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Republik Albanien

Chronik

 Überblick    Basisdaten


Um 1000 v. Chr.
Die indoeuropäische Volksgruppe der Illyrer dringt in das seit etwa 6.000 Jahren besiedelte Gebiet der heutigen Balkan-Republik Albanien ein und gründet das Reich von Shkodra (heute Skutari an der Südspitze des gleichnamigen Sees).
(Albanien, das zu über zwei Dritteln aus Bergen besteht, ist mit 28.748 Quadratkilometern nur etwa ein Drittel so groß wie Österreich.)

7. Jahrhundert v. Chr.
Die Griechen gründen entlang der Küste der heutigen Republik Albanien mehrere Kolonien (u.a. Epidamnos, Apollonis, Buthroton) und vermischen sich teilweise mit den Illyrern im Hinterland, wodurch sich eine eigene illyrisch-griechische Kultur entwickelt.

Ab 358 v. Chr.
Philipp II., seit 359 König des griechischsprachigen Makedonien, unterwirft die Thraker (und die Illyrer im heutigen Albanien) und bis zu seiner Ermordung im Jahre 336 die griechischen Stadtaaten der Balkanhalbinsel. Seinem Sohn Alexander gelingt – nicht zuletzt mit Hilfe der bei den Thrakern eroberten Goldschätze – innerhalb weniger Jahre die Eroberung des Perserreiches, das sich von der heutigen Türkei bis zum heutigen Indien erstreckt, sowie Ägyptens. Das Weltreich zerfällt allerdings nach dem plötzlichen Tod Alexanders des Großen – er stirbt im Alter von erst 33 Jahren am 13. Juni 323 in Babylon am Fleckfieber – rasch wieder in Teilstaaten, da die eroberten Gebiete zum Streitobjekt zwischen Alexanders Feldherren, den „Diadochen“ (griechisch „Nachfolger“) werden. Auch das von Philipp II. auf europäischem Boden geschaffene Reich zerbricht in mehrere, sich gegenseitig bekämpfende Teilreiche und wird dadurch zur relativ leichten Beute für die ab dem 2. Jahrhundert eindringenden Römer.

167 v. Chr.
Das Gebiet der heutigen Republik Albanien wird Teil der römischen Provinz „Illyricum“, die fast den gesamten Balkan umfaßt und im 1. Jahrhundert n. Chr. in die Provinzen „Dalmatia“ und „Pannonia“ aufgeteilt wird. Die Römer gründen nicht nur zahlreiche Städte, sondern legen auch die für den Handel zwischen Ost und West bedeutende Straße „Via Egnatia“ an, die die Albanischen Alpen überquert und weiter nach Saloniki und Byzantium führt, dem späteren Konstantinopel und heutigen Istanbul.

2. Jahrhundert n. Chr.
In den Schriften des im ägyptischen Alexandria lebenden griechischen Gelehrten und Weltreisenden Claudius Ptolemaios wird erstmals der Stamm der „Albanoi“ erwähnt.

330
Der christliche Kaiser Konstantin der Große (324-337) macht das um 660 v. Chr. von den Dorern gegründete Byzantium (Byzanz) zur neuen Hauptstadt des Römischen Reiches. Er nennt die Stadt zunächst „Nova Roma“, später Konstantinopel.

Ab 17. Januar 395
Nach der Teilung des Römischen Reiches durch Kaiser Theodosius kommt das Gebiet der heutigen Republik Albanien zum Oströmischen (Byzantinischen) Reich (Hauptstadt Konstantinopel/Byzanz – heute Istanbul), das sich zunächst vom Balkan über die Kleinasiatische Halbinsel und Vorderasien (Syrien, Palästina, Insel Zypern, West-Mesopotamien) bis nach Ägypten erstreckt und sich nach dem Niedergang des Weströmischen Reiches (467) Anfang des 6. Jahrhunderts unter Kaiser Justinian sogar bis nach Italien und Spanien ausdehnt. Die Staatsgrundlagen sind römisches Recht und Verwaltung, griechische Kultur und Sprache sowie der christliche Glaube.

Ab 600
Im Zuge der Abwanderung der Slawen aus ihrer Urheimat nördlich des Karpatenbogens gelangen sie u.a. auch in das Gebiet des heutigen Albanien.

Ab 851
Das offiziell unter der Oberhoheit des Byzantinischen Reiches stehende Gebiet der heutigen Republik Albanien wird bis 1018 von den Bulgaren beherrscht.

Um 1080
Das offiziell unter der Oberhoheit des Byzantinischen Reiches stehende Gebiet der heutigen Republik Albanien wird für kurze Zeit von den Normannen (skandinavische Wikinger) besetzt, die sich auf Sizilien und in Süditalien „eingenistet“ haben.

1272
Karl I. von Anjou, seit 1265 König von Sizilien, besetzt vorübergehend das offiziell unter der Oberhoheit des Byzantinischen Reiches stehende Gebiet der heutigen Republik Albanien.

Ab 1400
Auf dem Gebiet der heutigen Republik Albanien entstehen mehrere kleine Fürstentümer, die ständig von einfallenden Serben bedroht sind.

1415
Das Gebiet der heutigen Republik Albanien wird Venedig angegliedert (bis 1417).

Ab 1443
Fürst Gjergji Castriota, genannt Skanderberg (1403-1468), eint die albanischen Fürstentümer und leistet erheblichen Widerstand gegen die immer weiter nach Westen vordringenden Osmanen (Türken).

1468
Kurz nach dem Tod von Gjergji Castriota gelingt den Türken, die bereits 1453 Konstantinopel eingenommen und als „Istanbul“ zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches gemacht haben, die Einnahme des gesamten Gebiets der heutigen Republik Albanien. Die meisten Albaner arrangieren sich mit den Türken und treten zum Islam über.

1910
Die Albaner rebellieren erstmals ernsthaft gegen die osmanische Vorherrschaft. Die Aufstände können von den türkischen Truppen nur noch mit Mühe niedergeschlagen werden.

28. November 1912
Während der Balkankriege (bis 1913) proklamiert Ismail Kemal Bey in Vlora die Unabhängigkeit Albaniens.

6. Februar 1914
Die europäischen Großmächte einigen sich auf die Ernennung von Prinz Wilhelm zu Wied zum Fürsten („Mbret“) von Albanien. Er erweist sich aber als unfähig und muß das Land nach einem Volksaufstand bereits im September wieder verlassen.

Ab 1914
Das Gebiet der heutigen Republik Albanien wird im Verlauf des Ersten Weltkriegs von verschiedenen Besatzungsarmeen beherrscht, u.a. Serben, Griechen und zuletzt Italiener.

28. Januar 1920
Der Völkerbund bestätigt die Souveränität Albaniens. Italien muß seine Truppen abziehen.

31. Januar 1925
Nach jahrelangen Machtkämpfen übernimmt der von Serbien unterstützte Großgrundbesitzer Ahmed Zogu die Führung des Landes und proklamiert die Republik Albanien, die derzeit rund 800.000 Einwohner zählt. Hauptstadt ist Tirana.

1926
Der autoritär regierende Ahmed Zogu gewährt Italien eine Aktienmehrheit an der neuen albanischen Nationalbank und verpfändet gegen eine Anleihe alle Zoll- und Monopoleinnahmen an eine italienische Staatsgesellschaft, die sofort mit der Förderung der Bodenschätze (Erze, Erdöl) beginnt. Dadurch wird Albanien faktisch italienisches Protektorat.

1. September 1928
Diktator Achmed Zogu erklärt sich zum König von Albanien. Für den Aufbau einer nationalen Ökonomie bzw. Industrie unternimmt er nichts - die italienischen Anleihen werden verkonsumiert statt investiert.

1932
Albanien kann die italienischen Kredite nicht mehr fristgerecht tilgen. Italien erzwingt mit einem „Flottenmanöver“ vor der albanischen Küste nun nicht nur das völlige Monopol für alle albanischen Exporte, sondern auch die Zulassung italienischer „Berater“ in allen albanischen Behörden und in der albanischen Armee.

7. April 1939
Das Königreich Albanien wird von italienischen Truppen besetzt und am 12. April zur Personalunion mit Italien vereint. Viktor Emanuel III. von Italien ist somit gleichzeitig König von Albanien. König Zogu I. gelingt die Flucht ins Ausland. Die entstehenden Widerstandsbewegungen gegen die Besatzungsmacht geraten zunehmend unter kommunistischen Einfluß.

Oktober 1943
Das Königreich Albanien wird nach der Kapitulation Italiens (8. September) von deutschen Truppen besetzt.

November 1944
Unter der Führung des 36jährigen, eng mit dem jugoslawischen Partisanen Tito zusammenarbeitenden Enver Hoxha (Hodscha) - er hatte kurz zuvor die Kommunistische Partei gegründet - gelingt den albanischen Widerstandskämpfern die Vertreibung der Besatzungstruppen. Hoxha wird Chef einer sowohl von der UdSSR als auch von Großbritannien und den USA anerkannten Regierung und beginnt mit dem Aufbau einer sozialistischen Volksrepublik nach sowjetischem Vorbild (Enteignung der Großgrundbesitzer und des italienischen Eigentums, Kollektivierung der Landwirtschaft usw.).

10. Januar 1946
Omer Nishani wird offizielles Staatsoberhaupt der „Volksrepublik Albanien“. Eigentlicher Machthaber ist jedoch Regierungs- und Parteichef Enver Hoxha, der eine Zoll- und Währungsunion mit Jugoslawien eingeht.

1949
Nach dem Bruch Jugoslawiens mit der UdSSR beendet Enver Hoxha die Beziehungen zu Jugoslawien.
Die Kommunistische Partei wird in „Albanische Arbeiterpartei“ umbenannt.

14. Mai 1955
Als Gegengewicht zum westlichen Verteidigungsbündnis NATO (North Atlantic Treaty Organization) gründet die UdSSR (kurz nach dem Betritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO) mit den in ihrem Machtbereich befindlichen Volksdemokratien den „Warschauer Pakt“ (Polen, Tschechoslowakei, DDR, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien).

10. Dezember 1961
Nachdem sich die Beziehungen zur UdSSR aufgrund der dortigen „Ent-Stalinisierung“ erheblich verschlechtert haben, bricht Albaniens Diktator Enver Hoxha mit der Sowjetunion und schlägt sich auf die Seite der VR China. Mit chinesischer Entwicklungshilfe wird in Albanien, das noch immer das rückständigste Land Europas ist, die staatlich gelenkte Wirtschaft (Schwerindustrie, Landwirtschaft) aufgebaut.

Ab 1967
In Albanien wird jegliche religiöse Betätigung strengstens verboten. Alle Kirchen und Moscheen werden zerstört oder zweckentfremdet, die katholischen, orthodoxen oder moslemsichen Geistlichen interniert.
In den folgenden Jahren kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit dem nördlichen Nachbarn Jugoslawien wegen der Provinz Kosovo, in der die Mehrheit der Bevölkerung Albaner sind. (Albanien hat rund 3,4 Millionen Einwohner, wovon etwa 98 Prozent ethnische Albaner sind; über 3 Millionen Albaner leben jedoch im Ausland, davon etwa 2,5 Millionen im Kosovo, in Makedonien und Montenegro, der Rest in Süditalien und Griechenland.)

20. August 1968
Der Reformsozialismus in der CSSR („Prager Frühling“) wird durch den Einmarsch einer 400.000 Mann starken Warschauer-Pakt-Truppe (UdSSR, DDR, Polen, Ungarn, Bulgarien) in der Tschechoslowakei beendet. Rumänien beteiligt sich nicht an der Intervention, und Albanien, das den Einmarsch verurteilt, tritt aus dem Verteidungsbündnis aus.

Ab 1978
Aufgrund des sich anbahnenden pragmatischen Kurses Pekings bricht Albaniens Diktator Enver Hoxha nun auch noch mit der VR China und betreibt eine völlige Isolations-Politik.

13. April 1985
Nach dem Tod von Enver Hoxha (11.4.) übernimmt der 60jährige Ramiz Alia die Macht in Albanien. Er leitet eine vorsichtige Öffnung zu den westlichen Industrieländern ein.

1986
Mit Fertigstellung der Eisenbahnlinie vom montenegrinischen Titograd (Podgorica) nach Skutari ist Albanien an das europäische Eisenbahnnetz angeschlossen.

1989
Aufgrund der politischen Veränderungen in den sozialistischen Staaten Osteuropas sowie der katastrophalen Wirtschaftslage Albaniens kommt es zu massiven Unruhen, die Ramiz Alia zur Einleitung demokratischer Reformen und zur Teilprivatisierung der Landwirtschaft zwingen.

11. Dezember 1990
In Albanien wird das seit 1967 bestehende Religionsverbot aufgehoben. Zudem muß die Kommunistische Partei der Arbeit unter dem Druck anhaltender Studentenproteste ihren absoluten Führungsanspruch aufgeben und die Bildung neuer Parteien zulassen.

31. März 1991
Die ersten freien Wahlen in Albanien gewinnt die Sozialistische Partei (ehemalige Kommunisten). Die neue Regierung muß aber nach einem Generalstreik zurücktreten.

22. März 1992
In Albanien gewinnt die Demokratische Partei bei den wiederholten Parlamentswahlen die absolute Mehrheit. Der letzte kommunistische Staatschef Albaniens, Ramiz Alia, wird wegen Veruntreuung von Staatsvermögen unter Arrest gestellt. Das neue albanische Staatsoberhaupt Sali Berisha und Regierungschef Alexander Meksi wollen mit Hilfe der westlichen Industriestaaten die katastrophale Wirtschaftslage verbessern. Immer wieder versuchen tausende Albaner illegal über die Adria nach Italien zu gelangen, um so der Not in der Heimat zu entkommen.

Juni 1992
Die Türkei und Albanien unterzeichnen ein Sicherheits- und Wirtschaftsbündnis.

1993
Albanien und Bulgarien unterzeichnen einen Freundschafts- und Kooperationsvertrag.
Albanien und die Türkei schließen ein Militärabkommen.
Der Konflikt mit Serbien spitzt sich wegen der Unterdrückung der Kosovo-Albaner zu, und auch die Beziehungen zu Makedonien und Griechenland verschlechtern sich zunehmend. Griechenland beginnt mit der Abschiebung illegaler albanischer Einwanderer.

1996
Viele Albaner wollen der Armut entfliehen und beginnen, mit Heroin zu handeln, das sie zumeist aus der Türkei in die Schweiz schmuggeln. Nicht wenige werden reich damit, andere landen im Gefängnis oder werden selbst drogenabhängig.

22. März 1996
Konstantinos Stephanopoulos besucht als erstes griechisches Staatsoberhaupt Albanien und unterzeichnet in Tirana einen albanisch-griechischen Freundschafts- und Kooperationsvertrag, der die Normalisierung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern einleitet. U.a. wird auch ein Saisonarbeiterstatut vereinbart, der den Status der in Griechenland bisher größtenteils illegal lebenden und arbeitenden Albaner regelt.

Mitte Januar 1997
Nach mehreren Bankpleiten kommt es in verschiedenen Städten Albaniens zu Krawallen. Die wütenden Menschen, die sich um ihre Ersparnisse gebracht sehen und die Regierung unter Sali Berisha beschuldigen, sie nicht rechtzeitig gewarnt zu haben, verwüsten öffentliche Gebäude und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei, wobei es zu zahlreichen Verletzten kommt.

Februar 1997
In der Küstenstadt Vlora kommt es infolge des Finanzskandals zu schweren Unruhen.

2. März 1997
Das albanische Parlament verhängt wegen des drohenden Bürgerkriegs den Ausnahmezustand über das Land, und Präsident Sali Berisha kündigt den Rücktritt der Regierung von Premierminister Aleksander Meksi an.
Der internationale Flughafen in Rinas muß wegen der schweren Unruhen geschlossen werden.

3. März 1997
Trotz des drohenden Bürgerkriegs in Albanien läßt sich Sali Berisha für weitere fünf Jahre im Amt des Staatspräsidenten bestätigen.

6. März 1997
Präsident Sali Berisha und Vertreter der Opposition vereinbaren nach tagelangen Militäroffensiven gegen die Aufständischen im Süden Albaniens eine Aussetzung der Aktionen für zwei Tage, um den Rebellen die Möglichkeit zur Rückgabe ihrer Waffen zu geben. Im Gegenzug wird den Aufständischen eine Generalamnestie zugesagt.

9. März 1997
Präsident Sali Berisha, seine bisher alleinregierende Demokratische Partei und die wichtigsten Oppositionsparteien einigen sich auf eine Übergangsregierung und Neuwahlen Ende Mai 1997. Trotzdem nehmen die Rebellen im Süden Albaniens weitere Städte ein und plündern die dortigen Waffenlager des Militärs.

11. März 1997
Die Rebellen, die nach wie vor die Abgabe der Waffen verweigern, kontrollieren inzwischen ein Drittel Albaniens und rücken erstmals in den Norden des Landes vor. Wegen der drohenden Gefahr eines offenen Bürgerkriegs beginnen Italien, Deutschland, Großbritannien und die USA mit der Evakuierung ihrer in Albanien lebenden Staatsbürger.

13. März 1997
Die Ordnung in Albanien ist vollkommen zusammengebrochen; es herrschen Chaos und Anarchie, und die neue albanische Regierung der „Nationalen Versöhnung“ bittet die Westeuropäische Union um sofortige Militärintervention. Tausende von Albaner flüchten in Panik auf alten Fischerkähnen und vom Rost zerfressenen Kriegsschiffen über die Adria nach Italien, das sie zwar aus humanitären Gründen vorerst in Notunterkünften aufnimmt, jedoch kein Dauerasyl gewähren will.

14. März 1997
Bei Schießereien kommen in Albanien, das im Chaos versinkt, über 100 Menschen ums Leben. Die Rebellen stürmen und verwüsten zahlreiche öffentliche Gebäude in nordalbanischen Städten.
Deutsche Bundeswehrhubschrauber evakuieren mit einer bis zuletzt geheimgehaltenen und dramatischen Rettungsaktion 100 Deutsche und Angehörige anderer Nationen aus Tirana.
Die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) unternimmt erneut einen Vermittlungsversuch; zu diesem Zweck treffen sich der OSZE-Albanienbeauftrage, der ehemalige österreichische Bundeskanzler Franz Vranitzky, der neue albanische Regierungschef Bashkim Fino und erstmals auch Vertreter der Rebellen zu Verhandlungen auf einem Schiff der italienischen Marine vor der albanischen Küste.

20. März 1997
Der Flughafen in Rinas wird wieder geöffnet, und die italienische Luftwaffe bringt rund sechs Tonnen medizinische Hilfsgüter nach Tirana; gleichzeitig landet ein erstes italienisches Ärzteteam in Vlora im Süden des Landes, wo die Aufständischen nach wie vor den Rücktritt von Staatspräsident Sali Berisha fordern.

22. März 1997
Präsident Sali Berisha bekundet erneut, daß er der Rücktritts-Aufforderung großer Teile der Bevölkerung nicht Folge leisten wird.
Währenddessen hält die Flüchtlingswelle nach Italien, wo inzwischen rund 11.000 Albaner eingetroffen sind, unvermindert an. In ganz Albanien wird die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten knapp. Hubschrauber der italienischen Luftwaffe fliegen erste Hilfslieferungen, vor allem Medikamente nach Albanien. Eine großangelegte EU-Hilfe ist jedoch erst möglich, wenn die Sicherheit der Transporte und die Verteilung von Hilfsgütern ausreichend gewährleistet ist.

24. März 1997
Um den Flüchtlingsstrom aus Albanien zu stoppen, kreuzen vor der albanischen Küste mit Genehmigung des albanischen Ministerpräsidenten Bashkim Fino italienische Kriegsschiffe. Italien, das bisher über 12.000 albanische Flüchtlinge aufgenommen hat, schickt die in Süditalien ankommenden Flüchtlingsschiffe ab sofort umgehend nach Albanien zurück; die Schiffe sollen bereits in der Adria abgefangen und am Einlaufen in Brindisi und den übrigen Adriahäfen gehindert werden. Nachdem ein italienisches Küstenwachschiff ein Flüchtlingsschiff zur Umkehr auffordert, eröffnen die Flüchtlinge das Feuer.
Albaniens Ministerpräsident Bashkim Fino trifft in Rom zu Gesprächen mit seinem italienischen Kollegen Romano Prodi ein.

28. März 1997
In Wien beschließt der Ständige Rat der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), man werde zum Schutz internationaler Hilfslieferungen bis zu 5.000 Soldaten nach Albanien senden, sobald der Weltsicherheitsrat dazu das Mandat erteilt.
Beim Zusammenstoß eines italienischen Kriegsschiffes mit einem albanischen Flüchtlingskutter kommen 89 Albaner ums Leben.

11. April 1997
Erste Soldaten der internationalen Schutztruppe, die im Auftrag der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) für die Absicherung der geplanten Hilfslieferungen und für die Wiederherstellung der Ordnung in Albanien sorgen sollen, treffen in Albanien ein.

13. April 1997
Leka Zogu, der 58jährige Sohn des ehemaligen albanischen Königs Zogu I., der um eine Wiedereinführung der Monarchie bemüht ist, kehrt mit Genehmigung der Übergangsregierung nach Albanien zurück (er reiste bisher mit einem Diplomatenpaß durch die Lande und lebte zuletzt in Südafrika) und wird in Tirana von einer jubelnden Menge begrüßt. Der fast zwei Meter große Leka Zogu kündigt an, er wolle die von Albanern bewohnten Regionen Ex-Jugoslawiens in das Mutterland integrieren, unterstütze aber den Plan der Übergangsregierung und des Präsidenten Sali Berisha zur Abhaltung einer Volksabstimmung über die künftige Staatsform. Eine konstitutionelle Monarchie lehne er allerdings ab; sein großes Vorbild sei König Hussein von Jordanien.

15. April 1997
Die auf 90 Tage begrenzte internationale Militäroperation „Alba“ (Morgengrauen) beginnt: Zum Schutz der humanitären Hilfe für Albanien treffen 450 französische, 200 italienische und 350 spanische Soldaten in dem Balkanland ein und werden von der albanischen Übergangsregierung willkommen geheißen. Insgesamt sollen sich rund 6.000 Soldaten aus acht Ländern an dem Einsatz beteiligen, wovon Italien mit 2.500 Mann das größte Kontingent stellen wird.

17. April 1997
Die beiden großen albanischen Parteien (Demokraten und Sozialisten) einigen sich auf den 29. Juni als Termin für vorgezogene Parlamentswahlen, die jedoch wegen der großen privaten Waffenarsenale im Lande extrem gefährdet sind.

4. Juni 1997
Präsident Sali Berisha entgeht bei einer Wahlkampfveranstaltung im Süden Albaniens nur knapp einem Bombenanschlag.

15. Juni 1997
Bei privaten oder politisch motivierten Streitigkeiten werden in Albanien immer wieder Menschen mit den Waffen erschossen, die man vor Monaten aus Polizei- und Militärdepots gestohlen hatte. Innerhalb einer Woche sind in verschiedenen Dörfern mindestens 60 Menschen bei Schießereien ums Leben gekommen.

27. Juni 1997
Kurz vor Beginn der Parlamentswahl entgeht Präsident Sali Berisha einem erneuten Attentat nur knapp: Bei einer Wahlkampfsveranstaltung in Lushnja werden aus der Menge mehrere Schüsse auf ihn abgegeben, wobei einer seiner Leibwächter getötet wird.

1. Juli 1997
Aus der vorgezogenen Parlamentswahl in Albanien geht die Sozialistische Partei unter Fatos Nano als Sieger hervor. Präsident Sali Berisha von der Demokratischen Partei gesteht seine Niederlage ein und verspricht, das Wahlergebnis zu respektieren. Daraufhin verlassen einige seiner engsten Mitarbeiter und Vertrauten aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen und drohenden Gerichtsverfahren wegen Amtsmißbrauchs fluchtartig das Land, darunter auch Vize-Innenminister und Landespolizeichef Agim Shehu. Andere, darunter der berüchtige Geheimdienstchef Bashkim Gazidede und Innnenminister Belul Cela, hatten sich bereits vor einigen Wochen ins Ausland abgesetzt.

3. Juli 1997
Nachdem sich nur etwa ein Drittel der albanischen Bevölkerung bei dem während der Parlamentswahlen durchgeführten Referendum hinsichtlich der Staatsform für die Wiedereinführung der Monarchie in Albanien ausgesprochen haben, werfen die Anhänger des selbsternannten albanischen „Königs“ Leka Zogu den siegreichen Sozialisten „Stimmenraub“ vor.

23. Juli 1997
Der albanische Präsident Sali Berisha, dessen Demokratische Partei bei den Wahlen im Juni schwere Verluste hinnehmen mußte, tritt unmittelbar vor der Konstituierung des neugewählten Parlaments zurück. Er will sein Abgeordnetenamt annehmen und Oppositionsführer im neuen Parlament werden. Gleichzeitig nominiert die siegreiche Sozialistische Partei ihren Führer Fatos Nano für das Amt des Ministerpräsidenten.

24. Juli 1997
Das albanische Parlament wählt den 53jährigen Generalsekretär der Sozialistischen Partei Rexhep Mejdani (Physiker und Mathematikprofessor) zum neuen Staatspräsidenten.

12. August 1997
Nach Ablauf des UN-Mandats verlassen die letzten Soldaten der unter italienischem Kommando stehenden internationalen Schutztruppe Albanien.

September 1997
Der albanische Regierungschef Fatos Nano schließt in Brüssel einen Partnerschaftsvertrag mit der NATO, die sich an dem Wiederaufbau einer albanischen Armee beteiligen will.

3. November 1997
Mit dem Ziel, die Spannungen zwischen ihren Staaten abzubauen und die Wirtschaftsbeziehungen zu fördern, kommen auf der griechischen Insel Kreta die Staats- und Regierungschef der sieben Balkanländer Griechenland, Türkei, Bulgarien, Albanien, Makedonien, Rumänien und Jugoslawien (Serbien und Montenegro) zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammen; Bosnien-Herzegowina entsendet nur seinen Vize-Außenminister zu den Gesprächen, und Kroatien sowie Slowenien schicken überhaupt keinen Vertreter nach Heraklion, da sie sich nicht als Balkanstaaten betrachten.

Mitte November 1997
Zwei Boote mit insgesamt 17 Flüchtlingen aus Albanien geraten 22 bzw. 30 Seemeilen vor der italienischen Küste in Seenot. 16 Schiffbrüchige werden von italienischen Rettungsmannschaften lebend geborgen, für 21 Menschen jedoch kommt jede Hilfe zu spät.

1. Januar 1998
Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von derzeit etwa 520 US-Dollar ist Albanien noch immer das ärmste und unterentwickelteste Land Europas. Die Regierung steht vor nahezu unlösbaren Problemen: Die Wirtschaft muß modernisiert und die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Der Export hängt vom Abbau der Bodenschätze wie Chrom-, Nickel-, Kupfer- und Kobalterze sowie Braunkohle und der Förderung von Erdöl und Erdgas ab. Doch für den Übergang zur Marktwirtschaft fehlt landesweit die notwendige Infrastruktur. Zudem scheitern die meisten Reformversuche am Widerstand der weiterhin bestehenden mafiosen Strukturen. Hinzu kommt noch, daß im Zuge der sich dramatisch zuspitzenden Kosovo-Krise Zigtausende von Kosovo-Albanern auf der Flucht vor serbischen Militärs nach Albanien drängen und sich die Guerilleros der Separatistenbewegung „Befreiungsarmee des Kosovo“ (UÇK) über die „grüne Grenze“ zu Albanien bei dessen Bevölkerung mit aus Depots der albanischen Armee gestohlenen Waffen versorgen. Um nicht selbst in einen militärischen Konflikt mit Serbien verwickelt zu werden, fordert die Regierung in Tirana die NATO zur Intervention auf.

Mitte Juni 1998
Makedonien läßt, zusammen mit Albanien, die NATO ein Kampfflugzeug-Manöver entlang der Grenze zu Jugoslawien abhalten, das die Bereitschaft der NATO zur Intervention in den Kosovo-Konflikt demonstrieren soll.

Mitte August 1998
In Albanien findet ein NATO-Manöver unter Beteiligung von rund 1.500 Soldaten aus ingesamt vierzehn Ländern statt. Neben elf NATO-Staaten haben auch Rußland und Litauen sowie Albanien selbst als Teilnehmer am NATO-Programm „Partnerschaft für den Frieden“ Truppen abgestellt.

12. September 1998
Azem Hajdari, ein führender Politiker der oppositionellen „Demokratischen Partei Albaniens“ (PDS) und enger Vertrauter des Ex-Präsidenten Sali Berisha, wird ermordet. Sali Berisha und seine Anhänger beschuldigen daraufhin die regierenden Sozialisten des Mordes und stürmen und verwüsten in Tirana unter Führung Berishas mit Waffengewalt den Amtssitz von Regierungschef Fatos Nano, das Parlamentsgebäude und den staatlichen Fernsehsender. Die Regierung beschuldigt Berisha daraufhin des versuchten Staatsstreichs.

14. September 1998
Nachdem die albanischen Regierungstruppen den verwüsteten Amtssitz des Ministerpräsidenten Fatos Nano und das Parlament sowie den staatlichen Fernsehsender wieder unter ihre Kontrolle gebracht haben, liefern sich Spezialeinheiten der Polizei Gefechte mit den Anhängern von Oppositionsführer Sali Berisha. Dabei werden mindestens drei Menschen getötet und weitere 20 verletzt.

28. September 1998
Zwei Wochen nach Beginn neuer schwerer Unruhen in Albanien tritt der sozialistische Regierungschef Fatos Nano zurück. Das Parlament wählt den erst 30jährigen Pandeli Majko, ebenfalls Mitglied der „Sozialistischen Partei Albaniens“ (PSS), zu seinem Nachfolger. Damit hat Ex-Präsident Sali Berisha sein Ziel, die Sozialisten zu stürzen, verfehlt.

23. Oktober 1998
In Nordalbanien wird Sali Haxhia, ein Politiker der regierenden Sozialistischen Partei (PS), erschossen.

1. Dezember 1998
In Albanien tritt die erste, vom Parlament im Oktober verabschiedete und im November per Volksabstimmung gebilligte demokratische Verfassung in Kraft.

1. April 1999
Angesichts einer neuen massiven Flüchtlingswelle aus der jugoslawischen Provinz Kosovo seit Beginn der NATO-Luftangriffe gegen militärische Ziele in Jugoslawien ruft Regierungschef Pandeli Majko die westlichen Industrieländer und internationale Hilfsorganisationen auf, Albanien zu unterstützen und damit eine humanitäre Katastrophe zu verhindern.

2. April 1999
Die NATO-Staaten beginnen mit einer groß angelegten Hilfsaktion zur Linderung der Not der nach Makedonien und Albanien fliehenden Kosovo-Albaner, deren Zahl sich allmählich der Millionengrenze nähere. Flugzeuge mit Hilfsgütern (Zelte, Decken, Lebensmittel, Medikamente usw.) landen nicht nur in Albanien und Makedonien, sondern auch in Griechenland, wo man sich inzwischen ebenfalls auf einen Flüchtlingsstrom einstellt und Auffanglager errichtet.

5. April 1999
US-Präsident Bill Clinton kündigt die Entsendung von mehreren tausend NATO-Soldaten nach Albanien an. Die Truppe soll das Land vor einem Angriff der jugoslawischen Armee schützen sowie die humanitäre Hilfe für die Kosovo-Flüchtlinge unterstützen.

13. April 1999
Serbische Truppen dringen auf albanisches Staatsgebiet vor und stecken ein Dorf in Brand, ziehen sich jedoch unmittelbar danach wieder auf jugoslawisches Territorium zurück. Für „Jugoslawien-Experten“ kommt diese Aktion nicht überraschend, da das unzugängliche, gebirgige Grenzgebiet zwischen Albanien und der jugoslawischen Provinz Kosovo der Kosovo-Befreiungsarme UÇK seit langem als Rückzugs- und Aufmarschregion dient. In Albanien ist die NATO derzeit dabei, eine rund 8.000 Mann starke Truppe zu stationieren, die dort die humanitäre Hilfe für die Kosovo-Flüchtlinge unterstützen und zum Schutz des Landes dienen soll. Zudem haben die Amerikaner mittlerweile damit begonnen, 24 nach Tirana eingeflogene, zerlegte „Apache“-Kampfhubschrauber für Einsätze gegen serbische Bodentruppen startklar zu machen.

25. April 1999
Die USA beschließen eine weitere Verstärkung ihrer Landstreitkräfte in Albanien sowie die Entsendung zusätzlicher Panzer und Artillerie an die jugoslawisch-albanische Grenze.
Die albanische Regierung in Tirana erklärt erneut ihre Bereitschaft, NATO-Bodentruppen für Interventionen in der jugoslawischen Krisenprovinz Kosovo auf albanischem Staatsterritorium zu dulden. (Im Gegensatz zur albanischen Zivilbevölkerung, die sich 1997 bei Plünderungen von Polizei- und Militärdepots mit Waffen versorgt hat und nach wie vor nicht bereit ist, diese abzuliefern, verfügen die albanischen Sicherheitskräfte sowie das albanische Militär nur über sehr wenig Waffen und Munition. Albanien ist somit nicht in der Lage, seine Grenzen selbst zu verteidigen.)

28. Mai 1999
Ein schwerbewaffneter Albaner entführt in der Nähe von Thessaloniki einen Überlandbus und fordert 50 Millionen Drachmen (rund 150.000 Euro) sowie freie Fahrt nach Albanien. Bis auf acht Personen läßt er alle Insassen noch in Griechenland aussteigen. Nach 20 Stunden Irrfahrt endet die Bus-Entführung in Mittelalbanien blutig: Die albanische Polizei stürmt in der Nähe der Stadt Elbasan das Fahrzeug und erschießt den 24jährigen Kidnapper sowie eine der Geiseln. Das albanische Innenministerium gibt später an, daß der Täter die Geisel erschoß und dann sich selbst tötete. Diese Darstellung wird jedoch von Fernsehbildern widerlegt.

1. Juli 1999
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR beginnt mit der organisierten Rückführung der noch in Makedonien und Albanien verbliebenen rund 400.000 kosovo-albanischen Flüchtlinge in ihre Heimat.

25. Oktober 1999
Der seit September 1998 amtierende Regierungschef Pandeli Majko tritt nach Streitigkeiten innerhalb seiner PSS (Sozialistische Partei Albaniens) zurück. Nachfolger wird sein bisheriger Stellvertreter, Ilir Meta, der mit erst 30 Jahren der jüngste Regierungschef Europas ist.

15. Januar 2000
Der albanische Regierungschef Ilir Meta entläßt zwei Minister wegen Korruption.

19. Mai 2000
Die Außenminister der osteuropäischen Staaten Albanien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Makedonien, Rumänien, Slowakei und Slowenien fordern während eines Treffens in der litauischen Hauptstadt Wilna die NATO auf, ihren Staaten bis zum Jahr 2002 eine Einladung zur Aufnahme in das westliche Militärbündnis auszusprechen.

31. Dezember 2000
Dank direkter Förderung durch die westlichen Industriestaaten kann Albanien ein beträchtliches Witschaftswachstum von rund fünf Prozent des Bruttosozialprodukts verzeichnen. Trotzdem leben noch immer etwa 25 Prozent der Bevölkerung in bitterster Armut.

1. April 2001
Staatspräsident Rexhep Mejdani und Regierungschef Ilir Meta distanzieren sich (zum wiederholten Male) von den gewaltsamen Aktionen albanischer Separatisten in Jugoslawien und Makedonien. Das Ziel albanischer Politik sei nicht die Schaffung eines Großalbanien, sondern innenpolitische Stabilisierung und Wirtschaftswachstum eines Albanien innerhalb der bestehenden Grenzen.

24. Juni 2001
Die erste Runde zur Neuwahl des Parlaments verläuft bis auf kleinere Zwischenfälle ruhig. Vorsichtshalber waren die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die seit 1997 in Albanien regierende Sozialistische Partei (PSS) erringt 45 der 100 zur Wahl stehenden Mandate. Die oppositionelle Demokratische Partei (PDS) von Ex-Präsident Sali Berisha wirft den Sozialisten Wahlbetrug vor und droht, das Wahlergebnis nicht anzuerkennen. Internationale Beobachter bezeichnen die Wahl jedoch als ordnungsgemäß.

8. Juli 2001
Nach der zweiten Runde zur Neuwahl des Parlaments erklärt sich die seit 1997 in Albanien regierende Sozialistische Partei (PSS) mit insgesamt 73 von 140 Sitzen zur Siegerin (1997: 101 von 155). Die oppositionelle Demokratische Partei (PDS) von Ex-Präsident Sali Berisha kommt im Bündnis mit zwei weiteren Parteien auf 46 Sitze (1997: 29). Sie wirft den Sozialisten „massiven“ Wahlbetrug vor und kündigt Klage vor dem Europäischn Gerichtshof an, obwohl internationale Beobachter die Wahlen als ordnungsgemäß bezeichnen.

27. Januar 2002
Im Zenrum der Hauptstadt Tirana wird eine neue katholische Kathedrale geweiht. Während der kommunistischen Diktatur von Enver Hoxha, der Albanien 1967 zum ersten atheistischen Staat der Welt erklärt hatte, waren alle Kirchen und Moscheen zerstört oder zweckentfremdet und die katholischen, orthodoxen oder moslemischen Geistlichen interniert worden. Die Kathedrale in der nordalbanischen Stadt Shkodra z.B. wurde als Kino und Turnhalle genutzt. Nach dem Fall des Kommunismus Ende 1990 erhielt die katholische Kirche das Gotteshaus zurück. Papst Johannes Paul II. zelebrierte bei seinem Besuch in Albanien im April 1994 dort eine Messe. Nach dem Islam, zu dem sich formal etwa zwei Drittel der Bevölkerung Albaniens bekennen, ist der Katholizismus, dem etwa fünfzehn Prozent der Albaner anhängen, noch vor der Orthodoxie die zweitstärkste Religion.

29. Januar 2002
Der seit Oktober 1999 amtierende albanische Regierungschef Ilir Meta tritt zurück und zieht damit die Konsequenzen aus dem seit Monaten währenden Machtkampf innerhalb seiner PSS (Sozialistische Partei Albaniens) mit dem früheren Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Fatos Nano (Juli 1997-September 1998). Hintergrund ist der Versuch Nanos, die zwischen seinem konservativen Parteiflügel und den meist jungen Reformern um Meta gespaltene Partei wieder vollständig hinter sich zu bringen.
Am 8. Februar wird der 35jährige Verteidigungsminister Pandeli Majko von Präsident Rexhep Mejdani mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt, nachdem dieser vom Vorstand der Sozialisten mit 65 zu 37 Stimmen als Kandidat nominiert worden war. Majko, der Vorgänger Metas im Amt des Ministerpräsidenten (Oktober 1998 bis Oktober 1999), konnte sich damit klar gegen die von Nano favorisierte Handelsministerin Meksi durchsetzen.

24. Juli 2002
Der 72jährige parteilose Alfred Moisiu (General a.D.), am 24. Juni vom Parlament in Tirana als Nachfolger von Rexhep Mejdani, dessen Amtszeit nach fünf Jahren endet, zum neuen Staatspräsidenten von Albanien gewählt, wird vereidigt. Neuer Ministerpräsident wird Fatos Nano (PSS/Sozialistische Partei Albaniens), der bereits von Juli 1997 bis September 1998 das Amt des Regierungschefs innehatte.

 Quelle: Areion Weltalamanach


 Literatur zu Albanien...



Ramiz Alia
Politiker, Staatschef von Albanien (1985-92)
geboren: 18.10.1925 (Shkoder)
Literatur...



Sali Berisha
Mediziner, Politiker, Staatspräsident von Albanien (1992-97)
geboren: 11.07.1944 (Tropojë)
Literatur...



Enver Hoxha
Politiker, Parteichef (1944-85)
geboren: 16.10.1908 (Gjirokaster)
gestorben: 11.04.1985 (Tirana)
Literatur...



Ismail Kadare
Schriftsteller
geboren: 27.01.1936 (Gjirokastra)
Der General der toten Armee - Roman (1963 (deutsch: 1973)); Der zerrissene April - Roman (deutsch: 2001); Die Brücke mit den drei Bögen - Roman (deutsch: 2002); Palast der Träume - Roman (deutsch. 2003)
Literatur...



Rexhep Mejdani
Politiker, Staatspräsident von Albanien (seit 1997)
geboren: 17.08.1944
Literatur...


 Quelle: Areion Weltalamanach



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