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Republik FidschiChronik Überblick Basisdaten
Ab 1200 v. Chr. Auf den Inseln des heutigen Pazifik-Inselstaates Fidschi (Na Matanitu ko Viti) leben verschiedene Volksstämme, deren dunkelhäutige, (wahrscheinlich) ursprünglich aus Neuguinea stammende Vorfahren ab etwa 1300 v. Chr. per Kanu in die Inselwelt des Pazifiks vorstießen. (Zum knapp 18.500 Quadratkilometer großen Staatsgebiet von Fidschi [Landfläche; inkl. Meeresfläche rund 104.000 Quadratkilometer] etwa 2.000 Kilometer nördlich von Neuseeland gehören insgesamt 332 Inseln, wovon 110 bewohnt sind; Hauptstadt ist Suva auf der rund 10.500 Quadratkilometer großen Insel Viti Levu, wo heute fast 75% der Gesamteinwohner leben; die zweite Hauptinsel mit rund 5.500 Quadratkilometern ist Vanua Levu.) 1643 Nach der Entdeckung Neuseelands erreicht der Holländer Abel Janszoon Tasman als erster Europäer auch Teile der Fidschigruppe, was jedoch wieder in Vergessenheit gerät. 1774 Der Engländer James Cook stößt auf seiner zweiten Südseefahrt (1772-75) – er hatte auf seiner ersten Reise (1768-71) bereits zahlreiche Pazifik-Inseln kartographiert und sowohl die Ostküste Australiens als auch die Nordinsel Neuseelands für Großbritannien in Besitz genommen – erneut auf die Inselwelt der heutigen Republik Fidschi, nimmt jedoch wegen des vorherrschenden Kannibalismus der Bewohner Abstand von einer näheren Erforschung. (James Cook wird am 14. Februar 1779 während seiner dritten Pazifikreise auf Hawaii von Eingeborenen erschlagen.) 1827 Der Franzose Dumont d'Urville beginnt mit der näheren Erforschung der Inseln der heutigen Republik Fidschi. Ab 1830 Europäische Kaufleute beginnen auf den Fidschi-Inseln mit der radikalen Abholzung der begehrten Sandelholzbäume und dem Anbau von Baumwolle. 1855 Der König von Fidschi, Häuptling Cakobau, der kurz zuvor den Stammesstreit um die Oberherrschaft über die Inselwelt für sich entschieden hatte, unterzeichnet mit den Briten Handelsverträge, nimmt das Christentum an und schafft den Kannibalismus endgültig ab. 10. Oktober 1874 Die Fidschi-Inseln werden britische Kronkolonie. Verwaltungssitz ist Suva auf Viti Levu. Nach dem Verfall des Weltmarkpreises für Baumwolle beginnt man mit dem Anbau von Zuckerrohr. 1875 Auf den Fidschi-Inseln bricht eine Masernepidemie aus, der fast 70.000 Bewohner zum Opfer fallen (rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung). 1876 Die ersten Inder werden für die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen auf die Inseln gebracht (bis 1916 über 60.000). 1941 Um einer Invasion durch die Japaner zuvorzukommen, besetzen die USA die Fidschis bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. 1959 Auf den Fidschi-Inseln kommt es zwischen Ureinwohnern und Indern (sie stellen inzwischen 51% der Gesamtbevölkerung) zu blutigen Rassenunruhen. 1966 Großbritannien gewährt den Fidschi-Inseln innere Selbstverwaltung. 1968 In der Hauptstadt Suva wird eine Universität gegründet. (Obwohl auf den Fidschis keine Schulpflicht herrscht, besuchen fast alle Kinder zwischen 6 und 16 Jahren eine Schule; der Grundschulunterricht ist kostenlos.) 10. Oktober 1970 Die Fidschi-Inseln werden im Rahmen des Commonwealth als parlamentarische Monarchie in die Unabhängigkeit entlassen und erhalten eine eigene Verfassung. Ratu Sir Kamisese Mara von der Alliance Party (Partei der Bevölkerung melanesischer Abstammung) wird Premierminister. Staatsoberhaupt ist Königin Elizabeth II. von Großbritannien, vertreten durch einen einheimischen Generalgouverneur. 5. August 1971 Als Basis für eine enge wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit der Südseegebiete gründen Australien, Neuseeland (mit den Cook-Inseln und Niue), Fidschi, (West-)Samoa, Papua-Neuguinea, Tonga und Nauru im neuseeländischen Wellington das „Südpazifik-Forum“. 1978 Die Regierung in Suva verweigert der UdSSR die Eröffnung einer Botschaft auf den Fidschi-Inseln. April 1987 Timoci Bavadra von der National Federation Party (sie vertritt die Bevölkerung indischer Abstammung) wird Premierminister von Fidschi. Er erklärt Fidschi zur nuklearfreien Zone, d.h., daß US-amerikanische, mit Atomwaffen bestückte Kriegsschiffe nicht mehr in die Häfen Fidschis einlaufen dürfen. 14. Mai 1987 Um einen indischen Machtzuwachs zu verhindern, stürzt das Militär Premierminister Timoci Bavadra, der sich sehr für die Rechte der indischstämmigen Bevölkerung engagiert hatte, und setzt General Sitiveni Rabuka als Premierminister ein. 20. Mai 1987 In der Fidschi-Hauptstadt Suva kommt es zu blutigen Rassenunruhen zwischen Mitgliedern der melanesischen und indischen Bevölkerungsgruppen. 7. Oktober 1987 Trotz Protestes Großbritanniens erklärt sich Fidschi zur Republik und wird daraufhin aus dem Commonwealth ausgeschlossen. Der bisherige Generalgouverneur Ratu Sir Penaia Ganilau wird Staatspräsident. 6. Dezember 1987 Ratu Sir Kamisese Mara wird nach Neuwahlen ein weiteres Mal Regierungschef von Fidschi. Juli 1990 Eine neue Verfassung, die Indischstämmige benachteiligt (z.B. dürfen sie kein Land besitzen und müssen ihre Felder von eingeborenen Fidschianern pachten), wird verabschiedet. Damit soll die wirtschaftliche Vormachtstellung der Inder gebrochen werden. Auch im Zwei-Kammern-Parlament sind die Inder künftig benachteiligt: Das Repräsentantenhaus besteht aus 70 Mitgliedern (37 Fidschianer, 27 Inder, 1 Rotumanier und 5 Vertreter weiterer ethnischer Minderheiten [Chinesen, Europäer]). Der Große Rat der Stammeshäuptlinge (Bose Levu Vakaturaga) ernennt alle 5 Jahre einen Präsidenten, der Fidschianer sein muß. Daraufhin verlassen innerhalb weniger Monate rund 50.000 Inder das Land. Juni 1992 Ratu Sir Penaia Ganilau wird als Staatsoberhaupt der Insel-Republik Fidschi bestätigt, und Sitiveni Rabuka wird erneut zum Regierungschef gewählt. 18. Januar 1994 Nach dem Tode von Ratu Sir Penaia Ganilau wird Ratu Sir Kamisese Mara vom Großen Rat der Stammeshäuptlinge zum Staatspräsidenten der Insel-Republik Fidschi gewählt. Premierminister bleibt Sitiveni Rabuka, der sich um die Wiederaufnahme in das Commonwealth bemüht. (1997 wird Fidschi wieder in das Staatenbündnis aufgenommen.) 1996 Die Regierung der Insel-Republik Fidschi ist bemüht, den Fremdenverkehr als eine wichtige Devisen-Einnahmequelle weiter auszubauen. Anfang 1997 Die indischstämmige Bevölkerung der Fidschis fordert anläßlich der turnusmäßigen Verfassungsüberprüfung verschiedene Klauseländerungen hinsichtlich der Wiederherstellung ihrer wirtschaftlichen und politischen Gleichstellung mit den ethnischen Fidschianern. Ende 1998 Die bereits 1997 verabschiedete Verfassung tritt in Kraft. Darin enthalten ist u.a. die Gleichberechtigung der Rassen im Parlament; zudem können künftig auch Inder – sie stellen rund 43 Prozent der Gesamtbevölkerung – zum Staatsoberhaupt bzw. Regierungschef der Republik Fidschi gewählt werden. 18. Januar 1999 Ratu Sir Kamisese Mara wird vom Großen Rat der Stammeshäuptlinge im Amt des Staatsoberhaupts der Republik Fidschi bestätigt. 19. Mai 1999 Nach den vom 8. bis 15. Mai auf den Fidschi-Inseln abgehaltenen Parlamentswahlen wird der indischstämmige Vorsitzende der FLP (Fiji Labour Party – überwiegend Inder), Mahendra Chaudry, von Staatspräsident Ratu Sir Kamisese Mara zum Chef einer Koalitionsregierung aus FLP, FAP (Fijan Association Party – überwiegend Fidschianer) und PANU (Party of National Unity) vereidigt. 24. Juli 1999 Eine Maschine der Air Fiji fliegt etwa 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Suva gegen einen Berg und zerschellt. Alle 17 Insassen kommen ums Leben. 19. Mai 2000 Sieben bewaffnete Männer unter der Führung des bankrotten Geschäftsmannes George Speight nehmen im Parlament in Suva den indischstämmigen Regierungschef der Republik Fidschi, Mahendra Chaudhry, und weitere rund drei Dutzend Politiker als Geiseln und proklamieren eine Übergangsregierung unter dem Oppositionspolitiker Ratu Timoci Silatolu. Begründet wird der Putsch mit der angeblichen Benachteiligung der melanesisch-polynesischen Urbevölkerung durch die Regierung Chaudhry. Staatspräsident Ratu Sir Kamisese Mara ruft den Ausnahmezustand aus. 21. Mai 2000 Die Putschisten, die im Parlament in Suva 38 Regierungsmitglieder als Geiseln festhalten, drohen mit deren Erschießung, falls der 80jährige Präsident Ratu Sir Kamisese Mara nicht zurücktrete und die gemischtrassige Regierung des indischstämmigen Mahendra Chaudhry nicht offiziell abgesetzt werde. (Von den 800.000 Einwohnern der Fidschi-Inseln sind etwa 50 Prozent Fidschianer und 44 Prozent Inder.) 29. Mai 2000 Angesichts der sich zuspitzenden Lage nach dem Putsch melanesischer Nationalisten übernimmt das Militär die Macht in der Inselrepublik Fidschi. Oberbefehlshaber Frank Bainimarama verhängt über die Inseln das Kriegsrecht und erklärt Staatspräsident Ratu Sir Kamisese Mara für abgesetzt. Zum Chef einer Übergangsregierung wird Ratu Epeli Nailatikau ernannt, ein Schwiegersohn von Mara. George Speight jedoch fordert mittlerweile das Amt des Regierungschefs für sich selbst und verschanzt sich weiterhin mit seinen Geiseln im Parlamentsgebäude. 4. Juli 2000 Der Armeechef der Republik Fidschi, Frank Bainimarama, setzt eine neue zivile Übergangsregierung unter dem Bankier Latisenia Quarase ein. Doch auch diese wird von George Speight, der inzwischen 19 Geiseln freigelassen hat, abgelehnt. 13. Juli 2000 Nach acht Wochen geht das Geiseldrama in der Republik Fidschi unblutig zu Ende: Die Putschisten lassen den ehemaligen Regierungschef Mahendra Chaudhry und die letzten 17 Geiseln frei. Unterdessen wählt der sogenannte Große Rat der Häuptlinge den von Rebellenführer George Speight vorgeschlagenen Melanesier Ratu Josefa Illoilo zum neuen Staatspräsidenten. Illoilo, der zuvor bereits Vizepräsident war und als Freund Speights gilt, folgt Ratu Sir Kamisese Mara im Amt, der nicht mehr kandidierte. Speight und seinen Anhängern wurde Straffreiheit zugesagt. 28. Juli 2000 Staatspräsident Ratu Josefa Illoilo vereidigt die neue fidschianische Regierung unter der Führung des indischstämmigen Quarase Latisenia. Dem Kabinett gehört zwar nur noch ein weiterer indigener Minister, aber kein einziger Speight-Gefolgsmann an. George Speight wird trotz vorheriger Amnestieversprechen verhaftet und wegen Hochverrats angeklagt. 27. Oktober 2000 In Bairiki, der Hauptstadt Kiribatis, geht die 31. Gipfelkonferenz des „Südpazifik-Forums“ zu Ende, das 1999 in „Pazifik-Insel-Forum“ (PIF) umbenannt wurde. Der 1971 als Basis für eine enge wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit der Südseegebiete von Australien, Neuseeland (mit den Cook-Inseln und Niue), Fidschi, (West-)Samoa, Papua-Neuguinea, Tonga und Nauru gegründeten Gemeinschaft gehören mittlerweile auch die Pazifikstaaten Kiribati, Marshallinseln, Mikronesien, Palau, Salomonen, Tuvalu und Vanuatu an. Hauptthemen der diesjährigen, drei Tage dauernden Konferenz waren die wachsenden politischen und ethnischen Spannungen und Konflikte in der Südpazifik-Region (Salomonen, Fidschi, Insel Bougainville), der Umweltschutz, der zunehmende Drogenhandel sowie eine Konkretisierung der im Vorjahr aufgestellten Pläne zur stufenweisen Schaffung einer Pazifischen Freihandelszone bis zum Jahr 2009. 24. August 2001 Über ein Jahr nach dem Putsch militanter Nationalisten um den gescheiterten Geschäftsmann George Speight finden auf den Fidschi-Inseln vorgezogene Parlamentswahlen statt, da der Oberste Gerichtshof des Staates die noch immer von den Putschisten beeinflußte Interimsregierung für illegal erklärt hatte. Um allen Fidschianern auf den rund 300 Inseln eine Stimmabgabe zu ermöglichen, wird die Wahl eine ganze Woche dauern. (Gegen Speight, der nur zur Hälfte Fidschianer ist und sich erst nach seiner Verhaftung den einheimischen Namen Ilikimi Naitani gab, wurde am Vortag der Prozeß eröffnet. Ein Urteil wird allerdings nicht vor Ende 2002 erwartet. Trotz der Anklage wegen Landesverrats darf er nach fidschianischem Recht sogar für eine kleine nationalistische Partei antreten und sich wählen lassen. Allerdings müßte er sein Mandat im Falle einer späteren Verurteilung wieder niederlegen.) 7. September 2001 Bei den im August durchgeführten Parlamentswahlen erzielte die Partei des nach dem Putsch im vergangenen Jahr eingesetzten indischstämmigen Regierungschef Laisenia Quarese die meisten Stimmen, verfehlte jedoch die absolute Mehrheit. Der wegen Landesverrats angeklagte Putschistenführer Ilikimi Naitani (George Speight) erlangte ein Mandat. 17. Februar 2002 Fast zwei Jahre nach seinem Umsturzversuch auf den Fidschi-Inseln wird der wegen Landesverrats angeklagte Putschistenführer Ilikimi Naitani (George Speight) in der Hauptstadt Suva zum Tode verurteilt. Die Regierung wandelt den Richterspruch jedoch in eine Haftstrafe von vierzehn Jahren um, da sich der Putschist in dem Verfahren überraschend schuldig bekannt hatte – nach Angaben seines Rechtsbeistands, um seine zehn Mitverschwörer vor schweren Strafen zu bewahren. 13. Januar 2003 Der tropische Wirbelsturm „Ami“ hat auf den Fidschi-Inseln im Südpazifik eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Zwei Kinder wurden beim Einsturz einer Kirche getötet, in der sie Zuflucht gesucht hatten. Die schweren Stürme von bis zu 185 Stundenkilometern Geschwindigkeit machten mindestens ein Dorf dem Erdboden gleich und zerstörten zahlreiche Ernten. Viele Uferregionen wurden von einer Flutwelle überspült. Fidschis Touristenzentren wurden von dem Zyklon verschont. 30. November 2003 Die Bewohner eines kleinen Ortes auf den Fidschi-Inseln entschuldigen sich mit einer feierlichen Zeremonie bei den Nachfahren des britischen Missionars Thomas Baker, der 1867 als letzter Mensch auf Fidschi verspeist wurde, nachdem er den Kopf des Stammesführeres berührt hatte, was als besonders schweres Delikt galt. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Fidschi...Mahendra Chaudry Politiker, Regierungschef von Fidschi (1999-2000) geboren: 02.09.1942 Literatur... Ratu Sir Kamisese Mara Politiker, Regierungschef von Fidschi (1; 1970-87), Staatspräsident von Fidschi (1994-2000) geboren: 1920 gestorben: 19.04.2004 (Insel Lau) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |