|
Republik EstlandChronik Überblick Basisdaten
1219 Die zur finnischen Völkerfamilie gehörenden Esten werden von König Valdemar II. von Dänemark unterworfen. Reval, die Hauptstadt der heutigen Republik Estland (estnisch: Tallinn – „Stadt der Dänen“; als Kolywani 1154 erstmals erwähnt, im 13. Jahrhundert dann unter dem Namen Lindanise), wird zur Festung ausgebaut. 1284 Reval, die Hauptstadt der heutigen Republik Estland, wird Mitglied der deutschen Hanse, dem Zusammenschluß norddeutscher Kaufmannsstädte, und gelangt zu großem Wohlstand durch weltweite Handelsbeziehungen. 1346 Der „Teutonische Orden“ (Deutschritterorden)löst die dänische Oberhoheit über den nördlichen Landesteil der heutigen Republik Estland ab. 1558 Das Gebiet der heutigen Republik Estland wird von Schwedenkönig Erik XIV. besetzt, der im Baltikum ein schwedisches Imperium aufbauen will. 1561 Das Gebiet der heutigen Republik Estland unterstellt sich freiwillig der Oberhoheit Schwedens. (Die bis ins 18. Jahrhundert dauernde „schwedische Zeit“ gilt heute in der Geschichte Estlands als die „goldene Zeit“.) 1632 In Tartu (Dorpat) wird von Schwedenkönig Gutstav II. Adolf eine Universität gegründet. 10. September 1721 Das seit 1561 zu Schweden gehörende Gebiet der heutigen Republik Estland gerät nach dem Sieg von Zar Peter I. dem Großen im zweiten Nordischen Krieg unter russische Herrschaft. 1815 In Estland wird die Leibeigenschaft der Bauern abgeschafft. 1905 Nach der ersten russischen Revolution genehmigt Moskau Estland ein eigenes Parlament. 1914 Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wird Estland von deutschen Truppen besetzt. 24. Februar 1918 Der Nationalrat ruft die Unabhängigkeit der Republik Estland von Rußland aus, die von Sowjetrußland nach zweijährigem Krieg am 2. Februar 1920 im „Frieden von Dorpat“ anerkannt wird. Ab 1920 Die Aufteilung des Großgrundbesitzes kann die sozialen und nationalen Spannungen in Estland nicht beseitigen. 1924 In Estland wird ein kommunistischer Putsch niedergeschlagen. 1925 In Estland wird ein vorbildliches Gesetz zur Kulturautonomie der Minderheiten verabschiedet. 1934 Der estnische Regierungschef Konstantin Päts errichtet unter Ausschaltung des Parlaments eine faschistische Diktatur. 23. August 1939 Das geheime Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes zwischen Adolf Hitler und dem sowjetischen Diktator Josef Stalin spricht Estland, Litauen und Lettland der sowjetischen Interessenssphäre zu. 17. Juni 1940 Die sowjetische „Rote Armee“ besetzt Estland. Ein aus Scheinwahlen hervorgegangenes Parlament beantragt die Aufnahme Estlands als „Estnische Sozialistische Sowjetrepulik“ in die UdSSR, die im August vollzogen wird. Über 100.000 Esten werden in der Folgezeit im Rahmen der „Sowjetisierung“ nach Sibirien deportiert. Ab Juni 1941 Nach dem Angriff der Deutschen auf die UdSSR ist Estland bis 1944 von deutschen Truppen besetzt. Ab 1944 Nach Wiederherstellung der Sowjetherrschaft folgen weitere Deportationen unzähliger Esten wegen Kollaboration mit den Deutschen sowie eine massenhafte Einwanderung von Russen, die letztendlich über 30 Prozent der Bevölkerung stellen. Für die Zeit bis 1991 siehe unter Rußland Ab 1985 Die einsetzende Reformpolitik in der Sowjetunion fördert die estnische Nationalbewegung. 2. Oktober 1988 In Tallinn wird die estnische „Volksfront“ (Rahvarinne) gegründet. 16. November 1988 Der estnische „Oberste Sowjet“ fordert von Moskau weitgehende Autonomie. Entsprechende Beschlüsse werden jedoch von den zentralen Machtorganen der UdSSR abgelehnt. Juli 1989 Moskau sagt Litauen, Estland und Lettland aufgrund verstärkter Autonomiebewegungen ab 1990 wirtschaftliche Selbständigkeit zu. 18. März 1990 Die estnische Unabhängigkeitsbewegung gewinnt die Wahlen zum „Obersten Sowjet“. Das neue Parlament erklärt eine „Übergangszeit“ bis zur endgültigen Unabhängigkeit von der UdSSR. Juni 1990 Litauen, Estland und Lettland erklären in gegenseitigem Einvernehmen ihren Austritt aus der UdSSR. Moskau verhängt Wirtschaftssanktionen gegen die abtrünnigen Republiken und entsendet Truppenverbände in die Gebiete. 20. August 1991 Estland erklärt seine endgültige Unabhängigkeit von der UdSSR. 6. September 1991 Moskau erkennt die staatliche Unabhängigkeit der Republik Estland an. Staatspräsident ist Arnold Rüütel, Ministerpräsident E. Savisaar. 20. September 1991 Die Republik Estland wird (zusammen mit Lettland und Litauen) in die UNO aufgenommen. 21. Dezember 1991 In Almaty (Kasachstan) schließen sich unter dem Vorsitz von Boris Jelzin elf der ehemaligen Sowjetrepubliken (Rußland [Russische Föderation], Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrußland) zur „Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“ (GUS) zusammen. Litauen, Estland und Lettland schließen sich dem Bündnis nicht an, und Georgien will sich zunächst nur an Gipfeltreffen beteiligen. Die GUS-Mitglieder erklären die UdSSR endgültig für aufgelöst und den sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow für abgesetzt. Mit dessen formellem Rücktritt am 25. Dezember endet endgültig die Existenz der Sowjetunion. 20. September 1992 Die ersten unabhängigen Wahlen in Estland seit 50 Jahren bringen ein Wahlbündnis aus fünf rechten Parteien unter Ministerpräsident Maart Laar an die Regierung. Wahlberechtigt sind nur estnische Staatsbürger, die vor der Annexion 1940 die Staatsbürgerschaft hatten – 38 Prozent der Bevölkerung Estlands haben eine andere Nationalität und sind somit nicht wahlberechtigt. 6. Oktober 1992 Lennart Meri wird Staatspräsident der Republik Estland. 1993 Ein geändertes Ausländergesetz wird verabschiedet. Referenden in zu 90 Prozent von Russen bewohnten Städten, die sich für eine Autonomie aussprechen, werden vom estnischen Staatsgericht für verfassungswidrig erklärt. 28. September 1994 Die Ostseefähre „Estonia“ der estnisch-schwedischen Linie Estline, unterwegs von Tallinn nach Stockholm mit insgesamt 989 Menschen an Bord, gerät bei schwerer See kurz nach Mitternacht in Seenot (Wassereinbruch wegen abgebrochener Bugklappe) und sinkt bei Utö innerhalb weniger Minuten. Nur 137 Menschen können von den Rettungsmannschaften lebend geborgen werden. 30. September 1994 Nach Unregelmäßigkeiten bei der Umstellung der Währung spricht das estnische Parlament (Reichstag/Riigikogu) dem Ministerpräsidenten Maart Laar das Mißtrauen aus und wählt nach dessen Rücktritt im Oktober den parteilosen Umweltminister Anfres Tarand zu seinem Nachfolger. 5. März 1995 Aus den Parlamentswahlen geht das Wahlbündnis KMÜ (Koalitionspartei und Agrarunion) als Sieger hervor und Tiit Vähi wird neuer estnischer Regierungschef. 20. September 1996 Staatspräsident Lennart Meri wird vom estnischen Wahlkollegium (im fünften Wahlgang) für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt. 1996 Estland stellt einen formellen Aufnahmeantrag in die Europäische Union (EU.) 19. März 1997 Nach dem Rücktritt von Tiit Vähi wird Mart Siimann neuer estnischer Regierungschef. 13. Juli 1997 Die EU-Kommission in Straßburg empfiehlt dem EU-Parlament die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen in die EU mit Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien, Estland und Zypern. Die übrigen Bewerberstaaten Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Lettland und Litauen würden die für eine Aufnahme notwendigen politischen und wirtschaftlichen Kriterien (noch) nicht erfüllen. 5. September 1997 Der russische Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin bietet während eines Besuchs im litauischen Wilna den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland eine enge militärische Zusammenarbeit mit Rußland an, falls diese von ihrer Absicht, der NATO beizutreten, Abstand nehmen würden. Mitte September 1997 Vierzehn Soldaten der estnischen Friedenstruppe „Baltbat“ werden auf einem Übungsmarsch zur Vorbereitung auf internationale Friedenseinsätze von der Ostseeinsel Suur-Pakri zum drei Kilometer entfernten Festland bei Paldiski von schlechtem Wetter und Hochwasser überrascht und ertrinken. Der Kommandant hatte die aus insgesamt 22 Mann bestehende Einheit trotz Sturmwarnung auf den Weg durch das normalerweise seichte Wasser geschickt. 3. Dezember 1997 Der russische Präsident Boris Jelzin kündigt während seines Besuchs in Schweden vor dem Reichstag in Stockholm eine Reduzierung der russischen Land- und Seestreitkräfte im Ostseeraum um mindestens 40 Prozent bis zum 1. Januar 1999 an. Dadurch wolle Rußland u.a. das noch immer gespannte Verhältnis zu den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen verbessern. 31. März 1998 Die Europäische Union nimmt mit Estland, Polen, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern offizielle Beitrittsverhandlungen auf. 31. Dezember 1998 Nachdem es in Estland in den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit zu einem Rückgang der Wirtschaft gekommen war, kann das kleine Land (mit 45.227 Quadratkilometern ist Estland etwas größer als die Schweiz; es erstreckt sich vom finnischen Meerbusen bis zum Rigaer Meerbusen, von der Ostsee bis zum Peipussee; zu seinem Territorium gehören rund 70 Inseln mit insgesamt knapp 4.200 Quadratkilometern; die beiden größten sind Ösel [Saaremaa] mit 2.700 Quadratkilometern und Dagö [Hiiumaa] mit 980 Quadratkilometern) seit 1995 wieder ein erhebliches Wirtschaftswachstum von jährlich fast zehn Prozent vorweisen und gilt inzwischen als Musterbeispiel für einen erfolgreichen Übergang von der Planwirtschaft zur freien Marktwirtschaft. 1. März 1999 Mit Inkrafttreten des im Februar mit der Bundesrepublik Deutschland unterzeichneten Abkommens können die Staatsbürger Estlands nun ohne Visum in Deutschland einreisen und sich dort bis zu 90 Tage aufhalten. 22. März 1999 Der am 7. März neugewählte estländische Reichstag (Riigikogu/101 Mitglieder) wählt Mart Laar von der konservativen Vaterlandsunion zum neuen Regierungschef einer Koalition aus Vaterlandsunion (I), Moderaten (M) und Reformpartei (RE). Der 39jährige Laar war bereits von 1992 bis 1994 Regirungschef. 19. Mai 2000 Die Außenminister der osteuropäischen Staaten Albanien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Makedonien, Rumänien, Slowakei und Slowenien fordern während eines Treffens in der litauischen Hauptstadt Wilna die NATO auf, ihren Staaten bis zum Jahr 2002 eine Einladung zur Aufnahme in das westliche Militärbündnis auszusprechen. 16. Dezember 2000 Das Parlament verabschiedet ein Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Genom-Datenbank. Das Erbgut der rund 1,5 Millionen Esten soll in einer nationalen Datenbank erfaßt werden. Die Daten dürfen jedoch nur für wissenschaftliche Zwecke genutzt werden. Polizei, Justiz, Arbeitgeber und Versicherungen sollen keinen Zugriff auf die Daten haben. Zudem ist die Teilnahme an dem Projekt freiwillig und jeder hat die Möglichkeit, seine bereits erfaßten Daten wieder löschen zu lassen. 12. Mai 2001 Völlig überraschend erzielt das estländische Sänger-Duo Tanel Padar und Dave Benton mit ihrem Popsong „Everybody“ beim diesjährigen, im Fußballstadion der dänischen Haupstadt Kopenhagen ausgetragenen Schlagerfestival Grand Prix d’Eurovision mit 198 Punkten den ersten Platz vor Dänemark mit 177 Punkten. 12. September 2001 Der Genuß von gepanschtem Schnaps kostet in der Hafenstadt Pärnu innerhalb weniger Tage 55 Menschen das Leben. Weitere fast 100 Personen liegen mit z.T. schwersten Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus. Die Behörden stellen bei Wohnungsdurchsuchungen rund 800 Liter Methylalkohol sicher und nehmen ein Dutzend Personen fest, die den Alkohol illegal hergestellt bzw. in Umlauf gebracht haben sollen. 21. September 2001 Die estnische Wahlversammlung wählt überraschend den Ex-Kommunisten Arnold Rüütel zum neuen Staatspräsidenten. Der 73jährige ehemalige Vorsitzende des sowjetischen Parlaments vor dem Zusammenbruch der UdSSR erhält im zweiten Wahlgang 186 Stimmen der 367 Wahlmänner. Auf Parlamentspräsident Toomas Savi entfallen 155 Stimmen. Der bisherige Staatspräsident Lennart Meri konnte verfassungsgemäß nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren. 6. Dezember 2001 Staatspräsident Arnold Rüütel unterzeichnet ein vom Parlament im November gebilligtes neues Sprachengesetz und hebt damit die von der Europäischen Union kritisierte Bedingung auf, daß alle Kandidaten bei Parlaments- und Kommunalwahlen gute Kenntnisse der estnischen Sprache haben müssen. 19. Dezember 2001 Estlands Premier Mart Laar kündigt vor dem Parlament seinen Rücktritt für den 8. Januar 2002 an. Er reagiert damit auf den drohenden Zerfall seiner im März 1999 gebildeten Mitte-Rechts-Koalition. 21. Januar 2002 Der bisherige Finanzminister und Vorsitzende der Reformpartei (RE), Siim Kallas (53), wird Nachfolger des am 8. Januar zurückgetretenen Regierungschefs Mart Laar. Zuvor war seine Partei eine Koalition mit der Zentrumspartei (K) eingegangen. Neue Außenministerin wird Kristiina Ojuland (RE). Die erst 35jährige Politikerin will vor allem die beiden strategischen Ziele, Estland in die EU und die NATO zu integrieren, vorantreiben. Neben der Westintegration sollen aber auch die Beziehungen zu Rußland verbessert werden. 25. Mai 2002 In Tallinn findet der 50. Grand Prix d’Eurovison statt – zum ersten Mal in einem osteuropäischen Land. Siegerin wird die lettische Sängerin Marie N (Marija Naumova) mit ihrem selbstgeschriebenen Latino-Popsong „I Wanna“. Somit wird das Schlagerfestival im Jahr 2003 im Nachbarland Lettland ausgetragen werden. 26. März 2003 Im Zuge der bisher größten NATO-Erweiterungsrunde unterzeichnen die sieben Beitrittskandidaten Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Rumänien, Slowenien und die Slowakei die Verträge. Sie werden voraussichtlich im Mai 2004 Mitglieder der Allianz. 7. April 2003 60 der 101 Abgeordneten des am 2. März neugewählten Riigikogu (Reichstag) stimmen in Tallinn für eine Regierung unter Juhan Parts. Der 36jährige neue Ministerpräsident von der erst Ende 2001 gegründeten liberalkonservativen Partei „Res Publica“ (RESP), die 28 Parlamentssitze errang, erklärt, er werde den Integrationskurs seines Vorgängers Siim Kallas in die Europäische Union und NATO fortsetzen. Darüber hinaus kündigt er die Bekämpfung von Korruption und Kriminialität an. 14. September 2003 Die Esten votieren mit deutlicher Mehrheit für den Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union per 1. Mai 2004: Etwa 63 Prozent der rund 850.000 Stimmberechtigten beteiligen sich an dem Volksentscheid, wovon wiederum 67 Prozent mit „Ja“ stimmen. 1. Januar 2004 Irland übernimmt turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union bis 30. Juni 2004. Somit liegt das Schicksal der EU-Verfassung nun in Händen von Premierminister Bertie Ahern. Er muß sich als EU-Ratsvorsitzender mit den schwierigen Verhandlungen herumschlagen, die sein Vorgänger, der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, nicht hatte zum Erfolg führen können. Die Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Mitgliedsländer und der zehn Staaten, die der Gemeinschaft am 1. Mai 2004 beitreten (Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Zypern) konnten sich am 13. Dezember 2003 auf ihrem Gipfeltreffen nicht auf die Annahme des Verfassungsentwurfs verständigen, den der EU-Konvent ein halbes Jahr vorgelegt hatte. Hauptstreitpunkt ist die Frage, wie künftig im EU-Ministerrat Entscheidungen gefällt werden. Der Konvent hat hierfür das Prinzip der „doppelten Mehrheit“ vorgesehen. Demnach hat jedes Mitgliedsland eine Stimme. Damit im Ministerrat eine Regelung verabschiedet werden kann, muß sie die Mehrheit der Stimmen – also mindestens 13 von 25 – erhalten, und die befürwortenden Länder müssen mindestens 60% der EU-Bevölkerung repräsentieren. Dieses Verfahren soll flexiblere Entscheidungen ermöglichen und verhindern, daß Gesetze durch relativ kleine Minderheiten blockiert werden können. Allerdings gewinnen die bevölkerungsreichen Länder größere Dominanz. (Allein Deutschland vertritt 17% der EU-Einwohner.) Gegner der doppelten Mehrheit sind vor allem Polen und Spanien. 5. Januar 2004 Der neue NATO-Generalsekretär Jakob Gijsbert (Jaap) de Hoop Scheffer sagt im Brüsseler Hauptquartier, daß sich das Bündnis im Jahr 2004 vor allem auf seinen Einsatz in Afghanistan konzentrieren werde, wo die NATO das Kommando über die internationale Unterstützungstruppe ISAF hat, auch wenn ein stärkeres Engagement im Irak erwartet werde und nicht ausgeschlossen sei. Jaap de Hoop Scheffer war von 1997 bis 2001 Fraktionsvorsitzender der niederländischen Christlich-Demokratischen Alianz (CDA, seit Sommer 2002 Außenminister der Niederlande und hatte in dieser Funktion den Irak-Krieg unterstützt, was ihn für die USA akzeptabel machte. Der 55jährige ehemalige Diplomat ist der dritte Niederländer auf diesem Posten und Nachfolger des Briten George Robertson, der das Amt vom 5. Oktober 1999 bis 31. Dezember 2003 innehatte. 29. März 2004 Die NATO vollzieht die umfassendste Erweiterung ihrer Geschichte: Die Regierungschefs der sieben osteuropäischen Staaten Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien besiegeln im Beisein von US-Präsident George W. Bush und NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer im Weißen Haus in Washington mit der Hinterlegung der Beitrittsurkunden offiziell die Mitgliedschaft im mächtigsten Militärbündnis der Welt. Mit den Neulingen wächst die NATO auf 26 Mitglieder. Alle sieben neuen Mitglieder haben enge Beziehungen zu den USA und haben durchweg den Irak-Krieg vorbehaltlos unterstützt. Gestützt durch die neuen Mitglieder erhöhen die USA nun den Druck auf die Verbündeten, einem Einsatz im Irak zuzustimmen, d.h. US-Außenminister Colin Powell fordert das Bündnis auf, bis zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer Ende Juni in Istanbul Möglichkeiten für ein Engagement zu prüfen. Deutschland z.B. hat bereits unmißverständlich eine klare Absage erteilt. Rußland hatte sich besorgt über die zweite Runde der NATO-Osterweiterung nach dem Beitritt der früheren Warschauer-Pakt-Staaten Polen, Tschechien und Ungarn im Jahr 1999 geäußert, die Ausdehnung des Bündnisses aber letztendlich hingenommen. Am 1. Mai 2004 werden Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei und Slowenien auch Mitglieder der Europäischen Union. Damit gehören von den 26 NATO-Ländern 19 auch der EU an. Bulgarien und Rumänien sollen erst 2007 folgen. 29. April 2004 Die Innenminister der 15 „alten“ EU-Staaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien) setzen zwei Tage vor dem Beitritt der zehn neuen Mitglieder (Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern) in Luxemburg einen Schlußpunkt unter ihre jahrelangen Verhandlungen bezüglich eines gemeinsamen Asylrechts und einigen sich auf eine Richtlinie, die eine Zurückweisung von Asylbewerbern an der Grenze erlaubt, wenn diese aus vorab festgelegten „sicheren Drittstaaten“ kommen. 18. Juni 2004 Die EU-Staats- und Regierungschefs einigen sich nach langen Verhandlungen in Brüssel auf eine Verfassung für das geeinte Europa, die bis 2007 in Kraft treten soll. Zuvor muß sie jedoch von den Parlamenten in den 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und z.T. auch durch Volksabstimmungen gebilligt werden. Um einen Kompromiß zu finden, wurden zahlreiche Änderungen an dem 2003 vorgelegten Entwurf des Verfassungskonvents vorgenommen. 18. November 2004 Mit drei Wochen Verspätung kann die neue EU-Kommission in Brüssel ihr Amt antreten. Nach einem bislang einzigartigen Machtkampf zwischen Kommisionpräsident José Manuel Durão Barroso und dem Europa-Parlament stimmt eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten in Straßburg (449 gegen 149 Stimmen bei 82 Enthaltungen) für die neu formierte Mannschaft des Portugiesen. Seine erste Liste hatte Barroso Ende Oktober zurückgezogen, weil ihr wegen besonders umstrittener Kandidaten eine Ablehnung im Parlament drohte. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Estland...Karl Ernst Ritter von Baer Naturforscher geboren: 28.02.1792 (Järvamaa) gestorben: 28.11.1876 (Dorpat) Literatur... Mart Laar Historiker, Pädagoge, Politiker, Regierungschef von Estland (1992-94;1999-2003) geboren: 22.04.1960 (Viljandi) Literatur... Lennart Meri Historiker, Regisseur, Schriftsteller, Politiker, Staatspräsident von Estland (1992-2001) geboren: 29.03.1929 (Tallinn) Literatur... Jakob Johann Baron von Uexküll Biologe geboren: 08.09.1864 (Keblas) gestorben: 25.07.1944 (Insel Capri) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |