|
Republik EritreaChronik Überblick Basisdaten
Für die Zeit vor 1987 siehe unter Äthiopien 1987 Äthiopien wird nach einer Verfassungsänderung zur „Demokratischen Volksrepublik“ erklärt. Haile Mariam Mengistu wird Staatspräsident. Eritrea, Tigre und Ogaden erhalten den Status autonomer Provinzen. Trotzdem geht der seit 1962 wütende Bürgerkrieg weiter. Im Norden und Osten Äthiopiens kommt es deshalb zu erneuten Hungersnöten. Die Regierung in Addis Abeba veranlaßt daraufhin die Zwangsumsiedlung der Bevölkerung aus den betroffenen Gebieten in fruchtbarere Gegenden. 1989 Nach schweren Niederlagen der äthiopischen Armee im Norden des Landes (rund 50.000 Tote) kommt es zu ersten Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Addis Abeba und Vertretern der EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea), die jedoch zu keinem konkreten Ergebnis führen. Mai 1991 Die EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea) drängt die regulären äthiopischen Truppen nach Süden ab und übernimmt die Kontrolle über nahezu das ganze nördliche Äthiopien. 28. Mai 1991 Truppen der EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea) und der TPLF (Volksbefreiungsfront Tigray) marschieren in Addis Abeba ein und stürzen das kommunistische Militärregime. Der 1989 ins Leben gerufene Dachverband oppositioneller Gruppierungen, die „Revolutionäre Demokratische Volksfront des äthiopischenVolkes“ (EPRDF), bildet eine Übergangsregierung unter dem 36jährigen Meles Zenawi. Gleichzeitig wird in Eritrea von der EPLF eine provisorische Regierung unter ihrem Führer, dem 46jährigen Issayas Afewerki, errichtet. Damit ist der mit 30 Jahren längste Bürgerkrieg Afrikas beendet, und man beginnt mit internationaler Hilfe den Wiederaufbau des verwüsteten Landes, wo derzeit vor allem im Norden etwa die Hälfte der Bevölkerung vom Hungertod bedroht ist. 1992 Von den insgesamt etwa 700.000 während des Bürgerkriegs aus Eritrea in die Nachbarländer (vor allem in den Sudan) sowie ins europäische Ausland geflohenen Eritreern kehren etwa zehn Prozent in ihre alte Heimat zurück. 24. Mai 1993 Nach einer Volksabstimmung erklärt Eritrea seine Unabhängigkeit, die von der äthiopischen Übergangsregierung in Addis Abeba anerkannt wird. Der Generalsekretär der bereits seit 1991 in Eritrea amtierenden Übergangsregierung der EPLF, Issayas Afewerki, wird erster Staatpräsident und ruft die Republik Eritrea aus. Hauptstadt des Vielvölkerstaats (in Eritrea, das mit 121.144 Quadratkilometern etwa ein Drittel so groß wie Deutschland ist, leben insgesamt neun Volksgruppen, wobei die Tigrinya und die Tigrer mit rund 50% bzw. 30% den größten Teil stellen) ist Asmara an der Eisenbahnlinie Akordat-Massawa (etwa 400.000 Einwohner). Eritrea wird eigenständiges UNO- und OAU-Mitglied (Organisation für Afrikanische Einheit/Organization of African Unity). 30. Juli 1993 Äthiopien und Eritrea vereinbaren politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Äthiopien, das mit der Erreichung der Unabhängigkeit Eritreas zum reinen Binnenland geworden ist, wird der Zugang zu den Häfen Assab und Massawa zugesagt. Januar 1994 Die ehemalige Volksbefreiungsfront und heutige Regierungspartei „Eretrian People’s Liberation Front“ (EPLF) wird in „People’s Front for Democracy and Justice“ (PFDJ) umbenannt. Die Versorgungslage in Eritrea hat sich wegen der Rückkehr von bisher etwa 400.000 Kriegsflüchtlingen aus dem Sudan weiter verschlechtert. Ein weiteres Problem stellt die Wiedereingliederung der einstigen Befreiungskämpfer in das zivile Leben dar. Von den rund 100.000 ehemaligen Soldaten (davon etwa 35.000 Frauen) sind inzwischen erst etwa 60 Prozent entwaffnet und werden beim Wiederaufbau des Landes eingesetzt. (Errichtung von Bewässerungsanlagen, Pflanzung von Tabak- und Kaffeesetzlingen, Instandsetzung von zerstörten Fabrikanlagen, Bau von Siedlungen und Straßen usw.) April 1994 Eine 50köpfige Kommission beginnt mit der Ausarbeitung einer Verfassung für Eritrea. September 1994 Ein vom Provisorischen Parlament (Nationalversammlung; derzeit 104 Abgeordnete; nach Ausarbeitung der Verfassung soll es aus 150 Mitgliedern bestehen) verabschiedetes Gesetz verstaatlicht in Eritrea den gesamten Grund und Boden. Allerdings werden bisherigen Eigentümern langfristige Nutzungsrechte zugesagt. Durch die Maßnahme erhofft sich die Regierung, die nun bisher ungenutzte Grundstücke direkt an interessierte ausländische Investoren verkaufen bzw. verpachten kann, eine schnellere Ankurbelung der Wirtschaft. 5. Dezember 1994 Eritrea bricht die diplomatischen Beziehungen zum Sudan ab. Die sudanesische Regierung – sie unterstützte bis 1991 die eritreische Befreiungsarmee – unterstützt nun radikale Islamisten in Eritrea, die den Sturz der überwiegend christlichen Regierung herbeiführen und einen islamischen Gottesstaat errichten wollen. (In Eritrea sind etwa 50% der Bevölkerung Christen und 50% Moslems.) April 1995 Eritrea und Äthiopien unterzeichnen ein Abkommen über eine Freihandelszone. Dezember 1995 Zwischen Eritrea und dem südarabischen Jemen kommt es zu bewaffneten Auseinandersetzungen um die strategisch wichtigen Hanish-Inseln im Roten Meer, die – nicht zuletzt wegen eventueller Erdölvorkommen – von beiden Staaten beansprucht werden. (Der Status der Inseln, die bis zum Ersten Weltkrieg offiziell zum Territorium des Osmanischen Reiches gehörten, wurde nach dessen Niederlage und Auflösung völkerrechtlich nicht geklärt.) 13. Mai 1996 Die Republik Jemen und Eritrea beenden den bewaffneten Konflikt um die Hanish-Inseln im Roten Meer. Man einigt sich auf eine gemeinsame Nutzung des Archipels. Dezember 1996 Nachdem Präsident Issayas Afewerki dem sudanesischen Oppositionsführer und Ex-Staatschef Sadiq al-Mahdi in Asmara Exil gewährt und offen seine Sympathie für die sudanesische Opposition erklärt, verstärkt sich die ohnehin seit 1995 gespannte Lage zwischen Eritrea und seinem westlichen Nachbarn. Beide Seiten verstärken ihre Truppen entlang der Grenze, um für eine eventuelle Kriegserklärung des anderen vorbereitet zu sein. 1. Januar 1997 Obwohl Eritrea noch immer zu den ärmsten Ländern der Erde zählt und stark von internationaler Entwicklungshilfe abhängig ist, erfreut sich der junge Staat – im Gegensatz zu seinem früheren Mutterland Äthiopien – dank des Aufbauwillens seiner Bevölkerung eines zwar langsamen aber stetigen Aufschwungs. So wurde ein Teil der einst von der Kolonialmacht Italien geschaffenen und während des Unabhängigkeitskrieges zerstörten Industrie- und Handwerksbetriebe (Nahrungsmittel- und Metallverarbeitung, Textilfabriken) inzwischen wieder instandgesetzt und konnten die Ernteerträge trotz geringer Niederschläge dank Schaffung neuer Anbauflächen gepaart mit einer Modernisierung der Anbaumethoden gesteigert werden. Darüber hinaus hat man mit der Erschließung von Erdölquellen vor der Küste und mit der intensiven Förderung der im Hochland vorkommenden Bodenschätze (Gold, Kupfer, Eisen) begonnen. Auch in der Tourismusbranche zeichnen sich erste Erfolge ab, wobei die meisten Urlauber wegen der Tauchgründe am Roten Meer kommen. Ein Großteil der früheren Befreiungsarmee wurde inzwischen in von ihnen selbst errichteten Dörfern angesiedelt und bemüht sich, unter Anleitung von Entwicklungshelfern aus aller Welt, um Selbstversorgung. Große Anstrengungen werden auch hinsichtlich einer Verbesserung des schlechten Gesundheits- und Bildungswesen unternommen: Um die noch immer extrem hohe Kindersterblichkeitsrate (fast 20%), die durchschnittliche Lebenserwartung von nur 46 Jahren und die Zahl der Analphabeten (etwa 80% der Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben) zu senken, hat man landesweit mit dem Bau von medizinischen Einrichtungen und Schulen sowie der Errichtung einer Universität in der Hauptstadt begonnen. Zudem ist man bemüht, durch Aufklärungsarbeit das Bevölkerungswachstum von derzeit jährlich 2,8 Prozent zu senken und ein weiteres Ansteigen der Aids-Infizierten zu verhindern. Mai 1997 Das (provisorische) eritreische Parlament in Asmara (Parlamentswahlen sind für 1999 vorgesehen) verabschiedet eine republikanische Verfassung. Darin verankert sind u.a. Presse- und Parteienfreiheit. 28. November 1997 Eritrea führt gegen den Widerstand Äthiopiens eine eigene Währung ein (Nakfa). Damit ist die bisherige Währungsunion mit Äthiopien beendet. Da Äthiopien die Einfuhr des Nakfa untersagt, bricht der Kleinhandel entlang der Grenze vollkommen zusammen. Zudem boykottiert Äthiopien die eritreischen Häfen Assab und Massawa und wickelt den Außenhandel nur noch über Dschibuti ab, wodurch es in Eritrea zu extremen Preissteigerungen und Lebensmittelknappheit kommt. Ab 12. Mai 1998 Zwischen Äthiopien und Eritrea kommt es zu Gefechten um den genauen Grenzverlauf, der in den 20er Jahren von den europäischen Kolonialmächten festgelegt wurde. Ab 5. Juni 1998 Der Grenzstreit zwischen Äthiopien und Eritrea eskaliert in gegenseitigen Luftangriffen: Eritrea beschießt die äthiopische Stadt Makale und Äthiopien rächt sich mit Beschuß der eritreischen Hauptstadt. Fast 2.000 in Asmara lebende Ausländer werden ausgeflogen. In Äthiopien flüchten zwischen 100.000 und 150.000 Menschen ins Landesinnere. 15. Juni 1998 Vertreter der OAU und der USA bemühen sich um einen Waffenstillstand zwischen Äthiopien und Eritrea, erreichen jedoch nur die Einstellung der Luftangriffe. Die Kämpfe am Boden gehen weiter. 3. August 1998 Eritrea und Äthiopien stellen nach Unterzeichnung eines Waffenstillstandsvertrags die Grenzkämpfe ein. 7. Februar 1999 Neu entbrannte Kämpfe zwischen Äthiopien und Eritrea um einen umstrittenen Grenzabschnitt drohen in einen offenen Krieg zu münden. 9. Februar 1999 Im neuentflammten Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea zeichnet sich nach tagelangen, für beide Seiten verlustreichen Kämpfen, offenbar eine Niederlage Äthiopiens ab. Trotz des Einsatzes von Kampfbombern, Hubschraubern und schwerer Artillerie gelingt es der zahlenmäßig stark überlegenen Armee Äthiopiens nach Angaben von Augenzeugen sowie der eritreischen Regierung nicht, die Streitkräfte Eritreas aus Stellungen im umstrittenen Grenzgebiet zurückzudrängen. Allerdings verbreitet Äthiopien ebenfalls Erfolgsmeldungen. 28. Februar 1999 Obwohl sowohl Eritrea als auch Äthiopien einem von der OAU (Organization of African Unity/Organisation der Afrikanischen Einheit) vorgelegten Friedensplan zugestimmt haben – vorgesehen ist u.a. die Stationierung einer UN-Friedenstruppe in der umstrittenen Grenzregion – gehen die Kämpfe zwischen den Bodentruppen der beiden Staaten weiter. 12. Juni 1999 Die Regierung in Asmara gibt bekannt, daß das eritreische Militär in den letzten Tagen bei schweren Gefechten im Grenzgebiet zu Äthiopien mindestens 3.200 feindliche Soldaten getötet und bis zu 8.000 verwundet habe. Kurz nach dieser Siegesmeldung verkündet die Führung in Adis Abeba, daß der äthiopischen Streitmacht die „Vernichtung von mindestens 8.000 Feinden“ gelungen sei. 27. Juni 1999 Nach OAU-Vermittlung einigen sich Äthiopien und Eritrea auf einen Waffenstillstand. 17. Dezember 1999 Der Internationale Gerichtshof in Den Haag spricht das endgültige Urteil im Streit zwischen Eritra und Jemen über die Grenzziehung im Roten Meer: Die umstrittenen Hanish-Inseln werden zwischen beiden Staaten aufgeteilt. Sowohl Eritrea als auch Jemen akzeptieren das Urteil. 23. Februar 2000 Nach achtmonatiger Waffenruhe kommt es im Osten der äthiopisch-eritreischen Grenze nahe der Hafenstadt Assab zu neuen Gefechten, wobei sich beide Seiten vorwerfen, die Kämpfe provoziert zu haben. April 2000 Die seit drei Jahren anhaltende Dürre treibt Eritrea und seine Nachbarstaaten Äthiopien, Dschibuti, Somalia, (Nord-)Kenia und (Süd-)Sudan auf eine Katastrophe zu: Bis zu 16 Millionen Menschen sind in der Region vom Hungertod bedroht und auf internationale Nothilfe angewiesen. 15. Mai 2000 Nach gescheiterten Vermittlungsinitiativen der Vereinten Nationen und der OAU ist der Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea wieder mit aller Härte entbrannt. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Kämpfe ausgelöst zu haben. 20. Mai 2000 Der Vormarsch äthiopischer Truppen führt in Eritrea zur Massenflucht Zigtausender ins Nachbarland Sudan. Nach Angaben der eritreischen Regierung befinden sich insgesamt rund 550.000 Menschen auf der Flucht. 25. Mai 2000 Nach offensichtlich schweren Verlusten im Krieg mit Äthiopien erklärt sich Eritrea bereit, sofort die Waffen niederzulegen. Addis Abeba lehnt jedoch eine Feuerpause strikt ab, solange noch ein eritireischer Soldat auf äthiopischem Boden steht. Zuvor hatte Eritrea bereits angekündigt, sich von allen Gebieten zurückzuziehen zu wollen, die es zu Beginn des Krieges vor zwei Jahren von Äthiopien erobert hat. 30. Mai 2000 Äthiopien und Eritrea nehmen unter Vermittlung der OAU in der algerischen Hauptstadt Algier erneut Verhandlungen über ein Ende ihres Grenzkrieges auf. 8. Juni 2000 Die Leitung des Welternährungsprogramms (WFP) appelliert in New York an die internationale Staatengemeinschaft, sie im Kampf gegen Dürre und Hunger am Horn von Afrika besser zu unterstützen. In den fünf Ländern Äthiopien, Kenia, Somalia, Eritrea und Dschibuti seien derzeit fast 16 Millionen Menschen in großer Not und auf ausländische Hilfe angewiesen. Am dringendsten würden Nahrungsmittel gebraucht, es fehle aber auch an Trinkwasser, Medikamenten und Saatgut. Sollte die geforderte UN-Unterstützung ausbleiben bzw. nicht rechtzeitig eintreffen, drohe der Region eine Katastrophe mit „historischen Ausmaßen“. 18. Juni 2000 Äthiopien und Eritrea unterzeichnen in Algier ein Abkommen zur Beendigung ihres Grenzkrieges, der auf beiden Seiten seit 1998 Zehntausende Menschenleben gefordert hat. Die Vereinbarung sieht zunächst eine Kampfpause vor, während der die Konfliktparteien den Grenzverlauf abstecken. Vorgesehen ist der Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in einer 25 Kilometer breiten Sicherheitszone entlang der umstrittenen Grenze. 15. September 2000 Der UN-Sicherheitsrat stimmt der Stationierung einer 4.200 Mann starken Friedenstruppe an der umstrittenen Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea zu. Die Soldaten sollen in einer 25 Kilometer breiten Pufferzone auf der eritreischen Seite der Grenze stationiert werden und die Einhaltung des Waffenstillstandes in der Region überwachen. Gleichzeitig kündigt der äthiopische Regierungschef Meles Zenawi an, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Eritrea könnten noch Ende September bzw. Anfang Oktober aufgenommen werden. 12. Oktober 2000 Nach langwierigen Verhandlungen unterzeichnen Vertreter Äthiopiens und Eritreas in Algier einen Friedensvertrag. 4. Januar 2001 Äthiopien stoppt den im Friedensvertrag vereinbarten Abzug seiner Truppen aus Eritrea. Man werde die Soldaten erst dann zurückrufen, wenn auch Eritrea seine Einheiten komplett aus dem Grenzgebiet abzieht. Seit Tagen streiten sich Äthiopien und Eritrea mit der UNMEE (UN-Militärkommission für Äthiopien und Eritrea) über die genaue Definition der im Vertrag vereinbarten 25 Kilomter breiten Pufferzone auf eritreischem Gebiet, in die bis Ende Januar 4.200 UN-Soldaten zur Friedensüberwachung einrücken sollen. 13. Februar 2001 Nach langwierigen Verhandlungen erklärt sich Äthiopien endlich zum Abzug seiner Truppen aus der künftigen Pufferzone zu Eritrea bereit. Auch Eritrea will seine Soldaten aus der Grenzregion abziehen und der 4.200 Mann starken UN-Friedenstruppe „Platz schaffen“. 1. Oktober 2001 Der italienische Botschafter und Leiter des diplomatischen Corps der Europäischen Union, Antonio Bandini, wird aus Eritrea ausgewiesen. Er und andere Diplomaten aus EU-Ländern hatten die Regierung von Präsident Issayas Afewerki wegen einer Reihe von Verhaftungen von reformorientierten Kräften kritisiert. Ein Dutzend Oppositionspolitiker und mehrere Journalisten sowie zahlreiche Studenten waren in letzter Zeit in der Hauptstadt Asmara verhaftet worden. Unabhängige Zeitungen wurden verboten. Die staatliche Zeitung „Hadas Eritrea“ hatte die Maßnahmen damit begründet, daß die Männer „Verbrechen gegen die Staatsgewalt, die Sicherheit und den Frieden der Nation“ begangen hätten. Die festgenommenen Politiker und ehemaligen Mitglieder der regierenden Partei „Volksfront für Gerechtigkeit und Demokratie“ waren bereits im Mai aus ihren Ämtern entlassen worden. 15. März 2002 Der Weltsicherheitsrat beschließt in New York, die UN-Friedensmission in Äthiopien und Eritrea um weitere sechs Monate zu verlängern. Die rund 4.200 Blauhelm-Soldaten werden demnach bis mindestens 15. September in der 25 Kilometer breiten Pufferzone zwischen den beiden Ländern stationiert bleiben. 13. April 2002 Die nach dem Friedensvertrag vom Dezember 2000 eingesetzte unabhängige Grenzkommission für Äthiopien und Eritrea legt vor dem Schiedshof für die Beilegung internationaler Konflikte in Den Haag eine Entscheidung über die umstrittenen Grenzgebiete vor. Obwohl beide Länder den Schiedsspruch als „endgültig und bindend“ anerkennen, bricht unmittelbar nach Bekanntgabe ein Streit um den Ort Badme aus, den sowohl Eritrea als auch Äthiopien für sich beanspruchen und der auf den von der Kommission festgelegten Grenzkarten nicht zu finden ist. Eine Revision bzw. Interpretation der Grenzregelung im Hinblick auf Badme, das derzeit unter äthiopischer Kontrolle steht, lehnt die Kommission ab. Die anstehende Neumarkierung der äthiopisch-eritreischen Grenze, die von rund 4.000 UN-Soldaten überwacht wird, ist ohnehin heikel, da dort mehrere Millionen Minen liegen und die genaue Position der Markierungssteine z.T. erst bestimmt werden muß. (Ende März 2003 wird Badme von der Kommission endgültig Eritrea zugesprochen.) Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Eritrea... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |