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Republik Äquatorial-GuineaChronik Überblick Basisdaten
Ab 6000 v. Chr. In den dichten Regenwäldern des Gebiets der heutigen Republik Äquatorialguinea (mit einer Landesfläche von 28.051 Quadratkilometern nicht einmal so groß wie das deutsche Bundesland Brandenburg) leben kleine Gruppen der Steinzeit-(Khoi)san, kleinwüchsige „Buschmänner“ (Pygmäen), ausschließlich als Sammler und Kleintierjäger. Ab 1000 n. Chr. Im Gebiet der heutigen Republik Äquatorialguinea lassen sich verschiedene, Bantu sprechende, von Wander-Ackerbau und Viehzucht lebende, negroideVölker nieder. 1469 Der Portugiese Fernão do Póo landet auf der vom Bantu-Volk der Bubi besiedelten Hauptinsel der heutigen Republik Äquatorialguinea. Er nennt sie wegen ihrer Schönheit Formosa. Ab 1495 Die Portugiesen nehmen gemäß dem spanisch-portugiesischen Vertrag von Tordesillas die inzwischen in Fernando Póo umbenannte Insel Formosa sowie die dahinterliegende Festlandküste in Besitz und errichten erste Handelsniederlassungen. 1778 Portugal tritt im Tausch gegen Ländereien in Brasilien die Inseln Fernando Póo (heute Bioko) und die kleine, rund 800 Kilometer südwestlich gelegene Insel Annobón (heute Pagalu) sowie die dahinterliegende Festlandküstenzone (heutige Staaten Kamerun, Äquatorialguinea und Gabun) an Spanien ab. 1827 Die Briten gründen auf der Insel Fernando Póo zur Bekämpfung des Sklavenhandels den Stützpunkt Port Clarence. 1843 Spanien erklärt die Insel Fernando Póo (Port Clarence wird in Santa Isabel umbenannt) sowie das dahinterliegende Küstengebiet bis hinunter nach Libreville (Gabun) zum spanischen Hoheitsgebiet und verleiht der Bevölkerung spanische Bürgerrechte. 1900 Nach jahrzehntelangem erbitterten Tauziehen zwischen den Kolonialmächten Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland um die Region zwischen dem Nigerdelta bis hinunter zum Kap Santa Clara erhält Spanien im Vertrag von Paris das Gebiet von Río Muni (heute unter der Bezeichnung Mbini das Festlandgebiet der Republik Äquatorialguinea) sowie die Inseln Fernando Póo (das dahinterliegende Festland, die heutige Republik Kamerun, wird deutsches Schutzgebiet) und Annobón zugesprochen. Ab 1918 Erst jetzt gelingt spanischen Truppen die endgültige Unterwerfung des Bantu-Volkes der Fang im unwegsamen Hinterland von Río Muni (heut Mbini). 1938 Río Muni und die Inseln Fernando Póo und Annobón werden zur Kolonie „Spanisch-Guinea“ zusammengeschlossen. 1959 Río Muni und die Insel Fernando Póo (mit Annobón) erhalten den Status von (getrennten) spanischen Überseeprovinzen mit beschränkter Selbstverwaltung. 1963 Río Muni und die Insel Fernando Póo (mit Annobón) werden wieder zur Provinz Äquatorialguinea zusammengefaßt. 1964 Äquatorialguinea erhält die volle Autonomie. 12. Oktober 1968 Äquatorialguinea wird nach einer Volksabstimmung unabhängige Republik. Hauptstadt ist Santa Isabel auf der Insel Fernando Póo. Erster Staatspräsident wird Francisco Macías Nguema aus dem Volk der Fang. Gestützt auf die Armee entwickelt er sich zum Diktator und gründet die Einheitspartei „Partido Unico Nacional“. Nach dem Abzug der letzten spanischen Truppen verlassen auch die meisten europäischen Zivilisten fluchtartig das Land. 1973 Diktator Francisco Macías Nguema verkündet eine neue Verfassung und erklärt Äquatorialguinea zur Demokratischen Volksrepublik. Der Staatspräsident (auf Lebenszeit) ist Vorsitzender des Militärrats und übt die alleinige Macht aus. Volksvertreter sind ebensowenig zugelassen wie Parteien. Die Insel Fernando Póo wird in „Macías Nguema Byogo“ umbenannt, die Insel Annobón heißt nun „Pagalu“ und die Hauptstadt Santa Isabel „Malabo“. 1976 Unter dem Terrorregime von Präsident Francisco Macías Nguema werden alle Einwohner von Äquatorialguinea zu fünfzehnjähriger Zwangsarbeit in dem völlig verarmten Land verpflichtet. Rund ein Drittel der Bevölkerung flüchtet daraufhin in die Nachbarländer. 5. August 1979 Das Terrorregime wird vom Militär gestürzt, Präsident Francisco Macías Nguema wird inhaftiert. Neuer Staatschef von Äquatorialguinea wird sein Neffe General Teodoro Obiang Nguema Mbasogo. Er versucht, Spanien zur Unterstützung gegen den sowjetischen Einfluß im Land zu gewinnen. Die Hauptinsel Macías Nguema Byogo wird in „Bioko“ umbenannt. 29. September 1979 Der gestürzte Präsident und Diktator Francisco Macías Nguema wird hingerichtet. 1982 Äquatorialguinea erhält eine neue republikanische Verfassung; politische Parteien bleiben jedoch weiterhin verboten. 1983 In Äquatorialguinea werden erstmals wieder Parlamentswahlen durchgeführt, wobei die Kandidaten von Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo vorgeschlagen werden. 1985 In Äquatorialguinea wird der Franc CFA als Währung eingeführt. 1989 Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo wird bei Wahlen mit absoluter Mehrheit für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. 1991 Unter dem Druck ausländischer Kreditgeber (vor allem Spanien, Frankreich, USA) auf das hochverschuldete Äquatorialguinea (über 250 Millionen US-Dollar) ändert Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo die Verfassung von 1982 und läßt oppositionelle Parteien (offiziell) zu. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, Regimekritiker und Oppositionspolitiker weiterhin massiv zu verfolgen. 23. Januar 1992 Eine Übergangsregierung unter Silvestre Siále Bileka übernimmt bis zu den für Ende 1993 vorgesehenen Wahlen die Regierungsgeschäfte. 21. November 1993 Bei den ersten Parlamentswahlen gewinnt die Regierungspartei „Partido Democrático de Guinea“ (PDGE) von Teodoro Obiang Nguema Mbasogo die absolute Mehrheit. Silvestre Siále Bileka wird Ministerpräsident einer Regierung, die nur aus PDGE-Mitgliedern besteht. (Politiker, die in den vergangenen zehn Jahren nicht im Land lebten, waren nicht zur Wahl zugelassen. Dadurch konnten die aus dem Exil zurückgekehrten Oppositionspolitiker nicht kandidieren.) 26. April 1995 Wegen (angeblicher) Umsturzpläne wird der Führer der Oppositionspartei „Partido des Progreso“ Severo Moto von einem Militärgericht zu 28 Jahren Haft verurteilt. Ein weiteres Dutzend Mitangeklagte erhalten Haftstrafen zwischen zehn und 30 Jahren. 25. Februar 1996 Bei Neuwahlen wird Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt; Angel Serafin Seviche Dougan (PDGE) wird Regierungschef. 31. Dezember 1998 Äquatorialguinea zählt aufgrund jahrzehntelanger Mißwirtschaft (die Produktion des Hauptexportgutes Kakao ist wegen Vernachlässigung der einst von Europäern vor allem auf Bioko angelegten Plantagen um fast zwei Drittel gesunken; ähnlich sieht es mit den Kaffeeplantagen entlang der Festlandsküste aus) und Korruption zu den ärmsten Ländern Afrikas und ist auf Nahrungsmittellieferungen aus dem Ausland angewiesen. Das Gesundheitssystem ist katastrophal. Da Malaria und andere Tropenkrankheiten vor allem auf dem noch immer von dichtem Tropenwald überzogenen Festland (der Verkauf von Edelhölzern ist zwar inzwischen zu einer wichtigen Einnahmequelle forciert, doch fehlt es auch hier an der nötigen Organisation und vor allem an Transportwegen sowie Maschinen) weit verbreitet sind und auch die Zahl der Aids-Infizierten rapide zunimmt, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung unter 50 Jahren. 7. März 1999 Bei den Wahlen zur Nationalversammlung erringt die PDGE (Partido Democrático de Guinea Ecuatorial) von Regierungschef Angel Serafin Seviche Dougan 75 von insgesamt 80 Sitzen. November 1999 Ein US-amerikanischer Erdölkonzern entdeckt vor der Festlandküste Äquatorialguineas umfangreiche Erdölvorkommen, die auf rund 500 Millionen Barrel geschätzt werden (1 Barrel = 159 Liter) und will möglicherweise schon im nächsten Jahr mit deren Erschließung beginnen. Die Regierung in Malabo hofft nun auf eine wirtschaftliche Belebung des hochverschuldeten Landes, das nach wie vor auf ausländische Unterstützung angewiesen ist (mit rund fünf Millionen US-Dollar jährlich stand Spanien in den letzten Jahren an der Spitze der Geberländer). Allerdings hat die Vergabe von Förderlizenzen an US-Firmen für die bereits vor einigen Jahren bei Bioko entdeckten Ölvorkommen (nicht zuletzt wegen Korruption) die Versorgungslage der Bevölkerung Äquatorialguineas bislang kaum verbessert. 3. August 2000 In Malabo unterzeichnen Vertreter von Äquatorialguinea und Nigeria mehrere Abkommen hinsichtlich einer engerer Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Darüber hinaus wird die Visa-Pflicht zwischen den beiden Ländern abgeschafft. 24. September 2000 Die Staatspräsidenten von Äquatorialguinea und Nigeria, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo und Olusegun Obansanjo, unterzeichnen einen Vertrag über die Festlegung der Demarkationslinie in den Küstengewässern und beenden damit den seit einem Jahrzehnt schwelenden Territorialstreit um die erdölreichen Gebiete zwischen der Insel Bioko und der Südostküste Nigerias. 31. Dezember 2000 Wie in ganz Schwarzafrika nimmt auch in Äquatorialguinea die Zahl der HIV-Infizierten ständig zu. Laut Angaben von UNAIDS (The Joint United Nations Programme on HIV/AIDS) sind der Krankheit seit Ausbruch der Epidemie weltweit bereits 18,8 Millionen zum Opfer gefallen, darunter 3,8 Millionen Kinder. Die Zahl der Aids-Waisen wird auf 13,2 Millionen geschätzt. Von den derzeit weltweit rund 34,3 Millionen HIV-Infizierten leben 24,5 Millionen in Schwarzafrika. 1. März 2001 Nach dem Rücktritt von Regierungschef Angel Serafin Seviche Dougan wird Cándido Muatetama Rivas von Staatspräsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. 1. April 2002 Die Staatspräsidenten von Äquatorialguinea und Nigeria, Teodoro Obiang Nguema Mbasogo und Olusegun Obansanjo, unterzeichnen in der nigerianischen Hauptstadt ein Abkommen zur gemeinsamen Ölförderung im Golf von Guinea. 27. Mai 2002 In Malabo werden von insgesamt fast 150 Personen, die einige Wochen zuvor unter dem Vorwurf festgenommen und angeklagt worden waren, die Ermordung von Staatspräsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo und einen Staatsstreich geplant zu haben, mehr als fünf Dutzend zu Haftstrafen zwischen sechs und zwanzig Jahren verurteilt, darunter die Führer der wichtigsten Oppositionsparteien. Menschenrechtsorganisationen bezeichnen den Prozeß als Versuch der Regierung, die Opposition im Hinblick auf die Anfang 2003 anstehenden Wahlen auszuschalten. Amnesty international fordert eine Untersuchung der Vorwürfe von Angeklagten, sie seien durch Anwendung von Folter zu Geständnissen gezwungen worden. 17. Dezember 2002 Präsident Teodoro Obiang Nguema Mbasogo wird bei Neuwahlen mit absoluter Mehrheit für weitere sieben Jahre im Amt bestätigt. Seine vier Gegner hatten ihre Kandidaturen mit dem Hinweis auf „Unregelmäßigkeiten“ zurückgezogen. Obiang regiert seit einem Putsch 1979 über den kleinen Staat Äquatorial-Guinea, der in den letzten Jahren zu einem der größten Ölproduzenten Afrikas aufgestiegen ist und als „Kuwait Afrikas“ bezeichnet wird. Der Staat hat derzeit das größte Wirtschaftswachstum der Erde. Trotzdem leben zwei Drittel der Bevölkerung nach wie vor unter der Armutsgrenze. Die wichtigsten Posten in der Verwaltung des Landes sind mit Mitgliedern der Familie Obiang besetzt, und nahezu alle ernsthaften politischen Gegner des Staatschefs leben entweder im Ausland oder sitzen im Gefängnis. Quelle: Areion Weltalamanach Literatur zu Äquatorial-Guinea... Quelle: Areion WeltalamanachDruckversion dieser Seite |