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ChinaVolksrepublik China Basisdaten Chronik
![]() Geografie Das Land Die Volksrepublik China nimmt mit einer Fläche von 9.572.909 qkm einen großen Teil Zentral- und Ostasiens ein und ist nach Rußland, Kanada und den USA das viertgrößte Land der Erde. Das Land grenzt im Osten an das Gelbe und das Ostchinesische Meer, im Südosten an das Südchinesische Meer. Landesgrenzen hat China mit Rußland und der Mongolei im Norden, im Osten mit der Volksrepublik Korea, Hongkong (seit 1997 wieder China) und dem ehemals portugiesischen Territorium Macau (seit 1999 wieder China), im Süden mit Vietnam, Laos, Myanmar (früher Birma), Bhutan, Nepal und Indien und im Westen mit Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan. Aus der chinesischen Bezeichnung Chung-kuo (Reich der Mitte) entwickelte sich der im Westen seit dem späten Mittelalter gebräuchliche Namen China. Sieben Großlandschaften charakterisieren das Land, drei von ihnen im Westen gehören zu Zentralasien (Hochland von Tibet, große Becken im Nordwesten, mongolisches Hochland), die in Richtung Osten anschließenden Landschaften Mandschurei und Nord- und Südchina, die durch das zentralchinesische Gebirgssystem voneinander getrennt sind, gehören zu Ostasien. Das Hochland von Tibet in Südwestchina liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 4500 m über dem Meeresspiegel und ist das höchstgelegene Plateau weltweit (daher die Bezeichnung „Dach der Welt“). Das Hochland wird von einer Reihe hoher Gebirgsketten umrahmt: Im Süden liegt im Himalaya der Mount Everest (Qomolangma), mit 8872 m der höchste Berg der Welt, weitere Achttausender sind z.B. der K2 (8611 m), der Lhotse (8516 m) und der Makalu (8463 m). Im Norden des Hochlands von Tibet liegt das Gebirge Kunlun Shan (bis 7732 m), im Westen Karakorum. An der Ostseite des Hochlands entspringen die Flüsse Mekong, Yangtsekiang und Hwangho. Zweite zentralasiatische Großlandschaft sind die Beckenlandschaften im Nordwesten Chinas, die ebenfalls von mächtigen Gebirgszügen umgeben sind. Im Norden liegt das Tarimbecken mit einer Fläche von ca. 500.000 qkm, das im Süden von Kunlun Shan und im Norden von der Gebirgsschwelle Tian Shan begrenzt wird. Das Tarimbecken befindet sich auf einer Höhe zwischen 700 und 1400 m, ein Großteil der Fläche wird von Wüstenlandschaft bedeckt (Takla Makan). Nordöstlich des Tarimbeckens befindet sich die Turfansenke, die mit einer Höhe von 154 m unter dem Meeresspiegel den niedrigsten Punkt Chinas bildet. Nördlich des Tarimbeckens, getrennt durch das Gebirgssystem Tian Shan, befindet sich die Dsungarei, eine Beckenlandschaft, die überwiegend aus Wüste und Salzsümpfen besteht. Östlich des Tarimbeckens, getrennt durch den Gebirgszug Altun Shan, liegt das Qaidambecken mit einer durchschnittlichen Höhe von etwa 2700 m über dem Meeresspiegel und einer Fläche von ca. 120.000 qkm. Das mongolische Hochland im Norden Chinas bildet die dritte zentralasiatische Großlandschaft und wird zum Großteil von der Wüste Gobi (Schamo) eingenommen. Auch hier bilden Gebirgssysteme eine natürliche Begrenzung. Im Nordosten Chinas liegt die Mandschurei mit dem mandschurischen Tiefland als Zentrum. Im Norden der Mandschurei bildet der Fluß Amur (Heilong Jiang) die Grenze zu Rußland, im Süden ist die Landschaft vom Gelben Meer bzw. der Halbinsel Korea begrenzt. Im Gebirgszug Chanbai Shan an der Grenze zu Korea liegt die höchste Erhebung der Mandschurei (2744 m). Im Süden des mandschurischen Tieflands schließen sich Bergländer an. Südwestlich der Mandschurei liegen die Schwemmlandgebiete der Nordchinesischen Ebene, die sehr fruchtbar sind. Das Tiefland ist dichtbesiedelt, u.a. liegt hier die chinesische Hauptstadt Peking (Beijing). Die im Westen anschließenden Bergländer sind von einer fruchbaren Löss-Schicht bedeckt, die stellenweise über 200 m dick ist. Der Lössboden gab u.a. dem Huang He (Gelber Fluß) seinen Namen. Das zentralchinesische Gebirgssystem, das sich an das Kunlun-Shan-Gebirge im Westen anschließt und aus mehreren Gebirgszügen besteht (z.B. Qin Ling, Daba Shan, Wuyi Shan), steigt auf Höhen bis zu 5000 m an (Min Shan) und trennt Nordchina von Südchina. Südchina ist gekennzeichnet durch Mittelgebirge und weite Beckenlandschaften wie z.B. das Rote Becken, das seinen Namen dem vorherrschenden rötlichen Sandstein verdankt und auf einer Höhe von ca. 1000 m über dem Meeresspiegel liegt. Südwestlich des Roten Beckens, das vom Yangtsekiang durchfloßen wird, liegt das verkarstete Hochland von Yunnan-Qizhou mit zahlreichen Höhlen und unterirdischen Seen. Die fruchtbaren Küstenebenen am Ost- und Südchinesischen Meer bilden einen wichtigen Agrarraum für China. Die Küste ist teilweise stark gegliedert und weist zahlreiche vorgelagerte Inseln auf, die größte ist die Insel Hainan im Südchinesischen Meer, die den südlichsten Punkt ganz Chinas darstellt. Eine Vielzahl von Flüssen durchzieht China, der längste ist der Yangtsekiang mit einer Länge von 6300 km, der zweitlängste der Huang He (Gelber Fluß) mit 5464 km. Beide entspringen im Hochland von Tibet und münden in das Ostchinesische Meer. Viele der Flüsse werden zu Seen angestaut, etwa 2000 sind vorhanden. Der größte der natürlichen Seen auf chinesischem Gebiet ist der Qinghai Hu, ein Salzsee mit einer Fläche von rund 4583 qkm. Klima China weist durch seine Größe eine Vielzahl von Klimazonen auf. Während es im Süden tropisch-heiß ist, finden sich im Norden der Mandschurei und im zentralasiatischen Hochland kühlgemäßigte Zonen mit extrem kalten Wintern. Das zentralchinesische Gebirgssystem stellt eine Klimascheide dar: es hält die vor allem im Winter aus dem Norden kommenden kalten Luftmassen davon ab, in den Süden zu strömen. Umgekehrt werden die überwiegend im Sommer aus dem Süden vom Pazifik kommenden warmen und feuchten Luftmassen davon abgehalten, weiter in den Norden vorzudringen. Der äußerste Süden des Landes (Insel Hainan, Hongkong) weist im Sommer durchschnittliche Temperaturen von ca. 28°C auf, im Winter liegen die Werte bei ca. 16°C. Die durchschnittlichen Niederschlagsmengen liegen pro Jahr bei etwa 2800 mm. In Richtung Norden nehmen die Temperaturen im Winter kontinuierlich ab, ebenso die Niederschlagsmengen. Nordchina weist warm-gemäßigtes Klima auf. Während die Temperaturen im Sommer immer noch relativ hoch sind, sind die Wintertemperaturen bereits deutlich tiefer als im Süden. In der Hauptstadt Peking (Beijing) werden im Januar Mittelwerte von –5°C gemessen, im Juli sind es ca. 26°C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge pro Jahr liegt bei etwa 620 mm, im übrigen Nordchina um die 1000 mm. In Harbin im mandschurischen Tiefland im Norden Chinas liegen die Sommertemperaturen im Durchschnitt um die 23°C. Im Januar liegt der Mittelwert bei –20°C, im Extremfall kann die Temperatur bis –40°C sinken. Die Niederschlagsmengen liegen bei jährlich ca. 550 mm, der Regen fällt überwiegend in den Sommermonaten. In den hochgelegenen Becken im Nordwesten Chinas herrscht durch die umgebenden Gebirgszüge extreme Trockenheit, was zur Bildung von großen Wüsten führt. Die Sommertemperaturen sind in diesen Regionen (Tarimbecken, Dsungarei) sehr hoch, die Winterwerte extrem niedrig. Im Tibetischen Hochland herrscht kontinentales Hochlandklima, in Lhasa werden im Januar Mittelwerte um die –1°C gemessen, im Juli liegen die Temperaturen bei etwa 16°C durchschnittlich. Die Niederschlagsmenge liegt hier bei ca. 420 mm jährlich. Flora und Fauna Etwa 14% der Landesfläche sind bewaldet. Im äußersten Süden des Landes (Hainan) finden sich Regenwälder, Palmen und Mangroven. In den Berg- und Hügelländern Südchinas ist die Vegetation subtropisch mit immergrünen Laubwäldern (u.a. mit Eichen), die in Richtung Norden allmählich in Mischwälder (südliche Mandschurei) und Nadelwälder (Nordchina) übergehen. Ausgedehnte Wälder wachsen heute nur noch in den Randgebirgen des Tibetischen Hochlands. Das Hochland selbst liegt zum Großteil oberhalb der Baumgrenze und ist mit Gras bedeckt bzw. weist alpine Matten auf. In vielen Teilen des Landes mußte die ursprüngliche Vegetation einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung weichen. In den extrem trockenen Gebieten Chinas (z.B. Tarimbecken, Dsungarei und im mongolischen Hochland) finden sich Vollwüsten bzw. an deren Rändern Halbwüsten und Steppenlandschaften. Die dünn besiedelten Regionen Chinas vor allem im Westen und Nordosten bieten einer Vielzahl von Tieren einen geeigneten Lebensraum. Einige der hier lebenden Tierarten sind endemisch, so z.B. der China-Alligator, der Chinesische Flußdelphin und der Chinesische Riesensalamander. Im Norden leben u.a. Hirsche, Elche und Biber. Im Bestand gefährdet ist der Sibirische Tiger, der im Grenzgebiet zu Rußland vorkommt. Als ausgestorben gilt das Przewalskipferd. Im tibetischen Gebirge lebt der Große Pandabär (Bambusbär), dessen Bestand kontinuierlich abnimmt. Heute leben schätzungsweise noch 1000-1500 wilde Exemplare in den vorhandenen Schutzgebieten, doch durch die speziellen Ernährungsgewohnheiten der Tiere ist ihr Fortbestand nicht gesichert. Besonders vielfältig ist die Vogelwelt in China, zu der neben zahlreichen Zugvögeln u.a. die Mandschurendrommel und der Mandschurenkranich, Seidenreiher, Goldfasan und Wanderfalke gehören. Kultur und Gesellschaft Bevölkerung China ist mit rund 1,29 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 126 Einwohnern pro Quadratkilometer, dabei ist die Bevölkerung aber sehr ungleich verteilt: Im Norden und Westen des Landes sind weite Teile extrem dünn besiedelt, während andere Landesteile im Osten und Süden sehr dicht besiedelt sind (bis zu 2000 Einwohner pro Quadratkilometer). Zu den größten Ballungsgebieten gehört der Großraum Shanghai mit rund 10,8 Millionen Menschen, weitere Millionenstädte sind z.B. die Hauptstadt Peking (Beijing, Großraum 10,8 Millionen), Tianjin (8,8 Millionen), Shenyang, Wuhan, Chongqing und Xi’ian. Nachdem die Bevölkerung Chinas Anfang der 80er Jahre die Milliardengrenze überschritten hatte und weiter hohe Wachstumsraten aufzeigte (2,5%), wurde von staatlicher Seite her Maßnahmen gegen die Überbevölkerung ergriffen. Dazu gehörte u.a. die Heraufsetzung des Heiratsalters, die Legalisierung von Abtreibungen und die Befürwortung der Ein-Kind-Familie. Derzeit liegt die Rate für das Bevölkerungswachstum bei knapp 0,9%. Über 90% der Bevölkerung sind Chinesen, die sich selber als Han bezeichnen. Daneben gibt es etwa 50 ethnische und religiöse Minderheiten im Land: die größte Gruppe sind die Zhuang mit rund 16 Millionen, die zu den Thaivölkern gehören und in der autonomen Region Guangxi leben. Weitere Gruppen sind die Hui (ca. 9 Mill., autonome Region Ningxia) und die Uiguren (ca. 7 Mill., autonome Region Xinjiang). Vor allem in der autonomen Region Tibet, die 1950 von chinesischen Truppen besetzt und an China angegliedert wurde, leben rund vier Millionen Tibeter. Ihr religiöses und politisches Oberhaupt, der Dalai Lama, lebt seit dem Ende der 50er Jahre im Exil in Indien und fordert die Unabhängigkeit Tibets. Weitere Minderheiten sind Mongolen, Kasachen, Yi und Miao. Hochchinesisch, das auf dem Peking-Dialekt basiert, ist die offizielle Amtssprache, in den verschiedenen Regionen werden auch die Sprachen der dort lebenden Minderheiten gesprochen. Seit dem Ende der 70er Jahre ist die freie Religionsausübung in China wieder in der Verfassung festgehalten. De facto versucht das seit 1949 herrschende kommunistische Regime nach wie vor, den Einfluß der Religionen massiv zu unterdrücken. So ist nach offiziellen Angaben der Anteil an Konfessionslosen mit über 70% hoch. Dennoch sind nach wie vor viele Chinesen Anhänger des Konfuzianismus, des Daoismus und des Buddhismus, wobei hier die Buddhisten die zahlenmäßig größte Gruppen darstellen (ca. 100 Millionen Chinesen). Angehörige des Islam machen schätzungsweise um die 2%, Christen etwa 1% der Bevölkerung aus. Geschichte Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung des Raums um die heutige Hauptstadt Peking bereits vor rund 500.000 Jahren hin (Homo erectus pekinensis). Vermutlich waren in der Altsteinzeit bereits weite Teile des heutigen China durch Menschen besiedelt. Aus der Jungsteinzeit (ca. 6. bis 4. Jahrtausend vor Beginn der christlichen Zeitrechnung) sind Werkzeuge und Keramik der Yanshao-Kultur bekannt, deren Siedlungsgebiet im Gebiet um den Fluß Huang He lag. Die folgende Longshan-Kultur im 3. Jahrtausend v.Chr. beinhaltete bereits die Technik des Bronzegießens. Etwa ab dem 16. Jahrhundert v.Chr. belegen Zeugnisse die erste chinesische Hochkultur der Shang-Dynastie, deren Mittelpunkt in der Großen Ebene und in Teilen des Tales des Yangtsekiang lag. Funde weisen auf Städte hin, die durch Mauern befestigt waren. Es herrschte ein Lehenssystem, das neben dem Herrscher und dem Adel auch der Priesterschaft eine mächtige Stellung verlieh. Es wurde eine Symbolschrift mit rund 2000 Zeichen verwendet. Das Reich der Shang wurde etwa ab 1000 v.Chr. durch die Chou-Dynastie abgelöst, dieses Reich expandierte bis ca. 770 v.Chr. und stellte einen hierarchisch strukturierten Feudalstaat dar. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte gewannen unabhängige Fürstentümer immer mehr an Macht gegenüber den Königen der Chou-Dynastie, ab etwa 480 v.Chr. begann die sog. „Zeit der streitenden Reiche“, in der sich über 100 Kleinstaaten gegenseitig bekämpften. Dennoch bestand eine kulturelle Einheit, geprägt u.a. von den philosophischen Lehren des Konfuzius (Kong Fu Zi, 551-479 v.Chr.) und des Laozi. Im Laufe der Jahrhunderte nahm die Anzahl der Kleinreiche ab, etwa ab 247 v.Chr. gelang es dem Qin-Reich unter dem Kaiser Zheng, die anderen Reiche zu unterwerfen. Zheng begründete als „Shih Huang-ti“ (Erlauchter Kaiser) im Jahr 221 v.Chr. das chinesische Kaiserreich mit der Hauptstadt Chang’an (X’ian). Bis 210 v.Chr. konnte er das Reichsgebiet in Richtung Westen und Norden (Mandschurei) vergrößern und ließ es durch eine große zusammenhängende Mauer (den Vorläufer der Großen Mauer) sichern gegen die Angriffe der aus dem Norden kommenden Hunnen (Hsiung-Nu). Im Inneren regierte der Kaiser autokratisch, entmachtete den Adel und legte die Verwaltung des Landes in die Hände von Beamten. Währung, Maße und Schrift des Reiches wurden vereinheitlicht. Dies geschah nicht ohne Widerstand der Bevölkerung, gegen den der Kaiser rigoros vorging (213 v.Chr. Verbrennung der Werke des Konfuzius). Nach dem Tode des Kaisers Zheng verlor die Qin-Dynastie durch die anhaltenden Aufstände des Volkes schnell an Macht. Ein Führer der Rebellen, Liu Pang, begründete etwa um 207 v.Chr. die bis 220 n.Chr. herrschende Han-Dynastie, in der zunächst feudalistische und zentralistische Elemente vereint waren. Der Bau der Großen Mauer wurde nach neuen Gebietsgewinnen im Süden und Osten des Landes fortgesetzt, die Verwaltung des zunehmend zentralistisch regierten Landes lag in den Händen der sog. „Mandarine“, der kaiserlichen Beamten. Der Konfuzianismus gewann wieder an Bedeutung, als zweite Glaubensrichtung hatte der Buddhismus Zulauf aus der Bevölkerung. Ab der Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr. wurde über die sog. „Seidenstraße“ reger Handel mit anderen asiatischen Ländern im Westen Chinas betrieben, zeitweise reichten die Handelsbeziehungen bis in den Mittelmeerraum. Nach dem Ende der Han-Dynastie 220 n.Chr. existierte über eine längere Zeitspanne kein einheitliches Reich, bis zum Ende des 6. Jahrhunderts n.Chr. war das Land geprägt durch religiöse und territoriale Machtkämpfe, die zu Gebietsverlusten und wirtschaftlichem Niedergang der einzelnen Reiche führte. Dann folgte ab 581 n.Chr. die Sui-Dynastie, die wieder ein zentralistisch regiertes Kaiserreich etablierte mit der Hauptstadt Chang’an. Kaiser Weng-Ti gelang es, die in den Norden des Landes eingefallenen Hunnen wieder zu vertreiben und eine Handels- und Kriegsflotte zu bauen, die China zu einer Seemacht werden ließ. Um das Landesinnere anzubinden, wurde der rund 1500 km lange sog. Kaiser-Kanal gebaut, der den Gelben Fluß und den Langen Fluß miteinander verband. Die ab 618 unter Kaiser Goazu folgende Tang-Dynastie war geprägt von Stabilität und einer Reihe von Reformen, u.a. des Beamtenstandes, die Mandarine mußten in strengen Prüfungen ihre Eignung und ihre Bildung nachweisen. Der Buddhismus war zur staatsbestimmenden Religion geworden. Die kulturelle Blütezeit führte zur Herstellung von Porzellan und um 870 zur Erfindung des Buchdrucks. Konkurrierende Reiche wie z.B. das tibetische Tufanreich und Bauernaufstände führten zum Untergang der Tang-Dynastie gegen Ende des 9. Jahrhunderts. Die Einheit des Reiches zerfiel: 907 herrschte im Norden des Landes das Bündnis der „Fünf Dynastien“ (Liang, Tang, Ch’in, Han, Chu), im Süden Chinas etablierten sich mehrere kleinere Reiche. Erst Kaiser Taizong einte ab 960 China erneut und begründete die Song-Dynastie, die bis 1279 die dominante politische Macht darstellte. Das 1126 in der Mandschurei gegründete Chin-Reich des Volkes der Dschudschen führte zu einer Verlagerung des politischen Zentrums des Song-Reiches in den südlichen Teil Chinas. 1138 wurde die kaiserliche Residenz nach Hangzhou (heute: Shanghai) verlagert. Im 13. Jahrhundert eroberten die Mongolen unter Dschingis-Khan bzw. dessen Nachfolgern ganz China und machten es zu einem Teil des mongolischen Großreiches. Kublai-Khan stieg 1280 als Kaiser Shizu auf den chinesischen Thron und begründete die mongolisch-chinesische Yuan-Dynastie mit Khanbaluk (heute Peking) als politischem Zentrum. Unter den Mogolenkaisern kam es zu einer Öffnung des Landes, europäische Reisende besuchten den Hof der Kaiser. Die praktizierte religiöse Toleranz führte u.a. dazu, daß sich im Westen Chinas in einigen Regionen der Islam verbreiten konnte. 1325 führte eine große Hungersnot in China zum Tod von rund acht Millionen Chinesen, was in etwa 12% der damaligen Bevölkerung entsprach. 1368 wurde die Fremdherrschaft der Mongolen durch Aufstände beendet, Kaiser Taizu, ein buddhistischer Mönch, begründete die Ming-Dynastie, die insgesamt 17 Kaiser hervorbrachte. Landwirtschaftliche Reformen, der Ausbau der Seehandelsflotte und des „Großen Kanals“ führten zu einer wirtschaftlichen Erholung des Landes, gleichzeitig schottete sich das Land gegen Einflüsse von außen zunehmend ab. Gegen die ständigen Mongolen-Übergriffe im Norden des Landes wurde die „Große Mauer“ verstärkt und auf eine Länge von rund 6000 km weiter ausgebaut. Unter den Ming-Kaisern verlor die Schicht der Beamten an politischer Macht. Ab Anfang des 17. Jahrhunderts begann die Ming-Dynastie an Bedeutung zu verlieren, Hungersnöte führten zu einer Reihe von Volksaufständen. Vom Norden her drangen die Mandschu, eine Verbindung von in der Mandschurei lebenden Stämme, in das geschwächte Reich vor und eroberten Peking. Sie begründeten die in China bis 1912 dominante Qing-Dynastie (auch: Mandschu-Dynastie). 1662 beherrschten die Mandschu ganz China, unter ihren Kaisern erlebte das Land eine politische und wirtschaftliche Blütezeit. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Reichsgebiet um die Insel Taiwan, die Mongolei, Tibet und Birma erweitert. In der Mitte des 18. Jahrhunderts umfaßte die chinesische Bevölkerung rund 300 Millionen Menschen. Trotz der zeitweise ausgeprägten Fremdenfeindlichkeit der chinesischen Kaiser hatten sich seit Anfang des 16. Jahrhunderts Handelsbeziehungen mit den europäischen Mächten Portugal, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien entwickelt. Vor allem Briten und Portugiesen hatten in China Handelsstützpunkt gegründet. Ende des 17. Jahrhunderts wurde der Handel der Europäer in China durch entsprechende Maßnahmen begrenzt. Der Handel der Britisch-Ostindien-Kompanie mit Opium, das illegal von Indien eingeführt wurde und zu einer raschen Zunahme der Drogensüchtigen in China führte, blühte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf. 1839 erließ der chinesische Kaiser Dao Guang ein Gesetz, das den Besitz von Opium untersagte. Zugleich wurden die Vorräte der Briten im Hafen Kanton vernichtet. Dieses Vorgehen löste den sog. „Opiumkrieg“ zwischen den beiden Ländern aus, der bis 1842 dauerte und mit dem Sieg Großbritanniens endete. Im Friedensvertrag von Nanking wurde festgelegt, daß China für den britischen Handel mehrere Häfen öffnen, Hongkong an Großbritannien abtreten und eine hohe Kriegsentschädigung zahlen mußte. Auch andere westliche Mächte wie z.B. Frankreich und die USA schloßen mit China in den folgenden Jahrzehnten ähnliche Verträge (die sog. Ungleichen Verträge), die von der chinesischen Führung unter Zwang unterzeichnet wurden. Die allgemeine Handelsfreiheit und die Öffnung der chinesischen Flüsse für die Schiffe der ausländischen Gesellschaften führten dazu, daß die chinesische Wirtschaft durch die Überschwemmung des Landes mit ausländischen Waren große Einbußen hinnehmen mußte. 1858 wurde der Fluß Amur zwischen Rußland und China als Staatsgrenze festgelegt, dadurch verlor das Kaiserreich Gebiete. Auch im Konflikt mit Japan um die Insel Formosa (Taiwan) und um Korea (1. chinesisch-japanischer Krieg 1894/95) mußte China eine Niederlage hinnehmen. Korea und die Insel Formosa wurden durch Japan besetzt. China verlor weitere Territorien an europäische Mächte (Annam in Vietnam an Frankreich, Macao an Portugal, Burma an Großbritannien) und büßte seine Machtstellung in Asien ein. Auch innenpolitisch wurde das chinesische Kaiserreich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Aufstände geschwächt wie z.B. den Taiping-Aufstand, der an die 25 Millionen Menschenleben forderte. Gegen Ende des Jahrhunderts schloß sich eine Gruppe chinesischer Nationalisten zusammen im Kampf gegen die Aufteilung Chinas in Interessenssphären der Großmächte und löste den sog. „Boxeraufstand“ aus (1899), der zur Ermordung vieler Europäer führte. Seinen Namen bekam der Aufstand von dem für die Inszenierung verantwortlichen Geheimbund „Faustkämpfer für Recht und Einigkeit“. Daraufhin intervenierten Truppen der „Vereinigten acht Staaten“ (USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Österreich, Rußland) und schlugen den Aufstand nieder. Rußland besetzte mit seinen Truppen die Mandschurei, die 1905 zwischen Rußland und Japan aufgeteilt wurde. Im Oktober 1911 führte eine Revolution bürgerlicher Kräfte, die eine Republik errichten wollten, zum Sturz des letzten chinesischen Kaisers Pu Yi. Wenig später wurde die Republik China ausgerufen, erster Präsident wurde für eine kurze Zeitspanne Sun Yat-sen, ein Führer der bürgerlichen Bewegung. Er wurde wenig später von General Yuan Shikai im Amt des Staatspräsidenten abgelöst. Sun Yat-sen gründete Mitte 1912 die Nationalchinesische Volkspartei (Kuomintang, KMT), deren Basis eine bereits 1905 gegründete Untergrundbewegung war, die maßgeblich an der Revolution von 1911 beteiligt war. Die Partei propagierte die „Drei Prinzipien des Volkes“ (Nationalismus, Demokratie, Sozialismus) und strebte eine parlamentarische Demokratie an. Sie gewann die Wahlen im Januar 1913, konnte sich aber nicht gegen den Alleinherrschaftsanspruch des Yuan Shikai durchsetzen, der das Parlament auflöste und eine Militärdiktatur errichtete. Nach der Ermordung des Staatspräsidenten 1916 (dieser ließ sich zum Kaiser krönen, was in China zu Massenaufständen führte) übernahmen sog. „Warlords“, regional konkurrierende Militärführer, die Macht in China. Als nach dem Ende des Ersten Weltkriegs die ehemals deutschen Gebiete in China in den Besitz Japans übergingen, formierte sich in China eine ausgedehnte Protestbewegung, die u.a. von der 1921 u.a. von Mao Tse-tung gegründeten Kommunistischen Partei (KP) getragen wurde. Zusammen mit der Kuomintang von Sun Yat-sen bekämpfte sie die Militärmachthaber in China. Nach dem Tode Sun Yat-sens übernahm Chiang Kai-shek die Führung der KMT. Er rief 1927 in Nanking die demokratische Republik China aus. Das Bündnis zwischen KMT und Kommunistischer Partei zerbrach, aus dem folgenden Bürgerkrieg zwischen den Anhängern der beiden Parteien gingen die Truppen der Kuomintang als Sieger hervor. Zwischenzeitlich besetzte Japan 1931 die Mandschurei und rief den Staat Mandschuko aus mit dem letzten chinesischen Kaiser Pu Yi an der Spitze, der von Japan aus kontrolliert wurde. Die Anhänger der kommunistischen Partei Chinas zogen sich in die Provinz Shanxi im Nordwesten Chinas zurück, 1935 wurde Mao Tse-tung zum Vorsitzenden. Die KP und die Kuomintang vereinten sich erneut im Kampf gegen Japan, nachdem im Juli 1937 der zweite chinesisch-japanische Krieg ausgebrochen war (bis 1945). Japanische Truppen hatten mit der Besetzung von Gebieten im Osten Chinas begonnen, um die Rohstoffarmut des eigenen Landes auszugleichen. China wurde vor allem von der Sowjetunion unterstützt, nachdem Japan sich 1941 an die Seite Deutschlands gestellt hatte, erhielt das Land auch von den Westmächten USA und Großbritannien Lieferungen. Bis zur Kapitulation Japans im September 1945 starben in China rund 9 Millionen Menschen. China erhielt seine an Japan verlorengegangenen Gebiete (inklusive Taiwans) zurück. Nach dem Ende der Besatzung zerbrach auch das Bündnis zwischen den beiden chinesischen Parteien wieder. Während der Norden des Landes weitgehend unter Kontrolle der von Mao Tse-tung geführten Kommunisten war, befand sich Südchina in den Händen von Chiang Kai-shek. Im Herbst 1949 mußten Chiang Kai-shek und seine Anhänger (ca. zwei Millionen) nach Taiwan flüchten. Im März 1950 riefen sie auf Taiwan die Republik China aus. Die kommunistische Partei Chinas übernahm im Land die politische Macht und ihr Vorsitzender Mao Tse-tung wurde uneingeschränktes Staatsoberhaupt. Er proklamierte im Oktober 1949 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking die Volksrepublik China (VR China) und begann, die Bevölkerung im „Geiste des Sozialismus“ umzuerziehen. Zu den ersten Maßnahmen gehörten eine umfangreiche Agrarreform, die Verstaatlichung der Industrie und die Verfolgung und Inhaftierung von Oppositionellen. Ein Jahr später wurde ein Beistandspakt mit der Sowjetunion abgeschlossen. Ebenfalls 1950 besetzten chinesische Truppen Tibet, das sich 1912 von China gelöst hatte. Im Korea-Krieg (1950-53) unterstützte China Nordkorea, daraufhin verhängten die UN ein Handelsembargo gegen die VR China. Ende der 50er Jahre zeigten sich erste Mißerfolge bei den wirtschaftlichen Reformprogrammen („Großer Sprung nach vorne“), es kam zu den sog. drei bitteren Jahren 1960-62, in denen ein Großteil der Bevölkerung in Armut lebte und Hunger leiden mußte. Mao Tse-tung mußte sein Amt als Staatspräsident abgeben, blieb aber Parteiführer der KP. In den 60er Jahren kam es zu einem Bruch in den guten Beziehungen zur Sowjetunion, da die chinesische Staatsführung nicht bereit war, den Führungsanspruch der UdSSR unter den kommunistischen Staaten anzuerkennen. 1964 führte China die ersten erfolgreichen Atombombentests (in der Takla-Makan-Wüste) durch. Mit dem Nachbarland Indien kam es wiederholt zu Konflikten um die Regionen Kaschmir und Ladakh, dazu kam, daß Indien dem geistigen und politischen Oberhaupt Tibets (Dalai Lama) seit 1959 Exil gewährte. Innenpolitisch konnte sich Mao Tse-tung gegen die gemäßigten Kräfte in der kommunistischen Partei Chinas durchsetzen und rief gegen diese die „Große proletarische Kulturrevolution“ aus. Diese führte zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen in China: die Aktionen der sog. „Roten Garden“, die sich überwiegend aus Jugendlichen zusammensetzten, führten zu einer nahezu völligen Zerschlagung des Parteiapparats, der durch Revolutionskomitees ersetzt wurde. Der „personellen Säuberungswelle“ fielen hundertausende Intellektuelle und (angebliche) Konterrevolutionäre zum Opfer. In China und vor allem in Tibet wurden im Zuge des Kampfes gegen die alten Werte und Traditionen fast alle Klöster, Kulturdenkmäler und Tempelanlagen zerstört. Mao Tse-tungs Widersacher in der KP, Deng Xiao-ping, mußte 1967 seine Ämter in Partei und Regierung aufgeben. Demgegenüber konnte sich der seit 1949 amtierende Ministerpräsident Zhou Enlai in seinem Amt halten (bis 1975). 1969 wurde die Kulturrevolution mit Waffengewalt beendet. China orientierte sich in Richtung Westen, wurde 1971 in die UNO aufgenommen und erhielt einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Im gleichen Zuge verlor die Republik China (Taiwan) ihren Status als legitime Regierung Chinas. Nach dem Tode Mao Tse-tungs 1976 versuchte die sog. „Viererbande“ um Maos Ehefrau, die politische Macht an sich zu reißen. Mit Hilfe des Militärs konnte sich der Nachfolger Zhou Enlais als Ministerpräsident, Hua Gofeng, durchsetzen, der bis 1980 auch die Parteiführung übernahm. Der 1973 rehabilitierte Deng Xiao-ping, einer der fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden, wurde in China zur treibenden Kraft der chinesischen Wirtschafts- und Außenpolitik. Er forderte im Rahmen einer sozialistischen Marktwirtschaft u.a. eine Liberalisierung und Öffnung der chinesischen Wirtschaft in Richtung Westen. Parallel zur wirtschaftlichen Öffnung vollzog sich eine Verbesserung der politischen Beziehungen zu den Industrieländern. Mit den USA wurden 1978 diplomatische Beziehungen aufgenommen und ein Handelsabkommen unterzeichnet. Auch mit Japan, das sich infolge zu einem der wichtigsten Handelspartner entwickeln sollte, und der Sowjetunion begannen sich die Beziehungen zu normalisieren. Mit Vietnam und Taiwan, das immer mehr in die politische Isolation geriet, kam es dagegen wiederholt zu Spannungen. Anfang der 80er Jahre umfaßte die Bevölkerung Chinas rund eine Milliarde Menschen und die Zahl nahm weiter zu. Die chinesische Regierung – seit 1980 unter Zhao Ziyang als neuem Ministerpräsidenten, Hu Yaobang als Parteivorsitzenden und Deng Xiaoping als starkem Mann im Hintergrund – erließ Gesetze, die die Ein-Kind-Familie vorsah. Bei Nichtbeachten drohten den Eltern Geldstrafen bzw. massive Benachteiligungen bei der Wohnraumvergabe. In der vierten Verfassung von 1982 wurde der Reformkurs von Deng Xiaoping offiziell als politische Leitlinie festgeschrieben. Mitte der 80er Jahre bildete sich vor allem in den Städten Chinas eine Demokratiebewegung, die überwiegend von Studenten getragen wurde. Beeinflußt von der „Perestroika“-Bewegung des sowjetischen Staats- und Parteichefs Michail Gorbatschow kam es im Mai 1989 zu einer wochenlangen Massendemonstration auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking, die Demonstranten forderten mehr Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte. Die Regierung ließ daraufhin das Militär aufmarschieren und die Demonstration mit Waffengewalt auflösen, mindestens 400 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Die Oppositionsgruppen im Land, die sich in den letzten Jahren gebildet hatten, wurden aufgelöst, ihre Mitglieder verhaftet und teilweise hingerichtet. Auch innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas wurden Politiker aufgrund ihrer zu liberalen Haltung von ihren Ämtern entfernt. Die Reaktion der chinesischen Führung rief in der westlichen Welt massive Proteste hervor und vorübergehend geriet das Land in die politische Isolation. Doch Chinas Bedeutung als Absatzmarkt und als bevölkerungsreichstes Land der Welt bewirkte eine rasche Reintegration. Auch nach dem Tode Deng Xiapings 1997 blieb die chinesische Führung unter Ministerpräsident Li Peng (1988-98) und Parteichef Jiang Zemin (seit 1989, seit März 1993 auch Staatspräsident) bei dem eingeschlagenen Kurs einer liberalen Wirtschaft auf der einen Seite und der Unterdrückung jeglicher Demokratiebewegungen im eigenen Land auf der anderen Seite. Im Juni 1997 übergab Großbritannien seine ehemalige Kronkolonie Hongkong an China zurück. Das bestehende Wirtschaftssystem in Hongkong, nun „Sonderverwaltungsregion“, ließ die chinesische Führung im wesentlichen bestehen, das erst kürzlich gewählte Parlament in Hongkong wurde aber durch ein Peking-freundliches ersetzt. Im März 1998 wurde der Wirtschaftsreformer Zhu Rongji neuer Ministerpräsident Chinas, Jiang Zemin wurde für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren als Staatspräsident bestätigt, Li Peng blieb wichtigster zweiter Mann im Staat, jetzt als Parlamentspräsident. Die chinesische Führung sah sich – nicht zuletzt durch die Folgen der asienweiten Wirtschaftskrise – dazu gezwungen, den chinesischen Markt weiter zu öffnen und die Einfuhrzölle zu senken. Ziel war die Aufnahme in die WTO (World Trade Organisation, Welthandelsorganisation). Gleichzeitig nahm die Kritik internationaler Menschenrechtsorganisationen zu, die der chinesischen Staatsführung die wiederholte Verletzung der Menschenrechte an Tausenden von Chinesen vorwarf. Im November 1999 wurden die Bedingungen für einen Beitritt Chinas ausgehandelt. Noch im gleichen Jahr gab Portugal die Kolonie Macao (ein 16,9 qkm großes Territorium) an China zurück. Wie auch in Hongkong wurde der ehemaligen Kolonie die Aufrechterhaltung der Wirtschaftsform für zunächst 50 Jahre zugesichert (nach dem Prinzip „Ein Land – zwei Systeme“). Im November 2001 wurde auf der Welthandelskonferenz in Katar die Aufnahme Chinas in die WTO beschlossen. für aktuelle Angaben siehe Basisdaten Chronik
Politisches System Die Volksrepublik China ist laut Verfassung ein „sozialistischer Staat unter der demokratischen Diktatur des Volkes, der von der Arbeiterklasse geführt wird und auf dem Bündnis der Arbeiter und Bauern beruht“. Der Staatspräsident, der vor allem repräsentative Aufgaben hat (seit März 1993 Jiang Zemin, der zugleich Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission ist), wird für eine Amtszeit von fünf Jahren vom Nationalen Volkskongress (NVK) gewählt. Der NVK (rund 3000 Mitglieder) tritt nur einmal jährlich zusammen, die laufende politische Arbeit erledigt ein Ständiger Ausschuß, dessen 155 Mitglieder jährlich gewählt werden. Bei dem einjährigen Treffen ernennt der NVK den Ministerpräsidenten als Leiter der Regierung (seit 1998 Zhu Rongji). Der Ministerpräsident ist Vorsitzender des Staatsrates und wird auf Empfehlung des Staatspräsidenten ernannt. Der Führungsanspruch der Kommunistischen Partei Chinas ist in der Verfassung festgelegt. Alle fünf Jahre werden auf dem Parteitag die 193 Mitglieder des Zentralkomitees gewählt, die wiederum die 22 Mitglieder des Politbüros wählen. An der Spitze der Partei steht der „Ständige Ausschuß“ des Politbüros und der Parteivorsitzende. Laut Verfassung sind auch die Streitkräfte des Landes der Partei unterstellt, nicht der Regierung (Staatsrat). China ist in 22 Provinzen, vier regierungsunmittelbare Städte (Peking, Shanghai, Tianjin, Chongqing) und fünf Autonome Regionen (Tibet, Xinjiang, Innere Mongolei, Ningxia, Guangxi) gegliedert. Hongkong, das seit 1997 wieder zu China gehört, hat den Status einer Sonderverwaltungsregion. China praktiziert hier den Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme“, d.h. daß in Hongkong in den 50 Jahren nach der Übergabe das bestehende Gesellschafts- und Wirtschaftssystem erhalten bleibt. Das trifft auch für die im Dezember 1999 von Portugal zurückgegebene Kolonie Macao zu. Wirtschaft 1978 leitete Deng Xiaoping Wirtschaftsreformen mit dem Ziel einer „sozialistischen Marktwirtschaft“ ein, die zunächst in die Parteistatuten, im März 1993 erstmals auch in die Verfassung aufgenommen wurde (im März 1999 weiter präzisiert). Zu den Maßnahmen gehörte u.a. die Errichtung von sog. Wirtschaftssonderzonen mit wenigen Handelsbeschränkungen (meist in den Küstengebieten). Die Öffnung Chinas gegenüber den westlichen Industrieländern führten zu teilweise zweistelligen Wachstumsraten. Gleichzeitig stiegen allerdings auch die Lebenshaltungskosten massiv und es entstand ein starkes Einkommensgefälle. Vor allem in den ländlichen Gebieten im Landesinneren sind Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit weit verbreitet. 1999 betrug die Wachstumsrate an die 7,1%, das Bruttoinlandsprodukt Chinas war das siebtgrößte der Welt (1150 Milliarden US-Dollar, inklusive Hongkong). Demgegenüber beträgt das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung nur rund 830 US-Dollar jährlich. Im November 2001 wurde der Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) beschlossen, dadurch wird sich der chinesischen Markt weiter öffnen. In der Landwirtschaft sind rund die Hälfte aller Erwerbstätigen beschäftigt. Knapp 20% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) werden hier erwirtschaftet. Etwa 10% der Staatsfläche können ackerbaulich genutzt werden, teilweise durch künstliche Bewässerung. Bei einer Reihe von landwirtschaftlichen Produkten ist China weltweit führend als Erzeuger. Angebaut werden vor allem Reis, Weizen, Mais, Hirse, Hafer, Tabak, Kartoffeln, Tee, Erdnüsse, Sojabohnen, Zuckerrohr, Weintrauben und Baumwolle. Teilweise sind bis zu drei Ernten im Jahr möglich. In der Viehwirtschaft dominiert die Schweine- und Geflügelhaltung (vor allem in Süd- und Nordchina). Weiter werden Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde und Hausyaks (Tibet) gehalten. Traditionell ist die Seidenraupenzucht von Bedeutung. Die Forstwirtschaft spielt keine große Rolle, durch Wiederaufforstungsmaßnahmen stieg der Waldbestand in den 90er Jahren wieder leicht an (auf ca. 14%). Auch in der Fischerei ist China mit Abstand führend, vor der Küste gibt es Zuchtbetriebe, die Binnengewässer sind sehr fischreich. Die Volksrepublik China verfügt über reichhaltige Vorkommen an Bodenschätzen. Die wichtigsten von ihnen sind Steinkohle, Bauxit, Blei, Eisenerz, Zink, Erdöl, Gold, Diamanten, Zinn, Kupfer, Erdgas, Uran und Wolfram. Der Energiebedarf des Landes kann nicht ganz durch fossile Brennstoffe und Wasserkraft gedeckt werden, Strom muß importiert werden. Am Oberlauf des Yangtsekiang wird seit 1992 ein riesiger Staudamm gebaut, ein Wasserkraftwerk soll dort ab 2009 zwei Drittel der gesamten Energieproduktion Chinas erzeugen. Die Industrie der Volksrepublik China weist eine Wachstumsrate von rund 10% auf, rund die Hälfte des BIP wird hier erwirtschaftet. Wichtige Grundlage neben den Vorkommen an Rohstoffen sind die seit Mitte der 90er Jahre deutlich zunehmenden ausländischen Investitionen. Die Industriebetriebe des Landes konzentrieren sich überwiegend auf den Osten des Landes bzw. in den Wirtschaftssonderzonen. Bis Ende der 70er Jahre wurde vor allem die Eisen- und Stahlindustrie sowie die chemische Industrie von der chinesischen Staatsführung gefördert und ausgebaut. Betriebe, die Baumwolle, Seide und Wolle u.a. zu Bekleidung verarbeiten, haben in China eine lange Tradition. Während die elektrotechnische Industrie sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark entwickelte, ist der Hochtechnologiesektor bisher nur mäßig entwickelt. Weitere Industriesektoren produzieren Baustoffe, Lebens- und Genußmittel. Die wichtigsten Handelspartner der Volksrepublik China sind die USA und Japan, beim Import spielt auch Taiwan eine Rolle. Es folgen die Schwellenländer Ost- und Südostasiens und die Länder der EU, allen voran Deutschland und Frankreich. Nur der Osten der Volksrepublik China ist verkehrstechnisch gut erschlossen, in weiten Teilen des Landes ist die Infrastruktur nur mangelhaft ausgebaut. An Schiene stehen insgesamt über 60.000 km zur Verfügung, davon liegen über die Hälfte der Strecken im Osten. An Straße stehen insgesamt 1,4 Millionen Kilometer zur Verfügung, von denen etwa 270.000 km befestigt sind. Eine wichtige Rolle spielen die Binnen- und die Küstenschiffahrt, allein auf den Flüssen dienen rund 110.000 km dem Güter- und Warenverkehr. Die Tourismusbranche in China verzeichnet starke Wachstumsraten, ist aber im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern wie z.B. Thailand immer noch unterentwickelt. Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |