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BarbadosChronik Überblick Basisdaten
1511 Barbados, die östlichste Karibikinsel (ihren Namen verdankt sie dem dort wachsenden Feigenbaum Ficus barbata), wird von spanischen Seefahrern entdeckt. Wenig später werden die auf dem Eiland lebenden friedlichen Arawak-Indianer (auch Taino genannt) zur Zwangsarbeit in die Bergwerke Hispaniolas (Haiti) verschleppt, wo die meisten innerhalb weniger Jahre sterben. (Christoph Kolumbus, der Entdecker Amerikas, war bis zu seinem Tod im Jahre 1506 davon überzeugt, den westlichen Seeweg über den Atlantik nach Hinterindien gefunden zu haben; deshalb der Name „Westindien“ für die Inselwelt vor Zentralamerika und die Bezeichnung „Indios“ bzw. „Indians“ für die Ureinwohner Amerikas; die Bezeichnung „Karibik“ dagegen ist von dem im 15. Jahrhundert auf vielen der Inseln lebenden Volksstamm der Kar(a)iben abgeleitet, die einst die dort ansässigen Arawak größtenteils vertrieben hatten und als äußerst kriegerisch galten sowie als Menschenfresser gefürchtet waren). Ab 1627 Die Briten besiedeln die menschenleere nur 32 mal 23 Kilometer große Insel Barbados und beginnen mit dem Anbau von Zuckerrohr und Baumwolle. Für die Arbeit auf den Plantagen „importieren“ sie schwarze Sklaven aus Westafrika. (Während sich die europäischen Kolonialmächte um die meisten übrigen karibischen Inseln bis weit ins 19. Jahrhundert hinein zähe Gefechte liefern, bleibt Barbados von allen Angriffen verschont und unangefochten britisch.) 1652 Barbados wird britische Kronkolonie. 1653 Bridgetown, die heutige Hauptstadt von Barbados, wird gegründet. 1834 Auf Barbados wird, wie in allen britischen Kolonien, die Haltung von Sklaven verboten. Aus Mangel an Arbeitskräften müssen viele Plantagen aufgegeben werden. 1944 Die Briten erteilen Barbados beschränkte Selbstverwaltung. 1958 Barbados wird Mitglied der (bis 1962 existierenden) Westindischen Föderation. 1961 Errol Barrow von der bereits 1938 gegründeten „Barbados Labour Party“ (BLP) wird Regierungschef von Barbados. 1964 Die Briten gestehen Barbados völlige innere Autonomie zu. 30. November 1966 Barbados wird im Rahmen des Commonwealth als parlamentarische Monarchie in die Unabhängigkeit entlassen. Ein einheimischer Generalgouverneur vertritt die britische Krone. Errol Barrow bleibt Premierminister (bis 1976). 1967 Sir Winston Scott wird Generalgouverneur von Barbados. 1968 Erstmals hat der Tourismus die Zuckerindustrie als Deviseneinnahmequelle überflügelt. Barbados gehört zu den Gründungsmitgliedern der Karibischen Freihandelszone (Caribbean Free Trade Area/CARIFTA). 1973 Barbados gründet mit Guyana, Jamaika und Trinidad und Tobago die karibische Wirtschaftsgemeinschaft CARICOM (Caribbean Community and Common Market), der nach und nach weitere Karibikstaaten beitreten. 7. September 1976 John Michael Geoffrey Adams wird neuer Premier (Barbados Labour Party/BLP) von Barbados. 1977 Sir Deighton Ward wird neuer Generalgouverneur von Barbados. 1979 Die USA geben ihre während des Zweiten Weltkriegs auf Barbados eingerichteten Militär-Stützpunkte auf. 1981 Parlamentswahlen bestätigen John Michael Geoffrey Adams im Amt des Premierministers von Barbados. 1984 Sir H. W. Springer wird von Königin Elizabeth II. zum Generalgouverneur von Barbados ernannt. 11. März 1985 Nach dem Tod von John Michael Geoffrey Adams wird Bernard St. John Premierminister von Barbados. 1. Juni 1987 Llloyd Erskine Sandiford (Democratic Labour Party, DLP) wird Premierminister von Barbados, Maurice A. King Außenminister. 1990 Frau Nita Barrow wird Generalgouverneurin von Barbados. 7. November 1994 Owen Arthur wird nach einem spektakulären Wahlsieg seiner Barbados Labour Party/BLP neuer Regierungschef von Barbados; Billie Miller wird Außenminister. 1996 Clifford Husbands wird neuer Generalgouverneur von Barbados. 1995 Nach einem extremen Dürrejahr plant die Regierung in Bridgetown für die Rohrzuckerindustrie erhebliche Investitionen. 31. Dezember 1998 Hauptproblem der Regierung von Barbados ist nach wie vor die hohe Arbeitslosigkeit (die offizielle Arbeitslosenrate liegt derzeit bei fast 20%, doch addiert sich dazu etwa ein ebenso hoher Anteil an Unterbeschäftigten). Aufgrund der geringen Größe des Eilandes kann man keine neuen Hotelanlagen mehr schaffen (der Tourismus mit rund 1 Million Besucher jährlich ist seit langem Haupteinnahmequelle und -arbeitgeber), und der Versuch, ausländische Pharmakonzerne anzusiedeln, scheiterte an dem relativ hohen Lohnniveau des kleinen Karibik-Staates. So suchen alljährlich Tausende nach freien Arbeitsstellen auf anderen Karibikinseln oder stellen Einwanderungsanträge in Kanada oder den USA. 20. Januar 1999 Bei den Wahlen zum „House of Assembly“ (Repräsentantenhaus) erringt die BLP (Barbados Labour Party) von Regierungschef Owen Arthur 26 von insgesamt 28 Mandaten (1994 waren es nur 19 Sitze). Sowohl die Regierungspartei als auch die oppositionelle DLP (Democratic Labour Party) streben den Übergang von der Parlamentarischen Monarchie (offizielles Staatsoberhaupt ist nach wie vor Queen Elizabeth II. von Großbritannien, vertreten durch Generalgouverneur Clifford Husbands) zur Präsidialrepublik innerhalb des Commonwealth bis zum Jahr 2002 an. 20. Dezember 2000 Die Regierung in Bridgetown protestiert gegen einen Bericht der OECD (Organization for Econoic Co-operation and Development/Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), in dem Barbados u.a. der Geldwäsche für die mittel- und südamerikanische Drogenmafia bezichtigt wird. 20. April 2001 Im kanadischen Québec findet eine dreitägige Gipfelkonferenz aller 34 Staats- und Regierungschefs des amerikanischen Doppelkontinents mit Ausnahme Kubas statt. Hauptthema ist eine Konkretisierung des seit langem angestrebten Mammut-Projekts der panamerikanischen Freihandelszone von Alaska bis Feuerland, die bis zum 1. Januar 2005 (unter Ausschluß Kubas) geschaffen werden soll. Eine „Demokratieklausel“ soll sicherstellen, daß nur demokratische Staaten der größten Freihandelszone der Welt beitreten können, die wegen der verschiedenen Sprachen vier offizielle Bezeichnungen haben wird (Englisch: Free Trade Area of the Americas/FTAA, Spanisch: Área de Libre Comercio de las Américas/ALCA, Portugiesisch: Área de Livre Comércio de las Américas/ALCA, Französisch: Zone de libre-échange des Amériques/ZLEA). Der „Summit of the Americas“ ist überschattet von gewalttätigen Demonstrationen von Globalisierungsgegnern. Fast 100 Menschen werden z.T. schwer verletzt, darunter drei Dutzend Sicherheitskräfte. 28. April 2001 Die Regierung in Bridgetown verabschiedet erste Anti-Drogen und Anti-Geldwäschegesetze. Der Inselstaat ist einer von fünfzehn Karibikstaaten, die als Umschlagplatz für Drogen aus Südamerika auf ihrem Weg in die USA gelten und denen der Geldwäscheausschuß der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development/Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mangelnde Kooperation im Kampf gegen die internationale Geldwäsche und/oder eine unlautere Steuerpolitik vorwirft. 28. April 2002 An einem Strand von Barbados rund 20 Kilometer westlich der Hauptstadt Bridgetown entdeckt die Polizei 800 Kilogramm Marihuana und eine Waffe samt Munition. Weitere Angaben zu dem Fund werden von den Behörden nicht gemacht. Wie alle Karibikinselstaaten hat Barbados mit Drogenschmuggel und der damit verbundenen Kriminalität zu kämpfen. Im Herbst 2001 wurden z.B. mehrere, bei Razzien am Flughafen von Bridgetown festgenommene Briten wegen des Besitzes von Rauschgift zu mehrjährigen Haft- und hohen Geldstrafen verurteilt. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Barbados... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |