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Commonwealth of Dominica

Chronik

 Überblick    Basisdaten


3. November 1493
Christoph Kolumbus entdeckt während seiner zweiten „Westindien“-Reise eine weitere Karibik-Insel und nennt sie, da an einem Sonntag gesichtet, „Dominica“.
(Bis zu seinem Tod im Jahre 1506 war der Entdecker Amerikas davon überzeugt, den westlichen Seeweg über den Atlantik nach Hinterindien gefunden zu haben; deshalb der Name „Westindien“ für die Inselwelt vor Zentralamerika und die Bezeichnung „Indios“ bzw. „Indians“ für die Ureinwohner Amerikas; die Bezeichnung „Karibik“ dagegen ist von dem Volksstamm der Kar(a)iben abgeleitet, die ab dem 13. Jahrhundert die auf den Mittelamerika vorgelagerten Inseln ansässigen friedlichen Arawak [auch Taino genannt] unterworfen bzw. vertrieben hatten und als äußerst kriegerisch galten sowie als Menschenfresser gefürchtet waren.)

1494
Die Insel Dominica wird infolge des Vertrages von Tordesillas zwischen Spanien und Portugal offiziell spanisches Territorium. Aufgrund fehlender Bodenschätze und auch wegen der äußerst feindseligen Kariben verzichten die Spanier jedoch auf eine Besiedlung des rund 50 mal 20 Kilometer großen Eilandes.

Ab 1632
Frankreich, die Niederlande, Großbritannien und Dänemark gründen erste Niederlassungen auf Dominica und streiten sich hartnäckig um die Vorherrschaft auf der Insel. Gleichzeitig beginnt die systematische Ausrottung der äußerst feindseligen Kariben. (Heute leben in einem Reservat an der Ostküste Dominicas etwa 500 Kariben als letzte Nachkommen jener kriegerischen Ureinwohner, die einst die gesamten Westindischen Inseln beherrschten.)

1635
Die ersten westafrikanischen Sklaven, Vorfahren der heutigen schwarzen Bevölkerung, werden für die Arbeit auf den Plantagen auf die Insel Dominica gebracht.

1783
Die Franzosen treten die Insel Dominica offiziell an die Briten ab.

1805
Frankreich erobert die Insel Dominica ein weiteres Mal.

1814
Im Friedensvertrag von Paris erhält Großbritannien die Insel Dominica zurück.

1854
Dominica wird zur britischen Kronkolonie erklärt. Wirtschaftlich gerät die „Bananen“-Insel (noch heute sind Bananen das Hauptausfuhrprodukt Dominicas) jedoch zunehmend in die Abhängigkeit der USA.

1883
Dominica wird den Leeward-Inseln angegliedert.

1940
Dominica wird der Gruppe der Windward-Inseln angegliedert.

1958
Dominica wird Mitglied der Westindischen Föderation (bis 1962).

1967
Dominica wird ein mit Großbritannien assoziierter Staat mit innerer Selbständigkeit; Hauptstadt ist Roseau im Süden der Insel; für die Außen- und Verteidigungspolitik ist weiterhin Großbritannien zuständig.

1974
Dominica tritt dem Karibischen Gemeinsamen Markt (CARICOM - Carribean Community and Common Market) bei.

1976
Dominica schließt mit der Europäischen Gemeinschaft einen Assoziierungsvertrag ab.

3. November 1978
Dominica wird als parlamentarische Republik im Rahmen des Commonwealth in die Unabhängigkeit entlassen. Der bisherige Gouverneur Louis Cools-Lartigue wird Staatspräsident; Regierungschef bleibt Patrick R. John von der „Dominica Labour Party“; Oppositionspartei ist die Dominica Freedom Party.

Dezember 1978
Fred Degazon wird nach Wahlen Staatsoberhaupt von Dominica.

21. Juni 1979
Nach schwerer innenpolitischer Krise wird Jenner Armour Staatspräsident und J. Oliver Seraphine Regierungschef von Dominica.

21. Juli 1980
Mary Eugenia Charles, Führerin der konservativen Partei „Dominica Freedom Party“ (DFP), wird Regierungschefin von Dominica. Ihre unerbittlichen Sparmaßnahmen zur Reduzierung der Staatsverschuldung tragen ihr den Namen „Eiserne Lady der Karibik“ ein.

Februar 1981
Nach einem gescheiterten Putschversuch der Armee wird die rund 200 Mann starke Truppe aufgelöst und der Ausnahmezustand über Dominica verhängt.

1983
Der seit 1981 geltende Ausnahmezustand wird aufgehoben. Sir Clarence Augustus Seignoret wird neues Staatsoberhaupt von Dominica.
Dominica beteiligt sich an der vorübergehenden Besetzung Grenadas durch die USA.

1985
Mary Eugenia Charles wird als Regierungschefin von Dominica bestätigt.

1988
Bei Wahlen wird Sir Clarence Augustus Seignoret als Staatsoberhaupt Dominicas bestätigt.

1989
Ein Wirbelsturm verwüstet einen Großteil der Bananenplantagen auf Dominica.

1990
Mary Eugenia Charles wird ein weiteres Mal als Regierungschefin Dominicas bestätigt.

25. Oktober 1993
Nachdem Staatspräsident Clarence Augustus Seignoret aus Altersgründen aus dem Amt ausscheidet, wird Crispin Anselm Sorhaindo neues Staatsoberhaupt Dominicas.

15. Juni 1995
Edison James wird nach dem Wahlsieg seiner, vor allem von der ärmeren Bevölkerungsschicht unterstützten, linksorientierten DUWP (Dominica United Worker's Party) neuer Regierungschef und Außenminister von Dominica.

1998
Hauptziel der Regierung Dominicas ist es, Handwerk, Tourismus und Holzindustrie zu fördern. (Bisher ist der Inselstaat fast vollkommen von seiner Landwirtschaft abhängig.)

6. Oktober 1998
Das Parlament wählt den 58jährigen Vernon Lorden Shaw von der UWP (United Worker’s Party) zum neuen Staatspräsidenten von Dominica.

1. Januar 2000
Die Regierung von Dominica gibt die Zahl der Auslandsgäste für 1999 mit rund 350.000 an. Davon wären rund 250.000 Kreuzfahrtteilnehmer, also Tagesgäste gewesen.

31. Januar 2000
Die oppositionelle Dominica Labour Party (DLP) erringt bei den Parlamentswahlen zehn der insgesamt 21 zu wählenden Sitze, fünf mehr als 1995. Zwei Sitze entfallen auf ihren Bündnispartner Dominica Freedom Party (DFP) (-2) und die restlichen neun auf die bislang regierende Dominica United Worker’s Party (DUWP/-2) von Regierungschef Edison James. Er wird von Roosevelt („Rosie“) Douglas (DLP) im Amt abgelöst.

1. Oktober 2000
Premierminister Roosevelt („Rosie“) Douglas stirbt nach nur acht Monaten im Amt 58jährig an einem Herzinfarkt. Neuer Regierungschef wird der bisherige Arbeitsminister Pierre Charles (DLP/Dominica Labour Party). Charles will vor allem hart gegen die Korruption vorgehen.

1. Januar 2001
Wie viele andere Klein-Staaten der Welt versucht auch der Karibik-Inselstaat Dominica seit Jahren durch den nahezu völligen Verzicht auf Direktsteuern Investoren „an Land zu ziehen“. Die OECD (Organization for Economic Co-operation an Development/Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung; weltweit 29 Mitgliedstaaten) veröffentlichte nun in ihrem Jahresbericht eine schwarze Liste, in der mehreren dieser Steueroasen, darunter auch Dominica, mangelnde Kooperation bei der Bekämpfung der Geldwäsche und/oder eine unlautere Steuerpolitik vorgeworfen wird. Darauf reagierte die Regierung in Roseau äußerst empfindlich und warf ihrerseits den OECD-Industriestaaten vor, nur ihre eigenen Wirtschaftsinteressen im Auge zu haben. Auch der Vorstand der Karibischen Entwicklungsbank (CDB/Caribbean Development Bank) sprach von „wirtschaftlicher Erpressung der Mini-Staaten“.

20. April 2001
Im kanadischen Québec findet eine dreitägige Gipfelkonferenz aller 34 Staats- und Regierungschefs des amerikanischen Doppelkontinents mit Ausnahme Kubas statt. Hauptthema ist eine Konkretisierung des seit langem angestrebten Mammut-Projekts der panamerikanischen Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, die bis zum 1. Januar 2005 (unter Ausschluß Kubas) geschaffen werden soll. Eine „Demokratieklausel“ soll sicherstellen, daß nur demokratische Staaten der größten Freihandelszone der Welt beitreten können, die wegen der verschiedenen Sprachen vier offizielle Bezeichnungen haben wird (Englisch: Free Trade Area of the Americas/FTAA, Spanisch: Área de Libre Comercio de las Américas/ALCA, Portugiesisch: Área de Livre Comércio de las Américas/ALCA, Französisch: Zone de libre-échange des Amériques/ZLEA). Der „Summit of the Americas“ ist überschattet von gewalttätigen Demonstrationen von Globalisierungsgegnern. Fast 100 Menschen werden z.T. schwer verletzt, darunter drei Dutzend Sicherheitskräfte.

27. Dezember 2001
Das Parlament in Roseau beschließt das Ende des staatlichen Vermarktungsmonopols für Bananen, Dominicas Hauptexportprodukt. Die Staatsfirma hatte einen Schuldenberg von elf Millionen US-Dollar angehäuft. Zudem sind die Exporterlöse um über ein Drittel eingebrochen. Die neue „Dominica Banana Producers Company“ soll zu 85 Prozent den Bauern gehören.
Außerdem will man den Ökotourismus, der als Wirtschaftssektor der Zukunft für die regenwaldreiche Vulkan-Insel gilt, weiter ausbauen. Dazu gehören „whale watching“ per Schiff entlang der Steilküsten und Wanderungen durch den gebirgigen Nationalpark „Morne Trois Pitons“, der zum Weltkulturerbe zählt. Dort gibt es zahlreiche heiße Quellen und den Kratersee „Boiling Lake“, dessen Wasser bis über 90° Celsius heiß ist.

13. Januar 2002
Elizabeth Israel, genannt „Ma Pampo“, feiert nach Überzeugung von Regierungsvertretern und zahlreichen Bewohnern der Karibikinsel ihren 127. Geburtstag. Allerdings wird sie im „Guinness-Buch der Rekorde“ nicht als ältester lebender Mensch geführt. Behördenangaben zufolge wurde sie 1875 geboren. Das gehe aus dem Taufregister der katholischen Kirche hervor. Ihre Geburtsurkunde nennt dasselbe Jahr – allerdings wurde sie erst im Jahr 2000 ausgestellt. Regierungschef Pierre Charles hat inzwischen versprochen, alles zu unternehmen, um die „Guinness“-Redaktion zu Recherchen über das Alter der alten Dame anzuregen. „Ma Pampo“ liegt derzeit nach einer Beinamputation im Krankenhaus.

5. Mai 2002
Der frühere Staatspräsident von Dominica, Sir Clarence Augustus Seignoret (1983-93), stirbt im Alter von 83 Jahren.

 Quelle: Areion Weltalamanach


 Literatur zu Dominica...



Edison James
Politiker, Regierungschef von Dominica (1995-2000)
geboren: 18.10.1943 (Marigot)
Literatur...



Jean Rhys
Eigentlicher Name: Ella Gwendolen Rees Williams
Schriftstellerin
geboren: 24.08.1890 (Reseau)
gestorben: 14.05.1979 (Cheriton Fitzpaine (Devonshire))
Guten Morgen, Mitternacht - Roman (1939 (deutsch: 1969)); Sargassomeer - Roman (1966 (deutsch: 1980))
Literatur...


 Quelle: Areion Weltalamanach



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