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Demokratische Bundesrepublik ÄthiopienChronik Überblick Basisdaten
Ab 400 v. Chr. Aus Südarabien stammende semitische Einwanderer gelangen über das Rote Meer nach Ostafrika, lassen sich im Küstengebiet der heutigen Staaten Äthiopien, Eritrea und Dschibuti nieder, wo sie die bereits seit Jahrtausenden dort lebenden negroiden Volksstämme allmählich unterwerfen bzw. ins Landesinnere abdrängen und im 1. Jh. n. Chr. ein Königreich gründen. Hauptstadt des Reiches, das um 600 seine Blütezeit erlebt, ist Aksum im heutigen Nord-Äthiopien. 350 n. Chr. Der aksumitische König Ezana wird von syrischen Mönchen zum christlichen Glauben bekehrt und macht das koptische Christentum zur Staatsreligion seines Reiches. Etwa gleichzeitig gelingt ihm die Unterwerfung des nubischen Königreiches Kusch (heute Sudan). Ab 17. Januar 395 Die Aksumiten unterhalten nach der Teilung des Römischen Reiches enge Beziehungen zum christlichen Byzantinischen Reich. Dadurch gelangt Aksum zu großem Reichtum, und die Kaufleute weiten den Handel bis nach West- und Mitteleuropa aus. Ab 521 Das Königreich Aksum beherrscht bis 575 auch Südarabien (Jemen). Ab 640 Die moslemischen Araber beginnen mit der Eroberung Nordafrikas. Dadurch breitet sich der Islam rasch nach Süden aus. Das christliche Aksum gerät in die Isolation, wird jedoch nicht erobert. Ab 700 Die Araber besetzen die Küstengebiete der heutigen Staaten Eritrea und Dschibuti, und die Aksumiten müssen sich ins Hinterland zurückziehen. Um 1050 Die ebenfalls christlichen Salomoniden – sie berufen sich auf die direkte Abstammung von Menilek I., einem angeblichen Sohn von König Salomo und der Königin von Saba, der um 1000 v. Chr. der Begründer des Äthiopischen Reiches gewesen sein soll – erobern Aksum, dehnen ihre Macht nach und nach über ganz Abessinien (alte Bezeichnung für Äthiopien) aus und erheben das Amharische zur offiziellen Landessprache. 1500 Auf der Suche nach dem legendären Christenreich inmitten einer islamischen Welt, gelingt es portugiesischen Seefahrern, Abessinien zu finden. 1543 Durch die Unterstützung der Portugiesen gelingt es Negus (Kaiser) Atse Lebna Dengel, den Eroberungsfeldzug der von der Küste (heute Eritrea und Dschibuti) vordringenden Osmanen (Türken) zu stoppen. Gleichzeitig versuchen die Jesuiten, das äthiopische Volk zum Katholizismus zu bekehren. 1632 Die Jesuiten werden des Landes verwiesen, und Kaiser Fasilidas – er regiert Äthiopien bis 1667 und gründet die neue Hauptstadt Condar nördlich des Tanasees – schließt die Landesgrenzen für Europäer. Ab 1700 Das Äthiopische Kaiserreich zerfällt nach und nach in zahlreiche kleine unabhängige Fürstentümer. Ab 11. Februar 1855 Kaiser Tewodros II. (Theodorus) gelingt es, die vielen äthiopischen Fürstentümer wieder zu einem Großreich zu vereinen. Er modernisiert die Armee, versucht, die Sklaverei abzuschaffen und nimmt wieder Beziehungen zu Europa auf. Die Bergfestung Magdala (heute Mekele) wird neue Hauptstadt des Reiches. 14. April 1868 Nachdem Kaiser Tewodros II. den britischen Gesandten (und andere Europäer) verhaften ließ, startet Großbritannien eine Strafexpedition und nimmt Magdala ein. Tewodros II. begeht Selbstmord. Großbritannien sieht von einer dauernden Besetzung Äthiopiens allerdings ab und zieht seine Truppen zurück. Ab 1869 Kaiser Johannes IV. muß sich seit der Eröffnung des Suezkanals nicht nur gegen die Kolonisierungsversuche der Europäer zur Wehr setzen, sondern ab 1881 auch gegen die Expansionsversuche der im Sudan an die Macht gelangten Mahdisten. 1881 Mit der Besetzung des Hafens Assab am Roten Meer beginnt die italienische Kolonialexpansion in Äthiopien. 1889 Kaiser Menilek II., der Gründer der neuen Hauptstadt Addis Abeba (Neue Blume), unterzeichnet angesichts der Bedrohung durch die Mahdisten – sie sind bereits bis zum Tanasee vorgedrungen – mit Italien einen Schutzvertrag, den diese nutzen, um sich in der Provinz Eritrea festzusetzen und über das restliche Äthiopien ein Protektorat einzurichten. 1893 Kaiser Menilek II. widerruft den Schutzvertrag von 1889, und es kommt zum Krieg gegen Italien, der am 1. März 1896 mit der Niederlage der Italiener in der Schlacht bei Adua endet. Äthiopien behält seine volle Unabhängigkeit, die Provinz Eritrea wird jedoch endgültig italienische Kolonie. Ab 1896 Kaiser Menilek II. holt zur Modernisierung seines Landes europäische Techniker ins Land. Außerdem gelingt es ihm, sein Reich im Süden bis zum Turkanasee (Kenia) auszudehnen, und auch im Südwesten erobert er weitere Gebiete (Ogaden). Die gesamte Küste geht bis 1900 allerdings an Großbritannien, Italien und Frankreich verloren. 1897 Frankreich knüpft, nachdem es das Gebiet der heutigen Republik Dschibuti zur Kolonie „Französisch-Somaliküste“ (Côte Française des Somalis) erklärt hat, freundschaftliche Beziehungen zu Kaiser Menilek II. (offener Zugang für Äthiopien zum Hafen Dschibuti wird zugesagt), und beginnt mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Dschibuti-Stadt nach Addis Abeba (Fertigstellung 1917; Gesamtlänge etwa 800 Kilometer, davon 106 Kilometer auf dschibutischem Gebiet). 12. Dezember 1913 Nach dem Tod von Kaiser Menilek II. tritt sein Enkel Ldj Jasu an seine Stelle. Da er sich jedoch dem Islam zuwendet, verweigert ihm der Abuna (Oberhaupt der christlichen Kirche in Äthiopien) die Krönung zum Kaiser. Seine Mutter Zauditu wird Kaiserin, doch die tatsächliche Macht liegt in den Händen von Ras (Prinz) Tafari Mekonnen, einem entfernten Verwandten von Menilek II. 1923 Äthiopien wird Mitglied des Völkerbundes. 1928 Äthiopien schließt einen Freundschaftsvertrag mit Italien. 2. November 1930 Der 38jährige Ras Tafari Mekonnen wird nach dem Tod von Kaiserin Zaudita unter dem Namen Haile Selassie („Macht der Dreifaltigkeit“) zum 225. Kaiser von Äthiopien gekrönt. Er läßt die erste schriftliche Verfassung verabschieden, führt Verwaltungsreformen durch, fördert das Unterrichtswesen und schafft die Sklaverei endgültig ab. 3. Oktober 1935 Italien greift Äthiopien an und erobert im Mai 1936 Addis Abeba. Kaiser Haile Selassie flieht nach Dschibuti und geht von dort ins Exil nach Großbritannien. Äthiopien wird mit Eritrea und Italienisch-Somaliland (der Süden des heutigen Somalia) zur Kolonie „Italienisch-Ostafrika“ vereint. 24. Januar 1941 Während des Zweiten Weltkriegs wird Äthiopien mit Hilfe britischer Truppen von der italienischen Herrschaft befreit, und Kaiser Haile Selassie kehrt aus dem Londoner Exil zurück. 1948 Äthiopien, bisher mehr oder weniger von Großbritannien verwaltet, erhält seine volle Autonomie zurück. 1952 Eritrea, bisher von Großbritannien verwaltet, kommt gemäß UN-Beschluß, gegen den Widerstand der überwiegend islamischen Bevölkerung, wieder zu Äthiopien, bleibt aber zunächst autonomer Bundesstaat. 1955 Kaiser Haile Selassie erläßt eine neue Verfassung und richtet ein Parlament ein. Er versucht, die soziale Lage der Bevölkerung durch Reformen zu verbessern, behält aber das bestehende System sowie die Eigentumsverteilung bei. In der Hauptstadt Addis Abeba wird eine Universität gegründet. 1960 Eine Militärrevolte wird von Kaiser Haile Selassie niedergeschlagen. 14. November 1962 Kaiser Haile Selassie unterstellt Eritrea als vierzehnte Provinz wieder der Zentralverwaltung in Addis Abeba, wogegen die 1960 ins Leben gerufene „Eritrean Liberation Front“ (ELF) aufbegehrt. 25. Mai 1963 Addis Abeba wird Sitz der von den 30 unabhängigen afrikanischen Staaten (ohne Südafrika) neugegründeten OAU (Organization for African Unity/Organisation für Afrikanische Einheit). Ziele der OAU sind u.a. die Entkolonisierung Afrikas und die Beseitigung der Herrschaft weißer Minderheiten. Der Zusammenschluß erhöht das weltpolitische Gewicht Afrikas, da die OAU-Mitglieder vor allem in der UNO geschlossen auftreten. In den folgenden Jahren vermittelt Kaiser Haile Selassie als Ehrenvorsitzender der Organisation mehrmals erfolgreich bei Konflikten zwischen afrikanischen Staaten. Gleichzeitig muß er sich mit Abspaltungsbestrebungen der Provinzen Eritrea und Ogaden (wird von Somalia beansprucht) auseinandersetzen, und auch die übrigen Provinzen fordern weiterreichende politische Freiheiten. Ab 1970 Da Kaiser Haile Selassie die Forderung der (städtischen) Bevölkerung nach politischen Reformen weitestgehend ignoriert, kommt es in Äthiopien zu zahlreichen Streiks und Demonstrationen. Ab 1972 Die ohnehin prekäre Wirtschaftslage Äthiopiens verschlechtert sich durch anhaltende Dürreperioden. Vor allem im Norden des Landes sind Hunderttausende vom Hungertod bedroht. 12. September 1974 Die Monarchie wird vom Militär gestürzt, der 82jährige Haile Selassie nach 44 Jahren Regentschaft unter Hausarrest gestellt, Tausende seiner Anhänger werden exekutiert. Die 1955 von ihm erlassene Verfassung wird außer Kraft gesetzt. Eine provisorische Militärregierung unter General Andom, dann unter General Benti wird eingesetzt. Man versucht, Äthiopien nach marxistischem Vorbild in eine Volksrepublik umzugestalten. 21. März 1975 Die Monarchie in Äthiopien wird durch das Militär abgeschafft. In der Provinz Eritrea beginnen heftige Widerstandskämpfe gegen das Militärregime. 27. August 1975 Der im März vom Militär gestürzte Kaiser Haile Selassie wird in seinem Palast in Addis Abeba ermordet. 1976 Zwischen dem Sudan und Äthiopien kommt es zu schweren Spannungen, da einerseits Sudan die Abspaltungsbewegung Eritreas vom Mutterland Äthiopien unterstützt, während andererseits Äthiopien den wieder aufkeimenden Sezessions-Gruppen im Süd-Sudan Hilfe gewährt. 3. Februar 1977 General Benti wird nach Machtkämpfen innerhalb der Militärregierung hingerichtet. Haile Mariam Mengistu wird Vorsitzender des PMAC (Provisorischer Militär-Verwaltungsrat) und somit äthiopisches Staatsoberhaupt. In Eritrea kommt es zu zahlreichen militärischen Zusammenstößen zwischen der regulären äthiopischen Armee und der inzwischen gegründeten sozialistischen Unabhängigkeitsbewegung „Eretrian People’s Liberation Front“ (EPLF). Mit Somalia kommt es zum offenen Krieg um die Provinz Ogaden, den Äthiopien Anfang 1978 mit Unterstützung Kubas und der UdSSR gewinnt. 1978 Äthiopien weist den bundesdeutschen Botschafter aus, da Westdeutschland Somalia Sozialhilfeleistungen gewährt. 1979 Eine Großoffensive der äthiopischen Regierungstruppen gegen die Volksbefreiungsfront Eritrea (EPLF) und die TPLF (Volksbefreiungsfront Tigray) in der Provinz Tigre führt zu keinem Erfolg. Auch in anderen Provinzen Äthiopiens entstehen Unabhängigkeitsbewegungen. 1980 Die Spannungen zwischen Äthiopien und dem Sudan werden beigelegt und ein Freundschaftsvertrag unterzeichnet. 1982 Es kommt zu erneuten Grenzkämpfen zwischen Äthiopien und Somalia. Ab 1983 In Äthiopien kommt es zu einer der größten Hungerkatastrophen, die Afrika je erlebt hat. Anhaltende Dürre und der nicht endenwollende Bürgerkrieg führen zu Mißernten. Trotz einer internationalen Nahrungsmittelspende im Wert von ca. 600 Millionen US-Dollar verhungern bis Ende 1985 über 1 Million Menschen, und das Land versinkt im Chaos. Rund 1,5 Millionen Äthiopier wandern in die Nachbarländer ab. 1987 Äthiopien wird nach einer Verfassungsänderung zur „Demokratischen Volksrepublik“ erklärt. Haile Mariam Mengistu wird Staatspräsident. Eritrea, Tigre und Ogaden erhalten den Status autonomer Provinzen. Trotzdem geht der seit 1962 wütende Bürgerkrieg weiter. Im Norden und Osten Äthiopiens kommt es deshalb zu erneuten Hungersnöten. Die Regierung in Addis Abeba veranlaßt daraufhin die Zwangsumsiedlung der Bevölkerung aus den betroffenen Gebieten in fruchtbarere Gegenden. 1988 Äthiopien und Somalia vereinbaren in einem Friedensvertrag die Errichtung einer entmilitarisierten Zone. 1989 Nach schweren Niederlagen der äthiopischen Armee im Norden des Landes (rund 50.000 Tote) kommt es zu ersten Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Addis Abeba und Vertretern der EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea), die jedoch zu keinem konkreten Ergebnis führen. Mai 1991 Die EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea) drängt die regulären äthiopischen Truppen nach Süden ab und übernimmt die Kontrolle über nahezu das ganze nördliche Äthiopien. 28. Mai 1991 Truppen der EPLF (Volksbefreiungsfront Eritrea) und der TPLF (Volksbefreiungsfront Tigray) marschieren in Addis Abeba ein und stürzen das kommunistische Militärregime unter Mengistu Haile Mariam. Der 1989 ins Leben gerufene Dachverband oppositioneller Gruppierungen, die „Revolutionäre Demokratische Volksfront des äthiopischenVolkes“ (EPRDF), bildet eine Übergangsregierung unter Meles Zenawi. Gleichzeitig wird in Eritrea von der EPLF eine provisorische Regierung unter Issayas Afewerki errichtet. Damit ist der mit 30 Jahren längste Bürgerkrieg Afrikas beendet, und man beginnt mit internationaler Hilfe mit dem Wiederaufbau des verwüsteten Landes, wo derzeit vor allem im Norden etwa die Hälfte der Bevölkerung vom Hungertod bedroht ist. November 1992 Äthiopien und der Sudan unterzeichnen ein Abkommen über eine engere wirtschaftliche und außenpolitische Zusammenarbeit. Darüber hinaus einigt man sich über den freien Personen- und Warenverkehr zwischen den beiden Staaten. (Das äthiopische Militärregime hatte bis zu seinem Sturz die Guerilla-Bewegungen im Sudan unterstützt.) 24. Mai 1993 Nach einer Volksabstimmung erklärt Eritrea seine Unabhängigkeit, die von Meles Zenawi anerkannt wird. 30. Juli 1993 Äthiopien und Eritrea vereinbaren politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Äthiopien, das mit der Erreichung der Unabhängigkeit Eritreas zum reinen Binnenland geworden ist, wird der Zugang zu den Häfen Assab und Massawa zugesagt. (Äthiopien grenzt im Süden an Kenia, im Westen an den Sudan, im Norden an Eritrea, im Osten an Somalia und im Nordosten an Somalia.) Ende 1993 In Äthiopien sind wegen anhaltender Dürre erneut 1,5 Millionen Menschen von einer Hungersnot bedroht und auf Nahrungsmittellieferungen internationaler Hilfsorganisationen angewiesen. 8. Dezember 1994 Äthiopien erhält eine neue Verfassung, die in der nunmehr „Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien“ das Zweikammernsystem sowie das Amt des Ministerpräsidenten mit weitreichenden Exekutivbefugnissen vorsieht. Der vom Parlament für fünf Jahre gewählte Staatspräsident wird künftig nur noch repräsentative Aufgaben haben. Außerdem wird den neun Regionen das Recht eingeräumt, aus der Bundesrepublik auszutreten, falls dies in einer Volksabstimmung mehrheitlich verlangt wird. 13. Dezember 1994 In Addis Abeba wird der Prozeß gegen das 1991 gestürzte kommunistische Militärregime von Haile Mariam Mengistu eröffnet. Außer Mengistu selbst, der im Exil in Simbabwe lebt, stehen über 70 Ex-Politiker und Offiziere wegen Völkermordes unter Anklage. Mai 1995 Bei den ersten freien Parlamentswahlen seit dem Sturz des Mengistu-Regimes im Jahre 1991 erringt die EPRDF (Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front) die absolute Mehrheit. Negaso Gidada wird neuer Staatspräsident (mit fast nur repräsentativen Befugnissen) und Meles Zenawi übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten (und ist damit gleichzeitig Oberbefehlshaber der Streitkräfte). 26. Juni 1995 Der ägpytische Präsident Hosni Mubarak entgeht in Addis Abeba nur knapp einem Mordanschlag. 1. September 1995 Da die sudanesische Regierung drei führende Mitglieder einer islamistischen Untergrundbewegung, die an dem (mißglückten) Mordanschlag auf den ägyptischen Staatschefs Mubarak in Addis Abeba (Juli) beteiligt gewesen sein sollen, nicht ausliefert, verhängt Äthiopien empfindliche Sanktionen gegen den Sudan (u.a. müssen die Sudanesen bei der Einreise nach Äthiopien künftig ein Visum beantragen). 25. Januar 1996 Der deutsche Bundespräsident Roman Herzog trifft als erstes westliches Staatsoberhaupt seit dem Sturz des kommunistischen Mengistu-Regimes zu einem einwöchigen Staatsbesuch in Äthiopien ein. 7. August 1996 Bei einem Bombenanschlag auf ein Hotel in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba kommen zwei Menschen ums Leben und weitere 18 werden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die Regierung macht die fundamentalistische Islamische Union (Itihad al-Islami) dafür verantwortlich. 15. August 1996 Die äthiopische Armee startet eine Strafexpedition gegen die fundamentalistische Islamische Union (Itihad al-Islami), die von der Regierung in Addis Abeba für zahlreiche Terrorakte verantwortlich gemacht wird. Da die Islamisten ihre Stützpunkte inzwischen weitgehend über die Grenze nach Somalia verlegt haben, kommt es dabei auch zu Grenzüberschreitungen, wogegen Somalia energisch protestiert. 23. November 1996 Die Entführung einer äthiopischen Verkehrsmaschine endet mit einer Katastrophe: Das Flugzeug stürzt infolge Treibstoffmangels ins Meer. 127 Menschen kommen ums Leben, 48 können gerettet werden. 3. Dezember 1996 Nachdem Äthiopien seine Ausgaben für das Militär drastisch reduziert hat (1988 verschlang der Rüstungshaushalt noch 60 Prozent des Staatseinkommens, Ende 1995 [offiziell] nur noch 2%), werden dem Land für den Aufbau seiner Wirtschaft (internationale Beobachter sprechen bereits von ersten erfolgreichen Reformen) vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank für die nächsten drei Jahre Kredite von insgesamt 2,5 Milliarden US-Dollar zugesagt. Ab 1. Januar 1997 Zwischen äthiopischen Regierungstruppen und der terroristischen Islamischen Union kommt es an der Grenze zu Somalia erneut zu Feuergefechten. Februar 1997 In Addis Abeba werden weitere rund 5.000 Anhänger des ehemaligen Mengistu-Regimes vor Gericht gestellt. September 1997 US-amerikanische Archäologen entdecken bei Ausgrabungsarbeiten in Äthiopien Faustkeile, die laut Experten etwa 2,5 Millionen Jahre alt und somit die ältesten bisher gefundenen Steinwerkzeuge der Erde sind. Ende Oktober 1997 Heftige Regenfälle führen in weiten Teilen Ostafrikas zu verheerenden Überschwemmungen. Auch in Äthiopien ertrinken zahlreiche Menschen in den Fluten. November 1997 Nachdem sich die Hochwasserkatastrophe in Ostafrika drastisch zugespitzt hat (in Somalia, Kenia und Äthiopien sind mindestens 300.000 Menschen ohne Nahrung, Trinkwasser oder Medikamente völlig von der Außenwelt abgeschnitten), beginnen internationale Hilfsorganisationen mit einer großangelegten Rettungsaktion, wobei die Helfer nicht nur gegen das schlechte Wetter ankämpfen müssen, sondern auch noch bürokratische Hürden meistern müssen (der kenianische Zoll kassiert z.B. für zehn von Norwegen gespendete Aluminiumboote Einfuhrzoll). 28. November 1997 Eritrea führt gegen den Widerstand Äthiopiens eine eigene Währung ein (Nakfa). Damit ist die bisherige Währungsunion mit Äthiopien beendet. Da Äthiopien die Einfuhr des Nakfa untersagt, bricht der Kleinhandel entlang der Grenze vollkommen zusammen. Zudem boykottiert Äthiopien die eritreischen Häfen Assab und Massawa und wickelt den Außenhandel nur noch über Dschibuti ab, wodurch es in Eritrea zu extremen Preissteigerungen und Lebensmittelknappheit kommt. 1. Dezember 1997 Trotz der pausenlosen Einsätze der internationalen Hilfsorganisationen sind in den Hochwassergebieten Somalias, Kenias und Äthiopiens seit Ende Oktober mindestens 2.000 Menschen ums Leben gekommen, wobei die meisten an Durchfallerkrankungen (aufgrund der katastrophalen Hygienezustände grassiert nun die Cholera) oder Malaria starben bzw. Giftschlangen oder Raubtieren, die sich ebenfalls auf der Flucht vor dem Wasser auf die letzten trockenen Flecken Erde gerettet haben, zum Opfer fielen. Aufgrund der noch immer anhaltenden, sintflutartigen Regenfälle in weiten Teilen Ostafrikas ist die Zahl der auf Nothilfe angewiesenen Menschen auf über 500.000 angestiegen. Ab 12. Mai 1998 Zwischen Äthiopien und Eritrea kommt es zu Gefechten um den genauen Grenzverlauf, der in den 20er Jahren von den europäischen Kolonialmächten festgelegt wurde. Ab 5. Juni 1998 Der Grenzstreit zwischen Äthiopien und Eritrea eskaliert in gegenseitigen Luftangriffen: Eritrea beschießt die äthiopische Stadt Makale und Äthiopien rächt sich mit Beschuß der eritreischen Hauptstadt. Fast 2.000 in Asmara lebende Ausländer werden ausgeflogen. In Äthiopien flüchten zwischen 100.000 und 150.000 Menschen ins Landesinnere. 15. Juni 1998 Vertreter der OAU und der USA bemühen sich um einen Waffenstillstand zwischen Äthiopien und Eritrea, erreichen jedoch nur die Einstellung der Luftangriffe. Die Kämpfe am Boden gehen weiter. 3. August 1998 Eritrea und Äthiopien stellen nach Unterzeichnung eines Waffenstillstandsvertrags die Grenzkämpfe ein. 31. Dezember 1998 Äthiopien, das mit einer Fläche von 1.133.380 Quadratkilometern mehr als dreimal so groß wie Deutschland ist, ist trotz langjähriger internationaler Wiederaufbauhilfe noch immer eines der ärmsten Länder der Erde (Auslandsverschuldung derzeit rund zehn Milliarden US-Dollar). Aufgrund des kaum entwickelten Gesundheitswesen liegt die Lebenserwartung bei durchschnittlich 48 Jahren, und die Kindersterblichkeit ist mit fast 20 Prozent extrem hoch. Da Verhütung in Äthiopien ein Fremdwort ist, wächst die Bevölkerung um jährlich rund 3,2 Prozent (mit derzeit rund 56 Millionen Menschen hat Äthiopien die dritthöchste Einwohnerzahl Afrikas). Leider nimmt auch die Zahl der Aids-Infizierten rapide zu (derzeit etwa 1,75 Millionen infizierte und 400.000 bereits Erkrankte). Trotz der inzwischen eingeführten allgemeinen Schulpflicht sind rund 70 Prozent der Äthiopier Analphabeten. Da die Erschließung der Bodenschätze (Gold, Platin, Erdöl) noch in den Anfängen steckt, ist die Lebensgrundlage für 75 Prozent der Äthiopier die Landwirtschaft, wobei die Ernten wegen langanhaltender Dürreperioden und rückständiger Arbeitsmethoden meist sehr schlecht ausfallen. Die Anbauflächen für Kaffee, dem wichtigsten Ausfuhrgut Äthiopiens, wurden seit Kriegsende mit Hilfe ehemaliger Soldaten allerdings um ein Vielfaches vergrößert, wodurch der Export inzwischen auf rund 120.000 Tonnen jährlich gesteigert werden konnte. Der Versuch der Regierung, die Tourismusbranche trotz fehlender Meeresstrände anzukurbeln, ist bisher vor allem wegen der schlechten Infrastruktur gescheitert: Der internationale Flughafen in Addis Abeba ist winzig und verfügt nur über eine einzige leidlich asphaltierte Landebahn, und landesweit gibt es nur knapp 4.000 Kilometer Teerstraßen. Die bereits 1994 angekündigte Privatisierung von Staatseigentum – man erhoffte sich damit einen schnelleren Wirtschaftsaufschwung – ist bisher nur in sehr geringem Umfang in die Tat umgesetzt worden. Internationale Beobachter machen hierfür vor allem den überdimensionalen Bürokratieapparat verantwortlich: In der Hauptstadt gibt es Hunderte von Ministerien und Ämter, wo unzählige (überflüssige) Beamte sich mit umständlichen Genehmigungsverfahren beschäftigen und die Antragsteller mit aufgeblasener Wichtigkeit entmutigen. Das Volk lästert : „Was nicht mit Stempel und Unterschrift genehmigt ist, wird bestraft.“ 7. Februar 1999 Neu entbrannte Kämpfe zwischen Äthiopien und Eritrea um einen umstrittenen Grenzabschnitt drohen in einen offenen Krieg zu münden. 9. Februar 1999 Im erneuten Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea zeichnet sich nach tagelangen, für beide Seiten verlustreichen Kämpfen offenbar eine Niederlage Äthiopiens ab. Trotz des Einsatzes von Kampfbombern, Hubschraubern und schwerer Artillerie gelingt es der zahlenmäßig stark überlegenen Armee Äthiopiens nach Angaben von Augenzeugen sowie der eritreischen Regierung nicht, die Streitkräfte Eritreas aus Stellungen im umstrittenen Grenzgebiet zurückzudrängen. Allerdings verbreitet Äthiopien ebenfalls Erfolgsmeldungen. 28. Februar 1999 Obwohl sowohl Eritrea als auch Äthiopien einem von der OAU (Organization of African Unity/Organisation der Afrikanischen Einheit) vorgelegten Friedensplan zugestimmt haben – vorgesehen ist u.a. die Stationierung einer UN-Friedenstruppe in der umstrittenen Grenzregion –, gehen die Kämpfe zwischen den Bodentruppen der beiden Staaten weiter. 16. März 1999 Augenzeugen berichten, daß bei einer fehlgeschlagenen Offensive der äthiopischen Bodentruppen gegen Eritrea in den letzten vier Tagen mehrere Hundert äthiopische Soldaten ums Leben kamen. Die Regierung in Adis Abeba gibt keine näheren Angaben, sondern spricht nur davon, daß „schwere Kämpfe anhalten und weitergehen werden“. 1. Juni 1999 Aufgrund extrem schlechter Ernteerträge erbittet Äthiopien bei den Vereinten Nationen Nahrungsmittelhilfe, da vor allem rund eine halbe Million Kriegsflüchtlinge unmittelbar vom Hungertod bedroht seien. 12. Juni 1999 Die Regierung in Adis Abeba gibt bekannt, daß dem äthiopischen Militär in den letzten Tagen bei schweren Gefechten im Grenzgebiet zu Eritrea die „Vernichtung von mindestens 8.000 Feinden“ gelungen sei. Kurz zuvor hatte die eritreische Führung in Asmara den Tod von mindestens 3.200 Äthiopiern verkündet. 27. Juni 1999 Nach Vermittlung der OAU einigen sich Äthiopien und Eritrea auf einen Waffenstillstand. 23. Februar 2000 Nach achtmonatiger Waffenruhe kommt es im Osten der äthiopisch-eritreischen Grenze nahe der Hafenstadt Assab zu neuen Gefechten, wobei sich beide Seiten vorwerfen, die Kämpfe provoziert zu haben. 23. März 2000 Die seit sechs Wochen im Süden und Südosten Äthiopiens wütenden, durch illegale Brandrodungen ausgelösten Buschfeuer, die rund 80.000 Hektar Wald vernichtet haben, sind dank der Mithilfe südafrikanischer und deutscher Feuerwehrleute nun unter Kontrolle. Das Feuer bedroht nun nicht mehr den Bale Bergnationalpark, eine der unberührtesten und schönsten Gebiete Afrikas, in dem mehrere vom Aussterben bedrohte Tierarten leben. 14. April 2000 Die seit drei Jahren anhaltende Dürre treibt Äthiopien und seine Nachbarstaaten Eritrea, Dschibuti, Somalia, (Nord-)Kenia und (Süd-)Sudan auf eine Katastrophe zu: Bis zu 16 Millionen Menschen sind in der Region vom Hungertod bedroht und auf internationale Nothilfe angewiesen. Doch wegen des Krieges mit Eritrea – trotz Hungersnot kauft Äthiopien in großem Stil Waffen ein (u.a. Abschluß eines Vertrags mit Rußland über die Lieferung von Kampfhubschraubern und -flugzeugen), die u.a. mit dem Erlös der drei äthiopischen, z.T. von der EU finanzierten Zuckerfabriken (1999: 16 Millionen US-Dollar) bezahlt werden sollen – übt die internationale Staatengemeinschaft bislang mit Unterstützung für Äthiopien Zurückhaltung. Trotzdem haben die Vereinigten Staaten bereits ein erstes Schiff mit 85.000 Tonnen von 400.000 Tonnen zugesagten Nahrungsmitteln gesandt und eine Luftbrücke in den am schlimmsten betroffenen Südosten des Landes eingerichtet. Auch die französische Regierung hat von der kenianischen Hauptstadt Nairobi aus mit Hilfsflügen in die Region begonnen, und die Europäische Union versprach die Lieferung von 800.000 Tonnen Lebensmittel. 15. Mai 2000 Nach gescheiterten Vermittlungsinitiativen der Vereinten Nationen und der OAU ist der Grenzkrieg zwischen Äthiopien und Eritrea wieder mit aller Härte entbrannt. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die Kämpfe ausgelöst zu haben. 20. Mai 2000 Der Vormarsch äthiopischer Truppen führt in Eritrea zu einer Massenflucht Zigtausender ins Nachbarland Sudan. Nach Angaben der eritreischen Regierung befinden sich derzeit insgesamt rund 550.000 Menschen auf der Flucht. 25. Mai 2000 Nach offensichtlich schweren Verlusten im Krieg mit Äthiopien erklärt sich Eritrea bereit, sofort die Waffen niederzulegen. Addis Abeba lehnt jedoch eine Feuerpause strikt ab, solange noch ein eritreischer Soldat auf äthiopischem Boden steht. Zuvor hatte Eritrea bereits angekündigt, sich von allen Gebieten zurückziehen zu wollen, die es zu Beginn des Krieges vor zwei Jahren von Äthiopien erobert hat. 30. Mai 2000 Äthiopien und Eritrea nehmen unter Vermittlung der OAU in der algerischen Hauptstadt Algier erneut Verhandlungen über ein Ende ihres Grenzkrieges auf. 8. Juni 2000 Die Leitung des Welternährungsprogramms (WFP) appelliert in New York an die internationale Staatengemeinschaft, sie im Kampf gegen Dürre und Hunger am Horn von Afrika besser zu unterstützen. In den fünf Ländern Äthiopien, Kenia, Somalia, Eritrea und Dschibuti seien derzeit fast 16 Millionen Menschen in großer Not und auf ausländische Hilfe angewiesen. Am dringendsten würden Nahrungsmittel gebraucht, es fehle aber auch an Trinkwasser, Medikamenten und Saatgut. Sollte die geforderte UN-Unterstützung ausbleiben bzw. nicht rechtzeitig eintreffen, drohe der Region eine Katastrophe mit „historischen Ausmaßen“. 18. Juni 2000 Äthiopien und Eritrea unterzeichnen in Algier ein Abkommen zur Beendigung ihres Grenzkrieges, der auf beiden Seiten seit 1998 Zehntausende Menschenleben gefordert hat. Die Vereinbarung sieht zunächst eine Kampfpause vor, während der die Konfliktparteien den Grenzverlauf abstecken. Vorgesehen ist der Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in einer 25 Kilometer breiten Sicherheitszone entlang der umstrittenen Grenze. 15. September 2000 Der UN-Sicherheitsrat stimmt der Stationierung einer 4.200 Mann starken Friedenstruppe an der umstrittenen Grenze zwischen Äthiopien und Eritrea zu. Die Soldaten sollen in einer 25 Kilometer breiten Pufferzone auf der eritreischen Seite der Grenze stationiert werden und die Einhaltung des Waffenstillstandes in der Region überwachen. Gleichzeitig kündigt der äthiopische Regierungschef Meles Zenawi an, die Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Eritrea könnten noch Ende September bzw. Anfang Oktober aufgenommen werden. 12. Oktober 2000 Nach langwierigen Verhandlungen unterzeichnen Vertreter Äthiopiens und Eritreas in Algier einen Friedensvertrag. 31. Dezember 2000 Wie in ganz Schwarzafrika nimmt auch in Äthiopien die Zahl der HIV-Infizierten ständig zu. Laut Angaben von UNAIDS (The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) sind der Krankheit seit Ausbruch der Epidemie weltweit bereits 18,8 Millionen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aids-Waisen wird auf 13,2 Millionen geschätzt. Von den derzeit weltweit rund 34,3 Millionen HIV-Infizierten leben 24,5 Millionen in Schwarzafrika. 4. Januar 2001 Äthiopien stoppt den im Friedensvertrag vereinbarten Abzug seiner Truppen aus Eritrea. Man werde die Soldaten erst dann zurückrufen, wenn auch Eritrea seine Einheiten komplett aus dem Grenzgebiet abzieht. Seit Tagen streiten sich Äthiopien und Eritrea mit der UNMEE (UN-Militärkommission für Äthiopien und Eritrea) über die genaue Definition der im Vertrag vereinbarten 25 Kilomter breiten Pufferzone auf eritreischem Gebiet, in die bis Ende Januar 4.200 UN-Soldaten zur Friedensüberwachung einrücken sollen. 13. Februar 2001 Nach langwierigen Verhandlungen erklärt sich Äthiopien endlich zum Abzug seiner Truppen aus der künftigen Pufferzone zu Eritrea bereit. Auch Eritrea will seine Soldaten aus der Grenzregion abziehen und der 4.200 Mann starken UN-Friedenstruppe „Platz schaffen“. 20. April 2001 Schwere Zusammenstöße zwischen der Polizei und demonstrierenden Studenten fordern in Addis Abeba über 40 Tote und bis zu 200 Verletzte. 26. April 2001 Vier schwerbewaffnete Studenten kidnappen in Addis Abeba ein Militärflugzeug mit 51 Menschen an Bord und entführen die Maschine in die sudanesische Hauptstadt Khartum. Dort fordern die Hijacker Unterredungen mit den Botschaftern Großbritanniens und den USA. Wenige Stunden später lassen die drei Männer und eine Frau, die eine Ausbildung zu Kampfpiloten absolviert hatten, alle Geiseln frei und ergeben sich. Mit ihrer Aktion wollten sie „auf die Probleme in ihrer Heimat aufmerksam machen“. 9. Oktober 2001 Girma Wolde Giorgis wird vom Parlament in Addis Abeba zum Staatspräsidenten gewählt. Der 76jährige Geschäftsmann gehört dem Volksstamm der Oromo an, von dem etwa ein Drittel der Bevölkerung Äthiopiens abstammt, und ist Nachfolger des seit 1995 amtierenden Negaso Gidada. Seit 1994 verfügt der äthiopische Staatspräsident allerdings nur noch über repräsentative Befugnisse. 15. März 2002 Der Weltsicherheitsrat beschließt in New York, die UN-Friedensmission in Äthiopien und Eritrea um weitere sechs Monate zu verlängern. Die rund 4.200 Blauhelm-Soldaten werden demnach bis mindestens 15. September in der 25 Kilometer breiten Pufferzone zwischen den beiden Ländern stationiert bleiben. 13. April 2002 Die nach dem Friedensvertrag vom Dezember 2000 eingesetzte unabhängige Grenzkommission für Äthiopien und Eritrea legt vor dem Schiedshof für die Beilegung internationaler Konflikte in Den Haag eine Entscheidung über die umstrittenen Grenzgebiete vor. Obwohl beide Länder den Schiedsspruch als „endgültig und bindend“ anerkennen, bricht unmittelbar nach Bekanntgabe ein Streit um den Ort Badme aus, den sowohl Eritrea als auch Äthiopien für sich beanspruchen und der auf den von der Kommission festgelegten Grenzkarten nicht zu finden ist. Eine Revision bzw. Interpretation der Grenzregelung im Hinblick auf Badme, das derzeit unter äthiopischer Kontrolle steht, lehnt die Kommission ab. Die anstehende Neumarkierung der äthiopisch-eritreischen Grenze, die von rund 4.000 UN-Soldaten überwacht wird, ist ohnehin heikel, da dort mehrere Millionen Minen liegen und die genaue Position der Markierungssteine z.T. erst bestimmt werden muß. (Ende März 2003 wird Badme von der Kommission endgültig Eritrea zugesprochen.) 31. Juli 2002 Nach Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) sind in Äthiopien derzeit rund vier Millionen Menschen vom Hunger bedroht. 31. Januar 2004 Nach Angaben der äthiopischen Regierung sind rund 500 Kilometer westlich der Hauptstadt Addis Abeba bei ethnischen Unruhen 196 Menschen ums Leben gekommen. Über 200 bewaffnete Männer des dort ansässigen Anyua-Stammes seien über zugewanderte Bergleute aus Südäthiopien hergefallen und hätten 172 von ihnen massakriert. Die übrigen Opfer habe es in den Reihen der Angreifer gegeben. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Äthiopien... Negus (Kaiser) Haile SelassieEigentlicher Name: Tafari Mekonnen Kaiser (1930-74) geboren: 23.07.1892 (Edjerso) gestorben: 27.08.1975 (Addis Abeba (ermordet)) Literatur... Haile Mariam Mengistu Staatschef von Äthiopien (1977-81) (Soddo) Literatur... Kaiser Menilek II. von Äthiopien Kaiser (1889-1913) geboren: 17.08.1844 (Ankobar) gestorben: 12.12.1913 (Addis Abeba) Literatur... Negaso Gidada Historiker, Staatspräsident von Äthiopien (1995-2001) (Dembi) Literatur... Meles Zenawi Regierungschef von Äthiopien (seit 1995) geboren: 09.05.1955 (Adua (Tigray)) Literatur... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |