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BahrainKönigreich Bahrain Basisdaten Chronik
![]() Geografie Das Land Das Emirat Bahrain besteht aus 33 Inseln, die im Golf von Bahrain liegen, einer Bucht des Persischen Golfes. Im Süden ist die Bucht von der Halbinsel Katar umgeben, im Westen liegt das Festland von Saudi-Arabien. Nur sechs der Inseln sind ständig besiedelt, 80% der insgesamt knapp 700 qkm umfassenden Staatsfläche nimmt die Hauptinsel Bahrain ein. Die nächstgrößere Insel ist die gleichnamige Hauptinsel der Hawar-Gruppe im Südosten (41 qkm), gefolgt von Umm Nasan (19 qkm) im Nordwesten und Al Muharrak (17 qkm) im Norden. Die Hauptinsel Bahrain besteht wie die meisten der Inseln aus Kalksteinfelsen und ist überwiegend flach. Von der Küste her steigt das Land leicht an bis zu einem Plateau, das ca. 30-60 m über dem Meeresspiegel liegt. Höchste Erhebung Bahrains ist der Berg Jabal al Buhkan mit 135 m. An den Rändern des Plateaus finden sich Sanddünen, im Süden und Südwesten der Hauptinsel weite Sandflächen und Salzsümpfe. Auf einem schmalen Küstenstreifen im Norden und Nordwesten der Insel ist durch das Vorhandensein von Quellen und artesischen Brunnen eine begrenzte agrarische Nutzung möglich. Die Hauptstadt Manama liegt auf der Hauptinsel Bahrain. Klima Das Klima von Bahrain ist geprägt durch heiße Sommer, warme Winter und große Trockenheit. Die wenigen Niederschläge (jährliches Mittel von 95 mm) fallen meist in den Monaten Dezember bis Februar. Dennoch beträgt die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit um die 75%. Während die Temperaturen in den Wintermonaten November bis April im Durchschnitt um die 18°C betragen, werden im Sommer Durchschnittswerte um 33°C und Maximalwerte bis 45°C gemessen. Typisch für das Klima Bahrains ist der feuchtheiße Wind aus Nordwesten (Shamal) oder der trocken-heiße Wüstenwind (Qaws), der aus der Großen Arabischen Wüste kommt. Flora und Fauna Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren große Dattelpalmenbestände typisch für die Fauna der Hauptinsel Bahrain. Durch Rodung für landwirtschaftliche Zwecke oder Vertrocknen (aufgrund des Absinkens des Grundwasserspiegels) sind heute nur noch kleine Restbestände vorhanden. Eine artenarme, wüstenhafte Vegetation mit Dornstrauchgewächsen und Hartgräsern prägt das Land. Auch die Tierwelt ist artenarm. Größere Säugetiere wie z.B. Gazellen sind durch die Einschränkung des Lebensraums und intensive Bejagung so gut wie ausgerottet. Häufig kommen noch Wüsten- und Springmäuse, Eidechsen und die aus Indien eingeführten Schleichkatzen (Mungos) vor. In einem rund 10 qkm großen Schutzgebiet im Südwesten der Insel leben Arabische Oryx-Antilopen. Kultur und Gesellschaft Bevölkerung Rund 630.000 Menschen leben im Emirat Bahrain, ein Großteil von ihnen im Norden der Hauptinsel. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Manama mit etwa 150.000 Einwohnern. Der Ausländeranteil ist mit rund 35% ähnlich wie bei den übrigen Golfstaaten relativ hoch. Drei Viertel von ihnen kommen aus anderen arabischen Ländern, etwa 17% sind Inder, kleinere Teile der Bevölkerung kommen aus Pakistan oder aus Europa (vor allem aus Großbritannien). Die Amtssprache ist Arabisch, Englisch ist die übliche Handelssprache. Der Islam ist Staatsreligion in Bahrain, rund 90% der Gesamtbevölkerung sind Moslems. Über zwei Drittel von ihnen sind Schiiten, doch die herrschende Schicht des Landes rekrutiert sich aus dem einen Drittel Sunniten. Christen und Hindus bilden kleine religiöse Minderheiten. Der Lebensstandard ist mit einem geschätzten Pro-Kopf-Einkommen von 8600 US-Dollar relativ hoch, Sozialversicherungs- und Gesundheitswesen sind gut ausgebaut. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 70 Jahren, das Bevölkerungswachstum bei rund 3,3%. Es herrscht keine allgemeine Schulpflicht, es stehen aber genügend Schulen zur Verfügung. Die Analphabetenquote wird mit rund 13% angegeben. In der Hauptstadt Manama gibt es eine Universität. Geschichte Etwa ab 2000 v.Chr. war die heutige Hauptinsel des Emirats Bahrain wichtige Zwischenstation für das Seefahrervolk der Sumerer auf ihrem Handelsweg nach Indien. In sumerischen Quellen wurde das Land Tilmun genannt, in etwa: Land des Paradieses. Den in der Antike eingewanderten Griechen folgten um 300 n.Chr. die Sassaniden (Perser), die bis ins 7. Jahrhundert die Insel beherrschten, bevor sie von muslimischen Arabern besetzt wurde. Bahrain wurde Teil eines großen, einheitlichen Staates, der fast die gesamte Arabische Halbinsel umfaßte und unter der Herrschaft des Kalifen Abu Bakr stand, dem Nachfolger des Propheten Mohammed. Ende des 9. Jahrhunderts wurde Bahrain von schiitischen Karmaten erobert, im 11. Jahrhundert erneut von den Persern. Arabische und persische Herrscher wechselten sich ab, bis 1515 auch die Portugiesen am lukrativen Perlenfischen teilnehmen wollten und die Insel eroberten. Sie mußten um 1602 erneut den persischen Safawiden weichen. In den Jahren 1782/83 übernahmen die Mitglieder der sunnitisch-islamischen Al-Khalifah-Dynastie, die von der Halbinsel Katar geflohen waren, die Herrschaft auf Bahrain (und haben sie bis heute inne). Gegen die Bedrohung durch das Persische und das Osmanische Reich unterzeichnete der Scheich von Bahrain 1820 den ersten einer Reihe von Schutzverträgen mit Großbritannien, der europäischen Großmacht, die seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts immer mehr Einfluß in der Golfregion gewann. Bahrain wurde offizielles Protektoratsgebiet, ohne daß dabei die innere Autonomie des amtierenden Emirs angetastet wurde. Für die Briten wurde die Insel ein wichtiger Flottenstützpunkt. Bis Anfang der 30er Jahre war der Handel mit Perlen wichtiger Wirtschaftsfaktor für Bahrain. Durch das Aufkommen von Zuchtperlen verlor dieser Sektor seine Bedeutung und wurde durch die Förderung und den Verkauf von Erdöl ersetzt, das seit Mitte der 20er Jahre auf Bahrain entdeckt worden war. Damit war das Land der erste Golfstaat, der Öl förderte. Mit den Einnahmen aus dem Ölgeschäft wurde in den nächsten Jahrzehnten in Bahrain das Bildungs- und Gesundheitswesen und die Infrastruktur ausgebaut. Gegen den Einfluß und die Präsenz Großbritanniens (Bahrain gehörte zu den wichtigsten militärischen Stützpunkten der europäischen Großmacht) kam es seit den 40er Jahren wiederholt zu Protesten und Unruhen unter der Bevölkerung. Gleichzeitig brachen religiöse Konflikte zwischen der Mehrheit der Schiiten und der Minderheit der Sunniten, die aber die führende Schicht des Landes darstellten, aus. 1971 wurde von Emir Isa Ibn Sulman Al-Khalifah die Unabhängigkeit des Landes proklamiert. Kurz darauf trat das Land der Arabischen Liga bei, einer 1945 in Kairo gegründeten Organisation, die die wirtschaftliche, politische und militärische Zusammenarbeit der arabischen Staaten verbessern sollte. Gleichzeitig wurden Freundschaftsverträge mit Großbritannien und den USA geschlossen. Bei den 1973 abgehaltenen Parlamentswahlen, die in der Verfassung vorgesehen waren, wurden vom Volk 30 Vertreter gewählt, diese hatten allerdings nur eine beratende Funktion. Alleiniger Inhaber der politischen Macht war der Emir. Aufgrund innenpolitischer Unruhen (Weigerung des Emirs, Gewerkschaften zuzulassen; Verfall des Ölpreises) löste Emir Isa Ibn Sulman Al-Khalifa 1975 das gewählte Parlament auf, setzte die Verfassung von 1973 außer Kraft und regierte fortan als monarchischer Herrscher. Ende der 70er Jahre verschärfte sich der erneut aufflackernde Konflikt mit dem Iran, der immer wieder Gebietsansprüche auf Bahrain erhob. Ähnliche Konflikte mit Katar führten 1986 zu kurzen militärischen Auseinandersetzungen (ab 1997 wurde dieser Konflikt mit diplomatischen Gesprächen beigelegt). Im zweiten Golfkrieg (1990/91) beteiligte sich Bahrain an der anti-irakischen Koalition, überwiegend mit finanziellen Mitteln. Der 1977 aufgelöste Stützpunkt für amerikanische Truppen auf der Insel wurde wiedereingerichtet. 1993 richtete Emir Isa Ibn Sulman Al-Khalifah einen Konsultativrat (Madjlis al-Shura) mit beratender Funktion ein und begegnete damit den massiven Forderungen nach mehr Demokratie, die vor allem vom schiitischen Teil der Bevölkerung getragen wurden, der sowohl politisch als auch sozial benachteiligt wurde. Die Unzufriedenheit der schiitischen Bevölkerung zeigte sich auch in den nächsten Jahren immer wieder durch Demonstrationen und Bombenanschläge. Zahlreiche Schiiten wurden verurteilt und inhaftiert. Emir Hamad Ibn Isa Al-Khalifah (ab März 1999) erlies eine Amnestie für politische Häftlinge und kündigte die Wiedereinsetzung einer gewählten (wenn auch weiterhin nur beratenden) Nationalversammlung für das Jahr 2004 an. Im Februar 2001 stimmten 98% der Wähler Bahrains für die Annahme einer neuen Verfassung, die eine vom Emir berufene Kommission ausgearbeitet hatte. Die Verfassung sah die Umwandlung des Emirats in eine konstitutionelle Monarchie vor, ein gewähltes Zwei-Kammern-Parlament, die Unabhängigkeit der Justiz und die politische Gleichstellung von Mann und Frau (damit ist Bahrain der erste Staat der Golfregion, der Frauen das Wahlrecht gewährt). für aktuelle Angaben siehe Basisdaten Chronik
Politisches System Bahrain ist ein Emirat mit dem Emir als Staatsoberhaupt. Seit 1782 stellt die Familie Al-Khalifah die Herrscher des Landes. Der Emir ernennt die Minister und den Regierungschef und die Mitglieder des sog. Konsultativrates, der beratende Funktion hat. Eine Verfassungsänderung vom Februar 2001 sieht eine Umwandlung des Emirats in eine konstitutionelle Monarchie sowie eine gewähltes Zwei-Kammern-Parlament vor. Erstmals sollen auch Frauen wählen dürfen. Parteien sind nicht zugelassen in Bahrain. Wirtschaft Das Emirat Bahrain gehört mit einem Pro-Kopf-Einkommen von 8600 US-Dollar zu den wohhabenden Ländern der Welt. Stützpfeiler der Wirtschaft waren bis zu Beginn des neuen Jahrtausends die Erdöl- und Erdgasvorkommen, wobei die Lagerstätten an Erdöl so gut wie erschöpft sind (Erdgas vermutlich um 2015). In den letzten Jahren wurde ein Großteil der Erlöse aus dem Erdölexport in den Aufbau einer ölunabhängigen Wirtschaft investiert. Vor allem die Industrie wurde ausgebaut und diversifiziert, Bahrain besitzt inzwischen eine moderne Aluminiumhütte und -verarbeitungsanlage, eine Raffinerie, die Öl aus Saudi-Arabien verarbeitet und eine Schiffswerft. Weiter wurde das Land internationaler Finanzplatz, Steuervergünstigungen und eine zahlungskräftige Klientel locken immer mehr ausländische Banken, Kreditinstitute und Dienstleistungsunternehmen an. Die Landwirtschaft spielt durch die Bodenbeschaffenheit und den Mangel an Wasser nur eine untergeordnete Rolle in Bahrain, rund 2% der Erwerbstätigen sind hier beschäftigt und knapp 1% des Bruttoinlandsproduktes werden hier erwirtschaftet. Wichtigste Anbauprodukte sind Gemüse, Reis, Datteln und Zitrusfrüchte. In begrenztem Umfang werden Schafe und Ziegen gehalten. Von wachsender Bedeutung ist die Fischerei. Die Grundwasservorräte Bahrains sind annähernd aufgebraucht, doch moderne Meerwasseraufbereitungsanlagen stellen die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser sicher. Eine weiterer wichtigster Wirtschaftsfaktor ist der Tourismus, nicht zuletzt wegen des im Gegensatz zum Festland angenehmeren Klimas: rund 2,5 Millionen Urlauber bescheren dem Land jährlich Einnahmen in Höhe von ca. 300 Millionen US-Dollar. Haupthandelspartner Bahrains sind Saudi-Arabien, die USA, Japan und Korea. Erdöl und Erdölprodukte haben nach wie vor den größten Anteil am Export, importiert werden vor allem Rohöl, Industrieprodukte, Maschinen und Fahrzeuge. Die Infrastruktur des Landes ist im dicht besiedelten Norden des Landes sehr gut ausgebaut. Ein 25 km langer Straßendamm verbindet die Hauptinsel Bahrain mit Saudi-Arabien. Neben dem Hafen von Manama, der bedeutender Umschlagplatz für den Handel aller Golfstaaten ist, ist der Tiefseehafen Sulman von großer Bedeutung, der Kern einer Freihandelszone ist. Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |