgt große Teile des Landes mit Energie. Wichtigste Importgüter Gabuns sind Maschinen, Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse und Baumaterial, wichtigste Exportgüter Rohöl, Holz und Erze. Rund 65% der Erwerbstätigen arbeiten in der Landwirtschaft, die für das Wirtschaftsgeschehen des Landes (mit Ausnahme der bescheidenen Resultate beim Anbau von Kakao und Ölpalmen) nur eine geringe Rolle spielt. Angebaut werden weiter Zuckerrohr, Kaffee und Kautschuk. Einen wichtigen Wirtschaftsfaktor stellt trotz rückläufiger Tendenz nach wie vor die Holzwirtschaft dar, die auf noch vorhandene Tropenhölzer zurückgreifen kann. An der Küste von Port-Gentil wird Erdöl gefördert. Zudem ist das Land einer der weltweit führenden Exporteure von Mangan. Aber auch Uranerze, die für die französische Atomindustrie wichtig sind, sowie Eisenerze werden abgebaut. Ein großes Problem für die effektive Ausbeutung der vorhandenen Vorkommen stellt jedoch die mangelhafte Infrastruktur dar. So sind beispielsweise nur 600 km des 7.500 km großen Straßennetzes asphaltiert und es fehlen die Finanzmittel, um diesen Zustand rasch zu ändern. Einen angesichts dieser Tatsache besonders wichtigen Transportweg stellt die in den 80er Jahren gebaute transgabunische Eisenbahn dar, aber auch der Fluß Ogowe ist als wichtigste Wasserstraße von hoher Bedeutung. Libreville und Port-Gentil sind die bedeutendsten Seehäfen, hier befinden sich auch die internationalen Flugplätze des Landes. Gabun konnte sich als Teil der französischen Franc-Zone eine für die Region relativ hohe wirtschaftliche und politische Stabilität sichern. Haupthandelspartner sind Frankreich sowie andere EU-Länder, die USA und Japan. Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |