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Republik EcuadorChronik Überblick Basisdaten
Um 5500 v. Chr. Im Gebiet des heutigen Ecuador siedeln verschiedene von Mittelamerika eingewanderte Volksstämme (Nachkommen einer mongoloiden Rasse, die ab etwa 40.000 v. Chr. über eine damals bestehende Landbrücke von Nordostasien [Sibirien] nach Nordamerika [Alaska] gekommen und im Laufe der Jahrtausende immer weiter nach Süden vorgedrungen war), die zunächst als Jäger und Sammler und ab etwa 1500 v. Chr. auch Ackerbau und Viehzucht betreiben. Um 1200 n. Chr. Manco Capac gründet im heutigen Peru das Reich der Inka im 3.500 Meter hoch gelegenen Hochtal von Cuzco. Ab 1450 Der Inkaherrscher Pachacutec Yupanqui beginnt nach der Unterwerfung der Volksstämme im heutigen Kolumbien und Ecuador mit der Ausdehnung seines Reiches in Richtung Süden. Um 1500 Das riesige Reich der Inka erstreckt sich über zwei Millionen Quadratkilometer und umfaßt damit nahezu das gesamte Gebiet aller heutigen Andenstaaten (Süd-Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Nord- und Mittel-Chile, Nordwest-Argentinien). Zentrum dieses gigantischen Reiches ist Cuzco (Peru). Ab 1528 Innerhalb weniger Jahre erobern die Spanier das Gebiet des heutigen Peru, zerstören 1532 die Inka-Hauptstadt Cuzco und töten einen Großteil der kriegerischen Indios. Nach der Unterwerfung und Versklavung der Überlebenden beginnen die Spanier mit der Erforschung und Kolonisierung der restlichen Andenstaaten, darunter auch das Gebiet des heutigen Ecuador (seinen Namen erhielt der kleinste der Andenstaaten aufgrund seiner Lage am Äquator). (Christoph Kolumbus wähnte sich bei seiner Landung auf der Karibik-Insel Guanahani im Jahre 1492 auf einer Insel im Indischen Ozean; seitdem werden die Ureinwohner des gesamten Doppelkontinents als „Indios“ bzw. „Indians“ bezeichnet.) 1533 Sebastián de Belalcázar erobert die Inkastadt und heutige Haupstadt Ecuadors Quito (nur 25 Kilometer vom Äquator entfernt) für die spanische Krone und läßt den Inka-Häuptling Atahualpa hinrichten. Damit beginnt die Besiedlung und Kultivierung des Landes durch Spanien. Die Indios werden zwangschristianisiert und zur Arbeit auf den Feldern (Hülsenfrüchte, Gemüse, Kaffee, Bananen, Kakao) bzw. in den wenig später entdeckten Erzminen (Silber, Gold und andere Metalle) versklavt. 1563 Das heutige Ecuador wird als Provinz Quito dem 1543 gegründeten spanischen Vizekönigreich Peru unterstellt. 1717 Ecuador wird vom spanischen Vizekönigreich Peru abgetrennt und dem Vizekönigreich Neu-Granada (heutige Staaten Kolumbien, Panama, Venezuela und Ecuador) unterstellt. Ab 1790 In ganz Südamerika nehmen die Bestrebungen nach politischer Unabhängigkeit von den europäischen Kolonialmächten Spanien und Portugal (Brasilien) zu, stellen jedoch zunächst keine ernsthafte Bedrohung dar. 1797 Ein schweres Erdbeben in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito kostet über 40.000 Menschen das Leben. 10. August 1809 Die kreolische Oberschicht erklärt Ecuador für unabhängig vom Mutterland Spanien, kann sich jedoch gegen die spanischen Kolonialherren nicht durchsetzen. 1822 José Antonio de Sucre, ein Feldherr des großen südamerikanischen Freiheitskämpfers Simón de Bolívar (ihm verdankt das ganze nordwestliche Südamerika seine Unabhängigkeit von Spanien), vertreibt in der Schlacht von Pichincha die Spanier endgültig aus Ecuador. Das nun unabhängige Ecuador vereinigt sich auf Wunsch Bolívars (sein Ziel ist eine Konföderation aller ehemaligen spanischen Kolonien in Mittel- und Südamerika) mit „Groß-Kolumbien“ (Venezuela, Panama und Kolumbien). 13. Mai 1830 Ecuador löst sich von Groß-Kolumbien und wird eigenständige Republik mit dem Venezulaner Juan José Flores als Staatsoberhaupt. 17. Juni 1845 Präsident Juan José Flores wird abgesetzt. Aufgrund einsetzender schwerer Unruhen zwischen Konservativen (Großgrundbesitzer des Hochlandes) und Liberalen (Kaufleute der Küstenregion) folgen für Ecuador Jahrzehnte innenpolitischer Instabilität unter verschiedenen Militärdiktaturen. Grenzstreitigkeiten mit Kolumbien und Peru schwächen das Land zusätzlich. 1. Mai 1859 Gabriel García Moreno kommt in Ecuador an die Macht. Damit beginnt eine klerikal-konservative Herrschaftszeit. Der fanatische Katholik versucht, das Land zu einer „Republik des Heiligen Herzen Jesu“, einem Gottesstaat, umzuformen. Dabei sorgt er für den Ausbau der Infrastruktur und für soziale Verbesserungen (u.a. Aufbau eines landesweiten Schulwesens). 6. August 1875 Diktator Gabriel García Moreno wird ermordet. Die Machtkämpfe zwischen Liberalen und Konservativen flackern wieder auf, und Ecuador versinkt im Chaos. 4. Januar 1880 Als erster Mensch bezwingt der britische Forschungsreisende und Bergsteiger Edward Whymper den 6.310 Meter hohen Andengipfel Chimborazo in Ecuador. Bereits mit 25 Jahren war ihm 1865 die Erstbesteigung des 4.478 Meter hohen Matterhorns in den Schweizer Alpen gelungen. 1885 Die Galápagos-Inseln rund 1.000 Kilometer vor der Westküste Südamerikas werden ecuadorianisches Staatsgebiet. Ab 16. April 1896 Unter Präsident Eloy Alfaro erfolgt in Ecuador die Trennung von Kirche und Staat und die Einführung der Religionsfreiheit. Der kirchliche Großgrundbesitz wird teilweise verstaatlicht, die Wirtschaft des Landes (u.a. Bananen-, Kaffee- und Kakaoanbau und -export) modernisiert. 14. August 1911 Mit dem Tod von Staatsoberhaupt Eloy Alfaro folgt für Ecuador eine weitere Periode der politischen Instabilität. 1930 Die Weltwirtschaftskrise trifft Ecuador wegen des Preisverfalls für Kaffee besonders hart. Rückschläge in den Kakaoplantagen (Krankheitsbefall) schwächen die wirtschaftliche Lage des Landes zusätzlich. Dies führt zu neuen Unruhen und weiteren Staatsstreichen. Ab 1. September 1934 José María Velasco Ibarra wird zum Staatsoberhaupt Ecuadors gewählt. Bis 1968 wird er viermal vom Militär gestürzt und ins Exil geschickt - viermal gelingt dem brillanten Redner jedoch ein politisches Comeback. Er sorgt für einen beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung in Ecuador und setzt diverse sozialen Verbesserungen durch. Gleichzeitig beginnen sich die Mittelschicht und die Arbeiter zu Organisationen gegen die mächtigen Großgrundbesitzer zusammenzuschließen und fordern mehr politisches Mitspracherecht. 1941 Zwischen Peru und Ecuador kommt es zu erbitterten Grenzstreitigkeiten. 1942 Auf Vermittlung der USA wird zwischen Peru und Ecuador ein Friedensvertrag unterzeichnet, und Ecuador muß im Osten rund 200.000 Quadratkilometer, fast zwei Fünftel seines Staatsgebietes, an Peru abtreten. Dies führt regelmäßig immer wieder zu erheblichen Spannungen und Scharmützeln zwischen den beiden Ländern. Ab 1945 Nach dem Zweiten Weltkrieg erfährt Ecuador aufgrund des steigenden Bananen-Exports eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und somit auch politische Stabilität. Ab 1960 Mit dem Rückgang des Bananenexports verschlechtert sich die wirtschaftliche Situation Ecuadors, und es kommt zu innenpolitischen Spannungen und zu Unruhen unter der Bevölkerung, denen Präsident José María Velasco Ibarra (er wird insgesamt fünfmal zum Staatsoberhaupt gewählt) mit diktatorischer Härte entgegentritt. Er bemüht sich um eine intensivere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und anderen Ostblockstaaten. 1970 Nach einem weiteren (erfolglosen) Militärputsch und blutigen Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Studentengruppen (sie werfen den Machthabern u.a. Korruption und Ausbeutung des Volkes vor), setzt Präsident José María Velasco Ibarra die Verfassung außer Kraft und verhängt den Ausnahmezustand über Ecuador. 16. Februar 1972 Das Militär stürzt Präsident José María Velasco Ibarra, und Gullermo Rodríguez Lara übernimmt die Macht in Ecuador. Wegen der Uneinigkeit innerhalb des Militärs gelingt es ihm jedoch nicht, die Unruhen im Lande zu beenden; allerdings erfährt Ecuador dank der Erschließung von Erdölquellen einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. 11. Januar 1976 Ein Militärregime übernimmt die Macht in Ecuador und verstaatlicht nahezu die gesamte Erdölproduktion. Aufgrund des Desinteresses (und der Korruption) der dort eingesetzten Beamten, gerät das Land erneut in ein wirtschaftliches Tief. 10. August 1979 Nach einer durchgeführten Volksbefragung tritt in Ecuador eine neue liberale Verfassung in Kraft, die u.a. wieder zu demokratischen Wahlen führt. Jaime Roldós Aguilera von der Volkspartei CFP (Concentración de Fuerzas Populares) wird Präsident und ist somit gleichzeitig Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Er verspricht wirtschaftliches Wachstum und Bekämpfung der Armut, kann seine Versprechungen jedoch nicht einhalten. Die Auslandsverschuldung und die Inflationsrate erreichen in Ecuador bald schwindelerregende Höhen. 10. August 1984 Der Christdemokrat León Febres Cordero gewinnt die Präsidentenwahlen in Ecuador. Er kann die sozialen und wirtschaftlichen Probleme jedoch ebensowenig lösen wie sein Vorgänger. März 1987 Ein schweres Erdbeben fordert in Ecuador über 1.100 Todesopfer und verwüstet ganze Landstriche. 10. August 1988 Der Sozialdemokrat Rodrigo Borja Ceballos wird Staats- und Regierungschef in Ecuador und nimmt die seit 1964 abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu Kuba wieder auf. Auch ihm gelingt es nur in bescheidenem Umfang, die Wirtschaft des Landes anzukurbeln. Zumindest erreicht er dank der Erschließung neuer Erdölquellen eine Stagnation der Inflation und kann die Rückzahlungstermine der ausländischen Kredite einhalten. 10. August 1992 Nach den Präsidentschaftswahlen kommt in Ecuador eine konservative Regierung unter Präsident Sixto Durán Ballén an die Macht. Sie versucht, die hohe Auslandsverschuldung abzubauen und die Privatwirtschaft zu stärken, kann das gesteckte Ziel aber nicht erreichen. Eine Agrarreform sorgt für die Verteilung von Grund und Boden (etwa 1,2 Millionen Hektar) an die etwa 20.000 in der Amazonas-Region lebenden Indios. 1. Mai 1994 Die konservative Partei von Präsident Sixto Durán Ballén verliert bei den Parlamentswahlen den größten Teil ihrer Mandate. Der Versuch, die Benzinpreise um 70 Prozent zu erhöhen, führt in ganz Ecuador zu gewaltsamen Protesten. Januar 1995 Es kommt erneut zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit Peru, das Grenzgebiete im Osten beansprucht, in denen Erdöl und Gold vermutet wird. Außerdem fordert Ecuador seit Jahrzehnten einen direkten Zugang zum Amazonas. Präsident Sixto Durán Ballén verhängt den Ausnahmezustand über Ecuador und ruft zur Generalmobilmachung auf. Der Ausbruch des offenen Krieges kann jedoch durch Vermittlung der UNO verhindert werden. Juli 1996 Auf einer der insgesamt 16 Inseln des Nationalparks der Galápagos-Inseln (rund 8.000 Quadratkilometer; vier der Vulkaninseln sind bewohnt) etwa 1.000 Kilometer vor der Küste Ecuadors kommt es zu einer Epidemie unter den Riesenschildkröten; viele der vom Aussterben bedrohten und geschützten Tiere gehen ein. (Die Tiere werden bis zu 1,50 Meter lang, 200 Kilo schwer und bis zu 200 Jahre alt; sie kommen nur noch auf diesem Inselarchipel vor, und ihre Zahl wird auf rund 15.000 geschätzt.) 7. Juli 1996 Abdalá Bucaram wird zum Staatspräsidenten Ecuadors gewählt. (Das Land zählt inzwischen zu den politisch stabilsten und demokratischsten Ländern Südamerikas.) 13. Januar 1997 Präsident Abdalá Bucaram reist erstmals nach dem sogenannten Amazonaskrieg zwischen Ecuador und Peru im Jahre 1995 zu Gesprächen mit seinem peruanischen Amtskollegen Alberto Kenya Fujimori nach Lima. 6. Februar 1997 Nachdem zwei Millionen der rund elf Millionen Ecuadorianer wegen Korruption, Vetternwirtschaft und extremer Preiserhöhungen bei Demonstrationen den Sturz des erst vor einem halben Jahr zum Staatschef gewählten Präsidenten Abdalá Bucaram fordern, wird dieser vom Parlament wegen Unzurechnungsfähigkeit abgesetzt und Fabian Alarcón Rivera zum Übergangspräsidenten ernannt; daraufhin verschanzt sich Bucaram im Regierungsplast und ruft den Ausnahmezustand aus. 9. Februar 1997 Mit Unterstützung des Militärs übernimmt Vizepräsidentin Rosalia Arteaga - sie gilt als seriöse Politikerin und setzt sich auch für die sozial Schwachen ein (Indios, Schwarze, Mischlinge) - das Amt des Staatsoberhauptes in Ecuador, nachdem sie das Parlament einstimmig dazu bestimmt hatte. In Kürze sollen jedoch Neuwahlen stattfinden, die zwischen ihr und Fabian Alarcón Rivera entscheiden. Abdalá Bucaram setzt sich nach Panama ab, wo er Asyl erhält. 12. Februar 1997 Der ecuadorianische Kongress wählt Fabian Alarcón Rivera zum Übergangspräsidenten (Mitte 1998 sollen Neuwahlen stattfinden). Dieser verspricht, die sozialen Mißstände im unterentwickelten Hinterland und in den Elendsvierteln der Städte im Küstengebiet zu bekämpfen. (Obwohl sich die wirtschaftliche Situation Ecuadors inzwischen leicht gebessert hat, beträgt die Auslandsverschuldung noch immer rund 14 Milliarden US-Dollar und fast 70% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze). 10. April 1997 Das Oberste Gericht in Quito erläßt gegen Ex-Staatschef Abdala Bucaram, der sich seit seinem Sturz in Panama aufhält, Haftbefehl wegen mutmaßlicher Veruntreuung von über 80 Millionen US-Dollar. Juni 1997 Tagelang anhaltende sintflutartige Regengüsse, ausgelöst durch eine ungewöhnlich warme Meeresströmung entlang der südamerikanischen Westküste (El-Niño-Effekt), führen in Ecuador (sowie in Peru und Chile) zu Erdrutschen und Überschwemmungen; mindestens 20 Menschen finden dabei den Tod. In den Anden fallen binnen weniger Stunden bis zu sechs Meter Neuschnee. Zahlreiche Autofahrer stecken auf den Paßstraßen fest und müssen mit Hubschraubern in dramatischen Rettungsaktionen ins Tal geflogen werden. Ende November 1997 Sintflutartige Regenfälle führen in Ecuacor zu schweren Überschwemmungen. Hunderte Menschen müssen in höher gelegene Gebiete evakuiert werden. Mindestens 30 Menschen ertrinken in den Fluten. 27. Februar 1998 Bei der Explosion einer Ölpipeline in der Hafenstadt Esmaraldas werden sieben Menschen getötet und etwa 40 z.T. schwer verletzt. 31. Mai 1998 Bei den Parlamentswahlen erringt die DP (Democracia Popular) 36 von insgesamt 121 Sitzen und wird damit stärkste politische Kraft Ecuadors. Bei den gleichzeitig durchgeführten Präsidentschaftswahlen erhält keiner der sechs Kandidaten die absolute Mehrheit. Die Stichwahlen werden für den 12. Juli angesetzt. 1. April 1998 Die Staatschefs der fünf Andenstaaten Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Peru und Venezuela unterzeichnen in der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil ein Abkommen, das eine engere Zusammenarbeit in Wirtschaft und Drogenbekämpfung vorsieht. 10. August 1998 Jamil Mahuad Witt (DP/ Democracia Popular) – er ging aus der Stichwahl am 12. Juli gegen Alvaro Noboa, dem reichsten Mann Ecuadors, mit knapp 52 Prozent als Sieger hervor – wird als neuer Staats- und Regierungschef Ecuadors vereidigt. „Heute bin ich Präsident eines Landes geworden, das von allen möglichen Katastrophen heimgesucht worden ist: El Niño, von innerer und äußerer Auflösung und von zügelloser Korruption“, sagte er vor dem Kongreß in Quito in seiner Antrittsrede. August 1998 Eine kubanische Verkehrsmaschine rast beim dritten Startversuch auf dem Flughafen der ecuadorianischen Hauptstadt Quito über die Startbahn hinaus in ein Wohngebiet und zerschellt. Bei dem Unglück kommen insgesamt 79 Menschen ums Leben. 1. Oktober 1998 Bei gewalttätigen Demonstrationen gegen das von Präsident Jamil Mahuad Witt im September zur Überwindung der schweren Wirtschaftskrise Ecuadors bekanntgegebene rigorose Sparprogramm (u.a. Abwertung der Landeswährung um 15 Prozent, Streichung von Subventionen für Gas, Strom und Benzin) kommen in Quito mindestens vier Menschen ums Leben. 26. Oktober 1998 Die Staatsoberhäupter von Ecuador und Peru unterzeichnen in der brasilianischen Hauptstadt Brasília in Anwesenheit der Präsidenten von Chile, Argentinien und Brasilien, des Königs von Spanien sowie je einem Abgesandten des Vatikans und der USA ein Friedensabkommen, das die seit Jahrzehnten andauernden Konflikte zwischen den beiden Staaten um den genauen Grenzverlauf im Amazonasgebiet im Südosten Ecuadors endgültig aus der Welt schafft. 31. Dezember 1998 Die durch das Klimaphänomen „El Niño“ herbeigeführten Naturkatastrophen (verheerende Überschwemmungen nach sintflutartigen Regenfälle in der Küstenregion, eine seit 1997 anhaltende Dürreperiode im Landesinneren) haben in Ecuador inzwischen Sachschäden und Ernteausfälle von insgesamt rund 2,5 Milliarden US-Dollar verursacht. 15. Februar 1999 Nachdem die Zentralbank Ecuadors den Wechselkurs der Landeswährung am 12. Februar freigegeben hatte, ist der Wert des Sucre gegenüber dem US-Dollar um mehr als 40 Prozent gesunken. Ende November 1999 Nach wiederholten Eruptionen des knapp 4.800 Meter hohen Vulkans Guagua Pichincha muß der internationale Flughafen von Quito vorübergehend geschlossen werden, weil die Rollbahnen mit einer Schicht Vulkanasche überzogen sind. Anfang Januar 2000 In ganz Ecuador, vor allem jedoch in der Hauptstadt Quito demonstrieren zehntausende von Indios gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung, die zur völligen Verarmung der Landbevölkerung geführt hat, und fordern den Rücktritt von Präsident Jamil Mahuad Witt wegen Unfähigkeit. 21. Januar 2000 Nachdem die seit Wochen streikenden und demonstrierenden Indios sämtliche Zufahrtsstraßen zur Hauptstadt Quito blockiert und damit die gesamte Wirtschaft in Ecuador lahmgelegt hatten, verbünden sich Teile des Militärs mit den Indios, stürmen gemeinsam mit ihnen das Kongreßgebäude und erklären Jamil Mahuad Witt für abgesetzt. Anschließend übernimmt eine dreiköpfige Junta unter General Carlos Mendoza die Macht. 22. Januar 2000 Einen Tag nach dem unblutigen Putsch wird in Quito mit Billigung des Militärs, des Parlaments und der Indios der bisherige Vize-Präsident Dr. Gustavo Noboa Bejarano, ein allseits respektierter Politiker, zum neuen Staatschef Ecuadors ausgerufen. 24. März 2000 Um in den Genuß eines Sofort-Kredits von umgerechnet rund 300 Millionen US-Dollar zu gelangen, billigt das Parlament in Quito einige vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verlangte Änderungen der sogenannten „Trolleybus-Gesetze“, mit denen die Wirtschaft saniert und der US-Dollar ab April als einzig gültig Währung in Ecuador eingeführt werden soll. 30. Mai 2000 Das ecuadoriansche Parlament in Quito beschließt (auf Druck der Indioorganisationen und Teilen des Militärs) eine Generalamnestie für die am Putsch im Januar beteiligten und seither inhaftierten Offiziere und Indioführer. 30. Juni 2000 Internationaler Währungsfonds (IWF), Weltbank und die Interamerikanische Entwicklungsbank honorieren die Bemühungen Ecuadors bezüglich einer Sanierung der Wirtschaft (u.a. Privatisierung von Staatsunternehmen) mit neuen, auf drei Jahre angelegten Kreditzusagen in Höhe von insgesamt rund zwei Milliarden US-Dollar. 9. September 2000 Um das Abgleiten des seit drei Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise steckenden Landes (u.a. aufgrund von Bankenpleiten wegen betrügerischer Machenschaften) in die Hyperinflation zu verhindern, löst der US-Dollar die seit 1884 gültige ecuadorianische Nationalwährung Sucre als Zahlungsmittel ab. Die Inflationsrate war in den letzten zwölf Monaten auf über 100 Prozent angestiegen. 16. Januar 2001 Der mit rund 900.000 Litern Diesel und Öl beladene Tanker „Jessica“ läuft vor der Insel San Cristobal auf eine Sandbank auf und schlägt leck. Da das veraltete Schiff über keinen doppelten Rumpf verfügt, läuft fast die gesamte Ladung aus. Der Ölteppich erreicht trotz des Einsatzes von Öl-Barrieren durch die US-amerikanische Küstenwache die Strände der unter Naturschutz stehenden Gálapagos-Inseln mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna. Dank des unermüdlichen Einsatzes einheimischer und ausländischer freiwilliger Helfer – sie säubern die Strände und reinigen Vögel und Robben vom Öl – kann die Umweltkatastrophe allerdings in Grenzen gehalten werden. 1. Februar 2001 Nach mehrtägigen gewaltsamen Protesten von rund 10.000 Indios gegen die rigorose Sparpolitik der Regierung sowie gegen die Verhaftung des Führers der Eingeborenen-Vereinigung „Conaie“, Antonio Vargas, – die Indios hatten u.a. auf den Hauptzufahrtsstraßen zur Hauptstadt Quito Sperren errichtet und Busse des öffentlichen Fernverkehrs in Brand gesteckt – erklärt sich die ecuadorianische Regierung zu Gesprächen mit den Aufständischen bereit. 3. Februar 2001 Im Amazonas-Urwald wird die Leiche eines 55jährigen US-amerikanischen Erdölingenieurs gefunden, der im vergangenen Oktober zusammen mit anderen ausländischen Technikern an einer ecuadorianischen Erdölförderstätte von einer bewaffneten Gruppe entführt worden war. Sieben Geiseln befinden sich noch immer in der Hand der Kidnapper. 8. Februar 2001 Der ecuadorianische Präsident Gustavo Noboa Bejarano und der inzwischen wieder aus der Haft entlassene Führer der Eingeborenen-Vereinigung „Conaie“, Antonio Vargas, unterzeichnen eine Übereinkunft, um den Konflikt zwischen der Regierung und der Indio-Bevölkerung zu beenden, der in den Tagen zuvor mindestens vier Tote und zahlreiche Verletzte gefordert hat. Vorgesehen ist u.a., den kurz zuvor erhöhten Gaspreis wieder zu senken und den Benzinpreis für ein Jahr konstant zu halten. Nach Bekanntgabe der Vereinbarung verlassen Tausende von Indios die Hauptstadt Quito und kehren in ihre Dörfer zurück. 2. März 2001 Sieben Geiseln (fünf US-Amerikaner, ein Chilene und ein Argentinier), die im Oktober 2000 von einer ecuadorianischen Erdölförderstätte in den Urwald verschleppt wurden, werden nach Zahlung von Lösegeld freigelassen. Die Entführer – es soll sich um eine Splittergruppe der kolumbianischen ELN-Guerilla handeln – ließen sich nach Angaben der Unterhändler von 80 Millionen US-Dollar auf dreizehn Millionen US-Dollar „herunterhandeln“. Die Regierung in Quito befürchtet, daß sich nun ähnlich wie in Kolumbien auch in Ecuador eine Art „Entführungsindustrie“ entwickeln könnte. 20. April 2001 Im kanadischen Québec findet eine dreitägige Gipfelkonferenz aller 34 Staats- und Regierungschefs des amerikanischen Doppelkontinents mit Ausnahme Kubas statt. Hauptthema ist eine Konkretisierung des seit langem angestrebten Mammut-Projekts der panamerikanischen Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, die bis zum 1. Januar 2005 (unter Ausschluß Kubas) geschaffen werden soll. Eine „Demokratieklausel“ soll sicherstellen, daß nur demokratische Staaten der größten Freihandelszone der Welt beitreten können, die wegen der verschiedenen Sprachen vier offizielle Bezeichnungen haben wird (Englisch: Free Trade Area of the Americas/FTAA, Spanisch: Área de Libre Comercio de las Américas/ALCA, Portugiesisch: Área de Livre Comércio de las Américas/ALCA, Französisch: Zone de libre-échange des Amériques/ZLEA). Der „Summit of the Americas“ ist überschattet von gewalttätigen Demonstrationen von Globalisierungsgegnern. Fast 100 Menschen werden z.T. schwer verletzt, darunter drei Dutzend Sicherheitskräfte. 28. Januar 2002 Eine Passagiermaschine der vom ecuadorianischen Militär betriebenen Fluggesellschaft TAME stürzt auf kolumbianischem Gebiet in einen Krater des knapp 4.800 Meter hohen Vulkans Cumbal. Alle 92 Insassen kommen ums Leben. Die meisten Passagiere waren Angehörige der Opfer des am 17. Januar ebenfalls über Kolumbien abgestürzten Kleinflugzeugs der ecuadorianischen staatlichen Ölgesellschaft Petroecuador und wollten sich an den Bergungsarbeiten beteiligen. Die Propellermaschine mit 26 Menschen an Bord war kurz vor der geplanten Landung in Nueva Loja aus unerklärlichen Gründen nach Norden abgeschwenkt und am Berg El Tigre in einem schwer zugänglichen Gebiet im Süden Kolumbiens zerschellt. Da in der Region die Rebellenorganisation ELN (Ejército de Liberación Nacional/Nationales Befreiungsheer) besonders aktiv ist, befürchten die Behörden, daß das erste Flugzeug nach einem gescheiterten Entführungsversuch abstürzte und das zweite absichtlich zum Absturz gebracht wurde. 7. April 2002 Ein Dutzend ausländische Umweltaktivisten, die Ende März zusammen mit Einheimischen während einer Demonstration festgenommen worden waren, werden aus Ecuador ausgewiesen. Sie hatten sich an einer Protestaktion gegen ein Pipeline-Projekt beteiligt. Die neue, rund 500 Kilometer lange, 1,2 Milliarden US-Dollar teuere Erdöl-Leitung, die von einem von der Westdeutschen Landesbank angeführten internationalen Bankenkonsortium finanziert wird, würde durch erdbebengefährdetes Gebiet führen und zudem fünf sensible Naturschutzgebiete durchqueren. Die ecuadorianische Regierung will die erwarteten Einnahmen aus dem Öltransport weitgehend für den Abbau des Staatsdefizits verwenden. 26. April 2002 Der für sein sozialpolitisches Engagement bekannte Bischof Emil Stehle ist in Ecuador knapp einer Entführung entgangen. Der Deutsche ist seit 15 Jahren Bischof von Santo Domingo de los Colorados. Nach Angaben des katholischen Hilfswerks Adveniat wurde der 75-Jährige von sechs Unbekannten in seinem Haus überfallen und mit Waffengewalt zum Mitkommen aufgefordert. Ordensschwestern aus einem benachbarten Exerzitienhaus hätten die Täter aber mit lautem Geschrei in die Flucht geschlagen. 24. Juni 2002 Nach nur knapp neun Monaten im Amt tritt Finanzminister Carlos Julio Emanuel Morán aufgrund einer Korruptionsaffäre zurück. Mehrere führende Beamte seines Ministeriums waren festgenommen worden, nachdem bekannt wurde, daß sie bei der Vergabe öffentlicher Mittel hohe Bestechungsgelder kassiert hatten. 20. November 2002 In der Andenstadt Riobamba detoniert in einem Munitionsdepot der Armee eine Granate und löst eine Kettenreaktion von Explosionen aus. Bei dem Unglück kommen sechs Soldaten ums Leben und werden weitere rund 300 verletzt. 24. November 2002 Bei der Präsidentschaftswahl siegt der ehemalige Militäroberst und Putschist Lucio Gutiérrez Borbúa mit 54,3 Prozent der Stimmen. Sein Gegenkandidat, der in Ecuador als „König der Bananen“ bekannte Dollar-Milliardär und Nahrungsmittelexporteuer Alavaro Noboa kommt auf 45,7 Prozent. Gutiérrez und Noboa hatten beim ersten Wahlgang am 20. Oktober die meisten Stimmen erhalten. Da jedoch keiner eine ausreichende Mehrheit erreicht hatte, war eine Stichwahl erforderlich geworden. Der für vier Jahre gewählte Gutiérrez, der im Wahlkampf vor allem gegen die Korruption im Lande zu Felde zog, wird sein Amt am 15. Januar 2003 von Gustavo Noboa Bejarano (nicht verwandt mit dem unterlegenen Kandidaten) übernehmen, der verfassungsgemäß nicht mehr kandidieren konnte. Am 21. Januar 2000 hatte Gutiérrez zusammen mit anderen Militärs und mit der mächtigen Vereinigung der Indiobevölkerung Conaie den damaligen Staatschef Jamil Mahuad Witt aus dem Amt gejagt. Dies hatte ihn zwar für ein halbes Jahr ins Gefängnis gebracht, war aber auch der Beginn seiner politischen Karriere gewesen. In sein Kabinett wird Gutiérrez zwei Minister berufen, die der einheimischen Indio-Bevölkerung angehören. Der Linguist und promovierte Jurist Luis Macas wird Landwirtschaftsminister, und Nina Pacari ist als künftige Außenministerin die erste Frau und eine der ersten Eingeborenen in diesem Amt in Ecuador. Die promovierte Juristin ist Führungsmitglied der Indio-Organisation Pachakutik, die den politischen Arm der Conaie darstellt. Sie will sich vor allem um jene Ecuadorianer bemühen, die angesichsts der schlechten Wirtschaftslage ihrer Heimat den Rücken gekehrt und überwiegend in die USA und nach Spanien emigriert sind. 1. Januar 2003 In der Hafenstadt Guayaquil beschlagnahmen Zollbeamte über zwei Tonnen Kokain, die nach Spanien verschifft werden sollten. Das aus Kolumbien stammende Rauschgift mit einem Marktwert von rund 130 Millionen US-Dollar war in 2.500 Lebensmittel-Dosen abgefüllt. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Ecuador...José Ayala Lasso Politiker geboren: 29.01.1932 (Quito) Literatur... Simón Bolívar General, Widerstandskämpfer, Politiker geboren: 24.07.1783 (Caracas) gestorben: 17.12.1830 (Santa Marta) Literatur... Juan José Flores Militär, Staatspräsident von Ecuador (1.; 1831-35; 1839-45) geboren: 19.07.1800 (Puerto Cabello) gestorben: 01.10.1864 (Santa Rosa) Literatur... Jamil Mahuad Witt Politiker, Staatspräsident von Ecuador (1998-2000) geboren: 29.07.1949 (Loja) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |