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Republik GabunChronik Überblick Basisdaten
Ab 6000 v. Chr. In den Regenwäldern der heutigen Republik Gabun leben kleine Gruppen der Steinzeit-(Khoi)san, kleinwüchsige „Buschmänner“ (Pygmäen), ausschließlich als Sammler und Kleintierjäger. Ab 100 n. Chr. Im Gebiet der heutigen Republik Gabun lassen sich verschiedene Bantu sprechende negroide Völker nieder. Sie verdrängen die Pygmäen und leben von Wander-Ackerbau und Viehzucht. Ab 1400 Im Norden und Osten der heutigen Republik Gabun dominieren die Bantu-Königreiche Urungu und Mpongwé und im Süden das Königreich Loango. 1471 Als erste Europäer gehen portugiesische Seefahrer an der Küste der heutigen Republik Gabun an Land. Sie nennen den Ort, eine trichterförmige Flußmündung, „Gabão“ (Seemannsmantel) und beginnen, mit den Eingeborenen Handel zu treiben. Ab 1520 Entlang der rund 800 Kilometer langen Küste und an den schiffbaren Flußläufen der heutigen Republik Gabun errichten französische, niederländische und englische Kaufleute ein weitverzweigtes Netz von Niederlassungen für einen florierenden Handel mit Edelhölzern, Kautschuk, Elfenbein und Sklaven. Ab 1836 Der Sklavenhandel wird offiziell verboten, kann jedoch trotz der Bemühungen von Großbritannien und Frankreich bis Ende des 19. Jahrhunderts nicht unterbunden werden. Ab 1839 Frankreich erwirbt durch mehrere Kaufverträge bis 1843 die Gebiete an der Gabon-Flußmündung und errichtet den Marinestützpunkt Fort Aumale, in dessen Schutz mehrere Lager für befreite Sklaven gegründet werden. Diese Siedlungen verwachsen zu einer Stadt, die 1849 den bedeutungsvollen Namen „Libreville“ erhält. Von hier aus beginnen die Franzosen mit der Erforschung und Kolonisierung der heutigen Republik Gabun sowie weiterer Gebiete Äquatorialafrikas. Ab 1880 Das von Osten einwandernde Volk der Fang verdrängt die Mpongwé-Stämme an die Küste der heutigen Republik Gabun. 1886 Gabun wird zur international anerkannten eigenständigen französischen Kolonie. Verwaltungshauptstadt ist Libreville. 1891 Gabun wird zusammen mit Mittelkongo (heute Republik Kongo) zur Kolonie Französisch-Kongo erklärt. 1903 Gabun erhält wieder den Status einer eigenständigen französischen Kolonie. Da die privaten Handelsgesellschaften das Land rücksichtslos ausbeuten, kommt es bis 1930 immer wieder zu (erfolglosen) Rebellionen der schwarzen Bevölkerung gegen die Kolonialherrschaft. 1910 Gabun bildet, zusammen mit Mittelkongo, Ubangi-Schari (heute Zentralafrikanische Republik) und Tschad, Französisch-Äquatorialafrika. Die Föderation untersteht einem französischen Generalgouverneur mit Sitz in Brazzaville, der heutigen Hauptstadt der Republik Kongo. 1913 Der aus dem Elsaß stammende Theologe, Philosoph und Arzt Dr. Albert Schweitzer errichtet in Lambaréné ein Tropenhospital. Dafür erhält er 1952 den Nobelpreis. 1946 Gabun erhält den Status einer französischen Überseeregion mit beschränkter Selbstverwaltung. 1958 Gabun wird zur autonomen Republik (République Gabonaise) erklärt, bleibt aber Teil der Französischen Gemeinschaft (Communauté Française). Léon Mba vom Volk der Fang gewinnt mit seinem „Bloc Démocratique Gabonais“ (BDG) die Wahlen und wird erster Regierungschef. 17. August 1960 Die Republik Gabun wird endgültig in die Unabhängigkeit entlassen, bleibt jedoch wirtschaftlich eng mit dem ehemaligen Mutterland verbunden. Léon Mba wird erster Staatspräsident. Februar 1962 Nach Verhaftung zahlreicher Oppositionspoliktiker (fast ausschließlich vom Volk der Mpongwé) kann Léon Mba eine Verfassungsänderung durchsetzen, die Gabun zur Präsidialrepublik macht. 25. Mai 1963 Die 30 unabhängigen afrikanischen Staaten (ohne Südafrika) gründen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba die OAU (Organization for African Unity/Organisation für Afrikanische Einheit). Ziele der OAU sind u.a. die Entkolonisierung Afrikas und die Beseitigung der Herrschaft weißer Minderheiten. Der Zusammenschluß erhöht das weltpolitische Gewicht Afrikas, da die OAU-Mitglieder vor allem in der UNO geschlossen auftreten. Februar 1964 Präsident Léon Mba wird vom Militär und der marxistisch-leninistisch orientierten „Union Démocratique et Sociale Gabonaise“ (UDSG) gestürzt, erhält die Macht jedoch kurz darauf durch das Eingreifen französischer Fallschirmspringer wieder zurück. 4. September 1965 In Lambaréné stirbt in dem von ihm im Jahre 1913 gegründeten Tropenhospital der aus dem Elsaß stammende Theologe, Arzt, Philosoph und Friedensnobelpreisträger (1952) Albert Schweizer (geboren am 14.1.1875). 1. Dezember 1967 Nach dem Tod von Léon Mba (28.11.) wird der linksgerichtete Albert Bernard Bongo Präsident der Republik Gabun. Er macht das Land mit der „Parti Démocratique Gabonais“ (PDG) zum Einparteienstaat. 1973 Präsident Albert Bernhard Bongo tritt zum Islam über und nennt sich nun Omar Bongo. April 1975 Nach Wiedereinführung des Premierministeramtes per Verfassungsänderung wird der bisherige Vizepräsident, Léon Mébiame, Regierungschef von Gabun. Dezember 1979 Präsident Omar Bongo wird nach Wahlen für weitere fünf Jahre im Amt des Staatsoberhaupts von Gabun bestätigt. November 1986 Bei Präsidentschaftswahlen wird Omar Bongo erneut im Amt des Staatsoberhaupts von Gabun bestätigt. Die 700 Kilometer lange Eisenbahnlinie von Libreville nach Franceville, eines der teuersten Eisenbahnprojekte der Erde, ist fertiggestellt. 30. Oktober 1990 In Gabun finden erstmals Parlamentswahlen mit der Zulassung von Oppositionsparteien statt. Die PDG erhält zwar die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung, bildet jedoch mit den drei Oppositionsparteien eine Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Casimir Oye-Mba. 5. Dezember 1993 Bei der ersten freien Präsidentschaftswahl wird der seit 26 Jahren an der Spitze der Republik Gabun stehende Omar Bongo für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. 12. Oktober 1994 Nach Unstimmigkeiten innerhalb der gabunischen Nationalversammlung tritt die Regierung von Ministerpräsident Casimir Oye-Mba tritt zurück. Präsident Omar Bongo ernennt Paulin Obamé-Nguéma (PDG) zum neuen Regierungschef und beauftragt ihn mit der Bildung eines Kabinetts der „Nationalen Einheit“. 1996 Im Landesinneren von Gabun werden mindestens 100 Menschen Opfer einer Ebola-Epidemie (Viruserkrankung, die wahrscheinlich von Affen übertragen wird und meistens innerhalb weniger Tage zum Tod führt.) 15. Dezember 1996 Bei den Wahlen zur Nationalversammlung der Republik Gabun erringt die PDG von Präsident Omar Bongo 85 von insgesamt 120 Sitzen. 26. Januar 1997 Bei den Senatswahlen erringt die PDG von Präsident Omar Bongo 53 von insgesamt 90 Sitzen. 1. Januar 1998 Da die innenpolitische Lage der Republik Gabun im Vergleich zu den Nachbarländern seit der Unabhängigkeit als stabil bezeichnet werden kann und der Staat darüber hinaus über reiche Edelholzbestände und Bodenschätze (Uran, Mangan, Gold, Diamanten u.a.) im Landesinneren sowie über Erdöl- und Ergasfelder vor der Küste verfügt, ist Gabun mit einem derzeitigen Pro-Kopf-Einkommen von 3.845 US-Dollar der wohlhabendste Staat Afrikas. Die staatliche Sozialversicherung gilt als vorbildlich. Allerdings ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landesinneren aufgrund der schlechten Verkehrserschließung des zu zwei Dritteln von tropischem Regenwald bestandenen Landes noch immer unzureichend. Malaria, Lepra und andere Tropenkrankheiten konnten bis heute nicht unter Kontrolle gebracht werden. Außerdem nimmt, wie in den meisten Ländern Afrikas, auch in Gabun die Zahl der Aids-Infizierten kontinuierlich zu. 6. Dezember 1998 Präsident Omar Bongo wird in direkten Wahlen mit 67 Prozent der abgegebenen Stimmen im Amt des Staatsoberhaupts von Gabun bestätigt. 23. Januar 1999 Jean-François Ntoutoume Emane (PDG) wird neuer Regierungschef von Gabun. 31. Dezember 2000 Wie in ganz Schwarzafrika nimmt auch in Gabun die Zahl der HIV-Infizierten ständig zu. Laut Angaben von UNAIDS (The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) sind der Krankheit seit Ausbruch der Epidemie weltweit bereits 18,8 Millionen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aids-Waisen wird auf 13,2 Millionen geschätzt. Von den derzeit weltweit rund 34,3 Millionen HIV-Infizierten leben 24,5 Millionen in Schwarzafrika. 12. Februar 2001 Aufgrund der steigenden Kriminalitätsrate erläßt die Regierung in Libreville ein Einfuhr- und Verkaufsverbot für Handfeuerwaffen. 1. April 2001 In der Hauptstadt Libreville wird das erste Krankenhaus für die kostenlose Behandlung Aidskranker eröffnet. Derzeit sind in Gabun etwa zehn Prozent der Bevölkerung HIV-positiv bzw. bereits an Aids erkrankt. 20. Juni 2001 In Port Gentil, dem Wirtschaftszentrum Gabuns, eskaliert eine zunächst friedliche Demonstration jugendlicher Arbeitsloser zu stundenlangen Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften. 20. Dezember 2001 Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist im Regenwaldgebiet im Norden von Gabun und in den angrenzenden Nachbarländern Republik Kongo (Kongo-Brazzaville) und Demokratische Republik Kongo (Kongo-Kinshasa) erneut die zumeist tödliche Ebola-Seuche ausgebrochen und greift rasch um sich. Mindestens drei Dutzend Menschen sind bereits gestorben. Die Weltgesundheitsorganisaton (WHO) hat Spezialisten in die Region geschickt, die bei der Eindämmung der Krankheit helfen und medizinisches Personal mit dem Umgang von Masken und Handschuhen vertraut machen sollen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. 23. Dezember 2001 Bei der Wahl zur Nationalversammlung erringt die PDG (Parti Démocratique Gabonais) von Präsident Omar Bongo und Regierungschef Jean-François Ntoutoume Emane mit 86 von 120 Sitzen erneut die absolute Mehrheit. 31. Dezember 2002 Gabun sieht sich mit zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten konfrontiert, da die Erdölförderung seit dem Jahr 2000 um rund zehn Prozent zurückgegangen ist und seit einem Jahrzehnt keine lohnenden neuen Lagerstätten mehr gefunden wurden. Nach Angaben von Experten dürften die Ölreserven spätestens bis zum Jahr 2008 weitgehend erschöpft sein. Die Versuche der Regierung, sich aus der Abhängigkeit vom Öl zu lösen und verstärkt auf Holzindustrie und Manganabbau zu setzen, blieben bislang erfolglos. Von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft profitiert ohnehin nur eine Minderheit, während weit über die Hälfte der Gabuner unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. Zu den Hauptprofiteuren gehört sicherlich der seit 1967 amtierende Staatschef Omar Bongo, der vom französischen Ölkonzern „Elf“ über Jahre hinweg hohe Provisionen einstrich. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Gabun... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |