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Königreich BelgienChronik Überblick Basisdaten
25. August 1830 Die antikatholische und antiliberale Politik von König Wilhelm I. führt im Fahrwasser der französischen Julirevolution zum „Brüsseler Aufstand“ und zum Abfall der belgischen Provinzen vom „Königreich der Vereinigten Niederlande“, die am 18. November 1830 ihre Unabhängigkeit erklären. 20. Januar 1831 Auf der „Londoner Konferenz“ garantieren England, Frankreich, Preußen und Rußland die Souveränität und Neutralität Belgiens, das eine konstitutionelle Monarchie mit ungewöhnlich liberaler Verfassung wird. Am 21. Juli wird Leopold von Sachsen-Coburg-Gotha, der im Jahr zuvor die ihm angetragene griechische Krone abgelehnt hat, als Leopold I. in der Hauptstadt Brüssel zum belgischen König gekrönt. Der größere, wallonische, westliche Teil des Großherzogtums Luxemburg sowie die westlichen Teile Limburgs werden Belgien zugesprochen. (Das restliche Großherzogtum Luxemburg wird 1890 ein eigenständiger Staat.) 1834 In Belgien wird die erste Eisenbahnlinie in Betrieb genommen. (Das Schienennetz wird nach und nach zum – heute – dichtesten der Welt ausgebaut.) 19. April 1839 Mit dem „Londoner Protokoll“ der europäischen Großmächte wird Belgien endgültig völkerrechtlich anerkannt – auch von den heutigen Niederlanden. 10. Dezember 1865 König Leopold I. stirbt 75jährig, und sein Sohn Leopold (II.) besteigt den belgischen Thron. Ab 1867 Die Annexionsversuche Napoléons III. zwischen 1867 und 1870 schlagen fehl. 1878 Der belgische König Leopold II. nimmt die in seinem Auftrag von Henry Morton Stanley erforschten und „erworbenen“ Gebiete entlang des Kongo-Stroms in Afrika (Zaïre bzw. Demokratische Republik Kongo) als Privatkolonie in Anspruch. Da sich die belgische Regierung weigert, die Mittel für seine Kolonisierungspläne aufzubringen, vergibt Leopold II. Konzessionen an mehrere Handelsgesellschaften, die vor allem das an Bodenschätzen (Kupfer und Salz) reiche Katanga-Gebiet (heute Shaba) im Südosten in den nächsten Jahrzehnten mit Hilfe von schwarzen Zwangsarbeitern mit beispielloser Rücksichtslosigkeit ausplündern. 26. Februar 1885 Auf der „Berliner Kongo-Konferenz“ wird das Gebiet der heutigen afrikanischen Demokratischen Republik Kongo (Zaïre) als unabhängiger Kongo-Freistaat unter der Souveränität König Leopolds II. von den europäischen Kolonialmächten offiziell anerkannt. Verwaltungshauptstadt ist Léopoldville. 1892 In Belgien wird das allgemeine Wahlrecht für Männer über 25 Jahre eingeführt. 1898 Die seit Jahrzehnten schwelenden Spannungen zwischen Flamen und Wallonen werden durch die offizielle Anerkennung des Flämischen als Amts-, Gerichts- und Schulsprache neben dem Französischen entschärft. 1907 In Belgien wird das Wahlalter auf 21 Jahre gesenkt und das allgemeine Wahlrecht für Frauen eingeführt. 15. November 1908 Die grausame Mißhandlung der schwarzen Bevölkerung im Kongo-Freistaat führt zu einem internationalen Skandal, worauf das belgische Parlament König Leopold II. mehr oder weniger enteignet und die Verwaltung des Kongostaates übernimmt. An den Mißständen ändert sich dadurch allerdings wenig, da die Ausbeutung der reichen Bodenschätze von „Belgisch-Kongo“ (vor allem Kupfer, Kobalt, Gold und Diamanten) weiterhin im Vordergrund steht. 17. Dezember 1909 König Leopold II. stirbt im Alter von 74 Jahren, und sein 34jähriger Neffe Albert wird neuer König von Belgien. 4. Januar 1911 In den belgischen Kohlebergwerken am linken Ufer der Maas treten die Bergleute in einen Generalstreik, weil die Grubenbesitzer eine zugesagte Arbeitszeitverkürzung nicht eingehalten haben. Nach zwei Wochen greift letztlich die Regierung in Brüssel ein und verhilft den Kumpels zu ihrem Recht. 1913 In Belgien wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt. 3. August 1914 Nachdem König Albert I. das deutsche Ultimatum ablehnt, die deutschen Truppen nach Frankreich duchziehen zu lassen, bricht Deutschland die belgische Neutralität und marschiert in Belgien ein. Trotz heftigster Gegenwehr der Belgier besetzen die Deutschen innerhalb weniger Wochen ganz Belgien und stellen es unter Militärverwaltung. Die Regierung flieht ins französische Le Havre, zahlreiche Bürger in die Niederlande. Als Oberbefehlshaber der Streitkräfte führt König Albert I. trotz der deutschen Besetzung an der Seite Großbritanniens und Frankreichs einen harten Stellungskrieg gegen die Deutschen. Nach Unterzeichnung des Waffenstillstands am 11. November 1918 kehrt er als Symbol von Widerstand und Sieg („Koning-Ridder“) wieder nach Brüssel zurück und sorgt für die rasche Beseitigung der schweren Kriegsschäden. 1919 Gemäß dem Vertrag von Versaille fällt das deutschsprachige Gebiet Eupen-Malmedy an Belgien. Zudem erhält Belgien 1920 das Völkerbundmandat über Ruanda-Urundi in „Deutsch-Ostafrika“ (heutige Staaten Ruanda und Burundi). 20. April 1920 In Antwerpen beginnen mit den bis Ende des Monats dauernden Eissportwettbewerben die VII. Olympischen Spiele der Neuzeit, die insgesamt bis zum 12. September dauern. 2.607 Sportler (64 Frauen) aus 29 Ländern nehmen an 162 Wettbewerben in 25 Sportarten teil. Auf dem Programm steht erstmals auch ein olympisches Eishockeyturnier, zu dem sieben Länder antreten. Die Kanadier gewinnen vor den USA und der Tschechoslowakei. Deutschland, Österreich und Ungarn hatten von den Belgiern keine Einladung erhalten. 12. September 1920 In Antwerpen gehen die VII. Olympischen Spiele der Neuzeit zu Ende, an denen (einschließlich der Eissportwettbewerbe im April) 2.676 Sportler (darunter 76 Frauen) aus 29 Nationen teilnahmen. Gesamtrang eins belegen die USA vor Schweden und Großbritannien. Januar 1922 Die Zweisprachigkeit, Französisch und Flämisch, wird in Belgien per Gesetz festgelegt. 31. August 1929 In Den Haag beschließen Belgien, Großbritannien und Frankreich die endgültige Räumung des Rheinlandes bis spätestens Ende Juni 1930. Voraussetzung für den Truppenabzug ist die Zahlung der neu festgesetzten Reparationsleistungen durch das Deutsche Reich von jährlich rund zwei Milliarden Goldmark über einen Zeitraum von 59 Jahren. 20. Juni 1932 Belgien, die Niederlande und Luxemburg vereinbaren den schrittweisen Abbau der Zollschranken. 17. Februar 1934 König Albert I. verunglückt beim Bergsteigen in der Nähe von Namur tödlich. Sein 33jähriger Sohn Leopold (III.) wird sein Nachfolger. 1935 In Brüssel findet die Weltausstellung (Expo) statt. 1936 Belgien erklärt erneut seine Neutralität. Oktober 1937 Das Deutsche Reich erkennt die Neutralität Belgiens an. Anfang September 1939 Bei Kriegsausbruch mobilisiert Belgien, betont aber erneut seine Neutralität. 10. Mai 1940 Deutschland bricht erneut die Unverletzlichkeit – obgleich im Jahr 1937 anerkannt – und marschiert in Belgien ein. König Leopold III. entschließt sich am 28. Mai zur Kapitulation. Dieser Schritt wird ihm von einem Großteil der Bevölkerung schwer verübelt. Ein weiteres Mal wird Belgien unter deutsche Militärverwaltung gestellt. Das geflüchtete Kabinett errichtet in London eine Exilregierung. König Leopold III. wird im Schloß Laeken in Brüssel unter Hausarrest gestellt. 31. August 1942 Bei Aushebung einer kommunistischen Agentengruppe in Brüssel stößt die deutsche SS auf Unterlagen, die den Weg zur deutschen Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“ weisen. Deren Mitglieder – keineswegs nur Kommunisten – übermittelten seit Beginn des deutschen Rußlandfeldzugs (22. Juni 1941) Informationen in die Sowjetunion, da sie in der Zusammenarbeit mit der UdSSR die einzige Möglichkeit sahen, Deutschland und Europa vor der Herrschaft des Nationalsozialismus zu bewahren. Die meisten Mitglieder der Organisation werden innerhalb weniger Stunden verhaftet und hingerichtet. Juli 1944 Die deutsche Militärverwaltung wird durch eine Zivilverwaltung unter einem Reichskommissar (Gauleiter Josef Grohé) ersetzt, die sich auf kooperierende flämische Nationalisten und die faschistisch orientierte Bewegung von Léon Degrelle (Wallone) stützt. Ab 3. September 1944 Britische Truppenverbände marschieren nach der Landung in der Normandie in Belgien ein. Die belgische Exilregierung kehrt Mitte September nach Brüssel zurück. König Leopold III. gilt als Kollaborateur und wird vom Parlament gezwungen, die Regentschaft an seinen Bruder Charles abzugeben und ins Exil zu gehen. Neuer Regierungschef wird der Sozialist Achille van Acker. In der Folgezeit werden Hunderttausende Belgier, zumeist flämischer Abstammung, der Kollaboration mit den Deutschen bezichtigt und vor Gericht gestellt. Belgien, die Niederlande und Luxemburg gründen eine Zollunion. 26. Juni 1945 Belgien ist Gründungsmitglied der UNO. (In San Francisco unterzeichnen am 26. Juni 1945 die USA zusammen mit 49 weiteren Staaten [einschließlich der UdSSR] die Charta der Vereinten Nationen [UNO].) 11. März 1946 Bei Parlamentswahlen gehen in Belgien die Sozialisten als stärkste politische Kraft hervor. Regierungschef wird der Sozialist Paul Henri Spaak. Da sein Kabinett im Parlament keine Unterstützung findet, muß er bereits nach wenigen Tagen wieder abtreten. Die Folgezeit zeichnet sich durch ihre instabile innenpolitische Lage aus. Bis 1950 werden fünf Regierungen mit wechselnden Koalitionen gebildet (Sozialisten, Christlich-Soziale, Liberale). Ende 1947 Das Parlament stimmt gegen den von Wallonen gemachten Vorschlag, mittels einer Aufteilung Belgiens in die drei Bundesstaaten Flandern, Wallonien, Brüssel die sozialen Spannungen zwischen Flamen und Wallonen zu beseitigen. 4. April 1949 In Washington gründen die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Italien, Portugal, Dänemark, Norwegen und Island das NATO-Verteidigungsbündnis (North Atlantic Treaty Organization). (NATO-Hauptquartier wird 1966 die belgische Hauptstadt Brüssel. Griechenland und die Türkei treten der NATO im Jahr 1952, die Bundesrepublik Deutschland 1955 und Spanien 1982 bei.) März 1950 Der 20jährige Sohn Leopolds III., Baudoin, will seinem Vater wieder auf den Thron verhelfen und setzt diesbezüglich ein Referendum durch, in dem sich 57,6 Prozent der Belgier für eine Rückkehr Leopolds III. aussprechen. Leopold III. kehrt aus dem Exil zurück. Schwere Unruhen und ein von seinen Gegnern angezettelter Generalstreik zwingen ihn jedoch im August zur Abdankung zugunsten Baudouins, der am 17. Juli 1951 inthronisiert wird. 18. April 1951 Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Niederlande und Italien beschließen in Paris die Gründung der EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). 1958 Staatsvertrag der BENELUX-Länder (Belgien, Niederlande, Luxemburg) zur Wirtschaftsunion „Union Economique Benelux“. Belgien ist Gründungsmitglied der EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft; Unterzeichnung des Gründungsvertrags zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden und Italien am 25. März 1957 in Rom), deren Sitz die belgische Hauptstadt Brüssel wird. Das Wahrzeichen der in Brüssel stattfindenden, am 17. April von König Baudouin eröffneten Weltausstellung mit dem Schwerpunkt Atomenergie und Raumfahrt ist das 110 Meter hohe „Atomium“, das die 165-milliardenfache Vergrößerung eines Eisenkristallmoleküls darstellen soll. Neun zweistöckige, mit einer Aluminium-Legierung verkleidete Kugeln sind durch Stahlrohre mit einem Durchmesser von drei Metern verbunden. In fünf Kugeln sind Ausstellungen untergebracht. Insgesamt geben auf der „Expo 1958“ 51 Nationen und internationale Organisationen ein Bild vom Stand der sozialen und technischen Entwicklung. 1. Dezember 1959 Auf Initiative der USA unterzeichnen in Washington zwölf Staaten (Argentinien, Australien, Belgien, Chile, Frankreich, Großbritannien, Japan, Neuseeland, Norwegen, Südafrika, UdSSR, USA) einen Vertrag, der eine ausschließlich friedliche Nuztung der Antarktis vorsieht, wo alle Unterzeichnerstaaten bereits Forschungsstationen eingerichtet haben. Das am 23. Juni 1961 in Kraft tretende Abkommen hat eine Laufzeit von 30 Jahren und ist die erste internationale Vereinbarung zur Einschränkung von Kernwaffen-Tests. 30. Juni 1960 Wegen ständiger Unruhen wird Belgisch-Kongo überstürzt als „Demokratische Republik Kongo“ (meist Kongo-Kinshasa genannt) in die Unabhängigkeit entlassen. Belgische Offiziere und Beamte verlassen fluchtartig das wegen politischer und ethnischer Differenzen im Bürgerkrieg versinkende Land. 15. Februar 1961 Beim Absturz eines belgischen Passagierflugzeugs bei Brüssel kommen 73 Menschen ums Leben, darunter fast das gesamt Eiskunstlaufteam der USA, das sich auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Prag befand. 1. Juli 1962 Belgien entläßt seine afrikanischen Kolonien Ruanda und Burundi endgültig in die Unabhängigkeit. (Das Gebiet war einst Teil von „Deutsch-Ostafrika“ und wurde nach dem Ersten Weltkrieg unter der Bezeichnung „Ruanda-Urundi“ als Völkerbundmandat unter belgische Verwaltung gestellt.) August 1963 In Belgien tritt ein Gesetz über die Neueinteilung der Sprachgebiete in Kraft, das den Sprachenstreit zwischen Wallonen und Flamen endgültig beilegen soll: Errichtung einer flämischen im Norden, einer französischen im Süden und einer deutschen Sprachregion im Osten sowie Sonderstatus für die Hauptstadt Brüssel. (Mit 30.518 Quadratkilometern ist das Königreich Belgien etwa so groß wie das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz.) Dezember 1970 Das belgische Parlament billigt eine Verfassungsreform: Künftig muß die Regierung paritätisch besetzt werden; Flandern, Wallonien und Brüssel erhalten wirtschaftliche und kulturelle Eigenkompetenzen. 22. Dezember 1973 Beim Absturz eines belgischen Verkehrsflugzeugs beim Anflaug auf die marokkanische Hafenstadt Tanger kommen 105 Menschen ums Leben. Ab 1975 Die Streitigkeiten zwischen Wallonen und Flamen sowie wirtschaftliche Probleme führen in Brüssel bis 1981 zu häufigem Regierungswechsel. Die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Volksgruppen dauern bis heute an. 28. Februar 1975 In Lomé, der Haupstadt von Togo, unterzeichnen die Europäische Gemeinschaft und 46 Entwicklungsländer aus Afrika, der Karibik und dem Pazifik einen Partnerschaftsvertrag, der es den sogenannten AKP-Staaten ermöglicht, ihre Industrieprodukte zollfrei in die EG zu exportieren. Der Handel mit Lebensmitteln wird erleichtert, die Rohstoffpreise werden über Ausgleichszahlungen stabilisiert. April 1977 Vorgezogene Parlamentswahlen ergeben eine Mehrheit für die Christlich-Sozialen und die Sozialisten. Chef einer neuen belgischen Koalitionsregierung bleibt der seit 1974 amtierende Leo Tindemans. 20. Oktober 1978 Nach dem Rücktritt von Leo Tindemans wird Paul Vanden Boeyenants (Christlich-Soziale Partei) neuer belgischer Regierungschef. Er hatte das Amt bereits 1966-68 inne. 3. April 1979 Nach Parlamentswahlen wird Wilfried Martens (Christlich-Soziale Partei) Chef einer neuen belgischen Koalitionsregierung. Juni 1979 In den mittlerweile neun Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft (Belgien, Dänemark, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande) ist die Beteiligung an den am 7. und 10. Juni stattfindenden ersten Direktwahlen zum Europäischen Parlament im französischen Straßburg äußerst gering. Insgesamt geben nur etwa 60 Prozent aller Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Die meisten Wähler gehen in Belgien an die Wahlurne (88%), die wenigsten in Großbritannien (31%). Sozialisten und Sozialdemokraten erringen 112 von insgesamt 410 Sitzen und stellen damit die stärkste Fraktion, gefolgt von den Christdemokraten mit 106 Mandaten. Die Kommunisten werden mit 44 Abgeordneten vertreten sein. Die ehemalige französische Gesundheitsministerin Simone Veil wird zur ersten Präsidentin des Europaparlaments gewählt. 1980 Flandern, Wallonien und Brüssel erhalten eigene Regionalparlamente mit weitgehender Entscheidungsbefugnis in den Bereichen Wirtschaft und Kultur. 1984 Die deutschsprachige Minderheit im Osten Belgiens erhält in Eupen ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. 29. Mai 1985 Während des Europapokalendspiels zwischen Juventus Turin und dem FC Liverpool im Brüsseler Heysel-Stadion durchbrechen betrunkene britische Fußballfans eine Absperrung und prügeln auf italienische Schlachtenbummler ein. Bei der anschließenden Panik werden von einer einstürzenden Mauer 20 Menschen erschlagen, weitere 18 werden totgetrampelt und mehrere Hundert z.T. schwer verletzt. Ende 1985 Nach vorgezogenenen Parlamentswahlen bildet der seit 1979 amtierende Regierungschef Wilfried Martens (kurze Unterbrechung 1981) ein neues Koalitionskabinett. Mit einem rigorosen Sparprogramm soll die gegenwärtige Wirtschaftskrise Belgiens überwunden werden. 6. März 1987 Im Hafen der belgischen Stadt Zeebrugge kentert die britische Fähre „Harold of Free Enterprise“. Mehr als 200 Menschen kommen ums Leben. Ursache des Unglücks sind nach Angaben der Fährgesellschaft offengebliebene Bugtore des Schiffes. Ende 1988 Eine weitere Verfassungsänderung erweitert die Autonomie der belgischen Regionalregierungen vor allem im Finanzbereich. 3. April 1990 König Baudouin I. legt für zwei Tage sein Amt nieder. Hintergrund ist, daß nur so ein vom Parlament beschlossenes, aber von ihm abgelehntes Gesetz zur Liberalisierung des Abtreibungsrechts in Kraft treten kann. 17. Juli 1991 König Baudouin feiert sein 40jähriges Thronjubiläum. 18. Juli 1991 André Cools, Führer der wallonischen „Parti Socialiste“, wird in Lüttich von einem unbekannten Attentäter erschossen. November 1992 Der Maastrichter Vertrag von 1991, der die Errichtung einer „Europäischen Union“ vorsieht, wird vom belgischen Senat ratifiziert. Das Sparprogramm des neuen Regierungschefs Jean-Luc Dehaene (seit März; Christdemokrat) zur Senkung des Haushaltsdefizits wird von der Vierparteienkoalition nicht angenommen, es kommt zur Regierungskrise. 1993 Antwerpen wird zur „Kulturhauptstadt Europas“ erhoben. März 1993 Nach mehrmonatiger Regierungskrise einigen sich die Koalitionsparteien in Brüssel zur Überwindung der Wirtschaftskrise (hohe Staatsverschuldung, Arbeitslosenrate über 14%, Defizit in der Sozialversicherung, hohes Haushaltsdefizit) auf Steuererhöhungen und rigorose Sparmaßnahmen. April 1993 Das belgische Parlament billigt die beiden letzten von insgesamt 34 Verfassungsänderungen zur Umwandlung des Königreichs in einen Bundesstaat aus drei autonomen Regionen (Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt). Mit der Unterschrift des Königs in den drei Landessprachen Französisch (Bauduin), Niederländisch (Boudewijn) und Deutsch (Balduin) wird der Übergang vom Einheitsstaat zum Föderationsstaat am 8. Mai rechtskräftig. Darüber hinaus wird die Zahl der Sitze im Bundesparlament, das erstmals 1995gewählt wird (Wahlpflicht ab 18 Jahre), verringert (Abgeordnetenkammer 150, Senat 71). Die Kompetenzen auf Bundesebene werden beschränkt und die Regionalparlamente gestärkt. Die Zentralregierung in Brüssel ist für die Außen-, Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik sowie öffentliche Sicherheit und Justiz zuständig. 17. Juni 1993 König Baudouin stirbt kinderlos im Alter von 63 Jahren. Nachfolger wird am 9. August sein 59jähriger Bruder Prinz Albert von Lüttich als Albert II. 26. November 1993 Ein eintägiger Generalstreik gegen die rigorose Sparpolitik der Regierung legt das öffentliche Leben in Belgien weitgehend lahm. Ende 1993 Brüssel wird zur Hauptstadt der Europäischen Union ausgebaut. Der „Bauwut“ fällt das großbürgerliche Altstadtviertel „Quartier Léopold“ zum Opfer. Kritiker bemängeln vor allem die hohen Kosten für den Ende 1993 fertiggestellten Neubau des Europäischen Parlaments von umgerechnet ca. vier Milliarden DM. 1994 Die vom Bundes-Parlament in Brüssel gebilligte Umweltsteuer tritt in Kraft. Bei Kommunalwahlen legen die Rechtsextremen („Vlaams Blok“, „Front National“) deutlich zu. März 1995 In Belgien wird die Wehrpflicht abgeschafft. 21. Mai 1995 Aus den vorgezogenen Wahlen zum Bundesparlament gehen die bisherigen Regierungsparteien (Christdemokraten, Sozialisten) als Gewinner hervor. Jean-Luc Dehaene bleibt Chef der nur in wenigen Ressorts veränderten Koalitionsregierung. 20. Oktober 1995 NATO-Generalsekretär Willy Claes, der beschuldigt wird, als belgischer Wirtschaftsminister (1988/89) in eine Schmiergeldaffäre verwickelt gewesen zu sein, tritt zurück, weist aber jede Schuld von sich. 20. März 1996 Die Regierung in London räumt erstmals ein, daß die Rinderkrankheit BSE durch den Verzehr von Rindfleisch auf den Menschen übertragen werden kann. Daraufhin verhängt die EU-Kommission in Brüssel ein weltweites Exportverbot für britisches Rindfleisch und fordert von London die Schlachtung und Verbrennung von über 130.000 möglicherweise infizierten Tieren. 24. März 1996 Belgien fliegt rund 550 Elitesoldaten in die Kongo-Hauptstadt Brazzaville, um eine Evakuierung von Landsleuten aus Zaïre vorzubereiten, und folgt so dem Beispiel der Franzosen und Amerikaner, die bereits erste Eliteeinheiten in der zentralafrikanischen Republik stationiert haben; in Zaïre halten sich noch etwa 7.000 Bürger aus den USA und Europa auf, davon rund 3.000 Belgier. Belgien war ehemals Kolonialmacht im heutigen Zaïre; Frankreich und die USA haben gemeinsam noch einmal einenVorstoß unternommen, um einen Waffenstillstand und Verhandlungen zwischen der zaïrischen Regierung und den Rebellen zu erreichen. Unterdessen beugte sich der zaïrische Ministerpräsident Leon Kengo wa Dondo der wachsenden Kritik an seiner Politik den Rebellen im Osten des Landes und trat (löschen)am Montag abend zurück. Der zaïrische Präsident Mobutu Sese Seko hatte ihm bereits zuvor die Unterstützung entzogen. Inzwischen marschieren die Rebellen im Osten des Landes weiter auf Lumbumbashi, die zweitgrößte Stadt Zaires. Dort prügelten sich regierungstreue Soldaten mit Deserteuren. Juni 1996 Als letztes EU-Land schafft Belgien die Todesstrafe ab. Das belgische Bundes-Parlament verabschiedet ein verschärftes Asylgesetz. 20. Oktober 1996 Nach einer Serie von Morden an zuvor sexuell mißbrauchten Kindern und der Aufdeckung einer Kinderschänderbande demonstrieren in Brüssel 250.000 Belgier gegen die Arbeit von Regierung, Polizei und Justiz. (Am 23. April 1998 gelingt dem mutmaßlichen Kindermörder Marc Dutroux der Ausbruch aus der Untersuchungshaft. Er wird zwar nach einigen Stunden wieder gefaßt, doch kommt es daraufhin erneut zu Demonstrationen mit der Forderung, den Polizei- und Justizapparat in Belgien grundlegend umzugestalten. Der Innen- und der Justizminister treten daraufhin zurück. Am 15. Juli 1999 wird der für die Ermittlungen im Fall Dutroux zuständige Lütticher Staatsanwalt Hubert Massa tot aufgefunden. Am 22. Juni 2004 wird Marc Dutroux u.a. wegen mehrfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Der mittlerweile 47-Jährige wurde von den Geschworenen für schuldig befunden, sechs Mädchen entführt und vergewaltigt zu haben. Zwei von ihnen wurden ermordet, vier in einem fensterlosen Kellerverlies gefangengehalten, wo zwei Mädchen verhungerten. Zwei Mädchen überlebten das Martyrium und konnten 1996 befreit werden. Die Urteile gegen die Mittäter: Dutroux’ Ex-Frau Michelle Martin muß für 30 Jahre ins Gefängnis, Komplize Michel Lelievre für 25 Jahre. Der vierte Angeklagte, der Geschäftsmann Michel Nihoul, wird u.a. wegen Bildung einer kriminellen Bande zum Zwecke des Menschenhandels nur zu fünf Jahren Haft verurteilt, da ihm eine Beteiligung an den Entführungen nicht nachzuweisen war. Auch nach den Urteilen bleiben Fragen offen, u.a. ob Dutroux eventuell im Auftrag eines Pädophilenwerks gehandelt hatte. Vor allem aber hat der Fall das Vertrauen der Belgier in ihr Staatswesen nachhaltig erschüttert. Die meisten empfinden es für skandalös, daß der Prozeß erst über acht Jahre nach der Festnahme geführt wurde. Außerdem glauben viele noch immer, die Täter seien „von oben“ geschützt worden, auch wenn ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß 1998 feststellte, daß es „keine Hinweise“ für eine direkte Unterstützung Dutroux’ durch Polizei und Justiz gebe. Allerdings habe es Inkompetenz und Fehlverhalten einzelner Ermittler gegeben.) 1. Januar 1997 Mit einer Arbeitslosenquote von fast dreizehn Prozent liegt Belgien deutlich über dem EU-Durchschnitt. Darüber hinaus ist Belgien derzeit das höchstverschuldete EU-Land (125% des BIP). Februar 1997 Der französische Automobilkonzern Renault kündigt die Schließung seiner seit 1925 in der Nähe von Brüssel bestehenden Fabrik mit über 3.000 Beschäftigten zum Jahresende an. 27. Juli 1997 Während einer internationalen Flugschau im belgischen Seebad Ostende stürzt eine Kunstflugmaschine ab. Neun Menschen kommen ums Leben. August 1997 Eine belgische Firma gibt zu, illegal mit Rindfleisch aus Großbritannien gehandelt zu haben. 23. Oktober 1997 Die Militärvertreter der 16 NATO-Staaten und der russische Generalstabschef Anatoli Kwaschnin einigen sich bei einem Treffen in Brüssel über die Bildung eines ständigen Ausschusses für Militärfragen, der bereits ab November 1997 u.a. gemeinsame Militärübungen und einen regelmäßigen Austausch von Offizieren planen soll. 18. November 1997 Der Präsident des EU-Rechnungshofes, Bernhard Friedman, rügt die EU-Länder vor dem Europaparlament in Straßburg wegen des Verlustes von 5,3 Prozent des EU-Haushaltsvolumens von 81,8 Milliarden ECU (153 Milliarden DM) durch Mißwirtschaft und Verschwendung (z.B überhöhte Ausgleichszahlungen an Landwirte oder z.T. wenig sinnvoll angelegte Wiederaufbauhilfe für Ex-Jugoslawien). 3. Dezember 1997 In Brüssel macht der russische Verteidigungsminister Igor Sergejew beim ersten offiziellen Treffen im Rahmen des NATO-Rußland-Rates seinen 16 NATO-Kollegen das Angebot, daß Rußland auch nach Ablauf des SFOR-Mandates für Bosnien (Juni 1998) Soldaten für eine neue UN-Friedenstruppe zur Verfügung stellen werde. 16. Dezember 1997 Die Außenminister der 16 NATO-Mitglieder (Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien, Italien, Griechenland, Türkei, Kanada, Island, USA) unterzeichnen in Brüssel die Beitrittsprotokolle für Ungarn, Polen und Tschechien. Voraussichtlicher Aufnahmetermin für die drei Länder ist der 4. April 1999, der 50. Gründungstag der NATO. Am Rande der NATO-Tagung fordert der türkische Außenminister Ismael Cem die Europäische Union auf, ihre ablehnende Haltung hinsichtlich einer Mitgliedschaft der Türkei aufzugeben und droht erneut mit einer „Integration“ des türkisch besetzten Teils Zyperns sollte die EU mit dem griechischen Teil der Mittelmeerinsel Aufnahmeverhandlungen starten. Außerdem werde Ankara den 1989 gestellten Aufnahmeantrag in die EU zurückziehen und sich somit jeglicher Einmischung in seine inneren Angelegenheiten von seiten der Europäer entziehen. Die kürzlich geäußerte Androhung, die NATO-Osterweiterung blockieren zu wollen, nimmt Cem jedoch zurück. 2. Mai 1998 Der EU-Rat beschließt, daß die Europäische Währungsunion termingerecht am 1. Januar 1999 mit elf Teilnehmerstaaten beginnt (ohne Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Schweden). Ende Mai 1998 Das belgische Bundes-Parlament beschließt eine tiefgreifende Umstrukturierung des Polizei- und Justizapparats, die bis zum Jahr 2004 abgeschlossen sein soll. 11. Juni 1998 Königin Fabiola, die Witwe des 1993 verstorbenen Baudouin I., feiert ihren 70. Geburtstag. Die aus Spanien stammende Fabiola, die Baudouin 1960 geheiratet hat, konnte selbst keine Kinder bekommen, wird aber von den Belgiern wegen ihres unermüdlichen sozialen Engagements sehr verehrt und „Mutter der Nation“ genannt. Auch nach dem Tod ihres Mannes und der Thronbesteigung von Baudouins Bruder Albert, dessen Frau Paola aus Italien stammt, behielt sie ihren Titel bei und nimmt weiterhin mit dem neuen Königspaar an allen wichtigen Staatsakten teil. 15. September 1998 Die Europäische Kommission unterzeichnet in Brüssel die Freigabe der Potenzpille Viagra für die gesamte Europäische Union. Somit kann der US-amerikanische Hersteller Pfizer nun das verschreibungspflichtige Medikament in allen fünfzehn EU-Staaten vermarkten. 1. Dezember 1998 Der französische Ölkonzern Total SA übernimmt die belgische Petrofina und steigt unter dem Namen „Total Fina“ zum sechstgrößten Ölkonzern der Erde auf. 23. Dezember 1998 Zwölf ranghohe Politiker und Industriemanager werden in Brüssel wegen Korruption im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften mit dem Hubschrauberhersteller Agusta (Italien) und dem Flugzeugproduzenten Dassault (Frankreich) zu Haftstrafen zwischen drei Monaten und drei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt, darunter auch Ex-Wirtschafts- und Außenminister Willy Claes, der 1994/95 NATO-Generalsekretär war. Er erhält wegen passiver Bestechung drei Jahre auf Bewährung. 1. Januar 1999 Beginn des „Euro-Zeitalters“ in den elf EU-Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien nach unwiderruflicher Festlegung der Wechselkurse zwischen dem Euro und den Währungen der Teilnehmerländer (1 Euro = 40,3399 Belgische Francs), vorerst jedoch nur für den bargeldlosen Zahlungsverkehr. Ab 1. Januar 2002 werden Euro-Banknoten und Euro-Münzen ausgegeben, und spätestens am 1. Juli 2002 wird der Euro zum einzig gültigen gesetzlichen Zahlungsmittel. 12. Januar 1999 Die Forderung Belgiens, Euro-Banknoten und -Münzen schon vor dem 1. Januar 2002 „unter die Leute zu bringen“, stößt bei den anderen elf Ländern der Währungsunion auf Ablehnung. Mehrere Mitgliedsländer betonen, daß sie die volle Übergangszeit von drei Jahren brauchten, um die Geldproduktion zu bewältigen. 22. Februar 1999 Zehntausende Bauern aus Belgien und den Nachbarländern Frankreich, Deutschland und den Niederlanden protestieren in Brüssel gegen die geplante Agrarreform der Europäischen Union (vorgesehen sind u.a. erhebliche Senkungen der Erzeugerpreise für Milch, Getreide und Fleisch). Dabei kommt es an den Absperrungen zum EU-Viertel immer wieder zu Zwischenfällen zwischen den in Bussen bzw.auf ihren eigenen Traktoren angereisten, um ihre Existenz fürchtenden, wütenden Landwirten und den insgesamt 5.000 diensthabenden Polizisten. Während aufgebrachte Demonstranten die Polizisten mit Steinen, Kartoffeln und Eiern bewerfen und mit Mistgabeln vorrücken, setzen die Sicherheitskräfte Tränengas und Wasserwerfer ein. 16. März 1999 Die 20köpfige EU-Kommission tritt geschlossen zurück, nachdem ein vom Europäischen Parlament eingesetzter Sachverständigenausschuß ihr tags zuvor in einem in rund sechswöchiger Arbeit erstellten Bericht Mißwirtschaft und Verantwortungslosigkeit vorgeworfen hat, bleibt jedoch zunächst geschäftsführend im Amt. Das Gremium bezichtigt darin nicht nur die Französin Edith Cresson der Vetternwirtschaft, sondern kritisiert die Arbeitsweise der Behörde im allgemeinen und bezichtigt sie der Unfähigkeit. Kommissionspräsident Jacques Santer nennt seinerseits den Bericht unausgewogen und ungerechtigtfertigt. Er decke zwar Verwaltungsmängel und in einem Fall Günstlingswirtschaft auf, doch keinem einzigen Kommissionsmitglied würden Betrug, Korruption oder persönliche Bereicherung vorgeworfen. Den kollektiven Rücktritt bezeichnet Santer als eine politische Entscheidung und nicht als Schuldeingeständnis. EU-Ratspräsident, der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder, kündigt eine Rundreise durch die EU-Hauptstädte an, um Gespräche über eine umgehende Neuberufung der Kommission aufzunehmen. Vorrangiges Ziel bleibe es jedoch, die Verhandlungen über die Reformen der Agrar-, Struktur- und Finanzpolitik (Agenda 2000) wie geplant abzuschließen. 24. März 1999 Die NATO beginnt am Abend mit ihren tags zuvor angekündigten Luftangriffen gegen serbische Militärziele in der Bundesrepublik Jugoslawien, nachdem der jugoslawische Präsident nochmals kategorisch die Stationierung einer Friedenstruppe im Kosovo abgelehnt hatte und inzwischen in Jugoslawien den Kriegszustand erklärt hat. US-Präsident Bill Clinton sagt zur Begründung der Operation, sie solle eine Demonstration der Stärke des westlichen Militärbündnisses sein sowie den jugoslawischen Präsidenten von weiterer Gewaltanwendung gegen die Kosovo-Albaner, die sich derzeit zu Hunderttausenden auf der Flucht vor den Serben befänden, abhalten. An der von den NATO-Fliegerbasen Aviano und Istrano in Norditalien aus gestarteten ersten Luftoffensive von rund 100 Kampfflugzeugen beteiligen sich alle Mitgliedsländer außer Griechenland, Island, Luxemburg, Polen, Tschechien und Ungarn, wobei die USA das Hauptkontingent stellen. Bei dem Angriff wird eine NATO-Maschine von der jugoslawischen Flugabwehr abgeschossen. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten. Der NATO-Oberkommonandierende, US-General Wesley Clark, sagt in Brüssel, daß man die Luftangriffe auf Jugoslawien solange fortsetzen und systematisch verschärfen werde, bis Staatspräsident Slobodan Miloševic den Kosovo-Friedensplan akzeptiert. Der russische Präsident Boris Jelzin äußert sich über den Angriff der NATO „zutiefst empört“. Im Falle einer Ausweitung des Konfliktes behalte sich Rußland das Recht vor, „adäquate Maßnahmen, auch militärischer Art, zur Erhaltung der eigenen und allgemeinen europäischen Sicherheit“ zu ergreifen. Auch die VR China verurteilt die Intervention der NATO als völkerrechtswidrig, da sie durch keinen Beschluß des UN-Sicherheitsrats gedeckt sei. (Näheres zum Kosovo-Konflikt siehe unter Jugoslawien) Nur neun Tage nach dem kollektiven Rücktritt der EU-Kommission unter dem Luxemburger Jacques Santer einigen sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zu Beginn ihrer Sondertagung in Berlin einmütig auf den 59jährigen früheren italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi als neuen Präsidenten der EU-Kommission. Die Verhandlungen über das Reformpaket Agenda 2000 kommen am ersten Tag des Sondergipfels jedoch kaum voran, da die Gespräche von den Ereignissen auf dem Balkan überschattet sind. 26. März 1999 Nach zähen Verhandlungen einigen sich die Staats- und Regierungschef der Europäischen Union auf ihrem Sondergipfel in Berlin auf die Kernpunkte für die Reformen der Agrar- und Strukturpolitik sowie die Neuordnung der EU-Finanzierung (Agenda 2000). 23. Mai 1999 Der Hauptpreis der 52. Filmfestspiele in Cannes, die Goldene Palme, geht an den „Außenseiter“-Film „Rosetta“ der belgischen Regisseure Luc und Jean-Pierre Dardenne. Auch der Darstellerpreis geht an „Rosetta“, und zwar an die Belgierin Emilie Dequenne, die in dem Streifen die arbeitslose Titelheldin spielt. 28. Mai 1999 Das Gesundheitsministerium in Brüssel ordnet wegen des Verdachts einer Dioxinvergiftung ein Verkaufsverbot für Eier und Hühnerprodukte aus belgischer Produktion an. 1. Juni 1999 Nachdem die Entdeckung großer Mengen dioxinverseuchter Eier und Hühnerprodukte in Belgien Ende Mai zur größten Nahrungsmittelkrise in der EU seit der Rinderseuche BSE geführt hat (die gesetzliche Norm wurde bis um das 1.500fache überschritten) treten die für Gesundheit und Landwirtschaft zuständigen Minister der belgischen Regierung zurück. Die EU-Kommission erläßt nicht nur umfassende Vermarktungsverbote für Geflügel, Eier und Milchprodukte aus Belgien, sondern auch für belgisches Rind- und Schweinefleisch sowie für daraus hergestellte Produkte, da vermutlich auch etwa 500 Schweine-Mastbetriebe und 150 Rindermäster dioxinverseuchte Futtermittel verwendet haben. 13. Juni 1999 Bei den Parlamentswahlen erringen die oppositionellen Liberalen in Wallonien und in Flandern insgesamt 41 Mandate und werden damit erstmals in der Geschichte Belgiens stärkste politische Kraft, während die Koalitionsparteien unter Regierungschef Jean-Luc Dehaenne Sitzverluste von mehr als 20 Prozent hinnehmen müssen. Dehaenne kündigt daraufhin seinen Rücktritt an. Der Coca-Cola-Konzern ruft 15 Millionen Flaschen und -Dosen mit Cola-Cola, Coca-Cola Light, Fanta und Sprite aus belgischer Produktion wegen möglicherweise gesundheitsfährdender Inhaltsstoffe zurück, nachdem Ärzte in ganz Belgien vermehrt von Vergiftungssymptomen bei Patienten berichten, die Cola getrunken haben. 14. Juni 1999 Die belgische Regierung erläßt ein generelles Verkaufsverbot für sämtliche Getränke von Coca-Cola und fordert die Bevölkerung auf, bis auf weiteres kein Getränk des Herstellers zu sich zu nehmen. Die Firma Coca-Cola gibt zwei Erklärungen zu den Vergiftungssymptomen nach dem Genuß ihrer Getränke ab: Im französischen Werk in Dünkirchen nahe der belgischen Grenze hätten Getränkedosen offenbar auf pestizidverseuchten Paletten gestanden, wobei der Lack des Dosenbodens offenbar die Pestiziddämpfe aufgenommen habe, die dann beim Trinken eingeatmetet worden seien. In Antwerpen hingegen sei bei der Abfüllung von Flaschen „Kohlendioxid von schlechter Qualität“ (verunreinigte Kohlensäure) verwendet worden. In beiden Fällen läge jedoch die Verunreinigung unter der Schwelle, die beim Menschen eine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit darstelle. Alle verunreinigten Produkte seien ausschließlich in Belgien ausgeliefert worden. 23. Juni 1999 Das belgische Gesundheitsministerium hebt das Verkaufsverbot für Getränke des Coca-Cola-Konzerns wieder auf. 12. Juli 1999 König Albert II. vereidigt die neue belgische Bundesregierung, der sieben Liberale, sechs Sozialisten und zwei Grüne angehören. Neuer Ministerpräsident ist Guy Verhofstadt (VLD/Vlaamse Liberaleen en Demokraten). 14. Juli 1999 Mehr als drei Jahre nach Verhängung eines Verbots wegen der Rinderseuche BSE darf britisches Rindfleisch vom 1. August an wieder exportiert werden. Diese Entscheidung trifft die Europäische Kommission in Brüssel. Lediglich das Verkaufsverbot für Fleisch an Knochen bleibt noch bestehen. 20. Juli 1999 Das zu Beginn seiner fünften Legislaturperiode in sein neues Straßburger Gebäude eingezogene Europaparlament wählt auf seiner konstituierenden Sitzung mit 306 von 545 Stimmen die 57jährige Juristin Nicole Fontaine aus Frankreich zur Parlamentspräsidentin und damit erstmals nach 20 Jahren wieder eine Frau in dieses Amt. 1. August 1999 Die neue belgische Regierung, die die Gesamtkosten des Dioxin-Skandals vom Juni auf rund eine Milliarde Euro schätzt, akzeptiert neue Regeln der Europäischen Union für die Kontrolle von Lebensmitteln auf eine mögliche Verseuchung mit Dioxin. (Ursache für die Verseuchung war an Futtermittelproduzenten geliefertes, mit dioxinhaltigen technischen Fetten vermischtes Tierfett.) 4. August 1999 Die 19 Botschafter der NATO-Mitgliedsstaaten nominieren in Brüssel einstimmig den britischen Verteidigungsminister George Robertson zum neuen Generalsekretär. Die Ernennung des Nachfolgers von Javier Solana, der künftig als Hoher Repräsentant für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (GASP) fungieren wird, muß im September noch von den Außenministern der NATO-Mitgliedsstaaten betätigt werden. 14. August 1999 Ein Wirbelsturm richtet in der belgischen Stadt Tournai (nahe der französischen Grenze südöstlich von Roubaix) hohen Sachschaden an mindestens 300 Häusern an. Mehrere Menschen werden bei dem Tornado verletzt. 27. August 1999 Die 20 designierten Mitglieder der neuen EU-Kommission legen ihre Vermögensverhältnisse und bisherigen Tätigkeiten, die in Interessenskonflikt mit ihren künftigen Aufgaben in Brüssel stehen könnten, offen. Entsprechend der Forderung nach mehr Offenheit werden die Angaben auch im Internet veröffentlicht. 15. September 1999 In Straßburg spricht das Europaparlament der neuen 19köpfigen EU-Kommission unter dem Italiener Romano Prodi ihr Vertrauen aus. 414 der 591 Parlamentarier stimmen mit ja, 142 mit nein und 35 enthalten sich ihrer Stimme. Damit hat die Europäische Union sechs Monate nach dem geschlossenen Rücktritt der EU-Kommission wieder eine handlungsfähige Führung, deren reguläre Amtszeit bis Januar 2005 läuft. 18. Oktober 1999 Ex-NATO-Generalsekreatär Javier Solana tritt sein Amt als erster Hoher Repräsentant für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (GASP) an. Mit Hilfe des „Mister Gasp“, der den Außenministern der EU Rechenschaft schuldig ist, soll die Europäische Union u.a. schneller und effizienter auf internationale Krisen reagieren können. 4. Dezember 1999 Belgiens 39jähriger Thronfolger Prinz Philippe heiratet in Anwesenheit zahlreicher Monarchen und Staatschefs aus aller Welt in der Brüsseler Kathedrale St. Michael und Gudula die 26jährige Adelige Mathilde d’Udekem d’Acoz. Zuvor hatte der Brüsseler Bürgermeister im gotischen Rathaus die standesamtliche Trauung in den drei Landessprachen Französisch, Flämisch und Deutsch vollzogen. 1. Januar 2000 In Belgien tritt ein neues Asylrecht in Kraft, das u.a. rund 70.000 illegal im Land lebenden Ausländern die Möglichkeit gibt, innerhalb der nächsten drei Wochen eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Voraussetzung ist, daß der Antragsteller sich bereits seit mindestens vier Jahren in Belgien aufhält. Etwa 25.000 Personen nutzen die Gelegenheit. Um zu unterbinden, daß Schlepperbanden und neu eintreffende illegale Einwanderer die Regelung auszunutzen versuchen, nimmt Belgien die Personenkontrollen an den Landesgrenzen vorübergehend wieder auf. 15. Januar 2000 Der Chef der belgischen Polizeigewerkschaft, Paul Van Keer, warnt vor großen Sicherheitsproblemen im „Mambour“-Stadion von Charleroi, wo während der Fußball-Europameisterschaften im kommenden Sommer u.a. auch die Nationalmannschaften aus Deutschland und Großbritannien gegeneinander antreten werden. 3. Februar 2000 Gemäß der Abstimmung im Europaparlament wird die Autoindustrie in Zukunft die Hauptlast bei der Verwertung von Altfahrzeugen in der Europäischen Union tragen, während die Letztbesitzer schrottreifer Fahrzeuge nicht zahlen müssen. Gemäß der neuen Verordnung sind die Autohersteller ab 2006 verpflichtet, alle Altfahrzeuge kostenlos zurückzunehmen und zu verwerten. Neuwagen, die nach dem 1. Januar 2001 zugelassen werden, müssen ab 2002 zurückgenommen werden. 1. März 2000 Die EU-Kommission verabschiedet einen „radikalen Reformplan“ zur Neuorganisaton der Brüsseler Behörde. Bis September sollen alle Bereiche systematisch durchforstet werden, um zu sehen, auf welche Aktivitäten verzichtet, welche verringert und welche ausgelagert werden können. Zudem soll es für die 17.000 Beamten einen Verhaltenskodex für gute Verwaltung geben. Anfang April 2000 Während eines Staatsbesuchs des belgischen Regierungschefs Guy Verhofstadt in Ruanda entschuldigt sich dieser bei der dortigen Bevölkerung und erklärt, daß Belgien große Schuld habe an dem 1994 verübten Völkermord der Hutu an den Tutsi in seiner einstigen Kolonie. Die belgischen Oppositionsparteien reagieren empört auf die Rede unter Verweis auf die Schlußfolgerungen der Ruanda-Kommission, wonach Belgien, die Vereinten Nationen (UN) und die gesamte Staatengemeinschaft, vor allem aber Ruanda selbst, für den Genozid verantwortlich sei. Anfang Mai 2000 Nachdem der Soziologe Ludo de Witte mit einem Buch großes Aufsehen erregt, in dem er u.a. schreibt, daß belgische Politiker 1960 die Ermordung des damaligen Unabhängigkeitskämpfers und ersten Regierungschefs Patrice Lumumba der gerade wegen schwerer Unruhen überstürzt als „Demokratische Republik Kongo“ in die Unabhängigkeit entlassenen Kolonie „Belgisch-Kongo“ geplant hätten, befaßt sich nun eine parlamentarische Untersuchungskommission mit dem Fall. (Im November 1960 wurde Lumumba festgenommen und zwei Monate später auf der Flucht ermordet. Die näheren Umstände wurden nie geklärt.) 18. September 2000 Nach fünftägigen Protest-Blockaden von Lastwagenfahrern in ganz Belgien gegen die Preisexplosion für Treibstoff stellen die Transportunternehmen ihre Aktion ein. Zuvor hatte die Bundesregierung nach zähen Verhandlungen einen Ausgleich für die gestiegenen Dieselpreise zugestanden. 31. Oktober 2000 Vier mit Maschinenpistolen bewaffnete Maskierte überfallen auf dem Brüsseler Flughafen eine Werttransport-Firma beim Beladen einer Lufthansa-Maschine und erbeuten u.a. rund fünfzehn Kilogramm Diamanten unterschiedlicher Güte. 21. November 2000 In Brüssel beschließen die EU-Agrarminister eine Ausweitung der BSE-Schnelltests. Vom 1. Januar 2001 an sollen alle kranken und notgeschlachteten Rinder, die älter als 30 Monate sind, auf Rinderwahnsinn getestet werden. 11. Dezember 2000 Die 15 EU-Staats- und Regierungschefs schaffen am Ende ihres fünftägigen Gipfeltreffens in Nizza die notwendigen Voraussetzungen für die schrittweise Erweiterung der Staatengemeinschaft um zwölf neue Mitglieder ab 2003. Man einigte sich nach zähen Verhandlungen auf einen neuen Unions-Vertrag, der u.a. die künftige Stimmengewichtung im erweiterten EU-Ministerrat, dem obersten Entscheidungsgremium der EU, neu festlegt. Ab 1. Januar 2005 haben die vier großen Länder Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien jeweils 29 Stimmen (bisher 10), gefolgt von Spanien mit 27 (bisher 8), den Niederlanden mit 13 (bisher 5), Belgien, Griechenland und Portugal mit 12 (bisher 5), Österreich und Schweden mit 10 (bisher 4), Dänemark, Finnland und Irland mit 7 (bisher 3) sowie Luxemburg mit 4 (bisher 2). Auch die zwölf Kandidatenländer werden ihrer Größe entsprechend eingeordnet: Polen 27, Rumänien 14, Tschechien 12, Ungarn 12, Bulgarien 10, Slowakei 7, Litauen 7, Estland 4, Lettland 4, Slowenien 4, Zypern 4, Malta 3. Um die Union handlungsfähiger zu machen, werden die Mehrheitsentscheidungen im EU-Ministerrat ausgeweitet. Davon betroffen ist rund die Hälfte der 73 Artikel des EU-Vertrags, für die bisher Einstimmigkeit nötig war. 19. Januar 2001 Das Parlament in Brüssel beschließt eine Änderung des Rauschmittelgesetzes von 1921. Während der Handel mit Cannabis-Pflanzen und -produkten weiterhin unter Strafe gestellt bleibt, sind Anbau und Konsum künftig straffrei. Belgien liberalisiert damit als zweites EU-Land den Umgang mit „weichen“ Drogen, wenn auch weniger weitgehend als die Niederlande, wo der Handel mit Cannabis in sogenannten Coffee-Shops toleriert wird. 31. Januar 2001 In Brüssel einigen sich die EU-Agrarminister im Kampf gegen BSE auf neue Verbote: Maschinell vom Knochen getrennte Fleischreste von Rindern und Schafen sowie die Wirbelsäule von Rindern sollen aus der Nahrungskette genommen werden. Fette von Wiederkäuern dürfen nur noch verfüttert werden, wenn sie ausreichend erhitzt wurden. 27. März 2001 Der Frontalzusammenstoß einer leeren Regionalbahn mit einem vollbesetzten Pendlerzug in Pécrot fordert acht Tote und ein Dutzend Schwerverletzte. Ursache des seit 25 Jahren schwersten Zugunglücks in Belgien: Der Führer des Nahverkehrszug hatte ein Haltesignal übersehen. 8. Juni 2001 Ein Brüsseler Gericht verurteilt einen früheren Minister der Regierung Ruandas, zwei Schwestern des Benediktinerordens und einen ehemaligen Dozenten der Universität von Butare wegen Beteiligung am Tutsi-Genozid in Ruanda von 1994 zu Haftstrafen zwischen zwölf und 20 Jahren. Der im April eröffnete Prozeß hatte weltweites Aufsehen erregt, u.a., weil mit ihm erstmals ein Gesetz von 1993 Anwendung fand, das in Belgien die strafrechtliche Verfolgung von Verstößen gegen die Genfer Konventionen von 1949 ermöglicht, auch wenn sie außerhalb der Landesgrenzen und von Ausländern verübt worden sind. Es wurde zwei Jahre zuvor um die Zuständigkeit belgischer Gerichte auch für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und für Völkermord ergänzt. 1. Juli 2001 Belgien übernimmt von Schweden turnusgemäß die Präsidentschaft der Europäischen Union für sechs Monate. 13. Juli 2001 Auf der 112. IOC-Vollversammlung in Moskau wird der Belgier Jacques Rogge zum neuen (8.) Präsidenten des „Internationalen Olympischen Komitees“ gewählt. Der 59jährige Mediziner aus Gent tritt die Nachfolge des nach 21 Jahren aus dem Amt scheidenden Spaniers Juan Antonio Samaranch an. Das Rennen um die XXIX. Olympischen Sommerspiele 2008 gewinnt Peking. Zur Wahl standen neben der chinesischen Hauptstadt noch Istanbul, Paris, Osaka und Toronto. 15. August 2001 Die EU-Kommission in Brüssel teilt mit, daß der Kampf gegen die noch immer nicht völlig ausgerottete Maul- und Klauenseuche (MKS) in Europa fast vier Millionen Tieren das Leben gekostet hat. Allein in Großbritannien, wo die Seuche im Gegensatz zu den anderen Ländern, noch immer grassiert, mußten bisher fast 3,8 Millionen Kühe, Schafe, Schweine und Ziegen gekeult werden. Davon waren 2.000 Tieren definitiv an der Seuche erkrankt. 12. September 2001 NATO-Generalsekretär George Robertson teilt nach einer Sondersitzung des Nordatlantikrates in Brüssel mit, daß man die Terroranschläge in den USA als kollektiven Verteidigungsfall betrachtet, falls sie vom Ausland aus in Auftrag gegeben wurden. Gleichzeitig erklärt Robertson, daß der getroffene Beschluß zu diesem ersten Bündnisfall seit Gründung der NATO als ein Akt der Solidarität zu bewerten ist, bis Klarheit darüber vorliegt, von wo aus die Angriffe gesteuert wurden. Ein bewaffneter ausländischer Angriff auf einen Mitgliedsstaat wird nach Artikel 5 des NATO-Gründungsvertrags als ein Angriff auf das gesamte Bündnis angesehen und verpflichtet alle Mitglieder zur gemeinsamen Verteidigung. Gemäß des Vertrags liegt es an dem angegriffenen Staat, über Reaktionen zu entscheiden und gegebenenfalls die Partner um Hilfe zu bitten. 21. September 2001 Nach einem Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs der fünfzehn Mitgliedsstaaten in Brüssel sagt die Europäische Union den USA erneut ihre uneingeschränkte Solidarität zu und verspricht auch Unterstützung für „angemessene“ militärische Reaktionen auf die Terroranschläge vom 11. September. „Ein amerikanischer Gegenschlag ist gerechtfertigt“, sagt der belgische Ministerpräsident und derzeitige EU-Ratspräsident. 22. September 2001 Die Finanzminister der Europäischen Union beschließen in Lüttich, das Versicherungsrisiko der Fluggesellschaften im Fall von Krieg und Terror mit staatlichen Garantien abzudecken. 26. September 2001 US-Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz unterrichtet die übrigen NATO-Verteidigungsminister bei einem informellen Treffen in Brüssel über weitere Pläne der USA bezüglich der Ahndung der Terroranschläge vom 11. September. Dabei erklärt er u.a., daß die USA vorerst keine militärische Unterstützung der Bündnispartner anfordern wollen. „Wenn wir die Notwendigkeit einer kollektiven Aktion sehen, werden wird darum bitten, aber wir sehen diese Notwendigkeit im Moment nicht.“ 2. Oktober 2001 Erstmals seit ihrer Gründung im Jahre 1949 ruft George Robertson, Generalsekretär der NATO (North Atlantic Treaty Organization), in Brüssel den Bündnisfall aus, da nach Vorlage weiterer Dokumente durch die USA die Verwicklung des in Afghanistan unter dem Schutz des dortigen Taliban-Regimes lebenden Osama bin Laden in die Terroranschläge von New York und Washington am 11. September von allen 19 Bündnispartnern der Allianz (Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, Tschechien, Türkei, Ungarn, USA) als erwiesen angesehen wird. Somit können die USA, die u.a. bereits vier Flugzeugträger im Persischen Golf stationiert haben und offenbar einen Angriff auf Afghanistan planen, von den Partnern aktive Unterstützung anfordern. 3. Oktober 2001 Da die vor dem Konkurs stehende Schweizer Fluggesellschaft Swissair einer Zahlungs-Verpflichtung von 135 Millionen Euro an die seit langem angeschlagene belgische, halbstaatliche Luftfahrtgesellschaft Sabena, an der sie seit sechs Jahren mit 49,5 Prozent beteiligt ist, nicht nachkommen kann, gerät auch diese ins Trudeln und muß einen Vergleichsantrag beim Brüsseler Handelsgericht stellen, das ihr als letzte Rettungschance einen Zahlungsaufschub bis Anfang Dezember gewährt. Von der belgischen Regierung erhält die Sabena (mit Billigung der EU-Kommission) am 17. Oktober einen Notkredit von 125 Millionen Euro. 4. Oktober 2001 Der NATO-Rat billigt die von den USA am Tag zuvor angeforderte Unterstützung für ihren militärischen Vergeltungsschlag gegen das terroristische Netzwerk „El-Kaida“ von Osama bin Laden. Die „Wunschliste“ Washingtons umfaßt Hilfe in acht Punkten, die bewußt allgemein formuliert sind, da die USA eine Entscheidung über Art und Umfang der militärischen Operation noch nicht getroffen haben. Nach Angaben von NATO-Generalsekretär George Robertson ist die Allianz bereit, den USA „Elemente“ ihres luftgestützten Radar-Frühwarnsystems (Awacs) zur Verfügung zu stellen und wird Schiffe aus den Verbänden der Ständigen Seestreitkräfte im Atlantik und im Mittelmeer ins östliche Mittelmeer verlegen. Die NATO-Mitgliedstaaten werden den USA und anderen Bündnispartner, die sich an einer militärischen Operation gegen den internationalen Terrorismus beteiligen, zudem Zugang zu Flugplätzen und Häfen bieten und pauschal die Überflugrechte über ihr Territorium gewähren. Die NATO-Staaten erklären sich bereit, Geheimdienstinformationen auszutauschen und werden verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für den Schutz von Einrichtungen der USA und anderer Alliierter auf ihren Territorien treffen. Darüber hinaus wollen sie militärische Aufgaben anderer Verbündeter in der Verantwortung der NATO übernehmen, wenn deren Fähigkeiten für Operationen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus andernorts gebraucht werden. 10. Oktober 2001 In Brüssel verständigen sich das Europäische Parlament und die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten auf eine Ausweitung der EU-Richtlinie zur Bekämpfung der Geldwäsche. Als Geldwäsche gilt nicht mehr nur der Versuch, Geld aus dem Rauschgifthandel in den normalen Wirtschaftskreislauf zu bringen. Das neue Regelwerk soll auch zum Kampf gegen andere Vergehen wie etwa Steuerbetrug eine Handhabe bieten. Die Schweigepflicht in der Beratungstätigkeit von Anwälten, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern soll gelockert werden. 11. Oktober 2001 Die Außenminister der Europäischen Union sowie von 53 afrikanischen Staaten erklären während eines Treffens in Brüssel, gemeinsam gegen den internationalen Terrorismus vorgehen zu wollen. In einer auch von Libyen und Sudan unterstützten Erklärung sichern sie den USA ihre Solidarität und die Entschlossenheit zu, den Terrorismus „in all seinen Formen“ zu bekämpfen. Gleichzeitig stellt Belgiens Außenminister und derzeitige EU-Ratspräsident, Louis Michel, einen weiteren Schuldenerlaß für die ärmsten Staaten Afrikas in Aussicht und verspricht Unterstützung für das Bestreben der Organisation für Afrikanische Einheit, einen Beobachterstatus in der Welthandelsorganisation zu erhalten. 25. Oktober 2001 Elisabeth Thérèse Marie Hélène, die Tochter des belgischen Thronfolgerpaars Prinzessin Mathilde (28) und Prinz Philippe (41), erblickt in Brüssel das Licht der Welt. Sie steht in der Rangfolge nach ihrem Vater an zweiter Stelle und könnte die erste Königin auf dem belgischen Thron werden. 11. November 2001 Für die durch die Pleite des Schweizer Swissair-Konzerns in Turbulenzen geratenenen Tochterfluggesellschaften LTU und Sabena gibt es Licht am Horizont: Der Absturz des zweitgrößten deutschen Ferienfliegers LTU (nach Condor) kann durch eine Rettungsatkion von Anteilseignern und Banken in letzter Minute abgewendet werden. Erstmals seit der Konkursanmeldung vom 7. November fliegen auch wieder Maschinen der belgischen Sabena-Gruppe. Dies machten fünfzehn Investoren möglich, die etwa 200 Millionen Euro für die „Mini-Sabena“ aufbringen wollen. Konkursverwalter und Investoren der Sabena verständigten sich darauf, daß die Sabena-Regionalgesellschaft Delta Air Transport (DAT) schrittweise ihren Flugbetrieb aufnimmt, zunächst mit Zielen in Europa. 3. Dezember 2001 Die EU-Sozialminister einigen sich in Brüssel darauf, daß Gastarbeiter aus Drittstaaten innerhalb der Europäischen Union dieselben Sozialrechte bekommen sollen wie EU-Bürger. So soll z.B. auch ein Türke, der jahrelang in Deutschland gearbeitet und dort seine Sozialbeiträge entrichtet hat, künftig bei einem Umzug z.B. in die Niederlande seine Rentenansprüche „mitnehmen“ können. 6. Dezember 2001 Die Verabschiedung eines Straftaten-Katalogs zur Einführung eines europäischen Haftbefehls ab 2004 scheitert an Italien, da die Regierung von Silvio Berlusconi gegen die Absicht, auch Geldwäsche, Betrug und Korruption per EU-Haftbefehl zu verfolgen, Einspruch einlegt. Offiziell begründet Berlusconi seinen Widerstand damit, daß der Haftbefehl nicht mit der italienischen Verfassung vereinbar ist und die Bürgerrechte einschränkt. Als eigentlicher Grund gelten jedoch mehrere Strafverfahren gegen Berlusconi wegen Bestechung und Finanzvergehen. (Nach zähem Ringem gibt Italien am 11. Dezember unter der Bedingung nach, daß der Haftbefehl erst nach Änderungen des italienischen Rechts durch das Parlament in Kraft tritt. Hierfür könnte allerdings eine Volksabstimmung nötig werden, wodurch sich das Inkrafttreten des Haftbefehls verzögern könnte. Im Extremfall könnte die Einführung sogar noch blockiert werden, sollte sich die Mehrheit der Italiener gegen eine Verfassungsänderung aussprechen.) 15. Dezember 2001 Zwei Jahre vor der geplanten Erweiterung der Europäischen Union um bis zu zehn Mitgliedstaaten einigen sich die EU-Staats- und Regierungschefs im belgischen Laeken auf die Bildung eines Reformkonvents, der unter Leitung des ehemaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d’Estaing Vorschläge für eine künftige europäische Verfassung ausarbeiten soll. Der Konvent mit 104 Mitgliedern, darunter auch Delegierte aus den künftigen Mitgliedstaaten, wird ab 1. März 2002 in mindestens einjähriger Arbeit die Rolle von Union, Nationalstaaten und Regionen neu definieren. 30. Dezember 2001 In einer feierlichen Zeremonie im Königsschloß von Brüssel übergibt Belgien die Präsidentschaft der Europäischen Union an Spanien. In Anwesenheit der Könige Albert II. von Belgien und Juan Carlos von Spanien überreicht der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt seinem Amtskollegen José Maria Aznar die europäische Flagge. Spanien wiederum wird am 1. Juli 2002 turnusgemäß von Dänemark abgelöst werden. 1. Januar 2002 Mehr als 300 Millionen Bürger in den zwölf Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien) können ab sofort mit dem neuen „Euro“-Bargeld bezahlen. Unmittelbar nach den Silvesterfeuerwerken hatten sich im gesamten Euro-Raum Schlangen an den Geldautomaten gebildet, obwohl in allen zwölf Staaten in einer Übergangsphase von bis zu zwei Monaten auch noch mit den bisherigen nationalen Währungen bezahlt werden kann. Wegen der Zeitverschiebung um drei Stunden hatten die Bewohner der kleinen Insel La Réunion im Indischen Ozean – ein französisches Übersee-Departement – als erste das Euro-Bargeld erhalten. Die europäische Gemeinschaftswährung gilt ab sofort auch in den französischen Übersee-Departments Martinique, Gouadeloupe und Guyana, auf den portugiesischen Azoren und auf Madeira sowie in den außereuropäischen Gebieten Spaniens wie den Kanaren. Weitere Euro-Teilnehmer sind die Mini-Staaten Monaco, Andorra, San Marino und Vatikanstadt. Auch in der jugoslawischen Teilrepublik Montenegro und in der Provinz Kosovo wird künftig mit dem Euro bezahlt. In Montenegro hatte die nach Unabhängigkeit strebende Regierung 1999 den jugoslawischen Dinar durch die D-Mark ersetzt und im Kosovo war die D-Mark im selben Jahr auf Beschluß der Vereinten Nationen zur offiziellen Währung erklärt worden. 14. Januar 2002 Die EU-Kommission fordert die Mitgliedstaaten zu größeren wirtschaftspolitischen Reformbemühungen auf, um Europa wettbewerbsfähiger zu machen. Außerdem sollten die Regierungen dafür sorgen, daß bereits beschlossene Gesetze der Europäischen Union schneller in nationales Recht umgesetzt werden. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi (bis 2005) betont in Straßburg, daß die Europäer mit der Einführung der gemeinsamen Währung Euro (vorerst noch ohne Dänemark, Großbritannien und Schweden) ihren Willen zum Wandel gezeigt hätten. Dieser Eifer müsse sich nun auch auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik übertragen. 5. Februar 2002 Belgiens Außenminister Louis Michel entschuldigt sich bei der Familie des ersten freigewählen Regierungschefs des 1960 von Belgien in die Unabhängigkeit entlassenen Staates „Demokratische Republik Kongo“ (Kongo-Kinshasa), Patrice Lumumba, und bei der kongolesischen Bevölkerung offiziell für die Rolle Belgiens bei der Ermordung Lumumbas im Jahre 1961. Bereits im November 2001 war ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß in Brüssel zu dem Schluß gelangt, daß damalige belgische Regierungsmitglieder eine „moralische Verantwortung“ für den Tod Lumumbas trügen. Ende Januar 2002 beschloß die belgische Regierung, eine mit 3,75 Millionen Euro ausgestattete und nach Lumumba benannte Stiftung zu errichten. Die kongolesische Regierung äußert sich zurückhaltend zu der Entschuldigung und erklärt, daß sich der damals angerichtete Schaden nicht durch Geld aufwiegen lasse. Auch die Oppositionsparteien fordern eine „lückenlose“ Aufklärung der Ermordung Lumumbas, der im November 1960 verhaftet und zwei Monate später auf der Flucht erschossen worden war. 26. März 2002 Die Verkehrsminister der EU-Mitgliedstaaten billigen in Brüssel die Bereitstellung von 450 Millionen Euro für die Anschubfinanzierung des Navigationssystems „Galileo“ zur Steuerung von Schiffen, Flugzeugen, Zügen und Kraftfahrzeugen. Bis 2008 will die EU 30 Satelliten zur zielgenauen Positionsbestimmung ins All schießen und damit dem US-amerikanischen Navigationssystem GPS Konkurrenz machen. GPS wird vom Verteidigungsministerium in Washington betrieben, das das System in militärischen Krisenzeiten immer wieder für die zivile Nutzung eingeschränkt hat. Mit „Galileo“, das ausschließlich zivil genutzt und betrieben werden soll, will die EU ihre Abhängigkeit von den USA beenden. Die Gesamtkosten für „Galileo“ liegen bei rund 3,4 Milliarden Euro. Für die Vorbereitungsphase sind bis 2005 rund 1,1 Milliarden Euro notwendig. 100 Millionen Euro waren bereits zuvor freigegeben worden. Die restlichen 550 Millionen trägt die Europäische Raumfahrtagentur (ESA). 16. Mai 2002 Belgiens Parlament verabschiedet gegen den heftigen Widerstand der oppositionellen Christdemokraten ein Sterbehilfe-Gesetz, das von Fachleuten als das liberalste der Welt bezeichnet wird. Es erlaubt eine Tötung auf Verlangen für unheilbar kranke Patienten, die nicht in absehbarer Zeit sterben werden, sowie für Menschen mit andauernden psychischen Leiden. Diese Möglichkeiten sind nach Angaben von Experten weltweit einzigartig und gehen auch über die Regelungen des sogenannten Euthanasiegesetzes hinaus, das im April in den Niederlanden in Kraft trat. Nach Angaben des belgischen Justizministeriums beschränkt das Gesetz die Sterbehilfe auf mündige Jugendliche und Erwachsene, die im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind. Es gilt nicht für geistig Behinderte und Demenzkranke. Der sterbewillige Kranke muß eine mündliche oder schriftliche Willenserklärung abgeben. Allerdings kann weder ein Arzt noch sonst jemand gezwungen werden, diesen Willen des Patienten auszuführen. Ein helfender Arzt muß sicher sein, daß der Patient leidet und sein Zustand unumkehrbar ist. Für die Kontrolle des Sterbehilfe-Gesetzes soll eine staatliche Kommission eingerichtet werden, der acht Ärzte und acht Juristen angehören. 1. Oktober 2002 Die im Juli von der EU-Kommission beschlossene Liberalisierung des Autohandels und der Autowartung tritt in Kraft. Kern der schrittweise bis Ende Mai 2010 wirksam werdenden Reform, von der man sich mehr Wettbewerb verspricht, ist, daß KFZ-Händler nach einer Übergangsfrist bis Ende September 2005 Autos in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verkaufen können und der sogenannte Gebietsschutz entfällt. Später sollen Händler auch Filialen im EU-Ausland eröffnen können. Darüber hinaus sind sie von Oktober 2003 an nicht mehr verpflichtet, für die Fahrzeuge auch Wartung und Reparatur anzubieten. Dies könne dann von freien Werkstätten übernommen werden. Zudem können Händler künftig auch mehrere Marken anbieten. 10. November 2002 Das russische Sojus-Raumschiff landet nach einem neuntägigen Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation ISS planmäßig in der kasachischen Steppe. An Bord waren der russische Kommandant Sergej Saljton, sein russischer Kollege Juri Lontschakow und der belgische Astronaut Frank de Winne. De Winne, als erster Belgier im All, wird bei der Landung vom belgischen Kronprinzen Philippe, begrüßt. 21. November 2002 Auf ihrem Gipfeltreffen in Prag lädt die NATO sieben mittel- und osteuropäische Staaten zum Beitritt ein. Generalsekretär George Robertson und die zahlreichen Staats- und Regierungschefs würdigten die historische Bedeutung der Erweiterung von 19 auf 26 Mitgliedsländer, mit der die Teilung des europäischen Kontinents endgültig beendet werde. Gleichzeitig sicherte die NATO den Vereinten Nationen volle politische Rückendeckung bei der Verwirklichung der UN-Resolution zu verschärften Waffenkontrollen im Irak zu. Von einer Kriegsbeteiligung des Militärpaktes gegen den Irak ist jedoch nicht die Rede. Die Einladungen zum Beitritt, der bis Mai 2004 vollzogen werden soll, gehen an die früheren Sojwetrepubliken Lettland, Litauen und Estland sowie an Bulgarien, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Als noch nicht beitrittsreif erachtet die Allianz Albanien, Makedonien und Kroatien. Robertson betont aber, daß die Tür offen bleibe. Auf Drängen der USA wird die NATO im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zudem eine „Schnelle Eingreiftruppe“ aufbauen. Die Truppe von rund 20.000 Mann soll binnen sieben Tagen mobilisiert sein und weltweit auf Bedrohungen reagieren können. Bedingt einsatzfähig soll die Truppe bereits im Oktober 2004 sein,und 2006 soll sie vollständig operieren können. 28. November 2002 Die Innenminister der 15 EU-Staaten wollen Menschenschmugglern mit neuen Gesetzen das Handwerk legen und beschließen in Brüssel einheitliche Vorgaben zu Haftstrafen und Berufsverboten für die Täter. Zudem einigen sie sich auf einen Aktionsplan zur gemeinsamen Abschiebung von unerwünschten Ausländern. Menschenschmugglern sollen künftig mindestens acht Jahre Gefängnis drohen, wenn sie in einer kriminellen Vereinigung vorgehen oder das Leben der illegal über die Grenze gebrachten Menschen gefährden. Neben einer gerichtlichen Bestrafung wird den Schmugglern die Ausübung des Berufes verboten, den sie bei der Straftat ausübten. Das könnte für Lastwagenfahrer ebenso gelten wir für Spediteure oder Reiseveranstalter. Darüber hinaus verständigen sich die EU-Agrarminister auf schärfere Regeln für die Zulassung von Produkten mit gentechnisch veränderten Organismen: Alle Produkte sollen gekennzeichnet werden, die einen Anteil dieser Organismen von mindestens 0,9 Prozent aufweisen. 13. Dezember 2002 In Kopenhagen besiegelt die Europäische Union die größte Erweiterung ihrer Geschichte: Die Staats- und Regierungschefs der EU und der zehn Bewerberstaaten Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern, die am 1. Mai 2004 beitreten sollen, räumen mit einer Grundsatzeinigung über besonders umstrittene Finanzfragen ein großes Hindernis für die Ost-Erweiterung aus dem Weg. Die erhoffte Friedenslösung für das seit 1974 geteilte Zypern kommt allerdings nicht zustande. Deshalb bleibt es vorerst dabei, daß die gesamte Mittelmeerinsel zwar EU-Mitglied wird, das Gemeinschaftsrecht jedoch zunächst nur im griechischsprachigen Süden des Landes Wirkung erlangt. Nach der Erweiterung auf 25 Mitglieder sollen eventuell Rumänien und Bulgarien im Jahr 2007 folgen. In Bezug auf die Forderung der Türkei nach einem baldigen festen Termin für die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen einigt man sich auf einen Kompromiß: Wenn die politischen und die wirtschaftlichen EU-Kriterien im Dezember 2004 erfüllt sind, dann sollen die Verhandlungen „ohne jede Verzögerung“ aufgenommen werden. Auf ein konkretes Datum legt sich die EU jedoch nicht fest, und – selbst wenn für die Türkei alles glatt läuft – vor 2012 kann sie ohnehin nicht mit einer Aufnahme rechnen. 16. Dezember 2002 Die EU-Landwirtschaftsminister einigen sich in Brüssel auf ein generelles Verbot für Antibiotika als Futterzusatz für Schweine, Hühner oder Mastrinder. 31. Januar 2003 Das belgische Parlament in Brüssel beschließt den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft. Bezogen auf eine maximale Laufzeit der Atomkraftwerke soll der erste von sieben Kernreaktoren 2015, der letzte 2025 abgeschaltet werden. Neue Kernkraftwerke sollen nicht gebaut werden. Derzeit werden in Belgien noch rund 50 Prozent der Energie durch Atomkraft erzeugt. Darüber hinaus verabschiedet das Parlament ein Gesetz, das die standesamtliche Eheschließung gleichgeschlechtlicher Partner ermöglicht, die – außer Adoptionen – alle Rechte und Pflichten traditioneller Ehen beinhaltet. 17. Februar 2003 Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union einigen sich nach heftigem Streit in Brüssel auf eine gemeinsame Kompromiß-Erklärung zur Irak-Krise. Darin wird erstmals auch die Anwendung von militärischer Gewalt auf der Grundlage eines Mandats der Vereinten Nationen als letztem Mittel gegen das Regime von Saddam Hussein in Bagdad eingeschlossen. Bei der Bewältigung der Krise sollen jedoch weiterhin die friedlichen Mittel im Vordergrund stehen. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder steht mit seiner Haltung allerdings allein, daß Deutschland sich auf keinen Fall an einem Krieg gegen den Irak beteiligen und im UN-Sicherheitsrat entsprechend abstimmen werde. Beim Treffen der EU-Außenminister am 27. Januar hatte sich der gemeinsame Standpunkt im wesentlichen darauf beschränkt, den Irak zu einer „vollständigen und unverzüglichen“ Einhaltung der UN-Resolution vom November 2002 aufzufordern. Die Fassade der Einigkeit war aber wenig später durch den gemeinsamen Aufruf von acht europäischen Staats- und Regierungschefs zerstört worden, die ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Position der USA erklärten, ohne andere in ihre Aktion einzubeziehen. Fünf der Unterzeichner waren die Regierungschefs Spaniens, Großbritanniens, Italiens, Portugals und Dänemarks. Bei den drei anderen drei hatte es sich um Präsidenten bzw. Regierungschefs der künftigen EU-Mitgliedsstaaten Polen, Tschechien und Ungarn gehandelt. 12. April 2003 Prinz Laurent Benoît Baudouin, der 39 Jahre alte (zweite) Sohn von König Albert II. und Königin Paola, heiratet in Brüssel die zehn Jahre jüngere bürgerliche Claire Coombs. 16. April 2003 Die Staats- und Regierungschefs der fünfzehn EU-Staaten und der zehn neuen ost- und südosteuropäischen Mitglieder unterzeichnen in einer feierlichen Zeremonie am Fuße der Akropolis in Athen – der „Geburtsstätte der Demokratie“ – die mühsam ausgehandelten Beitrittsverträge und würdigen das Ereignis einhellig als „historisch“. Durch die größte Erweiterungsrunde der EU-Geschichte wird die lange politische Teilung zwischen West- und Ost-Europa endgültig überwunden. Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern treten der Europäischen Union offiziell am 1. Mai 2004 bei. Bis dahin müssen die nationalen Parlamente die Verträge ratifizieren. Ab sofort nehmen die zehn Staaten aber an allen EU-Beratungen teil, wenn auch noch ohne Stimmrecht. 3. Juni 2003 Nach 14jährigen Verhandlungen einigen sich die Finanzminister der Europäischen Union in Luxemburg endgültig auf eine grenzüberschreitende Zinsbesteuerung, die Steueroasen „austrocknen“ und Geldwäsche verhindern soll. Ein entsprechendes EU-Gesetz soll von 2005 an gelten. Zwölf EU-Länder werden von 2005 an Kontrollmitteilungen über Konten von EU-Ausländern austauschen. Die „Steuerparadiese“ Belgien, Luxemburg und Österreich werden stattdessen eine Zinssteuer erheben, die stufenweise ansteigt. Auch das Nicht-EU-Land Schweiz und andere „Drittstaaten“ wie Liechtenstein werden mit ins Boot geholt, da sie Finanzzentren in Europa sind. Die Finanzminister haben diesbezüglich Anfang des Jahres eine Grundsatzvereinbarung getroffen. Das wichtigste Ziel ist die Eindämmung der grenzüberschreitenden Steuerflucht in Europa. 4. Juni 2003 Der EU-Ministerrat gibt in Luxemburg offiziell grünes Licht für eine EU-Friedensmission in Kongo(-Kinshasa) und für die Entsendung von 1.500 Soldaten. Es handelt sich dabei um die erste große (und überaus riskante) Militäraktion der Europäischen Union ohne NATO-Hilfe. Allein der Transport von Soldaten und Material in die Krisenregion Ituri im Nordosten des zentralafrikanischen Landes, wo seit 1999 ein blutiger Bürgerkrieg vor allem zwischen den Stämmen der Hemu und der Lendu tobt, dem bislang schätzungsweise 50.000 Menschen zum Opfer fielen und wo bislang nur 700 UN-Soldaten stationiert sind, ist ein Problem. Da der Landweg unpassierbar ist, verbleibt nur der Luftweg. Nach Angaben aus Luxemburg handelt es sich um einen örtlich und zeitlich klar begrenzten UN-Auftrag, der auf die Stadt Bunia beschränkt ist, d.h. die Soldaten werden nicht mitten im afrikanischen Dschungel gegen Guerillas kämpfen, sondern sollen die Hauptstadt der Provinz Ituri und ihren Flughafen sichern. Außerdem soll der Einsatz unter der Führung Frankreichs mit dem Codenamen „Artemis“ höchstens bis zum 1. September 2003 dauern. Bunia wird derzeit von der UPC (Union Kongolesischer Patrioten) beherrscht. Die zum Volk der Hema gehörende und von Ruanda unterstützte Miliz verfügt in der Großstadt über mehrere hundert Kämpfer, viele von ihnen unter Alkohol und Drogen gesetzte Kindersoldaten, über schwere Maschinengewehre, Raketenwerfer sowie Anti-Personen- und Anti-Panzer-Minen. Ihre Anführer haben bereits heftigen Widerstand gegen die Friedenstruppe angekündigt. Ruanda und Uganda hatten 1998 einen Krieg gegen die Regierung in Kinshasa begonnen und weite Teile der Demokratischen Republik Kongo besetzt. Das führte zur Intervention weiterer afrikanischer Staaten. Doch statt Frieden zu schaffen, plünderten die Befehlshaber auf allen Seiten die reichen Bodenschätze des Landes. Weil die beteiligten Mächte Stellvertreter-Milizen aufbauten, geht der Kampf um Land und natürliche Reichtümer auch nach im Jahr 2002 unterzeichneten Friedensverträgen und nach dem Abzug der ruandischen und ugandischen Truppen weiter. Große Teile im Osten und Norden werden nicht mehr von der Regierung in Kinshasa, sondern von teils verfeindeten Rebellen-Milizen kontrolliert. Die Wirtschaft Kongos ist trotz immenser Rohstoffvorkommen an Gold, Diamanten, Kupfer, Kobald, Edelholz und Erdöl ruiniert, und das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur noch etwa 80 Dollar jährlich. Rund um Bunia locken Goldminen die Plünderer an. Um weiteres Blutvergießen zu verhindern und dauerhaften Frieden zu ermöglichen will UN-Generalsekretär Kofi Annan die Stärke der internationalen Friedenstruppe im gesamten Kongo von derzeit rund 3.700 Mann auf 11.000 verdreifachen. Außerdem soll das Mandat der UN-Mission (MONUC) um ein Jahr bis Ende Juni 2004 verlängert werden. Nach Ansicht von „Experten“ kann die UN-Truppe zwar vorübergehend für die dringend notwendige Sicherheit in Bunia sorgen und weitere Massaker verhindern, Frieden für Ituri und den übrigen Kongo, wo die meisten der über 200 Stämme dem Bantu-Volk angehören, können letztendlich aber nur weitere Verhandlungen bringen. 12. Juni 2003 US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld warnt Belgien während eines Treffens mit seinen NATO-Amtskollegen in Brüssel vor einer Strafverfolgung hochrangiger US-Militärs und Politiker. Er stellt weitere NATO-Treffen am Sitz des Bündnisses ebenso in Frage wie die Finanzierung des geplanten neuen NATO-Hauptquartiers in Brüssel. Hintergrund ist ein belgisches Gesetz, das belgischen Richtern eine sehr weitgehende Zuständigkeit für die Verfolgung von Kriegsverbrechen in aller Welt gibt. Aufgrund dieses Gesetzes sind im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg mehrere Anzeigen gestellt worden, u.a. gegen US-Außenminister Colin Powell und den Oberbefehlshaber der Interventionsarmee, US-General Tommy Franks. Wenn die Betroffenen zeitlichen und finanziellen Aufwand betreiben müßten, um sich vor „absurden“ Klagen zu schützen, würden sie nicht mehr nach Belgien einreisen, sagt Rumsfeld. (Ende Juni schwächt Belgiens Regierung das Gesetz zur Strafverfolgung von Kriegsverbrechern in aller Welt ab. Künftig soll die belgische Justiz nur zuständig sein, wenn Täter oder Opfer Belgier sind, oder – im Fall der Opfer – mindestens drei Jahre in Belgien gelebt haben. Zudem müssen die Taten auf belgischem Territorium begangen worden sein.) 13. Juni 2003 Der 105köpfige EU-Reformkonvent nimmt in Brüssel den in 16 Monaten erarbeiteten Entwurf für eine europäische Verfassung an. Auf Druck von Parlaments- und Regierungsvertretern hatte das 13köpfige Konventspräsidium unter Vorsitz von Giscard d’Estaing zuvor noch mehrere Änderungen an dem mehrere hundert Seiten umfassenden Dokument mit insgesamt 338 Artikeln vorgenommen. Sie zielen darauf, die Rolle des EU-Kommissionspräsidenten gegenüber dem künftigen EU-Ratsvorsitzenden zu stärken. Am 20. Juni empfehlen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union im griechischen Thessaloniki den Kompromiß-Entwurf als „gute Ausgangsbasis“ für die abschließenden Verhandlungen über eine Verfassung, mit der die EU nach der Aufnahme von zehn neuen Ländern am 1. Mai 2004 handlungsfähig bleiben soll. Von September 2003 bis spätestens Frühjahr 2004 soll von der Regierungskonferenz der Mitgliedstaaten der endgültige Text ausgearbeitet werden. Inkrafttreten könnte die Verfassung nach der Ratifizierung in allen 25 Staaten voraussichtlich 2005. 26. Juni 2003 Mit der radikalsten Agrarreform in der Geschichte der Europäischen Union beschließen die EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg einen Systemwechsel für die milliardenschweren Beihilfen, um die mit Steuergelndern finanzierte Überproduktion drastisch einzudämmen. Das Kernstück der Reform ist die Entkoppelung, mit der den Bauern der Anreiz zur Überproduktion genommen werden soll. Sie erhalten künftig eine Beihilfe, die anhand historischer Prämieneinnahmen errechnet wird und ihre Existenz sichert. Die Landwirte sollen sich an der tatsächlichen Nachfrage nach Agrarprodukten am Markt orientieren. Bislang galt: Je mehr die Bauern produzierten, desto mehr Geld bekamen sie. Außerdem drohen den Landwirten erstmals Abzüge bis zu einem Viertel der Prämie, wenn sie gegen Tier-, Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen verstoßen. 1. Januar 2004 Irland übernimmt turnusgemäß die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union bis 30. Juni 2004. Somit liegt das Schicksal der EU-Verfassung nun in Händen von Premierminister Bertie Ahern. Er muß sich als EU-Ratsvorsitzender mit den schwierigen Verhandlungen herumschlagen, die sein Vorgänger, der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi, nicht hatte zum Erfolg führen können. Die Staats- und Regierungschefs der 15 EU-Mitgliedsländer und der zehn Staaten, die der Gemeinschaft am 1. Mai 2004 beitreten (Polen, Tschechien, Ungarn, die Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta und Zypern) konnten sich am 13. Dezember 2003 auf ihrem Gipfeltreffen nicht auf die Annahme des Verfassungsentwurfs verständigen, den der EU-Konvent ein halbes Jahr vorgelegt hatte. Hauptstreitpunkt ist die Frage, wie künftig im EU-Ministerrat Entscheidungen gefällt werden. Der Konvent hat hierfür das Prinzip der „doppelten Mehrheit“ vorgesehen. Demnach hat jedes Mitgliedsland eine Stimme. Damit im Ministerrat eine Regelung verabschiedet werden kann, muß sie die Mehrheit der Stimmen – also mindestens 13 von 25 – erhalten, und die befürwortenden Länder müssen mindestens 60% der EU-Bevölkerung repräsentieren. Dieses Verfahren soll flexiblere Entscheidungen ermöglichen und verhindern, daß Gesetze durch relativ kleine Minderheiten blockiert werden können. Allerdings gewinnen die bevölkerungsreichen Länder größere Dominanz. (Allein Deutschland vertritt 17% der EU-Einwohner.) Gegner der doppelten Mehrheit sind vor allem Polen und Spanien. 5. Januar 2004 Der neue NATO-Generalsekretär Jakob Gijsbert (Jaap) de Hoop Scheffer sagt im Brüsseler Hauptquartier, daß sich das Bündnis im Jahr 2004 vor allem auf seinen Einsatz in Afghanistan konzentrieren werde, wo die NATO das Kommando über die internationale Unterstützungstruppe ISAF hat, auch wenn ein stärkeres Engagement im Irak erwartet werde und nicht ausgeschlossen sei. Jaap de Hoop Scheffer war von 1997 bis 2001 Fraktionsvorsitzender der niederländischen Christlich-Demokratischen Alianz (CDA, seit Sommer 2002 Außenminister der Niederlande und hatte in dieser Funktion den Irak-Krieg unterstützt, was ihn für die USA akzeptabel machte. Der 55jährige ehemalige Diplomat ist der dritte Niederländer auf diesem Posten und Nachfolger des Briten George Robertson, der das Amt vom 5. Oktober 1999 bis 31. Dezember 2003 innehatte. 29. März 2004 Die NATO vollzieht die umfassendste Erweiterung ihrer Geschichte: Die Regierungschefs der sieben osteuropäischen Staaten Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien besiegeln im Beisein von US-Präsident George W. Bush und NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer im Weißen Haus in Washington mit der Hinterlegung der Beitrittsurkunden offiziell die Mitgliedschaft im mächtigsten Militärbündnis der Welt. Mit den Neulingen wächst die NATO auf 26 Mitglieder. Alle sieben neuen Mitglieder haben enge Beziehungen zu den USA und haben durchweg den Irak-Krieg vorbehaltlos unterstützt. Gestützt durch die neuen Mitglieder erhöhen die USA nun den Druck auf die Verbündeten, einem Einsatz im Irak zuzustimmen, d.h. US-Außenminister Colin Powell fordert das Bündnis auf, bis zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer Ende Juni in Istanbul Möglichkeiten für ein Engagement zu prüfen. Deutschland z.B. hat bereits unmißverständlich eine klare Absage erteilt. Rußland hatte sich besorgt über die zweite Runde der NATO-Osterweiterung nach dem Beitritt der früheren Warschauer-Pakt-Staaten Polen, Tschechien und Ungarn im Jahr 1999 geäußert, die Ausdehnung des Bündnisses aber letztendlich hingenommen. Am 1. Mai 2004 werden Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei und Slowenien auch Mitglieder der Europäischen Union. Damit gehören von den 26 NATO-Ländern 19 auch der EU an. Bulgarien und Rumänien sollen erst 2007 folgen. 29. April 2004 Die Innenminister der 15 „alten“ EU-Staaten (Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien) setzen zwei Tage vor dem Beitritt der zehn neuen Mitglieder (Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern) in Luxemburg einen Schlußpunkt unter ihre jahrelangen Verhandlungen bezüglich eines gemeinsamen Asylrechts und einigen sich auf eine Richtlinie, die eine Zurückweisung von Asylbewerbern an der Grenze erlaubt, wenn diese aus vorab festgelegten „sicheren Drittstaaten“ kommen. 18. Juni 2004 Die EU-Staats- und Regierungschefs einigen sich nach langen Verhandlungen in Brüssel auf eine Verfassung für das geeinte Europa, die bis 2007 in Kraft treten soll. Zuvor muß sie jedoch von den Parlamenten in den 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und z.T. auch durch Volksabstimmungen gebilligt werden. Um einen Kompromiß zu finden, wurden zahlreiche Änderungen an dem 2003 vorgelegten Entwurf des Verfassungskonvents vorgenommen. 30. Juli 2004 Bei der gewaltigen Explosion einer Erdgas-Fernleitung in Ghislenghien im Westen Belgiens kommen 18 Menschen ums Leben und werden rund 120 weitere z.T. schwer verletzt. Feuerwehrleute, die das Gebiet wegen eines kurz zuvor festgestellten Lecks in der Pipeline absichern wollten, werden bis zu hundert Meter weit in die Felder rund um das Industriegebiet südwestlich von Brüssel geschleudert. 18. November 2004 Mit drei Wochen Verspätung kann die neue EU-Kommission in Brüssel ihr Amt antreten. Nach einem bislang einzigartigen Machtkampf zwischen Kommisionpräsident José Manuel Durão Barroso und dem Europa-Parlament stimmt eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten in Straßburg (449 gegen 149 Stimmen bei 82 Enthaltungen) für die neu formierte Mannschaft des Portugiesen. Seine erste Liste hatte Barroso Ende Oktober zurückgezogen, weil ihr wegen besonders umstrittener Kandidaten eine Ablehnung im Parlament drohte. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Belgien...Adamo Eigentlicher Name: Salvatore Adamo Sänger (Chansons) geboren: 01.11.1943 (Sizilien) Literatur... König Albert I. von Belgien Eigentlicher Name: Leopold Clement Maria Meinrad König (1909-34) geboren: 08.04.1875 (Brüssel) gestorben: 17.02.1934 (bei Namur (verunglückt)) Literatur... König Albert II. von Belgien Eigentlicher Name: Albert Felix Humbert Theodor Christian Eugen Maria Prinz von Lüttich König (seit 1993) geboren: 06.06.1934 (Schloß Laeken (Brüssel)) Literatur... Stefan Askenase Pianist geboren: 10.07.1896 (Lemberg (L'vov)) gestorben: 18.10.1985 (Bonn-Bad Godesberg) Literatur... König Baudouin I. der Belgier Eigentlicher Name: Baudouin Albert Leopold Axel Marie-Gustave Herzog von Brabant geboren: 07.09.1930 (Schloß Stuyvenberg (bei Brüssel)) gestorben: 31.07.1993 (Schloß Montril (Granada)) Literatur... Auguste Marie François Beernaert Politiker, Regierungschef von Belgien (1884-94) geboren: 26.07.1829 (Ostende) gestorben: 06.10.1912 (Luzern) Nobelpreis für Frieden 1909 Literatur... Charles Auguste de Bériot Geiger, Musikpädagoge, Komponist geboren: 20.02.1802 (Leuven) gestorben: 08.04.1870 (Brüssel) Literatur... Joachim Beuckelaer Maler geboren: um 1533 (Antwerpen) gestorben: um 1576 (Antwerpen) Literatur... Maurice de Bévère (Morris (Pseudonym)) Comic-Zeichner geboren: 01.12.1923 (Kortrijk) gestorben: 16.07.2001 (Brüssel) Literatur... Jan Blockx Musikpädagoge, Komponist geboren: 25.01.1851 (Antwerpen) gestorben: 26.05.1912 (Antwerpen) Literatur... Paul Vanden Boeynants Politiker, Regierungschef von Belgien (1966-68; 1978) geboren: 1919 (Brüssel) gestorben: 09.01.2001 (Aalst) Literatur... Louis Paul Boon Schriftsteller geboren: 15.03.1912 (Aalst) gestorben: 10.05.1979 (Erembodegem) Literatur... Jules Jean-Bapitste Vincent Bordet Bakteriologe geboren: 13.06.1870 (Soignies) gestorben: 06.04.1961 (Brüssel) Nobelpreis für Medizin 1919 Literatur... Henri de Braekelaer Maler geboren: 12.06.1840 (Antwerpen) gestorben: 20.07.1888 (Antwerpen) Literatur... Jacques Brel Sänger (Chansons), Filmschauspieler, Regisseur, Drehbuchautor geboren: 08.04.1929 (Brüssel) gestorben: 09.10.1978 (Bobigny) La foire - Chanson (1953); Il y a - Chanson (1953); Ces genslà - Chanson (1954); Quand on n`a que l`amour - Chanson (1957); Au printemps - Langspielplatte (1958); Isabelle - Chanson (1959); Le diable - Chanson (1954); La dame patronesse - Chanson (1959); Ne me quitte pas - Chanson (1961); Les bourgois - Chanson (1961) Literatur... Abraham Bruegel Maler geboren: 28.11.1631 (Antwerpen (getauft)) gestorben: um 1697 (Neapel) Literatur... Jan Bruegel d.Ä. Maler geboren: 1568 (Brüssel) gestorben: 12.01.1625 (Antwerpen) Literatur... Jan Bruegel d.J. Maler geboren: 13.09.1601 (Antwerpen) gestorben: 01.09.1678 (Antwerpen) Literatur... Pieter Bruegel d.J. (Bauern-Bruegel) Maler geboren: um 1564 (Brüssel) gestorben: um 1638 (Antwerpen) Literatur... Jan Burssens Maler geboren: 27.06.1925 (Mecheln) Literatur... Denis Calvaert (auch: Dionisio Fiammingo) Maler geboren: 1540 (Antwerpen) gestorben: 17.03.1619 (Bologna) Literatur... Pedro de Campaña (auch: Pieter de Kempeneer) Maler geboren: 1503 (Brüssel) gestorben: 1580 (Brüssel) Literatur... Albert Claude Mediziner geboren: 23.08.1899 (Longlier) gestorben: 22.05.1983 (Brüssel) Nobelpreis für Medizin 1974 Literatur... Hugo Claus Schriftsteller, Maler geboren: 05.04.1929 (Brügge) Die Verwunderung - Roman (1962 (deutsch: 1980)) Literatur... Charles de CosterSchriftsteller geboren: 20.08.1827 (München) gestorben: 07.05.1879 (Ixelles) Literatur... Gaspar de Crayer Maler geboren: 18.11.1584 (Antwerpen) gestorben: 27.01.1669 (Gent) Literatur... François de Cubilliés Architekt geboren: 23.10.1695 (Soignies) gestorben: 23.10.1695 (München) Literatur... Gerard David Maler geboren: um 1460 (Oudewater (bei Gouda)) gestorben: 13.08.1523 (Brügge) Literatur... Jean-Luc Dehaene Politiker geboren: 07.08.1940 (Montpellier) Literatur... Paul Delvaux Maler, Grafiker geboren: 23.09.1897 (Antheit) gestorben: 20.07.1994 (Veurne) Literatur... Christian René de Duve Biochemiker geboren: 02.10.1917 (Thames-Ditton (Surrey)) Nobelpreis für Medizin 1974 Literatur... Sir Anthonis van DyckMaler geboren: 22.03.1599 (Antwerpen) gestorben: 09.12.1641 (London) Literatur... James Sidney Ensor Maler geboren: 13.04.1860 (Ostende) gestorben: 19.11.1949 (Ostende) Literatur... Gaston Eyskens Politiker, Regierungschef von Belgien (1949-50; 1958-61; 1968-72) geboren: 01.04.1905 (Lier) gestorben: 03.01.1988 (Löwen) Literatur... Königin Fabiola von Belgien Königin (1960-93) geboren: 11.06.1928 (Madrid) Literatur... Frans Floris Eigentlicher Name: Frans de Vriendt Maler geboren: 1516 (Antwerpen) gestorben: 01.10.1570 (Antwerpen) Literatur... Jan Fyt Maler geboren: 15.03.1611 (Antwerpen (getauft)) gestorben: 11.09.1661 (Antwerpen) Literatur... Hugo van der Goes Maler geboren: um 1440 (Gent) gestorben: 1483 (Brüssel) Literatur... Gabriel de Grupello Bildhauer geboren: 22.05.1644 (Geraardsbergen) gestorben: 20.06.1730 (Kerkrade) Literatur... Peter Adolf Hall Maler geboren: 23.02.1739 (Boras) gestorben: 15.05.1793 (Lüttich) Literatur... Cornelius Jean François Heymans Physiologe geboren: 28.03.1892 (Gent) gestorben: 28.07.1968 (Knokke) Nobelpreis für Medizin 1938 Literatur... Jan Hoet Kunsthistoriker geboren: 23.06.1936 (Leuven) Literatur... Victor Horta Architekt geboren: 06.01.1861 (Gent) gestorben: 08.09.1947 (Etterbeek (bei Brüssel)) Literatur... Jacob Jordaens Maler geboren: 19.05.1593 (Antwerpen) gestorben: 18.10.1678 (Antwerpen) Literatur... Jan Kessel d.Ä. Maler geboren: 05.04.1626 (Antwerpen (getauft)) gestorben: 17.04.1679 (Antwerpen) Literatur... Jan van Kessel d.J. Maler geboren: 23.11.1654 (Antwerpen) gestorben: 1708 (Madrid) Literatur... Fernand Khnopff Maler, Grafiker geboren: 12.09.1858 (Grembergen) gestorben: 12.11.1921 (Brüssel) Literatur... Henri Marie La Fontaine Politiker, Jurist geboren: 22.04.1854 (Brüssel) gestorben: 14.05.1943 (Brüssel) Nobelpreis für Frieden 1913 Literatur... Abbé Georges Lemâitre Astrophysiker, Theologe geboren: 17.07.1894 (Charleroi) gestorben: 20.06.1966 (Löwen) Literatur... König Leopold I. von Belgien König (1831-65) geboren: 16.12.1790 (Coburg) gestorben: 10.12.1865 (Schloß Laeken (bei Brüssel)) Literatur... König Leopold II. von Belgien König (1865-1909) geboren: 09.04.1835 (Brüssel) gestorben: 17.12.1909 (Schloß Laeken (bei Brüssel)) Literatur... König Leopold III. der Belgier König (1934-51) geboren: 03.11.1901 (Brüssel) gestorben: 25.09.1983 (Brüssel) Literatur... Helmut Lotti Eigentlicher Name: Helmut Lotigiers Schlagersänger geboren: 22.10.1969 (Gent) Literatur... Maurice Maeterlinck Schriftsteller geboren: 29.08.1862 (Gent) gestorben: 06.05.1949 (Orlamonde (bei Nizza)) Treibhäuser - Gedichte (1889); Der blaue Vogel - Märchendrama (Uraufführung 1908) Nobelpreis für Literatur 1911 Literatur... René (François Ghislain) Magritte Maler geboren: 21.11.1898 (Lessines) gestorben: 15.08.1967 (Brüssel) Die Reiterin (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1922); Frau (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1923); Das blaue Kino (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1925); Das Kleid des Abenteuers (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1926); Der verlorene Jockey (Privatsammlung) - Gouache und Collage (1926); Die Strafe der Vestalin (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1926); Das Land III (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1927); Der unbekümmerte Schläger (Tate Gallery, London) - Öl auf Leinwand (1927); Dialog, vom Wind aufgelöst (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1928); Das Zwischenspiel (Privatsammlung) - Öl auf Leinwand (1928) Literatur... Margarete von Österreich Statthalterin (1507-30) geboren: 10.01.1480 (Brüssel) gestorben: 01.12.1530 (Mecheln) Literatur... Margarete von Parma Statthalterin geboren: 28.12.1522 (Oudenaarde) gestorben: 18.01.1586 (Ortona) Literatur... Wilfried Martens Politiker, Regierungschef von Belgien (1979-92), Jurist geboren: 19.04.1936 (Sleidinge (bei Gent)) Literatur... Frans Masereel Maler, Grafiker geboren: 30.07.1889 (Blankenberge) gestorben: 03.01.1972 (Avignon) Literatur... Hans Memling Maler geboren: um 1433 (Seligenstadt) gestorben: 22.08.1494 (Brügge) Literatur... Eddy Merckx Radrennfahrer geboren: 17.06.1945 (Meensel-Kizegem) Literatur... Adam Frans van der Meulen Maler geboren: 11.01.1632 (Brüssel) gestorben: 15.10.1690 (Paris) Literatur... Joos de Momper Maler geboren: 1564 (Antwerpen) gestorben: 05.02.1635 (Antwerpen) Literatur... Bernaert Orley Maler geboren: um 1488 (Brüssel) gestorben: 1542 (Brüssel) Literatur... Joachim Patinier Maler geboren: um 1480 (Dinant) gestorben: 05.01.1524 (Antwerpen) Literatur... Constant Permeke Maler geboren: 31.07.1886 (Antwerpen) gestorben: 04.01.1952 (Ostende) Literatur... Dominique Georges Pire Theologe, Mönch geboren: 10.02.1910 (Dinant) gestorben: 30.01.1969 (Leuven) Nobelpreis für Frieden 1958 Literatur... Henri Pousseur Musikpädagoge, Komponist geboren: 23.06.1929 (Malmedy) Literatur... Ilya Prigogine Chemiker geboren: 25.01.1917 (Moskau) Nobelpreis für Chemie 1977 Literatur... Lambert Adolphe Quételet Mathematiker, Astronom geboren: 22.02.1796 (Gent) gestorben: 17.02.1874 (Brüssel) Literatur... Django Reinhardt Eigentlicher Name: Jean Baptiste Reinhardt Jazz-Musiker geboren: 23.01.1910 (Liberchies) gestorben: 16.05.1953 (Fontainebleau) Literatur... Peter Paul RubensMaler geboren: 28.06.1577 (Siegen) gestorben: 30.05.1640 (Antwerpen) Kindermord von Bethlehem - Ölgemälde (um 1610) Literatur... Antoine Joseph Sax Instrumentenbauer geboren: 06.11.1814 (Dinant) gestorben: 04.02.1894 (Paris) Literatur... Georges Simenon Schriftsteller geboren: 13.02.1903 (Lüttich) gestorben: 04.09.1989 (Lausanne) Literatur... Frans Snijders Maler geboren: 11.11.1579 (Antwerpen) gestorben: 19.08.1657 (Antwerpen) Literatur... Paul Henri Spaak Politiker, Regierungschef von Belgien (1938-39; 1946; 1947-49), NATO-Generalsekretär (2.; 1957-61) geboren: 25.01.1899 (Schaerbeck) gestorben: 31.07.1972 (Brüssel) Literatur... David Teniers d.J. Maler geboren: 15.12.1610 (Antwerpen) gestorben: 25.04.1690 (Brüssel) Literatur... Felix Timmermans Schriftsteller geboren: 05.07.1886 (Lier) gestorben: 24.01.1947 (Lier) Pallieter - Roman (1916 (deutsch: 1921)); Das Jesuskind in Flandern - Roman (1917 (deutsch: 1919)); Franziskus - Roman (1932 (deutsch: 1932)) Literatur... Leo Tindemans Politiker, Regierungschef von Belgien (1974-78) geboren: 16.04.1922 (Zwijndrecht) Literatur... Lucas van Uden Maler geboren: 21.10.1595 (Antwerpen) gestorben: um 1673 (Antwerpen) Literatur... Lucas van Valckenborch Maler geboren: zwischen 1530 und 1535 (Löwen) gestorben: 02.02.1597 (Frankfurt a. Main) Literatur... Émile Vandervelde Politiker geboren: 25.01.1866 (Ixelles) gestorben: 27.12.1938 (Brüssel) Literatur... Georges Vantongerloo Maler, Bildhauer, Architekt geboren: 24.11.1886 (Antwerpen) gestorben: 06.10.1965 (Paris) Literatur... Henry van de Velde Architekt, Maler geboren: 02.04.1863 (Antwerpen) gestorben: 25.10.1957 (Zürich) Literatur... Émile Verhaeren Dichter geboren: 21.05.1855 (Sint-Amands (bei Antwerpen)) gestorben: 27.11.1916 (Rouen) Die geträumten Dörfer - Gedichte (1895 (deutsch: 1911)) Literatur... Guy Verhofstadt Politiker, Regierungschef von Belgien (seit 1999) geboren: 11.04.1953 (Dendermonde) Literatur... |