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Republik FinnlandChronik Überblick Basisdaten
Ab 1. Jahrhundert n. Chr. Die Vorfahren der Finnen wandern in mehreren Schüben aus dem Gebiet zwischen Ural und Kaspischem Meer in das Territorium des heutigen Finnland ein und drängen bis Anfang des 8. Jahrhunderts die Ureinwohner (Samen bzw. Lappen) immer weiter nach Norden ab bzw. vermischen sich mit ihnen. Tacitus bezeichnet die „Fennen“ 98 n. Chr. in seinem Werk „Germania“ als „erstaunlich wild und erschreckend arm“. Ab 1155 Von Schweden aus beginnt die Zwangs-Christianisierung der heidnischen Finnen (Schwedische Kreuzzüge). 1229 Das wahrscheinlich bereits um 1200 gegründete Turku (Åbo)wird von Papst Gregor IX. zum Bischofssitz erhoben. Ab 1249 Der Schwede Birger Jarl besiegt im sogenannten „Zweiten Schwedenkreuzzug“ die Truppen des russischen Fürsten Alexander Newskij und erobert bis zu seinem Tod im Jahre 1266 ganz Finnland. Vor allem an der Küste Südfinnlands lassen sich in der Folgezeit zahlreiche Schweden nieder. 1282 Das Gebiet des heutigen Finnland wird schwedisches Herzogtum. Verwaltungssitz ist Turku (Åbo), das zur Wiege der schwedisch-finnischen Kultur wird. 1362 Das Gebiet des heutigen Finnland wird gleichberechtigte schwedische Provinz, und es entwickelt sich ein finnischer Adelsstand, der sich an der Wahl des Königs von Schweden beteiligt. Ab 1397 Finnland ist bis 1523 Teil der „Kalmarer Union“ (Norwegen, Dänemark, Schweden). Ab 1523 Mit Mikael Agricola, einem Schüler Luthers, gelangt der Protestantismus nach Finnland. Er wird von Schwedenkönig Gustav I. Wasa gefördert, der Schweden inzwischen in die Unabhängigkeit von Dänemark-Norwegen geführt hat. 1548 Begründung der finnischen Schriftsprache durch die Bibelübersetzung von Bischof Mikael Agricola. 1550 Schwedenkönig Gustav I. Wasa gründet Helsinki (Helsingfors), die heutige Hauptstadt Finnlands, und übergibt Finnland seinem Sohn Johann, der es 1581 zum Großfürstentum erhebt. 1599 Schwedenkönig Carl IX. hebt das Großfürstentum Finnland auf, und der finnische Adel verliert seine Privilegien. Ab 1611 Unter der Herrschaft von Schwedenkönig Gustav II. Adolf (bis 1632) werden die Grenzen Finnlands weit nach Osten und Südosten erweitert. 1640 Der schwedische Generalgouverneur Per Brahe, der in seiner Amtszeit (1637-40 und 1648-51) nicht nur mehr Städte gründet als jeder andere in der finnischen Geschichte, sondern von seinen schwedischen Standesgenossen auch verlangt, daß sie Finnisch lernen, gründet in Turku (Åbo) die erste Universität auf finnischem Boden (Academia Arbonensis). Ab 1713 Im „Großen Nordischen Krieg“ (1700-21) – Rußland, Polen, Dänemark und Norwegen haben sich gegen Schweden verbündet – verwüsten und besetzen die Truppen des russischen Zaren Peter I. des Großen weite Teile Finnlands, und nach einem weiteren Krieg gegen Rußland zur Zeit von Zarin Elisabeth I. muß Schweden 1743 im „Frieden von Turku/Åbo“ das ganze südöstliche Finnland (Karelien) mit dem Ladogasee (mit fast 18.000 Quadratkilometern der größte See Europas) an Rußland abtreten. 1809 Der russische Zar Alexander I. erobert ganz Finnland und macht es zu einem weitgehend autonomen russischen Großfürstentum mit Religionsfreiheit, eigenen Gesetzen, einem eigenen Landtag (Stände-Reichstag) und eigener Verwaltung. Über Jahrzehnte hinweg entwickelt sich ein friedliches Nebeneinander zwischen Russen und Finnen, da letztere die Loslösung von Schweden durchaus begrüßt hatten. 1812 Helsinki (Helsingfors), inzwischen von dem Berliner Architekten Karl Ludwig Engel im Auftrag von Zar Alexander I. zu einer vorzeigbaren Residenzstadt ausgebaut, löst Turku als finnische Hauptstadt ab. 1835 Der Völkerkundler Elias Lönrot veröffentlicht das Nationalepos „Kalevala“, das erste „Geschichtsbuch“ in finnischer Sprache, bestehend aus Tausenden von Verszeilen über die Kämpfe nordischer Helden und Völker. Ab 18. Februar 1855 Unter dem von den meisten Finnen verehrten und geliebten russischen Zaren Alexander II. (1855-81) erhält Finnland u.a. eine eigene Zollverwaltung und Post sowie die Staatsbahnen. Zudem genehmigt er Finnland die Aufstellung einer eigenen Armee und 1865 eine eigene Währung, die Finnmark. 1863 Das Finnische wird auf Betreiben des finnischen Senators Johann Vilhelm Snellman neben dem Schwedischen gleichberechtigte Amtssprache. (Das Finnische zählt zur finno-ugrischen Sprachfamilie, zu deren spezifischen Merkmalen die Artikellosigkeit und die Dominanz eines zweisilbigen Grundworttyps gehört und das Ähnlichkeit mit dem Ungarischen aufweist.) Ab 21. Oktober 1894 Zar Nikolaus II. (1894-1918) beendet die finnische Selbstverwaltung und beginnt mit einer rücksichtslosen Russifizierung des Landes, womit er jedoch nur die Gründung von nationalen Widerstandsbewegungen heraufbeschwört. 1904 Der russische Generalgouverneur in Finnland, Nikolaus Bobrikow, wird in Helsinki von dem finnischen Patrioten Eugen Schaumann erschossen. Oktober 1905 Nach einem Generalstreik der Finnen sieht sich Zar Nikolaus II. gezwungen, Finnland seine Selbstverwaltung zurückzugeben. Es erhält eine eigene Verfassung mit allgemeinem Wahlrecht. Mai 1908 In Helsinki tritt das weltweit erste Parlament zusammen, in dem auch Frauen vertreten sind. 6. Dezember 1917 In Anlehnung an die nach der russischen „Oktoberrevolution“ verfaßte „Deklaration über die Rechte der Völker Rußlands“ (beinhaltet die Selbstbestimmung und das Recht auf selbständige Staatenbildung) erklärt Finnland seine Unabhängigkeit von Rußland, nachdem sich das Parlament mit 100 gegen 88 Stimmen für diesen Schritt ausgesprochen hatte. Allerdings spaltet sich das Land in Sozialisten (Anhänger der sowjetischen „Roten“) und Konservative (mit Deutschland verbündete „Weiße“). Mai 1918 Im Bürgerkrieg unterliegt die von Sowjetrußland unterstützte „Rote Garde“ der von dem finnischen Offizier Carl Gustav Emil Freiherr von Mannerheim – er gilt heute als Befreier Finnlands – angeführten und von deutschen Truppen unterstützten „Weißen Garde“. Insgesamt sind im Krieg mehr als 250.000 Finnen ums Leben gekommen. Zudem werfen die „Weißen“ nun rund 70.000 ehemalige „rote Landesverräter“ ins Gefängnis. 12.000 von ihnen sterben an Hunger und Krankheiten, 8.000 werden exekutiert. 9. Oktober 1918 Das „weiße“ finnische Parlament wählt Friedrich-Karl von Hessen zum König, der jedoch bereits im Dezember wieder auf den finnischen Thron verzichtet. 17. Juni 1919 Reichsverweser Carl Gustav Emil Freiherr von Mannerheim unterzeichnet eine neue Verfassung und ruft die Republik Finnland (Suomen Tasavalta) aus. Bei den Präsidentschaftswahlen verliert Mannerheim jedoch mit 50 gegen 143 Stimmen gegen den „Vater der finnischen Verfassung“, Kaarlo Juho Ståhlberg. 14. Oktober 1920 Im Friedensvertrag von Dorpat erkennt Rußland als erster Staat die Souveränität Finnlands an, behält aber Ostkarelien. Auch nach dem Friedensschluß bleiben die Beziehungen zwischen den beiden Ländern äußerst gespannt, da Finnland in der Folgezeit zahlreiche finnische Kommunisten kurzerhand über die Ostgrenze nach Rußland abschiebt. Dezember 1920 Finnland tritt dem Völkerbund bei und steigt (dank seiner nahezu unerschöpflichen Waldbestände und des weitverzweigten Fluß- und Seennetzes, das der Holzflößerei dient) zu einem der wichtigsten Exporteure für Holz und Holzprodukte auf. (Mit 338.145 Quadratkilometern ist Finnland fast so groß wie Deutschland, hat aber nur rund 5,1 Millionen Einwohner [Stand 1998; Deutschland: fast 82 Millionen), dafür aber mehr als 55.000 Seen, die fast 10% der Landesfläche bedecken. Weitere 80% des festen Landes tragen Wald.) 1921 Der Völkerbund spricht Finnland die Ålandinseln zu, die zuvor Schweden beansprucht hatte. 1922 Die finnische kommunistische Partei wird verboten. Ein Agrarreformgesetz (Enteignung von Großgrundbesitzern) schmälert den Einfluß der bisherigen schwedischen Oberschicht. Trotzdem bleibt das Schwedische dominierende Sprache. Finnland unterzeichnet einen Nichtangriffspakt mit der UdSSR. 30. Dezember 1931 Bei einer Volksabstimmung sprechen sich 82 Prozent für die Beibehaltung des seit zwölf Jahren bestehenden Alkoholverbots aus. 1937 Das Finnische wird per Gesetz Unterrichtssprache in den Hochschulen. 30. November 1939 Nachdem Finnland der UdSSR die Errichtung von Militärstützpunkten auf seinem Territorium verweigert hat, kommt es zum finnisch-sowjetischen „Winterkrieg“. Nach erbitterten Abwehrschlachten unterliegt Finnland nach 105 Tagen dem übermächtigen Gegner – 200.000 Finnen standen fast einer Million Sowjetsoldaten gegenüber, und auch an Material waren die Finnen unterlegen: knapp 300 finnischen Flugzeugen konnten die Sowjets 3.500 und zusätzlich über 3.000 Panzer entgegensetzen. Mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags in Moskau am 13. März muß Finnland, das über 25.000 Tote zu beklagen hat, fast zehn Prozent seines Territoriums an die UdSSR abtreten. Ab Juli 1941 Finnland beteiligt sich am Ostfeldzug des Deutschen Reiches gegen die UdSSR, um seine Ostgebiete zurückzuerobern. 4. August 1944 Carl Gustav Emil Freiherr von Mannerheim wird finnisches Staatsoberhaupt. Er erreicht den Abzug der deutschen Truppen aus Finnland und einen Waffenstillstand mit der UdSSR. September 1944 Finnland erklärt Deutschland den Krieg und unterzeichnet in Moskau einen Friedensvertrag mit der UdSSR, wobei es die Grenzlinie von 1940 endgültig akzeptiert, den Sowjets die Halbinseln Hangö und Porkkala im Südwesten zur Errichtung von Marinestützpunkten überläßt und sich zudem zu Reparationslieferungen im Wert von insgesamt 300 Millionen US-Dollar innerhalb von sechs Jahren sowie zur Verurteilung aller für den Ausbruch des Kriegs verantwortlichen finnischen Politiker verpflichtet. 21. Februar 1946 Sieben finnische Regierungsmitglieder werden in Helsinki zu Zwangsarbeit und Gefängnisstrafen verurteilt. Sie wurden für schuldig befunden, den Kriegseintritt Finnlands an der Seite des Deutschen Reichs gegen die UdSSR 1941 unterstützt zu haben. 9. März 1946 Nach dem Rücktritt des inzwischen 79jährigen Carl Gustav Emil Freiherr von Mannerheims - er zieht sich in die Schweiz zurück, wo er 1951 in Lausanne stirbt - wird der 76jährige Juho Paasikivi, der als bisheriger Regierungschef überwiegend die Verhandlungen mit der UdSSR geführt hat, neuer Staatspräsident und erklärt die Neutralität Finnlands. 6. April 1948 Finnland schließt einen Freundschafts- und Beistandsvertrag mit der UdSSR und bemüht sich gleichzeitig um gute Beziehungen zu den westeuropäischen Ländern. 17. März 1950 Der Führer der Bauernpartei Urho Kaleva Kekkonen wird finnischer Ministerpräsident. Er unterzeichnet ein Handelsabkommen mit der UdSSR. 19. Juli 1952 Vom 19. Juli bis 3. August finden in Helsinki die XV. Olympischen Spiele der Neuzeit statt. Die Sportstätten wurden bereits für die Olympiade von 1940 gebaut, die jedoch wegen des Krieges abgesagt werden mußte. 5.867 Sportler (517 Frauen) aus 69 Ländern (auch aus Japan, Deutschland und der UdSSR) nehmen an insgesamt 149 Wettbewerben in 17 Sportarten teil. 1955 Finnland wird UNO-Mitglied und tritt dem 1951 von Schweden, Dänemark und Norwegen gegründeten „Nordischen Rat“ bei, dem seit 1952 auch Island angehört und der die kulturelle und sozialpolitische Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten fördern soll. Im selben Jahr wird der finnisch-sowjetische Freundschaftsvertrag von 1948 erneuert, und die UdSSR zieht sich von den Flottenbasen Porkkala und Hangö zurück. 1. März 1956 Der 56jährige Urho Kaleva Kekkonen wird nach dem Tod von Juho Paasikivi (29. Februar) finnischer Staatspräsident (bis 1981). Er plädiert für eine kernwaffenfreie Zone in Europa. Neuer Regierungschef wird Karl August Fagerholm, der das Amt bereits von 1948 bis 1950 innehatte. 1958 In Finnland wird die Kommunistische Partei stärkste politische Kraft. März 1961 Finnland schließt einen Assoziierungsvertrag mit der im Jahr zuvor von Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und der Schweiz als Gegengewicht zur „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“/EWG (BRD, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Belgien) gegründeten Freihandelszone „European Free Trade Association“ (EFTA). 22. März 1968 Der Sozialdemokrat Mauno Koivisto wird neuer finnischer Regierungschef. 1969 Der finnische Staatspräsident Urho Kaleva Kekkonen lädt auf Wunsch der UdSSR alle europäischen Staaten, Kanada und die USA zu einer Konferenz auf „neutralem Boden“ in Helsinki ein. 15. Mai 1970 Teuvo Aura wird neuer finnischer Regierungschef. 4. September 1972 Die Kommunisten treten aus der finnischen Koalitionsregierung aus. Daraufhin bilden die Sozialdemokraten eine Minderheitsregierung unter Kalevi Sorsa. 1973 Finnland unterzeichnet Kooperationsabkommen mit der Wirtschaftsgemeinschaft der Ostblockstaaten COMECON (Mai) und der Europäischen Gemeinschaft (Oktober). Zudem beginnt im Juli in Helsinki die „Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“ (KSZE). Die rund 5.000 Samen („Sumpfmenschen“; Bevölkerung Lapplands nördlich des Polarkreises) Finnlands erhalten ein eigenes Parlament. 1975 Die KSZE-Schlußakte (Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa; mit der UdSSR 35 Staaten) wird in Helsinki unterzeichnet Nach Wahlen wird Martti Miettunen (Bauernpartei) finnischer Regierungschef. Er hatte das Amt bereits von 1961-62 inne. 1. Februar 1978 Urho Kaleva Kekkonen wird zum fünften Mal im Amt des finnischen Staatspräsidenten bestätigt. 25. Mai 1979 Der Sozialdemokrat Mauno Koivisto wird zum zweiten Mal finnischer Regierungschef. 27. Januar 1982 Nach dem Rücktritt von Präsident Urho Kaleva Kekkonen aus gesundheitlichen Gründen wird Mauno Koivisto neues finnisches Staatsoberhaupt. Neuer Regierungschef wird im Februar der Sozialdemokrat Kalevi Sorsa, der das Amt bereits von 1972-75 und von 1977-79 innehatte. 30. April 1987 Nach Reichstagswahlen wird Harri Holkeri von der „Nationalen Sammlungspartei“ Ministerpräsident einer finnischen Koalitionsregierung. Februar 1988 Präsident Mauno Koivisto wird durch Wahlen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Mai 1989 Finnland wird Europarat-Mitglied. 31. Dezember 1989 Finnland ist inzwischen zum zweitgrößten Papier- und Pappe-Exporteur der Erde aufgestiegen (nach Kanada), kann sich aber auch auf dem Elektronikmarkt behaupten (Nokia). 26. April 1991 Nach dem Wahlsieg der Zentrumspartei wird deren Vorsitzender, der erst 37jährige Politikwissenschaftler Esko Aho, neuer finnischer Ministerpräsident. Er bildet eine Koalitionsregierung aus vier Parteien. 30. Mai 1991 Die finnische Reichsbank beschließt einseitig die Bindung der Finnmark an das Europäische Währungssystem um der hohen Inflation entgegenzuwirken. Das Land befindet sich derzeit in der schwersten Depression seit den dreißiger Jahren, u.a. verursacht durch den Zusammenbruch des Osthandels und den Preisverfall für finnische Produkte (Papier, Pappe, Holz) auf dem westlichen Markt. Eine Verfassungsänderung schränkt die Machtbefugnisse des finnischen Staatsoberhauptes ein, vor allem das Recht, das Parlament ohne Zustimmung des Ministerpräsidenten und des Reichstags aufzulösen. 20. Januar 1992 Finnland und Rußland unterzeichnen einen neuen Freundschaftsvertrag. 1. März 1992 Finnland beantragt die Aufnahme in die Europäische Gemeinschaft. Juni 1992 Finnland bestellt in den USA 60 neue Kampfflugzeuge und erhält außerdem von Deutschland Panzer und andere Waffen aus ehemaligen DDR-Beständen. September 1992 Die Reichsbank gibt die Finnmark frei und läßt sie floaten. Ein neues radikales Sparprogramm der Regierung Esko Ahos soll die derzeitige Wirtschaftskrise stoppen. 1993 Abgaben bei Schul- und Arztbesuchen, Straßenschutzgebühren und Benzinsteuer werden eingeführt bzw. erhöht. Personen mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Finnmark müssen unverzinste Zwangsanleihen zeichnen. Bei Kommunalwahlen erzielen die Oppositionsparteien beachtliche Erfolge. Der Reichstag lehnt mit 107 gegen 90 Stimmen (3 Enthaltungen) den Antrag der Regierung ab, zu den bestehenden vier Kernkraftwerken in Finnland noch ein weiteres zu bauen. 6. Februar 1994 Der 57jährige Sozialdemokrat Martti Ahtisaari wird mit knapp 54% der Stimmen erstmals vom Volk direkt (bisher ermittelte, ähnlich wie in den USA, ein Wahlmännergremium das finnische Staatsoberhaupt) zum neuen finnischen Staatspräsidenten gewählt. Sein 71jähriger Vorgänger Mauno Koivisto hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. 16. Oktober 1994 57% der Finnen entscheiden sich erwartungsgemäß in einem Referendum für einen Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft. Finnland schließt sich der NATO-Partnerschaft für den Frieden an, will jedoch (vorerst) aus Rücksicht auf Rußland nicht Vollmitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses werden. Die Arbeitslosigkeit in Finnland beträgt derzeit über 20%. 1. Januar 1995 Finnland wird Vollmitglied der Europäischen Gemeinschaft. 19. März 1995 Bei den Parlamentswahlen erzielen die Sozialdemokraten ihr bestes Ergebnis seit 50 Jahren. Paavo Lipponen wird neuer finnischer Ministerpräsident einer Fünf-Parteien-Koalitionsregierung, die sich die Halbierung der Arbeitslosenquote bis 1999 zum Ziel setzt. 31. Dezember 1995 Trotz des Aufwärtstrends der finnischen Wirtschaft sind noch immer rund 17% der Finnen arbeitslos. 1. Januar 1996 Finnland integriert ein Truppenkontingent von 650 Mann in die internationale Friedenstruppe in Bosnien (SFOR). 20. März 1996 Die Regierung in London räumt erstmals ein, daß die Rinderkrankheit BSE durch den Verzehr von Rindfleisch auf den Menschen übertragen werden kann. Daraufhin verhängt die EU-Kommission in Brüssel ein weltweites Exportverbot für britisches Rindfleisch und fordert von London die Schlachtung und Verbrennung von über 130.000 möglicherweise infizierten Tieren. 14. Oktober 1996 Finnland tritt dem Europäischen Währungssystem (EWS) bei. 18. November 1997 Der Präsident des EU-Rechnungshofes, Bernhard Friedman, rügt die EU-Länder vor dem Europaparlament in Straßburg wegen des Verlustes von 5,3 Prozent des EU-Haushaltsvolumens von 81,8 Milliarden ECU (153 Milliarden DM) durch Mißwirtschaft und Verschwendung (z.B überhöhte Ausgleichszahlungen an Landwirte oder z.T. wenig sinnvoll angelegte Wiederaufbauhilfe für Ex-Jugoslawien). 31. Dezember 1997 In Finnland liegt die Arbeitslosenquote bei 14,5% (1995: 17%). 6. März 1998 Bei der Fahrt durch den Bahnhof der mittelfinnischen Stadt Jyväskylä entgleist ein Personenzug und zwei Waggons stürzen um. Bei dem Unglück kommen elf Reisende ums Leben und mindestens 40 weitere werden verletzt. 2. Mai 1998 Der EU-Rat beschließt, daß die Europäische Währungsunion termingerecht am 1. Januar 1999 mit elf Teilnehmerstaaten beginnt (ohne Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Schweden). 28. Juli 1998 Nach vier Wochen mühsamer Vorbereitungen wird das rund 20 Meter lange schwedische Segelschiff „Jönköping“, das 1916 vor der finnischen Westküste von einem deutschen U-Boot versenkt worden war, aus 80 Metern Tiefe bis knapp unter die Wasseroberfläche gehievt. Grund des Aufwands: Der Laderaum des vor einigen Monaten gefundenen Schoners ist voll mit 4.400 für die russischen Truppen in Finnland bestimmten Champagnerflaschen sowie mit 17 Eichenfässern Jahrgangsweinen und 67 Fässern Cognac. Cognac und Weine sind zwar wegen des in die Fässer eingedrungenen Salzwassers nicht mehr genießbar, doch der edle Champagner aus dem Jahre 1907 hat nichts von seiner Qualität eingebüßt. Dem Bergungsteam sollen bereits Angebote von bis zu 15.000 DM pro Flasche vorliegen. 15. September 1998 Die Europäische Kommission unterzeichnet in Brüssel die Freigabe der Potenzpille Viagra für die gesamte Europäische Union. Somit kann der US-amerikanische Hersteller Pfizer nun das verschreibungspflichtige Medikament in allen fünfzehn EU-Staaten vermarkten. 1. November 1998 Der 30jährige finnische McLaren-Mercedes-Rennfahrer Mika Häkkinen erringt im japanischen Suzuka seinen achten Saisonsieg und ist damit mit 100 Punkten erstmals Formel-1-Weltmeister. „Vize-Weltmeister“ wird der Deutsche Michael Schumacher mit 86 Punkten. 31. Dezember 1998 Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von etwas über 23.000 US-Dollar zählt das schuldenfreie Finnland zu den 20 wohlhabendsten Ländern der Erde. Allerdings sind derzeit noch immer rund dreizehn Prozent der Erwerbstätigen arbeitslos. 1. Januar 1999 Beginn des „Euro-Zeitalters“ in den elf EU-Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien nach unwiderruflicher Festlegung der Wechselkurse zwischen dem Euro und den Währungen der Teilnehmerländer (1 Euro = 5,94573 Finnmark), vorerst jedoch nur für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Ab 1. Januar 2002 werden Euro-Banknoten und Euro-Münzen ausgegeben, und spätestens am 1. Juli 2002 wird der Euro zum einzig gültigen gesetzlichen Zahlungsmittel. 21. März 1999 Bei den Parlamentswahlen in Finnland müssen die regierenden Sozialdemokraten Stimmenverluste von 5,4 Prozent auf 23 Prozent hinnehmen. Im Gegenzug kann sich die oppositionelle Zentrumspartei von Esko Aho um 5,4 Prozent auf 25,2 Prozent steigern. Mit 21 Prozent der abgegebenen Wählerstimmen werden die Konservativen von Finanzminister Sali Niinisto drittstärkste politische Kraft. Paavo Lipponen wird im Amt des Ministerpräsidenten einer Fünf-Parteien-Koalitionsregierung bestätigt. 4. Juni 1999 Der finnische Reichstag verabschiedet eine neue Verfassung, die die Befugnisse des Staatspräsidenten zugunsten des Parlaments beschneidet. Das neue Grundgesetz wird nach der Präsidentenwahl im Frühjahr 2000 in Kraft treten. 30. Juni 1999 Die deutsche Bundesregierung droht mit einem Boykott der informellen Treffen der EU-Ministerräte, weil Finnland, das am 1. Juli die (halbjährlich wechselnde) EU-Präsidentschaft übernimmt, Deutsch nicht mehr bei allen Sitzungen als Arbeitssprache zulassen will. Nur für Französisch, Englisch und Finnisch soll es künftig durchgängig eine Übersetzung geben. Wenn es bei diesem Beschluß bleibe, sehe man sich gezwungen, die Teilnahme an den Ratstreffen zu überdenken, heißt es in einem Schreiben des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder an den finnischen Regierungschef Paavo Lipponen. 14. Juli 1999 Mehr als drei Jahre nach Verhängung eines Verbots wegen der Rinderseuche BSE darf britisches Rindfleisch vom 1. August an wieder exportiert werden. Diese Entscheidung trifft die Europäische Kommission in Brüssel. Lediglich das Verkaufsverbot für Fleisch an Knochen bleibt noch bestehen. 20. Juli 1999 Das zu Beginn seiner fünften Legislaturperiode in sein neues Straßburger Gebäude eingezogene Europaparlament wählt auf seiner konstituierenden Sitzung mit 306 von 545 Stimmen die 57jährige Juristin Nicole Fontaine aus Frankreich zur Parlamentspräsidentin und damit erstmals nach 20 Jahren wieder eine Frau in dieses Amt. 18. August 1999 Finnland und Deutschland legen ihren Sprachenstreit bei: Künftig wird auch bei informellen EU-Ministertreffen wieder eine Übersetzung der deutschen Sprache stattfinden. 15. September 1999 In Straßburg spricht das Europaparlament der neuen 19köpfigen EU-Kommission unter dem Italiener Romano Prodi ihr Vertrauen aus. 414 der 591 Parlamentarier stimmen mit ja, 142 mit nein und 35 enthalten sich ihrer Stimme. Damit hat die Europäische Union sechs Monate nach dem geschlossenen Rücktritt der EU-Kommission wieder eine handlungsfähige Führung, deren reguläre Amtszeit bis Januar 2005 läuft. 16. Oktober 1999 Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union beschließen beim EU-Gipfel im finnischen Tampere die weitgehende Angleichung ihrer Rechts-, Asyl- und Justizpolitik bis 2004. Darüber hinaus einigt man sich, im kommenden Jahr mit den sechs zusätzlichen Bewerberstaaten Bulgarien, Lettland, Litauen, Malta, Rumänien und der Slowakei Beitrittsverhandlungen zu starten. Auch die Türkei soll als Beitrittskandidat anerkannt, aber angesichts der Menschenrechts-Situation noch nicht in Verhandlungen einbezogen werden. Derzeit verhandelt die EU mit Estland, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern über eine Mitgliedschaft. 31. Oktober 1999 Der 31jährige finnische McLaren-Mercedes-Rennfahrer Mika Häkkinen siegt wie im Vorjahr beim Großen Preis im japanischen Suzuka und ist damit mit insgesamt 76 Punkten zum zweiten Mal Formel-1-Weltmeister. „Vize-Weltmeister“ wird der nordirische Ferrari-Pilot Eddie Irvine mit 74 Punkten. 16. Januar 2000 Nach der Wahl um das Amt des finnischen Staatspräsidenten liegen die 56jährige Sozialdemokratin und Außenministerin Tarja Halonen mit 40 Prozent der Stimmen und der ehemalige Regierungschef Esko Aho (1991-95) von der Zentrumspartei mit 34,4 Prozent gegenüber den übrigen fünf Bewerbern, die alle weniger als 13 Prozent erringen, deutlich in Führung. Da aber keiner von beiden die notwendige absolute Mehrheit erreicht, wird eine Stichwahl fällig. Diese wird am 6. Februar stattfinden. Der populäre 62jährige Amtsinhaber Martti Ahtisaari hatte auf eine erneute Kandidatur verzichet. 20. Januar 2000 1999 war für den weltgrößten Handy-Hersteller Nokia ein „absolutes Rekordjahr“. Nach Angaben der Geschäftsleitung hat vor allem das Weihnachtsgeschäft den Jahresgewinn noch kräftig in die Höhe schnellen lassen. 6. Februar 2000 Aus der Stichwahl um das Amt des finnischen Staatspräsidenten geht die sozialdemokratische Außenministerin Tarja Halonen als Siegerin hervor. Die 56jährige erhält 51,6 Prozent der Stimmen, ihr Kontrahent Esko Aho 48,4 Prozent. Somit bekommt Finnland erstmals in seiner Geschichte ein weibliches Staatsoberhaupt. 1. März 2000 Tarja Halonen wird als erstes weibliches Staatsoberhaupt Finnlands vereidigt. Sie löst Martti Ahtisaari im Amt ab. Neuer Außenminister wird Erkki Tuomioja. Eine Verfassungsänderung tritt in Kraft, die die Befugnisse des Staatspräsidenten weitgehend auf repräsentative Aufgaben beschränkt. U.a. wird künftig der Ministerpräsident nicht mehr vom Präsidenten ernannt, sondern vom Parlament gewählt. 23. April 2000 Kämpfer der auf den Philippinen operierenden moslemischen Rebellengruppe „Abu Sayyaf“ („Vater des Schwertes“) überfallen am Ostersonntag auf der ostmalaysischen Ferieninsel Sipadan eine Urlaubssiedlung und entführen 21 Touristen (darunter drei Deutsche, acht Malayen sowie Franzosen, Finnen, Südafrikaner und Libanesen) in den Urwald der südphilippinischen Insel Jolo im Sulu-Archipel. (Nach dreimonatigem, von neuen Geiselnahmen begleitetem Nervenkrieg werden ab 17. Juli schrittweise Geiseln freigelassen, die letzten westlichen Personen Ende September.) 21. November 2000 In Brüssel beschließen die EU-Agrarminister eine Ausweitung der BSE-Schnelltests. Vom 1. Januar 2001 an sollen alle kranken und notgeschlachteten Rinder, die älter als 30 Monate sind, auf Rinderwahnsinn getestet werden. 11. Dezember 2000 Die 15 EU-Staats- und Regierungschefs schaffen am Ende ihres fünftägigen Gipfeltreffens in Nizza die notwendigen Voraussetzungen für die schrittweise Erweiterung der Staatengemeinschaft um zwölf neue Mitglieder ab 2003. Man einigte sich nach zähen Verhandlungen auf einen neuen Unions-Vertrag, der u.a. die künftige Stimmengewichtung im erweiterten EU-Ministerrat, dem obersten Entscheidungsgremium der EU, neu festlegt. Ab 1. Januar 2005 haben die vier großen Länder Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien jeweils 29 Stimmen (bisher 10), gefolgt von Spanien mit 27 (bisher 8), den Niederlanden mit 13 (bisher 5), Belgien, Griechenland und Portugal mit 12 (bisher 5), Österreich und Schweden mit 10 (bisher 4), Dänemark, Finnland und Irland mit 7 (bisher 3) sowie Luxemburg mit 4 (bisher 2). Auch die zwölf Kandidatenländer werden ihrer Größe entsprechend eingeordnet: Polen 27, Rumänien 14, Tschechien 12, Ungarn 12, Bulgarien 10, Slowakei 7, Litauen 7, Estland 4, Lettland 4, Slowenien 4, Zypern 4, Malta 3. Um die Union handlungsfähiger zu machen, werden die Mehrheitsentscheidungen im EU-Ministerrat ausgeweitet. Davon betroffen ist rund die Hälfte der 73 Artikel des EU-Vertrags, für die bisher Einstimmigkeit nötig war. 31. Januar 2001 In Brüssel einigen sich die EU-Agrarminister im Kampf gegen BSE auf neue Verbote: Maschinell vom Knochen getrennte Fleischreste von Rindern und Schafen sowie die Wirbelsäule von Rindern sollen aus der Nahrungskette genommen werden. Fette von Wiederkäuern dürfen nur noch verfüttert werden, wenn sie ausreichend erhitzt wurden. Den Angaben bei der Bilanzveröffentlichung zufolge hat der finnische Telekommunikationskonzern Nokia mit seinen Handys im Jahr 2000 erneut einen Rekordgewinn erzielt: Der Umsatz konnte um 54 Prozent auf 30,4 Milliarden Euro gesteigert werden, der Gewinn vor Steuern um 48 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro. Auch für 2001 wird ein Umsatzplus von 25 bis 30 Prozent erwartet. 26. März 2001 Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden treten dem Schengen-Abkommen bei und schaffen damit die Grenzkontrollen für Bürger aus EU-Ländern ab. Somit haben ab sofort Reisende aus den Ländern der Europäischen Union „freie Fahrt“ über rund 5.500 Kilometer von Südspanien bis in den Norden Norwegens. 18. Mai 2001 Der Reichstag in Helsinki billigt mit 159 gegen drei Stimmen den Bau des weltweit ersten Endlagers für hochradioaktiven Atommüll in Olkiluoto bei Pori am Bottnischen Meerbusen in unmittelbarer Nähe von zwei der vier finnischen Atomkraftwerke. Sogar die Grünen stimmen dem Projekt zu. Ab 2020 sollen in rund 500 Metern Tiefe insgesamt 2.600 Tonnen Atommüll in Granit gelagert werden. 10. Oktober 2001 In Brüssel verständigen sich das Europäische Parlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten auf eine Ausweitung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung der Geldwäsche. Als Geldwäsche gilt nicht mehr nur der Versuch, Geld aus dem Rauschgifthandel in den normalen Wirtschaftskreislauf zu bringen. Das neue Regelwerk soll auch zum Kampf gegen andere Vergehen wie etwa Steuerbetrug eine Handhabe bieten. Die Schweigepflicht in der Beratungstätigkeit von Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern soll gelockert werden. 4. Dezember 2001 In der im Auftrag der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) durchgeführten Schulleistungsuntersuchung „Pisa“ (Programme for international Students Assessment), für die rund 260.000 15jährige Schüler in 32 Industrienationaen getestet wurden, schneidet Finnland in allen drei Leistungskategorien – Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften – am besten ab (vor Süd-Korea, Kanada und Japan). 7. Dezember 2001 Das Landwirtschaftsministerium in Helsinki meldet den ersten Fall von Rinderwahnsinn (BSE) in Finnland auf einem Hof im Norden des Landes. Sowohl Finnland als auch Österreich, das am selben Tag einen ersten BSE-Fall im niederösterreichischen Waldviertel meldet, galten bislang als BSE-frei. 20. Dezember 2001 Die Ostseefähre „Isabella“ der Viking Line läuft während einer Nachtfahrt vom finnischen Turku in die schwedische Hauptstadt Stockholm bei eisiger Kälte und schwerer See vor den Åland-Inseln auf Grund. Verletzt wird niemand der fast 700 Passagiere und 150 Besatzungsmitglieder. Das 171 Meter lange Schiff aber muß wegen eines Schadens am Ruder und an der Antriebsschraube in den Hafen von Långnäs geschleppt werden. 1. Januar 2002 Mehr als 300 Millionen Bürger in den zwölf Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien) können ab sofort mit dem neuen „Euro“-Bargeld bezahlen. Unmittelbar nach den Silvesterfeuerwerken hatten sich im gesamten Euro-Raum Schlangen an den Geldautomaten gebildet, obwohl in allen zwölf Staaten in einer Übergangsphase von bis zu zwei Monaten auch noch mit den bisherigen nationalen Währungen bezahlt werden kann. Wegen der Zeitverschiebung um drei Stunden hatten die Bewohner der kleinen Insel La Réunion im Indischen Ozean – ein französisches Übersee-Departement – als erste das Euro-Bargeld erhalten. Die europäische Gemeinschaftswährung gilt ab sofort auch in den französischen Übersee-Departments Martinique, Gouadeloupe und Guyana, auf den portugiesischen Azoren und auf Madeira sowie in den außereuropäischen Gebieten Spaniens wie den Kanaren. Weitere Euro-Teilnehmer sind die Mini-Staaten Monaco, Andorra, San Marino und Vatikanstadt. Auch in der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro und in der Provinz Kosovo wird künftig mit dem Euro bezahlt. In Montenegro hatte die nach Unabhängigkeit strebende Regierung 1999 den jugoslawischen Dinar durch die D-Mark ersetzt und im Kosovo war die D-Mark im selben Jahr auf Beschluß der Vereinten Nationen zur offiziellen Währung erklärt worden. 15. Januar 2002 Der finnische Nokia-Konzern hat als einziger unter den führenden Herstellern von Mobiltelefonen auch im Jahr 2001 wieder Milliarden-Gewinne mit Handys gemacht und konnte seinen Weltmarktanteil weiter auf fast 37 Prozent ausbauen. 17. Januar 2002 Die finnische Regierung billigt den Antrag einer Energiegesellschaft zum Bau eines fünften Atomkraftwerks in Finnland. Bei der Abstimmung im Fünf-Parteien-Kabinett von Regierungschef Paavo Lipponen votieren zehn Minister für und sechs gegen eine weiteres AKW. Die endgültige Entscheidung wird das Parlament in Helsinki im Mai treffen. Geplant ist, daß das einzige neue Kernkraftwerk Europas 2010 ans Netz geht. (Am 24. Mai gibt der Reichstag „grünes Licht“ für einen weiteren Ausbau der Atomkraft. 107 Abgeordnete stimmen für und 92 gegen den Bau eines fünften Atomkraftwerks.) 16. Juli 2002 Im Zentrum Helsinkis kommt bei der Explosion einer Autobombe ein Finne ums Leben. Die Behörden gehen von einer Auseinandersetzung zwischen kriminellen Banden und nicht von einem terroristischen Anschlag auf eine nur 200 Meter vom Unglücksort entfernte Synagoge aus. 1. Oktober 2002 Die im Juli von der EU-Kommission beschlossene Liberalisierung des Autohandels und der Autowartung tritt in Kraft. Kern der schrittweise bis Ende Mai 2010 wirksam werdenden Reform, von der man sich mehr Wettbewerb verspricht, ist, daß KFZ-Händler nach einer Übergangsfrist bis Ende September 2005 Autos in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verkaufen können und der sogenannte Gebietsschutz entfällt. Später sollen Händler auch Filialen im EU-Ausland eröffnen können. Darüber hinaus sind sie von Oktober 2003 an nicht mehr verpflichtet, für die Fahrzeuge auch Wartung und Reparatur anzubieten. Dies könne dann von freien Werkstätten übernommen werden. Zudem können Händler künftig auch mehrere Marken anbieten. 11. Oktober 2002 Bei einer Bombenexplosion in einem Einkaufszentrum nahe Helsinki kommen sechs Besucher und der Täter selbst ums Leben und werden 85 weitere Menschen verletzt. Das Motiv des 19jährigen Chemiestudenten, der bislang weder kriminell noch sonst in Erscheinung getreten war, ist völlig unklar. Ein politischer Hintergrund wird von den Ermittlern ausgeschlossen. 28. November 2002 Die Innenminister der 15 EU-Staaten wollen Menschenschmugglern mit neuen Gesetzen das Handwerk legen und beschließen in Brüssel einheitliche Vorgaben zu Haftstrafen und Berufsverboten für die Täter. Zudem einigen sie sich auf einen Aktionsplan zur gemeinsamen Abschiebung von unerwünschten Ausländern. Menschenschmugglern sollen künftig mindestens acht Jahre Gefängnis drohen, wenn sie in einer kriminellen Vereinigung vorgehen oder das Leben der illegal über die Grenze gebrachten Menschen gefährden. Neben einer gerichtlichen Bestrafung wird den Schmugglern die Ausübung des Berufes verboten, den sie bei der Straftat ausübten. Das könnte für Lastwagenfahrer ebenso gelten wir für Spediteure oder Reiseveranstalter. Darüber hinaus verständigen sich die EU-Agrarminister auf schärfere Regeln für die Zulassung von Produkten mit gentechnisch veränderten Organismen: Alle Produkte sollen gekennzeichnet werden, die einen Anteil dieser Organismen von mindestens 0,9 Prozent aufweisen. 13. Dezember 2002 In Kopenhagen besiegelt die Europäische Union die größte Erweiterung ihrer Geschichte: Die Staats- und Regierungschefs der EU und der zehn Bewerberstaaten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern, die am 1. Mai 2004 beitreten sollen, räumen mit einer Grundsatzeinigung über besonders umstrittene Finanzfragen ein großes Hindernis für die Ost-Erweiterung aus dem Weg. Die erhoffte Friedenslösung für das seit 1974 geteilte Zypern kommt allerdings nicht zustande. Deshalb bleibt es vorerst dabei, daß die gesamte Mittelmeerinsel zwar EU-Mitglied wird, das Gemeinschaftsrecht jedoch zunächst nur im griechischsprachigen Süden des Landes Wirkung erlangt. Nach der Erweiterung auf 25 Mitglieder sollen eventuell Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 folgen. In Bezug auf die Forderung der Türkei nach einem baldigen festen Termin für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen einigt man sich auf einen Kompromiß: Wenn die politischen und die wirtschaftlichen EU-Kriterien im Dezember 2004 erfüllt sind, dann sollen die Verhandlungen „ohne jede Verzögerung“ aufgenommen werden. Auf ein konkretes Datum legt sich die EU jedoch nicht fest, und – selbst wenn für die Türkei alles glatt läuft – vor 2012 kann sie ohnehin nicht mit einer Aufnahme rechnen. 16. Dezember 2002 Die EU-Landwirtschaftsminister einigen sich in Brüssel auf ein generelles Verbot für Antibiotika als Futterzusatz für Schweine, Hühner oder Mastrinder. 17. Februar 2003 Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union einigen sich nach heftigem Streit in Brüssel auf eine gemeinsame Kompromiß-Erklärung zur Irak-Krise. Darin wird erstmals auch die Anwendung von militärischer Gewalt auf der Grundlage eines Mandats der Vereinten Nationen als letztem Mittel gegen das Regime von Saddam Hussein in Bagdad eingeschlossen. Bei der Bewältigung der Krise sollen jedoch weiterhin die friedlichen Mittel im Vordergrund stehen. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder steht mit seiner Haltung allerdings allein, daß Deutschland sich auf keinen Fall an einem Krieg gegen den Irak beteiligen und im UN-Sicherheitsrat entsprechend abstimmen werde. Beim Treffen der EU-Außenminister am 27. Januar hatte sich der gemeinsame Standpunkt im wesentlichen darauf beschränkt, den Irak zu einer „vollständigen und unverzüglichen“ Einhaltung der UN-Resolution vom November 2002 aufzufordern. Die Fassade der Einigkeit war aber wenig später durch den gemeinsamen Aufruf von acht europäischen Staats- und Regierungschefs zerstört worden, die ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Position der USA erklärten, ohne andere in ihre Aktion einzubeziehen. Fünf der Unterzeichner waren die Regierungschefs Spaniens, Großbritanniens, Italiens, Portugals und Dänemarks. Bei den drei anderen drei hatte es sich um Präsidenten bzw. Regierungschefs der künftigen EU-Mitgliedsstaaten Polen, Tschechien und Ungarn gehandelt. 16. März 2003 Bei der Parlamentswahl erringt die oppositionelle Zentrumspartei 24,9 Prozent der Stimmen und liegt damit knapp vor den Sozialdemokraten von Ministerpräsident Paavo Tapio Lipponen, die es auf 24,5 Prozent bringt. Damit erhält Oppositionschefin Anneli Jäätteenmäki automatisch den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung. (Am 15. April wird die 48-Jährige vom Parlament zur ersten Ministerpräsidentin Finnlands gewählt.) 16. April 2003 Die Staats- und Regierungschefs der fünfzehn EU-Staaten und der zehn neuen ost- und südosteuropäischen Mitglieder unterzeichnen in einer feierlichen Zeremonie am Fuße der Akropolis in Athen – der „Geburtsstätte der Demokratie“ – die mühsam ausgehandelten Beitrittsverträge und würdigen das Ereignis einhellig als „historisch“. Durch die größte Erweiterungsrunde der EU-Geschichte wird die lange politische Teilung zwischen West- und Ost-Europa endgültig überwunden. Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern treten der Europäischen Union offiziell am 1. Mai 2004 bei. Bis dahin müssen die nationalen Parlamente die Verträge ratifizieren. Ab sofort nehmen die zehn Staaten aber an allen EU-Beratungen teil, wenn auch noch ohne Stimmrecht. 3. Juni 2003 Nach 14jährigen Verhandlungen einigen sich die Finanzminister der Europäischen Union in Luxemburg endgültig auf eine grenzüberschreitende Zinsbesteuerung, die Steueroasen „austrocknen“ und Geldwäsche verhindern soll. Ein entsprechendes EU-Gesetz soll von 2005 an gelten. Zwölf EU-Länder werden von 2005 an Kontrollmitteilungen über Konten von EU-Ausländern austauschen. Die „Steuerparadiese“ Belgien, Luxemburg und Österreich werden stattdessen eine Zinssteuer erheben, die stufenweise ansteigt. Auch das Nicht-EU-Land Schweiz und andere „Drittstaaten“ wie Liechtenstein werden mit ins Boot geholt, da sie Finanzzentren in Europa sind. Die Finanzminister haben diesbezüglich Anfang des Jahres eine Grundsatzvereinbarung getroffen. Das wichtigste Ziel ist die Eindämmung der grenzüberschreitenden Steuerflucht in Europa. 4. Juni 2003 Der EU-Ministerrat gibt in Luxemburg offiziell grünes Licht für eine EU-Friedensmission in Kongo(-Kinshasa) und für die Entsendung von 1.500 Soldaten. Es handelt sich dabei um die erste große (und überaus riskante) Militäraktion der Europäischen Union ohne NATO-Hilfe. Allein der Transport von Soldaten und Material in die Krisenregion Ituri im Nordosten des zentralafrikanischen Landes, wo seit 1999 ein blutiger Bürgerkrieg vor allem zwischen den Stämmen der Hemu und der Lendu tobt, dem bislang schätzungsweise 50.000 Menschen zum Opfer fielen und wo bislang nur 700 UN-Soldaten stationiert sind, ist ein Problem. Da der Landweg unpassierbar ist, verbleibt nur der Luftweg. Nach Angaben aus Luxemburg handelt es sich um einen örtlich und zeitlich klar begrenzten UN-Auftrag, der auf die Stadt Bunia beschränkt ist, d.h. die Soldaten werden nicht mitten im afrikanischen Dschungel gegen Guerillas kämpfen, sondern sollen die Hauptstadt der Provinz Ituri und ihren Flughafen sichern. Außerdem soll der Einsatz unter der Führung Frankreichs mit dem Codenamen „Artemis“ höchstens bis zum 1. September 2003 dauern. Bunia wird derzeit von der UPC (Union Kongolesischer Patrioten) beherrscht. Die zum Volk der Hema gehörende und von Ruanda unterstützte Miliz verfügt in der Großstadt über mehrere hundert Kämpfer, viele von ihnen unter Alkohol und Drogen gesetzte Kindersoldaten, über schwere Maschinengewehre, Raketenwerfer sowie Anti-Personen- und Anti-Panzer-Minen. Ihre Anführer haben bereits heftigen Widerstand gegen die Friedenstruppe angekündigt. Ruanda und Uganda hatten 1998 einen Krieg gegen die Regierung in Kinshasa begonnen und weite Teile der Demokratischen Republik Kongo besetzt. Das führte zur Intervention weiterer afrikanischer Staaten. Doch statt Frieden zu schaffen, plünderten die Befehlshaber auf allen Seiten die reichen Bodenschätze des Landes. Weil die beteiligten Mächte Stellvertreter-Milizen aufbauten, geht der Kampf um Land und natürliche Reichtümer auch nach im Jahr 2002 unterzeichneten Friedensverträgen und nach dem Abzug der ruandischen und ugandischen Truppen weiter. Große Teile im Osten und Norden werden nicht mehr von der Regierung in Kinshasa, sondern von teils verfeindeten Rebellen-Milizen kontrolliert. Die Wirtschaft Kongos ist trotz immenser Rohstoffvorkommen an Gold, Diamanten, Kupfer, Kobald, Edelholz und Erdöl ruiniert, und das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur noch etwa 80 Dollar jährlich. Rund um Bunia locken Goldminen die Plünderer an. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern und dauerhaften Frieden zu ermöglichen will UN-Generalsekretär Kofi Annan die Stärke der internationalen Friedenstruppe im gesamten Kongo von derzeit rund 3.700 Mann auf 11.000 verdreifachen. Außerdem soll das Mandat der UN-Mission (MONUC) um ein Jahr bis Ende Juni 2004 verlängert werden. Nach Ansicht von „Experten“ kann die UN-Truppe zwar vorübergehend für die dringend notwendige Sicherheit in Bunia sorgen und weitere Massaker verhindern, Frieden für Ituri und den übrigen Kongo, wo die meisten der über 200 Stämme dem Bantu-Volk angehören, können letztendlich aber nur weitere Verhandlungen bringen. 13. Juni 2003 Der 105köpfige EU-Reformkonvent nimmt in Brüssel den in 16 Monaten erarbeiteten Entwurf für eine europäische Verfassung an. Auf Druck von Parlaments- und Regierungsvertretern hatte das 13köpfige Konventspräsidium unter Vorsitz von Giscard d’Estaing zuvor noch mehrere Änderungen an dem mehrere hundert Seiten umfassenden Dokument mit insgesamt 338 Artikeln vorgenommen. Sie zielen darauf, die Rolle des EU-Kommissionspräsidenten gegenüber dem künftigen EU-Ratsvorsitzenden zu stärken. Am 20. Juni empfehlen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union im griechischen Thessaloniki den Kompromiß-Entwurf als „gute Ausgangsbasis“ für die abschließenden Verhandlungen über eine Verfassung, mit der die EU nach der Aufnahme von zehn neuen Ländern am 1. Mai 2004 handlungsfähig bleiben soll. Von September 2003 bis spätestens Frühjahr 2004 soll von der Regierungskonferenz der Mitgliedstaaten der endgültige Text ausgearbeitet werden. Inkrafttreten könnte die Verfassung nach der Ratifizierung in allen 25 Staaten voraussichtlich 2005. 24. Juni 2003 Das Parlament in Helsinki wählt Verteidigungsminister Matti Vanhanen zum Nachfolger von Ministerpräsidentin Anneli Jäätteenmäki, die sechs Tage zuvor unter dem Druck einer Affäre um Geheimpapiere nach nur drei Monaten im Amt zurückgetreten war. Sie sah sich heftigen Vorwürfen ausgesetzt, daß sie im Wahlkampf Informationen aus geheimen Unterlagen des Außenministeriums benutzt habe. Dem amtierenden Regierungschef Paavo Lipponen hatte sie vorgeworfen, den neutralen Status Finnlands aufgegeben und sich im Irak-Konflikt auf die Seite der USA gestellt zu haben. (Am 19. März 2004 wird Frau Jäätteenmäki von dem Vorwurf freigesprochen, sie habe im Wahlkampf geheime Staatsdokumente öffentlich eingesetzt.) 26. Juni 2003 Mit der radikalsten Agrarreform in der Geschichte der Europäischen Union beschließen die EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg einen Systemwechsel für die milliardenschweren Beihilfen, um die mit Steuergelndern finanzierte Überproduktion drastisch einzudämmen. Das Kernstück der Reform ist die Entkoppelung, mit der den Bauern der Anreiz zur Überproduktion genommen werden soll. Sie erhalten künftig eine Beihilfe, die anhand historischer Prämieneinnahmen errechnet wird und ihre Existenz sichert. Die Landwirte sollen sich an der tatsächlichen Nachfrage nach Agrarprodukten am Markt orientieren. Bislang galt: Je mehr die Bauern produzierten, desto mehr Geld bekamen sie. Außerdem drohen den Landwirten erstmals Abzüge bis zu einem Viertel der Prämie, wenn sie gegen Tier-, Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen verstoßen. 1. Januar 2004 Irland übernimmt turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union bis 30. Juni 2004. Somit liegt das Schicksal der EU-Verfassung nun in Händen von Premierminister Bertie Ahern. Er muß sich als EU-Ratsvorsitzender mit den schwierigen Verhandlungen herumschlagen, die sein Vorgänger, der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, nicht hatte zum Erfolg führen können. Die Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Mitgliedsländer und der zehn Staaten, die der Gemeinschaft am 1. Mai 2004 beitreten (Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Zypern) konnten sich am 13. Dezember 2003 auf ihrem Gipfeltreffen nicht auf die Annahme des Verfassungsentwurfs verständigen, den der EU-Konvent ein halbes Jahr vorgelegt hatte. Hauptstreitpunkt ist die Frage, wie künftig im EU-Ministerrat Entscheidungen gefällt werden. Der Konvent hat hierfür das Prinzip der „doppelten Mehrheit“ vorgesehen. Demnach hat jedes Mitgliedsland eine Stimme. Damit im Ministerrat eine Regelung verabschiedet werden kann, muß sie die Mehrheit der Stimmen – also mindestens 13 von 25 – erhalten, und die befürwortenden Länder müssen mindestens 60% der EU-Bevölkerung repräsentieren. Dieses Verfahren soll flexiblere Entscheidungen ermöglichen und verhindern, daß Gesetze durch relativ kleine Minderheiten blockiert werden können. Allerdings gewinnen die bevölkerungsreichen Länder größere Dominanz. (Allein Deutschland vertritt 17% der EU-Einwohner.) Gegner der doppelten Mehrheit sind vor allem Polen und Spanien. 19. März 2004 Beim bislang schlimmsten Busunglück in der Geschichte Finnlands – in Mittelfinnland rammt ein mit 38 Tonnen Papierrollen beladener Lastwagen auf eisglatter Fahrbahn einen mit Jugendlichen besetzten Reisebus – kommen 24 Schüler ums Leben und weitere 14 Passagiere werden z.T. schwer verletzt. 29. April 2004 Die Innenminister der 15 „alten“ EU-Staaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien) setzen zwei Tage vor dem Beitritt der zehn neuen Mitglieder (Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern) in Luxemburg einen Schlußpunkt unter ihre jahrelangen Verhandlungen bezüglich eines gemeinsamen Asylrechts und einigen sich auf eine Richtlinie, die eine Zurückweisung von Asylbewerbern an der Grenze erlaubt, wenn diese aus vorab festgelegten „sicheren Drittstaaten“ kommen. 18. Juni 2004 Die EU-Staats- und Regierungschefs einigen sich nach langen Verhandlungen in Brüssel auf eine Verfassung für das geeinte Europa, die bis 2007 in Kraft treten soll. Zuvor muß sie jedoch von den Parlamenten in den 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und z.T. auch durch Volksabstimmungen gebilligt werden. Um einen Kompromiß zu finden, wurden zahlreiche Änderungen an dem 2003 vorgelegten Entwurf des Verfassungskonvents vorgenommen. 18. November 2004 Mit drei Wochen Verspätung kann die neue EU-Kommission in Brüssel ihr Amt antreten. Nach einem bislang einzigartigen Machtkampf zwischen Kommisionpräsident José Manuel Durão Barroso und dem Europa-Parlament stimmt eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten in Straßburg (449 gegen 149 Stimmen bei 82 Enthaltungen) für die neu formierte Mannschaft des Portugiesen. Seine erste Liste hatte Barroso Ende Oktober zurückgezogen, weil ihr wegen besonders umstrittener Kandidaten eine Ablehnung im Parlament drohte. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Finnland...Alvar Aalto Architekt, Designer geboren: 03.02.1898 (Kuortane) gestorben: 11.05.1976 (Helsinki) Finnischer Pavillon für Expo in Paris - Bauwerk (1937); Wohnprojekte für Interbau im Berliner Hansaviertel - Bauwerk (1957-59); Maison Carrèe nahe Paris - Bauwerk (1956-58); Hochhaus für Siedlung Neue Vahr in Bremen - Bauwerk (1959-63); Kulturzentrum in Wolfsburg - Bauwerk (1962-63); Kongreß- und Konzertzentrum „Finlandia" in Helsinki - Bauwerk (1962-71); Kirche in Riola bei Bologna - Bauwerk (1978 (postum beendet)); Opernhaus in Essen - Bauwerk (1988 (postum realisiert)) Literatur... Väinö Aaltonen Bildhauer geboren: 08.03.1894 (Karinaien) gestorben: 30.05.1966 (Helsinki) Literatur... Mikael Agricola Theologe geboren: um 1509 (Pernaja) gestorben: 09.04.1557 (Uusikirkko) Literatur... Esko Tapani Aho Politiker, Regierungschef von Finnland (1991-95) geboren: 20.05.1954 (Veteli) Literatur... Janne Ahonen Skispringer geboren: 11.05.1977 (Lahti) Literatur... Martti Oiva Ahtisaari Politiker, Staatspräsident von Finnland (1994-2000), Diplomat geboren: 23.06.1937 (Vilpuri (Karelien; heute: Vyborg)) Literatur... Albert Gustav Aristides Edelfelt Maler geboren: 21.07.1854 (Insel Kiala (bei Borga)) gestorben: 18.08.1905 (Insel Haiko (bei Borga)) Literatur... Mika Häkkinen Autorennfahrer geboren: 28.09.1968 (Vantaa (bei Helsinki)) Literatur... Tarja Halonen Politikerin, Staatspräsidentin von Finnland (seit 2000) geboren: 24.12.1943 Literatur... Tove Jansson Schriftstellerin geboren: 09.08.1914 (Helsinki) gestorben: 27.06.2001 (Helsinki) Literatur... Aki Kaurismäki Filmregisseur geboren: 04.04.1957 (Helsinki) Literatur... Urho Kaleva Kekkonen Politiker, Regierungschef von Finnland (1950-56), Staatspräsident von Finnland (1956-81) geboren: 03.09.1900 (Pielavesi (bei Kuopio)) gestorben: 31.08.1986 (Helsiniki) Literatur... Mauno Koivisto Politiker, Regierungschef von Finnland (1968-70; 1979-82), Staatspräsident von Finnland (1982-94) geboren: 25.11.1923 (Turku) Literatur... Paavo Tapio Lipponen Politiker, Regierungschef von Finnland (1995-2003) geboren: 23.04.1941 (Turtola) Literatur... Elias Lönnrot Mediziner, Volkskundler geboren: 09.04.1802 (Sammatti) gestorben: 19.03.1884 (Sammatti) Literatur... Carl Gustav Baron von Mannerheim Militär, Politiker, Staatspräsident von Finnland (1944-46) geboren: 04.06.1867 (Villnäs) gestorben: 21.01.1951 (Lausanne) Literatur... Paavo Nurmi Langstreckenläufer geboren: 13.06.1897 (Turku) gestorben: 02.10.1973 (Helsinki) Literatur... Juho Paasikivi Politiker, Staatspräsident von Finnland (1946-56) geboren: 27.11.1870 (Tampere) gestorben: 14.12.1956 (Helsinki) Literatur... Johan Ludvig Runeberg Dichter geboren: 05.02.1804 (Pietarsaari) gestorben: 06.05.1877 (Porvoo) Die Sagen des Fähnrich Stahl - Balladen (1860) Literatur... Eero Saarinen Architekt, Designer geboren: 20.08.1910 (Kirkkonummi (bei Helsinki)) gestorben: 01.01.1961 (Ann Arbor (Bundesstaat Michigan)) Literatur... Jean SibeliusEigentlicher Name: Johan Julius Christian Sibelius Komponist geboren: 08.12.1865 (Hämeenlinna) gestorben: 20.09.1957 (Järvenpää (bei Helsinki)) Die Jungfrau im Turm - Oper (1896) Literatur... Frans Eemil Sillanpää Schriftsteller geboren: 16.09.1888 (Hämeenkyrö) gestorben: 26.06.1964 (Helsinki) Sonne des Lebens - Roman (1916 (deutsch: 1951)); Silja, die Magd - Roman (1931 (deutsch: 1932)); Eines Mannes Weg - Roman (1932 (deutsch: 1933)) Nobelpreis für Literatur 939 Literatur... Artturi Ilmari Virtanen Biochemiker geboren: 15.01.1895 (Helsinki) gestorben: 11.11.1973 (Helsinki) Nobelpreis für Chemie 1945 Literatur... Mika Waltari Schriftsteller geboren: 19.09.1908 (Helsinki) gestorben: 26.08.1979 (Helsinik) Sinuhe, der Ägypter - Roman (1945); Die weiße Taube - Roman (1958); Minutus der Römer - Roman (1964) Literatur... 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